Nun CRBauer, da gehe ich mit dir weitestgehend konform. Ich finde nicht, dass die Kirchen eine architektonisch tragendere Rolle erhalten sollten als ihnen heute gesellschaftlich zusteht. Man mag das historische Stadtbild gerne wahren, wenn man über die Binnenalster Richtung Rathaus blickt. Mich stört aber, dass das an den Kirchtürmen festgemacht wird.
Zurück zu den Hochhäusern. Viele Hamburger sind diesbezüglich sehr, sehr negativ voreingenommen. Und die Diskussion wird dominiert von Menschen die eine verschrobene und verquere Ideologie mitbringen. Um dieser negativen Einstellung zu begegnen und sie zu ändern bräuchte es ein wirklich überzeugendes Hochhaus, welches das Eis bricht. Dieses Hochhaus müsste anmutig und ausgesprochen schön sein. Es sollte ganz ausdrücklich kein hochgezogener Kasten sein wie fast alle anderen Hamburger Klötzchen oder das langweilige Uptown in München. Sondern eher geschwungene, organische Strukturen mitbringen. Es sollte auch durch seine intelligente Nutzung und ein ökologisch ausgewogenes Energiekonzept überzeugen. Was Anmut und Schönheit betrifft war in meinen Augen Hadis Lighthouse schon sehr nah dran. Bezüglich der Höhe sollte man sich erst mal im 200-250 Meter Bereich bewegen. Damit überragt man den Rest ohne gleich die halbe Stadt zu erschlagen.
Ich selber habe einige Jahre in einer Hochhausstadt gelebt und hatte keine Probleme mit Wolkenkratzern in Innenstädten. Im Gegenteil dort erwartet man sie eigentlich auch. Solche Türme aber locker und weit verteilt um die Innenstadt herum, hier und da mal zu stellen halte ich für wenig ansehnlich. London ist so ein schlechtes Beispiel. Genauso halte ich La Defense für eine schlechte Lösung. Ein solch abgelegener Cluster signalisiert das vermeintliche Stadtzentrum, was es aber nicht ist wie jeder Pariser und Besucher irgendwann weiß. Damit erzeugt man einen Wiederspruch oder zumindest eine städtebauliche Dissonanz. Solch eine Dissonanz kennt jeder Hamburger auch von der Mundsburg, die wohl einiges zur weit verbreiteten Hamburger Hochhausphobie beigetragen hat.
In meinen Augen wäre die nahe City Süd ein ausgesprochen gut geeignetes Hochhausquartier und ließe sich mit dem Baakenhafen gut kombinieren. Nur schade, dass es in der City Süd nur noch wenige freie Flächen gibt.
Freie Flächen sind mein letztes Stichwort. Nun hat Hamburg ja schon einige Hochhäuser. Naja Hochhäuserchen, weil richtig hoch sind sie ja nicht. Aber wenn dann doch gelegentlich mal eines wieder abgerissen wird, dann sollten die freiwerdenden Grundstücke auf jeden Fall bevorzugt wieder für Hochhäuser vorgesehen werden. Das erspart viele lästige Diskussionen und Auseinandersetzungen. Aus diesem Grund kann ich die jetzigen Pläne zur Neubebauung des Euler Hermes Hochhauses überhaupt nicht befürworten. Bedenkt man die Proteste welche den Gewerbebau auf dem Zeiseparkplatz begleitet haben, dann verstehe ich schon zweimal nicht warum die Gewerbefläche des Euler Hermes Hauses direkt an der S-Bahn nun für einfache 5-stöckige 08/15 Wohnhäuser verschleudert wird. Gewerbeflächen werden immer rarer und irgendwo wollen die vielen neuen Bewohner ja arbeiten.