Beiträge von PhilippLE

    Die Stadt meldet den Ankauf eines Grundstücks im Norden, genauer in Wiederitzsch, Messe-Allee, für den Bau von zwei weiterführenden Schulen für 1.750 Schüler.
    Nach dem Umzug der Oberschule soll die Wiederitzscher Grundschule deren Gebäude mitnutzen. Kosten allein für das Grundstück - 5,2 Millionen Euro.
    Der Leiter des Liegenschaftsamtes dazu: „Unbebaute Flächen in dieser Größenordnung sind im Leipziger Stadtbild kaum noch zu sehen. Umso erfreulicher ist der gelungene Erwerb“.
    Ob man die Ecke nun noch so wirklich städtisch wahrnimmt, sei mal dahingestellt. Vielleicht erklärt die Nähe des BMW-Werkes den gestiegenen Bedarf an Schulplätzen dort an der Peripherie.
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…in-Wiederitzsch

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    In meinem Freundes-, Bekannten-, Verwandtenkreis haben vielleicht 2 von 10 Leuten in den letzten 15 Jahren überhaupt mal eine Mieterhöhung von vielleicht 3 oder 5 Euro gesamt im Monat erhalten.

    Da sind die Vermieter scheinbar schlafmützig. Kann man sich als Mieter drüber freuen, darf man aber nicht erwarten. Und dürfte auch sehr vom Objekt abhängen - bei WEG-Objekten wird die Hausverwaltung im Verwaltervertrag beispielsweise idR verpflichtet, regelmäßig Mietanpassungen zu überprüfen und umzusetzen. Nach sogar schon etwas länger zurückliegenden Eindrücken hält sich auch die LWB mit Mieterhöhungen nicht zurück, auch im Plattenbau nicht.

    Interessant finde ich im Artikel noch:

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    Stefan Heinig sieht die größte Herausforderung nicht im fehlenden Sozialbau oder im Zuzug – sondern in internationalen Investoren, die Gebäude und Grundstücke nur kaufen, um sie teurer weiterzuverkaufen. "Damit verdient man mehr als mit Bauen", sagt Heinig. "Und das ist für uns ein großes Problem."
    Die Kaufpreise sind mittlerweile so hoch, dass selbst private Immobilienbesitzer nicht mehr mithalten können. Stefan Naether etwa, der Leipziger Unternehmer, kauft seit drei Jahren keine Häuser mehr, weil es sich nicht rechnet.

    CG-Chef Gröner hat sich in der Ungleichland-Doku ganz ähnlich geäußert, selbst die CG-Gruppe würde bei Verkäufen zunehmend nicht zum Zug kommen, sondern von Spekulanten ausgestochen (bei ihm aber nicht explizit auf LE bezogen). War so ziemlich die einzige Stelle, an der er tatsächlich mal etwas unsicher, ja fast etwas ängstlich wirkte.
    In den letzten Jahren haben die Grundstückspreise wohl in gefragten Regionen noch schneller zugelegt als die Immobilienpreise, Spekulation mit Grundstücken also besonders lukrativ gemacht. Aus einem ARD-Artikel von 2017:

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    Die Bodenpreise in Berlin sind in den vergangenen fünf Jahren um 345 Prozent gestiegen. Die Verkaufspreise für Neubauwohnungen nur um 60 Prozent. Auch in Frankfurt stiegen die Bodenpreise um 105 Prozent, die für Neubauwohnungen um 48 Prozent. Spekulieren lohnt sich oft mehr als Bauen.


    https://daserste.ndr.de/panorama/archi…ulation100.html
    Abhilfe könnte eine Baulandsteuer schaffen, ist aber aktuell wohl nicht groß in der Diskussion.

    Zum 50. Geburtstag des Plattenbauviertels an der Str. des 18. Oktobers erinnert sich ein LVZ-Redakteur an seine Kindheitstage dort:
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…Oktober-wird-50

    Laut den Bildern war der Anteil junger Familien damals wohl deutlich höher - oder man spielte schlicht mehr direkt vor'm Block.
    Eingebunden im Artikel auch eine Entwurfszeichnung von Hans-Dietrich Wellner:
    http://www.lvz.de/Leipzig/Fotost…wird-50#chart=2
    Mit Blick auf die Kaufhalle, die vor wenigen Jahren erst dem Rewe gewichen ist. Die diversen Flachbauten links im Bild müssen entweder schon länger verschwunden sein oder sie wurden schlicht nicht gebaut.

    Hat was von Gefängsnisinnenhof. Die bestmögliche Überwachung der Insassen ist so jedenfalls gewährleistet. :guns:

    Der Plattenbau überzeugt ansonsten als die platzsparendere Lösung. Und er hat immerhin im Bereich der Treppenhäuser ein paar einzelne Farbtupfer. Mir vollkommen unverständlich, warum man gerade Schulen Depri-Grau gestalten muss. Genauso fraglich ist, dass man einen Schulneubau in der dichtbesiedelten Südvorstadt scheinbar zwei- bis dreigeschossig geplant hat.

    Die Preise in der Ecke sind doch v.a. so hoch, weil es dort einen sehr hohen Anteil von frisch sanierten/neu erbauten Objekten im Hochpreissegment (für Leipziger Verhältnisse) gibt. An einer besonderen Attraktivität der Ecke würde ich es nicht festmachen. Neben der Innenstadtnähe gibt es da nicht so viel Positives anzuführen, nicht ohne Grund wurden/werden viele Großprojekte dort doch erst in jüngster Zeit angegangen. Erst mit der aktuellen Lage am Wohnungsmarkt bekommen Investoren solche Objekte überhaupt lukrativ vermietet, selbst an B2 und Prager Str. Wobei ich zumindest beim LKG Carré den Eindruck hatte, dass sich die Vermietung schon etwas hinzog.

    Mal ganz subjektiv zum Bauteil im Zentrum: Ganz schönes Durcheinander an merkwürdigen Bausteinen. Gestapelte Terrarienwürfel, lustige Guckkästen, Gitterfront (?) vor dem Treppenhaus, einseitig Streben in einer Kluft - sieht mit Laienauge alles sehr nach Zufallsmodus im Architekturgenerator aus.
    Dazu natürlich noch große Flächen Depri-Grau (das schön im Widerspruch zur Aussage „Dunkel und dreckig ist dann hier nichts mehr“) steht.
    Dagegen wirkt der Plattenriegel auf der anderen Seite der Riebeckstr. geradezu freundlich und einladend. Immerhin korrespondieren die verglasten Balkone an der Platte etwas mit den Glaskästen am Neubau. :daumen:

    Allerdings ist das ja nur eine Teilansicht - spannend wäre vor allem noch die Eckgestaltung Riebeckstr.-Stötteritzer Str. (hier in der Übersicht Nr. 7/8: https://www.basisd.de/campus-lorenzo/).

    Da werden sicher oft noch die letzten Dachböden in Dachwohnungen umfunktioniert. In WEG-Objekten werden teilweise ja sogar sogenannte Dachgeschossrohlinge verkauft, die die Käufer dann selbst ausbauen.

    ^Schon klar, dass die Erhebung nicht trivial ist. Man könnte das aber doch theoretisch noch sehr viel stärker in die kommunale Bürgerumfrage einbauen.
    Dort werden (laut der von 2016; hier abrufbar: https://www.leipzig.de/fileadmin/medi…umfrage2016.pdf) immerhin schon Fragen zu Mieterhöhung und Modernisierungsmaßnahmen sowie zu Hauptgründen für einen Umzug gestellt. Und bei den Hauptgründen für einen geplanten Umzug wird zumindest vage "Entmietung, Abriss des eigenen Gebäudes oder benachbarter Gebäude" aufgeführt. Wird im Schnitt von 1 Prozent als Hauptumzugsgrund genannt. 11 Prozent geben als Hauptgrund für einen (evntl.) Umzug eine zu hohe Miete an.

    Ergänzend zu den Fragen nach Umzugsplänen könnte man auch rückblickend fragen, wie viel Prozent in den letzten Jahren von Eigenbedarfskündigungen, Verwertungskündigungen, sonstigen Entmietungsmaßnahmen betroffen waren. Wieviel Prozent mussten ausziehen, weil sie sich die Wohnung nicht mehr leisten konnten, welcher Prozentsatz konnte sich das angestammte Viertel nicht mehr leisten und wurde verdrängt usw.

    ^ Nicht dass es falsch verstanden wird - ich will die genannten Fälle ganz bestimmt nicht als Einzelfälle abtun. Nur hat jeder Fall seine Besonderheiten und sollte schon auch einzeln betrachtet werden.
    Dass mich verlässliche Zahlen zu Eigenbedarfskündigungen und sonstigen "Gentrifizierungswerkzeugen" in Leipzig sehr interessieren würden, hatte ich irgendwo hier ja schon geschrieben. Vermuten würde ich ebenfalls (auch aus direkter eigener Erfahrung), dass da vieles völlig jenseits der öffentlichen Wahrnehmung läuft. Entsprechende Zahlen scheinen aber schlichtweg nicht erhoben zu werden.

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    Das Problem will er nun offenbar lösen, in dem er ankündigt, dass seine Beauftragten den Strom abstellen, die Wohnungen räumen (also nicht etwa ein Gerichtsvollzieher), die darin befindlichen Möbel und andere Sachen vernichten und die Hauseingangstüren zumauern werden. Das ist eine Entmietung auf besonders krasse Art, aber auch nicht der erste Fall in Leipzig.

    Ein eigenmächtiges Öffnen und Ausräumen von Wohnungen ohne Räumungsurteil geht rechtlich eigentlich gar nicht und wird in der Praxis bei nun vorgewarnten Bewohnern (die laut Twitter zumindest teilweise anwaltliche Vertretung haben) schwer realisierbar sein.
    Selbst bei Erfolg verspricht es für den Vermieter kuriose Folgen - laut BGH trifft ihn nämlich die Beweislast, wenn betroffene Mieter auf Schadensersatz klagen.
    https://openjur.de/u/67561.html
    Liest sich letztlich, als würde da erst einmal eine total überzogene Drohkulisse aufgebaut. Für die Betroffenen aber natürlich trotzdem Horror.

    Das Twitter-Dokument ist merkwürdig - "Objekt wurde als unvermietet übergeben". Entweder es gibt Mietverträge oder eben nicht. Wenn es Mietverträge gibt, bricht Kauf nicht Miete, die bestehen also fort. Solch drangsalierende Maßnahmen wie dort beschrieben sollte ein fähiger Anwalt dann eigentlich abwehren oder zumindest aufschieben können.
    Die Erläuterung darunter macht das Ganze nur noch dubioser.
    "Vermietung an Leute, die nur eine eher kurzfristige Wohngelegenheit suchten oder keinen Bock auf normale spießige Hausverwaltung hatten und immer mehr auch an solche, die keine andere Wahl hatten, Verträge unter offensichtlicher Umgehung des Wohnungsmietrechts („Atelier“ etc.)."
    Wenn es dann wirklich keine Wohnungsmietverträge gibt, wird es für die Bewohner sicher schwierig.

    Kündigungen wegen "angemessener wirtschaftlicher Verwertung" bei regulärem Mietvertrag sind wiederum afaik für den Eigentümer eine diffizile Geschichte. Aber es gibt natürlich schwarze Schafe, die jedes irgendwie förderliche Mittel zur Entmietung nutzen - und sei es nur, um Druck aufzubauen. Leider fehlen imho Möglichkeiten, Mieter vor schikanösen Vermietern wirksam zu schützen. Man muss sich mühsam der einzelnen Maßnahmen erwehren, viele werden mit der Zeit mürbe gemacht oder sind auch einfach nicht in der Situation, es auf endlose juristische Auseinandersetzungen ankommen zu lassen und die Schikanen auszuhalten. Hochachtung für all die, die sich in so einer Situation nicht kleinkriegen lassen. Wenn sie der Entmietung trotzen, ist das letztlich auch im Interesse aller anderen Mieter.

    Das Liegenschaftsamt hat seine bisher größte Einzelinvestition getätigt und das Schraderhaus am Täubchenweg für 10,3 Millionen Euro erworben (hätte man doch einfach mal mehr der früher geschlossenen Schulen als Reserve vorgehalten...).
    Das ehemalige Druckereigebäude (zuletzt wohl als Bürogebäude genutzt) wird dann zu einer vier- bis fünfzügigen Oberschule umgebaut. In Kombination mit der 125. Schule und der Wilhelm-Busch-Schule kann so ein Schulcampus in Reudnitz entstehen.

    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…eipzig-Reudnitz
    https://www.google.de/maps/place/T%C…,+04317+Leipzig

    Am Freitag gab es in Leipzig laut Presse eine erste Demo gegen Gentrifizierung und Mietwucher. Laut LVZ mit rund 350, laut L-IZ mit rund 1.000 Teilnehmern. Die L-IZ hat auch ein paar Redebeiträge, u.a. von Betroffenen, mitgeschnitten.
    Aufgerufen hatte ein neues Netzwerk Leipzig – Stadt für alle, das sich als Initiative von Betroffenen verstanden wissen will.
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…-Mietenwahnsinn
    https://www.l-iz.de/politik/sachse…rgalerie-214286

    http://leipzig-stadtfueralle.de/

    Und hier noch aktuelle Bilder (von heute) zur Lage in diesem Teil der Zweinaundorfer:
    Die schlichte Nr. 63:

    Gerade in der Sanierung durch Saba-Bau (findet sich auch auf deren Seite mit vielversprechender Visualisierung und Exposé: http://sababau.de/angebote/ bzw. http://sababau.de/wp-content/upl…pzig-Expose.pdf), das Eckhaus zur Herrnhuter Straße (denkmalgeschützt, Herrnhuter Straße 2, bei wiki noch ohne Gerüst:

    Beim Gegenüber, der denkmalgeschützten Herrnhuter Str. 1, tut sich noch nichts:

    Dafür sind die Nachbarhäuser überwiegend durchsaniert:

    Gesamtsituation, Blickrichtung stadteinwärts (ok, das Rohr ist nicht ganz so malerisch...). Mit Blick auf die denkmalgeschützten Nachbarhäuser wäre es schon wünschenswert, dass sich die 63 gut zukünftig gut einfügt. Die oben von Birte verlinkte Visualisierung lässt daran doch zweifeln.

    Und schließlich die Zweinaundorfer 80, denkmalgeschütztes Gartenhaus in der alten Stadtgärtnerei (und wie gesagt, recht idyllisch zwischen urbanem Wald und Ostfriedhof gelegen).:

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    ^
    Die Sanierung der Zweinaundorfer Str. 63 kann dieser Ecke nur gut tun. Die Gegend dort ist echt krass.

    Da passiert gerade auch viel. Wenn ich richtig gesehen habe, wurde das Nachbarhaus kürzlich gesichert, das markante Eckhaus zur Herrnhuter ist eingerüstet und wohl endlich in der Sanierung, das freistehende Haus Zweinaundorfer 80 (?, das an Ostfriedhof/Urbanem Wald) auch gerade mitten in der Sanierung.

    Ansonsten täuscht der (noch) etwas triste Anblick an der Zweinaundorfer - die ruhigen Nebenstraßen sind schon weitgehend durchsaniert. Eigentlich auch ziemlich attraktives Wohnumfeld - ungemein viel Grün (Liselotte-Herrmann-Park, Ostfriedhof, Urbaner Wald, Stötteritzer Wäldchen, jede Menge KGVs, Volkshain Stünzer Park,...); direkte, gute Radweganbindung durchs Grün und den Lene-Voigt-Park Richtung Innenstadt, S-Bahn-Station vor der Tür.

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    Die im Artikel erwähnte Wiederverkaufsquote von 35 Prozent an Käufer, die ihren Wohnsitz tatsächlich in Leipzig haben, deutet darauf hin, dass die Zweitverkäufe schon viel günstiger ausfallen als die Erstverkäufe.

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    Beim Wiederverkauf sanierter Eigentumswohnungen (ebenfalls ohne Stellplatzanteil) reicht die Preisspanne von 323 bis 4.420 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche. Der Mittelwert aller ausgewerteten Preise lag mit 1.472 Euro pro Quadratmeter-Wohnfläche fünfzehn Prozent über dem Vorjahresniveau.


    https://www.leipzig.de/news/news/grun…017-in-leipzig/

    Dabei ist zu berücksichtigen, dass die qm-Preise bei großzügigen, familiengeeigneten Wohnungen in Leipzig teils deutlich höher ausfallen als bei kleinen Wohnungen. 4/5-Raum-Wohnungen aus dem Bestand für deutlich unter 2.000 Euro/qm sind in den letzten Jahren nach subjektiver Beobachtung schnell rar geworden. Das erfassen die oberflächlichen Durchschnittszahlen leider nicht.

    Bei den 4.000 Euro/qm in Lindenau waren dann aber wenigstens die Sanierungskosten inbegriffen?