Beiträge von Berlinier

    Dekoratives Anführungszeichen

    Vielleicht greifen sie ja auch noch Berliniers Behauptung aus dem Nachbarstrang auf, jeder "normale Mensch, der bei gesundem Verstand" sei, müsse ihnen rechtgeben.

    Schlechten Traum gehabt? Bin ich dir als Christian Lindner in gelber Unterhose erschienen und hab dich mit ner Ampel erschlagen oder wie kommst du auf die Idee meine Einwände gegenüber einem angesifften und vorgesetzten Gitterraster vor einem breiten Hochhausriegel in der Diskussion um die Wilhelmstr-Platten zu zweckentfremden? Nicht mal ich desavouiere so billig.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und wenn damit verhindert wird die Fassaden in "Plastik und Weißanstrich" schadstofffzubelasten, es wäre mir recht ebenso wie bei einem mit Stuck verzierten Gründerzeitler

    Interessant. Die optische Aufwertung der Gebäude wird von vornerein als "Plastik und Weißanstrich" diskreditiert. Den Ansatz verstehe ich nicht, vor allem vor dem Hintergrund, dass die Gebäude gerade nicht "0815" wären. Da liegt doch der Schluss nahe, dass man sich bei einer Sanierung etwas mehr Mühe geben würde und wir kennen doch alle Beispiele, wie häßliche Entlein zu wunderbaren Gebäuden aufgewertet wurden. Genau solche Beispiele werden hier regelmäßig gefeiert und zwar von denselben Leuten, die sich hier merkwürdig konservativ zeigen. Das wundert mich. Scheinbar wird die Diskussion doch von mehreren Aspekten getrieben. Und deshalb wird sie auch niemals einen Konsens erreichen können, solange wir Stadtreperatur gegen Bezahlbarkeit ausspielen, Architektur gegen Geschichte und soziale Fairness gegen marktwirtschaftliche Opportunität. Das Wirken von Politik besteht ja gerade darin, diese Dinge miteinander in Einklang zu bringen. Wie sollen unsere Politiker das eigtl. schaffen, wenn wir es im Forum nicht mal hinbekommen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich versteh nicht wie man aus einer simplen Feststellung über Materialwirkung von Fassaden in entsprechenden Stadträumen jetzt auf politische Querverweise kommt.

    Das ist hier der Normalzustand. ^.^ So als würde mich oder irgendwen das ernsthaft interessieren, in welcher weltanschaulichen Absicht eine Fassade angebracht wird. Hätte die DDR nicht überwiegend häßlichen und städtebaulich fatalen Murks gebaut, wäre ich ihr architektonisch weitaus mehr zugetan. Die Zuckerbäcker-Stil Gebäude an der KMA sind z.B. eine Ausnahme. Das Problem mit dem Riegel ist auch nicht, dass er irgendeine "politische Wirkung" entfalten würden. Ich glaube kaum, dass sich irgendjemand (außer Architekturstudenten) politisch davon beeinflussen lässt, in welchem Jahrzehnt dieses oder jenes Gebäude gebaut wurde. Aber wir haben alle Augen und einen ästhetischen Sinn, der auf Gestalt basiert. Es gibt bessere Argumente gegen ein kleinformatiges, vorgehängtes Fassadengitter vor einer längslastigen Hochhausfront, als der Ping Pong mit Ideologien aus der Mottenkiste. Wenn das ganze wenigstens auf Hochglanz gesäubert gewesen wäre, dann hätte das Haus immerhin ein paar Jahre lang "strahlen" können, aber die leichten Wetter-Verfärbungen in Kombination mit der altmodischen Anmutung dieses Rasters verursachen in mir den Eindruck einer gigantischen, leeren Blumenkastenhalterung. Immerhin gibt es dem Riegel eine gewisse Plastizität, die im Schattenspiel bei Sonnenschein zur Geltung kommt. Das kann man goutieren.

    edit:

    Sehr schade übrigens die Metallverkleidungen, die jetzt an dem Glas-Neubau angebracht werden/wurden. Das Ding sah als reine "Glasskulptur" besser aus. Die Metallstreben nehmen die Transparenz größtenteils weg und drängen sich unangenehm auf, vor allem aus der Flucht. Nicht so schön, ich hätte mir dezentere Verbindungsleisten gewünscht, die den gläsernen Charakter des eigtl. sogar leicht skulpturalen Baus mehr hervorheben.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Übrigens ernüchtert mich die rekonstruierte Schauseite des verlagshauses* mittlerweile doch sehr - das vorgehängte dekorative Gitter - funktioniert wie ein Rechen für Schmutz und Staub - das wird über die Jahre auf der Aluminiumfassade nur siffig aussehen, ästhetisch eher schlecht altern und überzeugt eigentlich nur als frisch gewaschener „weißer Riese“ .

    Darüber habe ich mich auch schon ausgelassen. Die haben die Fassade nicht einmal vernünftig gereinigt, bevor sie das Gitter wieder angebracht haben. Es sah schon an Tag 1 nach Fertigstellung leicht "angesifft" aus. Dass so ein Gitter nur mehr und mehr ausshen kann, wie eine ungeputzte Zahnspange, wenn der Zahn der Zeit daran nagt, ist eigtl. logisch. Deswegen baut sowas auch kein normaler Mensch, der bei gesundem Verstand ist. In Berlin zählt das leider nicht viel.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Du maßt Dir an, im Namen der Menschheit zu sprechen und behandelst die Bewohner eines ganzen Kontinents als gehörten sie nicht dazu - als seien es Kinder, die keine eigenen Entscheidungen treffen könnten.

    Quatsch. Ich stelle "Regierungen" bzw. staatliche Machtsysteme in den Fokus, nicht "Bewohner ganzer Kontinente". Außer für dich ist der freiheitliche Ausdruck/Wille der Bewohner = dem Wirken&Streben der afrikanischen Regierungen, dann haben wir tatsächlich keinen Grund mehr auf dem wir diskutieren können. Der Ansatz, die Abwägung der "Sicherheit/Zugänglichkeit d. Welt" für Kunstexponate von zivilisatorischer Bedeutung ausgerechnet auf dem Rücken der SWAPO-Partei führen zu wollen, scheint mir jedenfalls eher unglücklich.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich habe mich auch nie an irgendwelchen Aktionen zur Restititutionsdebatte beteiligt, weil ich die Sache durchaus ambivalent sehe

    Die Ambivalenz habe ich übrigens nicht bestritten. Selbst eine Rückgabe habe ich in Aussicht gestellt, aber doch nicht aufgrund irgendwelcher gutmeinenden plötzlichen Sinneseinwände, die populären, zeitgeistlichen Strömungen huldigen, sondern wenn die Kriterien (zugänglichkeit der Welt, Sicherheit ect., Wahrung der Menschrechte der Regierung ect.) erfüllt werden. Kritierien zu definieren, beschreibst du aber per se als "paternalistisch". Das ist absurd. Die multilaterale Staatenwelt ist voller Bedingungen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    vielmehr vertritts Du genau die paternalistische Haltung, die ich oben kritisiert habe.

    Natürlich ist es ein Paternalismus, den ich beschreibe, aber es ist ein "Paternalismus der Menschheit" den wir uns selbst auferlegen. Optimalerweise -dieses Ideal weiter gedacht- hätten wir eine übergeordnete Instanz, ähnlich der UNO, die solche Kulturgüter verwaltet und zuteilt. Dann wären die Museen mit ihren eitelkeiten- und geldgetriebenen Interessen nicht so dominant. Praktisch sind die meisten Regierungen Afrikas korrupt bis ins Mark, so wie auch die UNO von Partikularinteressen getrieben wird. Ich verstehe nicht warum dir wichtiger ist, dass die "Büste XY aus 1382" auf dem Nachttisch eines namibischem Oligarchen landet, als dass sie der Welt in Berlin zur Verfügung steht. So entsteht immerhin ein reger Austausch zwischen einem Entwicklungsland und einer großen demokratischen Nation, die potentiell (trotz allem immer noch) jede Menge Strahlkraft entfaltet. Wir sollten Eintritt verlangen und einen Teil davon an das Museum in Namibia spenden (bzw. diesen Eintritt subventionieren). Wir sollten jährlich Kulturreisegruppen aus Namibia nach Berlin einladen. Vielleicht auch ein paar Exponate zurückgeben, aber ganz sicher nicht einem sozialistischen, pseudo-demokratischen "Regime", das u.a. durch Folter an die Macht gekommen ist blind vertrauen schenken, nur weil sie kürzlich ihre Museen aufgehübscht haben. Das kommt mir naiv und blauäugig vor. Da habe ich doch lieber einen "schweigenden Paternalismus" als einen "lautstarken Aktionismus".

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und zweitens schlägt dieses Argument (nicht bei Dir) häufig in eine Haltung um, derzufolge die Leute in den Ursprungsländern viel zu dumm und unzivilisiert seien, um ihre Kunst richtig zu pflegen. Und dann wird es hässlich. Kunstraub im Nachhinein als Dienst an der Menschheit darzustellen, ist jedenfalls vermessen.

    Damit machst du es dir etwas zu einfach. Mal angenommen das wäre möglich, hätte man die Buddah-Statuen vor den Taliban nach Europa holen sollen, bevor sie mit Hammer, Meißel und Dynamit ihre ideologische Deutungshoheit über die Geschichte stampfen "durften". Und wäre das dann eine "Rettung" oder ein "Diebstahl" gewesen?

    Meinem Verständnis nach gehören Kulturgüter, die besonderen historischen Wert haben (sich für die großen, staatl. Museen eignen) nicht irgendeinem Land*, sondern der Menschheit, weil sie das kulturelle Leben von Menschen einer bestimmten Epoche besonders symbolhaft ausdrücken/festhalten.

    *Was ist ein "Land"? Ein Land ist eine jeweils aktuelle -stabile bis wenig stabile- Regierungsadministration und Regierungen kommen und gehen, so wie selbst manche Länder kommen und gehen. Aus diesem Verständnis heraus muss "die Menschheit" auch ein Mitspracherecht haben, wenn es um ihre Kulturgüter geht und Regierungen haben ersteinmal unter Beweis zu stellen, dass sie mit der Verantwortung "Kulturgüter der Menschheit aufzubewahren/auszustellen" auch entsprechend umgehen können. Deutschland selbst ist hierfür ein gutes Beispiel. Wir waren selbst fleißige "Kulturtaliban", doch hat die Bundesrepublik in den letzten ~70 Jahren bewiesen, dass sie mit dieser Verantwortung umgehen kann (dass wir uns schwer tun, unsere Museen vor raffgierigen "Familienclans" zu schützen, mal außen vor. So peinlich das auch ist). Ich finde, es sollte überhaupt keinen "Besitz" über diese Güter geben. Ab einer gewissen definitorisch festzulegenden Grenze sollten Kulturgüter "besitzfrei" sein, bzw. der Menschheit gehören. Leider haben sie aber auch einen monetären Wert. Und solange monetäre Werte verbunden werden, wird es immer Wettbewerb um diese Güter und eine Gefährdung durch Diebstahl krimineller Gruppen geben. Ein staatl. Museum, das diese Güter verwahren will, muss sich gegen beides behaupten können und dies -in Namen der Menschheit- garantieren.

    Das dürfte in den meisten Ländern Afrikas schwierig sein. Die Regierung in Namibia (seit 1994 im Amt, sozialistisch neu-ausgerichtet seit 2017) dürfte diesen Beweis schwer erfüllen können. Sie stellt sogar Homosexualität unter Strafe, da liegt der Verdacht auf der Hand, dass auch die Exponate anderen Betrachtungen unterworfen werden, als ihrer natürlichen Rolle in der Geschichte. Die Exponate würden tendenziell Gefahr laufen in kriminellen Kanälen zu versickern oder gar staatlich mißbraucht zu werden. Jedenfalls mehr als in Deutschland, dessen Museen im Wettbewerb besser aufgestellt sind und *hust* besser gesichert sind. "Gehören sie uns deshalb"? Ich finde, nein. Sollten wir sie herausgeben? Ich finde, nein.

    Nun, ich verfolge dieses Forum schon 10+ Jahre und merke doch, dass sich das HH-Narrativ etwas verschoben hat. Früher hieß es immer "Wo sollnse denn hier teure Bürotürme bauen, das lohnt doch nirgends, die Preise zahlt hier niemand ect." und heute ist der Tenor eher "Die Investoren wollen lieber teure Bürotürme bauen, wo wir doch eigtl. bezahlbaren Wohnraum brauchen".

    Ich denke, das ist Ausdruck einer Entwicklung, die (eigtl.) äußerst positiv ist. Leider hat man es versäumt, der Entwicklung am Immobilienmarkt auch substantielle Wirtschaftsförderung&Entwicklung zugrunde zu legen. Die Einkommen konnten mit den Preisentwicklungen so nicht schritthalten und die notorische Berliner Einkommensschwäche im Vergleich zu vergleichbaren Wirtschaftszonen schlägt hier natürlich besonders heftig ein. Jetzt haben wir den Salat und im Grunde sind alle Lösungsansätze mit heftigen Nachteilen belegt.

    a) "Den Berliner" wohlhabender zu machen wird ein schwieriges und langwieriges Unterfangen.

    b) Die Investoren "aussperren" nimmt auch keinen Druck aus dem Markt -im Gegenteil. Wo ich als I. nicht bauen darf, aber möchte, steigen die Preise sowieso.

    c) Nur darauf warten, dass die Blase platzt und alles wieder günstiger wird ist ein heikles Unterfangen, das jede Menge sozialen Sprengstoff mit sich bringt.

    d) auf c) warten und die Mieten für die Bürger "subventionieren", also die Miethöhe staatlich abfedern/ausgleichen, z.B. durch mehr Wohngeld o.Ä. wäre eine Möglichkeit, ist aber ungerecht, weil in der Konsequenz Steuergeld an Investoren um/hochverteilt wird.

    e) Gigantische Schulden aufnehmen und ein riesiges, staatliches Wohnungsbauprogramm auflegen wie es die Stadt seit der DDR nicht mehr gesehen hat. Dadurch könnte immerhin mittelfristig Druck aus dem Markt genommen werden und Jobs entstehen, aber der Berliner denkt lieber darüber nach:

    g) Gigantische Schulden aufnehmen und bestehende Wohnungen aus dem freien Markt heraus kaufen. Also ein Hütchenspiel, wo man sein Geldbündel hinlegt und dabei zusieht, wie das Kügelchen von der rechten in die linke Streichholzschachtel wandert, nur um mit leeren Taschen nachhause zu gehen und sich einzureden, man hätte sein Glück auf die Probe gestellt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Berlinier, dann hast du den Eurotower nicht mitgezählt, oder?

    Nein. Der läge dann auch etwas außerhalb der Schablone und der Vergleich wäre nicht mehr "fair". Von der Kante "Taunusturm/Coba" bis zum gepl. 206m Turm neben dem Maintower zum Four. Die Gruppierung ist natürlich in Frankfurt anders (HH alle viel dichter beieinander) weil sie ja auch nicht um einen Publikumsplatz herum gefasst sind, sondern nur von relativ schmalen Straßenschluchten getrennt. Das ergibt dann auch ein völlig anderes Raumgefühl. Wirklich vergleichbar (außer als ****vergleich) sind die Areale städtebaulich nicht.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Nein, denn die Aussage bezieht sich auf das heutige Frankfurt. Ob es eine solche Dichte in Frankfurt geben wird, wenn es sie in Berlin gibt, kann ich nicht beurteilen. Derzeit gibt es sie nicht.

    "Derzeit" gibt es aber auch keine HH am Alex (außer dem Parkinn). Das Bankenviertel in Fra (ohne Winx, von Coba - Maintower / Japancenter - Four) ist sogar von der Grundfläche vergleichbar mit dem Alex (TLG-Riegel bis Kaufhof-HH / Kaufhof-HH - Alexandertower). Wenn ich einen 380x380m Ausschnitt auflege, bekomme ich sowohl in Fra/Bankenviertel, als auch am Alex alle HH in die Schablone.

    In Fra/Bankenviertel zähle ich auf dieser Fläche: 11 HH (ü100m). Das gilt inklusive "Four", das sich im Bau befindet. Dazu kommen in den nächsten Jahren vorraussichtlich der 206m hohe Sparda-Tower, der ebenfalls in die Schablone passt und es ist ein ca. 180m hoher Turm neben dem Japancenter geplant, der ein neues Opernhaus (zukünftige Kulturmeile) begleiten soll.

    • Bestehende 1 gegen bestehende 7.
    • Inkl. im Bau befindliche 4 gegen 11.
    • Mögliche 8 (9*) gegen mögliche 13.

    *HH hinter HdR, Planung offen

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das ausgerechnet mir vorzuwerfen, ist wirklich absurd.

    Immerhin weißt du jetzt wie sich das anfühlt. :pet:

    ^

    Die Freundschaftsinsel ist in Potsdam. Die kannst du kaum meinen, denn die liegt ja zentral-städtisch und nicht abgelegen. Wahrscheinlich meinst du die Insel der Jugend. Ich mag das Eierhäuschen. Ein wunderbares Gebäude. Das ändert nichts an meiner Einschätzung. Ich hätte es aber ebenfalls bewahrt, ungeachtet der Nutzung des Areals. Selbst bei einer Veräußerung des Areals an einen privaten Investor hätte ich als Stadt darauf bestanden, dass es erhalten, bzw. saniert wird. Das wäre auch kein Problem gewesen. Darüber hinaus hätten wir mehrere Nutzungsentwürfe zur Auswahl gehabt, mit denen sich Investoren beworben hätten und unter denen die Berliner hätten wählen können. Alles in allem wohl die bessere Alternative. Zugegeben, es ist aber auch möglich, dass sich niemand (lohnendes) gefunden hätte. Für ein paar Frittenbuden hätte ich das Areal auch nicht "kommerzialisiert".

    Dekoratives Anführungszeichen

    Warum soll sich der Park kommerziell tragen? Es ist eine öffentliche Einrichtung, für die ein kleiner Eintritt (eine Art Schutzgebühr) verlangt wird. Dafür sind doch Steuergelder da, damit in öffentliche Einrichtungen investiert wird. Kein öffentliches Schwimmbad, kein öffentliches Museum, kein öffentlicher Park hat Gewinnerzielungsabsichten.

    Es geht nicht um Gewinnerzielungsabsichten (die wären hier sowieso kaum zu erzielen), sondern um Verhältnismäßigkeit. Wer wird denn hier bedient und mit wieviel (Steuer)Geld? Welche Alternativen hätte es gegeben, die den Steuerzahler (teil)entlastet und eine Aufwertung des Areals (womöglich gar eine neue Attraktion) für Berlin versprochen hätten? Wie ist vor der Haushaltslage zu rechtfertigen, solche Summen für ein abgelegenes "Künstlerhaus" und ein einzelnes Riesenrad auszugeben? Geschätzt ~97% der Berliner werden diesen Park jährlich nicht besuchen. Ich hätte lieber drei neue Schwimmbäder nach hygienischen und modernen Standarts. Ich hätte lieber ~700 neue Spielplätze. Ich hätte im Spreepark lieber (Freiluft)Konzerte und Veranstaltungen, als ein lausiges Riesenrad, das keine Wurst vom Brot zieht, aber das wäre ja "kommerziell". Für wen macht dieser Senat hier Politik? Für eine Minderheit.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Irgendwie wird hier auch völlig vergessen, dass der Treptower Park um die Ecke ist

    ..der tatsächlich auch verkehrstechnisch eingebunden ist und von den Berlinern genutzt wird. Der alte Spreepark (mit dutzenden Attraktionen) ist gescheitert und der neue soll mit Singulärfahrgeschäft, Nostalgie und Batikkursen Besucher anziehen? Minus mal Minus gibt Plus? Berlin hat ein Überangebot an innerstädtischen Parkanlagen, keinen Mangel. Gravierende Mängel haben wir an ziemlich vielen anderen Stellen.

    Ich kann die Entwicklung voraussehen: Die Besuchszahlen werden mittelfristig so schlecht sein, dass ein späterer Senat nicht umhin kommen wird hier die Reißleine zu ziehen. Das Projekt wird als "Millionengrab Spreepark" in die Geschichte eingehen. Mark my words. Heute ist der 17.09.2021

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dann lass es doch einfach. Tust Du natürlich nicht.

    Wenn mein Einwurf fern der Realität wäre, hättest du keine Probleme damit ihn zu entkräften. Die Planungen sind aber so unterambitioniert, dass es so ziemlich jedem schwer fallen würde, diesen "entkommerzialisierten Spartanismus" schönzureden. Niemand hat die Erwartung gehabt, dass dort "Disneyland Berlin" entsteht, aber wenn der "neue Spreepark" von jeder besseren Minigolfanlage in den Schatten gestellt wird, dann fällt mir nichts anderes mehr ein. 70 Mio. Steuergelder für die Renovierung eines alten Riesenrads und das Herrichten eines "Freikünstlerhauses"? Für das Geld kann ich 700 Spielplätze bauen. Mit Kletterparkour und allem drum und dran. Stellen wir eine einfache Rechnung auf:

    Zu seiner Hochzeit (in der DDR) hatte der Spreepark 4.657 Besucher pro Tag. Nehmen wir absurderweise mal an, der "neue Spreepark" würde genausoviele Besucher bekommen, wie der alte zu seinen Höchstzeiten. 4.657 x 3€ Eintritt = 13.971€/Tag x 365 = 5.099.415€/Jahr. Hiervon müssen wir November, Dezember, Januar und Februar abziehen (mindestens), weil dann kein nennenswerter Verkehr sein wird. " x245 = 3.422.895€/Jahr.

    Ergo: Der "neue Spreepark" müsste -würde er die Rekordzahlen des alten Parks aus DDR-Zeiten erreichen- etwa 21 Jahre lang auf Rekordniveau Besucher generieren müssen, nur um die Baukosten wieder einzubringen. Da sind noch keine sonst. Kosten/Personal/Steuern/Instanzrechnung mitinbegriffen, geschweige denn eine realistische Besucherprognose. "Millionengrab" ist der passende Begriff.

    Deswegen rede ich von "Ideologie". Ein Projekt als "tragfähig" zu verkaufen, das diesen Beweis unter realistischen Bedingungen nicht erbringen kann und das ganze mit Worthülsen zu schmücken. Die Förderung von sub-standart-Projekten mit der staatlichen Gießkanne zugunsten von Partikularinteressen einzelner Gesellschaftsgruppen. Das macht die CDU (Maskendeals), das macht die FDP (Hotellobby) und das machen RRG (Spreepark) Berlin. Der Fairness halber sei das gesagt, damit niemand in seiner Wahlentscheidung beeinflusst wird. ;)

    Dekoratives Anführungszeichen

    An dieser Ecke wären wahrscheinlich bei einem Abriss banale Blockrandkisten entstanden. Schräg gegenüber ist das Hampton by Hilton mit seinen Schießschartenfenstern ein abschreckendes Beispiel.

    Du vergisst, dass momentan 3 HH am Alex im Bau sind, die sukzessive auf 7 anwachsen werden in den nächsten Jahren. Das Hampton by Hilton Dings (Ich mag es auch nicht) stammt noch aus deutlich "schlechteren Tagen". So oder so entsteht auf diese Ecke in Zukunft ein enormer Aufwertungsdruck. Deswegen sind die Planungen ja auch so absurd, weil das HdS ohnehin keine lange Lebenserwartung haben wird. In spätestens 25 Jahren wird man es wieder abreißen (müssen), weil man nicht mehr weiß wohin mit dem Aufwertungsdruck.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es gibt so viele interessante Ecken für Touristen in Berlin. Die müssen sich gar nicht hierher verirren. Wenn es allerdings eine spannende Nutzung gibt, werden sie trotz der Architektur kommen.

    Fast jeder Touri wird sich an den Alexanderplatz "verirren". Ich denke, wenn dort erstmal 7 (8 mit hinterm HdR) Hochhäuser stehen, wird das Areal am HdS perspektivisch nur verlieren können. Die Diskrepanz zwischen den Baumassen wird doch nur deutlicher und offensichtlicher werden. Ich meine, die streiten sogar erbittlich darüber ob das Rathaus ganz weit hinten vis a vis von dem Hampton-Dings nun 60 oder 90m werden darf (neben einem 130-150m Cluster). Was hat das alles noch mit Städtebau zu tun?

    Uff, ich war auch als Kind mehrmals im Spreepark. Die Planungen sind ziemlich realitätsfern in meinen Augen. Es wird so getan, als würden wir vom Tiergarten reden oder irgendeiner anderen "Parkanlage-mit-etwas-Kulturangeboten", die in urbanen Gegenden liegt. Das ist hier aber keine urbane Gegend, sondern ein relativ abgelegenes Areal, das für die allermeisten Berliner mit langen Anfahrtzeiten verbunden ist. Und wofür, für ein bischen spazierengehen, so als gäbe es einen Mangel an Bäumen in Berlin?! Absurd zu glauben, für ein einzelnes Riesenrad würden Kinder ihre Eltern "bequengeln" doch bitte in den Spreeparkwald zu fahren.

    Ich will eigtl. nicht das böse "I-Wort" wieder rausholen, weil ich es auch langsam leid bin so einen Blödsinn zu kommentieren, aber wer einen "entkommerzialisierten Freizeitpark" mit einem "einzelnen Riesenrad" bauen will, dem muss ich Ideologie unterstellen. Warum ist denn der Spreepark gescheitert, erinnert sich noch jemand? Weil er zu unattraktiv geworden ist! Weil die Fahrgeschäfte heruntergespart wurden und es teils gravierende Unfälle gab (Menschen die stundenlang kopfüber in der Achterbahn fest hingen ect.). Die Betreiber haben sich in einer Nacht und Nebel Aktion abgesetzt und den Park der Verwahrlosung freigegeben.

    Der wegen mangelnder Attraktivität und abgelegener Örtlichkeit gescheiterte Park, soll nun mit weniger Attraktivität wieder eine gut besuchte Örtlichkeit werden. So geht Ideologie. Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt. "Billig" war der Spreepark übrigens immer. Absolut jeder konnte sich ein Ticket leisten. Hat nur nix genutzt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Woher kommt eigentlich diese süffisant unterbreitete Unterstellung? Passt`s in`s Konzept? Die sind genauso konsumorientiert wie das Volk vom Mercedes Benz Platz.

    Nichts anderes sagt dieser Satz aus.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Irgendwie hätte ich hier daher auch noch etwas mehr Begeisterung erwartet.

    Ich kann mich grundsätzlich schlecht für ein Projekt begeistern, wenn ich weiß, dass es im Prozessverlauf mehrfach gedowngraded wurde. Das wird ja sogar von den Entwicklern zwischen den Zeilen zugegeben.

    Kressner: "[..]Die Auseinandersetzung mit neuen Planungsvorgaben hat zu einer Optimierung der Belichtungsverhältnisse und der Ausrichtung des Gebäudes zum Wasser geführt. Die Traufkante z.B. war eine Vorgabe der Verwaltung, das haben wir als Rahmen akzeptiert, obwohl es dazu im Team unterschiedliche Auffassungen gab."


    Vergleich alt/neu:

    Vorentwurf: https://www.baunetz-architekten.de/kleihues-kleih…projekt/4984535

    b2a188e53260ca73bjk88.jpeg

    Bild@Genossenschaft für urbane Kreativität eG/ Kleihues+Kleihues

    2220x1080-01-p-2000nnk5v.jpeg

    Bild@Kleihues+Kleihues / Graft Architekten

    Man muss schon Tomaten auf Augen haben, um das hier als "Upgrade" verkaufen zu wollen. Städtebaulich wurde hier wieder einmal der deutlich duckmäuserischere, ausdrucksschwächere und in der Summe biederere Entwurf bevorzugt. Die Verteilung auf nur noch 3 HH statt 5 mit der Aufdrehung ist zwar im Prinzip diskutabel, aber was soll dieses absurde Anlegen mit der Kettensäge an dieser Stelle ("Wortlaut: obwohl es dazu im Team unterschiedliche Auffassungen gab")? Warum müssen die drei denn nun Flachflunderdächer haben, die nun plan mit den überaus profanen BVG-Stummeln abschließen? Der ganze Bplan wird konterkariert. Hier war von den BVG Türmen ausgehend eine treppenhafte Erhöhung der Traufkante zu einem Hochpunkt (82m) vorgesehen, der die stadträumliche Monotonie an dieser Stelle, ausgelöst durch die Plattenreihen auf der anderen Seite mit den besonders schweren und mit 65-70m auch recht hohen "Synanon-Platten" aufbrechen sollte.

    Hier wird jetzt nichts mehr aufgebrochen, sondern eine 11-stöckige Kettensägen-Phalanx vom Jannowitzturm, über das Trias bis zum Holzmarkt zementiert, die unfähig ist den städtebaulichen Anforderungen des ursprünglichen Bplans von Stimmann noch Folge leisten zu können, weil sie keinen Bezug mehr zu den Platten auf der anderen Seite herstellen -und diese städtebaulich besser einbinden kann. Die Krönung ist dann das zierliche, schmale Holz-Hochhäuschen, das die städtebauliche Hochpunktdominanz (Forderung: Bplan) an der Stelle überhaupt nicht leisten kann. Wieder einmal müssen wir damit leben, dass die (vor allem Friedrichhainer-Kreuzberger) Stadtverwaltung Einfluss auf gültige Bebauungspläne und Investoren ausübt, um städtebauliche "Downgrades" der Planungen aus den 2000er Jahren zu erwirken.

    Die Gebäude selbst werden schon recht hochwertig werden mit Graft und Kleihues im Boot. Wie stark es die Gegend belebt wird man sehen. Das Projekt ist in der Summe beileibe kein Fehlgriff und man muss den Holzmarktlern Respekt dafür zollen, dass sie solange durchgehalten haben, aber mir missfällt die Art wie der Senat hier negativen Einfluss genommen hat. Mir missfällt die Art, wie in Stimmanns Bebauungsplan herumgepfuscht und einmal angedachte städtebauliche Funktionen einfach dummdreist negiert werden.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Kein Wort zum Entwurf, kein Wort zum Quartier, kein Wort zur Holzbauweise, kein Wort zur Fassadenbegrünung. Stattdessen wieder mal Höhe als einziges Argument.

    Ist ja gut, immer langsam. Das Quartier haben wir glaube ich schon vor längerer Zeit besprochen. Mir gefällts, auch wenn es teils hart an der Kitschgrenze fährt. Es ist ein konsumorientierter Ort, für Leute, die keine kosumorientierten Orte mögen.

    Zum HH:

    Es gefällt mir. Es sieht in erster Linie gut aus, weil es so schlank ist und es ist vor allem so schlank, weil es so am günstigten zu bauen (simple Statik, keine Trennwände) ist. Aber machen wir uns nichts vor, die Visualisierungen täuschen, bzw. sind absichtlich allesamt entweder aus der Luft oder von der Wasserseite aus aufgenommen. Dort wird sich aber niemand aufhalten, außer auf einem Tretboot oder Auflugsdampfer. Der Berliner nimmt dieses Gebäude vor allem aus der Holzmarktstr. wahr, aber genau davor, also vom Alex kommend sind ebenfalls Hochhäuser mit ~35-40m geplant wenn ich das richtig deute.

    Wie soll sich denn ein 60m Scheibchenhochhaus bitte gegen diesen Pulk noch städtebaulich absetzen können? Die schwere, fette Beton-Hochburg aka "Synagon-HH-Platte" quer gegenüber lässt das Hochhaus ja bereits verzwergen, sie erschlägt das zarte, kleine Ding geradezu mit ihrer Wuchtigkeit und Schwere. Es wird dort stehen wie eine Elfe neben einem Oger, die sich hinter dem Viadukt des Märchenwaldzuges versteckt. Die städtebauliche Funktion, die einst im Bplan erdacht war (Das HH als Dominante, welche die Beton-Burg-Platten gegenüber abmildern soll) wird damit völlig konterkariert. Geradzu ad absurdum geführt.

    Zur Fassadenbegrünung:

    Marketing. Wenn es am "Eden" in Frankfurt diesen Winter überlebt, gerne mehr davon (Das ist ein Luxuswohnturm). Erste "Grünstreifen" werden schon braun..

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und wenn es 82 Meter wären, hättest Du den Entwurf verhöhnt, weil er keine 100 Meter hat. Es ist so langweilig.

    Ich hab das andere, größere geplante Holz-Hochhausprojekt in Kreuzberg mit ~100m auch nicht "verhöhnt", weil es keine 130 wurden, sondern gelobt. Mir missfällt in erster Linie die Anmaßung, die in diesen Zeilen liegt. A la "Der gültige Bebauungsplan hat sich an den von uns nebenan errichteten Bretterbuden zu orientieren (die bereits ein riesen(!) Zugeständnis der Stadt an die Holzmarkt-Leute waren, die schon damals zu pleite waren, um gemäß Bplan zu entwicklen) und weil wir zu arm für ein Holzhaushaus in 82m sind (wegen teurem Brandschutz) und zu hip&grün um Beton zu bauen, wie es der Bplan vorsieht, hat sich der gültige Bebauungsplan jetzt erneut für uns zu verbiegen."

    Ein Bplan wird normalerweise nicht verändert. Hat der Investor nicht die Finanzkraft um 'gemäß zu entwickeln, muss er Partner finden oder verkaufen. Hier wird vom Senat aber alles merkwürdig servil beklatscht. Downzising für die "gute Sache" geht immer. Upsizing für eine andere, in der Summe weit bessere Sache (für die Stadt)? Nope! Ein Großentwickler wie Signa, der nur ein paar km weiter ein riesiges Berliner Wahrzeichen ebenfalls in Holz auf einer minderwertig wiederaufgebauten Kaufhausruine aus den 70ern errichten, -tausende Arbeitsplätze retten, Milliarden investieren und eine ganze heruntergekomme Einkaufsstraße wiederbeleben&aufwerten will, wird von denselben Amtsträgern (Schmidt allen voran, der dieses Projekt mitverhandelt) mit Verachtung, Schikane, Bremsetreterei bestraft. Da können die Holzmarktler nichts für, but you see where I'm coming from.