Meine Meinung zu Wohnen an Schienen ist ziemlich klar:
Wenn jemand sehenden Auges und hörenden Ohres in die Nähe von Schienen zieht, dann hat er auch mit den Konsequenzen zu leben. Dabei ist es erst einmal egal, ob er nun ins gutbürgerliche Angermund oder nach Reisholz zieht.
Niemand hat in meinen Augen das Recht dazu, sich nach dem Zuzug über Lärm zu beschweren. Und was die armen Bewohner von Reisholz angeht: es gibt auch Viertel in D, die nicht an Schienen liegen und trotzdem relativ preiswert sind. Niemand MUSS nach Reisholz ziehen.
Das heißt natürlich nicht, dass man auf Lärmschutzmaßnahmen verzichten müsste - aber man sollte es eben auch nicht übertreiben. Jedes Pochen auf neue Tunnellösungen verteuert das Projekt RRX exorbitant - und sorgt am Ende dafür, dass das Ding pleite geht, noch bevor ein einziger Zug gefahren ist.
Ich vergleiche das Verhalten der Angermunder Wutbürger immer mit meinem eigenen: Ich wohne sehr städtisch und zentral, mit viel Auto- und Straßenbahnlärm. Aber ich käme nicht im Traum auf die Idee, zu fordern, dass hier weniger Straßenbahnen oder Autos fahren. Ich habe gewusst, auf was ich mich einlasse, als ich hier hin zog. Alles andere sind Wutbürger- und NIMBY-Allüren ...
PS: Siehe auch die Stadtautobahn 59, die sich durch den Düsseldorfer Süden zieht, mitten durch Wohngebiete. Erhebliche Lärmbelästigungen, etwa in Eller oder in Hellerhof, trotz vorhandener Lärmschutzwände. Wieso wird nicht auch dagegen protestiert? Aber nein, es geht bei den Wutbürgern fast immer gegen die Bahn. Autos dürfen rollen, wann und wo sie wollen ...