Es stimmt schon, dass momentan eine Rekonstruktion finanziell nicht darstellbar ist. Allerdings sollte das nicht davon abhalten langfristig einen Plan für Schauspiel und Oper zu entwickeln. Der derzeitige Bau ist alles andere als architektonisch ansprechend.
Die Oper wurde mehrfach zur Oper des Jahres ausgezeichnet und genießt in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf. Leider verbindet auf der Straße kaum einer Frankfurt mit Opern, ja oftmals nicht mal mit Kultur. Dabei hat Frankfurt nicht nur den höchsten selbstfinanzierten Kulturetat aller Städte, sondern auch qualitativ führende Einrichtungen. Architektonisch herausragende Gebäude könnten hier meiner Meinung nach erheblich zu einer Besserung des Images der Stadt beitragen.
Die Stadt sollte daher einen langfristigen Plan entwickeln. Dieser könnte vorsehen, das alte Schauspielhaus zu rekonstruieren und einen Neubau für Oper und Ballet zu planen. Das Depot an der Bockenheimer Warte könnte dann eingespart werden (bzw. bei Bedarf von der Musikhochschule getragen werden). Die Rekonstruktion könnte zumindest innen aus Kostengründen sehr vereinfacht erfolgen.
Mit Blick auf die Finanzlage wäre das nur auf mittlere Sicht und nach Abschluss der Altstadtrekonstruktion machbar. Mit konkreten Plänen könnte man jedoch beginnen private Mittel und Erbschaften einzusammeln. Bei der Elbphilarmonie in Hamburg kamen damit erhebliche private Mittel zusammen.
Der erhebliche Investitionsaufwand wäre sicher nur tragbar wenn sich das Land beteiligt. Auch sollte man neue Finanzierungskonzepte berücksichtigen. Bspw. könnte man die Namensrechte der Oper für 10 Jahre verkaufen (z.B. "Oper Frankfurt - gefördert durch die Deutsche Bank") oder ein Sponsoring wie bei den Berliner Philarmonikern ins Auge fassen.
Durch eine engere Kooperation mit der Staatsoper in Wiesbaden könnten sicher auch Einsparungen erzielt werden, die dem Neubau und der Neupositionierung zu Gute kämen.