Beiträge von Arwed

    Der Wiessnerbau wird dieselbe Staffelgeschosskiste wie überall, nur mit ein paar Stuckprofilen aus dem Katalog extra. Richtig peinlich finde ich die abgeschrägte Ecke. Da musste man wohl einfach die Abstandsflächen beachten.

    Die neuen Klinikbauten sind nicht toll. Ich finde die Entwicklung auf dem Klinikgelände aber sehr spannend. Ich würde gern mal den Masterplan sehen, wie sich das Uniklinikum in den nächsten Jahren und Jahrzehnten entwickeln soll. Da läuft gerade viel insbesondere im östlichen Teil des Geländes.

    Ich weiß zwar nicht was mit dem Portal passiert, die Neubauten kommen aber auf das Nachbargrundstück. Das Portal kann also nach erfolgtem Neubau wieder an den bisherigen Ort zurückkehren. Während der Bauarbeiten muss es natürlich erstmal gesichert werden.

    Ziegel, ich verstehe Dein Argument, dass man mitten auf dem Neustädter Markt stehend aktuell nicht ins Barockviertel rein sehen kann, weil die Bäume im Weg sind und die Gebäudetiefe das vom Winkel her nicht zulässt. Es steht auch außer Frage, dass die damalige und jetzt denkmalgeschützte Stadtplanung nichts auf einen Einblick gab, eher im Gegenteil.

    Ich hätte mir immer gewünscht, dass perspektivisch die Platten am Markt abgerissen und die ursprüngliche Situation wieder hergestellt wird (die Klengelsche Planung ist mir ungleich wichtiger, als die aus den frühen 70ern).

    Doch ich bin da pragmatisch. Ich bin zuerst einmal überzeugt, dass ein Durchbruch möglich ist, ohne damit den Schutzstatus zu gefährden. Die städtebauliche Struktur des Fächers darf nur nicht unterbrochen werden.

    Diesen Durchbruch stelle ich mir 2-geschossig in der Achse der Rähnitzgasse vor. Er hätte dann ca. 6m lichte Höhe. Wichtig wäre auch, dass wirklich exakt die Straßenausrichtung aufgenommen wird und nicht wie bisher orthogonal zur Bebauung am Markt ausgerichtet wird.

    Diesen Durchbruch wird man dann sicher auch wahrnehmen, vielleicht nicht unmittelbar am Blockhaus, aber sicher spätestens am Goldenen Reiter. Da würde zusätzlich auch eine entsprechende Beleuchtung helfen.

    (Hingegen durch den schon sanierten Block am Standort des einstigen Rathauses zu gehen und dann in dessen Hinterhof zu landen, wäre Quatsch.)

    Was den Eingang zur Rähnitzgasse und zum dahinter liegenden Viertel vom Neustädter Markt aus betrifft, sehe ich leider keine Alternative.

    Ich bin aber gar nicht so pessimistisch, dass es hier nicht doch eine Lösung geben kann. Offenbar sieht das die Vonovia zwar auch in Bezug auf den Denkmalschutz schwierig, nicht aber als unmöglich.

    https://www.tag24.de/dresden/politi…zukunft-3322633

    Da die Platten am Markt eben nicht denkmalgeschützt sind, sondern das städtebauliche Konzept des Ensembles, wäre abzustimmen, was dieses Konzept nicht beeinträchtigen würde.

    Aus meiner Sicht wäre dem ein 2- geschossiger Durchbruch im Rahmen eines neugebauten Platzsegmentes nicht abträglich.

    Die Wegeführung zum Japanischen Palais und die Gestaltung des Palaisplatzes müssen natürlich trotzdem aufgewertet werden. Das mache ich vom Barockviertel ganz unabhängig. Die Wegstrecke entlang des rückspringenden Teils des Hotels und der ebenfalls zurückliegenden Wohnbebauung ist aber sterbenslangweilig. Lediglich auf der Seite des Hotels könnte man da was ändern. Ob dort aber Bedarf an einer Erweiterung besteht, weiß ich nicht.

    Im verlinkten Plan habe ich übrigens zum ersten Mal gesehen, dass darin das zweite Torhaus des Leipziger Tores angedacht wird. Das fände ich als Auftakt in die Innere Neustadt von Westen richtig toll.

    Zuerst einmal würde ich mich über eine Quelle für die Details zu den Umbauplanungen freuen. Vielleicht wird das ja sogar richtig hübsch.

    Die Bezeichnung „Bande“ für eine Bürgerinitiative finde ich extrem unangebracht. Auch ich teile deren Ziele nicht, finde diese aber absolut legitim. Die Ziele sind die Erhaltung des städtebaulichen Konzepts des Neustädter Marktes inklusive seiner Freiraumgestaltung. Die Platten sind keine Einzeldenkmale, sondern Teil des Ensembles.

    Dass die Vonovia übrigens ein Krake ist, der stets das finanzielle Maximum aus ihren Immobilien heraus holen will, sollte niemanden überraschen. Die gammelige Optik der Gebäude darf aber trotzdem gern aufgefrischt werden und mich würde zudem interessieren, ob die bereits vor Jahren sanierten Gebäude nicht auch bereits tiefere Balkone erhalten hatten.

    Ich kann mir ebenfalls nicht vorstellen, dass der östliche Zug erhalten werden kann (und hoffe auch nicht darauf). Allerdings gebietet es der Umgang mit öffentlichen Geldern, dass man sauber prüft, ob ein Erhalt möglich ist.

    Die Bedingungen im westlichen Brückenzug sind schon etwas anders, als bei den beiden anderen. Einerseits war der Aufbau mit Schienen und Mastverankerungen ein anderer. Die seit Jahrzehnten auf die Brücke einwirkenden Kräfte abbremsender Straßenbahnen waren auch erheblich.

    Wenn es eine Petition geben würde, die die Proportionen der alten Carolabrücke fordern würde, dann würde ich die unterzeichnen (das bezieht aber explizit nicht die historische Bautechnik und den Bauschmuck ein). Die Form der Brücke und die Kombination von Stahlbögen auf massiven Pfeilern war sehr elegant. Dass das einen Strompfeiler erfordern würde, ist mir bewusst. Aber außer unklaren Bedenken habe ich noch keine handfeste Quelle gesehen, die das wirklich verbieten würde. Eine solche Brücke würde vermutlich ein längeres Genehmigungsverfahren nach sich ziehen. Die Bedeutung für das Stadtbild rechtfertigt dies jedoch.

    Das ist eine ganz tolle Idee. Da wird man in der Neustadt ganz sicher wahnsinnig viele Mitstreiter finden, die eine Wagnerakademie für eine sehr sinnvolle Ergänzung des kulturellen Angebotes dieses Stadtteils halten. Man könnte dann z.B. die Alaunstraße zur Kulturmeile zwischen dieser Akademie und der Scheune entwickeln. Unterwegs gäbe es dann Studios, wo man sich Wagner tätowieren lassen kann oder es werden dort Wagnerzitate an die Wände gesprayt. Wie wäre es mit mit einem Walkürenritt als jährlichem Festumzug durch den Stadtteil? Ich sehe eine wunderbare Symbiose aus linker und rechter Subkultur auf die Neustadt zukommen. Ich kann mir keinen besseren Ort vorstellen, um sich dort ausschließlich mit diesem kaum umstrittenen und allseits geliebten Komponisten zu beschäftigen.

    Ich lese mit wachsendem Entsetzen, wie die Ergebnisse der autogerecht ausgebauten Stadt hier als Segnungen für Fußgänger und Radfahrer mit Kinderanhänger umgedeutet werden. Das ist doch hier nicht das ADAC-Forum!

    Es gibt eine Vielzahl von wirklich unfassbaren Kommentaren, die hier zuletzt gepostet wurden. Auf die kann ich gar nicht mehr eingehen. Bei soviel Bullshit-Assymmetrie kann ich nicht mehr mithalten.

    Ich hätte nicht gedacht, dass man in einem Architekturforum zur Bedeutung des 26er Rings grundsätzlich uneinig sein kann. Da habe ich mich geirrt, habe aber wirklich keine Lust, das 1x1 des Städtebaus in Dresden hier grundsätzlich zu erläutern.

    Gut zumindest ist, dass Du die städtebauliche Einöde östlich der Petersburger Straße auch siehst. Schlecht ist, dass Du die Ursache dafür nicht erkennen kannst oder willst.

    Die Innenstadt Dresdens ist der 26er Ring und nicht nur der mittelalterliche und frühneuzeitliche Altstadtkern. Die Innenstadt reicht damit vom Albertplatz im Norden bis zum Wiener Platz im Süden, sowie vom Bahnbogen im Westen bis zum Straßburger Platz im Westen. Die B170 schneidet da mitten hindurch, statt die Innenstadt zu umfahren.

    Eine Ausdünnung des ÖPNVs sehe ich überhaupt nicht, stattdessen plant man in Dresden wie auch in anderen Städten neue Tramstrecken.

    Welche Folgen autonome Systeme haben werden, wage ich noch nicht abzuschätzen. Warum die aber zu mehr statt weniger MIV führen sollten, leuchtet mir nicht ein.

    gacki, ich habe den Bogen zwar auch weit aufgespannt. Dennoch geht es hier vor allem um die Carolabrücke und deren Verkehrsanbindungen.

    Es wäre erstrebenswert, dort eine Verkehrsreduzierung hinzubekommen. Die anderen Brücken haben ihre ganz eigenen Themen. Was aber auf keinen Fall sein darf, ist, dass überregionaler Verkehr Routen durch die Stadt wählt, weil man damit Zeit sparen kann, Lebenszeit hin oder her.

    Im Übrigen klingt bei aller Subjektivität Dein letzter Satz arg egoistisch. Deine oder meine Lebenswirklichkeit sollten nicht der Maßstab sein. Wie es mal ein weiser Mann gesagt hat: „Das Wohl von Vielen, es wiegt schwerer als das von Wenigen oder eines Einzelnen.“

    BW8, Deine Beiträge lösen bei mir ein tiefes Frustrationsgefühl aus. Es ist gar nicht so, dass Du falsch mit Deinen Ansichten liegst. Von einem gewissen Standpunkt aus betrachtet, ist das wahrscheinlich alles richtig. Du denkst Stadt wie in den 70er Jahren und schreibst den damals geschaffenen Status quo in die Zukunft fort. Wohingegen ich und (ich vermute) die meisten anderen hier, Städtebau ganz anders betrachten.

    Immobilienunternehmen sind aus meiner Sicht zutiefst risikoscheu. Da werden eher kleinere nicht denkmalgeschützte Gebäude z.B. in Striesen abgerissen und gegen einen Klotz mit Tiefgarage und vielen Balkonen ausgetauscht, weil sich das dort immer verkaufen lässt, anstatt mal einen Schritt in ein Brachgebiet zu gehen. Der Postplatz war jahrzehntelang eine Wüstenlandschaft, doch kaum, dass die ersten Investoren dort doch einmal zögerlich begonnen hatten, explodierte dort die Bautätigkeit. Für die Areale östlich der Petersburger Straße gab es bisher fast keine Entwicklung. Wenn überhaupt, dann startet die jetzt eher von Osten aus, d.h. vom Straßburger Platz, als von der Altstadt. Das liegt ohne jeden Zweifel an der Barrierewirkung durch die Petersburger Straße. Die seit Ewigkeiten geplante Bebauung auf dem Robotrongelände ist mit dem Versprechen von Urbanität gestartet (durch die Integration von Einzelhandel, hohen Erdgeschossen, kleinteiliger Parzellenstruktur und der Mischung der planenden Büros), doch ich fürchte, dass da wenig bis nichts davon bleiben wird, wenn es dort überhaupt los geht.

    Ich kann und will nicht akzeptieren, dass Dresdens Innenstadt für alle Ewigkeiten an der Petersburger Straße zu Ende sein soll. Doch dafür braucht es mehr als nur ein oder zwei zusätzliche Fußgängerquerungen mit kurzer Ampelschaltung.

    gacki, das sind interessante Überlegungen, die man auf jeden Fall professionell untermauern sollte. Ich vermute aber, dass das schon längst passiert ist.

    Das betrifft auch die Frage des Durchgangsverkehrs auf dem Straßenzug durch die Innenstadt. Ich strebe ja gar nicht an bzw. halte es für gar nicht realistisch, die Innenstadt komplett verkehrsberuhigt umzubauen. Das ist schon deshalb nicht erstrebenswert, weil man ja auch nicht die Stadtteile rund um den 26er Ring nicht mit dem verlagerten Verkehr geflutet werden sollte.

    Die möglichst großräumige Verlagerung der als Bundesstraße gewidmeten Straßenführung würde aber planerisch ein paar Optionen ermöglichen.

    Diese Kampagne von Zastrow im Schulterschluss mit der AfD finde ich richtig übel. Ich hatte das aber auch schon von beiden Parteien durchaus erwartet. Was soll eine Woche nach dem Einsturz denn geklärt sein? Kein in- oder externer Gutachter kann nach so kurzer Zeit schon irgendwelche Untersuchungen abgeschlossen haben. Das wissen auch diese populistischen Brandstifter, werden das aber als mangelnde Transparenz und Vertuschung auslegen - ein Trauerspiel. Aber genau das muss eine Demokratie aushalten können. Hier kommt es jetzt auf die Stadtgesellschaft an.

    Zur künftigen Gestaltung der Brücke gehe ich gerne bis zu einem gewissen Punkt mit. Die bisherige Auffächerung würde ich bei jeder anderen Brücke mit viel Platz drumherum begrüßen. Aber hier mitten in der Stadt ist sie ein Ausdruck des verschwenderischen Umgangs mit dem städtischen Raumes zugunsten von Verkehrsanlagen.

    Wenn ich mir allein überlege, was eine engere Führung des Verkehrs auf Neustädter Seite für die Gestaltung des Carolaplatzes bedeuten könnte…!

    Sehr schwer tue ich mich mit dem Begriff „historisierend“ für die neue Brücke. Ich wiederhole mich, dass ich mir eine elegante Stahlbogenbrücke auf massiven (sehr gern sandsteinverkleideten) Pfeilern sehr gut vorstellen kann. Die Stahlkonstruktion wird aber sicher wesentlich filigraner ausfallen als bei der alten Brücke. Es wäre kompletter Unsinn, den Stahlunterbau noch einmal mit soviel Material zu realisieren. Damals wurde soviel Stahl verwendet, weil es auch gar nicht anders ging. Man wird auch den bzw. die Brückenbögen nicht in ein Natursteinkleid hüllen, wie das auch schon angesprochen wurde.

    Von den ganzen Schmuckdetails, wie Wappen, Figuren, usw. will ich gar nicht erst reden.

    gacki, diese Diskussion wollte ich hier nicht aufmachen, sondern nur im Zusammenhang mit der Brücke den Verkehrszug ansprechen.

    Du kannst aber schon recht haben, was die Ursachen der fehlenden Entwicklung betrifft. Die Wirkung ist jedenfalls offensichtlich. Im östlichen Bereich des 26er Rings herrscht tote Hose. Hier sieht es städtebaulich im Wesentlichen immer noch so aus wie am Ende der DDR. An der Grunaer Straße ist das aber nicht viel besser. Die Dynamik im westlichen Bereich der Innenstadt ist eine ganz andere.

    Ich finde die Kommentare von MiJa sehr interessant. Sie repräsentieren genau die Art zu denken, die dem autogerechten Ausbau der Städte seit Jahrzehnten voraus gegangen sind und es auch weiterhin tun. Ausgehend von der Überlegung, dass dem MIV eine möglichst staufreie Durchfahrung der Stadt möglich sein soll - und das zu jeder Tageszeit - bedingt die Forderung nach einem immer weiteren Ausbau des Straßenraums. Was würde MiJa denn noch ergänzend zum ruhenden Verkehr sagen? Kostenfreie Parkplätze in Wohnortnähe, am Arbeitsplatz und eigentlich überall, wo man hinfahren will, sind ein Grundrecht, oder?

    Ich finde den Ansatz der Ermittlung der Frequentierung über den Durchschnitt absolut richtig. Ja, in Stoßzeiten gibt’s dann Stau. Ich weiß, nicht alle, aber viele können entweder auf den ÖPNV umsteigen oder aber ihre Fahrzeit so wählen, dass sie nicht ausgerechnet zum schlimmsten Berufsverkehr sich mit hinten anstellen müssen. Da hilft meist schon eine kurze Verschiebung der Fahrzeit, um den schlimmsten Stoßzeiten zu entgehen.

    Ganz konkret zum Straßenzug Petersburger Straße, Carolabrücke, Albertstraße finde ich aber auch, dass hier die reinen aus dem gegenwärtigen Verkehrsaufkommen abgeleiteten Zahlen auch zu kurz greifen. Dieser Straßenzug schneidet seit Jahrzehnten, genauer seit seinem verkehrsoptimierten Ausbau, den Stadtbereich östlich davon von der Innenstadtentwicklung ab. Dieses Gebiet hat seitdem kaum eine Entwicklung erfahren, die seiner zentralen Lage entsprechen würde, was ganz eindeutig auf diese Barrierewirkung zurückzuführen ist.

    Hier müssen ganz klar andere Präferenzen gesetzt werden als bisher.

    Aus meinen Erfahrungen mit Köln und Stuttgart weiß ich, dass in Dresden geradezu paradiesische Zustände bezüglich der Geschwindigkeit herrschen, mit der man durch die Stadt fahren kann. Auf die Schnelle kann ich mit folgender Statistik aufwarten: https://de.statista.com/statistik/date…-grossstaedten/

    Natürlich kann man es als Ziel ansehen, die Stadt immer autogerechter auszubauen. Andererseits kann man aber auch das Gegenteil tun und voll auf den ÖPNV setzen. Am Raum für die Straßenbahn und den Radwegen würde ich für den Straßenzug keinerlei Abstriche machen, am MIV hingegen umso mehr.