Beiträge von Saxonia

    Recht ermüdend. Ich versuche es ein letztes Mal in Kurzform: ....

    Du kannst es auch in Langform probieren, die Sache ist und bleibt in meinen Augen unverschämt. Sich da mit irgendwelchen Trivialitäten wie Taubenzüchtertreffen rauszureden, hilft nicht. Erstmal kann ich den Drang, mit Städten aus diktatorisch regierten Ländern Partnerschaften zu schließen, ohnehin nicht nachvollziehen. Der Gedanke, dass man sich genau dort mit chinesischen oder vietnamesischen Offiziellen (ohne die läuft auch auf den unteren Ebenen nichts) zusammensetzt, bleibt zynisch. Auch der Mehrwert für Kinder dürfte begrenzt sein.

    In dem Fall ist es mir auch völlig bummi ob da mal eine Kirche oder sonstwas stand. Das ist diesbezüglich schlichtweg irrelevant. Wer sich ernsthaft für die Geschichte des Areals in seiner Gesamtheit interessiert, der favorisiert sicher nicht dieses "internationale Haus".

    ^ Ein Internationales Haus als einzige nichtzulässige Nutzung - ohne, dass es ein Konzept gäbe, in der Vorstufe geht man einfach von einer zentralen Kontaktstellen für alle, die aktiv die Städtepartnerschaften pflegen - an genau diesem Standort, da sich dort mal die Stasizentrale befand - so eine Argumentation muss man sich echt erstmal zurecht schustern. Mit dem dafür nötigen Tunnelblick verkennt dann aber auch, dass ein Austausch, gerade bei sonstigen Differenzen, zu jeder Zeit notwendig und wichtig ist. Wird nicht gerade das Argument bei weitaus weniger trivialen Themen von Putin-Apolegeten immer wieder verwendet?

    Wenn man die Städtepartnerschaften mit Nanjing oder "Ho-Chi-Minh-Stadt" pflegen möchte, wird man sich mit kommunistischen Funktionären zusammensetzen müssen. Anders geht es gar nicht. Da muss man nicht viel schustern, um auf den Gedanken zu kommen, dass gerade das am Ort eines kommunistischen Unterdrückungsapparates unpassend ist. Offensichtlicher gehts ja eigentlich gar nicht.

    Ich darf daran erinnern, dass in Krakau keine PiS-Politiker sondern Vertreter der landesweiten Opposition an der Macht sind. Ein Umstand, der in Ländern wie China und Vietnam ausgeschlossen sein dürfte. Polen ist (trotz allem) eine Demokratie, das ist der Unterschied. Russland ist autoritär aber nicht totalitär.


    Wenn Sie sich austauschen wollen, bitteschön. Aber das Areal der Stasi dafür zu nutzen halte ich nichtsdestotrotz für pietätlos. Traurig genung, dass man den Standort der ehemaligen Matthäikirche dafür missbraucht hat, tut hier aber ausnahmsweise nichts zur Sache. Mit fast jeder anderen Nutzung hätte ich kein Problem. Aber das muss nun wirklich nicht sein.

    Das ist in meinen Augen überhaupt keine gute Idee. Wieso wäre es "passend", wenn man in diesem "Internationalen Haus" auf dem ehemaligen Gelände des MfS mit Vertretern von Städten aus kommunistisch regierten Ländern wie Vietnam oder China (Nanjing) auf Friede Freude Eierkuchen macht? Da greif ich mir ehrlich gesagt an den Kopf, wenn ich nur daran denke.

    Insofern halte ich auch den Mehrwert einer Städtepartnerschaft mit Saigon alias "Ho-Chi-Minh-Stadt" für äußerst begrenzt.

    Das ist ja logisch, dass es auch innerhalb der jüdischen Gemeinde divergierende Meinungen gibt. Ist in Potsdam bspw. nicht anders und führt dort schon seit Jahren zu Verzögerungen. Umso weniger Verständnis habe ich für den Versuch, hier wieder einen Stellvertreterkrieg Für und Wider das Rekonstruieren historischer Gebäude an sich draus machen. Zumal ich die Argumente diesbezüglich langsam aber sicher für ausgetauscht halte.

    Es sollte das gebaut werden, was sich die jüdische Gemeinde wünscht und was rechtlich zulässig ist. Ich verstehe gar nicht, was sich da schon wieder für Leute einmischen, die das gar nichts angeht. „einen schönen Bau für alle“ (Kähler) - wenn ich das schon lese. Das ist es eben nicht. Es ist kein Bau für alle, sondern eben eine Synagoge.

    Ich finde es auch bedauerlich, dass man in Dresden die Semper-Synagoge nicht wieder aufgebaut hat. Der Neubau gefällt mir nicht. Aber die Gemeinde wollte es so und damit hat es sich.

    Soweit ich weiß, schluckt die Firma „Baby Smile“ zum Jahresanfang den Konkurrenten „First Moment“ (Walter-Janka-Straße). Vielleicht wird das ja langfristig mit weiteren Investitionen am Standort verbunden sein. Wobei man zur Zeit aufgrund der schwierigen Situation wohl eher Stellen abbauen musste.

    Ein großes Glück für uns, dass die Kommunisten im heutigen Bundesverwaltungsgericht so einen absurden Personenkult um Georgi Dimitroff betrieben haben. Sonst wäre uns das Innere des Gebäudes wohl nicht im weitgehenden Originalzustand überliefert worden.

    Insgesamt handelt es sich ja trotz der Kriegsschäden und den Bilderstürmereien der Kommunisten rings ums Hauptportal herum um den am besten erhaltenen profanen Repräsentationsbau des Kaiserreichs, auch dank der hervorragenden Sanierung bzw. Rekonstruktion bis 2001.

    Sehr schöne Sanierungen, bis auf das Eckgebäude zur Uferstraße. Leider im Gegensatz zu den Gebäuden die Straße rauf oder der 50er Jahre Zeile im "nationalen Stil" daneben auch nicht denkmalgeschützt. Hat man hier gleich für eine Außendämmung ausgenutzt, die so ein dezent gegliedertes Gebäude aus der Zwischenkriegszeit natürlich verhunzt. Die Fenster sind darüberhinaus auch nicht die richtigen.

    Auffällig bei vielen Kommentatoren, ob filmisch oder schriftlich, ist ihre, natürlich eher abfällig gemeinte, Preußenobsession. "Preußenschloss", "Preußenpalast", "Preußenpracht". Das habe ich schon immer merkwürdig gefunden und die zunehmende Häufung bestätigt mein Gefühl. Ähnliche Begriffe sind mir aus anderen Teilen Deutschlands kaum geläufig, auch nicht aus Dresden. Offensichtlich will man so größtmögliche Distanz herstellen, denn Preußen ist ja nach wie vor irgendwie Pfui. Wie alles, was es nicht mehr gibt.

    Die zunehmende Überfrachtung des Humboldtforums mit ideologischen Diskussionen, die mit den immer gleichen Argumenten befeuert werden, ermüdet mich eher. Vor 10 Jahren waren es Spinner, heute müssen wir das alles ganz ernst nehmen. Sollen sie machen. Meiner einer erfreut sich an der schönen Fassade.

    Ja so sehe ich das auch. Das Neue Rathaus gewinnt durch eine zunehmende Bebauung des Areals. Die gewaltige Baumasse, die dieses Gebäude ja noch wie vor darstellt, kann man so erst in Relation setzen.


    Eine Wiederherstellung der lebhaften Dachlandschaft des Neuen Rathauses hatte ich hier (meine ich) schon mal ins Gespräch gebracht. Auch das wäre ein großer Gewinn, denn die heutigen Neubauten sind ja deutlicher höher, als die im Krieg zerstörten Vorgänger. Leider hat man sich wohl auch aus Kostengründen aber zur Konservierung des eher trostlosen Nachkriegszustandes entschieden.

    Ich kann diesem unförmigen Gebilde auch nichts abgewinnen. M. E. präsentiert sich Chemnitz damit am zentralsten Platz wiedermal als Stadt ohne Historie. Kann man sich so ein Ding in auf dem Markt in Leipzig vorstellen? Oder auf dem Altmarkt in Dresden? Wobei letzterer ja auch schon seit Jahren durch diesen Flutlichtmast verschandelt wird....