Beiträge von lguenth1

    QM-magd: Entschuldige die laienhafte Frage, aber ist die Theresienstraße 19 trotz dieser Risse noch zu retten? Und wenn ja, wie? Ich würde dort als Mieter jedenfalls keinen Fuß mehr hineinsetzen. Da muss sich man sich vorrangig Sorgen um die Bewohner und deren Eigentum machen, aber nebenbei sei noch erwähnt, das es sich dabei um ein Kulturdenkmal handelt.

    Die Öffentlichkeitsarbeit der GGG wird immer schlimmer, nicht mal das Sanierungsprogramm für 2021 gibt es wie früher so, dass die neuen Sanierungsvorhaben auf den ersten Blick ersichtlich werden. Nur noch die Summe von 46 Millionen Euro und einen Link auf die Seite mit den Sanierungsvorhaben kriegt man hin. Den Rest darf man sich selber zusammensuchen. Neu sind meines Erachtens folgende Vorhaben:


    - Augustusburger Straße 275-277 (Luftbild), Gablenz


    In dem 1956 erbauten Wohnhaus sind für 1,4 Mio. Euro umfangreiche Veränderungen von Wohnungsgrundrissen, der Anbau von Balkonen sowie die komplette Erneuerung der Haustechnik geplant. Im Außenbereich entstehen Pkw- und Fahrradstellplätze sowie Mietergärten.


    - Gustav-Freytag-Straße 7-11, 13/15 und Karl-Immermann-Straße 8-10a (Luftbild), Zentrum


    Balkonanbauten für 600.000 Euro.


    - Rosenhof 3-9 (Luftbild), Zentrum


    Balkonanbauten mit barrierearmem Austritt, Neugestaltung der Fassade, Aufzügerneuerung und -absenkung auf Erdgeschossniveau für 2,6 Millionen Euro. Ob damit dieser Innenstadtplattenbau für die nächsten Jahrzehnte einbetoniert werden muss, sehe ich sehr kritisch.


    - Auf der Seite findet man auch noch ein Plattenbausanierungen, wo es mir aber völlig egal ist, was man dort macht und ob das schon bekannt war.

    Alle Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die eine innovative Idee für ein neues Großforschungszentrum haben, sind aufgerufen sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

    Bin ich der einzige, dem es ziemlich absurd vorkommt, dass man 170 Millionen Euro ausgeben will, ohne offensichtlich die geringste Idee zu haben, wofür eigentlich? Ob sich solche Luftschlösser bei den aktuellen Haushaltslöchern wirklich umsetzen lassen? Und dann will man noch ein x-beliebiges Thema in eine vorgegebene Region verpflanzen, anstatt zu überlegen, wo es eventuell schon Anknüpfungspunkte und regionale Netzwerke gibt? Ich arbeite trotzdem mal an einem Projektantrag zur "Erforschung der Kommasetzung beim erweiterten Infinitiv mit zu in Pressemeldungen der Bundesregierung"...

    Ab 2022 sind weitere 1,2 Euro verplant. Man geht davon aus, dass ein höherer Betrag benötigt werden wird.

    Davon gehe ich auch aus, mit 120 Cent kommt man nicht weit... :-) Interessant wäre, wieviel Prozent der noch nötigen Gelder in welches Revier fließen werden, die Arbeiten im Leipziger Südraum sind ja mittlerweile eher ein Randaspekt im Sanierungsgeschehen.

    Die Freie Presse (Link) berichtet kurz und knapp über das Wirttschaftswoche-Städteranking der 71 kreisfreien Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern. Im "Dynamikvergleich" hat sich Chemnitz um elf Plätze auf Rang 48 verbessert. Das Original verbirgt sich hinter einer Bezahlschranke, deren Überwindung mir keinen Euro wert ist. Es wäre allerdings nicht ganz uninteressant, welche Indikatoren sich verbessert haben sollen, um als Erklärung für die Verbesserung im Dynamikvergleich zu taugen. Bei Kernpunkten wie Einwohner- oder Geburtenzahlen, Arbeitslosenquoten, sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten oder Industrieumsätzen zeigt sich eher das Gegenteil von Dynamik - siehe letzter Quartalsbericht, der so alt ist, dass er den Zeitraum vor der Corona-Pandemie abdeckt und deshalb noch einen guten Vorjahresvergleich darstellt.

    Da kann man jetzt lange wild spekulieren oder ein politisches Süppchen zu kochen versuchen, viel hilfreicher wäre es aber, vielleicht mal über Wundermittel wie "Statistiken" nachzudenken und diese am Ende sogar zu veröffentlichen. Transparenz ist leider in vielen sächsischen Amtsstuben immer noch verpönt. Warum werden bis heute keine Statisitiken veröffentlicht, die die Infektionen auf die einzelnen Gemeinden aufschlüsseln? Warum gibt es keine Statistiken, wo wenigstens der Versuch unternommen wird, die Infektionsquelle nachvollziehbar zu machen? Selbst wenn da große Lücken bleiben würden, dürften viele Infizierte durchaus eine Vermutung haben, wo sie sich angesteckt haben könnten (Pflege, Feier, Familienmitglied). Nur wer weiß, wo sich Schwerpunkte des Infektionsgeschehens abzeichnen, kann diese auch zielgerichtet bekämpfen. Wenn man stattdessen Unsinn wie die Maskenpflicht auf Supermarktparkplätzen verabschiedet, scheint die Landesregierung aber tatsächlich ahnungslos zu sein.

    Die Ergebnisse der SGA-Winterauktion bestätigen, dass der ein oder andere Mindestpreis wohl doch zu hoch angesetzt war. Andererseits wurden nur zwei Häuser für zusammen 1,25 Mio. Euro versteigert:


    - Frankenberger Straße 202, Ebersdorf, Mindestgebot 580.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 33.782 €)


    Denkmalgeschütztes MFH mit 8 Wohneinheiten (556 m²), davon 7 mit 488 m² vermietet, sowie einer vermieteten Geschäftseinheit (Tischlerei) im Nebengelass mit 196 m². Nicht versteigert.


    - Wittenberger Straße 5, Bernsdorf, Mindestgebot 685.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 38.334 €)


    Denkmalgeschütztes MFH mit 13 Wohneinheiten (702 m²), davon 12 mit 656 m² vermietet, sowie einer vermieteten Geschäftseinheit mit 58 m². Versteigert für 750.000 Euro.


    - Jahnstraße 57, Lutherviertel, Mindestgebot 500.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 15.149 €)


    Denkmalgeschütztes MFH mit 9 Wohneinheiten, davon 5 mit 332 m² vermietet, sowie einer leerstehenden Geschäftseinheit, mit insgesamt 662 m². Versteigert für 500.000 Euro.


    - Paul-Gruner-Straße 12, Altchemnitz, Mindestgebot 525.000 Euro (bei Jahresnettomiete von 17.727 €)


    MFH mit 12 Wohneinheiten (679 m²), davon 6 mit 310 m² vermietet, sowie einer vermieteten Geschäftseinheit mit 49 m². Nicht versteigert,

    (dwt). hat im Bernsdorf-Thread auf die Mitteldeutsche Wohnen KG als neuen "Player" auf dem Chemnitzer Immobilienmarkt verwiesen. Auf deren Seite finden sich auch zwei Vorhaben auf dem Sonnenberg:


    Sonnenstraße 69, 15 Wohnungen, 36 m² - 105 m², 105.500 € – 325.500 € (Link, Luftbild)


    Als Fertigstellungstermin wird 2020 angegeben. Haben die Arbeiten dort wirklich schon begonnen und sind (nahezu) abgeschlossen? Ich habe da leichte Zweifel, für die Lage an der südlichen Zietenstraße sind das nämlich happige Preise. MIt Aufzug, Balkonen, Fußbodenheizungen und neu gestaltetem Innenhof verspricht man aber auch einiges, das man dort nicht wirklich erwarten würde.


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    Eigenes Bild von 2013


    Uhlandstraße 25, 10 Wohnungen, 46 m² - 119 m², ab 3550 €/m² (Link, Luftbild)


    Fertigstellung Dezember 2021, ähnlich hochwertige Sanierung wie in der Sonnenstraße. Das Haus wird zwar auch als Denkmal vermarktet, steht aber bisher nicht der Liste des Landesamtes für Denkmalpflege. Es ist aber nicht abwegig, dass man das zur Förderung des Sanierungsvorhabens noch unter Schutz stellen wird, die Substanz gäbe das her.

    Klagen wird es immer und überall gegen alles geben, so ist das heutzutage in Deutschland. Dem kann man aber entspannt entgegensehen, wenn man die Planungen einfach wasserdicht macht und Auswirkungen auf das FFH-Gebiet vermeidet. Warum sollte das nicht gelingen? Wenn das klappt, gönne ich Borna diesen Ansiedlungserfolg, der die regionale Wirtschaftsstruktur sehr positiv verändern und nebenbei auch noch ein hochattraktives Ausflugsziel im ländlichen Raum schaffen wird.

    Ich komme zwar nicht hinter die LVZ-Bezahlschranke, würde aber mal vermuten, dass man das selbstverständlich nicht im FFH-Gebiet plant (was eh völlig unmöglich ist). Oder kennst Du den genauen geplanten Standort? Wo genau die Grenzen des FFH-Gebietes sind, kann man sich hier anschauen, da dürften noch mehr als genug Flächen übrigbleiben.

    Der letzte Eintrag ist wesentlich neuer (siehe hier), hatte aber nichts mit "Baugeschehen" zu tun, sondern eher mit den von einzelnen Stadträten erfragten Aktivitäten der Stadt zum Erhalt des Denkmals (deshalb im Umbruch-Themenstrang, wo es vorrangig um Abbruch geht). Nach Jahren des Verfalls überzeugen mich Deine Bilder leider noch nicht davon, dass dort wirklich Entscheidendes passiert. Im Vergleich mit den Fotos von vor ein paar Jahren ist die Villa mittlerweile so ausgehöhlt, dass man aus allen Richtungen hindurchschauen kann. Aber man soll ja nie die Hoffnung verlieren...

    ^Berechtigte Fragen. Ich hatte neulich schon überlegt, mal nach dem Stadtforum zu fragen, das früher Architekturkritik regelmäßig in die öffentliche Debatte und die Medien gebracht hat, von denen ich aber schon lange nichts mehr gehört habe. Dann habe ich immerhin eine Facebook-Seite gefunden, die den Anschein erweckt, als würde das Stadtforum noch bestehen.


    Andererseits kann man sich aber auch fragen, welchen Einfluss so eine Gruppe letztlich nehmen kann. Hat die Kritik des Stadtforums wirklich etwas bewegt? Findet das mehr Gehör als ein x-beliebiger Interneteintrag? Ich habe da meine Zweifel. Stadtrat und Investoren lassen nahezu jeden Ehrgeiz vermissen, und ein Orchideenthema wie Architektur und Städtebau wird niemals den gesellschaftlichen Rückhalt finden, der die Politiker zu Aktivitäten zwingen würden. Das hat noch nicht einmal zu den Zeiten funktioniert, als die GGG als Abrissbirne der denkmalgeschützten Altbauten in Chemnitz gewütet hat. Damals waren es nur am Rande die ehrenwerten Proteste von Leuten wie Sandro Schmalfuß, die das gestoppt haben, sondern vor allem die Änderung der Förderpolitik. Heute geht es um rein ästhetische Fragen, wo schon die Findung einer gemeinsamen Meinung und konkreter, rechtlich komplizierter Lösungsansätze nahezu unmöglich sein dürfte.

    Die Freie Presse bringt heute hinter einer Bezahlschranke ein paar weitere Informationen zur Sanierung der ehemalige Hilbersdorfer Schule in der Frankenberger Straße 130 (zuletzt hier im Forum). Entstehen sollen 24 moderne Eigentumswohnungen von 70 bis 126 m², zum Teil mit Terrasse oder Balkon. In die schon seit Monaten laufenden Arbeiten werden acht Millionen Euro investiert. Das Richtfest war schon im Oktober, die Fertigstellung wird für Herbst 2021 angestrebt.

    Es ist halt schade, dass unsere heutige Baukultur fast ausschließlich durch Baugesetze und versicherungstechnische Gründe bestimmt wird.

    Kein Baugesetz und kein versicherungstechnischer Grund verbietet den Bauherren und Architekten, ein optisch ansprechendes Gebäude zu errichten. Die tatsächlichen Gründe bleiben mir allerdings auch verschlossen. Ich würde eher Indoktrination in den Architekturstudiengängen der Unis und Kostengründe vermuten.

    Die Sanierung des Kulturpalastes (zuletzt wohl hier im Forum) nimmt Fahrt auf, wie Tag24 berichtet (Link). Die Bauvorbereitungen haben begonnen, bis 2023 wird die Fertigtsellung angestrebt. Neu scheint mir zu sein, dass für 25 Millionen Euro 64 Wohnungen auf einer Fläche von etwa 5700 Quadratmetern entstehen sollen und die Leipziger GRK-Gruppe der Investor ist.

    Normalerweise sollte sich jetzt die Denkmalschutzbehörde äußern und erklären, ob sie tatsächlich für diese Fassade verantwortlich sind. Und wenn sie sich nicht äußert, sollte sie vom Stadtrat dazu gezwungen werden. So ganz ins Blaue hinein wird uns der Bauherr bestimmt nicht etwas vom Pferd erzählen.

    Genau, alles ockerfarbene war gemeint. Für mich ist das ein reines Störelement, das die sonst sehr gefälligen Fassaden entwertet und bei gleicher Funktionalität wesentlich dezenter eingebettet hätte werden können. Mir erschließt sich auch nicht ganz, warum man dieses Treppenhaus durch großflächige Fenster noch einsehbar macht, so schön ist das Innere wirklich nicht. Hier ist es aber ausnahmsweise Meckern auf hohem Niveau, für einen Neubau ist das insgesamt schon nicht schlecht.

    Mal wieder ein Grund, warum ich mittlerweile fast gar kein Interesse mehr an Berichten über Neubauten habe. Die sind mit ganz wenigen Ausnahmen in der Regel so belanglos und häßlich wie dieses Hotel, während jede Sanierung eines x-beliebigen Gründerzeitbaus die Stadtansicht wiederbelebt und bereichert. Wenn man sich im Leipziger Forum umschaut, ist es dort das gleiche Trauerspiel.

    ^Der Neubau hat einige sehr gelungene Gestaltungselemente, leider konnte man sich die häufig als "spannende Kontraste" schöngeredeten modernistischen Elemente nicht sparen. Etwas eigenartig kommt mir auch vor, dass die seitliche schräge Fassade (also zur Lücke der früheren Industriegleise) weder Fenster noch Balkone hat, obwohl sie Richtung Süden ausgerichtet ist.


    Der in der Lücke zu sehende Turm mit Schornstein hat mich so fasziniert, dass ich danach gesucht und den als zur Swiderski-Fabrik zugehörig identifiziert habe. Ältere Fotos, die man dazu findet, machen aber alle einen schlechteren Eindruck als dieser kleine Bildausschnitt, weil da überall Bewuchs zu erkennen ist. Täuscht der Eindruck, dass da vielleicht zumindest ein paar Sicherungsarbeiten durchgeführt worden sind?