Bei der Petition für die Abschaffung des Baukollegiums bin ich ebenfalls dabei. Anfangs habe ich die Sitzungen gern verfolgt, aber mittlerweile weiß man schon, dass am Ende ambitionierte Ideen in den allermeisten Fällen zurechtgestutzt oder gleich komplett zugrunde gerichtet werden.
Was ich bei Herrn Springer äußerst ironisch finde ist die Tatsache, dass er sich über die "möppeligen" (=klobigen, oft uneleganten) Berliner Hochhäuser beschwert, um im selben Atemzug mit der Stutzung der 150m dafür beizutragen, den scheibenartigen und somit (zumindest aus einer Richtung) klobigen Charakter des Hochpunktes umso mehr herauszuarbeiten. Chapeau, da gehört auch einiges an Humor dazu. Die meisten Menschen werden wohl meist aus Richtung der S-Bahn und auch von der Warschauer Brücke die "Breitseite" dieses Hochhauses wahrnehmen.
Die grundsätzliche Idee des Quartiers finde ich nach den Visualisierungen von Tschoban-Voss an sich sehr interessant (im positiven SInne) und ansprechend. Vieles mag dann sicher mit der individuellen Ausgestaltung der einzelnen Häuser stehen oder fallen.
Das Berliner Hochhäuser aus einem Block herauswachsen empfinde ich aber im Gegensatz zu Camondo aber als städtebauliche Stärke und verträgt sich meines Erachtens auch stärker mit dem Typus der europäischen Stadt als die insbesondere in asiatischen Metropolen verbreiteten Solitäre, gerade in den dichten urbanen Innenstadtbereichen. Sowohl die Hochhäuser am Breitscheidplatz als auch am Potsdamer Platz empfinde ich als positive Beispiele, wohingegen der Estrel-Tower für mich vermutlich auch nach seiner kompletten Fertigstellung irgendwie wie ein Fremdkörper in der platten Umgebung wirken wird, solange man ihn nicht noch mit weiteren Hochpunkten umstellt.