Beiträge von Databo

    Dekoratives Anführungszeichen

    Oh ja, die N-Reihe ist die Crème de la Crème.
    Also so wie ich das gesehen habe, wird ja in letzter Zeit einiges im Inneren der N-Gebäude saniert, z.b im ND-Gebäude im Bereich der Zoologie und Neurobiologie, im NA-Gebäude wurden auch einige Räumlichkeiten saniert.
    Glaube von daher nicht so stark, das man rein äußerlich etwas verändern wird, vergleicht man den Sanierungsprozess GB mit IC.

    In allen Gebäuden der N-Reihe wird seit zwei Jahren PCB-saniert, wobei in sämtlichen Büros und Fluren die Bodenbeläge ausgetauscht, einige PCB-Quellen entfernt und Fugen versiegelt werden. All das wird aber bei der endgültigen Gebäudesanierung wieder herausgerissen, weshalb man billige Materialien verwendet. Was im Moment zu beobachten ist, ist also weder Teil der noch Vorgriff auf die Campussanierung, sondern eine – wenn auch enorm aufwendige und für uns Nutzer belastende – Notmaßnahme, um die PCB-Belastung unter die Grenzwerte zu drücken, allerdings offenbar mit mäßigem Erfolg. Die endgültige Erfolgskontrolle steht allerdings noch aus. In NA wurden außerdem einige Räume in einer der unteren Ebenen probehalber kernsaniert, um Sanierungsverfahren zu testen. Die N-Gebäude werden in jedem Fall mindestens wie IC kernsaniert, also in den Rohbauzustand zurückversetzt und neu aufgebaut werden. Ich hoffe wie gesagt darauf, daß man dabei die Fassade in gleicher Form wiederherstellt. Nimmt man das Ergebnis der Probesanierung in NA als Maßstab, könnte diese Hoffnung durchaus berechtigt sein.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Auf der anderen Seite gab es folgendes in dem von dir Zitierten Artikel zu lesen: ,,Die Fakultät für Geowissenschaften mit dem Institut Geologie, Mineralogie und Geophysik und dem Geografischen Institut sowie die Fakultäten für Mathematik und für Psychologie werden dann in die Gebäude einziehen." Quelle: https://www.blb.nrw.de/BLB_Hauptauftr…60205/index.php
    Was bedeutet das NA, NB und GAFO leer stehen würden.

    Richtig, NA wird mit dem Umzug der Fakultät für Mathematik in die I-Reihe leergezogen und anschließend wie oben beschrieben kernsaniert. Die Fakultät für Geowissenschaften belegt derzeit nur einen kleinen Teil von NB, das erst nach der Sanierung von NA durch Umzug der Fakultät für Physik und Astronomie leergezogen und dann voraussichtlich ebenfalls saniert wird. Ob man sanieren kann oder abreißen und neu bauen muß, wird allerdings für jedes Gebäude einzeln untersucht und steht für NB meines Wissens noch nicht fest.

    Ein Problem des sukzessiven Umziehens ist, daß die klare Aufteilung des Campus in die Wissenschaftsdisziplinen insofern zerstört wird, als die I-Reihe am Ende Fakultäten aus Ingenieur-, Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften beherbergen wird. Die anderen Reihen werden allerdings „disziplinenrein“ bleiben.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich habe leider keinen Überblick, was bereits alles geschehen ist. Für meine Begriffe sind die Balkone für die Gebäude stilprägend und sollten von daher nicht verändert werden. Die weiße Farbgebung finde ich unpassend.

    Bisher hat nur IC diese durchbrochene, unruhige, farblose Fassade erhalten. Es ist aber natürlich das Muster für die gesamte I-Reihe, die nun zwangsläufig nach dem Wiederaufbau so aussehen muß. Ich muß allerdings sagen, daß mir auch die alte Fassade dieser Gebäude nicht gefallen hat. Sie war zwar bei weitem nicht so unpassend wie die neue, aber die flächige Aluminiumverblendung fand ich nie besonders schön und an der RUB eher fehl am Platz. Im Moment ist die Sanierung von NA in der Planung. Darüber, wie dort mit der Fassade umgegangen werden soll, habe ich leider noch nichts gehört. Ich hoffe sehr, daß man die N-Gebäude, die in meinen Augen gerade auch wegen ihrer hochstrukturierten Fassade klar die attraktivsten der RUB sind, von außen nicht verändert. Die Tatsache, daß die Denkmalpfleger das ähnlich sehen und die N-Reihe als besonders erhaltenswert hervorheben, gibt zumindest ein wenig Hoffnung, daß hier die schlimmsten Sünden verhindert werden können.

    Dekoratives Anführungszeichen

    http://www.feldhaus.de/wp-content/upl…II-1024x675.jpg

    Interessant ist es, das in der Visualisierung von IA und IB, auf den unteren Ebenen, die ursprünglichen Balkone zusehen sind.

    In der Tat, in der Visualisierung sind die unteren Ebenen in ihrer ursprünglichen Form gezeigt – möglicherweise stammt dieser Teil noch von einem alten Foto. Dafür spricht, daß bei den Pfeilern ein unnatürlicher Versatz zwischen den unteren drei Etagen und dem Rest zu erkennen ist. Allerdings wurde auch bei der Sanierung von IC nur das Hochhaus mit den neuen, durchbrochenen Balkonbrüstungen versehen; der Flachbereich hat die Betonbrüstungen in ihrer alten Form behalten, und zwar unverblendet. Ich vermute, daß das bei IA und IB so fortgeführt wird. Auf den beiden folgenden Fotos ist der Unterschied zwischen Hochbau und Flachbereich für IA vor und für IC nach der Sanierung zu sehen. An der alten, nicht verblendeten Brücke zwischen IA und HZO erkennt man zum Beispiel gut die gleiche Brüstungsform wie am sanierten IC-Flachbereich.


    Fotos: eigene Aufnahmen

    Im Buch „Ruhr-Universität Bochum – Architekturvision der Nachkriegsmoderne“ (S. 132–136) beschreibt Hans Hanke, Denkmalpfleger vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe, die folgenden Eigenschaften der RUB (zwischen M-/I-Nordstraße und G-/N-Südstraße sowie Ost- und Weststraße) als denkmalwert:

    Zitat:

    • Die prägende Silhouette der RUB. Das betrifft die Höhen der Institutsgebäude […], die Höhen der Flachgebäude […] sowie die Ansicht von Süden.
    • Die architektonischen Charakteristika des Erscheinungsbildes der Gesamtanlage, das heißt: die individuelle architektonische Ausgestaltung der Bauten auf der Forumsachse, die typisierte und rhythmisierte Anordnung der Institutsgebäude, die betont horizontal und plastisch ausgebildete Gliederung der Institutsgebäude und deren offenes Ständerwerk an den Süd- und Nordseiten. Das gilt insbesondere für die Gebäude der naturwissenschaftlichen Abteilungen („N-Reihe“), deren Gestaltung mittlerweile als außergewöhnlich qualitätvoll erkannt ist. […]
    • Die Grünflächen, das heißt: Der terrassierte und mit Gebäuden, Vitrinen und Erholungsräumen ausgestattete, parkähnliche Botanischen [sic!] Garten. […] Hinzu kommen auf dem Campus die Binnengärten in den Flachbereichen […] Auch der grüne Park zwischen den Gebäuden mit seinem Relief und seiner Wasserlandschaft […] ist gemeint. […] Besonders schützenswert sind die ursprünglichen Sichtachsen […]
    • Das Farb- und Kunstkonzept, das heißt: Die helle Farbigkeit der einzelnen Gebäudegruppen […], die den Gesamtzusammenhang der Anlage bewahrt […] – die ab 1985 […] für den Außenanstrich bestimmte aktuelle Farbgebung der Institutsgebäude muss dabei nicht maßgeblich bleiben. […]
    • Die Kunstwerke […]
    • Die Material-Charakteristik der Baustoffe, insbesondere Beton. Das betrifft: Die bewusst abwechslungsreichen Flächen der Bauten aus z. B. schalungsrauhem oder -glattem Beton, Waschbeton mit unterschiedlichen Kieselkörnungen, gesägten Oberflächen oder Wickelschalung. […]
    • Einzelbauten. […] Als im Äußeren und Inneren im Material besonders sorgfältig zu behandelnde […] Gebäude oder Teilgebäude sind einzuordnen:
      a) Das Auditorium Maximum […]
      b) Die Universitätsbibliothek […]
      c) Das Musische Zentrum […]
      d) Das Hörsaalzentrum Ost […]
      e) […] die südliche Hälfte des 2. Stockwerkes des Institutsgebäudes GA […]
    • […] die weitere Umgebung im Sinne des „Umgebungsschutzes“, der im Denkmalrecht schwächer ausgelegt ist als der Baudenkmalschutz: Die Fernansicht des Gesamtkomplexes in der umgebenden Landschaft ist unverwechselbar zeichenhaft und trotz oder wegen der Monumentalität der Baumassen in die Landschaft des Ruhr-Tales integriert. Die Ansicht von Süden besitzt dabei die höchste Attraktivität. […]
    • […]
    • Nicht denkmalwerte Bestandteile auf dem Campus sind alle zusätzlich errichteten Gebäude und Gebäudeteile aus der Zeit nach 1984 […]


    Zitatende

    Die Veränderungen an den Balkonen der I-Reihe sind nicht erst auf der Visualisierung zu sehen, sondern bereits seit Abschluß der Sanierung von IC im Jahr 2013 Wirklichkeit. Ob sie denkmalgerecht sind oder nicht, wird kontrovers diskutiert, siehe dazu auch diesen Beitrag. Till Briegleb schreibt im o. g. Buch auf S. 154:

    „[Die] erste Neuschöpfung des Dortmunder Architekturbüros auf dem Skelett der Original-Architektur, der Riegel IC, hat außer Kubatur und Geschosshöhe kaum noch Ähnlichkeit mit dem Vorbild. […] Welchen ästhetischen Gewinn die flachen angebissenen Balkonbänder im strahlenden Weiss [sic!] von Gerbers Umbau gegenüber dem Original haben sollen, zumal sie das erscheinungsbildprägende Stützenraster von 7,50 m der Urbauten störend verunklaren, war im direkten Vergleich überhaupt nicht zu verstehen.“

    So sehe ich das auch. Ich kann mit dieser neuen Fassade nichts anfangen. Die Balkone waren bei der I-Reihe allerdings immer schon mit Aluminium verblendet und nicht aus Sichtbeton, aber es gab früher keine Lücken in der Verkleidung.

    Anmerkung an die Moderatoren: Ich bin nicht sicher, ob so lange Zitate zulässig sind; falls nicht, bitte ich um Benachrichtigung und Löschung des Beitrags.

    BLB ist mit dem Neubau der Gebäude IA-IB an der RUB im Zeitplan

    Mit der zeitgerechten Beauftragung von HOCHTIEF Building als Generalübernehmer hat der Bauherr Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Dortmund einen weiteren Meilenstein im gesamten Projektablauf erreicht. Der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW Dortmund hat HOCHTIEF Building als Generalübernehmer beauftragt, den neuen Gebäudekomplex IA-IB schlüsselfertig zu planen und zu bauen. IA-IB – die beiden „Urgebäude“ der RUB aus dem Jahre 1965 – mussten bis September 2015 im Rahmen der Schadstoffsanierung zurückgebaut werden. Jetzt werden die Gebäude IA-IB in der Architektursprache der modernisierten I-Reihe der Ruhr-Universität Bochum bis Juli 2018 in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege wieder aufgebaut. Die Fakultät für Geowissenschaften mit dem Institut Geologie, Mineralogie und Geophysik und dem Geografischen Institut sowie die Fakultäten für Mathematik und für Psychologie werden dann in die Gebäude einziehen.

    Quelle: Pressemitteilung BLB

    Zum Thema gibt es auch einen Artikel in der WAZ, in dem eine Visualisierung der Neubauten gezeigt ist. Das Bild ist in höherer Auflösung hier zu finden.

    Zwei Kräne sind in den letzten Tagen bereits aufgestellt worden. Hier noch Fotos vom Abriß der alten Gebäude:

    Von Norden:
    12.03.2015

    13.05.2015

    04.06.2015

    17.07.2015

    Von Nordwesten:
    09.12.2014

    12.03.2015

    13.05.2015

    04.06.2015

    Von Westen:
    09.12.2014

    12.03.2015

    13.05.2015

    04.06.2015

    17.07.2015

    09.12.2014

    12.03.2015

    17.07.2015

    Von Südwesten:
    09.12.2014

    12.03.2015

    13.05.2015

    04.06.2015

    17.07.2015

    Fotos: eigene Aufnahmen

    Platz des europäischen Versprechens

    Wie angekündigt wurde der Platz des europäischen Versprechens an der Christuskirche am 11.12.2015 eröffnet.

    Gegenüber dem vorherigen Zustand ist es eine klare Verbesserung, was aber auch nicht schwierig ist. Für 3,35 Millionen Euro hätte ich allerdings mehr erwartet als eine Asphaltfläche mit ein paar Pflasterbändern. Ohne die sündhaft teuren Steinplatten (mit denen ich nicht viel anfangen kann, aber das ist Geschmackssache) hätte man für den Preis wohl den gesamten Platz mit einem ansehnlichen Pflaster versehen können. Bei Tag sieht der Platz nach nichts aus, nachts fällt er durch die blaue Beleuchtung dagegen sehr auf. Mir gefällt dieses kalte Licht nicht, aber auch das ist Geschmackssache. Ob der unhandliche, viel zu lange Name sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird, wird die Zukunft zeigen. Mir kommt er jedenfalls nur sehr widerwillig über die Lippen.








    Fotos: eigene Aufnahmen

    Dekoratives Anführungszeichen

    Bereits bis Ende Februar soll ca. 1.300 qm der Gehölzfläche im Kreuzungsbereich Universitätsstraße/Wasserstraße für den Bau der Verwaltung gefällt werden.

    Das ist eine traurige und für mich unverständliche Entscheidung. Die Begründung dafür in der Mitteilung der Verwaltung lautet lapidar:

    „Aufgrund des Bebauungskonzeptes der Fa. Vonovia müssen ca. 1.300 qm der Gehölzfläche im Kreuzungsbereich Universitätsstraße/Wasserstraße gefällt werden.“

    Das ist eine äußerst eigentümliche Logik. Das Bebauungskonzept ist also in Stein gemeißelt, und wenn die Bäume dem im Weg stehen, müssen sie eben fallen? Nein, die Bäume waren zuerst da, und die Fläche ist mehr als groß genug. Man müßte nur das Bebauungskonzept an die Gegebenheiten anpassen; die Bäume könnten dann ohne weiteres erhalten bleiben. Aber offensichtlich traut man sich nicht, solche Forderungen zu stellen. Die Firma sitzt eben immer am längeren Hebel …

    Wohnanlage auf Seven Stones

    Wie ich es verstehe, handelt es sich bei der beschriebenen Wohnanlage nur um die sieben Häuser rechts oben im Bild in der von Dir genannten angedeuteten Blockrandbebauung. Die drei scheibenförmigen Blöcke links im Bild sollen wohl Bürogebäude darstellen, die als neue Firmenzentrale für Vonovia hätten genutzt werden können. Im am 28.10. von Kostik verlinkten WAZ-Artikel war das bereits so beschrieben. Nach der Entscheidung von Vonovia, die Zentrale auf der gegenüberliegenden Seite der Universitätsstraße zu bauen, dürften diese Überlegungen erstmal hinfällig sein. Ich kann mir nicht vorstellen, daß es andere Interessenten für derart viel Bürofläche an dieser Stelle gibt.

    Neubau Pflegeheim St.-Joseph-Stift am Imbuschplatz

    Das Pflegeheim St.-Joseph-Stift am Imbuschplatz ist seit einiger Zeit fertiggestellt, und auch die Außenanlagen sind inzwischen fertig. Hier sind einige Fotos, ausnahmsweise einmal bei Dunkelheit aufgenommen.




    Und hier noch der Imbuschplatz von Norden aus gesehen. Die Fassade des Hauses etwas rechts von der Mitte (ganz links im vorherigen Bild, rot-grau) wurde kürzlich renoviert.

    Fotos: eigene Aufnahmen

    Erstmal vielen Dank für das Erstellen dieses Themas und die vielen schönen Fotos. Ich werde das zum Anlaß nehmen, in nächster Zeit ebenfalls einige Bilder herauszusuchen und hier einzustellen.

    Anläßlich der Diskussion über den Sichtbeton beginne ich heute mit dem angesprochenen direkten Vergleich von ND vor und nach dem Anstrich. Die Fotos zeigen auch, wie sich der Eindruck der Fassade über Tages- und Jahreszeiten hinweg verändert. Die Farbgebung der N-Reihe ist meiner Meinung nach ausgezeichnet gelungen und unterstreicht sehr gut die Gebäudestruktur, die ich als die interessanteste und schönste auf dem Campus ansehe. Ich möchte definitiv nicht zum rohen Sichtbeton zurück.

    Zusätzlich hänge ich einige Fotos an, die eigentlich nicht hierher gehören, weil sie aus Dänemark stammen, aber illustrieren sollen, daß sehr ähnliche, brutalistische Gebäude auch in Sichtbeton ordentlich aussehen können, wenn man sie vernünftig pflegt. Es handelt sich um das Panum-Gebäude und das Rigshospital in Kopenhagen.

    Das erste Bild stammt aus dem Oktober 2004 und zeigt damit den Zustand vor Beginn der Campussanierung, noch ohne ID und mit IC in seiner ursprünglichen Erscheinung. Das zweite ist das aktuellste und stammt aus dem Oktober 2015. Die übrigen Fotos sind im Jahr 2013 aufgenommen.






    Hier nochmal mit etwas größerem Blickfeld, das auch den Mittelkern von ND zeigt (2013 und 2015). Man erkennt außerdem, daß auf dem neueren Bild der Schornstein der Opel-Lackiererei verschwunden ist:

    Zum Vergleich das Panum-Gebäude in Kopenhagen (2011) mit seiner interessanten Materialmischung aus Ziegel und Beton:

    Und das Rigshospital direkt gegenüber (ebenfalls 2011):


    Alle Fotos eigene Aufnahmen.

    Wie aus verschiedenen Quellen verlautet, beabsichtigt die Universitätsleitung, gegen die Denkmalschutzentscheidung zu klagen. Dies würde auch erklären, warum sie sich öffentlich bisher nicht geäußert hat. Gutheißen kann ich dieses Vorgehen allerdings nicht; ich würde erwarten, daß man jetzt in die Offensive geht, seine Argumente vorlegt und in eine offene Diskussion eintritt. Natürlich soll der Denkmalschutz die sinnvolle Nutzung des Geländes nicht verhindern. Das bedeutet aber nicht, daß man ihn generell ablehnen muß, vielmehr sollte man über seine konkrete Gestaltung diskutieren. Ob das hinter den Kulissen passiert, weiß ich nicht.

    Der Beitrag des Denkmalpflegers Hans Hanke vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im soeben erschienenen, gestern im „Blue Square“ vorgestellten Buch „Ruhr-Universität Bochum – Architekturvision der Nachkriegsmoderne“ bereitet mir jedenfalls große Sorgen. Er beschreibt dort detailliert die denkmalwürdigen Eigenschaften, Details und Einzelbauten der Ruhr-Universität, schließt sein Kapitel aber mit der für mich beunruhigenden Beschreibung der Aktivitäten der LWL-Denkmalpflege, die seit 2006 beratend in alle Baumaßnahmen und Planungen eingebunden sei. Alle Maßnahmen, die seitdem ausgeführt wurden, bezeichnet er als denkmalverträglich bzw. denkmalgerecht, ausdrücklich auch ID (bei dem es nur auf Höhe und Fassade angekommen sei) und IC. Die Beratungen zu GD, ZGH, ZEMOS und SSC nennt er problemlos. Die größte Herausforderung sei der Wettbewerb zur Zentralachse gewesen, bei dessen Siegerentwurf der Molestina-Architekten die zuvor als denkmalwürdig eingestuften Gebäude Musisches Zentrum, Studierendenhaus und HZO abgerissen werden sollen. Seine Bewertung gebe ich hier wörtlich wieder: „So bedauerlich der Verlust der genannten Gebäude sein könnte, wenn die Entwürfe tatsächlich zur Ausführung kommen: nicht nur im Vergleich zu den weiteren 13 Wettbewerbsentwürfen ist hier der Charakter der Zentralachse und des Campus bewahrt worden. Der Kompromiss ist im Miteinander berechtigter Interessen akzeptabel und notwendig.” (S. 139) Der Kulturjournalist Till Briegleb sieht das in seinem Beitrag völlig anders: er kritisiert sowohl den Molestina-Entwurf scharf und detailliert (S. 150–154) als auch die bisherigen Bauten ID („in allen Belangen durchschnittlich“, S. 153) und IC („wie ein weltweit verwechselbarer Büroneubau“, „die flachen angebissenen Balkonbänder“, die das Stützenraster „störend verunklaren“, S. 154). Sein Fazit lautet: „Mit denkmalwürdiger Sanierung hat diese Neuverschalung definitiv nichts zu tun.“ (S. 154) Fritz Eller, einer der Architekten der N-Gebäude und des HZO, sagt in einem ebenfalls im o. g. Buch veröffentlichten Interview, daß man seiner Meinung nach die Institutsbauten sehr gut sanieren könne, weil auch aktuelle Hochschulbauten im Prinzip immer noch genauso konzipiert seien wie die in Bochum, und daß auch allgemein die meisten Bauten saniert und mit neuer Technik versehen werden könnten. Das Hauptproblem des Campus sei, daß man die Pflege 50 Jahre lang vernachlässigt habe. (S. 85–86)

    Ich kann sowohl Briegleb als auch Eller hier zustimmen; sie sprechen mit ihrer Fachkenntnis genau das aus, was ich aus meiner laienhaften Perspektive in einigen vorherigen Beiträgen geäußert habe. Die Ansicht der Denkmalpfleger irritiert mich dagegen sehr. Kompromisse sind sicher nötig, erklären aber weder absichtlich verunklarende Fassaden noch den beabsichtigten Abriß von Gebäuden, die nicht einmal einer Alternativplanung im Weg stehen, wie des HZO. Hanke selber nennt übrigens die „ursprünglichen Sichtachsen, wie zum Beispiel vom verglasten Kanzel-Café im Hörsaalzentrum Ost (HZO) über die Wasserachsen […]“ besonders schützenswert … (S. 133)

    Das angesprochene Buch „Ruhr-Universität Bochum – Architekturvision der Nachkriegsmoderne“ kann ich im übrigen allen sehr empfehlen, die an der Geschichte und Architektur der Ruhr-Universität interessiert sind. Es beleuchtet den Universitätsbau von allen Seiten und bietet nicht zuletzt eine Vielzahl interessanter historischer Fotos.

    Xysorphomonian, vielen Dank für die ausführliche Antwort. Wenn man auf dieser konkreteren Ebene diskutiert, wird vieles deutlicher, und ich stelle fest, daß wir gar nicht so weit auseinanderliegen. Bei den meisten Kritikpunkten stimmen wir durchaus überein und ziehen lediglich verschiedene Schlußfolgerungen. Einen Großteil der von Dir zu Recht angesprochenen Probleme sehe ich nicht als Folgen des Konzepts an sich, sondern seiner baulichen Ausführung, damals nicht vorhergesehener Entwicklungen und späterer Fehlentscheidungen. Ich bin daher der Ansicht, daß sich die meisten dieser Probleme im Rahmen der bestehenden Architektur lösen lassen. Wenn ich Zeit habe, werde ich später noch genauer auf einige der Punkte eingehen.

    Urbanist hat schon vieles klargestellt und treffende Worte gefunden. Die folgende Replik hatte ich bereits fertiggestellt, bevor ich seinen Beitrag gelesen hatte.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Genau die Tatsache, dass die Nutzeranforderungen ziemlich hinten angestellt wurden, sind mein Problem mit dem gesamten Denkmalschutz. Ich verstehe die Beweggründe des Denkmalschutzes durchaus, allerdings reichen sie m.M.n. nicht aus, um diesen Schritt zu gehen.

    Du drehst mir die Worte im Mund herum. Ich habe mit keinem Wort behauptet, daß die Nutzeranforderungen beim Grundentwurf hintenangestellt wurden. Im Gegenteil, die Gebäude sind in ihrer jetzigen Form ausgesprochen nutzerfreundlich und ließen sich auch so wiederherstellen oder gar weiter verbessern. Die Konstruktion erlaubt aber im Innern der denkmalgeschützten Hülle eine so enorme Flexibilität, daß man auch das glatte Gegenteil erreichen kann, und genau das zeichnet sich gerade ab, weil das Budget für die Sanierung unzureichend ist. Ich befürchte, daß es fast nur schlechter werden kann, als es heute ist, weil moderne Laborgebäude noch viel mehr auf Kosteneffizienz getrimmt werden als vor 50 Jahren und auf mich oft kalt, abstoßend und unpersönlich wirken. Das ist hier anders, wo ich mich in meiner Arbeitsumgebung durchaus wohlfühle.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zuviel spricht dagegen: Die Sanierung der RUB ist dermaßen kostenintensiv und kompliziert, dass ernsthaft in Erwägung gezogen wurde, sie abzureißen und neu zu bauen. Und genau das ist es, was die I-Reihe gerade durchläuft.

    Und was willst Du uns damit sagen? Ja, die I-Reihe durchläuft das, weil man festgestellt hat, daß der Neubau hier kostengünstiger ist als die Kernsanierung. Was günstiger ist, wird für jedes Gebäude einzeln untersucht. Für das Ergebnis macht es keinen Unterschied, ob man kernsaniert oder abreißt und in gleicher Form neu aufbaut.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Zudem fehlt jede Akzeptanz derer, die die Uni nutzen.

    Das ist eine unbelegte Behauptung und in dieser Absolutheit und Pauschalität in jedem Fall falsch. Wie ich in meiner Anwort auf einen früheren Beitrag von Dir bereits geschrieben habe, nutze ich die Uni seit vielen Jahren – zuerst als Student, dann als Mitarbeiter. Ich habe sie immer akzeptiert, fand sie vom ersten Tag an ungeheuer eindrucksvoll und, ja, auch schön und sehe sie wie gesagt als sehr funktional und nutzerfreundlich an. Damit bin ich auch nicht alleine. Viele mögen sie, anders als ich, nicht schön, gar häßlich finden, doch die Zweckmäßigkeit wird sehr viel weniger angezweifelt. Das fiele auch schwer, denn sie ist objektiv vorhanden.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Das gut gemeinte Konzept einer Campus-Uni mit viel Grünflächen dazwischen hat seine Planungsfehler, die nun dank des Denkmalschutzes nur im zu engen Umfang behoben werden dürfen.

    Natürlich hat das Konzept Fehler, so wie wohl jedes andere auch. Ich würde von Dir nur gerne mal etwas Konkretes hören. Bisher schreibst Du nur um den heißen Brei herum. Was sind Deiner Ansicht nach die gravierendsten Fehler? Inwiefern behindert der Denkmalschutz die Behebung dieser Fehler? Was würdest Du besser machen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Und die Tatsache, dass die Uni aus allen Nähten platzt und nun Räumlichkeiten in der Stadt anmieten muss, ist für die Stadt eine gute Entwicklung, aber es verwässert einige der wenigen Vorteile, die das Konzept hatte, nämlich eine Uni der (relativ) kurzen Wege zu sein, doch sehr.

    Den letzten Teil dieses Satzes kann ich mit Ausnahme der Worte „einige” (Du nennst nämlich nur einen Vorteil) und „wenigen“ unterschreiben, deshalb halte ich die Anmietung von Gebäuden in der Stadt auch für einen großen Fehler. Als Notmaßnahme für den Zeitraum der Sanierung kann ich sie natürlich akzeptieren, als positive Entwicklung und tolles neues Konzept, als das sie verkauft wird, lehne ich sie aber ab. Man sollte nach Ende der Sanierung wieder alles auf dem Campus konzentrieren.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Architekten hatten im Sinne des Zeitgeistes damals geplant: moderne Hochhäuser, nahe der Autobahn und mit vielen Parkplätzen. Wenig bis gar kein Schnörkel, am liebsten nackter Beton. Man wollte (aus geschichtlich gut nachvollziehbaren Gründen) alles anders machen als bisher. Nicht unbedingt besser. Hauptsache: Anders. Auch, wenn nicht alle ihre Ideen falsch waren: Die meisten Ideen von damals dürfen heute als überholt gelten.

    Hier gebe ich Dir zum Teil recht. Die städtebaulichen Konzepte der 60er Jahre waren in großen Teilen menschenfeindlich und sind auch aus meiner Sicht überwiegend gescheitert. Im städtischen Raum und allgemein dort, wo gewohnt wird, haben Hochhäuser mit großen, zugigen Freiflächen, Parkplätze und breite Straßen meiner Meinung nach absolut nichts zu suchen. Der Campus funktioniert aber anders und hat auch gar nicht alle der Fehler, die ab den 60er Jahren oft gemacht wurden. Es gibt durchaus einige enger eingefaßte, zum Verweilen einladende Plätze, nicht alle davon frei zugänglich. An anderen Stellen ermöglicht gerade die Weite großartige Ausblicke in die Umgebung, die auch am Wochenende Besucher und Fotografen anziehen. Es gibt sicher noch eine Menge zu verbessern, aber die RUB ist bei weitem nicht so unwirtlich und abstoßend wie manche Hochhaussiedlungen der 60er und 70er Jahre. Ihre Aussage mit den fehlenden Schnörkeln ist im übrigen falsch. Davon gibt es an der RUB eine Menge, ich erwähne hier nur die Balkone. Die Zeit, in der man jede Art von Verzierung ablehnt und nur noch gesichtslose Schuhkartons baut, ist dagegen heute.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Statt aber die historische Chance zu nutzen, mal zu hinterfragen, was klappt und was nicht und dann die Fehler von damals auszubügeln, weil gerade sowieso alles der Verdammnis anheim zu fallen droht, stülpt man die Glocke des Denkmalschutzes darüber und nötigt so weiteren Generationen von Studenten auf, mit diesem unhandlichen Koloss hantieren zu müssen.

    Was droht der Verdammnis anheimzufallen? Das verstehe ich nicht. Und nochmal: Nichts an dieser Universität ist „unhandlich“. Sie ist zweckmäßig und funktioniert sehr gut. Hast Du ein besseres Konzept, so viele Mitarbeiter und Studenten auf so verhältnismäßig kleiner Fläche so effizient unterzubringen? Und bei der Planung der Sanierungsmaßnahmen wird sicher hinterfragt, was klappt und was nicht, es werden Fehler behoben und leider viele neue gemacht, aber all das eben im Rahmen der bestehenden Anlage.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Nötigt der Stadt Bochum auf, das weiterhin der nicht zu vernachlässigende Imageträger 'Universität' immer zuerst mit aus heutiger Sicht mehrheitlich als hässlich empfundenen Gebäuden verbunden wird, egal, wie gut Lehre und Forschung hier sind.

    Kannst Du das belegen?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Es gibt eine Menge Studenten, die nur zum Studieren einpendeln und kaum die Stadt besuchen. Wer will es ihnen verdenken? Die RUB ist nicht dazu geeignet, Neugier auf den (durchaus spannenden) Rest von Bochum zu wecken.

    Das ist ein sehr konstruierter Zusammenhang, der für mich wenig Sinn ergibt. Ja, die RUB ist eine Pendleruniversität, und auch zu diesem Thema hatten wir hier schon eine Diskussion. Die RUB hat nun einmal – wie alle Ruhrgebietsuniversitäten – einen sehr großen, dicht besiedelten Einzugsbereich, der es einem großen Teil der Studenten ermöglicht, während des Studiums weiterhin in ihrer Heimatstadt, oft bei ihren Eltern, zu wohnen. Das hat für den einzelnen sicher Nachteile, was die soziale Interaktion angeht, ist aber andererseits ein Vorteil, weil es weniger Begüterten die Entscheidung für ein Studium erleichtert und den Wohnungsmarkt in Bochum erheblich entlastet. Dadurch (und durch die ansonsten eher abnehmende Bevölkerung) sind wir trotz steigender Studentenzahlen zum Glück weit von Münsteraner oder Tübinger Verhältnissen entfernt. Und es gibt durchaus auch in Bochum Gegenden, die recht stark von Studenten geprägt sind. Ob die Architektur der RUB jemanden vom Rest der Stadt fernhält, müßte man untersuchen, ich halte es aber für unwahrscheinlich. Ich denke, die Studenten sind intelligent genug, sich selbst ein Bild von der Stadt zu machen und sich auch nicht vom Campus abschrecken zu lassen, wenn sie ihn tatsächlich häßlich finden sollten.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Hier hat sich meiner Ansicht nach der Architektur-Betrieb mal wieder selbst auf die Schulter geklopft, und alle noch so laut schreiende Kritik von allen Seiten ignoriert, weil man das damals für eine bahnbrechende Idee hielt, und man soll ja heute noch sehen, was damals Bahnen gebrochen hat. Auch, wenn man es mittlerweile besser wissen sollte.

    Welche laut schreiende Kritik? Von wem? Was genau sollte man heute besser wissen? Ich kann mich hier nur wiederholen: Wenn Du etwas kritisieren willst, werde konkret! Nur dann kann man auch konkret darüber diskutieren. Deine völlige Ablehnung der Architektur des RUB-Campus ist in allen Deinen Beiträgen zum Thema mehr als deutlich geworden. Diese Meinung akzeptiere ich natürlich, auch wenn ich sie überhaupt nicht teile, aber es ist nicht besonders ergiebig, sie immer wieder mit denselben falschen, verdrehten, unbelegten oder undefinierten Behauptungen verbreiten zu wollen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Sehr schade.

    Wie Dir sicher nicht entgangen ist, sehe ich das anders.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Na endlich, es wurde höchste Zeit!
    Umso bedauerlicher, dass mit den ID und GD-Gebäuden bereits Tatsachen geschaffen wurden bzw. werden, die das Erscheinungsbild des Ensembles in der Zukunft nachhaltig beeinträchtigen und geradezu als Versuch gewertet werden müssen, gegen die Struktur des RUB-Campus anzubauen.

    Ja, die Entscheidung war überfällig. Daß man nach dem katastrophalen ID-Gebäude die gleichen Fehler jetzt bei GD wiederholt, obwohl die Entscheidung für den Denkmalschutz erwartet und bei IC bereits berücksichtigt wurde (wenn auch mit fragwürdigem Ergebnis, weil man es widerwillig getan hat), ist besonders irritierend und läßt sich in der Tat praktisch nur mit Mutwilligkeit erklären.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Wahrscheinlich wird sich die Freude über den Denkmalschutzstatus für das ungeliebte Kind bei der Universitätsleitung wohl in Grenzen halten, da neben den davonlaufenden Kosten mit dieser Entscheidung der Plan, die gesamte Zentralachse umzukrempeln wohl vom Tisch sein dürfte.

    Das stimmt vermutlich, zumindest war es gerüchtehalber so zu vernehmen. Bezeichnend ist ja, daß es immer noch keine Meldung der Universität zum Denkmalschutz gibt. Die Kosten laufen ohnehin schon davon, was bei der laufenden Planung für die Sanierung der N-Reihe gut zu beobachten ist. Wegen der notwendigen technischen Ausstattung sind die N-Gebäude naturgemäß die teuersten. Die ursprüngliche, zumindest einigermaßen nutzerorientierte Planung für NA wurde gerade aus Kostengründen auf den Kopf gestellt. Jetzt liegt ein Plan vor, der zwar im Budgetrahmen liegt, den Nutzeranforderungen aber in nahezu allen Aspekten völlig widerspricht und damit unbrauchbar ist.

    Denkmalschutz für die Ruhr-Universität

    Wie aus universitätsinternen Quellen bereits vor einigen Wochen zu hören war, wurde die gesamte Ruhr-Universität einschließlich der Dr.-Gerhard-Petschelt-Brücke und des Botanischen Gartens unter Denkmalschutz gestellt. Offizielle, zitierbare Mitteilungen dazu konnte ich allerdings bisher nicht finden und hatte mich daher mit der Verkündung dieser Nachricht zurückgehalten. In der aktuellen Ausgabe der BSZ finden sich nun ein Artikel und ein Kommentar zum Thema, die die Meldung bestätigen.

    In Erwartung dieser Entscheidung waren bereits bei der Sanierung von IC entgegen den ursprünglichen Wünschen die umlaufenden Balkone erhalten worden, die als prägendes Element der Silhouette nun unter Schutz stehen. Es bleibt abzuwarten, was der Denkmalschutz für den Umbau der Zentralachse bedeutet, bei dem einige der nun offenbar geschützten Gebäude (Musisches Zentrum, Verwaltung, HZO) abgerissen werden sollten.

    Gebäude NA + GC

    Da die Mitteilung des Architekturbüros etwas knapp formuliert ist, hier eine kurze Ergänzung: Nach meinem Kenntnisstand ist NA für die Fakultät für Physik und Astronomie vorgesehen, die Fakultät für Chemie und Biochemie soll nach NB ziehen. Daß die Fakultät für Chemie und Biochemie im Zusammenhang mit NA erwähnt wird, dürfte daran liegen, daß tatsächlich kleine Teile dieser Fakultät, nämlich das Chemikalienlager und die Werkstätten, künftig in NA untergebracht werden sollen.

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Bauarbeiten für den Neubau der beiden Gebäude IA und IB haben noch gar nicht begonnen, da laufen schon im Hintergrund die Planungen für die Kernsanierung der Gebäude NA und GC. Dabei werden wie bereits bei dem IC + IA + IB Gebäude und dem ZGH die Gerber Architekten aus Dortmund als Generalplaner die Sanierung steuern. Die beiden Gebäude sollen wie bei dem IC-Komplex bis zum Rohbau zurückgebaut werden. Der anschließende Neuaufbau der beiden Gebäude unter anderem für die Fakultät Chemie und Biochemie sowie die Fakultät Physik und Astronomie wird unter Denkmalschutzkriterien erfolgen und erhält die Gebäudestruktur weitestgehend.

    Quelle

    Abriß Gebäude IA und IB

    Wie auf Kostiks Fotos zu erkennen ist, werden IA und IB nicht, wie ursprünglich geplant, mit Longfrontbaggern abgebrochen, sondern mit kleinen Baggern, die sich auf den jeweils abzubrechenden Etagen bewegen. Damit sollte die Lärmbelästigung reduziert werden. Im folgenden noch einige Fotos verschiedener Phasen des Abbruchs aus Richtung Süden. Weitere Bilder aus anderen Richtungen folgen später.

    IA 09.12.2014

    IA 12.03.2015

    IA 13.05.2015

    IA 04.06.2015

    IB 12.03.2015

    IB 13.05.2015

    IB 04.06.2015

    Alle Fotos: eigene Aufnahmen

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ich verstehe diesen Hype nicht.
    …

    Ich verstehe Ihre Argumentation nicht.

    Zuerst schreiben Sie, daß die Ästhetik vielleicht vorhanden ist, dann aber, daß es nicht schön ist. (Oder meinen Sie Ästhetik hier im wissenschaftlichen, philosophischen Sinne?) Zuerst schreiben Sie, daß die Gebäude einem Nutzen dienen sollen und das auch tun, dann aber, daß die Nutzerfreundlichkeit im Lastenheft weit hinten stand. Das paßt für mich alles nicht zusammen, und letzteres stimmt aus meiner Sicht eines langjährigen Nutzers – ich bin weder Architekt noch Architekturkritiker – auch nicht. Was Sie mit „als … kompliziert betrachten“ meinen, erschließt sich mir auch nicht. Die Ruhr-Universität als ganzes und auch die einzelnen Gebäude sind zweckmäßig und praktisch, nichts daran ist kompliziert. Im Gegenteil, der Aufbau des Campus und der Gebäude ist logisch, strukturiert und übersichtlich, ganz im Gegensatz zu vielen anderen Universitäten. Erst die Zubauten und jetzt die Campussanierung sind dabei, diese Struktur und Übersichtlichkeit zu zerstören.

    Daß viele Architekten den Menschen aus dem Blickpunkt verlieren, sehe ich in vielen Fällen auch, aber gerade nicht bei der Ruhr-Universität. Ich würde in solchen Gebäuden nicht wohnen wollen und möchte sie auch nicht in Wohngebieten sehen, aber als Campus und Arbeitsumgebung funktionieren sie gut. Ich habe auch andere, modernere Forschungsgebäude gesehen und zum Teil dort gearbeitet, mich dort aber wesentlich weniger wohlgefühlt als an der Ruhr-Universität. Die neueren Forschungsbauten sind mir zu kalt und steril und oft noch viel mehr auf Effizienz getrimmt, was sich unter anderem in winzigen Büros und zu großen Einheiten zusammengelegten Laboren zeigt, die jede individuelle Gestaltungsmöglichkeit vermissen lassen.

    Ich will nichts schönreden, natürlich gibt es im Detail vieles zu verbessern, aber das ursprüngliche Gesamtkonzept halte ich immer noch für sehr gelungen. Man kann sicher bei der Sanierung im Innern der Gebäude zusätzliche Aspekte berücksichtigen, die vor 50 Jahren noch keine Rolle gespielt haben, aber ich sehe überhaupt keinen Grund, dafür etwas an der äußeren Gestalt zu ändern. Wenn man die Freiflächen zwischen den Gebäuden und um sie herum attraktiver gestaltete (zum Teil sind sie das schon) und die bisher kaum zugänglichen, sehr schönen Innenhöfe für alle öffnete, könnte man viele weitere angenehme Orte schaffen, an denen man sich wohlfühlen kann. Verbesserungsbedarf besteht außerdem sicher bei der Wegeführung, insbesondere sollten mindestens die Gebäude einer Reihe auf einer Ebene durch einen durchgehenden, geraden, barrierefreien Gang verbunden sein.

    Was man als schön oder häßlich empfindet, ist Geschmackssache. Wenn Sie die Ruhr-Universität als häßlich empfinden, ist das Ihr gutes Recht, und Sie sind damit alles andere als alleine, aber Sie werden mir erlauben, das anders zu sehen. Man kann sicher darüber diskutieren, ob echter Denkmalschutz nötig ist, aber ich bin klar der Ansicht, daß das Gesamtensemble erhalten bleiben und nicht weiter durch solche Verirrungen wie ID zerstört werden sollte.