Beiträge von Berlinier

    "Das Baufeld sowie die Planung des HAUS EINS liegt innerhalb

    der Grenzen des festgesetzten Bebauungsplans V-76. Die darin
    mögliche Gebäudehöhe mit 82 Metern ist jedoch weder
    politisch noch städtebaulich mit dem kleinteiligen Bestand des
    Holzmarkts vereinbar."

    ^.^... Ach du meine Güte, ist das lächerlich. Ich bin sicher, die zusätzlichen (politisch lange vereinbarten und in den Grenzen des Bplans V-76 festgelegten!) 22m hätten hier jede Vorstellungskraft gesprengt und dem gesamten Areal sein Gesicht geraubt. Kein Dubai am Berliner Holzmarkt!

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    Ich glaube, wenn die dritte Baumallee gepflegt und gewartet wird, dann bleibt auch das städtebauliche Gesamtkonzept erhalten.

    Darum geht es nicht. Ich hab nichts gegen die Bäumchen an für sich oder befürchte mangelnde Pflege. Es geht darum, ob die Sichtachsen dadurch beeinträchtigt werden. Ich würde schon gerne auch im Sommer und Herbst noch z.B. die Schlosskuppel aus der Ferne erblicken können vom Bürgersteig aus. Oder die Architektur auf der anderen Straßenseite. Fallen sie zu niedrig aus, verperren sie den Fußgängern zu viele Blicke. Fallen sie zu hoch aus, werden sie mit den anderen hohen Baumreihen zu dominant und verschatten zu sehr. Deswegen plädiere ich für: Büsche! (oder Bambushaine).. Ja, warum eigtl. nicht Bambushaine. Einfach mal ausbrechen aus der deutschen Spießigkeit.

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    Nein, nicht wirklich. Das HH wo das Rathaus einziehen soll kommt erst viel weiter hinten. Direkt vis a vis von dem "Hampton by Hilton" Flunderquaderdings. Diese unsinnige "lange, grüne Panke", welche die überbreite Flucht in der Otto-Braun-Str. unnötigerweise optisch noch weiter verbreitert, bleibt weitgehend bestehen.

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    Merkwürdig dunkel die Räume zur Terrasse hin, als würde man nur mit Tageslicht beleuchten. Mir gefallen die großen Räume mit den "Xen" vor dem Fenster (wenn sie Deckenbeleuchtung hätten) aber sehr gut, das wirkt modern und hat sogar eine gewisse "coolness". Die wenigen anderen Innenbilder sind furchtbar. Der Gang wie die Umkleide in einem Schwimmbad. Der Treppenaufgang wie der Aufstieg in einen Flugschutzbunker (Bild7). Die abgehangenen Metallgitter überall. Der kleine Raum wie die Zelle in einer Anstalt (Bild11). Auch der große, beleuchtete Konferenzsaal mit dem Klinkerboden versprüht industrielle Kälte auf mich, statt solidarischer Wärme (Bild6). Gemütlich ist das alles nicht. Ein paar Birnen aus Erichs Lampenladen und die ein oder andere Blümchentapete hätten hier sicher gut getan.

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    Was aus rein ökologischer Sicht deutlich sinnvoller ist, als abreissen und neubauen (egal wie energieeffizient der Neubau auch wird).

    Die Ökologische Bilanz ist für jedes Gebäude einzeln zu berücksichtigen und die Rechnung ist derart komplex, dass wir hier mit Sicherheit keinen objektiven Nenner etablieren können, der zu besprechen wäre. Du kannst nicht blos Zement aufaddieren. Wieviele Menschen pendeln täglich zu dem Gebäude und zurück, wieviele Personen können auf wieviel Grundfläche unterkommen (hier haben Hochhäuser natürlich gewaltige Vorteile) und müssen sich nicht erst aufwendig und wege-intensiv über große Stadträume verteilen ect. pp. Man kann ökologische Aspekte nicht losgelöst von der ökonomisch/funktionalen Effizienz eines Gebäudes betrachten, beides hängt eng miteinander zusammen. Eine "ökologische Großstadt", ist eine im Zentrum "massiv verdichtete Großstadt". Und eine im Zentrum "massiv verdichtete Großstadt" ist nicht gerade das was hier geplant wird. Abgesehen davon leben Städte auch von der Veränderung, nicht von der "Zementierung" ihres Stadtraumes. Gerade Berlin ist so stark auf bauliche Veränderungen und Entwicklungen angewiesen, wie kaum eine andere deutsche Stadt. Wir haben jahrzehntelang mehr oder weniger Stillstand gehabt, als andere Städte floriert sind. Berlin ist noch lange nicht über,- sondern immer noch unterentwickelt.

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    Es geht nur noch um Rekonstruktionen und Preußenkult (oder schlimmeres) oder um "wer hat den höchsten!"

    Für jemanden, der die Zuspitzung in Extreme kritisiert, enthält der Beitrag erstaunlich viel Polarisierung. "Afd wählende Stuck&Spitzdachfanatiker"? In Berlin? Das klingt eher nach CSU (bis auf dem Preußenkult).

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    Und das soll ernsthaft besser sein als das Haus der Statistik, dessen graue Energie wenigstens weitergenutzt werden kann?

    Ja, ganz sicher. Selbst ein typisches "Berliner Duett" aus zwei ~70m Türmchen im Vierkantbolzen-Raster hätte ich der "grauen Energie" an dieser Kreuzungsparzelle bevorzugt. Wir können aber ewig darüber streiten, wenn wir verschiedene Bewertungskriterien heranziehen. Das ist das Problem.

    Für mich erfüllt ein Gebäude vor allem städtebauliche und architektonische, bzw. representative Funktionen. Es gibt Ausnahmen. Es gibt Gebäude, die Funktionen erfüllen, die darüber hinaus gehen, z.B. gesellschaftliche, historische oder symbolische Bedeutung haben. Aber ist das hier der Fall?

    Die Historiker haben das Gebäude nie geliebt, andernfalls wäre es überhaupt nie im Bplan zum Abriss freigegeben worden. Die Berliner Gesellschaft hat auch keine Liebe für dieses Gebäude, jedenfalls konnte ich nie eine ausmachen. Eine symbolische Bedeutung für Berlin hat es auch nicht, außer für jene, die ihm unbedingt eine anhängen wollen. Weder reicht es an die staatsdienliche Bedeutung von HdL, HdRf oder HdR im Regime heran, noch kann man aus dem städtebaulichen Kontext lesen, dass es ausgerechnet hier eine Ansiedlung von Kleinkünstlern und Kulturschaffenden braucht. Die bevorzugen ohnehin eine "heimeligere", "kiezigere", "urigere" Umgebung. Schon die Grundprämisse dort auf Teufel komm Raus und ohne Not einen "Ort der Zusammenkunft" etablieren zu wollen -an dieser unwirtlichen, großen, kalten und zugigen Kreuzung, in diesem bürgerliches Leben betreffenden "Niemandsland" voller Büro-Riegeln, Touri-Hotel-Riegeln, Busparkplätzen, weiten Schneisen und völliger Unurbanität verglichen mit den wuseligen "Künstlerkiezen" in Fhain oder Kreuzberg, zeugt von einer tiefen Diskrepanz in der Stadtverwaltung zwischen dem Betrachten und logischen Entwickeln der Realität und dem ideologisch/politischen Anspruchsüberbau, der leider mittlerweile so viele Themen in diesem Land bestimmt und prägt.

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    Das Projekt Haus der Statistik ist ein Vorhaben, auf das wir Berliner wirklich stolz sein können. Hier wurde nicht einfach von oben etwas angeordnet, sondern hier haben Politik und Verwaltung auf Impulse aus der Bevölkerung reagiert und eine Abrissplanung revidiert.

    Wie kommst du darauf? Es gab meines Wissens nie einen Bürgerentscheid irgendeiner Form, der sich mit dem Abriss des HdS befasst- und hierzu nach demokratischem Votum einen Handlungswillen zum Ausdruck gebracht hat. Ich persönlich kenne einige "Leute aus der Bevölkerung", die sich seit Jahren gefragt haben warum diese versiffte Ruine noch nicht abgerissen wurde, mich selbst (ebenfalls Teil der Bevölkerung) inklusive. Diese Form von "Impulsen" zählt nicht oder wie? Wir picken uns immer die Rosinen aus der Gesellschaft, die uns gerade am besten schmecken?

    Grundsätzlich finde ich die Planungen UDL diskutabel. So sehr ich es mag zwischen grünen Bäumchen zu fahren, so frage ich mich doch, ob eine dritte Baumreihe hier unbedingt sein muss, evtl. hätten hier auch Büsche o.Ä. gereicht. Das ist in der Summe evtl. doch etwas viel blickfangendes Blattwerk, immerhin ist UDL ja eine Boulevard-Straße und entfaltet seine Wirkung über Architektur, Weite und Sichtachsen. Auch ob der Fahrradweg dermaßen breit sein muss, bzw. ob man hier nicht eher einen Teil auf Kosten des sowieso überbreiten Mittelstreifens "opfern" sollte, statt eine Fahrspur zu tilgen, da bin ich auch nicht sicher. In der Realität dürften es Polizei und Krankenwagen schwer haben dort bei nur einem Fahrstreifen überhaupt noch durch/vorbei zu kommen. Vor allem wenn der Randstreifen wild mit E-Scootern und Bikes vollgestellt wird, die -wie die Realität leider oft zeigt- so schludrig abgestellt und hingeworfen werden, dass sie in den Fahrbereich hineinragen.

    Aber die räumlich/bauliche Trennung des Verkehrs zw. motoriert und nicht-motorisiert ist grundsätzlich ein Segen. Für beide Teilnehmer.

    "Die angedachte Flüchtlingsunterkunft wurde nicht eingerichtet, sodass die Ideen einer Mischnutzung als „Ort für Verwaltung sowie Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen“ übrig blieben." Von Wikipedia.

    Jetzt kann man natürlich die Frage stellen, warum erst Flüchtlingen und nun "Verwaltung, Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen" ausgerechnet in dieser hochpreisigen, zentralen Parzelle eine derartige Rolle eingeräumt werden soll, -neben einem Hochhauscluster, -an einer riesigen Straßenkreuzung, -unter Negierung städtebaulicher Harmonie mit den Hochhäusern und unter Negierung der architektonischen Potentiale. Und natürlich kann man die Frage stellen, warum "Vw,Kultur, Bildung, Soziales und Wohnen" nicht auch in einem Neubau oder gar einem Hochhaus stattfinden könnten, -warum ausgerechnet die Zentrale des Statistikamts der ex. SED-Regierung hierfür qualifiziert sein soll, bzw. was einen Neubau aus der Feder eines demokratischen Architekten unserer Zeit gegenüber dem Erhalt dieses SED-Regime-Funktionsgebäudes mit unvorteilhafter Kubatur disqualifizieren könnte. Und man könnte auch die Frage stellen, warum dort in großen Lettern "Haus der Zusammenkunft" drauf stehen muss, damit das Gebäude auch den letzten Schliff dahingehend bekommt, dass es aussieht wie ein Playmobilbausatz für 5-Jährige, aber ich fürchte um diese Fragen beantworten zu können, muss man deutlich vor 1980 und östlich des Brandenburger Tors geboren sein .

    Unglaublich unispiriert. Die absolute, städtebauliche Langeweile der Gleichung "Quaderformx30=Stadt". Mir ein Rätsel wofür man da überhaupt "Architekten" braucht. Auf dem Niveau können auch Umwelt&Bauingenieure planen. Die sind mit Sicherheit weniger eitel und vermutlich auch etwas günstiger.

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    Interessanter Vorschlag. Allerdings bin ich nicht sicher, ob die doch recht niedrigen Betonschalen einem LKW mit oder ohne Anhänger standhalten würden. Ich vermute, die würden im Fall der Fälle ziemlich schnell zerbrechen und das Gefährt nur ungenügend ausbremsen.

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    da es die Weltmetropole Paris nun gewagt hat, stadtweit eben dieses provinzielle Tempo 30 einzuführen.

    Der Verkehr in Paris ist überhaupt nicht zu vergleichen mit dem Verkehr in Berlin. Das ist eine ziemlich andere Kultur und Mentalität was motorisierte Fortbewegung betrifft. Der wohl wichtigste Unterschied ist: Paris hat einen komplett-geschlossenen, innerstädtischen Autobahnring, der (wenn er nicht gerade von wütenden Milchbauern blockiert wird) überaus viel Verkehr aufnehmen kann, der normalerweise durch das Zentrum müsste. Darüber hinaus gibt es einen zweiten, äußeren Ring, der das Umland bedient. Da ist Berlin noch meilenweit von entfernt. Wir schaffen es ja nicht einmal dieses winzige Stück A100 bis zur Frankfurter in diesem Jahrzehnt fertig zu stellen. Es ist geradezu lächerlich im Vergleich. Im Übrigen ist das Metro/Öffis-Netz im Pariser Innenstadtbereich derart dicht, dass man idr keine 400m bis zur nächsten Station laufen muss. Auch da ist Berlin noch weit von entfernt. Wir schaffen es ja nicht einmal die U5 in diesem Jahrzehnt bis zur Turmstraße zu bauen. Nein, Berlin kann sich jede Menge von Paris abschauen und sollte das auch. Tempo 30 gehört nicht dazu.

    1915 glaubte man, es würde die Menschen krank machen, wenn sie sich dauerhaft mit mehr als 10km/h bewegen. Solange die Frage nicht abschließend geklärt ist, bin ich für 10km/h, weil 30km/h potentiell 3x mehr krank macht. Denn wir tun es ja für uns! Damit wir uns alle endlich wieder gut fühlen können. :freund:

    Bei mir entfalten diese immergleichen 60-90m "4 Kant Bolzen" langsam eine gewisse Gleichgültigkeit. Es wird doch wohl möglich sein in dieser Stadt wenigstens einen einzigen Hochhausentwurf zu ermöglichen, der aus dieser simplen Hochhaus-Urform ausbricht. Der "rote" Vierkänter zum Bahnhof hin hätte sich zum Beispiel angeboten. Warum hier nicht z.B. mal ein kreisrundes Hochhaus oder gar eine Ellipsenform, Rautenform, Kleeblattform? Irgendwas, das einen emotional mitnimmt. Wahrscheinlich reicht dann aber wieder die Höhe nicht, weil dann natürlich nicht jeder qm ausgemaxxt werden kann und der Investor ein paar Stockwerke mehr braucht um das auszugleichen. Und wahrscheinlich bekommt eine Lüscher das nicht in ihr Weltbild, dass Hochhäuser nicht blos Büros aufnehmen sollen, sondern auch den Fußgängern und Berlinern einen Mehrwert bieten sollen, der nicht blos durch funktionale (Pseudo)Teilhabe bestimmt (öffentliche Terrassen usw.) wird, sondern von besonderer Ästhetik und dem Wunsch nach architektonischer Ausdruckskraft und "kosmopolitischer Zierde" getragen wird.

    Kann man "Tobias Nöfer" als neuen Senatsbaudirektor vorschlagen? Geht das irgendwo? Da würde ich sogar die Giffey für wählen. :gruppe2:

    Der Mittelstreifen mit den auskragenden Rasenflächen zur Ostfassade des Humboldt-Forums hin ergibt nun aus der Luftperspektive einen riesigen Phallus, dessen Kopfende sich mit dem Fernsehturm symbiotisch vereint und aus dem quasi ein zweiter Phallus empor schießt. Sieben Jahre nach Wowereits Abtritt wird Berlin endlich wieder sexy. :rcain: Trotzdem hätte ich eine echte Entwicklung des Geländes bevorzugt, statt diesem kleinlichen und insuffizienten Herumgedoktor am status quo. Wenigstens der Alex bekommt noch einen hoch. Um das aber reicht um die städtebauliche Impotenz des ME-Forums auszugleichen, da bin ich nicht sicher. Evtl. wird man bei schönem Wetter nett entspannen können im Hodenbereich der Rasenfläche, aber das konnte man bisher auch. Ich kenne eigtl. keine andere Stadt, die so frequent Planungsprozesse anstößt, welche nichts ändern.

    Das diese doppelten (vorgehangenen) Glasfassaden was hermachen können, haben wir ja beim Cube am Hbf schon gesehen. Das Prinzip müsste dasselbe sein, auch wenn der Abstand zwischen den Scheiben glaube ich größer ist. Dürfte je nach Blickwinkel und Tageszeit ganz nette Spiegelungen geben.

    Oh, er hat den geplanten Graben vor dem Reichstag angesprochen, den hatte ich völlig vergessen. Dachte schon die Idee wäre wieder in der Versenkung (:Colgate:) verschwunden. Schnell gegoogelt und tatsächlich kommt er wohl doch noch. https://www.morgenpost.de/bezirke/mitte/…ls-gedacht.html

    Der Graben dürfte mich vorraussichtlich nicht groß stören, evtl. gibt der dem Reichstag sogar was, aber die Zäune rechts und links werden wohl recht massiv werden fürchte ich. Schon allein, damit man sie nicht mit einem schweren Fahrzeug umfahren oder per Angel und Stahlseil rausbrechen kann. Wahrscheinlich ist es nötig, immerhin sind die meisten anderen Parlamente größerer Nationen auch mehr oder weniger "Festungen", aber damit rückt der Bundestag auch gefühlt (noch) einen Schritt weiter vom Bürger weg.

    Wer auch immer Kanzler(in) der nächsten Koalition wird, dürfte aller Vorraussicht nach die geringste mir bekannte wählerschafts-zahlenmäßige Unterstützung genießen, die je ein Staatsoberhaupt der BRD genossen hat, nämlich maximal etwas über 20% so wie es momentan ausschaut. Der Graben ist bereits im Gebäude. Und weil ein nicht unerheblicher Teil der Abgeordneten schon immer notorisch schwänzt, müsste ein Terrorist ja vorher erstmal in der Mensa fragen, ob seine individuellen politischen Feinde an dem Tag denn überhaupt in nennenswerter Zahl anwesend sind.

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    welche Gefahrenlage liegt denn konkret vor, die nur mit einem Graben zu beheben wäre?

    Die überfallartig ausgeführte Anfahrt mit mehreren, schnellen und motorisierten Fortbewegungsmitteln. Z.B. auf Mopeds, Quads, Motorrädern, Jeeps, PKW ect. auf das Hauptportal. Das könnte man auch mit Pollern und Zäunen verhindern, ein Graben ist nicht zwangsläufig notwendig, aber mit Hinblick darauf, dass es verdammt beschissen aussähe die gesamte Reichstagsfront damit zuzuballern, hat man sich dafür entschieden, dies zumindest auf der exponierten und für Postkartenmotive so wichtigen Hauptseite mit einem Graben zu lösen.

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    Oder ist es nicht auch ein Teil der Wahrheit dass wir mit dem Wort "Terrorismus" Beschränkungen besser hinnehmen?

    Grundsätzlich ist "Angst" ein alt erprobtes Mittel mit dem politische Zielstellungen verfolgt werden. Aus diesem Hintergrund betrachtet, theoretisch ja. Praktisch/real: Terroristische Bedrohungen haben sich in den letzten Jahren diversifiziert und intensiviert und zielen nach wie vor auch auf Prestigegebäude ab. Der Impuls für die Befestigung des Reichstags kommt primär aus Regierung-beratenden Sicherheitskreisen, nicht aus politischen Erwägungen. Das Thema wird nun seit bestimmt mindestens 10 Jahren herumgekaut. Ich kann nicht erkennen, dass hier der politische Wille durchscheint, sich "vom Volk abschotten" zu wollen. Im Gegenteil. Ich denke viele Abgeordnete werden diese Maßnahmen eher ablehnen.

    Der Stein wirkt sehr hochwertig. Aber ich muss Camondo zustimmen damit, dass hier "zu viel los" ist. Das Auge findet keinen Ruhepunkt. Man kann gar nicht anders, als das Gebäude zu scannen wie einen Barcode und weil die Mustererkennung (vor allem von verschiedenen Rastern) ein unterbewusster, ständig ablaufender Mechanismus ist, zieht es an diesem weiten und un-kleinteiligen Standort ziemlich viel Aufmerksamkeit auf sich, ob man das möchte oder nicht.

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    Mal davon abgesehen, dass eine Bahnhoshalle mit nicht mehr als 30 Meter Höhe wohl kaum einen Turm mit 110 Meter Höhe verdecken kann.

    Es geht nicht um die absolute Höhe, sondern um Perspektive. Selbst ein 70 Türmchen wirkt gigantisch, wenn man direkt davor steht. Die wahrgenommene Höhe der Gebäude nimmt perspektivisch aber mit zunehmender Entfernung ab. Bis zur großen Kreuzung Joachimstaler/Hardenbergstr. sind es knapp 400m Luftweg vom 110m Turm. Das ist eine ganze Menge Distanz, die erstmal überwunden werden muss. Geh mit google streetview auf den Hardenbergplatz und schau dir selbst an von wo man hier was sehen können wird und wo von überall nicht. Mit nur 50m mehr wären die Gebäude von fast überall wahrnehmbar gewesen.

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    Das Zentrum der City West befindet sich an der Gedächtniskirche und nicht an der Hertzallee und auch nicht an der Joachimsthaler Straße. Deswegen sollen dort keine höheren Gebäude entstehen.

    Perspektivisch gesehen würden die Türme auch mit 160/180m keine Dominanz über das "Hardenberg-Duo" erhalten, zumindest nicht aus der Fußgängerperspektive vom Platz aus, dafür sind sie zu weit entfernt. Die städtebauliche Dominanz der beiden ist ohnehin makulatur und wird mit den Signa-Türmen nebenan aufgelöst. Tatsächlich muss der Fokus darauf liegen diese beiden Cluster zusammenzuführen und eine Überleitung zu finden, was z.B. Langhoff mit seinem Hardenbergturm gelöst hat. Ob der nochmal eine Chance bekommt oder nicht, aber der Parkplatz nördlich des Hardenbergplatzes schreit geradezu danach entwickelt zu werden. Dann wäre wohl auch die versagte Aufstockung des Riegels am Zoopalast weniger dramatisch. Hoffen wir darauf, dass wir nach der Wahl eine fähige Person auf dem Posten erhalten (wenn wir schon einen unfähigen Kanzler bekommen).

    Dürfte kurz nett aussehen, wenn man mit der sbahn dran vorbei fährt und am Bahnsteig sbhf Tiergarten steht. Das wars dann aber auch. Stehe ich auf dem Hardenbergplatz, werden die Türme weitgehend von der Bahnhofshalle des Zoologischen Garten verdeckt/versteckt. Auch vom Ernst-Reuter-Platz kommend auf der Hardenbergstraße wird man sie kaum zu Gesicht bekommen. Mindestens einer der Türme hätte 160m+ werden müssen, um überhaupt vom Hardenbergplatz aus als stadtraum-definierender Baukörper wahrgenommen werden zu können, oder gar eine Überleitung zu Upper West und Zoofenster bilden zu können.

    Kleihues wusste das. Sein sehr viel ausdifferenzierter Plan sah zwei Hochpunkte mit 180m/160m vor. In Berlin interessiert man sich nicht dafür.

    Das Erstellen ausdifferenzierter Pläne, die architektonische Highlights versprechen und den Stadtraum wirklich voranbringen, wird in dieser Stadt seit Jahren schon in erster Linie durch private Investoren und Architekten angestoßen (Signa, Kleihues, Langhof, Streletzki, Braunfels ect.), die dafür weitgehend mit Schmähung und Schikane belohnt werden. Wenn private Akteure Pläne erstellen ohne vom Senat beauftragt (und gebrieft) worden zu sein, ist das in Senatskreisen ein "Investorenpapier".

    Jetzt haben wir die etwas absurde Situation, einen relativ zentralen, an einem städtebaulichen Hotspot befindlichen Hochhauscluster zu bauen, den man von den entscheidenden Sichtachsen auf den publikumsstarken Verkehrsadern rund um den Hardenbergplatz kaum sehen können wird und der dem HH-Duo am Platz eine getrennte, kleinere HH-Insel daneben stellt, die keinen räumlichen Bezug herzustellen vermag, weil sie aus ihrem "Hinterhof" nicht genügend herausragen darf. Erneut wird ein verheißungsvolles Potential in der Stadt vergeudet. Die "Millionenstadt", die sich im "städtebaulichen Dialog" regelmäßig auf Mittelstadtmaße herunterstutzen lässt und unter dem Pseudonym der Progressivität ihre Potentiale verwirkt.

    "Die Mittelmäßigkeit wiegt immer richtig, nur ist ihre Waage falsch."-Anselm Feuerbach