Vielleicht sollte man diese schönen Bilder besser ins Forum Galerie verschieben.
Hier gehen sie etwas unter und dort scheint unter dem Titel Deutschland fast nur Frankfurt zu existieren.
Beiträge von lomolo
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Wobei es sich für die Fahrgäste aber nicht unterschiedlich anfühlt, ob sie nun eine Metro oder eine unterirdisch geführte Stadtbahn benutzen.
U-Bahn Stadtstation Bundesrechnungshof/Auswärtiges Amt, Bonn (Baujahr 1975)

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Mit dem Fahrrad ist die Strecke noch viel schöner.
Sie führt auf gut ausgebauten Radwegen durch das Landschaftsschutz/Naturschutzgebiet Siegaue/Siegmündung bis zum Rhein und dort gibt es beidseitig wunderschöne Radwege (Vorsicht Scater-Rennstrecken, haben sich bis ins Ruhrgebiet rumgesprochen) direkt am Ufer. Hierbei sollte man allerdings die Fähren benutzten. Insgesamt stehen 6 Stück auf der Strecke zur Verfügung. Darunter auch die alte Zugseil-Siegfähre, siehe http://www.deutsches-architektur-forum.de/forum/showthre…s=&threadid=220
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Zitat:
Zuletzt noch ein Bild aus der kleinsten U-Bahnstadt der WeltDen Titel wird Fürth bald los sein. Garching bei München (13.000 Einwohner)
leistet sich einen unterirdischen Anschluss an die U6-Nord.Der Titel gebührt schon jetzt nicht Fürth. Der magentafarben gestrichene Telekom-Express/ Linie 66 (u.a. mit der Werbebemalung "Die vermutlich längste Telefonzelle der Welt") verschwindet aus Richtung Bonn kommend in Siegburg (35.000 Einwohner) im Tunnel und endet im U-Bahnhof unterhalb des ICE-Bahnhof Siegburg/Bonn.
Na ja, die 66 ist keine echte U-Bahn, sondern eine Stadtbahn mit 9 unterirdischen Stationen.
Für Straßenbahn/U-Bahn-Fans ist die Linie allerdings ein Highlight:
RUNTER
Start U-Bahnhof in Siegburg
RAUF
am Siegburger Stadtrand verläßt die Bahn den Tunnel
FLUSSBRUECKE
weiter auf eigenem GLeiskörper durch St. Augustin (56.000 Ew.)
nach Bonn-Beuel (hier einige hundert Meter ohne eigenen Gleiskörper)
FLUSSBRUECKE
über den Rhein (Blick nach links: Posttower, Langer Eugen, Siebengebirge)
in die Bonner City
an der übernächsten Station Stadthaus (72m Höhe, Typ Glashochhaus) geht es wieder
RUNTER
Es folgen 6 U-Bahnstationen: Hauptbahnhof (4 Gleisig), Uni/Markt, Juridicum, Auswärtiges Amt/Bundesrechnungshof, Museum König, Heussallee/Museumsmeile - jede ziemlich aufwendig gestaltet und in anderer Hauptfarbe. Dann geht es an der Bundeskunsthalle wieder
RAUF
für die zwei Stationen Ollenhauerstr. und Landesbehördenhaus/Telekom
anschließend in einer scharfen Kehrwende durch das Erdgeschoß des Maritim Hotel wieder
RUNTER
zur U-Bahnstation Heinemannstraße. Und danach direkt wieder
RAUF
zur Station Rheinauenpark
FLUSSBRUECKE
auf der Adenauerbrücke (Blick links: Rheinauensee, Posttower, Langer Eugen. Blick links: Siebengebirge, Godesburg, Rheinauenpark)
Nach der Rheinüberquerung geht es gleich wieder
RUNTER
in den U-Bahnhof Ramersdorf (Gleisdreieck) zu gehen. Aber schon geht es zur nächsten Station wieder
RAUF
und weiter oberirdisch bis ins romatische Königswinter (38.000 Ew.). Ab hier:
RHEINROMANTIK PUR
Die Strecke führt über die touristische Rheinpromenade von Königswinter (Links ragt hinter den teilweise gründerzeitigen großen Hotels der Petersberg auf, rechts Blick auf Schiffsanlegeplätze, den Rhein und das gegenüberliegende Bonn-Bad Godesberg mit Voreifel im Hintergrund. Hier beginnt der romantische Mittelrhein)
weiter unterhalb des Drachenfels am Rhein entlang bis Bad Honnef (23.000 Ew.) zur Endhaltestelle.
Hier sollte man ein paar Schritte über die alte kleine Steinbrücke auf die Rheininsel Grafenwerth tun und vor der Rückfahrt im vermutlich schönsten
BIERGARTEN
relaxen.Start ca. 10 km östlich von Bonn HBF, Ziel ca. 17 Km südlich, Fahrzeit 59 Minuten
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Wollen wir allerdings die Flachbauten nicht vergessen, die vorerst ziemlich klotzig und phantasielos wirken. So in etwa wie ein Gewerbegebiet mit einem Hochhaus - kein Stück einer Stadt...
Das Modell beschreibt nur die angestrebten städtebaulichen Vorgaben wie sie sich im B-Plan niederschlagen sollen. Es werden nur die Baugrenzen aufgezeigt und die jeweilige Höhenentwicklung, nämlich 6 Geschosse zur Friedrich-Ebert-Allee und 4 zum Wohngebiet.
Für vier nördlichen die Flachbauten ist die geringe GEZ von 1.6 vorgesehen, d.h. die Gebäude werden jeweils nur 60% des im Plan und Modell dargestellten ausfüllen. Für jeden der 3 Bauabschnitte zur F.-E.-Allee (2 Flachbauabschnitte + Hochhaus) werden extra Architektenwettbewerbe laufen.
Theoretisch ist auch möglich, daß der Wettbewerb nur zwei statt vier Flachbauten zum Ergebnis hat. Selbst dann ist die Maßstäblichkeit bewahrt.
Man muß hier die die beiden nördlich der Telekom-Zentrale gelegenen Gebäude der Postbank heranziehen (Im Modell unten rechts), die sehr gelungene Bauten sind, bzw. die bestehenden Altbauten auf dem Grundstück (Rotes Kreuz, BonnFinanz, CDU), die jetzt abgerissen werden.Vergleich zum alten Plan, der "glücklicherweise" an der Finanznot der Telekom gescheitert ist:
+ Zwei Bauherren: Telekom und LEG (Hinterm Hochhaus) statt nur Telekom
+ mindestens 4 Architektenentwürfe statt einheitlicher futuristischer Glasbau-Landschaft
+ zusätzliche Wohnbebauung (Hinterm Hochhaus)
+ Öffentliche Zugänglichkeit durch Platz und Durchgänge zum Wohngebiet
+ Insgesamt maßstäblicher zum Umfeld
+ 3 Bauabschnitte (bzw. 4 mit Wohnbebebauung) lassen die Chance zu neuen Erkenntnissen zu kommen
+ Das Hochaus ist zur Ecke Platz der Vereinten Nationen (Autobahn/F.-E.-Allee) verschoben
+ 30 geschossiges Hochhaus statt 20 geschossiges Doppelhochhaus im exakt gleichen Glasbaustil wie die Flachbauten.
+ Trotz größerer Höhe werde nach Berechnungen die Beschattungen des Wohngebietes geringer sein.- Durch die verschiedenen Bauabschnitte werden lange Zeit Brachflächen bestehen.
Fazit: So simple der Plan ist, bildet er doch die Grundlage für gelungene Gestaltung. Letzlich hängt die Qualität jetzt vom Ergebnis der Architekturwettbewerbe ab.
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Die heutige Bürgerversammlung hat folgende Infos erbracht:
1. Es ist wirklich nur ein grobes Massemodell. Entscheidend wird der Architektenwettbewerb sein.
"Wir können uns auch ein dreieckiges, rundes oder wie auch immer Hochhaus vorstellen".2. Das Hochhaus ist erst der 3. Bauabschnitt. Er wird nur bei entsprechendem Raumbedarf der Telekom in Angriff genommen. Das kann bald sein, kann aber auch ewig dauern. 3 Jahre wird es mindestens dauern, bis sich dort etwas bewegt.
3. Die Telekom will nur einfach Planungssicherheit für die Zukunft haben.
4. Die Gesamtplanung wurde reduziert, gegenüber dem alten Plan quasi halbiert. Nun wird in der Endausbaustufe für 2000 statt für 4000 Arbeitsplätze geplant.
5. Für das Hochhaus wird (wenn es denn überhaupt mal gebaut wird=) von 30 Stockwerken bis zu 120 Metern gerechnet, d.h. soll so im B-Plan als Höchstgrenze festgelegt werden.
6. Es wird nur für max. 1000 Arbeitsplätze ausgelegt (Vergleich Posttower 40 Stockwerke mit 2000 Arbeitsplätzen). Soll ein (zitat) "Vorstandshochaus" werden, also vor allem repräsentativen Zwecken dienen.
Interessanterweise gingen die Anwohner relativ wenig und gelassen auf das Hochhaus ein. Hier hat möglicherweise der Posttower, der das Wohnviertel (Einfamilienhäuser) nördlich begrenzt
Ängste genommen. Es ging mehr um Verkehrsfragen ("Wo liegen die Tiefgarageneinfahrten?, Wo wird angeliefert?, Gibt es einen Fußweg zur U-Bahn-Halte?), die Frage, ob die bestehende Bebauung schon jetzt abgerissen wird und damit auch der Lärmschutz gegen die B9 war wichtig und die Frage, ob es endlich einen Supermarkt geben wird, u.ä.
Allerdings muß man auch sagen, daß die neue Planung für die Anwohner in jedem Bereich eine Verbesserung gegenüber den ursprünglichen (genehmigten) Plänen darstellt.Wie es aussieht, hängt es wohl alleine an der finanziellen Situation bei der Telekom, ob und wann auch der 2. und 3. Bauabschnitt gebaut werden.
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Erweiterungsbauten der Telekom (fertiggestellt)
Auf einer Bürgerversammlung stellt die Deutsche Telekom AG ihren neuen, geänderten Pläne für den Neubau der Zentrale vor.
Die alten Pläne, die eine aufwendige Bebauung mit insgesamt glasüberdachten Pavillionbauten , einer gläserenen Brücke über die B9 zum bestehenden Hauptgebäude, sowie einem Doppelhochhaus mit je 20 Stockwerken vorsahen, sind verworfen worden. Zu kostspielig für den hochverschuldeten Konzern.Nun wird in 3 Abschnitten geplant:
Abschnitt 1+2 sehen einzelne Bürobauten vor, die zur B9 hin 6 Geschosse haben werden.
Für den Abschnitt 3 ist ein Hochhaus bis zu XXX (sprich 30) Geschossen geplant. Damit dürfte die Höhe des 1,3 km weiter nördlich gelegenen Langen Eugen (112m) 1,3 km erreicht werden. Entfernung zum Posttower (162,5m) beträgt 1km Luftlinie.Bislang liegt nur ein Massemodell vor, welches bestensfalls Auskunft über die grobe Form, aber nicht über die Fassadengestaltung gibt.
Im Gegensatz zum alten Doppelhochhausplan, wurde der Standort direkt zur Auf- und Abfahrt der Autobahn verschoben. Für Reisende, die über die Südbrücke ankommen, wird das Hochhaus ein Ausrufezeichen am Eingang des alten Regierungsviertels darstellen.
Die neue Planung muß nicht schlechter sein, als die alte. Während bei der bisherigen Planung zwar teuer und aufwendig mit Glas geplant wurde, aber damit ein einheitliches Bild für einen sehr großen Bereich entstanden wäre, welches mit Sicherheit die Gefahr der Eintönigkeit mit sich gebracht hätte, besteht mit der neuen Planung die Chance, zumindest mit einer unterschiedlichen Architektur (Fassadengestaltung) der 5 zu B9 gelegenen Bauten ein abwechslungsreicheres Ensemble entstehen zu lassen.


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Original geschrieben von rec
Heutige Stadtentwicklung konzentriert sich im Wesentlichen auf den ehemaligen Regierungsbezirk. Aber selbst dort findet kein Wildwuchs statt. Selbst vergelichsweise unbedeutene Gebäude wie die ehem. LV Baden-Württembergs oder die ehem. Botschaften von Kanada und den Niederlanden stehen unter Denkmalschutz und werden in geplante bzw. laufende Neubauprojekte behutsam integriert.Ja
rechts die alte Kanadische Botschaft, links der Anbau (Fertig)
rechts die alte Niederländische Botschaft (im Bau)Apropos Namensgebung. Die finde ich hier sehr gelungen, weil auf den historischen Kontext verwiesen wird. Genauso sorgfältig sollten wir auch mit den anderen Bezeichnungen umgehen. Bundesviertel beispielsweise ist noch vertretbar, aber nicht schön. Vom "ehemaligen" Regierungsviertel zu reden stellt dagegen eine unnötige Abwertung dar. Erstens ist de facto das Regierungsviertel noch Regierungsviertel, weil 1. und 2. Sitze von Ministerien, Kanzleramt und Bundespräsidialamt hier sind und zweitens geht man anderswo bei Umnutzungen auch nicht so bescheiden vor.
Der Reichstag wurde nie als ehemaliger Reichstag bezeichnet, klar, denn das Gebäude wurde zu diesem Zweck gebaut - genau wie der Bonner Bundestag und die meisten Bonner Ministerien.
Es käme auch niemand auf die Idee z.b. ein Kulturzentrum in einem alten Fabrikgebäude - nehmen wir mal eine Ziegelei -, "Kulturzentrum ehemalige Ziegelei" zu nennen, sondern vermutlich "Kulturzentrum Ziegelei" oder Kulturzentrum Alte Ziegelei.Umgekehrt wurde in der Vergangenheit ja auch verfahren: Das Bundespräsidialamt in der Villa Hammerschmidt - nicht in der ehemaligen Villa Hammerschmidt, die Hauptpost im Fürstenbergischen Palais, nicht ehemaligen Fürstenbergischen Palais, etc. etc.
Mit der Bezeichnung "Alt" fährt man in den meisten Fällen am besten. Damit ist gesagt, das es auch "Neu" gibt (in Berlin), aber es ist auch genau gesagt von welchem Bauherrn zu welchem Zweck das Gebäude gebaut wurde. Außerdem hatten die Bundesreinrichtungen keine Vorläufer dieses Namens, vorher gab es Reichsministerien etc.
Ich plädiere also für mehr Sorgfalt bei Benennungen. Beispiel Bundeskanzleramt:
Die Reichskanzelei stand in Berlin
Nun gibt es hier das Bundeskanzleramt ("neue" kann man sich sparen)
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit zieht demnächst in das "alte Bundeskanzleramt" in Bonn oder in das "Bonner Bundeskanzleramt", denn es wird 2. Amtssitz des Bundeskanzlers bleiben (zumindest offiziell und mit wenigen Beamten).Der Grundsatzstreit über den Bonn-Berlin-Umzug ist nun wirklich ausgestanden und auch Berlin-Befürworter können sich nun entspannt zurücklehnen und dem historischen Bewustsein eine Chance geben. Immerhin geht es um ein halbes Jahrhundert Deutscher Geschichte, die Deutschland ein völlig neues Gesicht gegeben hat.
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Original geschrieben von Antiquitus
mir fällt auf, dass die gläubigen zwar sich selbst schöne und aufwendige innenräume gönnen, dem betrachter von außen aber nur mittelmäßiges bis miserables.
ziemlixh egoistisch und unfreundlich.Vielleicht liegt es ja auch daran, daß man nicht allzusehr auffallen will. Wenn man den Artikel über den Bürgeraufstand in Köln liest, kann man die Vorsicht auch verstehen.
Dennoch: auch in der europäisierten Form sind die Moscheen eine Bereicherung des Stadtbildes.
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Medienhafen (Gesamtentwicklung)
Über einzelne Projekte im Medienhafen gibt es die folgenden Threads:
- Sign
- Hyatt / Hafenspitze
- Streamer (aufgegeben) - jetzt: casa stupenda
- Königskinder
- Capricorn ManufakturEchnaton
Könnte nicht mal jemand neue Bilder aus dem Hafengelände posten? Immerhin haben wir hier mit Landtag, Fernsehturm, Neuer Zollhof (O' Gehry, Stadttor (Staatskanzelei) u.a. doch eines der interessantesten Gebiete für moderne Architektur in Deutschland.
Oder tut sich da nichts mehr? -
Original geschrieben von Chewbacca
Das ist wirklich kein Cluster, und sowohl Langer Eugen, als auch Bonn Center könnte man meinetwegen gleich sprengen.
Aber der Posttower wiegt alles auf!!!Das Bonn-Center ist sicher kein Highlight, wenn es auch genau betrachtet ein ganz klein wenig aus der Masse der 60/70er Jahre Hochhäuser herausragt.
Der Lange Eugen (im Volksmund nach dem kleinwüchsigen ehemaligen Bundestagspräsidenten und Bauherrn des Abgeordnetenhochauses, Eugen Gerstenmeier, benannt) dagegen steht nicht nur wegen seiner ehemaligen Funktion unter Denkmalschutz. Der lange Eugen ist eines der Hauptwerke von Egon Eiermann, einem der renommiertesten deutschen Architekten des 20. Jahrhunderts.
Hier ein Text zu Eiermann aus der Neuen Züricher Zeitung:"Der Architekt Egon Eiermann als Designer
Er war ein Meister des markigen Wortes und ein streitbarer Prophet der «konstruktiven und funktionalen Klarheit». Egon Eiermann (1904- 1970), einer der Grossen in der deutschen Nachkriegsarchitektur. Demonstrative «Haut-und- Knochen-Architektur» war sein Markenzeichen, und funktionale Ästhetik war sein Credo. Gemeinsam mit Sep Ruf schuf er den Deutschen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel (1957/58) und schrieb mit Bauten wie der Kaiser- Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin (1957-63), dem «Langen Eugen» in Bonn (1965-69) oder den Olivetti-Türmen in Frankfurt am Main (1972) deutsche Architekturgeschichte.
Dass Eiermann auch ein ganz wichtiges Stück der deutschen Designgeschichte nach 1945 mitgeschrieben hat, zeigt nun das Badische Landesmuseum Karlsruhe in einer reizvollen Möbelschau: Etwa 70 Entwürfe dokumentieren im Museum beim Markt seine unermüdliche Auseinandersetzung mit dem Thema Wohnen. Die Möblierung gehörte für Eiermann zum Gesamtkonzept eines Hauses. Der Zusammenklang von aussen und innen war deshalb Aufgabe des Architekten und keine «Angelegenheit für Dekorateure». So hat Eiermann beispielsweise beim Bau des Hauses Hesse in Berlin-Lankwitz (1931) seine These so überzeugend vertreten, dass das Bauherrenehepaar die alten Möbel kurzerhand verkaufte und sich à la Eiermann einrichtete.
Eiermann entwarf einfach alles: Aschenbecher, Lichtschalter, Kleidungsstücke und Teppichmuster - oft rasch auf Speisekarte und Tischdecken skizziert. Aber sein Lieblingsthema waren Sitzmöbel: sauber und ökonomisch konstruiert, ergonomisch und ganz unprätentiös in der Optik. Die Karlsruher Ausstellung spannt den Boden über sämtliche Entwurfsphasen: von der expressiven «Jugendsünde» (Eiermann) der «Bewag»-Möblierung von 1928 bis zu den erfolgreichen Serienproduktionen der Nachkriegszeit. Ein besonderer Verkaufsschlager war das weltweit vertriebene Stuhlmodell «SE 18»: Allein 4000 Stück dieses hölzernen Klappstuhls bestellte in den fünfziger Jahren die Stadt Bern.
Die ablesbare Konstruktion lag Eiermann am Herzen: Sessel mit sichtbaren Rahmenhölzern und Gurten, auf denen lose Sitzkissen lagen. Und er liebte die «Strippe»: überkreuzte Seilverspannungen, Flechtwerk und dicht verknotete Schnüre. Leicht wirkte das alles, unkompliziert und auf verblüffende Art selbstverständlich. Doch im muffigen Nachkriegsdeutschland, das gerade die martialische «Reichsheimstättenkultur» der NS- Zeit hinter sich gebracht hatte und schon wieder heimlich nach schwellenden Polstergarnituren lechzte, war das absolute Avantgarde.
Auch andere Entwerfer hissten die Fahne der «guten Form». Dennoch war das Gros der neuen deutschen Produkte auf den Möbelschauen in Stuttgart und Köln im Vergleich zu Skandinavien oder den USA dürftig. Um so aufsehenerregender wirkten damals Eiermanns Serienmöbel in Biegeholztechnik: Möbel aus plastisch durchformtem Sperrholz. Möbel für alle aus der Fabrik: «Gut, schön und billig.» Auf der Kölner Möbelmesse von 1952 waren die Klassiker erstmals zu bestaunen: Der dreibeinige Biegeholzstuhl «SE 3», der Klappstuhl «SE 18» und der Kollegstuhl-Evergreen «SE 68» mit Stahlrohrgestell. In unzähligen Varianten bis hin zur Kinderversion wurden diese Modelle immer wieder überarbeitet und optimiert. Auf den ersten Blick sind Ähnlichkeiten mit Entwürfen von Charles Eames nicht zu übersehen, aber der zweite Blick offenbart wesentliche Unterschiede der konstruktiven Details. Es kam Eiermann auch gar nicht darauf an, etwa ganz Neues zu erfinden. Entscheidend war für ihn, das Zukunftsweisende aufzugreifen und weiterzuentwickeln. In diesem Kontext stehen auch seine vom Schweizer Designer Willy Guhl inspirierten Experimente mit Kunststoffsitzen, die damals allerdings an der Tücke des unausgereiften Materials scheiterten.
Ganz charakteristisch für Eiermann ist immer wieder die Liebe zur Farbe und zum ungewöhnlichen Materialmix: Wie die Karlsruher Schau anschaulich dokumentiert, hatte er keine Angst vor Rot, Gelb, Blau! Spielerisch kombinierte er Teakholz mit knallrotem Polyester, verband filigranes Stahlrohr mit Weidengeflecht und montierte hölzerne Stelzbeine unter einen Baumscheibentisch Ganz frei und mutig war das alles, aber es passte immer. Aber Eiermann war nicht nur vom Funktionalismus beherrscht, er erlaubte sich auch seine Luxusgeschöpfe. Das waren die seit 1949 produzierten «Eierkörbe». Organisch weich geformte Korbsessel zum Träumen und Lümmeln. Handgefertigte Unikate, die sich damals zwar nur wenige leisten konnten, aber seine Version von «Form und Material aus einem Guss» als Idealbild verkörperten. (Bis 14. November)
[ Katalog: Egon Eiermann. Die Möbel. Hrsg. Badisches Landesmuseum Karlsruhe. Info-Verlag, Karlsruhe 1999. ISBN 3-88190-236-8. 174 S., DM 44.- (in der Ausstellung). ]
Neue Zürcher Zeitung, 06.10.1999 "
Für seine Zeit 1965-1969 ist der Lange Eugen ein herausragendes Beispiel deutscher Architektur. Leider mußte in den 80er Jahren aus Feuerschutzbestimmungen ein Rettungstrakt angebaut werden, der einen harten Eingriff in die ursprüngliche Form darstellt.
Der Architekt des Post-Tower, Helmut Jahn ist übrings ein großer Bewunderer von Eiermann. -
Original geschrieben von JinStuttgart
Das ist eine mir bisher unbekannte Seite von Bonn...Danke, auf dieses Stichwort habe ich gewartet:)
Nun habe ich einen Grund auch noch die letzten Fotos vom Wochenende zu präsentieren:DZugseilfähre über die Siegmündung. Auch eine Seite von Bonn und irgendwie auch eine Form von Denkmalschutz:
Wenn bloß diese Beton-Autobrücke im Hintergrund nicht wäre...

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Die ehemalige Belgische Botschaft ist übrigens eines der wenigen Botschaftsgebäude, welches noch zu haben ist. Also, wer genügend Millionen aufbringen kann...
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Wo gibt es Moscheenbauten in Deutschland?
Gibt es in euerer Region Moscheen mit orientalischen Bauelementen? Es wäre interessant, hier Bilder zu sehen und zu erfahren, ob und wenn, welche Probleme es im Genehmigungsverfahren gegeben hat.
In Bonn gibt es noch keinen originären Moscheenbau. Lediglich die König Fahd-Akademie und die syrische Botschaft bringen etwas orientalisches Flair in die Stadt.
König-Fahd-Akademie
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Ergänzte Fachwerksiedlung
War viel mit der Kamera unterwegs heute. Die folgenden Fotos hätte ich auch unter Barock stellen können, da die meisten Gebäude in dieser Zeit entstanden sind. Ich poste sie hier, weil dieses relativ geschlossene Ensemble von Fachwerkhäusern in den 80er Jahren von Privatleuten ergänzt wurde. Einige der Gebäude sind aus der Region importiert, d.h. sie standen anderswo zum Abriss und wurden hier wieder aufgebaut.
Der Ortsteil Muffendorf liegt mitten im Bonner Stadtbezirk Bad Godesberg zwischen den Ortsteilen Pennenfeld und Heiderhof, beides typische Siedlungen (Reihenhäuser, Hochhäuser) aus den 50er bis 70er Jahren. Obwohl Muffendorf sicherlich etwas Besonderes ist, ist er nicht ganz untypisch für Bonn. Auf solche, erhaltene dörfliche Ansammlungen trifft man öfter und unvermittelt im Stadtgebiet. Das Multizentrenkonzept und der Erhalt alter, teilweise dörflicher Strukturen ist stadtplanerisch gewünscht.
Alte Kommende des Deutschherrenorden, 1750, von 1953 bis 2000 Belgische Botschaft.
Blick durch das Tor in den ParkBilder aus der Muffendorfer Hauptstraße und Nebenstraßen:
Die romanische Kirche St. Martin
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Kein bisschen Frieden, aber ein bisschen Cluster
von links: Langer Eugen, Hauptpost, Bonn-Center
von links: Langer Eugen (112m), Hauptpost (162,5m), Hochhaus Tulpenfeld (Regulierungsbehörde, 70m), Bonn-Center (?m)
Blick in die Reuterstraße mit Sendeturm der Telekom.
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Caesar (fertiggestellt)
An den Aussenanlagen wird noch gewerkelt, aber das Gebäude von Caesar ist nun bezogen.
Caesar - center of advanced european studies and research
näheres: http://www.caesar.deArchitekten: Bachmann, Marx, Brechensbauer + Partner, München
Bürofläche: 11.000 qm
Arbeitsplätze für 350 Wissenschaftler
Baukosten: knapp 100 Millionen EuroLage: Südliches Ende des Rheinauenparks im Bezirk Godesberg. Nähe zu Wissenschaftseinrichtungen in der Kennedyallee wie DAAD, Stifterrat der Wissenschaft, Deutsches Museum (Abtl. Bonn), u.a.

Was auf den Fotos leider nicht erkennbar ist, ist die aufwendige und teure Liebe zum Detail. Ich hoffe sie geben dennoch einen Eindruck dieses eindruckvollen Bauwerks moderner Baukunst.
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Ich muß mal ganz dumm fragen: soll dieses Gebäude auf dem Bild (ALBIS?) im mittleren Teil des Geländes entstehen? Dann baut KH Schommer für die GWI südlich davon (im Bild links)? Im Norden sollte dieses Hotel entstehen, aber daraus wird nichts mehr. Was soll jetzt dort gebaut werden, gibt es da schon konkrete Überlegungen?
Vielmehr weiß ich leider auch nicht. Das untere Bild zeigt den südlichen Bereich, wo zur Zeit auch schon am GWI-Projekt gearbeitet wird. Obwohl Pläne und Modell recht langweilig aussehen, bin ich recht zuversichtlich, daß das ganz ansprechend wird. Ist bei Architekt Schommer ist das eigentlich immer so.
Nördlich davon bleibt es wohl bei dem Albis-Bürobau wie im Modell gezeigt. Mit dem Hotel sprichst du vermutlich frühere Pläne der Merian-Gruppe für ein Fitness-Hotel an. Das ist gestorben.
Gestorben sind vorerst auch die Pläne zur Bebauung des benachbarten Geländes der Sackfabrik mit Wohnungen. Da wird ein neuer Investor gesucht.Bleibt der östliche Streifen, auf dem zur Zeit noch die provisorischen Bürobauten von T-Mobile stehen. Die sollen wieder abgebaut werden, wenn der Umzug nach T-Mobile II vollzogen ist. Was da bei den Planungen der letzte Stand ist, ist mir allerdings auch nicht bekannt. Kein Wunder bei dem ständigen Hickhack der letzten Jahre um dieses sogenannte Filetstück.
Fest steht aber, das es insgesamt bei wenigen großvolumigen Bauten bleibt. Vor ca. 3-4 Jahren gab es mal einen sehr regen Förderkreis, die sich mit den Planungen für das Zementwerkgelände beschäftigt hat. Die haben sehr gute Vorschläge erarbeitet, wie aus dem Gebiet ein lebendiges Viertel entstehen hönnen. Wie es hätte auch aussehen können, hat damals auch der Architekt Ralph Schweiter aufgezeigt. Er schlug eine viel kleinteiligere und vielfältigere Bebauung mit gut durchmischter Nutzung von Wohnen, Arbeiten und Freizeit (Gastronomie, etc.) vor. Außerdem schlug sie eine Marina vor. Das wäre ein spannendes Konzept gewesen, aber leider wollte sich Schweitzer damit nur in Erinnerung rufen, denn irgendwelche Investoren hatte er nicht in der Hinterhand. Schade, daß ich mir damals den Artikel und das Foto vom Modell nicht aufgehoben habe.
Ach lomolo, weißt du eigentlich, wie das mit der S-Bahn und der Südbrücke geplant ist? Wie das funktionieren soll, habe ich bisher auch noch nicht verstanden.
Ob das jemals etwas werden wird, ist sehr fraglich. Bisher ist nur vorgesehen, die S-Bahn ausschließlich rechtsrheinisch vom Flughafen bis zum Bahnhof Bonn-Oberkassel zu führen. Die Führung über die Südbrücke ist zwar Wunsch der Kommunalpolitiker, Zuschüsse aus dem Ausgleichstopf sind aber nicht vorgesehen. So wird es vermutlich beim Wunsch bleiben. S-Bahn und Stadtbahn haben die gleiche Spurbreite und hätten die bestehenden Gleise gemeinsam nutzen können. Weiterhin in Planung ist ein weiterer Bahnhaltepunkt im alten Regierungsviertel in der Nähe der Museen. Aber bei der derzeitigen finanziellen Lage der Deutschen Bahn AG...
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Büropark "Bonner Bogen"
Einer muß ja den Anfang machen

Hier als der Siegerentwurf des Investorenwettbewerbs für das ehemalige Zementwerkgelände gegenüber dem alten Regierungsviertel und Rheinauenpark:
Sieht interessant aus, ist aber auch wieder so ein Beispiel für ein Grundübel der deutschen Stadtplanung. Ein Gebiet, in diesem Fall das Gelände es ehemaligen Zementwerkes aus dem 19. Jahrhundert, wird nicht anständig beplant, sondern an wenige Großinvestoren verscherbelt.
Das bebaubare Gebiet ist fast so groß wie die gesamte Bonner Fußgängerzone mit ihrer Vielfalt hunderter individueller Gebäude aus verschiedenen Zeitaltern. Auf dem sogenannten "Bonn-Visio"-Gelände dagegen werden nur eine Handvoll Gebäude mit monostruktueller Nutzung (Büro) entstehen, die zwar als Solitärbauten sicherlich optisch einiges hermachen werden, aber dennoch nichts weiter verbreiten werden, als schicke Ödnis. Morgens fallen die Arbeitnehmer ein, abends flüchten sie heimwärts. Ansonsten wird sich dort kaum ein Mensch aufhalten. Warum auch?
Hier eine Ansicht eines Teilbereich des Geländes vom Rheinufer aus gesehen. Die alten Gebäude des Zementwerkes stehen unter Denkmalschutz und bleiben bestehen, bzw. werden in die Neubauten einbezogen.
