In meinem Freundes-, Bekannten-, Verwandtenkreis haben vielleicht 2 von 10 Leuten in den letzten 15 Jahren überhaupt mal eine Mieterhöhung von vielleicht 3 oder 5 Euro gesamt im Monat erhalten.
Da sind die Vermieter scheinbar schlafmützig. Kann man sich als Mieter drüber freuen, darf man aber nicht erwarten. Und dürfte auch sehr vom Objekt abhängen - bei WEG-Objekten wird die Hausverwaltung im Verwaltervertrag beispielsweise idR verpflichtet, regelmäßig Mietanpassungen zu überprüfen und umzusetzen. Nach sogar schon etwas länger zurückliegenden Eindrücken hält sich auch die LWB mit Mieterhöhungen nicht zurück, auch im Plattenbau nicht.
Interessant finde ich im Artikel noch:
Stefan Heinig sieht die größte Herausforderung nicht im fehlenden Sozialbau oder im Zuzug – sondern in internationalen Investoren, die Gebäude und Grundstücke nur kaufen, um sie teurer weiterzuverkaufen. "Damit verdient man mehr als mit Bauen", sagt Heinig. "Und das ist für uns ein großes Problem."
Die Kaufpreise sind mittlerweile so hoch, dass selbst private Immobilienbesitzer nicht mehr mithalten können. Stefan Naether etwa, der Leipziger Unternehmer, kauft seit drei Jahren keine Häuser mehr, weil es sich nicht rechnet.
CG-Chef Gröner hat sich in der Ungleichland-Doku ganz ähnlich geäußert, selbst die CG-Gruppe würde bei Verkäufen zunehmend nicht zum Zug kommen, sondern von Spekulanten ausgestochen (bei ihm aber nicht explizit auf LE bezogen). War so ziemlich die einzige Stelle, an der er tatsächlich mal etwas unsicher, ja fast etwas ängstlich wirkte.
In den letzten Jahren haben die Grundstückspreise wohl in gefragten Regionen noch schneller zugelegt als die Immobilienpreise, Spekulation mit Grundstücken also besonders lukrativ gemacht. Aus einem ARD-Artikel von 2017:
Die Bodenpreise in Berlin sind in den vergangenen fünf Jahren um 345 Prozent gestiegen. Die Verkaufspreise für Neubauwohnungen nur um 60 Prozent. Auch in Frankfurt stiegen die Bodenpreise um 105 Prozent, die für Neubauwohnungen um 48 Prozent. Spekulieren lohnt sich oft mehr als Bauen.
https://daserste.ndr.de/panorama/archi…ulation100.html
Abhilfe könnte eine Baulandsteuer schaffen, ist aber aktuell wohl nicht groß in der Diskussion.