Beiträge von CRBauer

    Ich finde, der casus knacksus ist einfach die historische Bedeutung des Platzes. Jetzt kann man sich das Konzept schönreden, eine Markthalle passe doch zur Keimzelle einer Kaufmannsstadt, aber ich bin der Meinung, man muss dem Platz gerecht werden und kann da kein x-beliebiges Projekt hinstellen, wie man sie überall in der Stadt plant. Egal wie "mehrfachgenutzt" und egal wie architektonisch hochwertig. Und die Innenstadt verträgt da auch gut einen Platz, den man ja auch noch mal nicht nur als Zwischenlösung neu gestalten kann.

    Und die Planung ist immer noch aktuell? Da ist ja sogar ein Fußgängersteg vom Großen Burstah zur Trostbrücke übers Wasser entlang der Rückseite der Börsenbrücke eingeplant, wow! Kann mir noch nicht so recht vorstellen, dass das passieren wird.

    Gibt es eigentlich derzeit irgendwelch Pläne oder Diskussionen zur Umgestaltung und Belebung des Hopfenmarktes? Ist das Teil des Nikolai-Quartier-BIDs oder nicht? Die Ideen zur Verlegung des Parkplatzes unter die Erde sind wohl leider vom Tisch? Bleibt das dennoch Parkplatz? Ich habe lange nichts mehr gehört.

    Zum Thema In-Viertel etc.: Es wurden ja sogar Sozialwohnungen am Alten Wall und in der Elbphilharmonie gefordert. Es gibt einfach Lagen, die teuer und gefragt sind, und es gibt teure und gefragte Architektur. Dort billiges Wohnen zu fordern ist schon beeindruckend außerirdisch. In der Hafencity entsteht ein Stadtteil von null - da kann eine Stadt tatsächlich trotz cooler zentraler Wasserlage auf soziale Durchmischung achten und versucht es ja zumindest.
    Ich finde, am wichtigsten wären wirklich effektive soziale Erhaltungsverordnungen für bestehende und gar historische Wohnquartiere.

    Es ist einfacher, Pachtverträge aufzulösen als Grundeigentümer zu enteignen. Und so nett das sein mag, es gibt kein Menschenrecht auf einen eigenen Garten. Die meisten haben keinen.
    Dazu kommt, dass Menschen auf beiden Seiten den zweiten Gedanken hinter der Kleingarten-Idee vergessen haben: Es ging nicht nur darum, Menschen die Möglichkeit zu geben, ein Gärtchen zu haben, sondern auch darum, einsehbare Garten-Gebiete zu schaffen, durch die die Allgemeinheit spazieren und sich daran erfreuen kann. Wie viele Leute sich daran wirklich erfreuen, sei dahingestellt. Viele Kleingärtner heutzutage ziehen auch mannshohe Hecken und errichten Sichtschutzzäune - so war das nie gedacht.
    Davon unabhängig muss man dann einfach fragen, was wichtiger und allgemein dienlicher ist, das demokratisch entscheiden und fertig. Die meisten Entscheidungen sind für eine gewisse Gruppe von Individuen nicht das Gewünschte, aber so läuft das eben in einer Gesellschaft. Ich habe mich auch nicht über das Obdachlosen-Winternotprogramm in meiner Nachbarschaft gefreut, aber ich wäre niemals auf die Idee gekommen, dagegen zu protestieren.

    Dann lieber den H&M-Klotz an der Ecke zur Poststraße beerdigen. Warum das "Zara-Home-Gebäude" weg muss, erschließt sich mir wirklich nicht. Aber der größte Wahnsinn ist ja wohl das Abkloppen des Zierats am rechten Anhängsel des Commerzbank-Gebäudes, nur um die Gebäudestruktur aufzulockern? Die dunkle Sockelzone gefällt mir persönlich gar nicht so schlecht - aber das ist mein ganz subjektiver Geschmack ohne denkmalpflegerische Erwägungen...