Beiträge von Databo

    Neubau Gebäude GD ∣ 06.05.2018

    Hier das nächste Gebäude, das ich so nie auf dem Campus hätte sehen wollen: GD, die schwarze Variante des ebenso schlimmen ID. Die Fassade ist nicht so schrecklich wie die des ZGH, aber nichts an diesem Gebäude paßt zur Ruhr-Universität. Wie bei allen Neubauten hat man so unpassend geplant, wie es irgend geht.

    Man kann nur froh sein, daß der Denkmalschutz, gegen den sich die Universitätsleitung vehement gewehrt hat, noch rechtzeitig dazwischenkam, sonst würde bald die gesamte Universität so aussehen. In die Höhe bauen will man wegen der strengeren Vorschriften und der aufwendigeren Installationen nicht, Balkone stören nur, und das Grundraster von 7,50 m hätte man am liebsten ganz abgeschafft, weil die heutigen genormten Büroräume nicht so dort hineinpassen, wie man es gerne hätte.

    Es war ja schon lange klar, wie die Neubauten aussehen werden, aber ich ärgere mich trotzdem jedesmal, wenn ich an einem dieser bestenfalls belanglosen Klötze vorbeikomme.


    Fotos aus: Ruhr-Universität Bochum von Databo, auf Flickr

    Neubau Gebäude IA, IB und ZGH ∣ 06.05.2018

    Hier einige aktuelle Fotos von der fast fertiggestellten I-Reihe. Wie schon lange bekannt, sehen IA und IB so aus wie IC, allerdings mit einem erheblich klobigeren Dachaufbau. Das ZGH bestätigt die schlimmsten Erwartungen, es ist eine furchtbare graue Blechkiste. Ich werde niemals begreifen, warum man zwischen IA und IB nicht einfach einen ganz normalen Flachbereich gebaut hat, wie er zwischen IB und IC sowie zwischen den meisten anderen Gebäuden existiert und der sich nahtlos in die Architektur der Ruhr-Universität einfügt.

    Gesamte I-Reihe

    IA neben der Universitätsbibliothek und dem HZO

    IA und IB


    IB und IC

    IC und ID

    I-Reihe vom Forum gesehen

    I-Reihe vom HZO gesehen

    IB

    ZGH von vorne

    … und von hinten

    Fotos aus: Neubau IA, IB, ZGH an der Ruhr-Universität von Databo, auf Flickr

    Neubau Vonovia-Unternehmenszentrale

    Dekoratives Anführungszeichen

    WTF!?
    Die Hälfte des Vonovia-Grundstücks ist Parkplatz?
    Hört man denn im Ruhrgebiet eigentlich nie auf am Dinosaurier Autogerechte Stadt weiterzubauen?

    Ja, es ist ein großes Elend, über das hier im Forum schon diskutiert wurde. Beispielhaft zitiere ich mich ausnahmsweise mal selbst:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Eine solch riesige Parkplatzwüste ist völlig aus der Zeit gefallen, und ich habe keinerlei Verständnis dafür, daß die Stadt sich auf sowas eingelassen hat, insbesondere wenn man bedenkt, daß die ganze Fläche vorher ein Feld war. Unattraktiver hätte man das Areal kaum bebauen können.

    Ein weiterer Punkt, der mich ratlos macht, ist die Plazierung des Haupteingangs, die in einem vorherigen Beitrag angesprochen wurde. Ich hatte mich nicht näher mit den Plänen befaßt und war selbstverständlich davon ausgegangen, daß der Haupteingang an der Wasserstraße liegen wird. Dort befindet sich unmittelbar eine Bushaltestelle, es ist der Weg zur U35-Haltestelle und der natürliche Zugang für jeden Fußgänger. Um den Haupteingang zu erreichen, soll man nun also ganz um das Gebäude herumgehen? Selbst der Eingang ist völlig auf Autofahrer ausgerichtet? Ich verstehe nicht, was man sich dabei gedacht hat. Leben wir noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts? Die Cafeteria an der Straße hat auch wenig Sinn, auf der anderen Seite hätte man den Blick auf einen kleinen Park und Außenplätze im Sommer schaffen können, wenn man denn gewollt hätte.

    Hier noch einige aktuelle Fotos vom nahezu fertiggestellten Parkplatz und dem zugehörigen Gebäude:







    Fotos aus: Neubau Vonovia-Unternehmenszentrale von Databo, auf Flickr

    Renovierung des Gebäudes 2 an der TH Georg Agricola

    Das Gebäude 2 der TH Georg Agricola an der Ecke Herner Straße/Nordring wurde renoviert. Es handelt sich um ein eher schlichtes, schmuckloses Haus, insbesondere verglichen mit dem Hauptgebäude und seiner 2013 sanierten, imposanten Backsteinfassade. Die Fassade des Gebäudes 2 war zuvor dunkelgrau, verwittert und wirkte schäbig. Man erkennt diesen Zustand noch am Sockel und an der kurzen Mauer entlang des Nordrings auf der Gebäuderückseite. Das Haus wurde nun farblich grob an das Hauptgebäude angeglichen. Das Ergebnis gefällt mir, die Ecke wird dadurch optisch deutlich aufgewertet.




    Fotos aus: TH Georg Agricola von Databo, auf Flickr

    Zentraler Omnibusbahnhof - farbiges Dach

    Dekoratives Anführungszeichen

    Die Aussage der Stadt, das Dach orientiere sich an dem geschwungenen Dach des Hauptbahnhofs, ist zum Teil nachvollziehbar. Ich finde aber, wenn man dieser Idee folgen wollte, die ich durchaus für gut halte, hätte man viel konsequenter sein müssen. Warum rundet man nicht 50er-Jahre-typisch die Ecken des Dachs ab und greift vor allem die Farbgestaltung des Hauptbahnhofs auf? Es wäre so einfach gewesen, die Stützen dunkelgrün und die Unterseite des Dachs hellgelb zu streichen. Dann hätte es sich in die Umgebung eingefügt und wie ein natürliches Element des Hauptbahnhofs gewirkt.

    In Ergänzung meines zitierten Gedankens von gestern hier eine Bearbeitung, wie das Dach des ZOBs im Farbschema des Hauptbahnhofs und mit (nur sehr leicht) abgerundeten Ecken hätte aussehen können. Zum Vergleich ist darunter noch einmal das Originalfoto gezeigt.


    Fotos aus: ZOB Bochum Hbf von Databo, auf Flickr

    Eröffnung des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB)

    Vor einer Woche, am 7. Januar 2018, wurde der neue Zentrale Omnibusbahnhof am Bochumer Hauptbahnhof eröffnet. Er wurde Richtung Wittener Straße ausgedehnt, so daß nun acht statt sechs Halteplätze zur Verfügung stehen. Das Dach über der Businsel wurde entsprechend vergrößert und orientiert sich laut Angaben der Stadt in seiner Gestaltung an den übrigen Dächern auf dem Bahnhofsvorplatz und an dem geschwungenen Spannbetondach über der Eingangshalle des Haupbahnhofs. Die Fahrbahn besteht nun vollständig aus 36 cm starkem Beton, was die Haltbarkeit gegenüber der vorherigen Fahrbahn deutlich verbessern soll. Die vollständige Pressemitteilung der Stadt Bochum ist hier zu finden und enthält auch eine Reihe von Fotos.

    Meine Meinung: Die Funktionalität des ZOBs wird sich durch den Umbau sicher verbessern, und der Abriß des fürchterlichen Tonnendachs ist zu begrüßen. Gestalterisch finde ich das Ergebnis insgesamt aber enttäuschend. Das Dach als de facto einziges architektonisches Element wirkt auf mich langweilig und nichtssagend. Man kann argumentieren, daß man nicht durch eine zu dominante Konstruktion von dem denkmalgeschützten Hauptbahnhof ablenken will, aber etwas ambitionierter hätte es an einem so bedeutenden und frequentierten Ort schon sein dürfen. Die Aussage der Stadt, das Dach orientiere sich an dem geschwungenen Dach des Hauptbahnhofs, ist zum Teil nachvollziehbar. Ich finde aber, wenn man dieser Idee folgen wollte, die ich durchaus für gut halte, hätte man viel konsequenter sein müssen. Warum rundet man nicht 50er-Jahre-typisch die Ecken des Dachs ab und greift vor allem die Farbgestaltung des Hauptbahnhofs auf? Es wäre so einfach gewesen, die Stützen dunkelgrün und die Unterseite des Dachs hellgelb zu streichen. Dann hätte es sich in die Umgebung eingefügt und wie ein natürliches Element des Hauptbahnhofs gewirkt. So ist es ein Fremdkörper, der zwar durch die Schräge ein einzelnes Gestaltungsmerkmal des Hauptbahnhofs aufgreift, sich ansonsten aber stark davon abgrenzt. Ist es eigentlich in Bochum heute noch möglich, etwas anderes als weiße Aluminiumverblendungen zu benutzen? Das ist einfallslos, langweilig, und ich kann es nicht mehr sehen.

    Die Betonfahrbahn ist in funktionaler Hinsicht wahrscheinlich die beste Lösung, in optischer dagegen wohl die schlechteste. Die hellgraue Betonoptik dominiert den ganzen Platz und erschlägt einen, wenn man aus dem Hauptbahnhof kommt. Ich weiß nicht, ob es nicht eine Möglichkeit gegeben hätte, die Oberfläche ohne allzu großen Stabilitätsverlust wenigstens irgendwie einzufärben oder etwas zu strukturieren. Massiv verschlimmert wird die Trostlosigkeit des neuen ZOBs durch die Fällung sämtlicher Bäume vor dem Hotel im Hauptbahnhof, die wegen der Erweiterung der Fahrbahn nötig war. Zitat aus der Beschlußvorlage 20152170 der Verwaltung:

    Dekoratives Anführungszeichen

    Durch die Umgestaltung und Erweiterung des ZOB müssen die 18 Kastenplatanen, die sich in dem Trennstreifen zwischen dem ZOB und der heutigen Umfahrt (Anlieferung, Hotelvorfahrt) befinden, gefällt werden. Eine fachtechnische Prüfung hat ergeben, dass im nahen Umfeld des neuen ZOB keine neuen Bäume als Ersatz gepflanzt werden können. Die Restflächen, die sich außerhalb der für den Busverkehr notwendigen Verkehrsfläche ergeben, sind wegen der unterirdischen Verteilerebene zu den Stadtbahnlinien bzw. der Nähe zum Bahnhofsgebäude nicht geeignet, um Ersatzbäume zu pflanzen.

    Die einzige Möglichkeit, Bäume in dem Plangebiet anzuordnen, wäre die Freifläche, die sich zwischen dem ZOB und der Reisebushaltestelle an der Wittener Straße ergeben wird. Hier befindet sich heute ein Baum an dem dortigen Hochbeet, dass im Zuge des Ausbaus entfernt wird. Der Baum muss ebenfalls gefällt werden, weil er abgängig ist. Aus Sicht der Grünplanung wäre die Anordnung von Bäumen auf dieser Fläche ein ungeeigneter Versuch, zwanghaft Bäume platzieren zu wollen. Die Restriktionen der Verkehrsplanung ermöglichen kein schlüssiges Gesamtkonzept für eine Grünplanung auf der Fläche des ZOB. Daher wird davon abgesehen, Ersatzpflanzungen an gleicher Stelle bzw. im nahen Umfeld des ZOB durchzuführen. Die Ersatzpflanzung nach Baumschutzsatzung erfolgt innerhalb des Gleisdreiecks.

    Im Rahmen der Ausführungsplanung wird geprüft, ob die Mittelinsel der Wittener Straße geeignet ist, um dort neue Bäume zu pflanzen. Bereits jetzt kann mitgeteilt werden, dass dort neue Beleuchtungsmaste aufgestellt werden müssen, um die Fahrbahn ausleuchten zu können.

    Ebenso wird geprüft, ob auf Grund der Lage von Versorgungsleitungen auf der Freifläche zwischen ZOB und Reisbushaltestelle an der Wittener Straße neue Bäume gepflanzt werden können? Es ist bereits festgelegt worden, dass das vorhandene Hochbeet wegen der Ratten- und Müllproblematik im Zuge der Baumaßnahme entfernt wird.

    Der Gehweg vor dem Hotel ist noch immer etwa 8 m breit. Ich weiß nicht, ob genau darunter etwas das Pflanzen neuer Bäume verhindert, aber zu nah am Gebäude wäre der Gehwegrand wohl nicht, wenn man kleine, schmalkronige Bäume verwendet. Wenn man tatsächlich überhaupt nicht in den Untergrund gehen kann, könnte man wenigstens einige Hochbeete anlegen, notfalls auch nur mit größeren Büschen. Auch der Streifen zwischen dem ZOB und der Straße hätte unbedingt bepflanzt werden müssen. So ist nun der gesamte Bahnhofsvorplatz eine riesige graue Betonfläche ohne jede Spur von grün oder irgendwelche Gestaltungselemente. Auf mich macht das einen unglaublich tristen, trostlosen Eindruck. Hier hält man sich als Fahrgast sicher nicht gerne auf, und es ist nicht gerade ein würdiger Empfang für Gäste der Stadt. Den Satz „Die Restriktionen der Verkehrsplanung ermöglichen kein schlüssiges Gesamtkonzept für eine Grünplanung auf der Fläche des ZOB.“ halte ich insofern für schwach. Es kann nicht sein, daß man alles kompromißlos der Funktionalität unterordnet und so unwirtliche Betonwüsten schafft, und das auch noch an einem so bedeutenden Ort. Man hätte ja auch mal darüber nachdenken können, die Straße vor dem Bahnhof schmaler zu machen. Überlegungen zu einer Neuordnung des Innenstadtrings mit einer Reduzierung des Autoverkehrs werden ja bereits diskutiert. Wie es jetzt ist, darf es meiner Ansicht nach jedenfalls nicht dauerhaft bleiben.

    Im Anschluß noch einige Fotos des neuen ZOBs von heute morgen.


















    Alle Fotos aus: ZOB Bochum Hbf von Databo, auf Flickr

    Abriß des BVZ, der Musikschule und des Gesundheitsamts

    Es gibt einen Entwurf und hier das gesamte Gutachten dazu. Das BVZ soll abgerissen und durch Wohnbebauung ersetzt werden, ebenso die Musikschule und das Gesundheitsamt, beide aus den 50er Jahren.

    Mich stimmt diese Entscheidung nicht nur wehmütig, sie macht mich traurig und wütend zugleich. Es ist noch gar nicht so lange her, daß man das ehemalige Rathaus-Center, das etwa genauso alt wie das BVZ und im gleichen Stil gebaut ist, zum Technischen Rathaus umgebaut und so die Stadtverwaltung größtenteils an einem kompakten Standort konzentriert hat. Diese Situation halte ich für ideal und finde es fahrlässig, das aufzugeben, indem man das BVZ herausnimmt. Wohnbebauung gehört meiner Meinung nach überhaupt nicht an diesen Ort, er ist einfach das Verwaltungszentrum Bochums und sollte das auch bleiben.

    Stadtbücherei und Volkshochschule sollen im Telekomblock gegenüber vom Rathaus untergebracht werden, den die Stadt Andor Baltz abkaufen will. Das finde ich gar keine so schlechte Idee, wenn das Gebäude dadurch offener und zugänglicher wird. Man sollte dann allerdings unbedingt das Parken am gesamten Rathausplatz verbieten und den Bereich zumindest weitgehend autofrei gestalten. Das sollte ohnehin dringend geschehen, auch und ganz besonders an der Hans-Böckler-Straße.

    Wirklich schlecht finde ich das Vorhaben, die Büros der Verwaltung aus dem BVZ auf das ehemalige Justizgelände an der Viktoriastraße zu verlegen und dazu in dem dort zu errichtenden Gebäude Räume zu mieten. Erstens reißt das die Verwaltung unnötig auseinander; selbst wenn man das BVZ nicht sanieren kann oder will, wäre ja trotzdem an gleicher Stelle ein neuer Verwaltungsbau möglich. Wenn man Bücherei und VHS verlegt, könnte der auch um einiges kleiner sein. Zweitens macht man sich von irgendwelchen Privatunternehmen abhängig. Sowas wird am Ende immer teurer, als selbst zu bauen.

    Und dann auch noch der Abriß von Musikschule (1956) und Gesundheitsamt (1958). Man (d. h. SPD und Grüne) hat also für die Variante der größtmöglichen Zerstörung gestimmt, obwohl es Alternativen gegeben hätte. Damit tilgt man die nächsten prägenden 50er-Jahre-Bauten aus dem Stadtbild, nach u. a. dem Stadtbad (1953) und demnächst dem Amtsgericht (ebenfalls 1953), das den Husemannplatz bisher sehr schön und harmonisch abschließt. Dort fürchte ich ja, daß man beim Neubau mal wieder nicht auf die passenden Proportionen achtet; der Entwurf mit den zwei getrennten Baukörpern sieht jedenfalls nicht gerade vielversprechend aus.

    Leider ist man ja in Bochum viel Kummer gewohnt, was Stadtplanung und den Umgang mit Architektur angeht, und dieser Beschluß scheint sich da mal wieder einzureihen.

    Vonovia-Parkplatz

    Dekoratives Anführungszeichen


    Hier hätte ich mit lieber im hinteren Bereich ein Parkhaus gewüscht und auf dem Areal mehr Grünfläche errichtet.

    Das sehe ich genauso. Eine solch riesige Parkplatzwüste ist völlig aus der Zeit gefallen, und ich habe keinerlei Verständnis dafür, daß die Stadt sich auf sowas eingelassen hat, insbesondere wenn man bedenkt, daß die ganze Fläche vorher ein Feld war. Unattraktiver hätte man das Areal kaum bebauen können.

    Ein weiterer Punkt, der mich ratlos macht, ist die Plazierung des Haupteingangs, die in einem vorherigen Beitrag angesprochen wurde. Ich hatte mich nicht näher mit den Plänen befaßt und war selbstverständlich davon ausgegangen, daß der Haupteingang an der Wasserstraße liegen wird. Dort befindet sich unmittelbar eine Bushaltestelle, es ist der Weg zur U35-Haltestelle und der natürliche Zugang für jeden Fußgänger. Um den Haupteingang zu erreichen, soll man nun also ganz um das Gebäude herumgehen? Selbst der Eingang ist völlig auf Autofahrer ausgerichtet? Ich verstehe nicht, was man sich dabei gedacht hat. Leben wir noch in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts? Die Cafeteria an der Straße hat auch wenig Sinn, auf der anderen Seite hätte man den Blick auf einen kleinen Park und Außenplätze im Sommer schaffen können, wenn man denn gewollt hätte.

    Justizzentrum Bochum 06.08.2017

    Das merkwürdige Dach über dem ehemaligen Gymnasium finde ich völlig unpassend. Man hätte auch das Walmdach wiederherstellen können (oder gar die schönen alten Giebel), aber Schrägen darf es ja heutzutage nicht mehr geben.

    Der Rest gefällt mir aber auch gut. Hier einige Fotos von einem Rundgang um das neue Justizzentrum:

























    Alle Fotos aus: Justizzentrum Bochum von Databo, auf Flickr

    U35-Haltestelle Gesundheitscampus

    Vom 28. Juli bis zum 13. August werden die Gleise der U35 an der neuen Haltestelle Gesundheitscampus angeschlossen. Das jahrelange Provisorium mit den Gleisen auf der jeweils linken Spur der Universitätsstraße geht damit zu Ende. Während der Umbauzeit verkehrt die U35 zwischen Lennershof und Markstraße eingleisig. Der Bahnsteig hat bereits vor einigen Wochen seinen Bodenbelag erhalten, und zwar Asphalt. Meiner Ansicht nach paßt das überhaupt nicht zum Standard der U35 und wirkt billig und schäbig. Ich war schon entsetzt, als die Bahnsteige des Essener Hauptbahnhofs beim Umbau mit Gußasphalt versehen wurden und habe mich bis heute nicht daran gewöhnt.

    Die Haltestelle an sich halte ich für überflüssig bis schädlich. Den Fahrgästen mit dem Ziel Gesundheitscampus erspart sie nur wenig zusätzlichen Fußweg; für den weit überwiegenden Teil der Fahrgäste, die zur Ruhr-Universität wollen, bedeutet sie dagegen eine Fahrzeitverlängerung. Bei der enormen Zahl von Fahrgästen zur Ruhr-Universität dürfte das ingesamt eine negative Bilanz ergeben. Wegen der Lage unmittelbar vor bzw. nach der Haltestelle Ruhr-Universität wird die Bahn vor allem zu den Stoßzeiten am Gesundheitscampus noch bzw. schon so voll sein, daß sich der Fahrgastwechsel kompliziert gestaltet. Ein Ausbau der Wegeverbindungen vom Gesundheitscampus zu den bestehenden Haltestellen wäre in meinen Augen wesentlich sinnvoller und sicher deutlich kostengünstiger gewesen.

    Daß dort ein komplettes Technikgeschoß entstehen könnte, hatte ich auch gedacht, als die Pfosten noch nicht aufgestellt waren und auf IB nur der Betonklotz stand, der nicht mittig auf dem Gebäude plaziert ist. Zu dem Zeitpunkt war noch denkbar, daß die äußeren Stützen weiter nach oben verlängert werden und der massive Betonaufbau hinter der Fassade verschwindet. Inzwischen glaube ich das nicht mehr, weil die Pfosten ein Stück von der Gebäudekante entfernt stehen. Deshalb vermute ich eher, daß eine ähnliche Verkleidung wie auf IC angebracht wird und dann ein ähnlicher, aber sehr viel größerer und massiverer Dachaufbau entsteht. Sobald man mehr erkennen kann, werde ich hier Fotos einstellen.

    Neubau Gebäude IA und IB | 12/2016

    Der Blick auf die Baustelle der Gebäude IA und IB von heute zeigt eine unschöne Überraschung, die auf der Visualisierung nicht vorhanden war: Beide Gebäude erhalten offenbar einen riesigen Dachaufbau, der fast bis zur Gebäudekante reicht. Bei IB (rechts im Bild) ist dessen westliche, hier linke Seite massiv und auf voller Länge betoniert. Man wird abwarten müssen, wie das am Ende wirkt, wenn die Fassaden und Balkone fertig sind, aber die Silhouette der Gebäude dürfte sich erheblich verändern. Zuvor hatten IA und IB jeweils zwei schmale Dachaufbauten (7,5 m × 30 m) über den Gebäudekernen. Bei IC wurden die erhalten und lediglich die Lücke dazwischen verkleidet, so daß ein durchgehender, schmaler, langgezogener Aufbau entstand.


    Foto: eigene Aufnahme

    Neubau der Gebäude IA und IB an der RUB

    Der Neubau der Gebäude IA und IB schreitet zügig voran, pro Geschoß werden etwa drei Wochen benötigt; in den unteren Geschossen sind bereits die Fenster eingebaut. Der Rohbau soll Anfang 2017 fertig sein. Eine Pressemeldung mit Fotos ist hier zu finden.

    Einige Fotos, die den Baufortschritt zeigen:

    27.02.2016

    26.03.2016

    09.04.2016

    05.05.2016

    26.05.2016

    07.08.2016

    28.08.2016

    24.09.2016

    Panoramaansichten:

    27.02.2016

    07.08.2016

    28.08.2016

    24.09.2016

    Fotos: eigene Aufnahmen

    Kahlschlag hinter Schallschutzwänden

    Dekoratives Anführungszeichen

    Auch die schöne, üppige, über Jahre gewachsene Vegetation, die man auf dem ersten und dritten Foto in meinem letzten Beitrag hinter der Schallschutzwand sieht, wurde kürzlich entfernt, was bei mir Unverständnis ausgelöst und mich ziemlich geärgert hat.

    Als Ergänzung zu diesem Satz aus meinem vorherigen Beitrag hier noch Fotos der jetzigen Situation. Um den direkten Vergleich zu erleichtern, setze ich die bereits gezeigten Fotos von 2013 und 2014 nochmal dazu. Man erkennt hier, daß auch auf der rechten (innenstadtzugewandten) Seite einiges abgeholzt wurde. Insgesamt ist das jetzt ein sehr trauriger Anblick. Man muß natürlich beachten, daß auf den aktuellen Fotos noch nichts grün ist, aber nach dem Kahlschlag wird es einige Zeit dauern, bis es wieder soweit nachgewachsen ist wie vorher.




    Hier die zuletzt gerodete Fläche im Detail. Wie man sieht, befinden sich dort keine Wege oder sonst etwas, was von Vegetation befreit werden müßte.

    Das ganze von der Dorstener Straße aus gesehen.

    Fotos: eigene Aufnahmen

    Schallschutzwände

    Vielen Dank für deine Erfahrungen und Ansichten.

    Ich bin ebenfalls ein potentieller Nutznießer, weil ich seit 12 Jahren an der Güterbahnstrecke wohne, allerdings auf der innenstadtzugewandten Seite an einer Stelle, an der bisher nur die Fundamente gesetzt wurden. Deshalb kann ich selber noch nicht beurteilen, welche Wirkung die Wände tatsächlich haben. Auch ich wohne oberhalb der zukünftigen Wandoberkante und zudem dort, wo die Bahnlinie im Einschnitt und nicht wie an den meisten anderen Stellen auf einem Damm verläuft. Ich wußte natürlich ebenfalls beim Einzug, worauf ich mich einlasse und habe mich dementsprechend auch nicht über den Lärm beschwert. Die Lage ist so praktisch und die Wohnung so schön, daß die Vorteile überwiegen. Dennoch hätte ich natürlich nichts gegen einen effektiven Schallschutz. Vernünftige Schallschutzfenster in meinem Wohn- und Arbeitszimmer wären schon nicht schlecht, bei den lautesten Güterzügen brauche ich auch bei geschlossenem Fenster manchmal einen Kopfhörer, um noch den Radio- oder Fernsehton verstehen zu können.

    Laut Angaben der Bahn sollten die Schallschutzwände den Schall nicht reflektieren, sondern durch die vielen kleinen Löcher tatsächlich schlucken. Inwiefern das wirklich funktioniert, kann ich nicht nachprüfen oder beurteilen. Die Hauptlärmquelle ist bei Zügen das Rollgeräusch, deshalb sollte die Höhe der Züge für die Höhe der Wand keine ganz so große Rolle spielen. Eine höhere Wand reduziert aber natürlich den Abstrahlwinkel des Schalls, was insgesamt zur Lärmreduktion beiträgt. Ähnliches gilt für den Abstand der Wand zum Gleis, der möglichst gering sein sollte. So wird es dann auch für diejenigen etwas leiser, die oberhalb der Wandoberkante wohnen. Erste Priorität hat inzwischen die Lärmreduzierung an der Quelle. Die wichtigste Maßnahme dazu ist die flächendeckende Einführung von Verbundstoff-Bremsklotzsohlen, die die alten Graugußsohlen ersetzen und die Abrollgeräusche um bis zu 10 dB(A) reduzieren sollen. Die Deutsche Bahn hat kürzlich angekündigt, bis Ende dieses Jahres die Hälfte und bis 2020 alle ihre Güterwagen umzurüsten. Allerdings gehören zwei Drittel der Güterwagen in Deutschland anderen Betreibern, und ein nennenswerter Effekt tritt erst ein, wenn die überwiegende Mehrheit der Wagen die neuen Bremsen hat.

    Warum man die Schallschutzwände nicht begrünt oder wenigstens das natürliche Zuwachsen zuläßt, ist mir völlig unklar. Die Bahn hat natürlich eine Verkehrssicherungspflicht, so daß vor dem Bau der Wände ein regelmäßiges Stutzen der Vegetation nötig war, damit sie nichts ins Gleis hineinwächst. Hinter der Wand ist das aber nicht mehr nötig, nur eventuell angrenzende Wege müßten freigehalten werden. Auch die schöne, üppige, über Jahre gewachsene Vegetation, die man auf dem ersten und dritten Foto in meinem letzten Beitrag hinter der Schallschutzwand sieht, wurde kürzlich entfernt, was bei mir Unverständnis ausgelöst und mich ziemlich geärgert hat. Ich erinnere mich an einen Fall aus dem Bochumer Osten, wo Straßen NRW die Vegetation an der Rückseite einer Schallschutzwand an der Autobahn ebenfalls zum großen Ärger der Anwohner auf den Stock gesetzt hat. Die Begründung war damals, daß man nicht genug Personal habe, um regelmäßig maßvoll zu stutzen und deshalb alle paar Jahre alles komplett plattmache. Ich kann mir vorstellen, daß das bei der Bahn ähnlich aussieht. Für das Stadtbild ist sowas meiner Ansicht nach inakzeptabel. Hier ist die Frage, inwieweit die Politik Einfluß auf die Bahn ausüben könnte, das Bewachsen der Wände zuzulassen. Eigentlich hätte sowas bereits vorab geklärt werden müssen, die Stadt hat schließlich auch Einfluß auf die Farbe der Wände genommen. Meiner Meinung nach wäre es sinnvoll gewesen, von Beginn an durchgehend begrünte Wände vorzusehen. Damit hätte man vielleicht tatsächlich eine Aufwertung des Umfelds erreichen können. Der jetzige Zustand ist, wie du ganz richtig schreibst, optisch eher eine Verschlechterung und dort, wo Graffiti vorhanden sind, eine Verwahrlosung.

    Die transparenten Wände auf den Brücken waren prinzipiell keine schlechte Idee und sahen wie gesagt für ein paar Tage auch gut aus, dezent und zurückgenommen eben. Aber sie sind einfach nicht praxistauglich, weil von vornherein klar war, daß sie so nicht bleiben würden, was du und ich auch vorhergesehen haben. Auch die Verantwortlichen hätten es also vorhersehen können und sich, wie ich finde, gleich etwas anderes einfallen lassen müssen. Weil man gegen Graffiti niemals ankommen wird, bleibt unter der Voraussetzung, daß auf den Brücken Schallschutzwände gebraucht werden, nichts anderes als eine massive Ausführung, auch wenn sie wie eine Abschottung wirkt. Um den negativen Effekt abzumildern, müßten sie künstlerisch möglichst ansprechend gestaltet und idealerweise in die Gesamtgestaltung der „Kunstlichttore“ einbezogen werden. Auch wenn das nicht die Ideallösung ist, ist es immer noch besser als der jetzige Zustand, denn schlechter geht es kaum. Im übrigen könnte man die Wände auch auf den Brücken begrünen. Zumindest auf der Nordseite ist dafür mehr als genug Platz, weil dort bereits vor Jahren ein Gleis entfernt wurde. Ein weiterer Punkt, über den man nachdenken könnte: Wäre es überhaupt so schlimm, die Brücken durch höhere, undurchsichtige Aufbauten massiver zu machen? Wenn man sie durch das Projekt der Kunstlichttore als eine Art Stadttore inszenieren möchte, die Durchgänge durch den als Stadtmauer fungierenden Bahndamm darstellen, dürften sie doch ruhig massiv wirken, wie klassische Stadttore auch. Meiner Ansicht nach könnte man daraus ein stimmiges Gesamtkonzept entwickeln, das die Analogie der Stadtmauer weiter ausbaut. Dem steht natürlich der Denkmalschutz der Brücken entgegen, aber die jetzige Situation mit den Graffiti ist sicher noch viel weniger denkmalgerecht.

    Lärmschutzwände an DB-Strecken in Bochum

    Heute möchte ich ein Thema zur Diskussion stellen, das hier trotz seiner erheblichen Auswirkungen auf das Stadtbild noch nicht besprochen wurde: die Lärmschutzwände der Bahn, die momentan überall im Ruhrgebiet errichtet werden. In Bochum wurde entlang der Bahnstrecken um die Innenstadt bereits recht früh mit dem Bau der Wände begonnen. Ursprünglich war geplant, mit der stadtzugewandten Seite der Bahnlinie zu beginnen, aus mir unbekannten Gründen wurde dies jedoch abgesagt. Stattdessen hat man auf der stadtabgewandten Seite zum dafür geplanten Zeitpunkt begonnen, wodurch sich die gesamte Maßnahme bereits deutlich verzögert hat. Gearbeitet wurde dann aber mit Vollsperrung des angrenzenden Gleises täglich und sehr zügig, so daß die Lärmschutzwand mit Ausnahme der Brückenbauwerke innerhalb weniger Monate fertig war. Nach einer Pause begannen im Frühjahr 2014 die Arbeiten auf der stadtzugewandten Seite der Bahnlinie, hier allerdings ohne Vollsperrung, ausschließlich am Wochenende, und auch dann nur wenige Stunden am Tag mit geringem Personaleinsatz. Teilweise wurde man sonntagsmorgens um 6 Uhr von den erdbebenartigen Erschütterungen und dem Lärm aus dem Bett geworfen, die durch das Rammen von Stahlrohren für die Fundamente der Pfosten verursacht wurden, hat anschließend aber lange keinen Arbeiter mehr gesehen. Nach dem Setzen der Fundamente wurden über die gesamte Strecke verteilt auf kurzen, willkürlich anmutenden Abschnitten einzelne Pfosten aufgestellt und einige Wandelemente eingebaut. Im Herbst 2014 wurde die Baustelle abgebaut und seitdem nicht wieder eingerichtet, nun steht dort also seit anderthalb Jahren eine lückenhafte Wand, die in dieser Form völlig wirkungslos ist. Der auf dem Baustellenschild angegebene Fertigstellungstermin Juni 2015 ist lange abgelaufen. Der Grund ist, daß die ausführende Baufirma insolvent ist. Es ist also momentan nicht abzusehen, wann weitergebaut wird.

    Nun zu den Lärmschutzwänden selbst: Wie wirkungsvoll sie tatsächlich sind, wird man wohl erst beurteilen können, wenn sie lückenlos fertig sind; der bisherige Eindruck auf den fertiggestellten Abschnitten ist nicht allzu überzeugend. Durch die Höhe von 3 m profitieren auch hauptsächlich die unteren Geschosse davon. Ansonsten finanziert die Bahn Schallschutzfenster und eine aktive Lüftung, allerdings nur für der Bahnlinie zugewandte Schlafräume, in Wohn- und Arbeitsräumen muß man weiter mit dem Lärm leben. Was allerdings bereits sehr deutlich sichtbar ist, ist der erhebliche Eingriff ins Stadtbild. In Bochum sind die Wände im Prinzip recht ansprechend gestaltet, aber eine 3 m hohe Wand ist an sich nicht besonders attraktiv. Dazu kommt, daß – wie nicht anders zu erwarten – bereits wenige Tage nach Fertigstellung große Abschnitte mit unansehnlichen Graffiti ohne jeden künstlerischen Anspruch verunstaltet waren, die man ohne weiteres als Schmiererei bezeichnen kann. Als ein Beispiel mag der Bahnhof Hamme dienen, der bis zur Errichtung der Lärmschutzwand ein idyllischer Haltepunkt im Grünen war. Jetzt sieht es dort grauenhaft aus. Ich hoffe noch darauf, daß man die Wände wenigstens auf der gleisabgewandten Seite zuwachsen läßt, damit das Elend zumindest etwas verdeckt wird. Am Bahnhof bringt das allerdings auch nichts, weil man dort vom Bahnsteig auf die gleiszugewandte Seite der Wand schaut. Vollends absurd wird es auf den Brücken. Hier hat man aus Denkmalschutzgründen mit großem Aufwand transparente Sonderbauwerke geschaffen, die in der Tat für ein paar Tage recht attraktiv aussahen. Aber natürlich wurden auch die innerhalb einer Woche nach Errichtung vollständig mit Graffiti beschmiert, wodurch sich jetzt an den nördlichen Haupteinfallstraßen, Dorstener und Herner Straße, ein katastrophales Bild ergibt, das den Besucher der Stadt begrüßt. Hier hat man sich in eine unmögliche Situation manövriert, wie aus Mitteilungen der Verwaltung in der Bezirksvertretung und im Kulturausschuß deutlich wird:

    Dekoratives Anführungszeichen


    Kurz nach Errichtung der Lärmschutzwände durch die Deutsche Bahn AG wurden umfangreiche Graffitis auf diese aufgetragen, die sich nachteilig auf das Stadtbild auswirken.
    Die Bezirksvertretung fragt an, ob seitens der Stadtverwaltung bzw. der Deutschen Bahn AG Strafanzeigen gestellt wurden, ob Täter ermittelt wurden, ob und in welcher Form man gedenkt, diese wieder zu entfernen, was man zukünftig gegen solche Sachbeschädigungen gedenkt zu unternehmen?

    Die Anfrage wird wie folgt beantwortet:

    Die Lärmschutzwände wurden im Auftrag der DB AG erstellt und befinden sich entsprechend auch im Eigentum der DB AG.

    Auf Rückfrage bei der DB AG wurde bestätigt, dass keine Graffitis entfernt werden und keine Möglichkeit gesehen wird, diese zu verhindern.

    Vorlage Nr. 20151306

    Die Verwaltung und der Denkmalschutz bestehen also auf transparenten Wänden, niemand ist aber in der Lage, dafür zu sorgen, daß sie auch transparent bleiben bzw. erstmal wieder transparent werden. Mir ist ein Rätsel, wie man überhaupt auf die absurde Idee der transparenten Wände kommen konnte. Jedem hätte klar sein können, ja müssen, daß jede Lärmschutzwand, die auch nur irgendwie zugänglich ist, innerhalb kürzester Zeit mit Schmierereien versehen wird, erst recht an so exponierten Stellen wie auf Brücken, wo der Sprüher sein „Kunstwerk“ Tausenden von Leuten täglich präsentieren kann. Da sich die Graffiti nicht verhindern lassen und die Bahn weder willens noch in der Lage ist, sie zu entfernen (was ohnehin eine Sisyphosarbeit wäre), bleiben nur zwei Möglichkeiten: Begrünung und legale Graffiti mit künstlerischem Anspruch. Ich sehe nichts, was sonst helfen könnte. Diesbezüglich gibt es auch eine aktuelle Anfrage von Hans Hanke, die noch nicht beantwortet wurde:

    Ich hätte von vornherein dafür plädiert, die Lärmschutzwände – so sie denn unbedingt gebaut werden müssen – überall, wo es möglich ist, flächendeckend zu begrünen, und an den übrigen Stellen, wie an Bahnhöfen und auf Brücken, mit legalen, anspruchsvollen Graffiti oder einer anderen Art von Kunst zu versehen. Auch wenn letzteres keine Garantie gegen Vandalismusschäden ist, werden sie doch unwahrscheinlicher und können durch einfaches Übermalen auch leichter beseitigt werden. Hat jemand hier noch andere Vorschläge?

    Abschließend noch einige Fotos. Zur Illustration des oben Beschriebenen wären eigentlich auch Bilder des heutigen Zustands mit Graffiti nötig, ich habe mich aber erstmal dagegen entschieden, welche zu zeigen, um den Vandalen keine zusätzliche Befriedigung zu bieten (bis auf ein Foto, wo am Rand Schmierereien zu sehen sind). Fraglich ist allerdings, ob sie das hier überhaupt mitbekommen würden. Falls es sich in einer eventuell anschließenden Diskussion als sinnvoll erweisen sollte, kann ich entsprechende Fotos nachliefern.

    Ein Bild von den zügigen Arbeiten auf der stadtabgewandten Seite der Bahnlinie:

    Der Zustand auf der stadtzugewandten Seite im Herbst 2014 nach Abbruch der Bauarbeiten, an dieser Situation hat sich seitdem nichts geändert:

    Die fertige Lärmschutzwand auf der stadtabgewandten Seite unmittelbar nach dem Bau des transparenten Abschnitts auf der Brücke über die Dorstener Straße, kurz bevor der mit Graffiti versehen wurde:

    Die Brücke über die Dorstener Straße aus Richtung Norden am selben Tag:

    Fotos: eigene Aufnahmen

    Neubau ZEMOS

    Das Gebäude ZEMOS ist nahezu fertiggestellt und wird am 19. Mai 2016 eröffnet. Der kleine Parkplatz hinter dem Gebäude ist ebenfalls fertig und mit Schranken versehen worden, die südliche Fahrbahn der N-Nordstraße wurde von der Oststraße bis zur ZEMOS-Parkplatzeinfahrt erneuert.












    Fotos: eigene Aufnahmen

    Dekoratives Anführungszeichen

    Dann wird die Frage offen stehen, ob man nicht nur die Balkone originalgetreu wiederherstellt, sondern ob der massive Kernbau aus Beton, gekrönt durch einen Schornstein erhalten bleibt, ebenso wie es mit den Innenhöfe ausschaut und der begrünten Terrasse.

    Die Versorgungskerne bleiben natürlich erhalten, sie bilden zusammen mit den Stützen und den Deckenplatten den Rohbau. Würde man sie abreißen, würde das einem Komplettabriß des Gebäudes gleichkommen. Die Massivität des Mittelkerns mit den Abluftschornsteinen könnte laut unbestätigten Gerüchten übrigens bei NB zu einem Problem werden, weil die Abluftkanäle hier für eine Chemielüftungsanlage, wie sie die Fakultät für Chemie und Biochemie benötigt, möglicherweise zu klein und wegen der Betonkonstruktion auch nicht einfach erweiterbar sind. Als äußeres Zeichen sieht man, daß die Gebäude mit Chemielüftungsanlage – NC und ND – Doppelschornsteine haben, NA und NB dagegen nur einfache. Ich hänge nochmal ein paar Bilder von der IC-Sanierung an, die zeigen, was bei der Kernsanierung stehenbleibt. Zu beachten ist hierbei, daß die als erste errichtete I-Reihe noch ein anderes Konstruktionsprinzip hatte als alle anderen Gebäudereihen. Bei der N-Reihe wird der Rohbauzustand also etwas anders aussehen.

    Die Innenhöfe werden sicher ebenfalls bleiben, sie werden alleine schon zur Belichtung der unteren Ebenen der Flachbereiche benötigt. Welche begrünte Terrasse meinst Du?

    Dekoratives Anführungszeichen

    Ist der neue Teppichboden in der UB dann auch nur provisorisch? Und wie sieht es mit der PCB-Belastung in MB und MC aus?

    Bei allen Gebäuden, für die eine Kernsanierung vorgesehen ist, sind die momentan durchgeführten Maßnahmen zwangsläufig nur provisorisch. Das gilt nicht nur für die PCB-Sanierung, sondern auch für eine Reihe von Brandschutz- und sonstigen Sicherheitsmaßnahmen. Die N-Gebäude haben zum Beispiel in den letzten Jahren eine neue Hausalarmanlage mit Lautsprechern in jedem (!) Raum erhalten, die die alten Alarmglocken ersetzt. Letztere waren so laut, daß man nur einige wenige pro Etage brauchte, um sicher jeden zu erreichen. Außerdem waren sie derart durchdringend, daß sicher niemand bei Alarm im Haus geblieben wäre. Jetzt gibt es nur noch eine Lautsprecherdurchsage, daß man das Gebäude verlassen soll …

    MB und MC gehören nicht mehr zur RUB und spielen bei der Campussanierung keine Rolle. Für MB gibt es dennoch einige wenige Meßwerte, die alle deutlich unter dem Vorsorgewert liegen. Angesichts der geringen Zahl der Messungen sagt das allerdings wenig aus; es gibt in allen Gebäuden Räume mit sehr geringer Belastung. Ich möchte noch einmal klarstellen, daß auch in der N-Reihe nicht alle Räume PCB-saniert werden, sondern nur die Büros und Flure, die vor allem in NC und ND einen relativ kleinen Teil der Räume ausmachen. Als Anhaltspunkt: In meinem Bereich (eine Halbetage) sind 12 % der Fläche Büros und 17 % Flure, 48 % dagegen Labore. Letztere haben überwiegend eine Lüftung mit 8fachem Luftwechsel, so daß es dort kein Problem mit zu hohen PCB-Konzentrationen gibt.

    Dekoratives Anführungszeichen

    NC und ND, werden aber nicht in den Rohbauzustand zurückversetzt?

    Doch, werden sie.








    Fotos: eigene Aufnahmen