Beiträge von Regent

    Und? Was soll das jetzt bedeuten? Was ist in Berlin anders? Hochhäuser stehen dort doch auch nicht im "absoluten" Zentrum, sondern verteilen sich auf mehrere Standorte.


    Im bin mir nicht sicher, aber kann es nicht sein, dass wir hier den Begriff "Krone" im Bezug auf Hochhäuser in Berlin falsch deuten? Ist damit nicht eher gemeint, dass es ähnlich wie bei einer Krone mehrere Zacken (= Hochhauscluster) gibt, die sich im und um das Stadtzentrum verteilen?


    Die Spitzen sind die prominenten Standorte, w.z.B. der Breitscheidplatz, der Alexanderplatz oder der Potsdamer Platz. Dazwischen können sich niedrigere HH befinden, bis sich die nächste "Zacke" anschließt.

    Ja, aber sie stehen eben primär am ehemaligen Zentrum West und Ost – dem Breitscheid- und dem Alexanderplatz. Es hätte aus meiner Sicht mehr Sinn gemacht die höchsten Hochhäuser da zu konzipieren wo der Denkmalschutz am wenigsten Probleme macht. Man hätte sich vielleicht eher auf das Gebiet am Ostbahnhof statt dem Alexanderplatz konzentrieren sollen. Dann hätte man am Alex jetzt nicht diese unsägliche und von Ideologie beherrschte Debatte. Und so sollte es auch im Zentrum West sein. Warum müssen die höchsten Gebäude bitte am breitscheidplatz stehen? Es spricht doch nichts gegen ein Cluster hinterm Zoo.

    Ich glaube das trifft es vielleicht ganz gut. Vermutlich würde der extrem heterogene Stuttgarter Gemeinderat jedes größere Bauvorhaben extrem verzögern oder durch unmöglich zu erfüllende Forderungen gleich komplett zunichte machen. Man sieht das ja auch bei anderen Gebieten wie z. B. der Villa Berg, dem Eiermann Areal, dem Aurelis Gelände und nicht zuletzt natürlich dem Rosensteinviertel. Vielleicht tut die LBBW gut daran hier den einfachsten Weg zu gehen! Für die Stadt Stuttgart sollte das allerdings ein Warnsignal sein.

    Es ist ohnehin eine sehr deutsche und sehr naive Vorstellung die höchsten Hochhäuser müssten im absoluten Zentrum einer Stadt stehen und diesem “eine Krone aufsetzen”. Offensichtlich glaubt man in Deutschland auch tatsächlich das dies in anderen Ländern der Fall ist. Tatsächlich stehen in den meisten Metropolen die höchsten Hochhäuser aber weit ab der eigentlichen Zentren! In Paris mit LaDefense sogar außerhalb der eigentlichen Stadt, aber auch in London mit der Canery Wharf und dem Shard, oder in Moskau mit seiner Moscow City – alles nicht im Stadtzentrum. In New York steht das One World Trade ebenfalls weit vom eigentlichen Stadtzentrum rund um die 5th Avenue entfernt, in Wien stehen die höchsten Gebäude sogar mitten auf einer Insel in der Donau, direkt am Park. Das Spiel kann man beliebig weiterspinnen, nirgends stehen Hochhäuser wirklich im Herzen einer Stadt, sondern an sinnvollen Standorten.

    Das Problem ist, die ambitionierten Pläne wurden eingestampft da man entweder nicht an den Standort glaubt, man Kosten sparen will oder eben im Moment kein Geld für eine umfassende Neuentwicklung des Areals hat. Das alles stimmt mich wenig Hoffnungsvoll das hier was gutes entsteht! Es gibt aber auch Vorteile: So wie ich das verstehe muss kein neuer Bebauungsplan erstellt werden und man kann relativ schnell loslegen. Laut Artikel in der StZ soll die Fertigstellung bereits 2026 sein. Würde man das Areal komplett ne konzipieren wäre der zeitliche Horizont (in Stuttgart) sicherlich deutlich drüber.

    Schau mer mal. Ich finde einfach schon die heutige Aufteilung des Areals nicht wirklich überzeugend und bis auf ein paar Durchbrüche wird sich hier nichts ändern. So baut doch heute niemand mehr! Unambitionierter geht es nun wirklich kaum noch, aber andererseits kann man in Stuttgart schon froh sein wenn aus den zig 50er Bauten überhaupt mal was gemacht wird. Trotzdem, gewünscht hätte ich mir hier das man an der einen Stelle Baumasse wegnimmt und sie dafür an anderer Stelle draufpackt. Man hätte vielleicht vorne einen runden Bogen realisieren können der an ein neues schlossgartenhotel anschließt und so die königsstraße Richtung HBF öffnet. Aber mehr als ein bißchen Fassade auf nen quadratischen Kasten braucht man sich in Stuttgart wohl nicht wünschen! Enttäuschend!

    Ohje, mir schwant übles. Ein bißchen Teilabriss hier, innen eine neue Aufteilung der Flächen, glasfassade dran und fertig. Rein kommen Büros und ein paar Alibi-Wohnungen, unten dann die üblichen Shopping- und Gastroketten. Was hätte man aus so einem Areal alles machen können, als Tor zur Stadt, direkt am Park gelegen. Aber in Stuttgart muss es offensichtlich pragmatisch sein und koschten darfs natürlich au nix.

    Die Brandschutzexperten und Juristen der Bahn, sowie auch unabhängige Juristen und Brandschutzexperten haben vor kurzem erläutert – ich glaube es war in einem Artikel in der StZ – das im Falle einer erfolgreichen Klage gegen den Brandschutz in den S21 Tunnel (vom Bahnhof war hier nicht die Rede) ALLE Bahntunnel in Deutschland theoretisch SOFORT gesperrt werden und baulich nachgerüstet werden müssten! Denn die Regeln die für die S21-Tunnel gelten, gelten natürlich auch für alle anderen Bahntunnel in Deutschland. Wären diese angewendeten Regeln laut Gutachtern und Gerichten tatsächlich nicht ausreichend würde das auch für alle anderen Bahntunnel in Deutschland gelten. Zwar gibt es einen gewissen Bestandsschutz, eine Klage gegen einen bestehenden Bahntunnel, z. B. von einem Anwohner den eine Bahnstrecke stört, würde aber fast unweigerlich dazu führen das die Gerichte diesem stattgeben MÜSSTEN! In Stuttgart gibts dazu das Beispiel des Fernsehturms, dessen Brandschutz nach fast 70 Jahren trotz Nachrüstung als ungenügend befunden wurde und zu einer sofortigen Sperrung des Bauwerks führte. Die Stationen der S-Bahn Stuttgart wurden vor einigen Jahren übrigens auch aufwändig umgerüstet um in Betrieb belieben zu können. Konkret geht es bei den S21-Tunneln übrigens um den angeblich zu geringen Abstand der Rettungstunnel zueinander. Diese liegt, soweit ich weiß, bei aktuell 1 km zueinander. Die Gegner fordern höchsten 500 m Abstand voneinander. Wird dem stattgegeben müssen also bei jedem Bahntunnel in Deutschland die Tunnelbohrer anrücken.

    Das Problem der B14 (Stadtautobahn) ist schlicht und einfach das es keine Alternative zu ihr gibt wenn man von den Fildern oder von Böblingen/Sindelfingen usw. nach Cannstatt oder Fellbach, Waiblingen, Backnang will. Für die Innenstadt ist die B14 ja auch komplett überdimensioniert. Sie erfüllt aber eben leider einen überregionalen Zweck – deswegen ist es ja eine Bundesstraße – und kann damit auch nicht so ohne weiteres in eine normale Straße umgewandelt werden. Den Verkehr den man dann auf der B14 weniger hat hat man dann eben in Degerloch und Stuttgart Ost, wo heute schon oft kein Durchkommen ist. Gerade für S-Ost wird der Rückbau der B14 eine Katastrophe sein! Aber S-Ost ist eben auch nicht Süd oder West, da wohnen keine Daimler-Manager oder Juristen mit Rennrad, die Verdrängung des Verkehrs dorthin geht somit der Stadt offensichtlich am Allerwertesten vorbei.

    Um drei Uhr nachts oder um drei Uhr tagsüber? Also eigentlich gibt es in der Stadt jede Menge Restaurants, allerdings muss man schon wissen wo. Richtig ist das Richtung Schlossgarten (Park) relativ wenig ist und die Stadt hier in den letzten Jahren auch deutlich ungepflegter wurde. Auf der anderen Seite der Königsstraße, in der Lautenschlager und der Calwer Straße gibt es aber viel Gastronomie und durchaus auch recht gutes Niveau. Große Baustelle – im wahrsten Sinne des Wortes – ist halt am Marktplatz. Hier wird sich aber in den nächsten Jahren viel zum positiven verändern und es sind einige Sachen in der Pipeline (4 Giebel). Mit dem Dorotheen Quartier hat sich eine schmuddelecke ja schon gewaltig gewandelt, ebenso hinter dem Rathaus. Rund um den Hans im Glück Brunnen gibt es viele gute Kneipen (Bergamo, Marshall, Matahari, Kottan), hinterm Rathaus das sehr gute Tatti. Beim Breuninger die Sansibar, die Markthalle, alles gut. So schwarz wie viele andere sehe ich das alles nicht. Was aber stimmt, gerade die eher gepflegten Ecken sind in den letzten Jahren ziemlich runtergekommen – Schulstraße, Schlossgartenhotel, Eckensee, Schlossplatz – hier muss sich was tun!

    “Mehr Bullerbü wagen” – was ein Schmarrn. Unabhängig davon das das Bullerbü-Idyll in Schweden gescheitert ist – Stichwort Waffenkriminalität – ist auch die Frage ob man in der größten deutschen Metropole wirklich familiär, dörfliche Strukturen braucht. Was ist falsch am bisherigen Kiez? Diese exklusive Bullerbü-Mentalität ist nichts anderes als Biedermeier der es insbesondere Migranten schwer macht anzukommen. Zur Fischerinsel – gab es hier eigentlich jemals Ambitionen zur Rekonstruktion?

    Naja, die Stuttgarter Innenstadt mag relativ hässlich sein, aber sie ist auch nicht hässlicher als die ähnlich großer Städte! Dortmund, Essen, Hannover, Kassel – da sieht’s doch genauso aus! Köln – hat halt den Dom, und sonst? Frankfurt – was gibts da wenn man sich die Hochhäuser wegdenkt? Wenn man ehrlich ist ist sogar München an vielen Ecken ziemlich hässlich, nur schafft es München seine Vorzüge besser zu vermarkten. Stuttgart hat genau ein großes Problem das die Stadt von den anderen deutschen Städten unterscheidet. Und das ist eben die Dauerbaustelle im Herzen der Stadt. Sobald diese Baustelle verschwindet gehts auch langsam wieder bergauf, da hab ich durchaus Hoffnung. Denn was es in Stuttgart zu genüge gibt sind engagierte Menschen mit Ideen und Talenten. Manchmal setzen diese ihre Energie leider für das falsche ein.

    ^ In der Fläche nimmt Deutschland ab, die Ballungsräume und Metropolen wachsen aber eher. Abgemildert wurde das Wachstum jetzt nur durch Corona da z. B. ausländische Studenten und Fachkräfte ausbleiben. Viele Menschen wollen auch in die Städte ziehen und finden dort schlicht und einfach keine Wohnung. Zum Thema Wohn-Hochhäuser verstehe ich nicht warum man das nicht viel pragmatischer angeht. Bis ca. 60m Höhe sind Hochhäuser noch relativ rentabel und Erschließungskosten sind pro Kopf sogar geringer wie bei konventionellen Wohngebäuden. Im Prinzip ist es doch eine typische Mischkalkulation, teure Wohnungen oben (Penthouse) ermöglichen günstigere Wohnungen weiter unten. Damit hat man dann auch eine soziale Durchmischung erreicht. Höhere Wohn-Hochhäuser dürften in den meisten deutschen Städten utopisch sein. In Frankfurt dienen diese auch eher als Wertanlage oder als Zweitwohnung von Top-Managern zusätzlich zur Villa im Taunus. Quadratmeter Preise von 20.000 € pro Quadratmeter – wie beim Grand Tower – dürften in Leipzig wohl eher utopisch sein.

    Dubai, Moskau oder Shanghai müssen jetzt ganz stark sein – hier kommen die Schwaben und zeigen wie Skyline geht! Aber mal im Ernst, weiß die Stadt eigentlich selbst wo sie mit der City Prag hinwill? Die ganze Gegend ist ein komische, aber irgendwie auch Stuttgart-typische Melange aus Autohaus, Kultur, Büros, Wohnen und Hotel. Was man vergeblich sucht – eine klare Linie, Aufenthaltsqualität und Qualität der Einzelbauten. So sehr ich mich auch über die 2 Türme hier freue, so fragt man sich doch was aus diesem Gebiet einmal werden soll? Was hier fast komplett fehlt ist z. B. Gastronomie und Einzelhandel und ein klares Zentrum des Viertels. Insgesamt wirkt mir das dann doch zu sehr nach Gewerbegebiet und um richtig zu wirken fehlen mindestens noch 2 Türme und eine größere Höhenstaffelung (z. B. 120m).

    Ehrlich gesagt verstehe ich auch nicht so recht warum hier eine Zwischennutzung nicht in Betracht gezogen wird. Eventuell befürchtet man bei Signa das dies Komplikationen nach sich ziehen könnte und setzt darauf mit einem zügigen Abriss Tatsachen zu schaffen. Ob der fensterlose Klotz mit seinen großen Flächen im inneren allerdings überhaupt für eine Nutzung ala Fluxus geeignet gewesen wäre steht auf einem anderen Blatt.

    Da es sich auch hier um eine Stuttgart-typische, relativ komplizierte Stadtbahn-Kreuzung handelt kann ich mir nicht vorstellen das hier die Bahn tiefergelegt wird. Wenn, dann könnte man höchstens eine der Strecken in den Untergrund legen, die andere würde oberirdisch bleiben. Mit dem Kaufhof-Areal hat eine tieferlegung der Stadtbahn aber nichts zu tun, höchstens wenn man jetzt den Wilhelmsplatz bebauen wöllte was ich für ausgeschlossen halte.