Beiträge von Birte

    ^ Ich persönlich habe an der Baumasse erstmal wenig auszusetzen. Auch wenn es deutlich leiser wird, wenn Pendler und Lieferverkehr durch sind, bleibt die Lage doch sehr laut. Balkone kann man trotzdem nutzen, wenn auch nicht zum Vogelgezwitscher anhören.

    Ich freue mich, dass eine oder doch zwei Gewerbeeinheiten vorgesehen sind und hoffe auf einen Bioladen...

    Die Glaswand rechts auf der GSS-Seite erschließt sich mir nicht.

    Probleme habe ich mit der Fassade. Es sieht nach Platten aus, die vermutlich sehr schnell Straßenpatina ansetzen und ranzig aussehen werden. Vielleicht hätte man besser auf Klinker gesetzt.

    Neues zum Projekt Paul-Gruner-/Kohlenstraße (zuletzt hier) - offenbar soll dieser Traum in Beige und Anthrazit mit 8 Eigentumswohnungen entstehen. Neu für Leipzig (soweit ich weiß) sind die Einzelgaragen, die dafür sorgen, dass vor dem Haus garantiert niemand parken kann.

    Durch einen Presseartikel über den Verkauf mehrerer Objekte von Quarterback bin ich auf ein Projekt gestoßen, was wir hier noch nicht hatten. Offenbar ist in der Karl-Heine-Straße 94 eine Wohnanlage geplant - den Hausnummern nach wird es wohl etwas Größeres werden. Neben diesem Objekt sind in Leipzig noch der Neubau in der Alexanderstraße und der Neubau Käthe-Kollwitz-/Elsterstraße vom Verkauf betroffen.

    Dem letzten Teilsatz kann ich mich nicht anschließen - ich habe schon in allen Himmelsrichtungen viele dumme Überlebenskünstler getroffen und viele Intelligente, die sich nicht allein die Schuhe zubinden konnten. Vielleicht kann man sagen, dass die Fähigkeit, sich an sich ändernde Gegebenheiten anzupassen und entsprechend zu reagieren eine Rolle spielt.

    ^^^ Ich antworte mal allgemein (direkte Ansprachen sind eher etwas für PNs):

    Ja, ich habe Kontakte zu anderen Menschen außerhalb Leipzigs. Nein, ich habe nicht versucht, jemand anderem seine Welt zu erklären. In allen Bundesländern (selbst im reichen Bayern) gibt es Orte, die im Sterbeprozeß sind und abgehängte Gegenden. Das ist kein ostdeutsches Problem. Das Sachsen-Bashing hat meiner Ansicht nach seine Ursache in der Affinität vieler Bewohner in Richtung sehr weit Rechts.

    Das Zentrum soll die Auswirkungen der Vereinigung zweier Staaten zu einem Staat wissenschaftlich untersuchen. Wo ist das Problem? Die angesprochenen Aspekte werden sicherlich mit untersucht.

    Ich halte es übrigens für fatal, die Einheit an ökonomischen Faktoren festzumachen. Die sind nie gleich. Der Vergleich Bayern - Schleswig-Holstein fällt mir dabei wieder ein.

    ^^ Meinst du die gleichen Medien, denen wichtigste Schlagzeile an Feiertagen ist, wo es Brötchen und andere Lebensmittel zu kaufen gibt? Außerdem hätte ich gern eine Definition des Begriffs "Westdeutscher". Wie lange muss man hier sein, um nicht mehr zu dieser Gruppe zu zählen? Was ist mit denen, die zu der Zeit, als unmittelbar nach der Wende massenhaft Umzüge von Ost nach West durchgeführt wurden, in die Gegenrichtung gezogen sind? Sind das auch noch "Westdeutsche"?

    Um mal wieder zurück zum Thema zu kommen - die Vereinigung Deutschlands war und ist eine besondere Situation mit ihren eigenen Problemen, Chancen und Herausforderungen. Dass man diese wissenschaftlich untersucht, ist doch nur zu begrüßen, oder? Ich hoffe auf Leipzig, glaube aber nicht wirklich daran.

    Vielleicht wäre es sinnvoll, die Unterteilung in West- und Ostdeutsche mal zu unterlassen. In Schleswig-Holstein weint auch niemand darüber, dass die meiste Industrie sich in Hessen, Bayern oder Baden-Württemberg angesiedelt hat. Die lokalen Akteure tun eine Menge und das Leipziger Lokalkolorit trägt ebenfalls dazu bei, Neuansiedlungen herzuholen. Zwingen kann man die Unternehmen nicht - auch diese genießen die Freiheit, sich dort niederzulassen, wo es ihnen gefällt - oder an ihrem Stammsitz zu bleiben.

    Also, hier in Gohlis ist der ÖPNV hervorragend. Trotzdem sind die Straßen zugestellt und abends/nachts sieht man die Leute auf der Parkplatzsuche cruisen. Gleiches gilt für Schleußig und das Waldstraßenviertel und vermutlich auch noch viele andere Bereiche.

    Von Verboten redet doch erstmal niemand. Es geht darum, Parkplätze und die eine oder andere Autospur den anderen Verkehrsteilnehmern zuzuschlagen.

    Ja, der einzelne Autofahrer wird öfter mal im Stau stehen, da zunächst die mit bis zu 300 Leuten besetzte Tram durchgelassen wird und er weniger Spuren zur Verfügung hat.

    Leipzig ist kompakt genug, dass man bei intelligenter Wohnungswahl mit ÖPNV und/oder Fahrrad in weiten Teilen der Stadt hervorragend ohne Auto klarkommt. Für gelegentliche Fahrten gibt es ja noch die Teilauto-Anbieter bzw. gelegentlich mal das Taxi.

    Jeder, der trotzdem Autofahren will (oder muss), soll das tun - nur besteht kein Recht darauf, immer und überall einen Parkplatz zu bekommen bzw. auf der grünen Welle mit 60 km/h durch die Stadt zu brettern.

    Zum St. Georg fährt die 16 - da muss man nicht unbedingt hinradeln. Da wäre das Herzzentrum als Beispiel besser geeignet gewesen. Die ÖPNV-Anbindung der beiden großen Autobauer ist definitiv verbesserungswürdig.

    Und natürlich gibt es am Stadrand und auf dem Land viele Gebiete, wo man nicht ohne Auto zurecht kommt. Daher werden die Autobauer auch weiterhin gut zu tun haben. In großen Teilen der Stadt selbst braucht man allerdings keinen Privat-PKW.

    In der Stadt ist einfach kein Platz für die vielen Autos. Nehmen wir mal die Gründerzeitviertel. Vor einen Gründerzeitler passen im Schnitt 3 Autos. Es wohnen aber durchschnittlich 10 Parteien dort. Wir reden also schon jetzt von einer Minderheit, was sich mit der Bebauung der letzten Brachen noch weiter bemerkbar machen wird. Dafür wird dem ruhenden Verkehr eine ganze Menge Stadtfläche zugestanden. Fahrradabstellflächen (auch für Besucher) findet man dafür nicht so häufig vor Wohnhäusern und im öffentlichen Raum reichen die Plätze oft nicht aus. Es gibt keine Stellflächen für Pflegedienste, Handwerker im Einsatz oder Lieferfahrzeuge, da die Straßenränder großflächig von Privat-PKW belegt werden.

    Soviel zum Platzproblem.

    Autos mit Verbrennermotoren sind nicht umweltfreundlich. Sie stoßen Abgase aus, erhöhen damit die Schadstoffbelastung für die Menschen, die dort leben und für die Umwelt allgemein. Soviel zum Umweltaspekt.

    Sie sind laut. Nicht nur durch das Fahrgeräusch, sondern durch sportliches Anfahren, Hupen und Auslösen der Alarmanlage. Oder das wilde Klingeln der Straßenbahn, wenn wieder jemand meint, er könne noch kurz vorher über die Kreuzung fahren.

    Nicht jeder Autofahrer verhält sich regelkonform. Parken in zweiter Reihe (auf dem Radweg), um sich z. B. einen Döner zu holen ist Usus. Wird auch von Krankenwagen und Polizei (nicht im Einsatz) praktiziert.

    Das Auto ist keine Erweiterung der eigenen Person (auch wenn es sich von drinnen so anfühlt, wie ich sehr wohl weiß), sondern ein Werkzeug, was mich von A nach B bringt. In den allermeisten Fahrzeugen sitzt nur der Fahrer. Für die Stadt ist das nicht länger machbar.

    Da die Erweiterungsmöglichkeiten der Tram begrenzt sind und ohnehin viele Fahrradfahrer in der Stadt sind, ist es nur natürlich, dass diesen mehr Raum gegeben wird. Jeder Fahrradfahrer hat genaus so viel Recht auf Stadtraum wie jeder Autofahrer (ohne Auto) und Fußgänger. Wer trotzdem ein Auto will, muss am Stadtrand leben oder in eine Wohnung mit TG-Platz investieren.

    Der Straßenraum muss umgestaltet werden, um auch für Pflegedienste, Handwerker und Lieferfahrzeuge Platz zu schaffen. Auf einem Autoparkplatz kann man locker einen Baum, zwei Fahrradbügel und eine Bank unterbringen.

    Für den Durchgangsverkehr würde ich ebenfalls geeignete Sperrungen empfehlen, um diesen auf die gewünschten Strecken zu lenken.

    Ich würde niemandem verbieten, sein Auto zu fahren. Kann halt teuer werden und länger dauern.