Beiträge von tunnelklick


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    3.) Im Zusammenhang mit dem Bahnhofsviertel wurde schon mehrmals von Gentrifizierung gesprochen. Das halte ich für verfehlt oder zumindest für übertrieben, da nun mal die KaltMieten kaum gestiegen sind und die "Alt-Einwohner" nicht durch die neuen verdrängt werden. Man kann immer noch günstige Wohnungen finden.


    Für eine "Gentrifizierung" dürfte das Wohnungsangebot im Bahnhogsviertel zu unanttraktiv sein. Dazu noch mal ein Blick ins Statistische Jahrbuch:


    Im Bahnhofsviertel gibt es 152 Wohngebäude mit 1.471 Wohnungen. In weiteren 125 Nicht-Wohngebäuden gibt es noch mal 572 Wohnungen, zusammen also 2.043.
    Die Wohnfläche beträgt insgesamt 123.200 m². Der Wert von 1,07 Bewohnern/Wohnung ist stadtweit der mit großem Abstand geringste und dürfte für einen besonders großen Anteil an 1-Personen-Haushalten stehen. Mit einer durchschnittlichen Größe von 60,32 m²/Wohnung liegt das Bahnhofsviertel auf dem viertletzten Platz vor Riederwald (59,66 m²), Innenstadt (58,17 m²) und Gallus (56,11 m²). Alle anderen Stadtteile liegen deutlich über 60 m², der städtische Durchschnitt liegt bei 70,10 m². Dem entspricht mit 2,94 Räumen pro Wohnung ein relativ hoher Anteil an Kleinwohnungen (zum Vergleich: in den Gründerzeitvierteln Westend Süd, Nordend West und Sachsenhausen Nord liegt der Wert bei über 3,6 und im Ostend bei 3,3).


    Das Wohnungsangebot im Bahnhofsviertel ist also in der Summe nicht nur mengenmäßig, sondern auch qualitativ weit abgeschlagen.


    Quelle: Statistisches Jahrbuch Frankfurt 2011


    ... Laut diesem äußerst lesenswerten Bericht der Frankfurter Rundschau vor 2 Jahren wurden zum damaligen Zeitpunkt bereits 24 Häuser mit 200 Wohnungen gefördert.


    Interessanter Artikel, in der Tat!


    Ansonsten gehört die Gutleut 16/Weser 2 zu den Gebäuden, deren Wohnnutzung über eine WB-Ausweisung im B-Plan schon in den 80er Jahren gesichert wurde, ein Fall von Bestandssicherung also. Leider steht nicht dabei, was Herr Wisser mit der Gutleut 14 vorhat, was ein 60er Jahre Bürobau von sehr schlichter Art ist, der einst das Staatsbauamt beherbergte und lange Jahre leer stand.

    ^ Noch mal zur Frage, ob überhaupt umgewandelt werden kann:


    Grundvoraussetzung dafür, dass die Situation nicht nur graduell, sondern qualitativ eine andere wird, ist die planungsrechtliche Ausweisung. Das Bahnhofsviertel liegt im Geltungsbereich von acht B-Plänen: 526, 527, 274, 391, 391Ä2, 529, 500 und 528)


    Daraus ergibt sich , dass der gesamte Bereich nördlich der Kaiserstraße durchgängig als "MK" ausgewiesen ist, wo gem. § 7 Abs. 2 BauNVO quasi nur Hausmeisterwohnungen allgemein zulässig sind, andere Wohnungen nur ausnahmsweise. Um dieses Regel-Ausnahmeverhältnis umzudrehen, müssten die MK-Bereiche wenigstens zum MI-Bereichen (an WA ist gar nicht zu denken) "umgezont" werden, womit die Verwertungsinteressen sozusagen der "MK"-Eigentümer tangiert werden. Das heißt konkret, über die Hälfte des Viertels, nämlich der Bereich Kaiserstraße – Am Hauptbahnhof - Düsseldorfer Str. - Mainzer Landstr. – Taunus- und Gallusanlage sowie Gallusanlage – Gutleutstr. – Weserstraße – Kaiserstraße (= B-Pläne 526, 391 und 391Ä2) fällt schon mal raus, weil hier überhaupt erst die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssten. Ob das funktioniert? Und in welchem zeitlichen Rahmen? Auf jeden Fall wird’s nicht leicht und ich würde sogar die These wagen, es geht nicht.


    Im restlichen Bereich siehts teilweise genauso aus (etwa entlang von Gutleut und Wilhelm-Leuschner-Str. Baseler Str), teilweise besser, weil dort in großem Umfang die Besonderen Wohngebiete gem. §§ 4a, 7 Abs. 4 BauNVO schon ausgewiesen sind (beiderseits der Münchner Str. und entlang von Weser, Elbe, Mosel, Mainlust (= praktisch der gesamte, zugleich fast durchwegs denkmalgeschützte Altbaubestand). Das, was vom Gebäude her überhaupt noch zum Wohnen taugt, ist planungsrechtlich weitgehend schon gesichert und im übrigen muss auch hier erst "umgezont" werden (z.B. Eisenbahnbundesamt/Untermainkai, ehem. Siemens-Verwaltung/Gutleut-Wilh.-Leuschner Str. , Interconti-Hotel, Wiesenhüttenplatz und –straße, Gewerkschaftshaus).


    Bei Lichte gesehen schnurren die Flächen, auf denen man in überschaubaren Zeiträumen wirklich was im hier diskutierten Sinne bewegen kann, auf kleine Teile zusammen, was die Erwartung Richtung Einwohnerzuwachs natürlich stark dämpft. Dass die Stadt sich daran wirklich versuchen wollte, wäre mir neu; B-Plan-Verfahren sind dort nicht sonderlich beliebt, und schon gar nicht, wenn Konflikte drohen.


    Am ehesten käme noch der Block Gutleut-Wiesenhütten-Münchner-Moselstr. in Frage, weil dort mit A.-Henze-Schule und Karmeliter-Schule und der Gutleut 40 (FAAG) eine große, zusammenhängende Fläche in städtischem Eigentum steht.

    ... Die Umwandlung des Bahnhofviertels um mehr Wohnraum zu schaffen ist nicht mehr eine Frage des "ob", sondern des "wann".


    Das würde ich bezweifeln:


    Die Bemühungen zur Reurbanisierung oder Revitalisierung (oder wie immer man es nennen will) des Bahnhofsviertels unterschieden sich heute kaum von denjenigen, die von Mitte der 70er bis Anfang der 90er Jahre in anderen "Problemvierteln" Frankfurts unternommen wurden (Bockenheim, Gutleut, Ostend, Heiligkreuzgasse, Gallus), was seinerzeit Sanierungsgebiete und Gebiete einfacher Stadterneuerung waren. Der Befund ist immer derselbe: der Einwohnerschwund ist die Folge eines Rückstandes der betreffenden Viertel zu anderen Stadtteilen in puncto Wohnumfeld, festzumachen an überalterter Bausubstanz, Instandhaltungs- und Modernisierungsrückständen, Mangel an Freiflächen, konfliktbehafteter Nutzungsmix und was noch alles zu nennen wäre. Die Folge ist eine hohe Fluktuation, als deren Folge sich ein besonders hohes Mietniveau einstellt. Früher hat man das mal als städtebaulichen Missstand bezeichnet.


    Der Unterschied zu den früheren Sanierungsgebieten: die Stadtplaner haben praktisch kein Geld, um irgendwelche Projekte aus öffentlichen Mitteln anzuschieben oder auch nur zu bezuschussen und sind deshalb zu 100% auf die Mitwirkung Privater angewiesen. Wer könnte das sein? Durch die planungsrechtliche Ausweisung als "MK" mit Einsprengseln von "WB" lastet ein großer Verwertungsdruck auf den Liegenschaften. Und unter dem Regime hoher Bodenpreise und der daraus folgenden Logik von Zins und Tilgung ist der Spielraum für Veränderungen denkbar gering.


    Um die Einwohnerzahl um rd. 3.000 auf ca. 5.000 zu erhöhen, müssten rd. 115.000 m² Wohnfläche (= 3.000 Personen x 38-40 m²/Person) gebaut oder umgenutzt werden. Das dürfte so ungefähr einer Zahl von um die 150-200 Wohngebäuden entsprechen, je nach Grad der Mischnutzung (= EG + 1 OG Läden und Büros, darüber Wohnen) kann die Zahl stark schwanken (das dürfte mehr sein als alle Bordelle und Hotels zusammen). Ist das realistisch? Zeig mir wenigstens 20 oder 30 Häuser, die dafür in Frage kommen.


    Gibt es Quellen, die angeben, wieviele Einwohner vor den "Rotlicht"-Zeiten hier lebten?


    Ja, die gibt es, es sind die Statistischen Jahrbücher der Stadt, welchen zu entnehmen ist, dass das Bahnhofsviertel (Stadtbezirk 9, heute: 090) im Grunde seit 1925 kontinuierlich Einwohner verliert. Ich mal einige Zahlen herausgesucht:


    1910: 11.420 (Volkszählung)
    1912: 11.600
    1925: 11.496 (Volkszählung)
    1932: 9.710
    1939: 9.415
    1950: 7.452
    1956: 6.437
    1964: 6.071
    1969: 5.543
    1974: 3.942
    1984: 2.936
    1995: 5.035
    1998: 3.305
    2009: 2.125


    Der Pik im Jahr 1995 dürfte auf Asylbewerber und die Flüchtlinge aus Ex-Jugoslawien zurückzuführen sein. Hinweis: die westliche Grenze des Bezirks ist die Wiesenhüttenstraße, nicht die Baseler Straße. Der Bezirk ist also "amtlich" etwas kleiner als das, was gemeinhin mit Bahnhofsviertel bezeichnet wird.


    Bei Denkmalen geht es um Denkmale, nicht um Immobilien. Deswegen heißen sie Denkmale. Derartige Maßstäbe an fast immer unwirtschaftliche, vor allem aber unsanierte Denkmäler anzulegen, ist ein gelinde gesagt ziemlich schlichtes Totschlagargument.


    Einspruch. Wirtschaftliche Belange sind kein Totschlagsargument, man kann sie einfach nicht negieren, am wenigsten diejenigen, die die Kosten tragen sollen.
    Baudenkmäler (oder Denkmale?) sind und bleiben natürlich Immobilien, Gebäude und Grundstücke, die in der Regel einen Vermögenswert und oft auch einen Gebrauchswert repräsentieren. Mit der Unterschutzstellung wird ihnen nur eine zusätzliche Eigenschaft zugeschrieben, ohne dass dadurch automatisch alle anderen Eigenschaften entfallen. Die Frage ist eben, ob die denkmalbedingten Beschränkungen ihren originären Bestimmungszweck aufheben oder einschränken. Es ist deshalb ein Unterschied, ob man die Burgruine Königstein unter Schutz stellt oder die Justinuskirche in Höchst. Sie können ihren bestimmungsgemäßen Zweck, Runie zu sein oder religiöse Kultstätte, auch unter dem Regime des Denkmalschutzes weiterhin bestens erfüllen. Es gibt auch Gebäude, die man in ihrer kulturgeschichtlich bedeutsamen Silhouette adäquat umnutzen kann (Schloß zu Hotel oder alten Bahnhof zu Wohnungen usw.). Und dann gibt es eben auch Fälle, in denen der Denkmalschutz eine adäquate, d.h. zeitgemäße Nutzung ausschließt oder bis zur Unwirtschaftlichkeit verteuert. Das fängt im Kleinen an (Wärmekollektor auf Dorfschule oder Pizzeria-Werbung an Gründerzeitfassade), und endet am Henninger-Turm.


    Ich meine, Denkmalschutz kann keine absolute, gegenüber anderen Belangen autormatisch vorrangige Geltung beanspruchen; es kommt halt auf die Umstände an - und die sprechen bei der alten OFD eher gegen den Erhalt.


    ....Deswegen verdient er auch unbedingt den Denkmalschutzstatus.
    Ich frage mich, was dieser noch wert sein soll, wenn er selbst an so einer Stelle, die städtebaulich kaum jemanden weh tut – im Gegensatz etwa zum ehemaligen Bundesrechnungshof, der sowohl aus städtebaulicher Sicht als auch aus der Perspektive der nur noch gering überlieferten Originalbausubstanz kaum mehr diesen Status verdient – auf so einfache Weise negiert werden kann.


    Er kann ganz einfach immer dann negiert werden, wenn ihn niemand bezahlen kann. Denkmalschutz zu fordern ist wohlfeil, solange man ihn nicht selbst bezahlen muss. Ansonsten ist Denkmalschutz nur toll, wenn man ihn sich leisten kann. In letzter Konsequenz stellt sich immer auch die Frage nach Entschädigung für den betroffenen Eigentümer, wenn ihm eine angemessene wirtschaftliche Verwertung seines Eigentums unter Verweis auf den Denkmalschutz verweigert wird.
    Würdest du als Landesdenkmalbehörde oder Stadt Frankfurt aus öffentlichen Mitteln Entschädigung zahlen für den maroden Bundesrechnungshof? Oder die verseuchte OFD? Oder sollen wir es halten, die dereinst Jürgen Schneider mit dem Fürstenhof?

    Sicherlich darf man sich fragen wie sinnvoll diese wenig dynamischen Konzepte noch sind.


    Aber was wäre denn ein dynamisches Konzept? Und wer entscheidet darüber? Es den Investoren zu überlassen, wäre zweifellos dynamischer, aber dann würde Stadtplanung wohl eher nach dem Prinzip ablaufen "wer zuerst baut", und die Allgemeinheit müsste zusehen, wie sie mit den Folgen klarkommt (vgl. z.B. MTZ, Loop 5/Weiterstadt, Wertheim-Village, Factory-Outlet Zweibrücken u.v.a.)

    ^Das glaube ich aber eher nicht. Die RTW-Planungsgesellschaft soll nur planen, sie ist aber kein Infrastrukturunternehmen. Wer die einzelnen Streckenteile mit all ihren Einzelbauwerken baut, ist eine ganz andere Frage. Damit kann der HTK ja durchaus sein eigene Infrastrukturgesellschaft betrauen, in Frankfurt könnte es die VGF sein oder die HLB Basis AG oder die DB-Projektbau usw. - oder alle zugleich, jeweils für bestimmte Abschnitte.

    Wenn die FNP behauptet, das dicke Fragezeichen stehe plötzlich hinter dem Projekt, hat der Redakteur wohl die eigene Berichterstattung aus den früheren Jahren nicht gelesen. Das Fragezeichen stand schon immer hinter dem Projekt, und zwar wegen seines grenzwertigen Nutzen-Kosten-Verhältnisses von ca. 1,1. Dieser Wert wird auch nur mit einer Anbindung des Nord-West-Zentrums erreicht, wo aber ein Teil der Europäischen Schule am Praunheimer Weg in die Trasse gebaut wurde, weshalb man jetzt nicht mehr oberirdisch zum NWZ kommt. Ohne den Ast ins NWZ kommt das Projekt aber nicht auf einen NKF > 1, und wäre wohl nicht förderfähig.


    Die Planung ist vermutlich schon so weit gediehen, dass man auf einigen Abschnitten bereits jetzt ins Planfeststellungsverfahren gehen könnte. Die Dauer der Planungsgesellschaft zu verlängern dürfte dabei das geringste Problem sein.


    Das Problem, das von Anbeginn im Hintergrund schwelte, war – kurz gesagt - die Kostenaufteilung. Nach dem üblicherweise angewandten Belegenheitsprinzip müsste Frankfurt etwa 80% der verbleibenden (nicht von Bund und Land getragenen) Kosten stemmen, weil etwa 80% der Strecke über Frankfurter Gebiet verlaufen. Den größten Nutzen hätten aber MTK, HTK, Eschborn und Bad Homburg sowie der Kreis OF, jedenfalls nach Frankfurter Lesart einen weitaus größeren Nutzen als es den 20% nach dem Belegenheitsprinzip entspräche. Dem vormaligen Dezernent Sikorski war es 2008 gelungen, wenigstens die Planungsgesellschaft zu gründen, nachdem Frankfurt jahrelang blockiert hatte; an ihr ist Frankfurt m.W. mit 60% beteiligt.


    Die bisherige Arbeit der Planungsgesellschaft war notwendig, um überhaupt aufgrund einer in die Details gehenden Planung die Kosten konkret kalkulieren zu können. Von daher war immer klar, nicht plötzlich, dass es irgendwann zum Schwur kommen würde. Dieser Zeitpunkt scheint jetzt gekommen zu sein. Bis 2014 müssen die Förderanträge unter Dach und Fach sein, d.h. entsprechend vorher, vermutlich alsbald, müssen die erforderlichen kommunalen Beschlüsse vorliegen.

    ^Ansatzweise kann man das hier nachlesen.


    Grundsätzlich wäre es aber sehr undankbar, als SPD-OB quasi gegen einen schwarz-grün besetzten Magistrat und eine selbige Mehrheit in der StVV zu agieren; zwar kann der OB die Zuordnung der Ämter zu den Dezernaten, also die Geschäftverteilung ändern und sog. Schlüsseldezernate auch ehrenamtlichen SPD-Magistratsmitgliedern zuweisen, aber letztlich wäre es Murks, es verschleisst Kräfte und führte zu einer ausladenden Beschäftigung der Verwaltung mit sich selbst und damit zum politischen Stillstand.


    Ich würde gerne wissen wie viel Macht der (künftige) OB wirklich hat. Feldmann hat sich für die Ausweitung eines Nachtflugverbotes von 23 bis 5 auf 22 bis 6 Uhr ausgesprochen.
    Sollte er am 25. gewählt werden, welche Macht hätte er, dies tatsächlich durchzusetzen? Hätte er diese Macht überhaupt? Oder ist es alleinig eine Frage der Gesetzgebung?


    Die "Macht" sich dafür auszusprechen, hat er natürlich, wenngleich das einer Meinungsäußerung gleichkommt wie du oder ich sie auch äußern könnten.


    In der Sache hat weder der OB noch die StVV noch sonst irgendein kommunales Gremium irgendwelche Kompetenzen. Die Betriebsbedingungen von zivilen Flughäfen zu bestimmen, geschieht in Vollzug des Luftverkehrsgesetzes; die diesbezügliche Gesetzgebungskompetenz liegt beim Bund, die Gesetzesausführung bei den Ländern, hier beim Hessischen Verkehrsminister.


    Die Bedingungen des Betriebes werden in einem Planfeststellungsbeschluß definiert (welcher dieser Tage Streitgegenstand eines Revisionsverfahrens vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ist). Einen Planfeststellungsbeschluss nachträglich zu ändern, mit Auflagen und Nebenbestimmungen versehen, ist eine komplizierte Sache, aber keinesfalls Sache des Frankfurter OBs. Die Stadt hat im Planaufstellungs- oder -änderungsverfahren als Träger öffentlicher Belange nur den Status eines Einwenders wie jede Privatperson auch, aber beschränkt auf die öffentlichen Belange, die sie kraft Gesetzes zu verwalten hat.


    Bliebe die Frage, ob der OB mittelbar kraft seines (aktienrechtlichen) Stimmrechts Einfluss auf die Geschäfte von FRAPORT nehmen könnte, an der die Stadt Frankfurt meines Wissens noch immer mit einigen Prozent beteiligt ist (ob es für eine Sperrminorität reichte, weiß ich nicht); man könnte die Kandidaten ja mal dazu befragen und auch den Kämmerer, der die Dividenden sicher gern einnimmt.


    Beide Türme erfüllen die Brandschutzrichtlinien derzeit nicht und stehen der Öffentlichkeit daher nicht mehr zur Verfügung. Beim Europaturm schien eine Nachrüstung aus Kostengründen bisher illusorisch.


    Eigentlich hat der Fernsehturm nie den Vorschriften des vorbeugenden Brandschutzes nach HBO entsprochen. Es handelte sich um das BVH einer bauordnungsrechtlich privilegierten Bundesbehörde. Die vormalige Deutsche Bundespost brauchte keine Baugenehmigung, die Bauaufsicht hat nur formlos zugestimmt, der bundeseigene Bauherr war selbst für die Sicherheitsanforderungen zuständig. Das änderte sich nach der Privatisierung der Dt. Bundespost und Übertragung des Bauwerks auf die Deutsche Funkturm GmbH. Ab diesem Zeitpunkt war die Frankfurter Bauaufsicht zuständig, die das Gebäude nach HBO-Maßstäben beurteilte: der Rest ist bekannt.
    Die Auflagen des Brandschutzes haben dazu geführt, dass aus der Kanzel alles demontiert wurde, was brennen und schmoren kann, d.h. die Räume sind derzeit praktisch im Rohbauzustand. Die FAZ hatte am 28.11.2010 berichtet, dass ein Investor einen 7-stelligen Betrag mitbringen müsste, um die Kanzel in einen nutzbaren Zustand zu versetzen. Es sieht demnach wohl eher nicht nach einer öffentlichen Nutzung aus.

    RTW - beschlossene Sache? Jein. So wie Planung hierzulande abläuft, brauchts mehrere Beschlüsse auf verschiedenen Ebenen und in verschiedener Hinsicht.
    Die Idee an sich ist locker 20 Jahre alt. Die RTW steht im Regionalen Gesamtverkehrsplan des RMV, sie ist vom vormaligen Umlandverband und seinen Nachfolgeorganisationen beschlossen worden, weshalb die Trassen im Regionalen Flächennutzungsplan auch schon nachrichtlich berücksichtigt sind. Das Ob überhaupt und die Linienführung an sich sind also beschlossene Sache


    Nach Gründung der Planungsgesellschaft durch die beteiligten Gebietskörperschaften - auch so ein Beschluss - sitzen deren Planer seit drei Jahren oder so sehr intensiv an der Detailplanung. Mit diesen Plänen sind die Planer seit zwei Jahren in den örtlichen Gremien unterwegs, unterrichten die Öffentlichkeit, sammeln Anregungen und Kritik ein, stimmen die Trasse mit den Trägern öffentlicher Belange ab usw.
    Der nächste Schritt wäre jetzt die förmliche Beschlussfassung in den Gremien der Städte und Kreise; Voraussetzung dafür ist eine abgeschlossene Werkplanung, die zugleich Grundlage für die Zuschussanträge bei Bund und Land und die Haushälter der Gemeinden ist, die das schlauerweise in ihrer Finanzplanung aber schon berücksichtigt haben. Diese Beschlüsse stehen aus.


    Parallel müssten abschnittsweise die Planfeststellungsverfahren beantragt werden. Erst mit der Feststellung der Pläne entsteht Baurecht, das es folglich noch nicht gibt. Dann kommen die Ausschreibungen der Bauleistungen und dann...


    Die kritischste Phase ist die jetzige, wo aufgrund der Werkplanung erstmals auch die Kosten spitz kalkuliert werden können und damit zugleich das für die Förderung entscheidende Nutzen-Kosten-Verhältnis. Schert jetzt, wenn's zum Schwur kommt, eine Körperschaft aus Geldgründen aus, ist Schluss. Stuttgart 21 läßt grüßen.

    ^Zum Abriss direkt nicht, aber in einer Pressemeldung vom 26.8.2011 aus Anlass des Erwerbs von Grundstücken der Universität durch die stadteigene ABG-Frankfurt-Holding heißt es, dass drei z.Z. im AfE-Turm untergebrachte Fachbereiche im Herbst 2012 auf den Campus Westend umziehen sollen.
    Die ABG wird dann flott bauen wollen und also auch flott abreißen wollen.