Beiträge von libero

    ^^Sag ich ja, zum ersten Mal spricht das Papier 1968 offiziell von dem Rechenzentrum statt Garnison. Legende ist eine etwaige, nicht bestätigte Beschlussfassung irgendeines Gremiums in 1966. Ulbricht hat es durch Worte (ab 1967) und Taten getrieben, und wenn selbst Brunhilde Hanke als ehemalige Bürgermeisterin Walter Ulbricht und das System als Ursache identifiziert und es weiterhin von diversen anderen Zeitzeugen aus erster Hand und Protokollen bestätigt wird, ist das als gegeben hinzunehmen.

    Lutz Boede: Die Vorträge Klarenbachs sind ideologisch motivierte Propaganda und deine sind politisch motivierte Bekanntmachungen im Sinne Deiner Sache, die zum Teil gegen die Bordregeln sind. Wer die stalinistische Argumentation gegen die Garnison, die zur Sprengung der Kirche geführt hat, für seine Sache vereinnahmt muss sich nicht wundern, in diesem Dunstkreis verortet zu werden zumal man ja selbst den "Ungeist", den "Militarismus" und die rechte Ecke den Aufbaubefürwortern unterstellt. Alles Weitere zu Deinen Absichten hab ich schon hier erläutert.


    Der Beschluss über den Abriss der Garnisonkirche wurde aber schon am 5.8.1966 durch das Sekretariat der Bezirksleitung Potsdam der SED gefasst. (Quelle: Brandenburgisches Landeshauptarchiv BLHA Rep. 530 Nr. 2576)


    Das ist leider (mal wieder) total verwässernd und damit falsch, u.a. weil die "Bezirksleitung Potsdam der SED" nichts zu entscheiden hatte. zudem behaupte ich, dass es diese Quelle gar nicht gibt, jedenfalls solange sie allem anderen widerspricht und nicht nachvollziehbar online einzusehen bzw. verlinkt ist. Unter Ausschluss der Öffentlichkeit - die bewußt belogen wurde - gab es bis zum 26.4.1968 keine öffentlichen Absichten und auch die Stadtverordneten Potsdams hatten morgens zwar einen Schimmer, aber keine offizielle Vorlage. Und ich möchte dich anhalten (und auch die Mods bitten, dies durchzusetzen) in Zukunft nur noch verlinkte Online-Quellen zu bemühen, weil deine Bequellungen, Zitate und Berichterstattungen nun zum wiederholten Male bewußt oder unbewußt verfälschend oder falsch sind. Wie hier und hier dokumentiert.


    Ich hab mir jetzt mal die Mühe gemacht, nach im Internet zugänglichen Orginalzitaten und Belegen den Hergang aufzuarbeiten, und zwar anhand dankenswerter Weise durch Luftpost in diesem Beitrag bereitgestellte Video.


    Neben der bereits in #602 genannten Turmrede von Walter Ulbricht und den Hergang mit verlinkten Zitaten sowie der glasklaren Herleitung, dass die Sprengung ideologisch motiviert, unnötig und vor allem durch Walter Ulbricht persönlich hintertrieben wurde, nun mal ein paar Zitate und Belege von Leuten, die es wissen müssen:


    Mir war es wichtig, dass die Kirche erhalten bleibt, zumindest der Turm, ich habe dazu Vorschläge gemacht.... Und hier war es so, dass wir direkt von übergeordneten Staats- und Parteiorganen den Auftrag hatten, alles geheim vorzubereiten bis zu dem Zeitpunkt, wo man an die Öffentlichkeit gehen musste. Aber dann sollte es auch so sein, dass der Zeitpunkt der Veröffentlichung und die Sprengung so dicht beieinanderliegen, dass keinerlei Gegenaktionen mehr möglich sind....Es ging Ihnen darum einen Schlußstrich zu machen gegen das reaktionäre Preussentum und ein neues sozialistisches Potsdam aufzubauen. Das wurde Chefsache - die Garnisonkirche - die bis auf den Tisch von Walter Ulbricht gelangte.


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, Brunhilde Hanke ab Minute 14:38 sowie ab 30:00 und 34:10


    und unter Tränen ergänzt sie zum Beschluß der Stadtverordnetenversammlung am 26.4.1968:


    Ich kann mich daran erinnern, dass mein Mann damals schon zu mir gesagt hat: 'Das wird Dir nochmal schwer auf die Füße fallen. Denn das ist eine Kulturbarbarei.' ... Es gibt nur eine Entscheidung, man hätte Nein sagen und die Kirche erhalten müssen. Zumindest den Turm ... Schuld an der Sprengung ist das stalinistische System, das auf eine Alleinherrschaft zugeschnitten war, nämlich auf Walter Ulbricht, dem auch alle nach dem Munde geredet haben.


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, Brunhilde Hanke ab Minute 49:30 und 54:50


    Des weiteren berichten Zeitzeugen oder Protokolle:


    Anstelle der Garnisonkirche muss ein Objekt stehen, das wirkt. Die Ruine der Garnisonkirche kann man auch auf Fotografie zeigen und sie verkaufen als Postkarten an Ausländer


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, Walter Ulbricht Protokoll seiner Rede am 22. Juli 1967 ab Minute 16:07 sowie 17:30


    Die Begegnung mit Ulbricht im Sommer 1967 war der entscheidende Ausgangspunkt. Wir standen am Langen Stall, Ulbricht schaute sich den Turm an und sagte 'Diese Ruine muss verschwinden'.


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, ab Minute 30:30


    Man konnte bis zum Tag der Abstimmung (am 26.4.1968) noch offiziell abstreiten, dass ein Abriss geplant war


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, ab Minute 39:00


    Man wollte die Kirche abreißen, aber uns wurde immer wieder beteuert: Es gibt keinen Gedanken daran diese Kirche abzureißen.


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, ab Minute 26:50


    Als Amtsleiter hätte ich gar nichts anderes vertreten können, dann hätte es eben ein anderer gemacht


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, ab Minute 27:50


    Die von Genossen Ulbricht kritisierten Mängel an der bisherigen Gestaltung in Potsdam sind hauptsächlich Mängel im Denken.


    Quelle: Video Youtube/Filmart 1993, Hermann Henselmann nach Protokoll ab Minute 31:20


    Historie nach o.g. Dokumentation, hier nochmal verlinkt:


    1951 Wettbewerb Innere Stadt Potsdam; erster Preis für Planung mit wiedererrichtetem Schloss und Garnisonkirche (ab Min. 23:50)
    1953 Turmrede von Walter Ulbricht in Eisenhüttenstatt
    1959 Das Stadtschloss wird abgetragen und damit beginnt "die zweite Zerstörung" Potsdams


    --- Phase eins: Öffentliche Inszenierung einer angeblichen Einsturzgefahr ---
    Sommer 1966 Delegation des Politbüros (!) wirft zur Stadtplanung Potsdams die Frage auf, was denn mit der Garnisonkirche los sei, wieso dort Baumaßnahmen durchgeführt werden (nach Brunhild Hanke ab 28:30) - Zu diesem Zeitpunkt wurden Bestandsicherungsmaßnahmen durchgeführt, bewilligt waren 2 Mio. Mark aus dem Topf der staatlichen Denkmalpflege
    29.9.1966 Staatliche Bauaufsicht verweigert Verlängerung des Bauscheins
    Oktober 1966 Ein erweiterter zweiter Bauzaun wird an der Garnisonkirche aufgebaut, um der Öffentlichkeit von der Baufälligkeit des Turms zu überzeugen
    27.10.1966 Staatliche Bauaufsicht untersagt Gemeinde weitere Nutzung zum 1. November 1966
    November 1966 Presseveröffentlichungen im Potsdamer Blick über die Gefahr des Einsturzes


    --- Phase zwei: Ulbricht treibt unter strengster Geheimhaltung Abriss voran, Öffentlichkeit wird belogen ---
    22.07.1967 Besuch Ulbrichts in Potsdam und Orginalzitate gegen Turm hinter verschlossenen Türen
    20.10.1967 Hermann Henselmann, Kolloquium der deutschen Bauakademie, fokusiert von Ulbricht kritisierte Mängel auf "Mängel am Denken" und legt Schwerpunkt der Sozialistischen Stadtplanung in Potsdam
    22.12.1967 Erster Entwurf für das Sekretaritat der Bezirksleitung zum Bau des Rechenszetrums spricht noch "Standort auf der Plantage" und spricht bei der Garnison nicht von Abriss, sondern noch vom Problem der vorhandenen Bausubstanz (ab Min 32:00)
    15.02.1968 Geheimer Auftrag an Sprengmeister mit Kostenfreigabe von 436.230,00 Mark
    7.03.1968 Vertraulicher Bericht des zweiten an den ersten Sekretär der Bezirksleitung Wittig, in dem festgehalten wird, dass Pfarrer Ditmer zum ersten Mal klar gemacht wurde, dass mit dem Abtrag der Ruine zu rechnen ist.
    29.03.1968 Superintendent Stubbe bescheinigt der Garnison keine Baufälligkeit sondern gute Bausubstanz


    --- Phase drei: Aus Geheimvorbereitung wird Offizieller Beseitigungsbeschluss ---
    16.4.1968 Endgültige Vorlage der Konzeption für das Stadtzentrum Potsdam für das Politbüro des ZK
    der SED formuliert; Standort des Rechenzentrums auf dem Gelände der Garnison
    21.4.1968 Hilferuf an Walter Ulbricht zum Erhalt der Garnison durch "Baukommission des Wohngebietes VII"
    26.4.1968 Entgegen der normalen Verfahrens, das eine Beschlußvorlage als Entwurf sechs Wochen vor Abstimmung vorsieht, diese stand auch nicht auf der Tagesordnung, sondern wurde morgens mündlich als zusätzlicherr Tagesordnungspunkt beantragt (nach Brunhild Hanke ab 38:30). Geschlossene Veranstaltung. Nur noch formale aber eben elementare Zustimmung der Stadtverordnetenversammlung Potsdams - dennoch entgegen der Gepflogenheit nicht einstimmig, sondern mit 4 Gegenstimmen (darunter Dr. Gebhard Falk ab 43:00)
    Anschließend gibt Kulturminister der DDR Zustimmung zur Streichung aus Denkmalliste
    30.4.1968 Beschluß über Enteignung wird Gemeinde überstellt mit Wirkung zum 3.5.
    2.5.1968 (23:00) Letzte Andacht in der Garnison
    14.5.1968 Erste Testsprengung
    19.6.1968 Turmsprenung scheitert, Turm bleibt zur Hälfte stehen
    23.6.1968 Zweite, vollendende Sprengung der anderen Turmhälfte

    ^^Tja Lingster, der gute Lutz stellt die Dinge für seine Sache richtig. Und erklärt uns gleichzeitig für B(l)oede! Hier mal Auszüge aus der Abteilung Aggitation z.B. Drücken, Tricksereien, Mitbestimmung ausschließen, keine Idee, wie das Projekt zu retten ist, Polemik z.B. Vergeltungsarchitetkur und Diffamierung, z.B. Nazi-Vorwurf Unterstützer Hertha BSC, der natürlich nicht nur Hertha-Fans, sondern die Befürworter en block diskreditieren und unausgesprochen den Nazivorwurf gen Garnisonskirche untermauern soll...


    … Aber es ist zu befürchten, dass sich die Stadtspitze aus Angst vor der Bevölkerungsmeinung um eine klare Entscheidung drücken möchte.


    Wie auch immer, die Rathauskooperation sollte gut überlegen, ob sie weiterhin mit Tricksereien die Bevölkerung von der Mitbestimmung ausschließen will ...


    Ein Gebäude wiederaufzubauen, nur weil es zuvor aus ideologischen oder politischen Gründen zerstört wurde, ist Vergeltungsarchitektur.


    Ich bin schon verwundert, dass hier die Befürworter*innen des Aufbaus einer Garnisonkirchenkopie keinerlei Idee haben, wie denn das Projekt zu retten ist...


    Mal sehen, ob ein Verein, dessen Fans in Babelsberg regelmäßig "Arbeit macht frei - Babelsberg 03" skandieren und gern den Hitlergruß zeigen, dem Garnisonkirchen-Versöhnungs-Projekt weiterhilft.

    ^ Es gibt einen Unterschied zwischen leichter verständlicher Sprache und der "Verona-Feldbuschisierung des Deutschen". Ich hab null gegen ersteres, aber an den Wortschatz und den Satzbau der Bild-Zeitung könnte es schon reichen. Und wenn nicht, dann bitte wie gesagt nicht "Kindersprache", weil alleine das Niveau der Sprache der Sache schadet. Aus meiner Sicht, wie immer.


    PS/Edit: Ich spezifiziere nach nochmaligen Lesen. Es ist "Kinder-Werber-Deutsch" ohne Rücksicht auf den Satzbau und das Argument mit dem Thema zieht nicht wirklich. Ich möchte zwei Beispiele geben. "Aber: Manche Familien sagten nichts dagegen" wäre einfach grammatikalisch richtig "Aber manche Familien sagten nichts dagegen." Oder: "Deshalb hörten sie damit auf: Mit Gas zu töten" wäre besser geschrieben als "Deshalb hörten sie auf, mit Gas zu töten". Mal ganz ab von den vielen Wiederholungen, die man vermeiden kann, ohne es schwieriger zu machen.

    ^^Ich weiß gar nicht, warum man um das Mercure mehr Aufsehen macht, als um z.B. diese Kandidaten, um die kein Mensch sich aufgeregt hat noch aufregen würde:


    Millertorhochhaus Hamburg
    oder Allianz-Hochhaus, Großer Burstah, Hamburg


    oder Technisches Rathaus, Frankfurt

    Quelle: Wikipedia, Creative Common, gemeinfrei


    Baukörper der DDR-Moderne haben aus meiner Sicht keinen ideologisch motivierten Bestandsschutz oder in irgend einer Weise mehr oder weitreichendere Schutzrechte als Pendants der BRD-Nachkriegsmoderne West. Im Gegenteil: Plattenbauten in Potsdam- und Berlin-Mitte sind Staatsratseingriffe, die die Ideologie der Sozialistischen Moderne weithin sichtbar machen - und im übrigen im Fall Potsdam die historischen Höhendominanten wie z.B. die Garnison ersetzen - sollten. Da sie zumeist mit Zerstörung des Bestandes (in den 60ern) einhergingen, sind sie meiner Meinung nach noch kritischer zu sehen, wenn man sie denn in einen ideologischen Kontext bewerten möchte. Mach ich aber nicht und daher:


    Einzig relevante ideologiefreies Kriterium kann doch nur sein: Das Mercure direkt vorm Schloss (zer)stört das Stadtbild und wie beschrieben die historische Topgrafie... Ja oder Nein. Ich für meinen Teil würde zu "Ja" tendieren. Alles weitere entscheiden wirtschaftliche Aspekte.

    ^^ T2 in MUC mit 1,5 oder inflationsbereinigten 1,77 Mrd. mit dem BER zu vergleichen ist interessant, aber Äpfel und Birnen. Da fehlen Infrastruktur, Landebahn und auch Vorleistungen, die der Ursprungsbau bereits hatte. Interessanter sind da schon die derzeit kalkulierten 2,5 Mrd. des ersten Bauabschnitts T3 FRA für 25 Mio. PAX, da dort auch eine neue Infrastruktur (Autobahnanschluss, Gepäckvernetzung, Monorail, aber noch kein S-Bahnanschluss, der noch kommen soll) gebaut wird. Landebahn/en on top.

    ^^Gute Argumente. Wenn BER denn (rund) läuft, alles richtig. Ergo: Zunächst Parallelbetrieb (länger als 6 Monate) bis es rund läuft. Ist die pragmatischste, sicherste, kalkulierbarste und damit konstengünstigste Variante mit Fallback-Option, in my (humble) opinion. Wenn es denn dann läuft, zentral einer und zwar BER.

    Kleist: Ich habe darauf hingewiesen, dass es wider der vorherigen Eingaben theoretisch möglich ist (nicht nur als Regierungsflughafen, sondern auch Parallel). Und dass ich es persönlich für falsch halte, dieses Asset wegzuwerfen, wenn a) die Kosten am BER explodieren auf derzeit 5,6 Mrd., b) ein weiterer Ausbau weitere Milliarden verschlingt, die Berlin nicht hat und c) relativ realistisch bezweifelt werden darf, das der BER reibungslos funktioniert nach dem Desaster bisher. Selbst wenn es 1 Mrd. für Ausbaustufe 2 wären, sind die wesentlich besser angelegt in einen Ausbau Nahverkehr unter Offenhaltung von Tegel und zwar selbst für eine z.B. S-Bahnanbindung Tegel-Hauptbahnhof-Schönefeld oder Alternativ U5-Anbindung, da diese in jedem Fall auch bei einer Nachnutzung Tegel notwendig bzw. unabdingbar ist.


    BER kann in der zweiten Ausbaustufe bis 45 Mio. bei zwei Landebahnen bewältigen, ist aber (wenn denn eröffnet wird) bereits an Grenze Stufe 1 Stand heute 25 Mio. in Berlin. Für die 45 Mio. würde man im übrigen den Schönefeld-Bestand Nord weiternutzen müssen, der aber der Regierung vorbehalten/blockiert ist. Ergo: Nach Umzug Kapazitätsgrenze.

    ^^Es gibt ein Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages aus 2013. Dieses besagt, dass Tegel offengehalten werden kann, wenn entsprechender politischer Wille die Rahmenbedingungen dafür schafft. Und zwar durch Moratorium (des Senats) ohne Planfeststellungsverfahren. Regierungsflughafen, Privat und/oder Olympia ist demnach möglich, genauso wie ein Parallelbetrieb auf Probe (unter Vorhaltung Olympia) oder auch dauerhafter Parallelbetrieb unter der Argumentation Kostenexplosion und Vermeidung des sofortigen weiteren Ausbaus. Ein solches Moratorium macht alleine schon deshalb Sinn, weil ansonsten Tegel entwidmet wird und damit ein für allemal für den Flugverkehr verloren geht. Was in Anbetracht der Kosten für BER, den technischen Problemen und des Investitionsvolumens für den weiteren Ausbau für Berlin und Brandenburg sehr teuer wird. Nochmal Abermilliarden.

    ^^Wie die Aktualität zeigt, lassen sich sehr wohl hunderttausende von Stimmen wegdiskutieren. Anders gehts ja in ner Demokratie auch gar nicht. Dieses ganze selbst bemittleidende Trickserei-Gedöns - eigentlich ist jedes politsches Handeln der juristischen Realität geschuldet - mag ich nicht mehr lesen wollen, sorry Klarenbach. Und: In verschiedenen Ebenen wird seit Gedenken Politik gegen Mehrheiten gemacht, und in diesem Fall wissen wir gar nicht, ob es eine solche gibt. Bezüglich Widerstand "Jetzt erst recht": eigentlich reicht ein LOL, weil natürlich mitnichten die Frage der Garnison was (konter-) revolutionäres, reaktionäres oder auch relevantes hat, das eine soziokulturelle We-shall-Overcome-Klassenkamp-Inszenierung rechtfertigt. Aber da haben wir wie immer zweierlei Maß.

    ^^Wie immer Danke Jan, dass du konsequent dran bleibst. Ich hab zwar seit 10 Jahren die Erkenntnis, dass (sich) Berlin irgendwie immer an der kritischen Masse des Durchbruchs (ab)arbeitet, aber (Kraft der Größe der Stadt) sich das immer weiter zieht und man nicht entscheidend weiter kommt. Nunja, jedenfalls lässt es nicht nach. Aber jetzt gesellt sich auch das Gefühl dazu, dass der "Durchbruch" irgendwie unmittelbarer bevor steht. Das liegt vielleicht auch an den Zalandos/Rockets/Samwers ("Zalando mehr wert als Lufthansa"), die dazu beitragen, dass die Startups in Berlin langsam auch in der Größe anfangen zu laufen. Ein Verkauf von Soundcloud an Twitter hätte zusätzlich inspiriert oder zumindest die Ernüchterung revidiert, die Amen oder Gidsy hinterlassen hat. Was an Innovationen und Inkubationen im Wissenschaftsbereich nach heissen konspirativen Berichten aus meinem Umfeld läuft zur Zeit, da schlackern mir die Ohren. Klein, aber alles qualitativ wirklich top mit globaler Massenmarkt-Phantasie. Dass national und international Unternehmen in den Kreativ- und Wissenschaftsstandort Berlin inzwischen aus Überzeugung investieren - auch wenn es vermeintlich noch immer Es-rechnet-sich-nicht-wirklich-Placebo oder Wenn-wir-nicht-investieren-könnte-es-ein-Fehler-sein-Alibi ist, aber alle bleiben dran und es lässt nicht nach - zeigt, dass irgendwie das Erreichen des nächst höheren Levels kurz bevor steht... hoffen wir mal bzw. arbeiten wir dran.

    ^Schiffe / Barkassen (zu Olympia)! Nicht, dass ich das jetzt ironisch meine, aber diese Argumentation wird vorgebracht werden, wenn gleichzeitig der Ausbau der U4 nach hinten geschoben wird. Im übrigen: wenn dann kann es ab heute nur noch um 2028 gehen - und zwar deswegen. Alles läuft auf eine EM 2024 in Deutschland hinaus. Beide Goßveranstaltungen werden in einem Jahr nicht gehen. Die einzige Frage ist, ob der "Probelauf" doch noch durchgezogen wird, um für die 2028er Bewerbung zu lernen...

    Liebe Luftpost, keine 4 Beiträge in diesem Forum, und sie können nicht wiederstehen andere Teilnehmer zu verleumden und mit persönlichen Schmähungen zu überziehen. Ich finde das hat keinen Stil. Respektvoller Umgang auch mit Positionen des anderen Lagers sollte doch möglich sein.


    Im Umkehrschluss wird ein Schuh draus: Denn Luftpost greift erstens keinen persönlich an, sondern formuliert verallgemeinernd aber nicht vollkommen unrichtig. Und zweitens hat es keinen Stil, mit Anzahl der Beiträge oder auch mit Anzahl der Renommeepunkte zu argumentieren. Weder hü noch hott haben dadurch Neu- oder Alt-Foristen mehr oder weniger Rechte. Das hat schon schneid, lieber Potsdamer, vor allem weil Du seit Bordmitgliedschaft auf dem Garnisonsstrang rumkeilst und Du auch weder durch die Vielzahl Deiner Beiträge noch durch glorreiche Leistungen Deiner Mitgliedschaft Dich für solche An- und Aussagen autorisiert.

    Carlo und libero: Das Ziel des Bürgerbegehren war es ja eben NICHT ein "Bauvorhaben eines privaten Bauherrn (wie hier der Stiftung), für das Baurecht besteht, durch einen Bürgerentscheid aufzuheben." Das Baurecht sowie das Stiftungsrecht wird und bleibt anerkannt.
    Nur die Bevölkerung sollte gefragt werden, ob die Stadt Potsdam sich aus dem Projekt Wiederaufbau Garnisonkirche zurückziehen sollte.


    ^^ Das ist Weisswäscherei! Wenn eine Initiative "Gegen Garnisonkirche" heisst, die "die Auflösung der Stiftung Garnisonkirche anstrebt", dann ist die Zielsetzung eindeutig, nämlich juristisch unhaltbar.

    ^^Dafür wäre es notwendig, das bundesweite Stiftungsrecht zu ändern (juritische Hürde 1).... Und im übrigen wäre es ein öffentlicher Eingriff auf privates Vermögen (jur. Hürde 2 - es ist kein öffentlicher Bau) bei gültigem Baurecht (juristische Hüre 3). Aber hey, das hat die Gegner hier nie interessiert und wird es auch nicht. Insofern helfen weder dies- noch jenseits Wiederholungen.

    #Torhaus: Das Torhaus hat aber durch Werbung an einem der best frequentiertesten Plätze Europas eine erhebliche Gegenfinanzierung. Das reicht für Bau und 30% Mieten unter 10 Euro, ich habs durchgerechnet. Der Rest wäre Hotel und Lofts oder Büro.


    #Platte Alexanderstraße: es gab die Überlegung, Blockrand bis zur Holzmarktstraße durchzuziehen. Aber: ich bin der Meinung, dass dies (entgegen des Haus des Reisens oder selbst der Karl-Liebknecht-Platte) öffentlich null vermittelbar ist. Und ausserdem steht das Gebiet KMA und Schiller unter Bestandsschutz, das ist eindeutig gegen den Willen des Senats, daher hier nicht berücksichtigt. Die HH wären (wieder mal) eine Konzession, die bereits heftig Gegenwind bekommen dürfte. Das ist eine ganz heikle Kiste Richtung KMA, Schill und Moll, da eine Verdichtung ohne Probleme machbar, aber eine solche nicht an den Bestand vorbei kann zur Zeit. Und wenn Plattenabrisse, dann bitte lieber in der Altstadt und weniger Richtung Ensembleschutz KMA.


    #Zur Doppelung HDL: - Gründe hab ich ja genannt, man kann ja anderer Meinung sein, daher zeig ich sie ja hier, danke.


    #Brunnen: Zum Brunnen hab ich alles gesagt, glaub ich. Er würde ja auch nicht verschwinden sondern versetzt. Und die Kosten der Versetzung übernimmt ein Bauherr gerne, wenn diese in den Kalkulation / Kaufpreis und Investition des Baufelds eingespeist sind. Das kann man getrost voraussetzen.


    #Alexa: Wenn eine Erweiterung des Alexa (was zusätzlich erhebliche Vergrößerung von Verkausfläche ist) gekoppelt wird an einer Auflage Fassadenwettbewerb, dann ist das natürlich zu machen und für den Betreiber rechnet sich es ganz sicher.

    ^Sorry Kleist, die letzte Bemerkung kann man einfach nicht ernst nehmen in Anbetracht dessen, dass bei den Entwürfen 99% Neubauten und eine (diskutierte) Reko und ein (diskutiertes) Baufeld handelt (zumindest in diesem Thread - Planungsbereich Alexanderplatz bis Moll). Das nennt man Tunnelblick. Und eine kleingeistige Rechtfertigung von kleinbürgerlich ist nicht hilfreich. Beschränkt euch doch einfach auf Argumente. Das schaffen andere ja auch.


    Tietz stand am Ende nicht mehr zu Disposition


    @Tel: Tietz stand nie zur Disposition. Wiederholung macht die Aussage nicht richtiger. Behrens hat zwei Bauten geliefert und ein paar Skizzen (Danke dass du diese nochmal als Bildlink aus dem von Bato velinkten Artikel ausgepackt hast). Wagner hat geplant als Stadtbaurat und Architekt. Es gab Ideen, Wettbewerbe, Sieger und eine Planung, nämlich die von Wagner. Und diese - nach der die beiden Behrens-Bauten entstanden - haben immer das HerTie als Bau gehabt. Gegenüber sollte noch verändert werden.

    ^ Kleinbürgerlich ist eine Klassenkampfterminologie, vor allem im Kontext mit der Verteidigung von vermeintlich per definitionem immerschönen Errungenschaften der DDR-Moderne, da er in der "marxistisch-leninistischen Terminologie Nichtproletarier benennt, die sich ohne festen Klassenstandpunkt der gerade herrschenden Klasse anpassen". Natürlich ist das diffamierend und ist auch unnötig, weil die Diskussion ansonsten sachlich ist. Außerdem haben wir ja schon offengelegt, dass es eigentlich um die Bewahrung eines durchaus ästhetisch polarisierenden Brunnens des systemkonformen Staatskünstlers Womacka (Zitat Wikipedia) geht. Genauso wie wir offen gelegt haben, dass bestimmte wahrgenommene Vorschläge wie die Versetzung der Weltzeituhr auf den Platz der Vereinten Nationen nie vorgetragen wurden. Da reagiert einer DerBe über und legt durch Wahrnehmung und Wortwahl den ideologischen Kontext seiner Kritik an einer etwaigen Bebauung und einer etwaigen Rekonstruktion offen.