Beiträge von l´emigrant

    Wenn der gewaltige Sanierungsstau (bzw. die Sanierungsverweigerung) aus DDR-Zeiten abgearbeitet ist, wird Leipzig eine für Deutschland einzigartige, weitgehend erhaltene großstädtische Bebauung aus Vorkriegszeiten aufweisen. Wundervoll! Man kann Euch nur wirklich gratulieren, dass Ihr diesen Wandlungsprozess live miterleben könnt. Aber auch schon das Verfolgen der Dinge über dieses Forum bereitet mir viel Freude!

    Dreischeibenhaus (Bestand)

    Gehört für mich an diese Stelle:


    Auch wegen der gerade entstehenden Liebeskind-Bauten ist das Dreischeibenhaus laut RP-Online ein Ladenhüter. Eine Sanierung auf moderne Energieeffizienzstandards wäre extrem teuer bzw. aufgrund des Denkmalschutzes sogar völlig ausgeschlossen. Zudem soll es als problematisch gelten, dass die Gesamtfläche auf viele viele Etagen verteilt ist.


    Wie ich bereits sagte: Ob leer oder nicht, abgerissen werden kann das Ding ohnehin nicht. Also braucht uns das aus städtebaulicher Sicht nicht zu jucken.


    Und wenn der Preis stimmt, nehme ich eine 1200 m²-Etage als Zweitwohnung! So macht der Investor wenigstens kein Minus in Höhe des Kaufpreises! =)

    Um das Niveau des Kölner Hbfs zu bekommen, das müssen wir uns wohl offen eingestehen, wäre erheblich mehr nötig, als "nur" ein paar kosmetische Eingriffe hier und da.


    Der große Wurf ist das - wie Echnaton schon feststellte - alles nicht.


    Ich warte auf den Tag, an dem die Klinkerfassade gereinigt, der Vorplatz endlich neugestaltet, auch die vertikalen Flächen neu verfliest und last but definitely not least das erdrückende Hallendach gegen eine moderne, transparentere Lösung ausgetauscht wird.


    Mich dünkt, ich werde diesen Tag vielleicht in einigen Jahrzehnten sehen.

    Schön, dass der schlichte, stillvolle Altbau "Haus der Gießerei-Industrie" eingebunden wird. Mich wundert allerdings, dass das Gebäude nicht unter Denkmalschutz steht und baulich so stark verändert werden darf.

    Das Bürogebäude ist in der ganzen Umgebung sicherlich das letzte, was ich aus städtebaulicher Sicht abreißen würde. Diese Schule hingegen gehört besser heute als morgen eingestampft.

    Was ich mit meiner "Kritik an der Kritik" ausdrücken wollte, ist, dass dieses "Baumhaus" ja gerade deshalb eine Kontroverse erlebt, weil es eben einige Wege geht, die auf den ein oder anderen außergewöhnlich wirken. Dazu zählen unter anderem die überdimensionierte Statue an der Fassade sowie die ungewöhnliche, üppige Begrünung, die auf dem Entwurf zu sehen ist.


    Wenn jetzt jemand den Standpunkt "Baumhaus ja, aber bitte deutlich unauffälliger und ohne Kunst in Anführungsstrichen (womit die Eigenschaft, ein Kunstwerk zu sein, beispielsweise eines Bildhauerwerkes wie einer Statue in Frage gestellt wird)" vertritt, beißt sich die Katze in den Schwanz. Denn dann braucht das "Baumhaus" gar nicht erst gebaut zu werden. An dieser Stelle könnte man einem erwiesenermaßen hervorragenden Architekten wie Petzinka auch einfach mal Vorschussvertrauen geben und sich das Maul anschließend zerreißen.


    Das ganze erinnert mich stark an die ewige Diskussion, ob Meinungs- und Demonstrationsfreiheit für Nazis und andere Wirrköpfe nicht eigentlich verzichtbar seien. Sie sind es eben nicht, weil, wie schon jeder Zweitsemester im Jurastudium lernt, ein Grundrecht gerade dem Schutz derer dient, denen es andere nehmen möchten. Diejenigen, die für Weltfrieden oder gesundes Essen demonstrieren wollen, sind hingegen so Mainstream, dass ihnen ohnehin keiner den Mund verbieten will.

    Schön, dass sich eine gewisse architektonische Offenheit gerade in diesem Viertel, in dem ja ohnehin schon etwas kreativere Bauten entstanden sind (man denke an das Gelbe Haus) nun doch durchzusetzen scheint. Wenn auf dem Areal an der Tannenstraße alles richtig gemacht wird, wird es eines der Viertel Düsseldorfs sein, die man noch in 100 Jahren bewundern wird. Dann werden sich wieder schlaue Leute Gedanken darüber machen, was in welcher Epoche entstanden sein könnte.


    Was den Entwurf des "Baumhauses" angeht, möchte ich mich der Kritik unbedingt anschließen und für die Entfernung etwaiger Statuen und ähnlichen Schnickschnacks, der das Gebäude erst interessant machen könnte, aussprechen. Stattdessen schlage ich als Alternative zur ""Kunst" am Bau" vor, auf allen 4 Fassadenseiten ein 8x8 Meter großes Relief mit dem Konterfei mamamias aufzubringen!

    Ihr werdet die baulich schönste Großstadt der Republik, toll!


    Allerdings frage ich mich, wieso sich tatsächlich Investoren für Wohnungsneubauten finden, wenn die Mieten mit 7-8 € pro m² so erschwinglich sind.

    @ Andi 777
    Man muss sich mal vorstellen, was man von einem "normalen" studentischen Wohnbudget, wie es mittlerweile in Städten wie Köln, Düsseldorf, Frankfurt oder insbesondere München ausfällt, in Leipzig für Wohnungen mieten könnte.


    Ich zahle in Köln in einem abartigen Hochhaus, subventioniert vom Studentenwerk für ein heruntergekommenes 24 m²-Appartment 320 €. Und dafür bin ich nur froh und dankbar!!! Unter 300 findet sich normalerweise nichts mit eigenem Bad (ja, Bad und sogar Toilette teilen gibt es noch, und zwar für Weststudenten)!


    Das sind 13,33 € warm pro qm! Man stelle sich vor, dass man in Leipzig dafür wahrscheinlich von privat 40 m² im Altbau bekäme. Frisch saniert, hohe Decken, Parkett oder zumindest Laminat und ein Bad, das nicht aussieht, wie aus einer Junkiewohnung!


    Wie dumm ich nur war, mich in Köln einzuschreiben...

    Also ich muss sagen, dass für mich Entwurf 1 ganz klar der überzeugendste ist.


    Zu 2 ist das Notwendige gesagt worden, auch wenn man festhalten muss, dass die Leipziger SEHR anspruchsvoll sind. Ich möchte nicht wissen, wie ihr viele Neubauprojekte in der Kölner oder Düsseldorfer Innenstadt verreißen würdet, wenn euch eine ultramoderne Natursteinfassade mit großen Fenstern nicht gefällt.


    Und was bitte macht den 3. und tatsächlich zu realisierenden Entwurf zu Eurem Favoriten, sieht doch aus wie einer typische 80er-Jahre-Fassade mit ihrem Einheitsgrau und dem sinnlos hervorspringenden Elementen, die die Einheitlichkeit der Straßenfront aufreißen...

    Du hast schon Recht, im Endeffekt würde das nur das Symptom unterdrücken, die Krankheit bliebe:


    Man gibt sich (siehe auch die Benennung des gesamten Viertels) gerne frankophon und frankophil, weil man das für ein Zeichen von Kultur und europäischer Offenheit hält. In Wahrheit ist man des Französischen im Allgemeinen kaum mächtig genug, um im Provence-Urlaub stolperfrei 3 croissants und ein pain de campagne zu bestellen.


    Dass es in Frankreich keinem Stadtplaner einfallen würde, ein Viertel mit deutschem Flair zu erschaffen, sondern man stattdessen weiterhin auf nationalistische Symbole und Anspielungen setzt, ist hierzulande völlig unbekannt.

    Danke für den zügigen Upload!


    In der Nahansicht wirkt dieses "Gras" in der Tat befremdlich, hingegen von weitem verleiht es der Fassade eine gewisse Farbigkeit, die sich - nach dem Foto zu urteilen - gerade im Winter ganz gut macht.

    Schon ein paar Tage alt, aber fehlt an dieser Stelle:


    Auf dem Gelände des ehem. Güterbahnhofs Oberkassel (Belsenparkprojekt) sollen aufgrund der extrem hohen Nachfrage mehr Wohnungen gebaut werden als ursprünglich geplant. Für drei Grundstücke zum Belsenplatz hin sind 100 bis 150 zusätzliche Wohneinheiten vorgesehen.


    Der Westen


    Außerdem steht ein Umzug der Rheinbahnhauptverwaltung aus ihrem hässlichen Zweckbau an der Hansaallee nach Lierenfeld (so gut wie) fest. Auch diese Areal wird somit für eine Überplanung zur Verfügung stehen.


    Antenne


    noch ausführlicher: RP-Online

    Offenbar gab es in der DDR auch schon moderne Flachbildschirme!? Wer soviel Wert auf ein echt sozialistisches Interieur legt, sollte meines Erachtens auch die Eier haben, für die Zeit seines Aufenthaltes auf den Luxus kapitalistischer Errungenschaften zu verzichten. Aber wem´s gefällt, bitte...


    Zurück zum Thema des Threads: Steht das Plattenbau-Gästehaus am CZ-Park eigentlich noch?

    Insbesondere wundert mich, dass sich auch im linken Lager die Einsicht durchgesetzt hat, dass eine solide Wirtschafts- und Haushaltspolitik Grundlage für jede gute Politik ist, ob sie dann letztlich den Schwerpunkt auf Sozialtransfers oder Investitionen setzt.


    Ich muss aber auch sagen, dass diese Töne von der Düsseldorfer SPD auch nicht der Normallfall sind. Mitten in der Finanzkrise hörte man da auch Sprüche wie "die Schuldenfreiheit darf keine Dogma sein!". Nach dem Motto, "Schulden machen ist doch ganz normal". Wo das endet, sieht man, sofern man Fernsehzuschauer ist, regelmäßig bei Peter Zwegat. Erschreckend ist nur, dass die deutschen Gebietskörperschaften mittlerweile die gleiche laxe Haushaltsmoral haben, wie die dort betreuten Vertreter der unteresten gesellschaftlichen Schichten.