Beiträge von Berkowitz

    Rekonstruktion einer weiteren Schlossattrappe

    Bevor seelenlose Investorenarchitektur die Brache des Monbijou-Parks füllen sollte, wäre eine Rekonstruktion des Schlosses eine sinnvolle, historisch belegbare Alternative.
    Inwieweit dann die Rekonstruktion einer Attrappe gliche, oder einer Annäherung an den klassischen Bau, wäre dann zu diskutieren.
    Aber bis dahin bleibt wohl noch Zeit, viel Zeit.

    Stellas Blick nach Osten

    In Bayern sagt man "Hinterherkarteln", in Hochdeutsch fällt mir im Moment nichts zu dieser "wir möchten schnell nochmal was ändern Debatte" ein.
    Braunfels Vorschlag hätte was für einen Neubau auf der Grünen Wiese. Aber auf einer Wiese, wo noch nie was stand. Eben ein persönliches "Herrenchiemsee". Aber da Herr Braunfels kein Königreich wie Ludwig II. besitzt, und er nicht rechtzeitig in die Schlossdebatte eingegriffen hat, wird sein Entwurf zu den vielen gehören, die zwar beachtet, aber nie gebaut werden.
    Mit Stellas Ostfassade bin ich persönlich weder besonders glücklich, noch unglücklich. Eine jetzt noch baulich und finanziell mögliche Überarbeitung könnte positiv durch eine architektonische Auflockerung erfolgen, wie mittels Mauerversätzen in Analogie zum Renaissance-Vorgänger-Flügel und die früher angedachten Loggien. Nur ein Gedanke.

    Best Western Hotel Bleibtreustr. 25

    Zimmerreservierungen werden noch bis 04.Januar 2014 im Hotel angenommen, dann erfolgt voraussichtlich der Auszug des Hotels. Abbruch/Rückbau dann wie geplant.
    Sicher eine Aufwertung dieser Ecke. Kann mich gut daran erinnern, da ich erst im November in der Hotellobby saß, und mir die Frage stellte, wann dieser Bau verschwindet.

    Zur Ansicht, dass das Geplante am Petriplatz mehr als gruselig wahrgenommen wird, kann ich mich nur anschließen.
    Da hoffe ich, ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
    Im Übrigen gibt es gute Beispiele, dass zur Freude "aller" ein Wettbewerbssieger nicht den Auftrag bekommt.
    Ich erinnere mich da an das kürzlich entschiedene Projekt des Neubaus der Rhein-Main-Hallen in Wiesbaden. Die Vergabe erfolgte an den mit deutlichem Abstand weitaus gefälligeren Entwurf des 4. Platzes, und der Sieger mußte zurücktreten.
    Zusätzlich habe ich noch die Hoffnung, dass Frau Lüscher in diesem Forum gelegentlich mitliest, oder zumindest mitlesen läßt. Es gäbe ihr mehr als genug Möglichkeit Erkenntnisse aus dem Bereich interessierter und informierter "Laien" zu sammeln. Nicht nur das. Ich denke etliche Mitglieder dieses Forums sind sicher auch Fachleute aus dem Bau und der Architektenscene, oder als Studenten und Auszubildende auf dem besten Weg dahin.
    Denn in der Ebene, in der Frau Lüscher sich bewegt ist die Gefahr leider sehr groß den Kontakt zur Basis zu verlieren. Und da sollte jedes Mittel recht sein diesen Kontakt, auch zur Unterstützung der eigenen fachlichen Weiterentwicklung nicht zu verlieren.
    Jeder Künstler fährt gut mit einer Muse. Sehen wir uns mal als Frau Lüschers Muse.

    Ja, da ist noch das Europacenter. Eigentlich stört mich das an diesem Platz am meisten. Nicht dass ich das Romanische Haus I zurückhaben wollte, aber eine überarbeitete Fassade bei Beibehalten von Höhe und Bauvolumen wäre ein machbarer Ansatz.

    P.S.: Vielleicht wird es leicht abgeändert doch noch einmal so gebaut, da sich die soziokulturelle Umgebung in den letzten drei Jahren im Bereich der Oranienburger stark geändert hat. Nur rein hochpreisiges Gewerbe und Wohnen geht hier IMHO immer noch nicht, und sollte auch nicht, da es dem Charakter des Viertels nicht entspricht.
    Werde mir das Baufeld am kommenden Wochenende noch mal näher anschauen.

    Das Scheitern des Projektes ist auf die Vielschichtigkeit der Probleme dieses Standortes zurückzuführen.
    Überzogene Erwartungen der Investoren, das Standortimage mit einer damals seit den 90ern etablierten und sehr ortsfesten Post-Wende Kulturscene und nicht zuletzt aufgrund der Tatsache, dass an diesem Standort zurückblickend noch keine Investition jemals so richtig Früchte getragen hat. Der Passagenbau der Friedrichstrassenpassage war von Anfang an eine Fehlinvestition und schaffte es gerade so durch die Krisen des 20. Jahrhunderts, bis der Haupttrakt mit Kuppelbau noch zu DDR-Zeiten geschliffen wurde.
    Man könnte fast meinen da steckt der Wurm drin, aber als Investor würde ich mich an diesem Standort nur mit sehr viel Vorsicht wagen.
    Das leider gescheiterte Konzept mit einer Remineszenz an NY (Flatiron Building) und einer Mischung aus Gewerbe, hochpreisigem Wohnen und der Anlage eines kleinen Parks hätte sicher diesem Standort gut getan, wäre aber nur sehr schwer politisch und dem sozialen Umfeld geschuldet durchzusetzen gewesen.
    Aber so, wie es jetzt ist, kann es auch nicht bleiben!
    Mal sehen, wer eine bessere Idee, und natürlich auch das Geld dazu hat.

    Die Eiermann-Bauten sind eine der wenigen gelungenen Bauten des frühen Nachkriegs-Berlin. Ein Abriss sollte hier nicht zur Debatte stehen. Dass hingegen die Brunnensituation insgesamt unbefriedigend ist liegt auf der Hand. Hier schließe ich mich durchaus den Meinungen an, den Brunnen im Wesentlichen zu belassen, aber das "Kellerloch" großzügig zu öffnen.
    Sicher eine Herausforderung für die zukünftigen Planer dieses innerstädtischen Platzes. Gerade deutsche Stadtplaner tun sich insgesamt schwer bei der Planung von Plätzen einen gesunden Kompromiss zu finden zwischen unangepasster Kleinteiligkeit einerseits und überdimensionierten "Aufmarschplätzen"andererseits, wo nur der Wind durchpfeift. Vielleicht sollte man sich einen Planer aus Ländern holen, in denen das besser funktioniert. Vorschläge?

    Rekonstruktion oder alles neu zur Spreeseite

    Bin ein Freund der behutsamen Rekonstruktion. Das heißt Leitbauten orientiert.
    Da im Bereich des Marx-Engels-Forum mir keine wieder zu errichtenden Leitbauten einfallen, schließe ich mich der Idee einer kleingliedrigen Bebauung mit sehr unterschiedlich geprägten Townhouses zur Spreefront an. Als Pendant zur sehr klar strukturierten Stella-Fassade paßt kein Gründerzeitbau, keine Einheitsreihenhäuser, und vor allem kein weiterer Blockriegel.

    Fassadengestaltung AvD-Palais

    Ich habe mich im September per E-Mail an den AvD gewandt, und vorsichtig nachgefragt, inwieweit der Bauherr, meines Erachtens der AvD, Einfluss auf die Fassadengestaltung genommen hat.
    Die überraschende Antwort war: "... das Grundstück am Leipziger Platz befindet sich nicht mehr im Besitz des AvD und wurde an den jetzigen Investor verkauft..."

    Und noch etwas: Gibt es inzwischen konkrete Bauabsichten am Leipziger Platz 18 (Deutsches Reisebüro)? Oder bleibt die Folie?

    Neue Synagoge für Potsdam

    [quote='calabrone','RE: Potsdam: Wiederherstellung historische Innenstadt (Projekte)']
    Siehe unter http://www.synagoge-in-potsdam.de

    Städtebaulich historisierend und würdig der Funktion ist die Variante "Symbiose" zu werten.
    Salomons Tempel und einer zeitgerechteren Synagogenarchitektur allerdings näher (siehe Neue Synagoge in München:http://www.ikg-m.de/juedisches-zen…-hauptsynagoge/ und in Dresden:http://www.das-neue-dresden.de/synagoge.html) wäre die Variante "Stadtskulptur".
    Auch "Dreiklang" und "Symbolismus" haben ihren Reiz.
    Alles in allem sehr interessante Projektplanungen!

    Thälmann-Park auf dem Gelände der ehemaligen Gasanstalt

    Rückblickend in die Geschichte erfolgte auf dem Gelände die aus heutiger Sicht nicht ganz unproblematische Gaserzeugung aus Steinkohle.
    Die drei den Bezirk prägenden Gasometer sind nach ihrem Abriss 1984 -trotz Denkmalschutz (Zur Sprengung der Gasometer am Prenzlauer Berg:http://www.stadtschnellbahn-berlin.de/strecken/02/gaso.php)- leider Geschichte.

    Hierzu auch der Link zum Presseartikel zur Geschichte von Gasometer-Abriss und Neugestaltung des Thälmann-Parks:
    http://www.tagesspiegel.de/berlin/prenzla…rk/1788996.html

    Heute wären die Gasometer, wenn sie noch stünden, vergleichbar mit Projekten in Wien (http://www.wiener-gasometer.at/de), und auch Berlin (Umbau Gasometer/Bunker Fichtestrasse mit Projektdarstellung: http://www.office33.de/speicherwerk/; "Kultur-Gasometer" Schöneberg mit Veranstaltungsflyer inclusive Bildmaterial: http://http://www.eurefcampus.de/de/veranstaltungen/gasometer-und-schmiede/), sicher in neue Wohn- und Kulturkonzepte mit eingebunden worden.

    Bleibt heute nur noch neben der jetzigen Nutzung mit Verwahrlosungstendenz die Frage, ob aus der Steinkohlevergasung noch Altlasten im Erdreich verblieben sind. Und ob zu DDR-Zeiten vor der Neubebauung mit Platte, Planetarium und der Parkanlage ausreichend der Boden sondiert und auch saniert wurde.

    Wertheim Leipziger Platz

    Bei Abbruch 1955/56 des Messel-Baus sind Fassadenschmuckteile ausgebaut und zur späteren Verwendung eingelagert worden. Lagerungsort und Umfang sind mir nicht bekannt. Es handelt sich womöglich um die Arkadenelemente des Sockelgeschosses.

    Ärzte können ihre Fehler begraben, aber ein Architekt kann seinen Kunden nur raten, Efeu zu pflanzen.

    George Sand
    (1804 - 1876), eigentlich Lucie Aurore Dupin, französische Schriftstellerin