Beiträge von Saxonia

    [...]Eine Stadtlandschaft und Stadtgesellschaft lebt ja vor allem auch durch die Brüche.

    [...]

    Das ist eine Behauptung, die ich bestreiten würde und durch periodische Wiederholung auch nicht wahr wird.


    Ich für meinen Teil habe in all den Planungen und Entwürfen zum Leuschnerplatz noch nicht irgendetwas gesehen, was mir positiv in Erinnerung geblieben wäre. Bzw. nichts was erkennen lässt, dass es hier um die Entwicklung eines durchaus geschichtsträchtigen, zentralen Platz geht und nicht um ein reines Neubaugebiet am Stadtrand. Dabei mag ich mich auch nicht unbedingt mit Erklärungen zu Nutzungs- oder planungsrechtlich Zwängen abspeisen lassen. Das ist ja die Kernaufgabe von Architekten und Planern, daraus trotzdem einen eleganten Entwurf zu entwickeln.


    Dabei gefällt mir die Probsteikirche als Bauwerk bspw. recht gut. Bis auf die Platzfront selbst. Die ist leider die große Schwachstelle.

    Also wenn ich das mal zusammenfassen darf: alles kann, nichts muss. Dass kleinere Flüsschen im Sommer trocken fallen, ist völlig normal. Wenn ich mir die relativ flache "Ufergestaltung" in der Rietzschke-Aue anschaue, dann hat man das hier auch durchaus einkalkuliert und nimmt im Gegenzug auch in Kauf, dass bei größerem Durchfluss weite Teile der Wiesen feucht fallen.

    Laut der LZ, in Bezug auf die letzte Stadtratssitzung, soll der Investor Vivion Investment zwar weiterhin bauwillig sein, allerdings wurde anscheinend auch gegen die zweite, neu erteilte Baugenehmigung (erteilt im Juni 2020) seitens des benachbarten Best-Western Hotels eine Klage eingereicht.

    Damit wird wahrscheinlich bzgl. der Zukunft des Projektes bis zum Ende der juristischen Auseinandersetzung zu warten sein.

    Ist jetzt aber auch nicht so attraktiv, eine Bauruine als Nachbarn zu haben. Klingt für mich bisschen so, als würde sich hier Best Western selbst ins Knie schießen.

    Ein schöner Entwurf. Falls er so umgesetzt wird, bekommt diese städtebaulich sehr wichtige Ecke eine mehr als passende Fassung.

    Davon habe ich schon gehört. "C wie Cotttbus" ist in meinen Augen auch gar nicht so klug. Immerhin wollte man ja vor gut hundert Jahren mal Kottbus draus machen, siehe Kottbusser Tor in Berlin. Sicher wissen heute alle, dass man Cottbus mit C schreibt. Aber ein Ausländer, der darüber stolpert, könnte kurz in Grübeln kommen.

    Wobei die Seen um Leipzig ja schon eine ordentliche mittlere Tiefe aufweisen. Geradezu irrsinnig sind die Planungen für den Cottbuser Ostsee in der seit eh und je eher trockenen Niederlausitz, der bei einer geplanten Fläche von 19 km² eine mittlere Tiefe von nur knapp 2,5 Meter aufweisen soll (zum Vergleich der Zwenkauer See: 9,7 km² und 17,7 Meter mittlere Tiefe.)

    Wie das Bundespräsidialamt nach gerade mal 25 Jahren in einem Zustand sein kann, der 5 Jahre Schließung und Sanierung rechtfertigt, ist mir völlig schleierhaft.

    Mir würden viele Gründe einfallen. Das Hochhaus beeinträchtigt eklatant die Altstadtsilhouette. Obwohl ursprünglich als Point de vue für die Aufmarschstraße (Wilsdruffer) gedacht, hat es diese Funktion eigentlich abgesehen von ordentlichster Beflaggung und dem bekannten Spruch nie erfüllt. Man hätte die Straße genauso gut mit einem stinknormalen Plattenbau abriegeln können. Die Ansicht, wäre nicht viel anders gewesen.

    Selbst die Funktion der Fassung des Pirnaischen Platzes erfüllt das Gebäude durch den vorgelagerten Flachbau nur rudimentär. Der Platz zerfließt in seiner Verkehrswüste. Die Strukturen des Gebäudes sind so gut wie überhaupt nicht nutzbar. Die Grundrisse mit den winzigen Wohnungen würde man heute nicht mal einer Kaserne zumuten. Es wird also im Inneren alles entkernt und neustrukturiert. Da hätte man genauso gut abreißen können.


    Aber ich bin Realist und ein Abriss steht schon seit Jahren nicht mehr zur Debatte. Insofern ist eine Sanierung immer noch besser als eine weitere Verwahrlosung. Zumal ich dir zustimmen muss, dass eine Neubebauung wenig besser ausfallen würde. Wie unfähig man in Dresden bei der Fassung von großen Kreuzungen ist, sehen wir ja am Straßburger Platz mehr als deutlich.

    Das war natürlich Quark, den krassen Bruch zwischen Kulturpalast und den neuaufgebauten Quartieren hat man so oder so. Aber ich denke, wir haben uns hier schon ausgiebig über die Unzulänglichkeiten dieser Gestaltung ausgelassen. Ich sag nur "Furunkeleck".

    Naja, Wohnraum würde ich jetzt nicht unbedingt als Garant für "mehr Leben" bezeichnen. Wohnsiedlung sind m.E. jetzt nicht dafür bekannt, dass dort der Bär steppt. Zumal sich insbesondere zwischen Wohnraum und Gastronomie immer wieder Konflikte auftun, wenn bspw. nach 22 Uhr mal noch Gäste draußen sitzen und ein lauteres Wort fällt.

    Angenehmer Entwurf. Den Straßennamen "Zum Kleingartenpark" findet ich im Übrigen ziemlich piefig. Klingt wie eine Neubausiedlung aus den 90ern, dabei ist es die Ortslage des alten Dörfchens Sellerhausen.

    Zur Patina der Kupferdächer vertrete ich bekanntlich eine MInderheitsmeinung. Ich bin kein großer Freund dieser angeranzten Zustände und freue mich immer über Dächer, die noch schön dunkel sind und vielleich gerade mal einen leichten Schleier tragen, wie hier bspw. die Kuppel der Sempergalerie. Die Eindeckung des Französischen Pavillons hat offensichtlich die beste Zeit schon hinter sich. Da hätte ein Austausch sicher nicht geschadet.

    Verstehe die Diskussion gar nicht. Der Kulturpalast ist für viel Geld frisch saniert. Ein Abriss steht die nächsten 30-40 Jahre überhaupt nicht mehr zur Debatte und danach wohl auch nicht. Das Ergebnis der Sanierung ist wirklich hervorragend, das muss man selbst als Kritiker des Gebäudes anerkennen, zu denen ich mich durchaus auch zähle. Die Akustik des Konzertsaals wird weit über die Grenzen der Stadt hinaus gerühmt und die Rückkehr zur originalen Verglasung hat dem Gebäude viel von seiner düsteren Schwere genommen.

    Kein Wunder, der deutlich geringere Lebensstandard zu Zonenzeiten äußerte sich schließlich auch in weniger Wohnraum, der den Menschen zur Verfügung stand. Im Schnitt waren es glaub ich ~10m² weniger pro Kopf als im Westen. Noch dazu in häufig miserablem Zustand.

    Eine Bude hässlicher als die andere. Ein kleiner Trost ist die Tatsache, dass die Eigentümer für diese Landschaftsverschandelung immerhin ein ordentliches Sümmchen abdrücken mussten. Ansonsten bitte weitergehen, zu sehen gibts hier nichts.