In der Stadt ist einfach kein Platz für die vielen Autos. Nehmen wir mal die Gründerzeitviertel. Vor einen Gründerzeitler passen im Schnitt 3 Autos. Es wohnen aber durchschnittlich 10 Parteien dort. Wir reden also schon jetzt von einer Minderheit, was sich mit der Bebauung der letzten Brachen noch weiter bemerkbar machen wird. Dafür wird dem ruhenden Verkehr eine ganze Menge Stadtfläche zugestanden. Fahrradabstellflächen (auch für Besucher) findet man dafür nicht so häufig vor Wohnhäusern und im öffentlichen Raum reichen die Plätze oft nicht aus. Es gibt keine Stellflächen für Pflegedienste, Handwerker im Einsatz oder Lieferfahrzeuge, da die Straßenränder großflächig von Privat-PKW belegt werden.
Soviel zum Platzproblem.
Autos mit Verbrennermotoren sind nicht umweltfreundlich. Sie stoßen Abgase aus, erhöhen damit die Schadstoffbelastung für die Menschen, die dort leben und für die Umwelt allgemein. Soviel zum Umweltaspekt.
Sie sind laut. Nicht nur durch das Fahrgeräusch, sondern durch sportliches Anfahren, Hupen und Auslösen der Alarmanlage. Oder das wilde Klingeln der Straßenbahn, wenn wieder jemand meint, er könne noch kurz vorher über die Kreuzung fahren.
Nicht jeder Autofahrer verhält sich regelkonform. Parken in zweiter Reihe (auf dem Radweg), um sich z. B. einen Döner zu holen ist Usus. Wird auch von Krankenwagen und Polizei (nicht im Einsatz) praktiziert.
Das Auto ist keine Erweiterung der eigenen Person (auch wenn es sich von drinnen so anfühlt, wie ich sehr wohl weiß), sondern ein Werkzeug, was mich von A nach B bringt. In den allermeisten Fahrzeugen sitzt nur der Fahrer. Für die Stadt ist das nicht länger machbar.
Da die Erweiterungsmöglichkeiten der Tram begrenzt sind und ohnehin viele Fahrradfahrer in der Stadt sind, ist es nur natürlich, dass diesen mehr Raum gegeben wird. Jeder Fahrradfahrer hat genaus so viel Recht auf Stadtraum wie jeder Autofahrer (ohne Auto) und Fußgänger. Wer trotzdem ein Auto will, muss am Stadtrand leben oder in eine Wohnung mit TG-Platz investieren.
Der Straßenraum muss umgestaltet werden, um auch für Pflegedienste, Handwerker und Lieferfahrzeuge Platz zu schaffen. Auf einem Autoparkplatz kann man locker einen Baum, zwei Fahrradbügel und eine Bank unterbringen.
Für den Durchgangsverkehr würde ich ebenfalls geeignete Sperrungen empfehlen, um diesen auf die gewünschten Strecken zu lenken.
Ich würde niemandem verbieten, sein Auto zu fahren. Kann halt teuer werden und länger dauern.