Beiträge von tunnelklick


    Wenn es denn genug mutige und vorausschauende Politiker und Planer gibt.


    Die gab und gibt es durchaus. Ursprünglich hatte die Stadtplanung in der Ära Wentz die "Stadtkante" generell höher verdichten wollen, z.B. auch den Riedberg viel dichter bebauen wollen, vor allem mit mehrgschossigen ETW-Anlagen. Soweit ich mich erinnere, waren es aber nicht nur bestimmte Lokalpolitiker, die dem "Recht aufs Reihenhaus" das Wort redeten, sondern auch Investoren, die befürchtet hatten, das Reihenhaus mit Handtuchgarten ließe sich in großer Menge besser vermarkten als die ETW im Geschosswohnungsbau.

    Frankfurt wird demnächst über 700000 Einwohner zählen. Das bedeutet, dass es in den letzten 8 Jahren im Durchschnitt weit über 6000 Einwohner p.A gewonnen hat, ... Es handelt sich hier um einen sich verstetigenden Trend, der jede noch so optimistische Vorhersage mittlerweile weit überholt hat, und bei dem kein Ende abzusehen ist.


    Ziemlich kühne These!
    Was man von solchen Bevölkerungsprognosen halten kann, hat die Vergangenheit gezeigt, sie sind jedenfalls mit allerlei Unwägbarkeiten verbunden. Die Stadtplaner der 50er und 60er Jahre (waren damals genaus schlau wie wir heute) haben angenommen, dass Frankfurt in der ersten Hälfte der 80er Jahre Millionenstadt sein würde; stattdessen ist die Einwohnerzahl in weniger als 25 Jahren von 691.000 EW im Jahr 1963 um fast 100.000 EW auf rd. 592.000 EW Ende 1986 gesunken; das kann man der von @chewbacca verlinkten Quelle entnehmen.


    Dass es in den darauf folgenden 25 Jahren lediglich gelungen ist, den Verlust der vorangegangenen Jahrzehnte auszugleichen, ist vermutlich auf zwei für das Wachstum der Einwohnerzahl sozusagen kontraproduktive Trends zurückzuführen. Das eine ist die ungewöhnlich starke Zunahme der Ein-Personen-Haushalte (in Ffm inzwischen über 55% aller Haushalte) und ein heute höherer „Wohnflächenverbrauch“ pro Kopf. Betrug die Wohnfläche pro Kopf in den westdeutschen Großstädten mit ihren großen Kriegszerstörungen nach dem Wiederaufbau bei nur 33m²/P (auf dem platten Land schon immer um die 40 m²/P), liegt sie heute schon deutlich darüber, aber es dürfte immer noch Nachholbedarf geben.


    Das bedeutet, dass ein guter Teil der Bautätigkeit in den Neubauvierteln (ich kann ihn nicht quantifizieren, aber ich vermute, es ist ein erheblicher Teil) nicht zur Steigerung der Einwohnerzahl führte, sondern zu einem Gutteil eine Binnenwanderung auslöste, die zu einem Upgrade der freigemachten Wohnungen führte. Wenn man in die Einwohnerstatistik der einzelnen Stadtbezirke einstiege, könnte man das vermutlich auch belegen.


    Die Prognosen für das Jahr 2030 fallen deshalb auch sehr unterschiedlich aus. Die Prognosen in den in #9 verlinkten Quellen reichen von Stagnation knapp unterhalb von 700.000 bis Wachstum um 4,8% (entspräche 33.000 EW in den nächsten 20-25 Jahren): ein Plus von 6.000/a ohne absehbares Ende, klingt nicht plausibel.

    ... Aber langsam nimmt dieser Grüngürtel-Fanatismus in Frankfurt unheimliche Ausmaße an. (...)
    Sorry, liebe Verantwortlichen, aber ihr seid hier in Frankfurt, einer der am schnellsten wachsenden deutsche Städte, ...


    Ganz so einfach dürfte es nicht sein. Zunehmende Verdichtung sorgt Sommers für eine absolut unzuträgliche Aufheizung der Städte, gerade Frankfurt steht, was die Lufthygiene angeht, gerade wegen seiner hoch verdichteten Stadtflächen ziemlich schlecht dar. Die Besonderheiten der Frankfurter Lage im Untermainbecken sorgt für einen im Vergleich der Städte hohen Anteil an luftaustauscharmen Inversionswetterlagen. Seit drei Jahrzehnten beobachten wir einen Anstieg der Tage mit tropischen Temperaturen. Die Antwort kann deshalb wohl nicht lauten: wahllose Verdichtung und Nachverdichtung. Ich denke mal, dass zu einer langfristigen und – auf gut neudeutsch – nachhaltigen Stadtentwicklung mehr gehört als gnadenlos auf Bevölkerungszuwachs zu setzen.


    Hartnäckig hält sich das Gerücht, in der Feuerbachstraße gebe es einen - verrohrten - Bach, der zu hohen Grundwasserständen führt. Stimmt das, denn der Straßenname ist irreführend, Herr Feuerbach war Jurist.


    Ich denke, einen Bach gab es nicht, aber die Gegend dürfte schon recht feucht gewesen sein. Von der Mz.-Ldstr. her zog sich westlich des Zimmerwegs von SO nach NW die Zimmerweise ungefähr bis zur Lindenstraße. Am nördlichen Ende der Zimmerweise lagen der große und der kleine Kettenhof. Vom großen Kettenhof lief ein Gewässer in westliche Richtung. Es könnte sein, dass damit die nassen Flure entwässert wurden.


    Ravenstein-Plan v. 1861 - urheberrechtsfrei

    Die Planung für das Baugebiet westlich der Parkstadt Unterliederbach (B 824), grob gesagt hinter der Jahrhunderthalle trat und tritt u.a. wegen der Seveso-II-Richtlinie seit langem auf Stelle. Dieses Verfahren umfasst eigentlich auch das Gebiet der Parkstadt Unterliederbach, für die aber schon länger, nämlich seit August 1989 Baurecht besteht in Gestalt des B-Plans B 428 (die Regeln der alten StörfallVO und der Seveso-I-Richtlinie sind durch die Seveso-II-Richtlinie auf dem jahr 2003 erheblich verschärft worden).


    Neue Wohnbebauung in der Nähe von Chemiebetrieben unterliegt der immissionsschutzrechtlichen Beurteilung nach der sog. StörfallVO. Sie verlangt vom Betreiber gefährlicher Produktionsanlagen die Beherrschung sog. Dennoch-Störfälle im bestimmten Umkreis um die Anlage (die StörfallVO ist die deutsche Umsetzung der europäischen Seveso-II-Richtline). Daraus ergibt sich u.U. ein Abwehranspruch des Betriebes gegen heranrückende Wohnbebauung, jedenfalls aber eine besondere Anforderungen an die planerische Konfliktbewältigung (die neuen Wohngebiete sind zwischen 700 m und roundabout 2.000 m Luftlinie von den Anlagen im Industriepark Höchst entfernt).


    Es wäre interessant zu erfahren, ob die ^Meldung ein Indiz ist, dass sich auch beim Verfahren B 824 etwas bewegt.

    Ich weiß nicht worauf sich die genannten 4,4 Mio € beziehen. Die Baukosten können das nicht sein, weil 1,5 km Bahnstrecke kaum für 4,4 Mio € zu haben sind, heute nicht und in 10 Jahren nicht.


    Der genannte Betrag kann sich nur auf bereits in den Haushalt dieses und der kommenden Jahre eingestellte Planungsmittel (Ingenieurlesitungen für Vermessung, Werkplanung, Ausschreibung, Vorbereitung und Durchführung des Planfeststellungsverfahrens) beziehen.

    Nu mach ma halblang, von wegen definitiv!


    Ich interpretiere die Quelle so, dass die sog. Sparkommission die mittelfristige Finanzplanung bis 2015 im Visier hat. Ich kann daraus erst mal nur entnehmen, dass die U5-Nord erstmal aus dieser Finanzplanung gestrichen wird, aber sie wird damit nicht aus dem Gesamtverkehrsplan (GVP) 2005 gestrichen und womöglich ganz und gar aufgegeben wird. Ich denke, dazu bedarf es mehr als der Streichung aus der Projektliste bis 2015. Ansonsten ist die Streichliste bisher ein Vorschlag, über den jetzt diskutiert und am Ende abgestimmt wird. Erst mal abwarten, was am Ende rauskommt.


    Gefahr könnte dem Projekt aber mittelbar aus dem Auslaufen der GVFG-(Bundes-)Förderung dadurch erwachsen, dass durch eine Verschiebung nicht mehr rechtzeitig vor Ende die Förderung beantragt werden kann. Andererseits sind die Kosten jetzt nicht so gigantisch hoch, das es nicht mit den Landeszuschüssen aus dem FAG irgendwie geht. Wir sprechen hier über rd. 1.500 m oberirdische Strecke ohne irgendwelche baulichen Herausforderungen auf einer Trasse, die längst freigelegt ist.

    Unter dem Titel "Büffeln im früheren Bürohaus" berichtet die heutige FAZ-Rhein-Main-Zeitung über die Umwandlung von Bürogebäuden in Wohngebäude.


    Für mich neu waren die erstmals genannten Mietpreise. Für "The Flag" werden Baukosten von rd. 1.600,- €/m² Wohnfläche angegeben, die 168 Studentenwohnungen sollen teilmöbliert für ca. 450 € vermietet werden, was mehr als 15,00 €/m² sein sollen (sicher nix für BAföG-Empfänger, die Nachfrage soll trotzdem gut sein).


    In der Oskar-von-Miller-Straße sollen die 98 Wohnungen für durschnittlich 13,50 €/m² vermarktet werden.

    ^^Es gibt keine Stadtbahn-Planung östlich des Ostbahnhofs mehr. Die aktuelle Beschlusslage sieht keinen Stadtbahn-Tunnel östlich des Ostbahnhofs mehr vor, diese Option ist aus dem GVP gestrichen worden. Eher noch werden wir die Linie 11 in Doppeltraktion erleben als einen Tunnelbau.


    Und ob die nordmainische S-Bahn wirklich gescheitert ist, steht noch keineswegs fest. Die Bahn braucht sie und will sie, unklar ist nur noch, ob der zuletzt mit 60 Mio € bezifferte Fehlbetrag vom Bund aus den Mitteln für die Fernverkehrsvorhaben genommen werden kann, weil die Ausgliederung des S-Bahn-Verkehrs Voraussetzung für die drigend benötigte Kapazitätserhöhung des Korridors Frankfurt-Fulda ist. Die Nordmainische ist deshalb Bestandteil des Programms "Frankfurt-Rhein-Main-Plus" zur Ertüchtigung und Kapazitätssteigerung des Bahnknotens Frankfurt (nachdem Frankfurt 21 Ende der 90er Jahre abgesagt worden war).

    Seit ca. 2 Wochen finden umfangreiche Tiefbauarbeiten statt, es werden Tonnen von Mutterboden und Erdreich auf dem Gelände bewegt und z.T. auch abgefahren. Zu sehen ist, dass die Kanalisation in großen Strecken schon verlegt ist. Im nordwestlichen Bereich ist ein Planum für die ersten Fundamente angelegt worden, schätzungsweise 3-4 Meter unter dem Niveau der Gleisanlagen, aber noch über dem Niveau der Oskar-Sommer-Straße.

    Eine Gebietsreform allein, d.h. schlichte Grenzänderungen (sprich Eingemeindungen), reicht nicht aus. Das Problem ist komplexer und das Projekt müsste eigentlich Verwaltungsstrukturreform heißen.


    Wir haben zur Zeit noch weitgehend den klassischen dreistufigen Verwaltungsaufbau nach preußischem Muster aus dem frühen 19. Jahrhundert: Landkreise, Regierungspräsidien, Ministerien. Das war für das agrarisch strukturierte Preußen, dessen Bevölkerung zu 80-90% "auf dem Land" in kleinen Gemeinden (überwiegend weniger als 2.000 EW) mit ehrenamtlichen Bürgermeistern lebte, eine gute Sache. Die unterste Ebene der (sozusagen professionellen) Staatsverwaltung war praktisch der Landrat und seine Kreisverwaltung, darüber die Regierungspräsidien, dann die Ministerien (Ausnahme: kreisfreie Städte).


    Heute leben wenigstens ¾ der Bevölkerung in Städten. Es gibt praktisch keine Gemeinden mehr mit weniger als 10.000 EW (Ausnahmen in unserer Region sind z.B. Kelsterbach, Eddersheim und Sulzbach), selbst Städte wie Kriftel, Hattersheim oder Maintal haben 10.000, 25.000 bzw. 37.000 EW, verfügen über hochprofessionelle Verwaltungen, die allesamt Aufgaben wahrnehmen, die früher bei den Landkreisen lagen. Gleichzeitig sind die Aufgaben der Regierungspräsidien heute andere und weniger als früher. Im Grunde ist mit der Bildung der großen Gemeinden im Zuge der Gebietsreform der 70er Jahre eine vierte Verwaltungsebene hinzugetreten, so dass auf's Ganze gesehen im Grunde schon heute landesweit wenigstens eine Verwaltungsebene zu viel existiert.


    Wenn man im Rhein-Main-Gebiet über Eingemeindungen spricht, geht es letztlich um die Auflösung oder Restrukturierung auch der Landkreise und Regierungspräsidien, was letztlich selbst bei einer "kleinen Lösung" mindestens zur Auflösung des MTK führte, der als einer der flächenmäßig kleinsten Landkreise der Republik (kleiner als das Stadtgebiet von F, rd. 220.000 EW) zwischen F, WI und HTK aufgeteilt werden würde.


    Gebietsreform ist so etwas wie ein Luxusproblem: erst wenn die Gemeinden finanziell so auf dem Trockenen sitzen, dass sie sich ihre teuren Verwaltungen nicht mehr leisten können, wird Bewegung in die Sache kommen.

    Wie von Ahligator oben unter #210 schon angesprochen, ist es bei den unterirdischen Stationen mit dem Einbau neuer Leuchten und dem Wiederanhängen der Decken vermutlich nicht getan. Das Problem liegt tiefer. Der Großbrand auf dem Düsseldorfer Flughafen im April 1996 hat nicht nur 17 Personen zu Tode gebracht (nicht durch die Einwirkung von offenem Feuer, sondern "nur" durch die Rauchgase"), seine juristische Aufarbeitung darüber hinaus ergeben, dass die seinerzeitigen Brandschutzkonzepte völlig unzureichend sind (u.a. fehlende Brandabschnitte, Rauch konnte sich ungehindert ausbreiten, zu hohe Brandlasten).


    Das bedeutete in der Konsequenz, dass das gesamte Regelwerk überarbeitet werden musste und dass jetzt in allem öffentlichen Verkehrsbauten der Brandschutz regelkonform überarbeitet werden musste. Das Problem in unterirdischen Verkehrsbauwerken besteht u.a. darin, dass sich giftige Rauchgase in kürzester Zeit in allen Ebenen, Aufzugs- und Rolltreppenschächten und durch die Tunnels quasi unverdünnt und hochkonzentriert ausbreiten. Deshalb geht es bei den Sanierungsmaßnahmen zum einen darum, Brandabschnitte einzubauen, die die Ausbreitung der Rauchgase verhindert (vgl. z.B. S-Bahn-Konstablerwache im S-Bahnbereich die nachträglich eingebauten Glastüren am Fuß der Rolltreppenanlagen).


    Ferner geht es darum, dem Rauch Ausbreitungsraum "nach oben" zu geben. Die geschlossenen abgehängten Decken werden dadurch "geöffnet", dass lediglich Drahtnetzelemente eingehängt werden (im U-/S-Bahnhof Hauptwache auf den Bahnsteigen der U-Bahn schon zu sehen, auf dem S-Bahnsteig hängen nur ein paar Musterstücke), wodurch sich der Rauch auch oberhalb der abgehängten Decken ausbreiten kann, die bisher teils meterhohe Hohlräume abgeteilt haben.


    Zur Verringerung der Brandlasten sollen im Zuge dessen alle PVC-isolierten Kabel durch hitzebeständig/feuerfest isolierte Kabel ersetzt werden. PVC setzt schon bei relativ geringen Temperaturen Chlorgas frei, welches beim Einatmen die Lungen irreparabel verätzt. Um das Rauchgas überhaupt aus den unterirdischen Räumen herauszukriegen sind u.U. auch der Einbau bzw. Umrüstung der Lüftungsanlagen notwendig;, kurzum: des is e greeßer Sach', deshalb die von Schmittchen unter #209 verlinkte europaweite Ausschreibung der diesbezüglichen Planungsleistungen.


    Das entschuldigt natürlich nichts, erklärt aber vielleicht, warum alles so quälend lange dauert, denn die Brandschutzanforderungen sind keine lokale Frage, sondern betreffen die Eisenbahninfrastruktur bundesweit und grundsätzlich und sind daher qualitativ was anderes viel komplexer als etwa das Auswechseln von Rolltreppen.

    Hausschwamm


    Naja, nicht ganz. Der Mechanismus des kommunalen Finanzausgleichs in Hessen unterscheidet zwischen kreisangehörigen Gemeinden, Landkreisen und kreisfreien Städten, wozu auch Kassel gehört, unabhängig von der Einwohnerzahl. Für die Schlüsselzuweisungen spielt die tatsächliche Einwohnerzahl eine Rolle, nicht aber, ob die Einwohnerzahl über oder unter eine Grenze von 200.000 oder 300.000 EW liegt. Und natürlich wird bei der Höhe der Schlüsselzuweisungen auch die zentralörtliche Funktion von Kassel berücksichtigt. Hinzu kommen besondere Zuweisungen für Schulen, Krankenhäuser, Jugendhilfe, ÖPNV, Theater, Museen und was noch alles. Hier bekommt Kassel Gelder etwa für den ÖPNV, Krankenhäuser oder die Museen, die Orte ohne diese Einrichtungen natürlich nicht erhalten. Ganz abgesehen von den Einrichtungen des Landes, die von der Gemeinde nicht unterhalten werden (Staatliche Museen, Schlösser & Gärten, Universität), die jeweils Zuwendungen aus dem Landeshaushalt bekommen, also außerhalb des kommunalen Finanzausgleichs.


    Und im Ergebnis nimmt Kassel natürlich mittelbar auch an der hohen Steuerkraft von Gemeinden im Speckgürtel wie Baunatal teil, die mehr in den Ausgleichstopf einzahlen, als sie an Zuweisungen erhalten (Nettozahler).

    dj tinitus


    Der Sächsische Rechnungshof hat die netzergänzenden Maßnahmen in einem Gutachten vom April 2011 mit rd. 77 Mio € beziffert, die Bahn beziffert sie mit rd. 91 Mio €, das sind grob gesagt 10% der Gesamtkosten. Man kann deshalb schon sagen, dass in Leipzig 3 Tunnelstationen und 1,4 km zweiröhrige Tunnelstrecke (also 2,8 km Tunnel) für über 770 Mio € gebaut werden, macht 275 Mio €/km. Die erste Kostenkalkulation über 571,62 Mio € , die auch Grundlage der Finanzieurngsvereinbarung zwischen Bund, Land, Bahn und Stadt ist auch nicht 20 Jahre alt, sondern stammt aus dem Jahr 2002.


    In dem 131 Seiten starken Gutachten ist en Detail nachzulesen, was schiefgelaufen ist.

    Also ich bin ja (mittlerweile) echt ein Fan der Nachkriegsmoderne, aber hier sollte man sich ernsthaft fragen, ob dem Gebäude ein über etwaige persönliche Verbundenheit aus was für Gründen auch immer ein Denkmalwert zuzuschreiben ist.


    Berechtigte Frage: Das Gesetz fordert, dass an der Erhaltung eines Gebäudes ein öffentliches Interesse bestehen muss, aber nicht irgendeines, sondern nur eines aus künstlerischen, wissenschaftlichen, technischen, geschichtlichen oder städtebaulichen Gründen.


    Dass die Kramer-Bauten als Beispiele hervorragender Architektur gelten können, kann ich notfalls noch nachvollziehen, aber worin das öffentliche Interesse an der Erhaltung des Philosophicums bestehen soll, fragt RMA völlig zu Recht.

    ^


    Das Vorhaben ist mit Beschluss vom 23.3.2010 planfestgestellt, d.h. es gibt Baurecht, von Anfechtungsklagen ist nichts bekannt geworden.
    Im übrigen gibt es zwischen Land Hessen und Stadt Frankfurt eine Finanzierungsvereinbarung sowie eine Werkplanung, der die StVV mit Beschluss § 678 vom 29.9.2011 zugestimmt hat.


    Alle Details ergeben sich aus der Magistratsvorlage M 156/2011.


    Ich denke mal, der Bau beginnt, sobald der Zuwendungsbescheid des Landes vorliegt.