Beiträge von Demian

    Hallo Dexter und harher!


    Wie in meinem Post bereits erwähnt lege ich großen Wert auf ein angenehmes Wohnumfeld (Priorität; absoluter Altbaufan) und da findet sich in Dresden doch so manches fast komplett geschlossenes Altbauviertel (Antonstadt; Plauen; Löbtau; Südvorstadt; Striesen; Pieschen; vom Weißen Hirsch etc. ganz zu schweigen) von größerem Ausmaße (nicht nur 3-4 schöne Straßenzüge und dann wieder Ernüchterung), was mir sehr zusagt.
    Dass die Prager Straße beispielsweise scheußlich ist, ist selbstredend.
    Zwischen https://www.google.de/maps/@49…WzJlsA!2e0!7i13312!8i6656
    und Plattenbauten in Dresden Gorbitz würde ich keinen ästhetischen Unterschied ausmachen. Einfach banal


    Ich habe in dieser Ecke gewohnt


    https://www.google.de/maps/@51…e0!7i13312!8i6656!6m1!1e1


    und bis jetzt noch keine Ecke in Nürnberg gefunden (im größeren Stil), die diese Heiterkeit und Gutbürgerlichkeit für mich ausstrahlt und das obwohl dies lediglich ein Arbeiterviertel war und moderate Mietpreise hat (Gostenhof würde als Vergleich passen; ich weiß um Nürnbergs Vergangenheit als Arbeiterstadt..).
    Die breiten, gepflegt wirkenden, gepflasterten Straßen mit viel Grün, sogut wie ohne lästige Bausünden alle 30 Meter und vollgeparkte Gehwege sind einfach schön.
    Ich kann nichts störendes finden, außer dass die Balkone aus Holz sein könnten (Meckern auf sehr hohem Niveau) und der Würth-Niederlassung, was aber eine Seltenheit in Dresden ist.
    Auch hier https://www.google.de/maps/pla…b34b75:0x3ae33670b23ba3fe
    Herrlich, an dieser Platzgestaltung könnte Nürnberg sich ein Beispiel nehmen, aber Stein braucht ja weniger Pflege.


    Selbst als ich durch Erlenstegen gefahren bin, was ja das schöne Villenviertel sein soll sind mir viele Bauten sauer aufgestoßen.
    In den vielen engen, dunklen, kaum aufgelockerterten Straßenzügen, gesäumt von Automobilen, in N bekommt man fast Beklemmungen und Depressionen.
    Und wenn man die Viertel nahe der Altstadt durchschritten hat findet man sich zum Großteil in 50/60` Wüstenein wieder (wie im Link bereits gesagt) oder in oftmals verhunzten 20´Jahre Siedlungen.
    Darüber hinaus wirkt das Stadtbild N´s über weite Strecken schmuddlig und ungepflegt auf mich.
    Wie nothor bereits meinte wirkt es auf mich als habe man seit den 60´ nicht viel getan, obwohl man doch angeblich bis zur Wiedervereinigung Geld gehabt hat, was nun durch den Soli nicht mehr vorhanden ist. Dies scheint man nicht gut/ gar nicht investiert zu haben.

    Ich nehme die Stadt als sehr ernst wahr. Von der landschaftlich eher reizlosen Lage N (alles flach; Gewächshäuser..) bin ich auch weniger angetan, obwohl Kleinweidenmühle ganz nett ist.
    Nichtsdestotrotz würde ich Dresden mit der Elblandschaft+ Pirna und Radebeul als deutlich attraktiver einstufen (Zirndorf und Lauf werde ich mir noch anschauen).



    Ich möchte nicht alles schlecht machen jedoch stelle ich immer wieder ungewollt Vergleiche an und eventuell hilft mir das Niederschreiben meinen Frieden mit der Stadt zu schließen, da ich fürs Erste hier bleiben muss.


    Wenn ich in die Leipzig-Stränge in diesem Forum gucke, wo halbverrotete Altbauten perfekt wiederhergerichtet werden, geht mir das Herz auf.
    Während Häuser in Nürnberg, die laut Immobilienportalen frisch saniert wurden, oft ihre “Bruchbudenfenster“ behalten und selbst denkmalgeschützte Objekte oft nur Kunststoffsprossen bekommen. Man möge sich nur einmal vorstellen, was man aus dem Spielwarenkontor Auge, in der Fichtestraße, in Leipzig gemacht hätte.


    in Teilen aber auch irgendwie Widersprüchlich und daher wenig konsistent (z.B. der Teil zu dörflich vs städtisch, hoher und niedriger Bebauung).


    Ich wollte verdeutlichen, dass mir höhergeschossige Altbauten wie entlang der Fürther Straße mehr zusagen und dass viele Ecken, die gar nicht weit weg von der Stadtmauer sind bereits provinziell wirken. N wirkt auf mich keinesfalls wie eine Stadt mit einer halben Million Einwohner, eher wie ein “aufgeblasener Zwerg“. Schaut man sich die Flächenzahlen anderer Halbmillionenstädte an bestätigt sich dieser Eindruck. Ich weiß nicht in welchem Maße die anderen Städte dieser Größenordnung eingemeindet haben, habe aber den Eindruck, dass dies in Nürnberg in besonders großem Umfang geschehen ist( https://de.wikipedia.org/wiki/…n_die_Stadt_N%C3%BCrnberg ), kann mich aber natürlich auch irren.


    Zudem fände ich es an geeigneter Stelle wünschenswert höher zu bauen als es bisher getan wird:


    Beispiele: Milchhof-Areal, Neubau Team Bank, Neubau Deutsche Rentenversicherung ( http://www.deutsches-architekt…wthread.php?t=9510&page=2 )


    Du hast in deiner Aufzählung die vielen provisorisch zugeteerten Gehsteige vergessen und den Flickenteppich an Straßen- und Gewegbelägen und Radwegen.


    Stimmt, die provisorisch geteerten Gehsteige sind mir auch negativ aufgefallen, besonders in der Fürther Straße. Die Liste könnte man sicher noch ewig weiterführen (Bsp: unnötige Betonpoller in der Altstadt; obwohl ich nicht sicher bin ob diese wirklich unnötig sind, wenn ich mir nothors Ausführungen zu Nürnbergern und ihrem Auto hier durchlese; überall kleine Baustellen, die wirken als wären sie schon ewig nich mehr betreten wurden ...)


    Prinzipiell hat Tühringen traumhafte Kleinstädte! Nur eben keine Wirtschaft...


    Da muss ich dir leider zustimmen. Wäre das anders hätte es mich höchstwahrscheinlich nicht von dort weggetrieben. Ich werde bei Gelegenheit einen Strang in der Galerie diesbezüglich erstellen..



    Um nicht den Eindruck zu erwecken, hier Bashing westdeutscher Städte betreiben zu wollen: Wiesbaden, Lübeck und Freiburg gefallen mir sehr gut (soweit ich das über das Internet in Erfahrung bringen konnte)!

    Hi,


    ich weiß nicht, ob dieser Link schon gepostet wurde:


    https://keineahnung.wordpress.…n-einem-unbekannten-land/


    Ich bin vor kurzem nach Nürnberg gezogen, lese bereits eine Weile hier mit und muss dem Autor in weiten Teilen zustimmen.
    Ich komme aus einer, nach meinem Dafürhalten, sehr ansehnlichen thüringischen Kleinstadt mit so gut wie vollständig erhaltenem Stadtbild und habe Erfurt, Leipzig und Dresden als Referenzpunkte, wobei ich in Letztgenannter auch 2 Jahre gewohnt habe.
    Mit westdeutschen Großstädten kam ich nur wenig und zu einer Zeit, als ich noch kein Auge für architektonische Belange hatte, in Kontakt.


    Umso irritierter war ich deshalb als ich Nürnberg letztes Jahr, nachdem ich zuletzt als Kind da gewesen bin, besucht habe.
    Ich wähnte mich im falschen Film als ich mich in der östlichen Sebalder Altstadt befand und weigere mich bis heute diese erneut zu betreten, da ich mich nur aufregen und schlechte Laune bekommen würde.Ich hatte eine gänzlich andere Vorstellung von “wohlhabenden“ westdeutschen Großstädten.


    Bei meinem nächsten Besuch nahm ich mir vor die Viertel jenseits der Stadtmauer zu begutachten. Als ich schließlich entlang der Johannisstraße lief fiel mir auf, dass die geschlossene “großstädtische“ Bebauung bereits nach sehr kurzer Zeit durchschritten ist, was mir ebenfalls nicht zusagt.
    Zudem war mir die Mischung aus Altbauten und fast ausschließlich abstoßenden Neubauten in diesem Maße eher fremd und drückte die Stimmung, wenngleich ein paar nette Altbauten vorzufinden waren.
    Mir waren bis dato grob gesagt reine Altbau- oder aber Plattenbauviertel vertraut (wobei mir selbst die Blocks der ehemaligen DDR; insbesondere die Jüngeren; besser als die hiesigen gefallen, eventuell reine Gewohnheitssache).
    In Gostenhof gefiel mir die reichlich vorhandene Altbausubstanz, jedoch empfand ich die zum Teil schier endlosen, engen, kaum aufgelockerten Straßen als unwirtlich. Zudem muteten mir die weniggeschossigen Bauten im inneren Teil zu dörflich an.


    Weitere Störpunkte (um den Rahmen nicht gänzlich zu sprengen):


    jämmerlich kahle, triste Platzgestaltung (Jamnitzer Platz, Aufseßplatz)


    Null Gespür für Ensembles (Bsp.: Ecke Danziger Platz; wunderschöne gemütliche Häuschen und
    daneben geschmackloseste Blocks, man möchte fast sagen hineingekotzt)


    Man bekommt den Eindruck, dass neben etwas Ansehnlichem zwanghaft etwas besonders Hässliches sein muss, man möchte sich scheinbar keine reine Schönheit gönnen (Vergangenheit,Schuld...)


    Generelle Geschmacklosigkeit(Tankstellen und Gebrauchtwagenhändler mitten im Wohngebiet; blaue Metallbänke vor dem Opernhaus; Metallbrücken im Stadtpark; Stahlrohr-Pergola im Stadtpark; Altglascontainer als platzgestaltendes Element; In St. Leonhard frontaler Panoramablick von einer Bank auf einen 2 Meter entfernten Container samt anderem Unrat daneben)


    Fensterkrankheit: die sowieso zum Teil bereits sehr schlichten Jugendstilhäuser strahlen für mich ,mit Billigfenstern und unpassender Tür, so gut wie keine Attraktivität mehr aus


    Mitunter sehr lange Straßenabschnitte gänzlich ohne Straßenbegleitgrün, dafür jedoch mit fast den gesamten Bürgersteig einnehmenden Autos; von gepflasterten Straßen ganz zu schweigen


    Die wenigen existierenden Plätze werden geschmacklos zugebaut, statt Plätze mit Wohlfühlfaktor zu schaffen (Bsp.: Kindergarten auf dem Fenitzerplatz; Ja, Nürnberg hat wenig Fläche, nichtsdestotrotz hätte sich hier bestimmt eine bessere, ebenso zentrale Lösung finden lassen)


    Tendenz niedriggeschossig zu bauen


    Außer in den innenstadtnahen Vierteln, obwohl selbst dort teils, fast dörfliches “gemütliches“ Flair und keine ausufernden Gründerzeitviertel weit abseits der Innenstadt à la Leipzig (von Vielen sicherlich geschätzt, von mir hingegen noch nicht)


    U-Bahnhof Gestaltung zum Teil sehr unterdurchschnittlich (Mein Besuch hielt die künstlerischen Elemente in der Station Schoppershof von Weitem für nicht versteckte Kabel der U-Bahn Technik)


    Größtenteils Verschandelung der wenigen alten Substanz (Blechgauben, Dämmung, bodentiefe Fenster etc.)


    Betondominanz (Bsp: Abgrenzungen an Straßenbahnhaltestellen, neu geplante U Bahn Aufgänge aus Beton, die binnen kürzester Zeit versifft aussehen)


    Nordost Nürnberg: fürchterliches städtebauliches Wirrwarr


    Scheußliche, anspruchslose weiße Klötze als Neubauten



    Das soll es fürs Erste gewesen sein, da ich keine Lust habe noch mehr zu schreiben.
    Sorry für diesen Roman, aber ich musste meinen Unmut einmal kundtun, da mein Freundes- und Bekanntenkreis kaum städtebauliches Interesse hat und sich weigert meine Ausführungen länger anhören zu müssen.
    Eventuell ist es ja interessant für euch was Außenstehende, mit anderem geografischen Hintergrund, für einen ersten Eindruck von Nürnberg haben.
    Ich habe mich fast nur über die Viertel außerhalb der Altstadt ausgelassen, da ich mich vornehmlich in einem davon aufhalten werde und einem angenehmen unmittelbaren Wohnumfeld mindestens genauso viel Bedeutung beimesse wie einer attraktiven Altstadt.
    Ich wohne jetzt im Viertel Rennweg, was von der Altbausubstanz, U-Bahn Anbindung und Baum- und Restaurantdichte ganz nett ist um auch mal etwas positives zu sagen.
    Falls meine Ausdrucksweise etwas rabiat gewesen sein sollte ,dann dient dies nur zur Bestätigung dessen, dass mir etwas am Stadtbild Nürnbergs liegt und ich kaum mit ansehen kann wie durchaus vorhandenes Potenzial überhaupt nicht ausgeschöpft und die Stadt Tag für Tag hässlicher wird.