Beiträge von Sidious

    Dass der Sockel des ParkInn umgebaut werden muss, da sind sich alle einig. Wenn aber ein Sockelbau die 36m von Galeria und Covivio aufgreifen würde, stellt sich die Frage nach der Gesamtwirkung. Das ParkInn würde dann aus der Straßenperspektive sehr viel klobiger daherkommen weil ein bedeutender Anteil des Turms im Sockel verschwände.

    Daher meine etwas provokante Idee:

    Sofern genug statische Reserven vorhanden sind, könnte man doch in nachhaltiger und leichter Holzmodulbauweise ebenjene Höhenmeter, die im Sockel verschwinden, oben wieder draufsetzen um die heute Anmutung beizubehalten. Die Anzahl der Hotelzimmer bliebe erhalten, zusätzlich könnte der Sockel den Alexanderplatz auch an dieser Ecke einfassen und darüber hinaus wirtschaftlich genutzt werden. Eine Win-Win-Situation für Hochhausfans, Ostalgiker und Hotelbetreiber gleichermaßen :)

    Ich verstehe nicht so recht, wie man auf den Gedanken kommt, dass ein Investor nach 26 Jahren den postmodernen Entwurf seines ersten Turms in Wien in Berlin kopieren wolle. In diesen Zeiträumen dürften sich Geschmack und Zeitgeist bei den allermeisten Menschen mehr oder weniger weiterentwickeln bzw. verändern.

    Wenn Herr Stumpf so sehr drauf bedacht ist, stets das Maximale aus einer Fläche herauszuholen kann er ja bei der Senatsverwaltung darauf drängen, doch noch den Henning-Larsen Entwurf aus Signa-Zeiten mit seinen zwei Hochpunkten umsetzen zu dürfen. Der gegenwärtige Senat zeigt sich ja mittlerweile einigermaßen hochhausfreundlich. Wenn dann auch noch die architektonische Gestaltung ansatzweise an die Visualisierungen heranreicht, wäre schon unglaublich viel gewonnen. Man kann ja von Signa und René Benko halten was man möchte, aber ich habe die meisten Signa-Entwürfe, so auch den Henning-Larsen-Entwurf sehr gemocht und hätte mir erhofft, noch mehr davon umgesetzt zu sehen. Man wird ja noch träumen dürfen ;)

    ^ Dass der Blockrand nicht zum 50er/60er-Nachkriegsbau geschlossen wird, dürfte vermutlich an der Grundstücksituation liegen. Der Neubau reicht bis an die Grundstücksgrenze heran, der Bestandsbau nebenan aber nicht.

    Mit der zurückgesetzten Ecke vermittelt der geplante Neubau zu seinem ebenfalls zurückgesetzten Nachbarn, zementiert aber damit die Bestands-Situation, weil ein Blockrand dann auch in einigen Jahrzehnten nicht mehr (sinnvoll) wiederhergestellt werden kann.

    Ich kann an dieser Stelle aber durchaus damit leben.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Kleihues setzt in Berlin seit rund 20 Jahren die Standards:

    Concorde Hotel, BND, jetzt Upbeat und bald The Berlinian und FÜRST.

    Es ist eine neue zeitlos elegante Berliner Ästhetik durch das Büro entstanden.

    Auch im Deutschland Vergleich findet sich kaum ein Architekt, der jene Klasse erreicht.

    Ich denke ich weiß was du meinst, aber letzten Endes kann man "Standard" so oder so auslegen.

    Alle von dir erwähnten Bauprojekte - und so auch das Upbeat - eint, dass es sich um äußerst große Bauvolumen handelt, die allesamt mit einer Rasterfassade überzogen sind. Der Unterschied, den Kleihues vom Gros der Architektenschaft abhebt ist - und da gebe ich dir Recht - dass diese Raster-Einheitstapete in der Tat meist recht hochwertig daherkommt. Aber etwas mehr Raffinesse, Abwechslung und Liebe zum Detail würde ich mir an der einen oder anderen Ecke seiner Entwürfe manchmal wünschen, um die Großflächigkeit etwas zu kaschieren oder aufzubrechen.

    Was elegante Berliner Ästhetik betrifft, richte ich meinen Blick unter anderem auf das gegenüber im Bau befindliche Port One von Tobias Nöfer, der genau dieses Händchen für Detailverliebtheit mitbringt, was mir bei Kleihues manchmal etwas fehlt. Auf die Torsituation der beiden Bauten freue ich mich schon sehr.

    Interessant ist die Tatsache, dass der Sockelbau nun im Vergleich zu den noch nicht aktualisierten Visualisierungen von der Webpräsenz von Sauerbruch Hutton tatsächlich andere Farbnuancen erhalten hat und der Beschreibung des Architekten als - Zitat - "einem Sockelbau, der in seinem Volumen, seiner Materialität und Fassadenstruktur mit den Nachbargebäuden korrespondiert" tatsächlich eher gerecht wird und auf den Bildern viel besser mit den Behrensbauten harmoniert.

    Dass der "Covivio"-Schriftzug tatsächlich am finalen Bauwerk zu sehen sein wird, halte ich für eher unwahrscheinlich. Ich denke das ist nur ein Platzhalter in der Visualisierung. Und falls er doch so kommt, sei's drum. Stört mich auch nicht.

    Schade, nicht mal Daniel Craig/ Dietmar Wunder vermag mir dieses Projekt schönzureden. Ich könnte auch die nächsten 10 Jahre darauf verzichten.

    5 Hochpunkte (Molecules und die bestehenden Zwillingstürme nebenan) als Solitaire wie an einer Perlenkette so nah ans Ufer zu stellen halte ich für ganz schlechte Stadtplanung. Selbst wenn das Umfeld künftig weiterentwickelt werden sollte, richtig organisch gewachsen wird die Ecke dadurch nie wirken. Dann lieber in Wassernähe niedriger bauen und mit zunehmendem Abstand vom Wasser höher bauen (und Hochpunkte versetzt zueinander), dann bekämen auch andere künftige Bauvorhaben ein bisschen Spreeblick ab.

    Dass die Sockel eine kleinere Grundfläche haben als die eigentlichen Gebäudekörper dürfte vor Ort erdrückend wirken. Und auch die Architektur der Fassaden empfinde ich als kalt und seelenlos. Wenn mich im Hochglanzvideo der Shot der Nachtaufnahme am meisten anspricht, weil man da nur die Lichter sehen kann, ist das für mich kein gutes Zeichen.

    Um zumindest etwas positives herauszustellen: Immerhin 2 der 3 Türme haben ein einigermaßen günstiges Schlankheitsverhältnis, aber spätestens beim dritten Turm haben wir ihn dann wieder - den typischen "Berliner Moppel" (frei nach Prof. Springer ;) )

    ^ Mmh schade, dann scheinen die beiden oberen Staffelgeschosse nun einen gelb-beige-farbenen Putz erhalten zu haben, anstatt (wie noch in der Visualisierung auf der Seite der Sanus AG zu sehen) eine Klinkerfassade analog der darunterliegenden Geschosse...

    Und war das Gebäude nicht ursprünglich als Ärztehaus konzipiert? Auf der Seite der SANUS wird es nun als 3*-Hotel geführt...

    Bei der Petition für die Abschaffung des Baukollegiums bin ich ebenfalls dabei. Anfangs habe ich die Sitzungen gern verfolgt, aber mittlerweile weiß man schon, dass am Ende ambitionierte Ideen in den allermeisten Fällen zurechtgestutzt oder gleich komplett zugrunde gerichtet werden.

    Was ich bei Herrn Springer äußerst ironisch finde ist die Tatsache, dass er sich über die "möppeligen" (=klobigen, oft uneleganten) Berliner Hochhäuser beschwert, um im selben Atemzug mit der Stutzung der 150m dafür beizutragen, den scheibenartigen und somit (zumindest aus einer Richtung) klobigen Charakter des Hochpunktes umso mehr herauszuarbeiten. Chapeau, da gehört auch einiges an Humor dazu. Die meisten Menschen werden wohl meist aus Richtung der S-Bahn und auch von der Warschauer Brücke die "Breitseite" dieses Hochhauses wahrnehmen.

    Die grundsätzliche Idee des Quartiers finde ich nach den Visualisierungen von Tschoban-Voss an sich sehr interessant (im positiven SInne) und ansprechend. Vieles mag dann sicher mit der individuellen Ausgestaltung der einzelnen Häuser stehen oder fallen.

    Das Berliner Hochhäuser aus einem Block herauswachsen empfinde ich aber im Gegensatz zu Camondo aber als städtebauliche Stärke und verträgt sich meines Erachtens auch stärker mit dem Typus der europäischen Stadt als die insbesondere in asiatischen Metropolen verbreiteten Solitäre, gerade in den dichten urbanen Innenstadtbereichen. Sowohl die Hochhäuser am Breitscheidplatz als auch am Potsdamer Platz empfinde ich als positive Beispiele, wohingegen der Estrel-Tower für mich vermutlich auch nach seiner kompletten Fertigstellung irgendwie wie ein Fremdkörper in der platten Umgebung wirken wird, solange man ihn nicht noch mit weiteren Hochpunkten umstellt.

    Zu den verstärkten Lisenen nach jedem dritten Fenster dürfte es demnächst auch horizontale Äquivalente nach jeder dritten Etage geben, wenn ich es auf den Renderings richtig erkannt habe. Dadurch entsteht sowohl in der Breite als auch in der Höhe eine dezente Gliederung über den gesamten Turm. Ich bin ebenfalls sehr gespannt, wie das nach Fertigstellung wirken wird.

    Ein "Ausrutscher" in der Höhe dürfte hier nicht zu erwarten sein, da in der Baugenehmigungsliste nur von 8 Obergeschossen die Rede ist. Gegenwärtig sind es 6, es kommen also 2 Etagen (eventuell 1 Etage plus Staffelgeschoss) drauf. Dann dürfte sich das Gebäude hinsichtlich der Höhe an seinem rechten Nachbarn orientieren. Zur Linken befindet sich ja das denkmalgeschützte Grenanderhaus, was in seiner Wirkung sicher nicht allzu sehr beeinträchtigt werden dürfte.

    Ergänzend zu den frühlingshaften Bildern berichtet die Berliner Zeitung heute, dass der für das GOWEST leitende Architekt Christoph Kohl von CKSA bereits am vergangenen Donnerstag vollkommen unerwartet in seinem Büro verstorben sei. Sicherlich nicht nur für Freunde des New Urbanism und ambitionierter Architektur eine traurige Nachricht.

    Die Berliner Zeitung veröffentlicht hierzu einen kleinen Nachruf unter dem folgenden Link.

    Oder vielleicht wird das Gebäude einfach in 2 Bauabschnitten realisiert. Auf der Projektwebseite kann man gut sehen, dass der Baukörper aus 3 Teilbereichen zusammengesetzt wird. Wobei der von der Stralauer abgewandte rückwärtige Teil derjenige sein könnte, für den gerade Baufreiheit geschaffen wird:

    (Quelle: © BML Projekte GmbH)

    Vllt. geht es nur mir so. Aber auf der Webcam kann man gerade gut erkennen, wie schlecht sich der Estrel-Tower städtebaulich einfügt - im Großen wie im Kleinen.

    Weder passt für mich ein 175 m hoher Turm in eine so "flache" Gegend abseits der eigentlichen Innenstadt (ja ich weiß, Ringbahn und so...). Sinnvoller wäre es gewesen, einen solchen Turm in ein Cluster mit niedrigeren Türmen zu stellen.

    Weiterhin orientiert sich die Kante des Turms weder am Kanal,noch an der Straßenflucht. Es wirkt, als hätte ein überdimensioniertes Kind eine geometrische Form achtlos fallen lassen.

    Auch was die Fassadengestaltung betrifft (die man zugegebenermaßen nur auf den Visualisierungen erahnen kann (für ein endgültiges Urteil ist es noch lange nicht an der Zeit), erhoffe ich mich ehrlich gesagt nicht viel. Einziger Wermutstropfen ist die Tatsache, dass er keinen "flachen" Abschluss hat. Das war's dann aber auch. Es gibt viele Turmbauprojekte in der Stadt, auf die ich mich freue. Der Estrel-Tower gehört für mich leider nicht dazu.

    Ich finde es auch sehr gelungen. Sicher wirkt es auch nochmal ganz anders, wenn die Räume nicht mehr leer sind.

    Ich wundere mich nur, dass sich niemand an den eckigen "Fensterkästen" stört, vor die dann die Rundbogenfenster gesetzt wurden. Hätte man die Kästen nicht auch nachträglich ausrunden und an die Form der Fenster anpassen können? Ich finde, das wirkt irgendwie unruhig.

    Ich bin der Meinung, dass dieser Entwurf in der Tat sehr vielversprechend ist! Allein schon wegen der Tatsache, dass kein Straßenraster mit dem gewöhnlichen Flachdach-Wohnwürfelhusten, sondern verschiedengroße Häuser mit Satteldächern und einem erkennbaren Gestaltungswillen (Klinkerelemente, Giebel. Gauben etc.) entstehen sollen, findet meinen Zuspruch! Eine solche Ein-und Mehrfamilienhausbebauung passt hervorragend in diese Gegend. Das hat auch nicht viel mit der Zeit zu tun. Im Gegenteil passt eine Plattenbausiedlung mit höherer Bebauungsdichte, wie sie sich Klarenbach vermutlich wünschen würde, einfach nicht in dieses Umfeld ;)

    ^Kann mir kaum vorstellen, dass sie dazu in der Lage sind. Ich habe von diesem Büro noch absolut nichts gesehen, was in diese Ecke passen würde, ohne dass die dauernd als positiv und wünschenswert beschworenen "Kontraste"/"Gegensätze" ausbleiben. Wird wohl wieder nur Rasterfassadeneinerlei oder tendenziell eher brutalistisch-kaltes Aufmerksamkeitsgeschacher aus Glas und dunkelgrauem Beton oder Billig-Alu. Ich hab meine Ansprüche jedenfalls auf 0 herabgesetzt.

    Die New-Urbanism-Entwürfe fand ich auch klasse und hätte sie gern an dieser Stelle gesehen. Aber wir sind hier leider in Berlin.

    Hmm komisch... ich bin sonst eigentlich auch jemand, der sich über architektonische Monotonie und Rasterfassaden aufregt. Bei diesem Bau hingegen stört mich das dieses Mal gar nicht.

    Zum Einen empfinde ich den Bau in dieser Lage angenehm, da es die breite Otto-Suhr Allee in diesem Bereich etwas einfasst. Zum anderen vermisse ich den vorherigen Zustand nicht. Auch handelt es sich bei dieser Lage nicht um die allerbeste Top-Touristen-1A-Lage, sodass architektonische Meisterleistungen hier nicht unbedingt notwendig sind.

    Das Gebäude und die gewählten Materialien empfinde ich als wertig. Große Fensterflächen ( und keine Schießscharten wie so oft...), zudem mag ich die Unterteilung in drei unterschiedlich große Fensterflächen.
    Weiterhin sagt mir das abgesetzte Staffelgeschoss zu, anstatt der sonst üblichen glatten Dachkante und evtl. Technikaufbauten. Ich kann meinem Vorposter hinsichtlich der Ruhe, die dieses Gebäude ausstrahlt, zustimmen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Interessant finde ich, wie das Thema lärm derweil behandelt wird. Die Dovestraße ist ja nicht die Stadtautobahn und trotzdem errichtet der Bauherr eine gebäudehohe Lärmkolonnade - wenn das Schule macht wird es schwer Wohnungsbau an Hauptverkehrsstraße zu realisieren.

    Auf der Seite von Nöfer sieht es so aus, als ob genau diese Lärmkolonnade inzwischen gestrichen wurde. Fände ich schade, da genau diese etwas zu der Einzigartigkeit dieses Gebäudes beigetragen hätte. Aber seht selbst:

    http://www.noefer.de/assets/Uploads…spreeOne-05.jpg
    (c) Nöfer Architekten

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    Geurlt wegen Hotlinking. Bitte künftig auf die Richtlinien für das Einbinden von Bildern achten! Vielen Dank.
    Bato

    ^ also markant finde ich den Dachabschluss schon, wenn auch im negativen Sinne, denn schärfer kann diese glatte Kante ja kaum sein. Und genau das ist es, was mir am meisten aufstößt.
    Der Entwurf hat mir nie gefallen, auch wenn ich zugebe, dass die Reliefstruktur der Fassade aus der Nähe betrachtet doch recht schick geworden ist.

    Aber wie tief ist unser Anspruch gesunken, wenn wir allein dadurch einen Entwurf als gelungen oder auch nicht bezeichnen? Wenn man das Relief nämlich mal weg lässt, sehe ich da nur einen Bau, der an Langeweile und Trivialität nicht zu überbieten ist und an so einer Stelle nichts zu suchen hat. Und "dezent in seine Umgebung einfügen" tut er sich auch nicht. Weder farblich, noch stilistisch (er hat ja keinen erkennbaren Stil).

    Besser wäre es m.E. gewesen, wenn man zumindest, wie mein Vorposter bereits erwähnt hat, einen Dachabschluss mit etwas mehr Struktur gebaut hätte, z.B. eine angedeutete Balustrade. Die hätte dann nämlich sehr wohl etwas von "in die Umgebung einfügen" gehabt (siehe Kommandantur).