Beiträge von hedges

    ja geschadet hat es nicht aber der zweck und nutzen der kirche ist der gleiche geblieben - es war reine gestaltung in der zeit des historismus.


    es wird wohl eine geschmacksfrage bleiben und wir werden nochmal argumentieren koennen wenn sie denn gebaut ist.

    dem stimme ich grundsetzlich ja zu, nur erzeugt das fensterlose schwellenangst?


    die thomaskirche zB hat ja auch weniger licht - man hat keine wirklichen durchblick. auch die großen dome haben doch eher schwaches licht alleine schon wegen der baumasse des tragwerks. die alte synagoge in der gottschedstrasse, die gegenwaertige in der keilstr. und die neue synagoge in dresden hatten/haben ja auch kaum, bis keine fenster. auch orthodoxe kirchen (auch in leipzig) haben wenig licht. der vor allem byzantinische baustil von kirchen, synagogen und moscheen ueberhaupt hat wenig außenlicht.


    warum denn nicht zu den wurzeln zurueckkehren und eine bruecke zwischen alter bautradition und neuen moeglichkeiten schlagen? und dann nochmal meinen punkt der von SevenUp kritisiert wurde - das kommunizieren muss sowieso die gemeinde leisten. die kirche kommuniziert ja schon durch die architektur.

    @ dj tinitus


    sehr guter punkt!


    nein - wenn der bau als ein heizkraftwerk mit schornstein geplant waere, wuerde er den bestimmungen nicht gerecht. der kirchenbau aber wird ja mit der bestimmung geplant, ein andachtsort zu schaffen in dem sich die gemeinde fuer die predigt und div. andere veranstaltungen trifft. wie der architekt das nun betrachtet ist ihm ueberlassen.


    gestaltung folgt dem zweck, ist also eine ausseinandersetzung mit der nutzung.


    fuer mich waeren sichtflaechen auf den ring eher stoerend. der bau ist ein rueckzugsort in dem man seine gedanken sortieren kann. ein ort an dem man sich fernab des trubels auf das wesentliche, auf die nutzung als kirche konzentrieren kann - dazu ein seichtes oberlicht. die nutzung als kirche strahlt also die architektur aus. das außengestaltung folgt der besten nutzung des inneren - der andacht. die stille und die konzentration des inneren setzen sich nach außen durch. der kirchturm setzt die gestaltung des innenraums/des kirchenschiffs in seiner einfachheit ebenfalls fort. dass dieser nicht vom w.-leuschner platz zu sehen wird, glaube ich nicht dj tinitus


    waere der bau als heizkraftwerk genau der gleiche? wohl eher nicht. man kann und muß dieses heizkraftwerk ja unter einem voellig anderem gesichtspunkt gestalten. der zweck ist ein anderer und wuerde sich in einer gestaltung wiederfinden genau wie bei dem jetztigen kirchenbau.


    gestaltungsmerkmale wie fenster sind bei diesem projekt eine reine geschmacksfrage, da sie fuer den zweck der andacht bei diesem entwurf, irrelevant sind.


    die architekten haben nach meiner ansicht absolut einem dem zweck entsprechend entwurf abgeliefert. auch die beruecksichtigung der lage wurde, wie ich schonmal argumentiert habe, gut geloest. die gemeinde wird nicht, wie von SevenUp behauptet, die "unzulaenglichkeiten der architekten ausgleichen mueßen". sie wird den bau inmitten der großstadt, neben dem neuen rathaus, hoher blockrandbebauung, und dem stark frequentierten ring nutzen als was er geplant ist.

    Cowboy & hedges: ich fühle mich weder verfolgt noch unterdrückt, aber dass die genannten personen nun mal diesen kulturellen background haben, ist ja ein unbestrittener fakt. es wäre doch eher verwunderlich, wenn ihre prägungen nicht ihre sichtweisen beeinflussen würden. zum besseren verständnis hier 4 beispiele aus aachen, wo schulz & schulz architektur studiert haben


    ich wollte einfach der anscheinend, aufkommenden diskussion ueber OST/WEST den wind aus den segeln nehmen - wie auch immer.


    natuerlich muss man kulturellen background wissen und es im kontext betrachten. deswegen muss man den standort dann schon in frage stellen. wie sollte ein neubau gegenueber dem hauptportal, einem der wahrscheinlich prachtvollsten rathaeuser, ueberhaupt zur geltung kommen?


    somit stellt sich die frage ob es nicht so gewollt war, dass es wenig spielraum fuer den neubau gibt. man haette die kirche auch im kolonnadenviertel bauen koennen, auf dem gruenstreifen vom rathaus zum johannapark. das quartier wird sowieso eine geschlossene bebauung erhalten. die neue kirche muss sich mit dem neuen rathaus auf der einen, und mir einer hoeheren neuen blockrandbebeauung auf der anderen seite auseinandersetzen. dazu kommt noch das dreiecks-gelaende.


    der neubau wird also definitiv eine art "inselbau" zwischen hoeheren gebaeuden.


    das ist der pluspunkt bei diesem ersten entwurf. der turm kommt and die tieferer stelle des gelaendes und wird bei der anfahrt aus richtung reichsgericht eine ganz ander und sehr erhabene wirkung entfalten. das "kirchenschiff", wird mit seiner kubatur, die bebauung zum neuen w-leuschnerplatz komplettieren und mit der geschlossenen front die freiflaeche erst richtig deutlich machen. der innenraum ist, in seiner schlichten art, fuer mich unschlagbar! der romanischen einfachheit gleich wird man nichts vom trubel, strassenverkehr, und den beiden gebaeude-komplexen links und rechts mitbekommen - man kann sich auf das wesentliche konzentrieren. nur das oberlicht im hinteren inneraum dass das kreuz deutlich macht. keine fenster die verkehr zeigen! die einfachheit und das profane was kirchen ausmacht kommt absolut zur geltung.


    die neue kirche ist genau das was sie sein sollte. ein auf sich selbst konzentrierter bau, der kein maßloses volumen brauch um sich auszudruecken. die groeße ist dem gelaende aber auch der groeße der gemeinde gerecht und kann sich, durch die schlichte, zwischen zwei hoeheren gebaeuden behaupten. ich steh fast hundert prozent hinter dem entwurf. das einzige was ich nicht gut finde ist das geplante fassaden material. bei einer so großen flaeche gibt es nach meiner meinung interessantere steine als rochlitzer porphyr.

    Leute!


    vielleicht sollten hier manche nochmal ueber ihre geistesblitze nachdenken und nochmal alles checken nachdem sie es geschrieben haben.


    es geht hier nicht um diesen ausgekauten 1990'er jahre schwachsinn von Ost und West! falls sich manche nicht einkriegen, sollte die jenigen mal besser tief luft holen.

    auch wenn ich dafuer von einigen im forum schelte bekommen werde, muss ich zu geben dass ich nichts dagegen haette bei einer absage des projekts im grimmaischen steinweg. nach meiner ansicht ist diese lage nicht wirklich fuer ein studentenwohnheim geeignet. es gibt andere lagen, zB entlang der nuernberger strasse, die ein solches projekt wirklich neotig haetten um wieder leben eingehaucht zu bekommen. ausserdem sollten die haeuserluecken dort geschlossen werden.


    der augustusplatz sollte, bei der lage, doch eine eher gehobene schiene fahren.

    ich hoffe dass es wirklich bald mal soweit kommt dass der LWB-block verschwindet und es eine haeuserzeile bis zum alten rathaus entsteht. das wuerde nicht nur die alten strassenzuege des quartiers aufnehmen und aufwerten sondern es auch den markt wieder schliessen.


    das einzige was dann offen waer ist die wiese in der petersstrasse. ein fehler nach meiner ansicht - da kann man natuerlich streiten.

    ich denke dass an dieser stelle schon ein klarer sakral-artiger bau enstehen wird. schon alleine weil sich die stadt davon offenbar auch eine touristische attraktion erhofft (mein eindruck). spannend wird wahrscheinlich die loesung der versorgungsbauten die zu der blockranbebauung angrenzen/anschliessen sollen. das kann eher gefaerlich werden.

    @ RMA + Johnny


    das gebaeude im bild nimmt die formensprache der gruenderzeit auf. ecktuermchen mit kupfer zierde, rote biberschwanz ziegel auf dem satteldach, und eine art stucklinie auf halber hoehe > ueber geschmack laesst sich natuerlich streiten. der bau passt zwar, hat aber markante fehler die man schon auf diesem foto erkennt. fensterlinien und balkone auf einer anderen hoehe als die des ganzen blocks, gedrungene laden zeilen die auch nicht mit dem der anderen gebauede uebereinstimmen, glas "sonnenschutz", eine stuckeiste die wirklich aus dem nichts kommt und keinerlei anschluss an die randgebaeude hat und eine AC direkt an der front. das einzige merkmal mit dem sich das haus in den block eingliedert, ist die geschlossene traufhoehe bei allen vier gebauden. das wird bei dem neuen gebaeude am simsonplatz auch der fall sein.


    das neue haus, und da hat DaseBLN recht, ist im gesamt konzept oder kontext zu mit dem eckgebaeude zu sehen. dies wird die dominante bleiben. die medizinische nutzung wird im vordergrund stehen und die fassadengestaltung bestimmen. keine falsche formensprache die darauf ziehlt es nett aussehen zu lassen. die unterschiedlche gliederung der fassae hat eine berechtigung da es eine eigene form darstellt ohne ander aufzugreifen. wo welche auch? um sich einzufuegen muesste es dem eckgebaeude oder dem gebaeude aus den 90ern gleich getan werden.


    ich habe keine ahnung warum man so oft eine kopie oder rekonstruktion einer neu-interpretation vorzieht.


    gute architektur wird nicht durch tuermchen und falsche stuckleisten erbracht sondern durch eine intelligente ausseinandersetzung mit der baulichen situation. die industrialisierung der jahrhundertwende hat den meisten europaeischen staedten ein gesicht gegeben ist aber kein grund daran zu scheitern den naechsten schritt zu gehen. wie Dase BLN angemerkt hat, war diese architektur ein zusammenspiel der architekturgeschichte. die gemuetlichkeit die viele staedte durch die architektur der 20er > 60er/70er verloren haben wird auch durch einfallslose repliken nicht wiederkehren.


    eine stadt muss sich veraendern in einer perspektive in der sich staedte in der gruenderzeit gewandelt haben. die auffassung wird sowieso pro - gruenderzeit bleiben und somit keinen flaechenabriss favorisieren. fuer mich gibt es keine berechtigung fuer einen frankfurter roemer oder einen dresdner neumakt ohne dass ich mich gegen erhalt alter bausubstanz auspreche. beides muss nicht miteinander konkurieren um zu funktionieren.

    hier wird uerball von einer anpassung geredet. die vertikale, das gegenueber zum BVG, der provokativen auseinandersetzung mit den alten gebauden im ganzen quartier, das material, ausbuchtungen, evtl. gruene innebeleuchtung.


    nochmal die frage and die begeisterten rekonstruktioniesten - was ist denn das leipziger original? was waere eine angemessene fassaden struktur die sich hier einpasst?


    gerade linien und fensterbaenke? wo ist der unterschied zur fremdartigkeit des backsteins und sandsteins. diese materialien kommen aus ganz anderen gegenden wurden aber benutzt da es eine moderne der damaligen zeit war.


    bevor von anpassung gesprochen wird sollte mal geklaert werden was als angepasst angesehen wird.

    der "bruch" als ein leipziger merkmal ist hier wahrscheinlich eher als erneuerung gemeint. vor allem zur zeit der unglaublichen schnellen urbanisierung der "gruenderzeit", hat sich das stadtbild rasch veraendert. trotzdem haben es einige bauwerke ueberlebt und einen kontrast hergestellt den man in deutschland selten sieht. somit stellt sich die frage was denn nun eigentlich das original ist - die bebauung aus der jahrhundertwende weil sie bestimmend ist oder die der jahrhunderte zuvor? und wenn wir schon dabei sind - was hat die italienische spaetrenaissance des BVG eigentlich in leipzig verloren? der klau und neu-interpretation ist fast so alt wie die stadt.


    das gebaeude wird den staedtebaulichen aspekt des quartiers nicht beeinflussen. es wird weder in der hoehe noch in der groesse bestimmend wirken, keine konkurrenz zum BVG oder des eckgebauedes bilden. somit ist die staedtebauliche komponente eigentlich erfuellt. man koennte vielleicht das fassadenmaterial anprangern aber dann muss man auch wieder die frage stellen was denn nun leipziger original ist.


    ob es LD zu einer wirklichen alternative gebracht haette mag ich zu bezweifeln.

    @ cxfahrer
    "Sieht trotzdem wie eine 60er Jahre Sparkasse in Klein-Kleckersdorf aus, ich kenn mich da aus. Es hat an dieser Stelle städtebaulich nichts verloren." > da musst du schon mal ein beispiel bringen sonst verliert das argument hier nur - was ist eine 60er jahre sparkasse in klein-kleckersdorf und was beudeutet "das neue Gebäude auch so um die Ecke gelutscht".


    es geht dir um den stadtebau oder das gebaude?


    durch die "anpassung" der traufhoehen und der kompakten schliessung des blocks laesst sich einigen machen mit einer fassade ohne das es den staedtebaulichen aspekt beintraechtigt. das ist bei der KPMG genau so. besonders der kontrast zum aelteren gebaeude in der muenzgasse ist stark aber nicht unangenehm - eher spannend.

    der neubau wird die luecke de kleinen quartiers schliessen ohne sie zu sprengen. eine neu-interpretation die der nutzung angemessen ist.


    die architektur der jahrhundertwende wird wohl auch in zukunft das stadtbild praegen. trotzdem geben solche projekte hoffnung auf eine qualitative aufwertung der architektur der stadt ohne ihr die identitaet zu nehmen. auch wenn manche immer noch nicht begriffen haben dass es mittlerwile 2009 ist, so ist zu hoffen dass der neubau, neben der KPMG, wirkung auf die umgebung hat - vor allem in der harkortstr. zwischen 17. juni und riemannstr.


    mit den gegenwaertigen neubau-projekten und planungen in der stadt geht es voran, in leipzig.

    @ guderian


    kennst du den begriff "Marktwirtschaft"? > das angebot regelt die nachfrage.


    ohne den flughafen und die entsprechenden plaunungen haetten einige ansiedlungen im raum leipzig nicht stattgefunden - es werden ja auch noch etliche folgen. es sind wohl andere flughaefen in mitteldeutschland ueberfluessig. trotzdem ist man von einer sehr positiven wirtschaftlichen entwicklung waehrend der planungen ausgegangen und man baute 3 neue flughaefen L, DD, ERF, und nun auch L/altenburg. das ist natuerlich ein ueberangebot.


    PS. schmeiss mit dem "verschwenden von steuergeldern" nicht so um dich. die frage stellt sich im osten nicht - es def. gibt fragliche projekte aber vor allem die verkehrstechnische infrastruktur im osten hat es bitter noetig.