Dass das autonome Fahren einschlägt wie eine Bombe halte auch ich mittelfristig für unwahrscheinlich. Ich stelle mir einen Autofahrer vor, der mit seinem kleinen google-car mit exakt 50 km/h durch die Stadt chauffiert wird. Und auf der anderen Seite das Versprechen vieler Automarken ein hoch emotionalen Produkt zu kaufen, dass Spaß bringt und hoch emotional ist. Beides passt für mich nicht zusammen.
Das sind auch zwei komplett unterschiedliche Zielgruppen. Das GoogleCar oder ähnliche Produkte - das sind von Apple, Uber, fast alle Autohersteller ganz viele Leute an der Entwicklung - ist etwas für die 95% der Leute die einfach nur schnell und billig von A nach B kommen wollen.
Die Werbung der sogenannten Premiumhersteller richtet sich vor allem an die Leute, die ihr genutztes Auto gar nicht bezahlen müssen. 65-90% dieser Autos werden auf Firmen zugelassen, als Betriebsausgabe abgesetzt, mit der 1%-Regel durch den Arbeitnehmer "bezahlt" und auf 3 bis 5 Jahre geleast.
Dass die autonomen Autos bald kommen werden ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Es ist nur die Frage, ob schon 2020 oder erst 2025. Die Preise werden durch den viel höheren Ausnutzungsgrad vermutlich noch unter der heutigen Preisen der CarSharing-Anbieter liegen (z.B. 0,24 EUR je Minute bisher, in Zukunft noch etwas niedriger). Das ist dann je nach Strecke sogar konkurrenzfähig zum ÖPNV ODER kann als Zubringerverkehr für den ÖPNV dienen.
Der große Vorteil ist dann, dass dich das Auto zuhause abholt und das egal wo du wohnst. Die Autos sind auch nicht mehr an eine Flex-Zone gebunden, sie fahren ja einfach autonom zum nächsten Fahrgast (der dann z.B. auch etwas außerhalb wohnen kann und dann das CarSharing nur als Zubringer-Verkehr nutzt und innerstädtisch auf ÖPNV umsteigt).
Das ganze läuft dann unter dem Thema:
https://de.wikipedia.org/wiki/Disruptive_Technologie
und wird das Mobilitätsverhalten, die Standortwahl und vieles weitere noch mal komplett umkrempeln. Ich befürchte, es wird mehr Verkehr insgesamt geben. Sicherlich auch mehr ÖPNV, weil es dann viel einfacher ist, komplett auf ein eigenes Auto zu verzichten, aber andererseits werden diese Dienste sicherlich auch mehr und öfters genutzt, d.h. mehr MIV. Genauso auch mehr Radfahrer, welche bei schlechtem Wetter diese Mobilitätsdienste in Anspruch nehmen. Einfach mehr Verkehr.