Beiträge von Julian

    Freilegen, nicht Rekonstruieren!

    Wir sollten sofort aufhören, von einer Rekonstruktion zu sprechen. Das alte Schauspielhaus ist in großen Teilen noch vorhanden - und es gilt, dieses wieder freizulegen und dessen Abriss zu verhindern! Im Inneren des Gebäudes sieht es HEUTE zum Beispiel so aus:


    http://www.faz.net/aktuell/rhe…foyer-liegt-14162774.html


    http://www.faz.net/aktuell/rhe…ussen-zeigt-14162775.html


    http://www.faz.net/aktuell/rhe…-notausgang-14162773.html


    Diese erhalten Gebäudeteile sollten eigentlich unter Denkmalschutz stehen! Die Frage lautet: Schwingen WIR die Abrissbirne gegen das alte Schauspiel? Würde es durch einen Neubau ersetzt, wäre das eine weitere SCHWERE Zerstörung. Somit erledigt sich die ganze Debatte um einen Abriss der Anlage. Jetzt gilt es, Antworten zu finden, die diesen Umstand berücksichtigen :)

    Altes Schauspiel = Neue Oper

    Was viele hier verkennen: das historische Schauspielhaus wurde in die neue Oper integriert, nicht ins neue Schauspiel. Gut zu erkennen sind die offenliegenden früheren Außenwände des alten Schauspielhauses in dieser Google-Earth-Ansicht im 3D-Modus: www.google.de/maps/@50.1084681,8.6751296,115a,20y,270h,41.75t/data=!3m1!1e3


    Das neue Schauspiel mit seinen Anbauten und der kleinen Bühne auf der Rückseite des Gebäudekomplexes können also erhalten bleiben.


    Es müsste bloß in der Mitte die Verbindung zwischen den beiden Gebäudeteilen gekappt werden. Dann stünde die eine Hälfte als modernes Schauspielhaus neben dem dann freistehenden historischen Schauspielhaus, das evtl. weiterhin als Oper genutzt werden könnte.

    Den Nachkriegszustand mit wiederaufgebautem Schauspielhaus kenne ich. Interessant wäre es, eine Montage zu sehen, in der das alte Schauspielhaus in den heutigen Zustand des Willy-Brandt-Platzes 2016 mit Eurozeichen, Hochhäusern etc. eingefügt ist. Dann hätten wir ein Bild davon, wie eine Rekonstruktion im heutigen Umfeld wirken würde.

    Was ist wichtiger: der Altstadt-Charakter von Alt-Sachsenhausen oder das Kneipenviertel? Gäbe es die Altstadt rund um den Römer nicht, stünde möglicherweise die Nutzung als "typisches", touristisches Altstadtviertel im Mittelpunkt. Diese Funktion wird aber vom Römer und künftig auch von den umgebenden Gassen wie Markt und Hinter dem Lämmchen bestens erfüllt. Dort entsteht die Mischung aus kleinen Geschäften, Gastronomie und Kulturangeboten, die Merlin für Alt-Sachs gefordert hat. Es wird dort sehr gesittet und nett zugehen :-)


    Warum also zwei touristische Altstädte schaffen, deren Nutzen sich sehr ähneln? Die Plätze und Häuser rund um den Römer (Rathaus, Ostzeile, Leinwandhaus, Goldene Waage, Rotes Haus etc.) sind viel prächiger und aufwändiger gestaltet als die in Sachsenhausen. Das Römerviertel eignet sich küntig viel besser zum Flanieren als das recht schlichte und enge Alt-Sachs.


    Sachsenhausen hat MIT ABSTAND die höchste Dichte an Diskotheken, Bars und Live-Locations in ganz Frankfurt. Gerade die Enge des Viertels mit seinen dicht an dicht gebauten Häusern hat dazu geführt, dass sich dort das Nachtleben so geballt angesiedelt hat. Da kann kein anderer Ort auch nur annähernd mithalten, auch nicht das Bahnhofsviertel. Kurz gesagt: Es gibt keinen brauchbaren Ersatz für das Partyviertel an anderer Stelle. Und er wird woanders auch nicht entstehen.

    @merlin Genau, gibt ja so viele lebendige Kneipen-/Partyviertel in der Stadt ;-) Außerdem: Deine Pläne werden gerade rund um den Römer verwirklicht.


    Grundsätzlich könnte das aber ein interessantes Projekt rund um den Paradieshof werden, solange es sich mit den anderen Nutzungen des Viertels verträgt.

    Hier wird falscherweise immer wieder von einer Fusion der beiden Kommunen gesprochen. Tatsächlich geht es um die Gründung eines Großkreises - also, wenn ich das richtig sehe, um einen gemeinsamen Landkreis, in dem Offenbach und Frankfurt als eigenständige Kommunen erhalten bleiben, aber bestimmte Kompetenzen an den Kreis abgeben, um sich enger zu koordinieren.


    So könnte z.B. die Neuplanung der Grenzgebiete erleichtert und hoffentlich auch ein gemeinsamer ÖPNV-Tarif sowie ein Ausbau des Offenbacher Streckennetzes ermöglicht werden.


    Natürlich kann der Großkreis als Vorstufe zu einer späteren Fusion gedeutet werden. Was meint ihr?

    Mietpreise

    Schmittchen schreibt oben, dass der Betreiber der Studentenwohnungen im Philosophicum derselbe ist, der auch "The Flag" am Alleenring betreibt - eine ziemlich schliche Wohnkiste, in der trotzdem Luxuspreise gezahlt werden. Hier ein Foto von dem hässlichen Gebäude: http://www.the-flag-frankfurt.…lder/bildergalerie/12.jpg


    Über die Preise der künftigen Studentenwohnungen brauchen wird gar nicht lange zu spekulieren. Hier nochmal der Link zu den Preisen in "The Flag":
    http://www.the-flag-frankfurt.…t-appartements/index.html
    Momentan zu haben: Eine 34 Quadratmeter-Wohnung für 890 Euro Warmmiete.

    Philosophicum: Initiativen sehen Skandal

    Oben habe ich die Frage gestellt, welcher Student sich die gesalzenen Mietpreise in den geplanten "Studentenwohnungen" im Philosophicum leisten kann. Stadtteil-Initiativen haben dafür die passende Antwort gefunden: Sie sprechen von einer "Studenten-Elite" und von "luxuriösem Wohnen" im Philosophicum. Genau darauf läuft es wohl hinaus. Schade.
    http://www.fr-online.de/stadte…--,26042926,28393260.html


    Das Land Hessen sollte sehr viel mehr in ECHTE, günstige Studentenwohnheime investieren. Denn der Anteil der Frankfurter Studenten, die einen Wohnheimplatz finden, ist viel niedriger als z.B. in München, wo es ganze Stadtviertel mit Studentenwohnheimen gibt:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Studentenstadt_Freimann


    Ich würde mir (nachdem das gemeinschaftliche Wohnen aus dem Rennen ist) ein staatliches Wohnheim im Philosophicum wünschen.

    Sicher sehr viel besser als Eigentumswohnungen - insbesondere, weil studentischer Wohnraum in Frankfurt fehlt.


    Allerdings: Schaut euch mal die Mietpreise an: http://www.the-flag-frankfurt.…t-appartements/index.html


    890 Euro Warmmiete für ein 34qm-Zimmer - das ist heftig. Und auch die kleineren Zimmer mit 20qm schlagen noch mit rund 750 Euro zu buche.


    Da muss man sich schon fragen, welcher Student sich das leisten kann?

    chucky
    Danke für Deine Einwürfe. Dazu sei angemerkt, dass für die Nordmainische S-Bahn natürlich auch eine neue Station aufwändig gebaut und zusätzlich zu der bestehenden U6-Haltestelle betrieben werden müsste (mit zusätzlichen laufenden Kosten).


    Warum also nicht einen Abzweig direkt vor der jetzigen Station Ostbahnhof und eine neue U6-Haltestelle entweder quer unter dem Danziger Platz, der ja eh komplett umgebaut wird, oder oberirdisch dort, wo jetzt der Ostbahnhof ist. Dann würde die Fahrtrichtung stimmen und die neu zu bauende Tunnelstrecke wäre sehr kurz im Vergleich - denn von der Grünen Straße ist es immer noch weit, und die Kosten pro Tunnelmeter, die von uns allen als "Steuerzahler" finanziert werden, sind immens. Die bestehende Haltestelle könnte dann aufgegeben bzw. anders genutzt werden (gibt ja genügend Beispiele aus der Vergangenheit, wie z.B. U60311).


    tunnelklick
    Klingt auf den ersten Blick einleuchtend, aber Könntest Du bitte mal erklären, inwieweit es einen Unterschied macht, ob die Bahngleise für eine neue S-Bahnlinie oder für eine neue U-Bahnlinie ausgebaut werden? Käme doch im Prinzip aufs Gleiche heraus - wichtig wäre ja nur, dass es getrennte Gleise für Nah- und Fernverkehr gäbe.


    Die Kostenersparnis läge ja bei meinem Vorschlag nicht darin, dass die oberirdischen Gleise nicht ausgebaut werden, sondern dass der immens teure UND sehr langwierige Tunnelbau wegfiele. Der U6-Ausbau wäre sehr schnell und vergleichsweise günstig machbar.

    U6 anstatt Nordmainische S-Bahn?

    Ob die Nordmainische S-Bahnstrecke richtung Hanau kommt, ist ja offenbar noch nicht sicher. Und wenn sie überhaupt realisiert wird, wird es wohl mindestens zehn bis 15 Jahre dauern, bis der Tunnel zwischen Innenstadt und Ostbahnhof fertig gestellt wird - bei entsprechend hohen Kosten.


    Da kommt doch die Studie der Stadt Frankfurt, derzufolge bestimmte U-Bahnlinien als Zweisystembahnen auch auf Gleisstrecken der Deutschen Bahn fahren könnten, gerade recht.


    Denn dort, wo für eine neue S-Bahnlinie erst ein Tunnel bewiligt und gebaut werden müsste, ist der Tunnel der U-Bahnlinie 6 zum Ostbahnhof schon in Betrieb. Die U6 endet dort - nur zwei Haltestellen von der City entfernt.


    Dann wäre es doch evtl. sinnvoller, die U6 als Zweisystembahn auf den bestehenden Bahngleisen vom Ostbahnhof entlang der Hanauer Landstraße fahren zu lassen - entweder bis Mainkur oder weiter bis Hanau. Schließlich fährt ja bereits eine U-Bahnlinie bis nach Oberursel und die Verlängerung der U5 bis Königstein wird aktuell als Option ins Spiel gebracht.


    Diese Variante - falls realisierbar - hätte viele Vorteile:
    - kein teurer Tunnelbau (bzw. nur die Anbindung vom Ostbahnhof aufs Schienennetz),
    - Start der neuen Linie innerhalb weniger Jahre,
    - Keine neue S-Bahnlinie, die die Taktzeiten der anderen Linien ausdünnen würde,
    - Höhere Taktungen (circa alle 5-7 Minuten) als bei S-Bahn,
    - Direkte Anbindung an Innenstadt, Westend und Bockenheim,
    - Sinnvolle Verlängerung sowie bessere Auslastung der bisher sehr kurzen U6-Strecke.

    Was Wiesel anspricht ist leider kein Unfug, sondern bittere Realität. Wegen des Flughafenausbaus gelten in einigen Stadtteilen in Frankfurt und anderen Kommunen künftig Siedlungsbeschränkungen, so dass nur noch eingeschränkt neue Wohnungen und andere sensible Einrichtungen gebaut werden dürfen. Betroffen sind u.a. Teile von Sachsenhausen, Fechenheim und Enkheim. In Offenbach sind sogar zwei Drittel der Stadtfläche betroffen.


    Rundschau-Artikel

    Bewacher


    So weit ich weiß, hat sich dort auch vorm Krieg keine Altstadt befunden -schon gar nicht in der Mitte der Straße...


    cardiac
    Klar hätte auch auf neue Pavillons verzichtet werden können. Die Neubauten und deren Positionierung sind aber Teil eines neuen Raum-Konzeptes der Zeil, in dessen Rahmen sie im Prinzip durchaus Sinn machen.


    Die alten Pavillons standen ja auf Höhe der äußeren Baumreihen.
    Die Neuen werden im inneren Bereich der Zeil gebaut, die laut Planung als Ruhezone gedacht ist. Dort werden in Zukunft auch die Bänke aufgestellt, außerdem befinden sich im inneren Bereich weiterhin der Brockhausbrunnen und die Treppen zur B-Ebene der Konsti.


    Durch den Abriss der bislang außen gelegenen Pavillons werden die beiden äußeren Baumreihen Teil der "Bewegungszone". Dort werden alle störenden Elemente abgebaut, so dass dort eine durchgängige Bewegung möglich wird. Zusammen mit den geplanten Freiflächen ohne Baumbestand wird die Zeil also insgesamt zugänglicher und bietet im Mittelstreifen trotzdem Ruhemöglichkeiten (u.a. die Pavillons).


    Was die Konsti angeht soll da ja ein zusätzliches Cafehaus als Querriegel zur Kurt-Schumacher gebaut werden.


    Also alles recht durchdacht wie ich meine.

    Deutsche Medienunternehmen in Bratislava ansiedeln? Das hört sich wirklich sehr weit hergeholt an. Davon abgesehen spricht es schon für Berlin, wenn sich die Grundstückspreise mit denen in osteuropäischen Städten messen können.


    schwede
    Um zu sehen, wie massiv die Bebauung laut Plan ausfallen soll, empfehle ich die "ungeschnittene" Fassung der gesamten Fahrt entlang des Uferbereichs von der Website des Media-Spree e.V. - hier zu sehen.


    Erst als ich dieses Video gesehen habe, ist mir klar geworden was für ein gigantischer Bereich des östlichen Berliner Zentrums hier mit Investorenkisten zugebaut werden soll, und wie sehr sich viele der Bauten ans Ufer drängen. Entstehen würde eine Bürostadt, wie sie normalerweise nur am Stadtrand vorkommt.


    Deshalb habe ich meine Meinung zu dem Projekt überdacht - ich bin für maßvolle Eingriffe in den jetzigen Bebauungsplan, zumindest dort wo noch keine bindenen Vereinbarungen bestehen.

    Der Bürgerentscheid hat keine bindende Wirkung, sondern dient nur als Anstoß für eine Diskussion. Schwer zu verstehen, warum jetzt ein solche Untergangsstimmung gemacht wird. Die Welt fantasierte sogar, dass der Traum von 40.000 neuen Arbeitsplätzen geplatzt sei.


    Bleibt mal alle am Boden ;) Voraussichtlich wird das Mediaspree-Projekt zu 90% wie geplant umgesetzt. Dort wo Verträge geschlossen wurden, werden die natürlich auch umgesetzt. Viele der Grundstücke sind aber im Besitz von städtischen Gesellschaften und mit denen kann durchaus nachverhandelt werden, ohne dass mit Schadenersatzansprüchen zu rechnen wäre.


    Wenn jetzt erstmals darüber gesprochen wird, ob hier und da noch nachgebessert werden kann, wird das nur von Vorteil sein. Immerhin geht es um eine Entscheidung, mit der in Zukunft ALLE leben müssen. Das lässt sich praktisch nie mehr rückgängig machen. Also sollte ein Kompromiss gefunden werden, der alle Interessen (auch zukünftige) halbwegs berücksichtigt, anstatt dass die Filetstücke der Stadt auf nimmer wiedersehen veräußert werden.


    Von den MS-Versenkern mag man halten, was man will. Fakt ist aber, dass die nie eine Aufrechterhaltung des Status Quo gefordert haben, sondern ein alternatives Entwicklungskonzept, in dem durchaus eine Öffnung der Ufer und eine Bebauung vorgesehen war.


    Bei so einem gigantischen Areal muss die Frage erlaubt sein, warum überall auf 10 Meter ans Ufer herangebaut wird. Immerhin ist das Spreeufer nicht nur für Alternativos, sondern für alle Berliner ein wichtiges Freizeitziel und auch ein Touristenmagnet. Der Tourismus ist immerhin der größte Wachstumsmarkt überhaupt in Berlin und schafft wahrscheinlich mehr Jobs als die Medienbranche.


    Nicht zuletzt kommen viele Touristen auch weil sie von den Strandbars und dem Kulturangebot gehört haben, also sollten sie dieses auch am Spreeufer geboten bekommen. Man sollte also eher über einen Ausbau der Strandflächen am Ufer nachdenken. Wie wäre es z.B. mit einem 1km langen Sandstrand mitten in der Stadt?

    Nicht jede bauliche Veränderung an einem Gebäude betrifft gleich das Urheberrecht, sondern nur Eingriffe, die das Werk "entstellen". Das die Entfernung des Tisches vor Gericht als Entstellung gewertet werden würde, halte ich doch für sehr unwahrscheinlich. Also keine Panik :cool:


    Bei der EZB gab es ja z.B. wegen den Anbauten kaum Probleme, sondern hauptsächlich wegen dem Riegel. Anders würde es aussehen, wenn die Schirn-Rotunde hätte entfernt werden sollen...

    In Post #20 ist auf der Postkarte mit dem Neuen Rathaus mit Rathaustürmen im Vordergrund rechts ein Palais zu sehen, dass auch heute noch dort steht. Es erinnert mich ein wenig an das Turn-und-Taxis-Palais. Interessant, dass sowas heute fast unbemerkt in der Bethmann-Straße steht, die ja in den kommenden Jahren von der Stadt aufgewertet werden soll.


    Weiß jemand um was für ein Gebäude es sich dabei handelt und wie es heute genutzt wird, bzw. wer der Eigentümer ist?