Beiträge von PhilippLE

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Tankstelle wird aber nicht erwähnt.

    Im Lageplan wird sie schüchtern erwähnt und in der Überblicksdarstellung am Anfang ist sie eigentlich nicht zu übersehen. Wer sich als Interessent die Mikro-Lage dort aber nicht mal selbst ansieht (für die Tanke reicht ja Google Maps), ist auch selbst schuld. Mich würde aber eher interessieren, ob der Schallschutz für die Prager Str. vor der Haustür ausreicht. Das eine Gebäude in zweiter Reihe scheint da am attraktivsten. qm-Preise sind für die periphere Lage mit 3.690 bis 4.390 Euro schon sportlich.

    Auch hier in Stötteritz wirkt es auf mich so, als würde die Bevölkerung durch Zuzüge momentan durchmischter und bunter werden. Solange leerer oder neu geschaffener Wohnraum gefüllt und belebt wird, kann man sicher noch von einer positiven Entwicklung sprechen. Die Frage ist halt, ab welchem Punkt alteingessene Bevölkerung verdrängt wird. Und vielleicht auch, wie sehr Zuzüge z.B. Luxussanierungen den Weg bereiten. Oder Gentrifizierungs-theoretisch mit Wikipedia gesprochen:

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    Nach der Theorie vom „doppelten“ Invasions-Sukzessions-Zyklus stellen bereits die Studenten und Künstler die ersten „Invasoren“ dar. Sie verdrängen andere soziale Gruppen und schaffen ein neuartiges soziales Milieu, das besser in Wert gesetzt werden kann (Sanierungen) und damit das Umfeld zur zweiten „Invasorenwelle“, den sogenannten „Gentrifiers“, schafft. Die vorherigen Gruppen werden immer stärker verdrängt, und es erfolgt eine Aufwertung von innenstadtnahen, ehemals marginalen Wohnvierteln (ein Prozess von Reurbanisierung). Chris Hammnett zufolge wirkt sich die Gentrifizierung nicht nur auf die Bewohnerschaft, sondern sehr intensiv auf das Wohnungs- und Raumangebot und dessen Qualität aus („Luxussanierung“).


    https://de.wikipedia.org/wiki/Gentrifizierung#Musterverlauf

    Laut L-IZ denkt die Stadt über Erhaltungssatzungen für vier Stadtgebiete nach. In diesen durchaus größeren Gebieten gibt es aktuell ein "erhöhtes Aufwertungs- bzw. Verdrängungspotenzial". Die Untersuchung soll nach einer Stadtratsvorlage bis Anfang 2019 erfolgen. Sollten Erhaltungssatzungen beschlossen werden, würden diverse Maßnahmen für Eigentümer genehmigungspflichtig, Bestandsmieter sollen so besser vor Verdrängung geschützt werden. Auch Einschränkungen bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen könnten ein Thema werden.

    Wie gesagt, nur eine Beschlussvorlage für die Planung weiterer Untersuchungen - aber immerhin wird das Thema überhaupt mal angegangen. Die L-IZ merkt an, dass bestimmte Lagen, die mittlerweile besonders kostspielig geworden sind (Süden, Zentrum-Ost) nicht berücksichtigt werden und meint:

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    Was eben auch heißt, dass dort die Entmischung schon so weit fortgeschritten ist, dass eine Erhaltungssatzung nichts mehr bewirken kann.

    Konkret stehen Erhaltungssatzungen für folgende Gebiete im Raum:

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    Teile von Zentrum-West und Zentrum-Nordwest (gemäß Anlage)
    Teile von Neustadt-Neuschönefeld, Volkmarsdorf, Anger-Crottendorf, Sellerhausen-Stünz, Reudnitz-Thonberg und Stötteritz (gemäß Anlage)
    Teile von Plagwitz, Kleinzschocher, Lindenau, Altlindenau, Neulindenau, Leutzsch und Schleußig (gemäß Anlage)
    Teile von Gohlis-Süd und Eutritzsch (gemäß Anlage).


    https://www.l-iz.de/politik/leipzi…tgebiete-234901

    Zur Vorlage im Ratsinformationssystem:
    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1009817
    Karte zu den Gebieten (PDF):
    https://ratsinfo.leipzig.de/bi/___tmp/tmp/…achtsraeume.pdf

    ^ Danke für den Fund. Mir war nur im Vorbeifahren aufgefallen, dass dort gebaut wird. Scheint sich laut Visu passabel einzufügen, die Querstangen vor den Fenstern müssten vielleicht nicht sein. Generell aber positiv, dass die stark perforierte Holzhäuser doch nach und nach wieder geschlossener bebaut wird.

    Preise sind mit deutlich über 3.000 Euro/qm + ordentlichem Stellplatzaufschlag für die nicht gerade leise Lage saftig, aber wohl nicht marktuntypisch.

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    In Stötteritz an der Schimmel-Piano-Fabrik geht es in den Endspurt

    Der dazugehörige Lückenschluss in der Weißestraße (nächste Querstraße) ist auch schon weit vorangekommen. Es fehlt dann noch der in der Unteren Eichstädtstraße - also in der Lücke auf Bild 1. Die ehemaligen Fenster an der Seite des Bestandsgebäudes links wurden vorbereitend schon vor einiger Zeit ausgebaut und verschlossen.

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    Und diese Hausgemeinschaft ist aktiver Teil dieser Entwicklung, der jetzt kritisiert wird, denn unseren lieblichen sächsischen Dialekt, mit dem man mit "Höan Se auf misch ins Gesischt zu filmen! Frondahlaufnahme!" binnen weniger Stunden einen republikweiten Bekanntheitsgrad erlangt, den sich mancher Bundesminister in 4 Jahren wünscht (wenn auch ganz anders), kann ich bei dem im Beitrag vorkommenden Personen nicht ausmachen.

    Gentrifizierung beinhaltet ja Verdrängung. Soweit man es zwischen den Zeilen lesen kann ("unsere Kinder sind hier groß geworden"), leben die Bewohner des Hauses aber dort schon seit Jahren. Auch die günstigen Mieten lassen es unwahrscheinlich erscheinen, dass sie dort jemanden verdrängt haben. Wahrscheinlicher ist, dass die meisten Einwohner dort in einer Zeit des Leerstands und Verfalls eingezogen sind - und das trotz der miesen Substanz, bei der anspruchsvollere und auf Äußerlichkeiten bedachte Mieter (Treppenhaus...) bereits die Wohnungsbesichtigung abgebrochen hätten. Das kann man ihnen nun wirklich nicht zum Vorwurf machen - genauso wenig wie eine fehlende dialektale Färbung.
    Und ja, als Sachse in Leipzig darf man sich manchmal wundern. In manchen Ecken schwäbelt es auf der Straße schon mehr als das es sächselt. Und in bestimmten Milieus bekommt man hier auch schon lange kein Sächsisch mehr zu hören. An mancher Schule gilt es unter den Schülern sogar schlicht als unfein, da traut sich dann auch niemand mehr, unsere wohlige Mundart zu artikulieren. Das kann man alles bedauern. Aber Mieterrechte gelten immer noch unabhängig vom Dialekt.

    Dass mancher west-sozialisierte Mieter vielleicht im Fall drohender Verdrängung eher die Öffentlichkeit sucht und intensiver auf sein Recht pocht als der typisch-gemütliche Kaffeesachse, sollte letzteren schlicht mal inspirieren und motivieren. Eine heftige öffentlichen Debatte und politischer Druck dürfte gerade einem kommunalen Vermieter dann auch mehr zusetzen als irgendeinem Privateigentümer im fernen Westen.

    Die Situation in der Thierbacher Straße 6 (Connewitz) wird auch in einem sp-on-Video thematisiert. Der Vermieter operiert mit Drohszenarien und zugleich arg unprofessionell. Die Modernisierungsankündigungen informieren wohl noch nicht einmal über die voraussichtliche Dauer der Maßnahmen. Die Schornsteine für die Heizung abzubauen mag zwar als Drohkulisse eignen, letztlich ist der Vermieter aber dann doch verantwortlich, für ausreichende Beheizungsmöglichkeiten zu sorgen.
    Was mich bei solchen Extremfällen mit offensichtlichem Fehlverhalten des Vermieters immer ärgert, sind die fehlenden Möglichkeiten, den Vermieter zügig und wirkungsvoll zur Räson zu bringen. Jahrelanger Kleinkrieg macht auch die robustesten Mieter mürbe und wird letztlich früher oder später wohl dazu führen, dass der Vermieter seinen Willen doch durchgesetzt bekommt. Rücksichtsloses, unsoziales und rechtlich höchst fragwürdiges Verhalten wird dann am Ende durch maximalen Profit auch noch belohnt.

    http://www.spiegel.de/video/leipzig-…o-99020234.html

    Die CG Gruppe hat dem Kulturzentrum „So&So“ auf dem Gelände des Eutritzscher Freiladebahnhofs zum 30. September 2018 gekündigt, trotz Unterstützung aus der Politik und trotz bisher anders lautender Planung.
    https://www.l-iz.de/politik/brennp…kuendigt-225788

    Von Stadträten der SPD und der Grünen kommt der Vorschlag, dass die CG Gruppe als Ausgleich für dichtere Bebauung und lukrativere Nutzung des Geländes Flächen an die Stadt überträgt. Dort könnte dann u.a. eine Kulturmeile gesichert werden.
    https://www.l-iz.de/politik/brennp…bahnhofs-225780

    Von Immowelt gibt es auch einen neuen Marktbericht. Zu Leipzig und Dresden:

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    Vor 10 Jahren waren die ostdeutschen Großstädte Leipzig und Dresden noch günstiger. Nach Steigerungen von mehr als 70 Prozent sind beide nun an den Ruhrgebiet-Städten vorbeigezogen und befinden sich bei rund 2.000 Euro pro Quadratmeter. Beide ostdeutsche Städte sind inzwischen im Kommen. Dank Universitäten und einem vielfältigen Jobangebot ziehen wieder vermehrt junge Menschen nach Leipzig und Dresden.


    https://presse.immowelt.de/pressemitteilu…-10-jahren.html

    Direkt zur Tabelle:
    https://presse.immowelt.de/media/Pressemi…_Jahre_Kauf.pdf

    Leipzig 2008 auf 2018, Sprung von 1.100 € auf 1.910 € und damit um 74% nach oben. Grundlage sind anders als bei der Auswertung durch Finanztest nicht die Verkäufe, sondern die Angebotspreise auf dem Portal (mittlerer Wert der angebotenen Wohnungen und Häuser). Sowohl Dortmund als auch Essen sind mittlerweile deutlich günstiger, Bremen nur wenig teurer.

    Dient auch als Basis für diesen LVZ-Artikel:
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…n-um-74-Prozent

    Finanztest bietet einen Überblick über Miet- und Kaufpreise 2017: https://www.test.de/Immobilienkauf…ohnt-4865683-0/

    Dort sind die genauen Zahlen zwar nur gegen Geld zu haben, sp-on hat für eine Auswertung aber dankenswerterweise Leipziger Zahlen einfließen lassen - als Beispiel für eine lebenswerte Großstadt mit vergleichsweise günstigen Kauf- und Mietpreisen. Auch hier sind die Kaufpreise für Eigentumswohnungen aber stärker gestiegen als die Angebotsmieten, Kaufen also tendenziell weniger attraktiv geworden. Nicht berücksichtig werden einmal mehr unterschiedliche Wohnungsgrößen. Erfasst werden exemplarisch nur "Eigentumswohnungen von 70 Quadratmeter, die ab dem Jahr 2000 gebaut oder vollständig saniert wurden".
    http://www.spiegel.de/wirtschaft/ser…-a-1218703.html

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    ^Na ja, in diesem Falle wurde das Haus wohl absichtlich verfallen gelassen. Insofern nachvollziehbar, auch wenn eine Erhöhung wirtschaftlich nötig wäre, von 2 Euro kalt kann kein Vermieter überleben.

    Ist letztlich eine Frage für spitzfindige Juristen. Instandhaltung und Instandsetzung sind nicht umlagefähig. Was zur "Erhaltung des bestimmungsmäßigen Gebrauchs" nötig ist, hat der Vermieter zu tragen - Wirtschaftlichkeit hin oder her. Die im Artikel angesprochene Erneuerung maroder Balken sollte da eigentlich ein klarer Fall sein - das sah dann ja auch das Gericht so.
    Umlegen kann der Vermieter nur - das dafür aber in fragwürdiger Höhe - Kosten für Modernisierungen, also praktisch für wirkliche Verbesserungen. Bei einem Mix aus Instandhaltung/Instandsetzung und Modernisierung darf nur der Anteil der Modernisierungskosten umgelegt werden.
    Im Einzelfall sind die Grenzziehungen nicht immer einfach - und diese komplizierte Situation lädt natürlich zu Tricksereien mit Modernisierungsmaßnahmen regelrecht ein.

    Die L-IZ berichtet über die Lage der Bewohner in der Thierbacher Straße 6 (Connewitz). Großer Sanierungsstau soll dort als Modernisierung umdeklariert behoben und auf die Mieter umgelegt werden, pro Wohnung soll es um Mehrkosten von über 500 Euro im Monat gehen. Die Mieter reagieren mit Klagen, Öffentlichkeitsarbeit und Kundgebungen.
    https://www.l-iz.de/leben/gesellsc…tmietung-224737

    EDIT: Hier auch in der LVZ:
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…egen-Entmietung

    Über den geplanten Hornbach wurde hier ja schon berichtet, die LVZ fasst noch einmal in einem Artikel zusammen:
    http://www.lvz.de/Leipzig/Lokale…-Leipzig-stehen

    Wird wohl der größte Bau- und Gartenfachmarkt in Leipzig. Ob es ihn mit Blick auf den OBI in Probstheida wirklich dort braucht, sei dahingestellt. Mit dem Standort Alte Messe dürfte Hornbach aber doch für viele Kunden attraktiver aufgestellt sein.