Beiträge von Saxonia

    Wo ist denn der Kompriss? Es sollte ein Kirchenschiff an den Turm gebaut werden. Das wird nicht passieren. Das Rechenzentrum sollte abgerissen werden, auch das wird nicht passieren. Da von einem Kompromiss zu sprechen, ist doch geradezu eine infame Lüge. Die Gegner der Garnisonkirche siegen auf breiter Front.

    Einen Kompromiss kann man das wohl kaum nennen. Es ist eher eine Überwältigung der Stiftung. Dass der in dieser Frage seit Jahren irrlichternde OB sich über das Ergebnis freut, kann ich mir vorstellen. Seiner Stadt tut er damit m.E. keinen Gefallen. Ganz im Gegenteil.

    Aber ich halte mich hier raus. Habe den historischen Kontext der Inschrift genannt und stelle fest: Geht Euch am Hintern vorbei. Und wenn sich Herr Saxonia im MEF anketten will, weil er Marx und Engels von Ulbricht und Honecker sowenig unterscheiden kann wie das 17. vom 19. Jahrhundert, dann soll mir das recht sein. Rutscht mir doch den Buckel runter. Soll Berlinier wieder seine Kaiserhymnen anstimmen wie beim Aufsatz der Kuppellaterne.

    Marx und Engels sind nur das Feigenblatt. Ich hatte das Denkmal hier schon vor Jahren problematisiert. Zukunft des Rathausforums / Marx-Engels-Forums


    Im Übrigen geht es gar nicht um Kontextualisierung. Wenn auf der geplanten Tafel neben der Kuppel steht:

    „Alle Institutionen im Humboldt Forum distanzieren sich ausdrücklich von dem Allgemeingültigkeits- und Herrschaftsanspruch des Christentums.“ Dann ist das einfach nur dumm. Als würde man vor einen römischen Triumpbogen schreiben, man distanziere sich von den dortigen Darstellungen und Inschriften.

    Gleiches gilt für das Überblenden mit Zitaten aus dem Grundgesetz. Das ist einfach nur schwachsinnig.

    Davon geht sicher die Welt nicht unter. Aber es zeigt wieder mal die völlig falschen Prioritätensetzungen. Sich an sowas abzuarbeiten, da fehlt mir jedes Verständnis. Derweil findet in Berlin jedes Jahr mit den "Al-Quds Märschen" eine der größten antisemitischen Kundgebungen Europas statt. Das ist ein Problem, bzw. das Sympton eines Problems und nicht eine historische Inschrift am Stadtschloss.

    Mit "Albernheit" ist diese geplante Installation wohl ganz gut beschrieben. Ich habe nie verstanden, warum man sich gerade so an dieser Inschrift abarbeitet. Als sei das Gottesgnadentum früherer ( und heutiger ) Könige eine neue Entdeckung der Historiker - absurd.

    Jetzt wird dem Schloss und der Kuppel auch noch ein Strick daraus gedreht, dass es Rekonstruktionen sind. Da sollten wir uns doch mal dran erinnern warum: weil ein kommunistisches Regime die Originale in einem Akt von Kulturvandalismus weggesprengt hat. Das ist die Wahrheit. Und während auf der anderen Spreeseite demnächst ohne großen Widerstand das kommunistische Staatsdenkmal, auf dem uns Ulbricht und Co grüßen, am Originalplatz wiederhergestellt wird, muss man sich am Schloss schon gegen neuerliche Verunstaltungen erwehren.

    Das ist an Lächerlichkeit nicht zu überbieten. Als seien hierzulande Demokratie, Republik und Religionsfreiheit durch monarchische Bestrebungen oder die Kirchen bedroht. Absolut lächerlich.

    [...]Eine Stadtlandschaft und Stadtgesellschaft lebt ja vor allem auch durch die Brüche.

    [...]

    Das ist eine Behauptung, die ich bestreiten würde und durch periodische Wiederholung auch nicht wahr wird.


    Ich für meinen Teil habe in all den Planungen und Entwürfen zum Leuschnerplatz noch nicht irgendetwas gesehen, was mir positiv in Erinnerung geblieben wäre. Bzw. nichts was erkennen lässt, dass es hier um die Entwicklung eines durchaus geschichtsträchtigen, zentralen Platz geht und nicht um ein reines Neubaugebiet am Stadtrand. Dabei mag ich mich auch nicht unbedingt mit Erklärungen zu Nutzungs- oder planungsrechtlich Zwängen abspeisen lassen. Das ist ja die Kernaufgabe von Architekten und Planern, daraus trotzdem einen eleganten Entwurf zu entwickeln.


    Dabei gefällt mir die Probsteikirche als Bauwerk bspw. recht gut. Bis auf die Platzfront selbst. Die ist leider die große Schwachstelle.

    Also wenn ich das mal zusammenfassen darf: alles kann, nichts muss. Dass kleinere Flüsschen im Sommer trocken fallen, ist völlig normal. Wenn ich mir die relativ flache "Ufergestaltung" in der Rietzschke-Aue anschaue, dann hat man das hier auch durchaus einkalkuliert und nimmt im Gegenzug auch in Kauf, dass bei größerem Durchfluss weite Teile der Wiesen feucht fallen.

    Laut der LZ, in Bezug auf die letzte Stadtratssitzung, soll der Investor Vivion Investment zwar weiterhin bauwillig sein, allerdings wurde anscheinend auch gegen die zweite, neu erteilte Baugenehmigung (erteilt im Juni 2020) seitens des benachbarten Best-Western Hotels eine Klage eingereicht.

    Damit wird wahrscheinlich bzgl. der Zukunft des Projektes bis zum Ende der juristischen Auseinandersetzung zu warten sein.

    Ist jetzt aber auch nicht so attraktiv, eine Bauruine als Nachbarn zu haben. Klingt für mich bisschen so, als würde sich hier Best Western selbst ins Knie schießen.

    Ein schöner Entwurf. Falls er so umgesetzt wird, bekommt diese städtebaulich sehr wichtige Ecke eine mehr als passende Fassung.

    Davon habe ich schon gehört. "C wie Cotttbus" ist in meinen Augen auch gar nicht so klug. Immerhin wollte man ja vor gut hundert Jahren mal Kottbus draus machen, siehe Kottbusser Tor in Berlin. Sicher wissen heute alle, dass man Cottbus mit C schreibt. Aber ein Ausländer, der darüber stolpert, könnte kurz in Grübeln kommen.

    Wobei die Seen um Leipzig ja schon eine ordentliche mittlere Tiefe aufweisen. Geradezu irrsinnig sind die Planungen für den Cottbuser Ostsee in der seit eh und je eher trockenen Niederlausitz, der bei einer geplanten Fläche von 19 km² eine mittlere Tiefe von nur knapp 2,5 Meter aufweisen soll (zum Vergleich der Zwenkauer See: 9,7 km² und 17,7 Meter mittlere Tiefe.)

    Mir würden viele Gründe einfallen. Das Hochhaus beeinträchtigt eklatant die Altstadtsilhouette. Obwohl ursprünglich als Point de vue für die Aufmarschstraße (Wilsdruffer) gedacht, hat es diese Funktion eigentlich abgesehen von ordentlichster Beflaggung und dem bekannten Spruch nie erfüllt. Man hätte die Straße genauso gut mit einem stinknormalen Plattenbau abriegeln können. Die Ansicht, wäre nicht viel anders gewesen.

    Selbst die Funktion der Fassung des Pirnaischen Platzes erfüllt das Gebäude durch den vorgelagerten Flachbau nur rudimentär. Der Platz zerfließt in seiner Verkehrswüste. Die Strukturen des Gebäudes sind so gut wie überhaupt nicht nutzbar. Die Grundrisse mit den winzigen Wohnungen würde man heute nicht mal einer Kaserne zumuten. Es wird also im Inneren alles entkernt und neustrukturiert. Da hätte man genauso gut abreißen können.


    Aber ich bin Realist und ein Abriss steht schon seit Jahren nicht mehr zur Debatte. Insofern ist eine Sanierung immer noch besser als eine weitere Verwahrlosung. Zumal ich dir zustimmen muss, dass eine Neubebauung wenig besser ausfallen würde. Wie unfähig man in Dresden bei der Fassung von großen Kreuzungen ist, sehen wir ja am Straßburger Platz mehr als deutlich.

    Das war natürlich Quark, den krassen Bruch zwischen Kulturpalast und den neuaufgebauten Quartieren hat man so oder so. Aber ich denke, wir haben uns hier schon ausgiebig über die Unzulänglichkeiten dieser Gestaltung ausgelassen. Ich sag nur "Furunkeleck".

    Naja, Wohnraum würde ich jetzt nicht unbedingt als Garant für "mehr Leben" bezeichnen. Wohnsiedlung sind m.E. jetzt nicht dafür bekannt, dass dort der Bär steppt. Zumal sich insbesondere zwischen Wohnraum und Gastronomie immer wieder Konflikte auftun, wenn bspw. nach 22 Uhr mal noch Gäste draußen sitzen und ein lauteres Wort fällt.

    Angenehmer Entwurf. Den Straßennamen "Zum Kleingartenpark" findet ich im Übrigen ziemlich piefig. Klingt wie eine Neubausiedlung aus den 90ern, dabei ist es die Ortslage des alten Dörfchens Sellerhausen.

    Zur Patina der Kupferdächer vertrete ich bekanntlich eine MInderheitsmeinung. Ich bin kein großer Freund dieser angeranzten Zustände und freue mich immer über Dächer, die noch schön dunkel sind und vielleich gerade mal einen leichten Schleier tragen, wie hier bspw. die Kuppel der Sempergalerie. Die Eindeckung des Französischen Pavillons hat offensichtlich die beste Zeit schon hinter sich. Da hätte ein Austausch sicher nicht geschadet.