Beiträge von stormcloak

    Der Welt-Artikel setzt die aktuellen Zahlen in Beziehung zu denen von 1990 - wofür sollte das relevant sein? Dass ostdeutsche Städte einschließlich Leipzig nach 1990 massiv Einwohner verloren haben, ist doch keine neue Erkenntnis. Die positive Entwicklung vieler Städte läuft erst seit ein paar Jahren.

    In der Einwohnerentwicklung Leipzigs seit 1990 z.B. gibt es zwei Strukturbrüche. Erst sinkt die Einwohnerzahl kontinuierlich bis etwa 1999/2000 (wobei die EIngemeindungen 1999 zu ignorieren sind), dann stagniert die Einwohnerzahl für etwa 10 Jahre mit leicht steigender Tendenz, dann geht es plötzlich rapide nach oben. Diese Zeitreihe über fast 30 Jahre kann man nicht einfach gesamt betrachten und so tun als gäbe es die Strukturbrüche nicht. Da kann nur Unfug bei rauskommen.

    Es gibt auch genug Menschen, die ungewollt Teilzeit arbeiten. Für Unternehmen ist das manchmal attraktiver. Und mit einem Teilzeitgehalt Miete zu zahlen, kann sehr schnell sehr schwierig werden, je nachdem wie der Stundenlohn ausfällt.

    Was man ebenfalls beachten sollte, ist die Diskrepanz zwischen Bestandsmieten und Mieten bei Neuvermietung - wer in München seit 20 Jahren eine Wohnung hat, der kann sich die vermutlich auch als Kassierer noch leisten. Eine neue Wohnung zu finden dürfte hingegen nahezu unmöglich sein.

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    Das "Umland zu stärken", was - wenn man die Medienberichte in den letzten Wochen so verfolgt - derzeit eine der Strategien zu sein scheint, ist aus mehreren Gründen keine Lösung


    Das Umland mag außerdem nur selten Geschosswohnungsbau. Und Einfamilienhäuser oder Reihenhäuser sind zwar gut und schön, lösen aber das Wohnungsproblem auch nicht, zumal nicht, wenn wir über einkommensschwächere Menschen reden.

    Ich halte es für falsch, über Architektur so zu reden als hätte sie keine gesellschaftliche und damit ethische Dimension. Dieses Gebäude ist im Wortsinne a-sozial.

    Meine Wortwahl war überzogen, da hast du Recht, aber zu meiner Verteidigung verweise ich darauf, dass mir das hier im Forum nicht oft passiert - soweit ich mich erinnere bisher noch nie. Das Hebelstraßengebäude verdichtet in meinen Augen alles, was in Architektur und Städtebau heute falsch läuft, es ist ein Superlativ.

    Übrigens kommt es auch extrem selten vor, dass ich mit Altbaufan einer Meinung bin. Spricht das jetzt gegen mich oder gegen das Gebäude? :D

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    Zitat von Cowboy

    Dass mit der Familie bezog sich auf stormcloaks Hoffnung, die Abrissbagger mögen bald wieder anrollen. Damit wollte ich verdeutlichen, dass es wohl noch ein bisschen länger dauern wird, bis hier die Abrissbirne kommt.


    Natürlich ist mir das klar und ebenso natürlich ist dir klar, dass mir das klar ist. Aber wir wissen doch beide, dass Architektur manchmal eine kurze Halbwertzeit hat und ich vermute (und hoffe!) stark, dass das auch hier der Fall sein wird.

    Du liebe Güte... Bonuspunkte für die Kunst am Bau, aber davon abgesehen ist dieses Trum mit seinen Garagenflügeln vermutlich das hässlichste, irrelevanteste Gebäude in ganz Leipzig und in seiner Altbauumgebung das schönste Beispiel für moderne A********architektur, das ich bisher gesehen habe. Kann man nur hoffen, dass die Abrissbagger möglichst bald wieder anrollen. :nono:

    Ich hab' die Visualisierung nicht als realitätsnahen Entwurf interpretiert. Würde daher erstmal abwarten, bis man erkennen kann, wie die Fassaden genau gestaltet werden sollen.

    Dass Farbe durchaus funktionieren kann, sieht man mMn an der Uni, jedenfalls, soweit sie schon saniert ist. Es kommt, denke ich, mehr aufs Fassadenmaterial und die Formensprache an als auf die Farbe. Wenn die Hochhäuser tatsächlich so bonbonfarben werden sollen, käme es vor allem darauf an, einen Plastiklook zu vermeiden

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    Parteien am rechten Rand ziehen ihre Stärke wohl vor allem aus der Tatsache, dass viel zu viele Menschen sich von solchen plumpen Schlagzeilen überzeugen lassen.

    Ein niedriges Renteneintrittsalter bedeutet keinesfalls, dass die Leute tatsächlich in diesem Alter in Rente gehen - und über Wohlstand und Lebensqualität im Alter (oder das Fehlen derselben) sagt es schon gleich gar nichts aus.

    Die meisten Menschen in Deutschland, ganz sicher diejenigen, die an der ungleichen Verteilung leiden, verfügen über wenig bis kein Erspartes - und würden durch Niedrigzinsen daher gar nicht betroffen. Konjunktiv, weil Niedrigzinsen dank kaum existierender Inflation ohnehin nichts abschmelzen. Wer unter den niedrigen Zinsen tatsächlich "leidet", der besitzt soviel, dass es ihm wirtschaftlich nicht ernsthaft weh tut.

    Zunehmende Ungleichheit ist sicher ein Problem, und ich stimme zu, dass die EU daran zugrunde gehen kann, wenn sie (bzw. die deutsche Regierung!) nicht endlich konzertiert dagegen vorgeht. Aber quatschbasierte Plattheiten helfen auch nicht.

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    Ich bin mir sehr sicher, dass dir hier (ausnahmsweise) nur ganz, ganz wenige Foristen widersprechen mögen.


    Na, dir ist er ja offensichtlich erfolgreich auf den Schlips getreten. :lach:

    Ich stimme zwar deiner Rechtschreibung zu, aber Bau-Lcfrs Beobachtungen. Außerdem finde ich es daneben, sich über anderer Foristen fotohaltige Posts lustig zu machen. Bau-Lcfr ist einer der User, die das Forum hier interessant und informativ halten, das kann man auch respektieren, wenn man seine Meinungen nicht immer teilt.

    Diskussionen über die Umgestaltung des Regierungsviertels (um den Ernst-Ludwig-Platz) gibt es immer mal wieder. Es war z.B. von einem möglichen Hotelneubau anstelle des Parkplatzes die Rede: AZ-Artikel von 2015

    Ich weiß aber nicht, was der letzte Stand ist. Vermutlich wird da erst etwas passieren, wenn das Römisch-Germanische Zentralmuseum aus dem Bau neben dem Parkplatz ausgezogen ist. Der RGZM-Neubau entsteht zurzeit am anderen Ende der Altstadt.

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    Und wer legt fest, was "wirklich notwendiger MIV" ist? :glubsch2:


    Falsche Frage - es geht doch nicht darum, jede Autofahrt als notwendig oder nicht notwendig zu klassifizieren, wozu sollte das gut sein? Es sind nicht alle MIV-Fahrten gleich notwendig. Wenn ich als fitter, junger Mann entlang einer Straßenbahnlinie in die Innenstadt fahre oder innerhalb meines Wohngebietes zum Bäcker brause, dann ist das etwas anderes als wenn jemand für seine fünfköpfige Familie den Wocheneinkauf besorgt oder wenn ein Gehbehinderter auf die Arbeit fährt. Dass es große Grauzonen gibt, ist klar, aber darum geht es nicht.

    Die IHK argumentiert doch, dass fließender Verkehr für die Leipziger Unternehmen wichtig sei. Die Leute kommen dann schneller und pünktlicher zur Arbeit und der Lieferverkehr ist zuverlässiger. Die Lösung dafür kann nicht mehr Straße sein, weil das eine Lenkungswirkung hätte, die den Vorteil der zusätzlichen Straßen wieder zunichte machen würde.

    Wenn ich als passionierter Autofahrer gerne im Süden der Stadt wohne, aber im Norden arbeite, dann mache ich das, wenn die Straßenverbindung das hergibt. Wenn nicht, dann muss ich eben in den sauren Apfel beißen und meinen Wohnsitz woanders suchen oder den ÖPNV nutzen. Das Prinzip kann man auch hier in Essen beobachten: Die A40 wird man heute nicht mehr los, aber wenn sie nie gebaut worden wäre, dann wäre sie weit weniger notwendig als sie es heute ist, weil die ganze Entwicklung anders gelaufen wäre.

    Seit ich wieder in Essen wohne, ist es für mich noch deutlicher, wie hirnverbrannt diese Verkehrsplanung ist - Essen wird durch Autobahnen und vierspurige Quasi-Autobahnen mit Ampeln überall zerschnitten und vollgelärmt. Da sieht man, woher der Leipziger Boom u.a. kommt - Leipzig ist eine äußerst lebenswerte Stadt, mit großen Grünflächen, riesigen zusammenhängenden Wohngebieten und wenig Lärm. Wie man diese Vorteile aufs Spiel setzen kann, nur um irgendwelchen MIV-Fanatikern ihr Hobby zu lassen, das will mir nicht in den Kopf.

    Der wirklich notwendige MIV profitiert durch weniger MIV, nicht durch mehr MIV. Entsprechend sollte die Verkehrspolitik ausgerichtet sein.

    Schade finde ich das zwar auch, aber man kann an der Stadtgracht auf ganzer Länge vorbeispazieren und hat von zwei Seiten einen Blick in die Privatgrachten - für eine bisher grachtenlose Stadt ist das doch schon was. Ich denke, durch Wasser und Klinker wird das eine ganz hübsche Ecke ergeben.

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    Mehr noch: Daß die Hersteller ihre Kosten zu minimieren versuchen, ist immerhin noch nachvollziehbar, dass die Volksvertreter jedoch


    Das ist genauso nachvollziehbar - für Politiker ist die Währung eben die Wählerstimme und auch da fallen Kosten an, wenn man die Autoindustrie zu kritisch angeht.

    Es ist doch jetzt so: Wer den Kapitalismus nicht mag, kann jetzt bequem die Großkonzerne verachten, wer Politik nicht mag, kann nun bequem die Politiker verachten. Wie praktisch!

    Das Kernproblem ist doch die völlig irrationale, in Teilen ideologisierte Liebe zum Auto in weiten Teilen der Bevölkerung. Die Auswüchse in Wirtschaft und Politik sind davon die Folge. Das macht es nicht besser, natürlich, aber wenn man die Probleme lösen will, muss man unten ansetzen. Die Autonarrholzköpfe müssen sich ändern.

    Gefällt mir auch ausgesprochen gut, hoffentlich kommt das so.

    Laut WAZ hat sich natürlich direkt die Wutbürgerfraktion formiert:

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    Der Anwohner Paul Jüngst, der vor einigen Jahren ein Nachbarhaus an der Huyssenallee erwarb, spricht im Zusammenhang mit dem Turm gar von einer „Bausünde“. Von den 19 geplanten Geschossen müssten zehn wegfallen, da nur so ein „harmonisches Einfügen“ in die Umgebung möglich sei. Wohnhochhäuser seien zudem keine zeitgemäße Art, neuen Wohnraum zu schaffen


    Da frage ich mich, ob sich Herr Jüngst in seinem Viertel schon mal umgeschaut hat... und dass Wohntürme nicht zeitgemäß seien, ist auch eine ulkige Meinung.

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    - Abschaffung der sinnlosen Einkürzung der Linie 10 (2, 8) in den Sommerferien


    Über diesen Unfug habe ich mich kürzlich auch geärgert. Die 2 ist jetzt morgens noch überfüllter als ohnehin schon.

    Die LVB erdreistet sich sogar, auf der Homepage darauf hinzuweisen, dass diese Linien "fast überall parallel zu anderen Linien verkehren" und Fahrgäste daher auf diese Linien ausweichen könnten. Als ob es Fahrgästen aus dem Leipziger (Süd)westen helfen würde, auf die 1 auszuweichen - wer mit der 2 fährt, will nicht zum Hbf, sonst würde er ja von vornherein die 1 nehmen. Und natürlich fahren gerade zu morgendlichen Stoßzeiten nahezu alle Fahrgäste in die Innenstadt und nicht vom Adler zur Stieglitzstraße.

    Das ist so sturzdämlich, dass ich mich frage, ob die LVB ihr eigenes Liniennetz überhaupt versteht!?