Beiträge von Julian

    houselast7

    Dekoratives Anführungszeichen

    In dem Punkt dass Touristen nicht der ökonomische Heilsbringer sind brauchen wir nicht weiter diskutieren.

    Frankfurt ist selbstverständlich ökonomisch nicht auf die Touristen angewiesen - und genau deshalb wird dieses Thema so stiefmütterlich behandelt.

    Mir geht es aber zuallerst um die Auswirkungen des Tourismus auf das Kultur- und Nachtleben und auf die Lebendigkeit der Stadt. Jede echte Metropole ist auch ein Touristenmagnet (mit allen Vor- und Nachteilen). Am Samstag Abend auf der Reeperbahn ist es so voll wie tagsüber auf der Zeil. Ohne Touris funktioniert sowas einfach nicht... Und da gibt es eben nicht nur die üblichen Bars, sondern auch Variete, Comedy, Theater und so weiter.

    Was das Museumsufer angeht:
    Was glaubt ihr, womit mehr Touristen angelockt werden - mit 30 sagen wir mal mittelmäßigen Museen, oder mit einem wirklich herausragenden Hammer. Als Tourist besuchst du ja nicht an einem Tag 30 Museen.

    mik
    Essen ist nun wirklich das unpassendste Beispiel :lach:
    Wenn schon dann sollten wir versuchen, uns mit Köln als nächst größerer Stadt zu messen. In den Dom kann man aber reingehen und ihn "erleben". Zu den Hochhäusern kann man bislang keine Emotionen aufbauen und nicht damit interagieren. Deshalb braucht es eine weitere öffentliche Nutzung.

    krugolf
    Das English Theatre befindet sich ja nur im Keller des Gallileo. Ich spreche aber von einer Nutzung in den oberen Stockwerken. Und um eine Einrichtung mit überregionaler oder gar internationaler Ausstrahlung handelt es sich auch nicht. Wie gesagt: ich spreche von einer 1a-Nutzung ala MoMA.

    Natürlich fallen dabei für die Stadt ordentlich Kosten an. Durch die zusätzlichen Einnahmen durch Tourismus + durch den Imagegewinn wird das aber doppelt ausgeglichen. Außerdem sollten die Banken ein Interesse daran haben, sich an einem solchen Prestige trächtigen Projekt zu beteiligen. Schließlich geht es ja, im Zusammenhang mit den Frankfurter Wolkenkratzern, auch um deren Image - und um das steht es momentan dank Ackermann & Co. nicht allzu rosig...

    Grundsätzlich richtig, die internationalen Touris fängt man mit Hochhäusern eher nicht ein. Da die deutschen und europäischen Besucher aber in der Mehrheit sind, macht es schon Sinn, auch auf HHs zu setzen. Allerdings werden zwei drei neue Türme keinen wesentlichen Unterschied mehr machen.

    Stattdessen plädiere ich für eine kulturelle Nutzung in einem der bestehenden oder einem neu zu bauenden Hochhaus im Bankenviertel. Die Elbphilharmonie in Hamburg wird sowohl selbst ein Wahrzeichen sein, als sich auch in das bestehende Wahrzeichen Hafen einfügen. Der selbe Effekt könnte in Frankfurt durch ein Kulturhochhaus entstehen. Spektakuläre Architektur, einzigartiges Umfeld und hervorragende Nutzung, z.B. Kunstausstellungen auf europäischem Top-Niveau, Konzerte oder ähnliches. Dadurch würden Massen von Touris nach Frankfurt strömen und nebenbei würde es zu einer Belebung der umliegenden Viertel, wie des Bahnhofsviertels beitragen - dort könnten sich Kabarett, Variete, Clubs und ähnliche Nutzungen ansiedeln.

    Das in Kombination mit einer wie auch immer gearteten Neugestaltung der Altstadt in Laufweite wäre dann schon ein echtes Highlight.

    Will das nicht klein reden, aber die Statistik bezieht sich offensichtlich nicht nur auf "echte" Touristen, sondern auch auf Geschäftsgäste die z.B. wegen Messen und Kongressen da sind - und die machen die Mehrheit der Gäste in der Stadt aus. Von daher dürfte Dresden schon mehr Freizeit-Touristen haben.

    In Ffm fehlt leider ein schlüssiges Tourismus-Konzept und entsprechende Maßnahmen, die gezielt und längerfristig in eine Richtung arbeiten. Sonst, bin ich überzeugt, könnten wir noch viel mehr Besucher anziehen.

    Gut, wenn die Anbindung an Ginnheim angedacht ist, gäbe es eine Alternative:

    http://img291.imageshack.us/my.php?image=kartern6.gif

    Die U4 fährt an der Bockenheimer Warte zunächst entlang der Zeppelinallee weiter und biegt dann in der Kurve in Richtung Grüneburgpark ab - fährt quer unter dem Park hindurch und kreuzt den Campus, macht am östlichen Ende des Campus wieder eine Linkskurve entlang der Hansaallee in Richtung Norden. Die Haltestelle befände sich dann direkt an der Hansaallee, so dass der Campus ohne Überquerung einer Straße betreten werden kann. Die Äusgänge befänden sich an der Mitte der Hansaallee (Uni) und der Kreuzung zur Miquel (Uni-Bibliothek).

    Die U4 fährt von dortan weiter nach Norden entlang der Platenstraße, die direkt bis zur schon bestehenden U-Bahnstation Ginnheim führt. So könnten via U4 sowohl Ginnheim, als auch der Campus angebunden werden.

    Darüber hinaus könnte die U4 von Ginnheim weiter zum Nordwestzentrum fahren, das bisher nur per U1 vom Norden aus angebunden ist. Damit wären es nur noch 7 Haltestellen vom Hbf bis zum Nordwestzentrum.


    Edit:
    Eine weitere Haltestelle im Westen des Campusgeländes würde vielleicht auch Sinn machen.

    Was ich mich schon länger frage: vor einigen Jahren wurde das vordere Osthafengelände neu geordnet. Wegen der zurück gegangenen Bedeutung als Umschlagplatz wurden damals neue Firmen und Institutionen angesiedelt, die häufig mit Hafenbetrieb nichts mehr zu tun hatten, z.B. das Institut für neue Medien.

    Warum wurde nicht darüber nachgedacht, diesen vorderen Teil des Hafenbeckens (nach dem Vorbild Hafencity) zum Wohngebiet umzubauen? Natürlich hätten dann die verbliebenen Hafenbetriebe erst umgesiedelt werden müssen (entweder in den hinteren Osthafen östlich des Ratswegkreisels oder in den Höchster Hafen). Trotzdem wurde dort eine Chance verspielt. Schließlich gibt es nur wenige innerstädtische Entwicklungsgebiete. Die Hanauer mit ihrer Clubszene hätte so ideal ergänzt und ausgebaut werden können. Dann hätte es auch mehr Nachfrage für die Nutzungen des inzwischen gescheiterten Stadtwerk-Projekts (Kino, Theater, Konzerte) gegeben.

    Da gebe ich dir recht. Die Anbindung an den ÖPV ist auf dem neuen Campus wirklich mies und eine deutliche Verschlechterung gegenüber Bockenheim. Ein Problembewußtsein scheint bei den Verantwortlichen nicht zu existieren.

    Die U4 könnte doch von der Bockenheimer Warte aus verlängert werden. Es könnte doch eine neue Haltestelle entstehen, die entweder direkt auf den Campus, oder wenn dies nicht möglich ist zumindest in die unmittelbare Nachbarschaft (z.B. Beginn des Grüneburgwegs) führt. Evtl. wäre dann noch eine Anbindung zur Miquelallee an die bestehende Haltestelle der U1/2/3 möglich. Wäre auch ein riesen Vorteil, wenn man per U4 direkt vom Hbf zum Campus Westend fahren könnte.

    Grund für die Streichung des Kinos war vermutlich, dass die Renditeaussichten für Ladenflächen einfach höher waren.

    Ein Kino im Zeilforum hätte aber durch die gute Lage durchaus Chancen gehabt, dem Metropolis Kunden abzuwerben. Bloß geht halt der Trend insgesamt zu weniger Kinosälen pro Kino, also hätte man sich mit der Zahl der Säle etwas zurückhalten müssen.

    Die anderen Kinos in der Gegend wären relativ chancenlos gewesen, weil Räumlichkeiten und Technik in den E-Kinos und auch im Turm-Kino wohl nicht mit einem modernen Multiplex mithalten können (v.a. die kleinen Säle der E-Kinos im Keller sind echt winzig).

    Der Effekt wäre wahrscheinlich gewesen, dass die E-Kinos hätten schließen oder verkleinern müssen - oder sie hätten versuchen können, sich auf Independent-Filme zu spezialisieren.

    Interessant ist auch, dass sich die Turm-Kinos in der Hand des Betreibers des Metropolis befinden. Evtl. könnten also bei Schließung des Turms einige Säle des Metropolis auf englische Originalfassung umgestellt werden - im Metropolis waren ja in den letzten Jahren bereits mehrere Säle geschlossen worden, die dann möglicherweise in dem Zusammenhang wiedereröffnen könnten.

    Würde mich stark wundern wenn es in der Paulskirche eine Orgel gibt :lach:

    (oder falls doch, dass die jemals benutzt wird)

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    Mod: DerFrankfurter meinte wohl eher Sprache und zeitgemäße Lautsprecheranlagen, die Hall "herausrechnen" können. Bitte zurück zum Thema.

    Anstatt einem Hochhausmuseum wäre ich für ein Museum im Hochhaus - dann aber bitte von überregionaler Bedeutung, quasi ein MoMA oder Guggenheim für Frankfurt, in einem Hochhaus untergebracht. Das müsste wohl von der Stadt oder vom Land betrieben werden.

    @ Schmittchen
    Das es sich um das Denkmal von 1868 handelt, habe ich in meinem Beitrag erwähnt. Trotzdem müssen wir uns doch heute fragen, ob Schiller im Jahr 2007 an die Hauptwache gehört und ob der Platz wieder Schillerplatz heißen soll. Wie gesagt, alleine der historische Fakt ist noch kein zwingender Grund dafür.

    erbsenzaehler
    von dekonstruktivistischen Skulpturen halte ich auch ziemlich wenig. Wer sagt denn, dass an dieser Stelle überhaupt eine Skulptur oder Statue stehen muss? Zumindest deine Aussage, dass es total egal ist, wessen Ebenbild dort steht, hauptsache es sieht gut aus, halte ich für ziemlich gewagt.

    Bin ich eigentlich der Einzige hier, der die Idee, an der Hauptwache ein Schillerdenkmal aufzustellen, hirnverbrannt findet? Fragt euch doch mal, was hat Schiller mit Frankfurt zu tun? Gar Nichts. Warum sollte also seine Statue auf dem wichtigsten Platz der Stadt stehen? Nur weil 1864 irgendjemand auf die schlaue Idee gekommen ist, es dort hinzustellen? Man muss sich ja nicht immer blind nach irgendwelchen historischen Vorbildern richten. Ich zumindest wünsche mir, dass ein so wichtiger Ort innerhalb der Stadt nicht vom Abbild einer einzigen Person "okkupiert" wird. Goethe- und Gutenbergdenkmal sind allemal ausreichend. Für die Neugestaltung wäre etwas mehr kreative Energie gefragt...

    Super, das wurde auch Zeit... vielleicht bekommt man es ja auch hin, dass der große Turm öffentlich zugänglich gemacht wird. Von dort aus müsste man eigentlich einen guten Blick über die Altstadt haben, zumindest auf Braubachstraße und Dom.

    Hier ein weiterer Artikel aus der FAZ von Dieter Bartetzko:

    Angeblich sollen in den Archiven neben zahlreichen Fragmenten (Spolien) mindestens 3 bis 4 mehr oder weniger komplette Fassadenteile erhalten geblieben sein, darunter auch die Schnitzfassade des Salzhauses. Bartetzko schlägt vor, diese Teile bei der Rekonstruktion zu verwenden, notfalls auch an anderer Stelle.

    Nun, von dem einstreuen einzelner Teile in eine ansonsten moderne Fassade bin ich nur bedingt überzeugt, die kompletten Fassaden sollten aber, wenn möglich in den Aufbau mit einfließen. V.a. über eine Widerherstellung des Salzhauses sollte unbedingt nachgedacht werden.

    Ich stimme Rohnes letztem Beitrag weitgehend zu.

    Dazu ist zu sagen, dass es hier in erster Linie um gefallen/ nicht gefallen geht (oder gehen sollte), weil ideologische und quasi-moralische Gründe gegen Rekos (z.B. Geschichtsfälschung, Nazis, und so weiter) in meinen Augen überbewertet werden. Meiner Meinung nach gibt uns der Fakt, dass diese Häuser dort vor nicht allzu langer Zeit noch gestanden haben (60 Jahre sind im Vergleich zu den hunderten Jahren, in denen das Viertel gewachsen ist eine relativ kurze Zeitspanne), und das es relativ genaue Unterlagen gibt (Fotos, Pläne, Berichte) das Recht zu einem räumlich begrenzten (möglichst originalgetreuen) Wideraufbau. Es handelt sich in dem Sinne nicht um eine Fälschung, weil der Original-Entwurf am Original-Ort verwirklicht wird. Dies wird so in vielen Ländern der Welt gehandhabt. V.a. halte ich es für legitim, weil dort (anders als in anderen Teilen der Altstadt) seit der Zerstörung noch keine funktionierende städtebauliche Entwicklung stattgefunden hat. Das TR und die Schirn sind als Solitäre an die Stelle eines früher vorhandenen Wohnviertels getreten, dazwischen wurde bewußt eine breite Schneise freigelassen. Die Schirn passt sich allerdings besser ein, nicht nur wegen der niedrigeren Höhe, sondern auch wegen der Möglichkeit, die langen Enden von beiden Seiten zu umbauen (wie in der Saalgasse geschehen) und den Baukörper damit teils unsichtbar zu machen. Zu dem Vorwurf, man wolle die Kriegszerstörung kaschieren, kann man nur sagen: selbst wenn man es wollte - es ist völlig unmöglich! Die Zerstörung der Altstadt als Folge des Zweiten Weltkriegs ist überall in der Innenstadt und der Altstadt sichtbar, das gilt selbst für den Römer, wo ca. die Hälfte der Häuser mehr oder weniger im Nachkriegs-Stil mit leichten Reminiszenzen errichtet wurden. Auch im jetzt diskutierten Bereich sind alleine durch die Präsenz der Schirn, deren Rotunde bis an den Markt herran reicht, sowie den Kunstverein, das Haus am Dom, die U-Bahn-Treppen und das MMK schon ausreichend Kontraste gesetzt, an denen die Kriegszerstörung abzulesen ist. Wie schon früher gesagt wäre ich sowieso dafür, dass an jeder Reko eine Tafel installiert wird, auf der über den Wideraufbau aufgeklärt wird. Klar ist außerdem, dass Rekos außerhalb des Dom/Römer-Bereichs, von Ausnahmen abgesehen, unsinnig wären und auch aus Platzgründen wenig Chancen haben.

    Jetzt aber zu Rohnes letztem Post: Wenn es also hauptsächlich um persönlichen Geschmack geht, kann man sagen: wem Fachwerk am Dom/Römer nicht gefällt, der hat alle Möglichkeiten der Welt, einen Bogen darum zu machen. Schon ein paar Meter weiter ist von Altstadt rein gar nichts mehr zu spüren. Anders sieht es aber aus, wenn jemand an der Altstadt interessiert ist und gerne mehr davon sehen will. Der kann sich praktisch nur auf den Römer stellen - und wehe er macht auch nur einen Schritt in die falsche Richtung, dann folgt sofort Ernüchterung. Wenn es also Einige gibt, die sich mit postmodernen, leicht historisierenden Glas- und Betonbauten (wie in der Saalgasse) eher anfreunden können, dann sollten die sich dafür einsetzen, das soetwas an anderer Stelle, z.B. auf dem Gelände des Bundesrechnungshofs oder bei irgendwann anfallenden Neubauten im weiteren Altstadt-Gebiet verwirklicht wird.

    Fazit: Das soll nicht bedeuten, dass unbedingt nur Rekos gebaut werden sollen. Aber wenigstens sollte es ein geschlossenes Gebiet mit Rekos geben, z.B. am Hühnermarkt oder am Markt. Ich verstehe nicht, warum 5 der 7 Rekos nicht am Markt stehen und nur eine am Hühnermarkt. Wenn rekonstruieren, dann doch wohl bevorzugt an diesen Stellen, notfalls eben trotz etwas schlechterer Quellenlage. Es macht doch keinen Sinn, originalgetreue Fassaden mit leicht verändertem Innenleben als Disneyland abzulehnen, und dann eine strenge Gestaltungssatzung vorzulegen, bei der wahrscheinlich so eine Art Baukasten-Fachwerkhaus herauskommt, welches auf den ersten Blick auch historisch aussieht, aber mit dem Ort gar nichts zu tun hat (würde ich eher als Disneyland bezeichnen).

    Kann mich den vorigen Beiträgen weitgehend anschließen. Gegen einen Erhalt der 50er Jahre Fassade wäre eigentlich nichts einzuwenden gewesen, evtl. mit kleinen Änderungen. Ich finde die fügt sich durchaus gut in die Umgebung ein und ist recht originell. Trotzdem ist der neue Entwurf nicht schlecht und stellt möglicherweise allein wegen der Farbe eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger da. Vielleicht hätte man aber auch einfach gelbe Steinplatten und neue Fenster in das bestehende Gebäude integieren sollen.

    Völlig unakzeptabel finde ich, dass das Haus mit der Fachwerkfassade abgerissen wird. Die ist zwar laut FR nur vorgehängt, trotzdem hat das für mich viel Charme. In der Fressgass gibt es ja noch mindestens zwei weitere Fachwerkfassaden. Ich habe das immer als netten Kontrast empfunden, der sich gerade in einer Gastro- und Flaniermeile gut macht und genug Platz für ein Restaurant / Cafe plus Wohnungen bietet. Mal abgesehen vom Nutzflächengewinn bringt der Abriss keinen Vorteil, von daher sollte die Stadt dort intervenieren und den Bauherren auf Erhalt drängen.