Beiträge von eosander

    1A-Bilder, Jo-King :daumen::juhu:

    Ich habe mir übrigens vor kurzem beim "Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung" die DVD "Architekturgeschichte Wilhelmstrasse 49" bestellt und sie heute erhalten. Man kann sie unter folgendem Link kostenlos bestellen:

    DVD Wilhelmstraße 49

    Auf der DVD findet sich neben historischen Filmaufnahmen vom Wilhelmplatz auch ein interessantes Interview mit Laurenz Demps, Professor für Geschichte an der Humboldt-Universität und u.a. Autor des Buchs "Berlin-Wilhelmstraße, Eine Topographie preußisch-deutscher Macht", in dem er auf die städtebaulichen Zusammenhänge von "Pariser Platz", "Leipziger Platz", "Belle-Alliance-Platz" (heute "Mehring-Platz") und Dreifaltigkeitskirche (stand an der Mauerstraße vor der heutigen Botschaft Nordkoreas) und dem Wilhelmsplatz im Kreuzungspunkt der Verbindungsachsen dieser zuvor genannten vier Orte eingeht. Demps plädiert für die Wiederherstellung des Platzes und den Abriß der ihn verstellenden Gebäude. In diesem Zusammenhang erwähnt er besonders die "Geheimniskrämerei" bei der Beräumung des Wilhelmsplatzes 1973 und der unter ihm befindlichen Bunker von Göbbels aus Anlaß des Neubaus der heutigen Tschechischen Botschaft. Er spricht davon, daß das Stadtbild an dieser Stelle "bewußt auch demoliert worden" ist und bemängelt den fehlenden "Auseinandersetzungsprozeß". Die Architekturen der Gebäude rechtfertigen seines Erachtens nicht den Erhalt der Neubauten auf der ehemaligen Platzfläche. :applaus:

    Ich hab mir mal den Spaß gemacht, und auf der Internetseite des Gebäudes Wilhelmstraße 43 (direkt südlich an das Gelände der Tschechischen Botschaft angrenzend) nachgeschaut

    (http://www.wilhelm43.de).

    Glaubt man den vollmundigen Sprüchen dieser Internetpräsenz, dann haben die Herren der Huk Coburg ja schon immer gewußt, welches Potential in dieser Straße steckt. Man betont daß die Wilhelmstraße fortlebe und zeigt, ganz geschichtsbewußt :D , winzig kleine Bilder des Reichsfinanzministeriums, daß im Krieg zerstört wurde. Nun werden die Herren nicht müde zu betonen, daß sie in ihrer großen Weisheit dieses Gebäude für die ebenso weisen zukünftigen Nutzer des Gebäudes errichtet haben.


    (Quell:Jo-King)


    Angesichts der 0815-viel-Glas-und-Stahl-Architektur habe ich allerdings eine andere Vermutung:
    Die Herren der Huk Coburg wollten ihr Kapital möglichst gewinnbringend in eine Immobilie in zentraler Lage investieren. Man fand eine gutes Grundstück, knallte dort eine Investitionsruine mit 0815-Architektur aus der
    Konserve hin und wartete darauf, dass einem die Interessenten die Bude einrennen, was jedoch, wenn ich mich nicht irre, bis dato jedenfalls nicht geschehen ist.
    Kein Wunder: Solcherlei "Glasbaracken" hat Berlin wirklich schon genug. Man braucht nur einmal auf das Eckgebäude Leipziger Straße 124 schräg gegenüber schauen:


    (Quelle:Jo-King)

    Zu hoffen bleibt,daß diese architektonischen Mißgriffe mit dem Charme der Beliebigkeit möglichst rasch wieder verschwinden und durch qualitätsvolle Architektur in Stein (vergleiche die "3 Leiziger" in der Leipziger Straße) ersetzt werden:


    (Quelle: http://www.stadtentwicklung.berlin.de)


    (Quelle: http://www.stadtentwicklung.berlin.de)


    (Quelle: http://www.stadtentwicklung.berlin.de)

    Der Wilhelmplatz sollte jedenfalls in seiner historischen Form wiedererstehen. Soviel Geschichtsbewußtsein wäre schon angemessen.


    (Quelle: http://www.bundesrat.de)

    Zeitstrahl Wilhelmplatz

    Wer den Klotz der Tschechischen Botschaft erhalten möchte (steht der tatsächlich unter Denkmalschutz?), kann ihn doch auseinandernehmen und andernorts wieder aufbauen:


    (Quelle:Jo-King)

    Anzumerken ist noch, dass die Zerstörung des Wilhelmplatzes schon vor dem Zweiten Weltkrieg begann, als die Nazis die prächtigen Parkanlagen in eine öde und sterile Aufmarschfläche verwandelten und den kunstvoll gestalteten U-Bahn-Eingang im Jugendstil durch einen funktionalen Karo-Einfach-Zugang ersetzten, der wohl im wesentlichen noch heute dort zu finden ist.


    (Quelle: http://www.bundesrat.de)

    Ich weiß nicht, inwieweit das Grundstück der Tschechischen Botschaft berührt wäre, aber es erscheint mir doch vergleichsweise einfach, den Jugenstileingang und die umgebenden Blumenrabatten zu rekonstruieren. Das wäre schon einmal ein Anfang.

    Das Grundstück Wilhelmstraße 79, wo jetzt nur eine schäbige Mauer steht, ließe sich ebenso wieder mit der historischen Bebauung füllen.

    Davon abgesehen hat die Wilhelmstraße noch ein Problem: Im Vergleich zum Vorkriegszustand ist sie viel zu breit. Auch hier müßte ein Neubebauung Abhilfe schaffen.


    In puncto Voßstraße/Wertheim-Areal bleibt zu hoffen, daß eine Neubebauung nicht mehr lange auf sich warten läßt:


    (Quelle: http://www.stadtentwicklung.berlin.de)

    A propos: Gibt es Neuigkeiten in Hinblick auf die Rechststreitigkeiten?

    Anwaltskanzlei der Wertheim-Erben

    Also, ich hab nochmal nachgeschaut: Demnach stehen die Landesvertretungen an der Straße "In den Ministergärten", d.h. der nördlichen Parallelstraße zur "Voßstraße"

    Landesvertretungen beim Bund

    Die in einem Gemeinschaftsbau errichteten Landesvertretungen von Niedersachsen und Schleswig-Holstein befinden sich am nordwestlichen Ende dieser Straße:

    Landesvertretungen Niedersachsen/Schleswig-Holstein

    Interessant ist, daß noch bis 1992 an den Plattenbauten entlang der Wilhelmstraße gebaut wurde :angry:

    Plattenbauten Wilhelmstraße

    Warum man nicht mit Ende der DDR dieser Stadtverschandelung ein Ende gesetzt hat, kann ich nicht verstehen. So geschichtsvergessen kann man doch nicht sein - oder vielleicht doch???

    Einen Sportplatz in diesem historisch sensiblen Bereich zu bauen, kann doch wohl nur ein schlechter Scherz sein:

    Sportplatz am Führerbunker

    Fehlt bloß noch das "Spaßbad" :cool2:

    Jo-King: wirklich sehr schönes Foto vom Hi-Flyer :daumen: ; weißt du vielleicht, was das rechts am Bildrand für ein Gebäude ist? :confused:


    (Quelle:Jo-King, http://img80.echo.cx/img80/4229/dscn40567mf.jpg)

    Außerdem würde mich interessieren, ob du "rein zufällig" eine Frontansicht des Hauses Voßstraße 33 sowie vom Neubau südlich angrenzend an die Tschechische Botschaft "auf Lager" hast? :confused: (Ich hoffe, daß ich jetzt nicht zu unverschämt bin :confused: )
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    Zu etwas Anderem:
    Was passiert eigentlich mit dem Grundstück der Neuen Reichskanzlei? Einfach Wohngebäude drauf, Gras drüber wachsen lassen und so tun, als sei nichts passiert?

    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtmo…potsplatz3d.jpg

    Interaktive Karte auf neue-reichskanzlei.de

    Ich finde, dass man es sich nicht so einfach machen kann; der Ort wäre wohl die ideale Ergänzung zum Holokaust-Mahnmal (hier: Ort der Täter, dort Ort der Opfer) ... natürlich so gestaltet, daß ewig gestrige Wirrköpfe hier keine Pilgerstätte finden ...
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    Am Zietenplatz/Wilhelmplatz tut sich wohl etwas:

    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/hauptst…etenplatz.shtml

    Und wenn man dem 3D-Stadtplan auf der Website der Berliner Stadtentwicklung trauen darf, dann ist wohl auch eine Neubebauung des Grundstücks der Nordkoreanischen Botschaft (ehemaliges Hotel Kaiserhof am Wilhelmplatz) anvisiert; "geplanter Neubau": ich meine das braune Gebäude mit den 2 Innenhöfen und der Grünfläche rechts daneben am oberen rechten Bildrand auf der folgenden Grafik:

    http://www.stadtentwicklung.berlin.de/planen/stadtmo…potsplatz3d.jpg

    und zum historischen Vergleich nochmals:

    Interaktive Karte auf neue-reichskanzlei.de

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    Last but not least:
    Das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft plant an der Wilhelmstrasse 55 einen Erweiterungsbau:

    http://www.bbr.bund.de/index.html?/ba…erlin/bmvel.htm

    Die Seite wurde am 12.04.05 zuletzt aktualisiert, also ist außer dem Architektenwettbewerb wohl noch nichts Entscheidendes passiert.

    Ausgrabungen Königsberger Schloß

    Im Spiegel Nr. 25 vom 20. Juni findet sich ein interessanter Artikel über die Ausgrabungen in den Kellern des gesprengten Königsberger Schlosses. Die Bevölkerung vor Ort, anfangs noch skeptisch gegenüber den vom Spiegel finanzierten Ausgrabungen, kann sich mehrheitlich (55%) sogar ein wiederaugebautes Schloß vorstellen. Vor Jahren gab es da doch schon einmal Pläne. Gibt es davon Fotos? :confused:

    Wilhelmplatz Juni 2005

    Danke an Ben für die exzellenten Aufnahmen vom Wilhelmplatz nach Wiederaufstellung der Statue des Alten Dessauers:
    http://deutsches-architektur-forum.de/forum/
    showpost.php?p=87071&postcount=181

    Weitere Bilder und Infos auf der Webseite der Thüringer Landesvertretung in Berlin, wo die Feierlichkeiten zur Einweihung des Denkmals stattfanden:

    http://www.thueringen.de/de/tsk/tskb/veranstaltungen/
    archivfremd/br2005/08062005/content.html

    eine Kurzbiografie des Alten Dessauers unter:
    http://www.mdr.de/geschichte/filme/adelshaeuser/
    135610-hintergrund-144425.html
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    Zum bereits 2004 aufgestellten Husarengeneral Zieten wiederum auf der Webseite der Thüringer Landesvertretung in Berlin:
    http://www.thueringen.de/de/tsk/tskb/zieten/content.html

    und eine kurze Biografie des Zieten (mit Real-Video-Beitrag) unter:

    http://www.rbb-online.de/_/fernsehen/magazine/
    beitrag_jsp/key=rbb_beitrag_2389945.html

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    das ganze auf einer nicht mehr ganz aktuellen Luftaufnahme unter:

    http://www.ausderluft.de/luftbild_frame/standard/
    satelliten_bestell_index.php?image=W1186331&
    stadt=Berlin&KID=110000&gebiet=400&x1=
    591346.000&y1=5823133.000&x2=594645.000&y2
    =5820542.000&flag=128&zoomyflag=0&dateiname
    =luftbild_s_vergroessern.php

    A propos: Ich suche noch Aufnahmen von dem Neubau neben der Tschechischen Botschaft (auf obiger Luftaufnahme im Bau befindlich); was befindet sich dort heute?

    Altes Regierungsviertel - Wilhelmstraße und Voßstraße

    Ich habe mir vor kurzem das Buch "Berlin-Wilhelmstraße" von Laurenz Demps und die DVD "Das Berliner Regierungsviertel" von Christoph Neubauer gekauft. Nun frage ich mich, wie es mit diesem wichtigen Ort deutscher Politikgeschichte weitergeht. Am 8. Juni 2005 ist ja mit dem Denkmal des Alten Dessauers das zweite Denkmal am ehemaligen Wilhelmplatz wieder aufgestellt worden. Und der Zietenplatz soll ja auch neu gestaltet werden (siehe http://www.stadtentwicklung.berlin.de). Wie sieht es zur Zeit in diesem Gebiet aus? Gibt es weitergehende Planungen? :confused:

    Homepage des Fördervereins Wiederaufbau Potsdamer Stadtschloss

    Der Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschloss in seiner Kubatur und mit den Rokokofassaden am alten Standort als zukünftiger Sitz des Brandenburger Landtags ist von diesem vor kurzem beschlossen worden. Auf der Homepage des Fördervereins Wiederaufbau Potsdamer Stadtschloss findet sich interessantes Bildmaterial und unter Downloads sogar eine Simulation des Landtags im wiederaufgebauten Stadtschloss.

    Danke für die Bilder vom Wilhelmplatz. Ich hoffe, daß der Platz in nicht allzu ferner Zukunft wieder hergestellt wird. Schließlich ist er für die deutsche Geschichte nicht ganz unbedeutend; und davon abgesehen war er, bis ihn die Nazis, Bomben und Kommunisten verunstalteten, auch schön anzusehen. Die DDR-Plattenbauten hier und an der Wilhelmstraße werden dem Ort bei weitem nicht gerecht und wirken schlichtweg provinziell. Markante Bauten wie die Alte Reichskanzlei oder das Hotel Kaiserhof sollte man weitestmöglich rekonstruieren. Glas-und-Beton-Allerweltsbauten gibt es in Berlin schon wahrlich genug. A propos: Ich hab mir die DVD "Das Berliner Regierungsviertel" gekauft. Wirklich gelungen! Wenn man dagegen die Tristesse von heute sieht, dann könnte man nur weinen. Aber vielleicht sind die beiden Denkmäler des Zieten und des Alten Dessauers ja nur der Anfang. Berlin würde ein rekonstruierter Wilhelmplatz jedenfalls gut zu Gesicht stehen.