Beiträge von lguenth1

    Fakt ist, daß ein denkmalgeschütztes Haus abgerissen werden soll. Andernorts hat das vielleicht tatsächlich noch weniger Bedeutung als in Leipzig. Dennoch halte ich es schlicht und ergreifend für die Pflicht einer öffentlichen Verwaltung, solche Eingriffe in den Denkmalschutz vor der Öffentlichkeit umfassend und bis ins letzte Detail zu dokumentieren und zu rechtfertigen. Letztendlich sind es nämlich genau "Hinz und Kunz am Stammtisch", für die Politiker und Verwaltungsapparate tätig sind.

    Die Alternativlosigkeit solcher Abrisse will mir nicht ganz einleuchten - einfach hinnehmen sollte man sie schon gar nicht. Mal naiv gefragt: Wieso müssen die Gleise denn unbedingt in Mittellage geführt werden? Wenn sie an die Nordseite der Prager Straße gelegt würden, könnte man sie über die unbebaute Fläche um das denkmalgeschützte Gebäude herumführen. Ein kurzer einspuriger Straßenabschnitt dürfte bei der Verkehrsdichte in der Prager Straße eigentlich auch unproblematisch sein (?).
    Auch die fehlende Angabe der genauen Kosten einer Verschiebung in der Pressemitteilung kommt mir recht verdächtig vor. Jedenfalls kann ich den Behauptungen von "intensiven Bemühungen der Verwaltung" zum Erhalt des Gebäudes keinen rechten Glauben schenken...

    Ich möchte mir im Klatsch-Thread nur kurz den Frust von der Seele schreiben und darauf hinweisen, daß heute ein schwarzer Tag für Staatsfinanzen, Umwelt und vor allem die Bausubstanz jeder größeren Stadt ist: Die Pendlerpauschale wird wieder eingeführt. Die Folgen dürften uns hier und auch den Akteuren der Großen Koalition klar sein, allerdings fehlt es mal wieder am Mut zur Politik. Jetzt wird wieder ein Prozeß in Gang gesetzt, der städtische Substanz auf Kosten aller durch potthäßliche Eigenheimsiedlungen ersetzt...

    Auch heute illustrieren wieder Zeitungsmeldungen den Abwärtstrend des Heckert-Gebietes. Die Freie Presse berichtet, daß der Kinobetreiber Cine-Star seinen Mietvertrag im Vita-Center nicht verlängert. Begründet wird der Rückzug mit den seit Jahren sinkenden Besucherzahlen. Der attraktivere Innenstadt-Standort kannibalisiere das Lichtspielhaus im Plattenbaugebiet (4 Säle).
    Die Stadtverwaltung plant zudem, zwei der Jugendklubs im Heckert zu schließen und so auf die demographische Entwicklung und die sinkende Zahl der Jugendlichen zu reagieren.
    Wenn man all dies liest, noch dazu die aufgewärmten Meldungen von der zweiten Leerstandswelle bedenkt (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2011461), dann sollte man schnellstens Konsequenzen für die Stadtplanung ziehen und den Menschen offensiv vermitteln, welche Stadtteile eine Zukunft haben - und welche nicht...

    Die Qualität eines Denkmals bemißt sich wohl kaum in der dafür ausgegebenen Summe. Nur weil der Staat momentan mit Milliarden um sich wirft, sollte man die hier zur Diskussion stehende Summe nicht unnötig kleinreden und die Entwürfe abwarten, bevor man Kritik äußert. Nur um das mal ins richtige Verhältnis zu setzen: Der Stadionneubau in Halle soll in etwa die gleiche Summe kosten...

    DrZott: Diesen Zusammenhang wollte ich nicht herstellen, es war nur ein Chemnitzer Paradebeispiel für mißglückte Architektur. Ganz von der Hand zu weisen ist der Gedanke dennoch nicht, denn Neubauten stehen zweifelsohne in einer gewissen Konkurrenz zu Altbausanierungen, wenn auch nicht bei den TU-Projekten. An anderer Stelle, beispielsweise bei öffentlich-rechtlichen Geldinstituten, fragt man sich schon, ob eine Sanierung nicht sinnvoller gewesen wäre.


    Auf jeden Fall zeigt die durchs Stadtforum etc. angeschobene Debatte, daß sich bürgerliches Engagement lohnt. Denn die reichlich produzierten Negativschlagzeilen, die von der Morgenpost zusammengefaßt und damit auch wieder ins städtische Bewußtsein zurückgespiegelt werden (http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=2005722), werden meiner Meinung nach weitere Abrisse in Chemnitz erheblich erschweren. Wichtig wäre nur, die Überlegungen der Stadt von Anfang an zu verfolgen und zukünftig wesentlich eher gegenzusteuern. Die Nagelprobe dürfte dann wohl die Zietenstraße werden, die ich persönlich fast schon abgeschrieben hatte...

    Heute kann ich zwei Nachrichten aus Chemnitz beisteuern, die wohl insgesamt positiv zu sehen sind. Am Bahnhof wird die restaurierte Villa Zimmermann an der Carolastraße eröffnet (Video siehe http://www.sachsen-fernsehen.d…x?ID=1095&showNews=310968). Die Qualität der Sanierung kann man nur schwer beurteilen. Allerdings bleibt der große Makel, daß dies durch den Abriß des Hotels Carola erkauft wurde...


    Auch für das derzeit leerstehende Barockschloß Rabenstein scheint sich eine Nutzung anzubahnen: http://www.sachsen-fernsehen.d…x?ID=1095&showNews=310826

    Derzeit tobt in den deutschen Feuilletons am Beispiel des Berliner Stadtschlosses wieder die Grundsatzdebatte um moderne und historisierende Architektur. Einen wunderbaren Debattenbeitrag kann die Stadt Chemnitz vorweisen, wo das neue Physik-Gebäude der TU Chemnitz - verantwortet vom Architekturbüro Rohdecan aus Dresden - so hervorragend gelang, daß es kürzlich von der Stadt Dresden mit einer "Besonderen Anerkennung der Jury" des Erlweinpreises bedacht wurde.


    Da ich leider kein eigenes Foto beisteuern kann und man hier sehr vorsichtig mit dem Copyright ist, verweise ich auf folgenden Link, wo man sich einige schockierende Ansichten ansehen kann: http://www.rohdecan.de/alle.php?content=r&proj=C1#. Selbst der Innenhof ist einfach abartig. Hier fällt es mir extrem schwer, sachlich zu bleiben. Mich erinnert das Gebäude spontan an einen zu DDR-Zeiten begonnenen, aber nie vollendeten Bau eines Heizkraftwerkes in Döhlen. Die weiteren Assoziationen, die meist Richtung Atlantikwall gehen, verkneife ich mir lieber...

    Nachdem ich vor kurzem schon eine Meldung über das erste Wächterhaus in der Chemnitzer Zietenstraße eingestellt hatte, scheint das Projekt sehr gut anzulaufen. Verschiedene Künstler haben die Gelegenheit ergriffen und richten unter anderem Proberäume, ein Tonstudio oder ein Atelier ein (siehe http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1998909). An verkehrsreichen Straßen sind solche Nutzungen sowieso aussichtsreicher als Wohnungen. Inzwischen sucht man offensichtlich schon nach weiteren geeigneten Objekten, sogar zusammen mit der GGG. GGG-Sprecher Erik Escher kommentiert übrigens die aktuellen Abrisse wie folgt: „Wir folgen den Städtebauzielen und schaffen Freiflächen für die Nachnutzung“. Vielen Dank...

    Eine weitere wichtige Entscheidung für die Stadtentwicklung ist gefallen: Es wird in Chemnitz kein weiteres Möbelhaus (Investor Porta, Investitionssumme 40 Mio. Euro, 200 Arbeitsplätze) geben. Der vom Investor angestrebte Standort am Einkaufszentrum Sachsenallee war der Stadt wegen der zu großen Kaufkraftbindung nicht genehm, die Alternative des zentrumsnahen Volksfestplatzes (Bilder siehe erstes Posting) wurde jetzt endgültig abgelehnt. Eine sehr kontrovers diskutierte Entscheidung. Eigentlich kann es sich niemand leisten, eine solche Investition auszuschlagen. Andererseits wären in anderen Möbelhäusern und vielleicht auch in Geschäften mit ähnlichem Sortiment im Gegenzug Arbeitsplätze verlorengegangen, zudem gab es keine wirkliche Alternative für die Ausrichtung von Volksfesten. Festzuhalten bleibt: Wer auf http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1995506 die Visualisierung des Projektes begutachtet, wird mit mir übereinstimmen, daß eine solche Gewerbegebietsarchitektur in einem Stadtzentrum nichts verloren hat.


    Der folgende offene Brief (daher zur Veröffentlichung gedacht) von Innenstadtinvestor und Stadtrat Dr. Füsslein ist ein durchdachter Beitrag zur Diskussion über die weitere Innenstadtentwicklung, der ganz entscheidende Punkte anreißt:


    Den Beitrag auf Sachsen-Fernsehen.de habe ich gesehen und die Gelegenheit genutzt, auch MdB und Stadtrat Detlef Müller (SPD) im Kommentarbereich etwas für die Thematik zu sensibilisieren. Übrigens erstaunlich, daß der sich dort der öffentlichen Diskussion stellt. Das zeigt, daß in Chemnitz ein Forum zur Stadt fehlt, daß das Niveau von triff-chemnitz.de übersteigt (sowas gehört eigentlich auf http://www.chemnitz.de).


    Über den Termin mit dem MDR kannst Du gerne hier berichten, da ich und sicher auch andere Interessierte den Sender nicht empfangen können. Vielleicht gibt es auch ein Video auf der MDR-Seite...

    Geht doch :) Auch gut, daß Du gleich klar Schiff machst und Dich als Mitarbeiter von Wahl und Partner vorstellst, dann kann niemand über drei Ecken irgendwelche Interessenkonflikte unterstellen. Zudem kann man das Forum gleich nutzen, um über den Stand der Sanierungsmaßnahmen zu informieren - natürlich unter Wahrung größtmöglicher Objektivität. Eine direkte Beteiligung eines Sanierungsträgers ist grundsätzlich positiv, eine Werbeveranstaltung wird der strenge Moderator schon zu verhindern wissen :)


    Ich vermute, daß auch für die Zietenstraße die Würfel schon gefallen sind. Zumindest habe ich die Signale aus dem Stadtrat so verstanden. Die Verkehrsbelastung ist relativ hoch, dazu kommt, daß durch die starken Anstiege auch höhertourig und somit lauter gefahren wird. Diese an und für sich erträgliche Lärmbelastung würde durch den Abriß von Gebäuden natürlich auch in die Seitenstraßen einfallen. Hier ist einfach ein intelligentes Verkehrskonzept und etwas Geduld gefordert...


    Wie wird denn der Abriß in der Palmstraße/Reinhardtstraße in Öffentlichkeit und Lokalpresse aufgenommen?

    Die in der Mail genannten Gebäude kann man auf den Fotos 1 bis 4 in meinem Eingangsposting bewundern. Der Verfasser der Mail hatte mir übrigens einmal mitgeteilt, daß er Probleme mit der Anmeldung in diesem Forum hat, deshalb wohl jetzt dieser doch recht ungewöhnliche Weg. Wenn mir die Mail an meine im Profil angegebene Adresse weitergeleitet werden könnte, übernähme ich gerne das Hochladen der Bilder. Leider kenne ich die maximale Posteingangsgröße von T-Online-Mailkonten nicht.


    Offensichtlich hat mein Thema hier auch Resonanz im aph-forum gefunden, worüber ich natürlich nicht böse bin, diese Art der Öffentlichkeit war schließlich Sinn der Sache. Ob eine Zweiteilung der Foren sinnvoll ist, will und kann ich nicht beurteilen...

    Die Entwicklung der Plattenbaugebiete wird sicherlich eine der spannendsten Fragen der nächsten 10 Jahre. Mittlerweile wird ja oft von einer zweiten Leerstandswelle gesprochen, die durch die demographische Entwicklung (Absterben der in der Alterstruktur homogenen Plattenbaubevölkerung, mangelnder Neuzuzug) auf die Gebiete zurollt. Dazu paßt die heutige Meldung, daß das 1999 im Chemnitzer Heckert-Gebiet eröffnete Vita-Center mittlerweile in Turbulenzen gerät und wichtige Anker-Mieter verliert: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1987516.
    Und der heutige Tag hält noch weitere positive Meldungen bereit. Heute erfolgte der erste Spatenstich für den Umbau des Chemnitzer Hauptbahnhofs. Mit Investitionen von 150 Mio. Euro werden nicht nur Gleise, Weichen und Brücken erneuert und ein neues Stellwerk errichtet, sondern vor allem die Verbindung zwischen Straßenbahn und Regionalverkehr wird wesentlich verbessert (Chemnitzer Modell). Da ich aber nicht gleich zu optimistisch werden will, empfehle ich noch folgenden lesenswerten Artikel zum Abriß des Hotels Carola auf dem Bahnhofsvorplatz: http://www.cfc-fanpage.de/arch…_detail.php?nid=2575&cp=0

    dj tinitus:

    zum artikel in der sz:
    je länger altbauten leer stehen, desto mehr verfällt deren bausubstanz. umso grösser wird der aufwand, sie zu sanieren. wenn diese sanierungskosten nicht mehr mit den zu erwartenden mieteinnahmen reingeholt werden können, wird auch nicht saniert. wem soll man denn daraus einen vorwurf machen?


    Erstmal keinem, irgendwann ist wirklich jedes unbewohnte Haus abrißreif. Raum für Vorwürfe sehe ich aber bei denjenigen, die Mittel und Wege hätten, durch Nachfragesteuerung den Weg in diese Situation zu verhindern. Also der Politik, soweit bin ich mir mit LEgende einig. Denn bei allen wirtschaftlichen Zwängen sollte es doch möglich sein, das oft propagierte "Schrumpfen der Städte von außen nach innen" auch durch eine dementsprechende Ausgestaltung der Fördermittel und Sanierungsmaßnahmen im oftmals stadteigenen Wohnungsbestand zu untermauern. Wenn klargemacht würde, daß man in die Plattenbaugebiete, für die es ohnehin keine wirkliche Nachfrage von Zuzüglern mehr gibt, eben nicht mehr investiert, sondern stattdessen mit aller Macht die urbanen Viertel fördern will, dann würde das genau jene Sanierungsanstrengungen auslösen, die ich zumindest in Leipzig zu beobachten glaube.
    Und wenn Du ehrlich bist, läßt Dich der Abriß von 3300 denkmalgeschützten Bauten auch nicht kalt, sonst würdest Du kaum hier schreiben, oder?

    Da hier bereits das Spannungsfeld zwischen Plattenbausanierung und dem Abriß denkmalgeschützter Häuser thematisiert wurde, paßt auch der Artikel, den die SZ heute unter der Überschrift "Abrissbagger nehmen Kurs auf Baudenkmäler" auf ihre Internetseite gesetzt hat, meiner Meinung nach hierher: http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=1984089.
    Bis 2007 wurden in Sachsen sage und schreibe 3300 denkmalgeschützte Bauten abgerissen, wie jetzt eine Anfrage des grünen Landtagsabgeordneten Karl-Heinz Gerstenberg aufdeckte. Das sind Zahlenwerte, die mich wütend machen und ehrlich gesagt auch ein bißchen an unserem demokratischen System zweifeln lassen - ganz einfach weil ich mich als einer der leider nur wenigen architektonisch interessierten Bürger völlig hilflos dieser Abrißorgie gegenübersehe. In jeder betroffenen Stadt gibt es nur eine Handvoll Bürger, die erkennen, was uns allen hier genommen wird. Diese wenigen sind unorganisiert und stehen einer gleichgültigen Öffentlichkeit und mächtigen Interessen gegenüber. Wenigstens die Grünen scheinen sich des Themas anzunehmen, auch in Chemnitz hatten sie einen Stand bei der Ausstellung "Die Stadt als Beute" aufgebaut. Dennoch werden wohl noch viele Bauten verlorengehen, die mit einer konsequenten Politik wiederbelebt werden könnten.

    Ich hatte den Hauptsinn der Wächerhäuser so verstanden, daß vor allem Zeit gewonnen werden soll - eben weil bei finanzschwachen Eigentümern entweder kein Markt für einen Verkauf des Objektes besteht oder finanzkräftigere Eigentümer aktuell keine Nachfrage nach den sanierten Wohnungen erkennen. Der Eigentümer im Videobeitrag spricht ebenfalls von einer "Zwischennutzung, bis bessere Zeiten kommen".
    Da das Konzept der Wächterhäuser in Leipzig schon längere Zeit zu existieren scheint, hatte ich eben gedacht, daß eines der so geretteten Objekte auch einem Investor ins Auge gefallen wäre. Wenn letztendlich keines der Wächterhäuser einer Sanierung zugeführt worden wäre - denn nur das kann im Endergebnis Sinn und Zweck der Sache sein - müßte man das ganze Konzept rundweg für gescheitert erklären...

    Nach längeren Bestrebungen, die Leipziger Idee der Wächterhäuser auch in Chemnitz zu etablieren, gibt es jetzt offensichtlich ein erstes konkretes Objekt. Einen Videobeitrag dazu findet man beim sachsen-fernsehen: http://www.sachsen-fernsehen.d…x?ID=1095&showNews=295689 Die Zietenstraße ist auf dem Sonnenberg. Es handelt sich dabei um die Hauptverkehrsstraße des Gebietes, wirklich dramatisch finde ich persönlich den Straßenverkehr dort aber nicht.


    Wie waren denn generell in Leipzig die Erfahrungen mit den Wächterhäusern? Sind diese Objekte auch von der Sanierungswelle erfaßt worden?

    Die Frage der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung ist tatsächlich der Kernpunkt für alle zukünftigen Planungen der Stadtentwicklung. Den Eindruck einer weiter stark schrumpfenden Bevölkerung und nennenswerter Fortzüge gerade junger Menschen, den einige hier offensichtlich gewonnen haben, kann ich aber glücklicherweise widerlegen. Aktuell ist die Bevölkerungszahl nur minimal rückläufig, wofür der Sterbefallüberschuß verantwortlich ist. Chemnitz zieht wie auch Dresden und Leipzig Einwohner aus den ländlichen Regionen Sachsens an. Zudem steigen die Geburtenzahlen (aktuell werden die Geburtenzahlen des Vorjahres etwa einen Monat vor dem Zeitpunkt des letzten Jahres erreicht). Was dabei zu wenig betrachtet wird, ist, daß mit den nach Westdeutschland abgewanderten Personen ein immenses Potential weiterer Zuzüge existiert.
    Die Kernpunkte einer Pressemitteilung der Stadt Chemnitz vom 25.07.2007 zusammengefaßt (http://www.chemnitz.eu/de/face…oher=1&jahr=2007&monat=07):


    -Bevölkerungsprognose für die Stadt Chemnitz im Jahr 2020: Zwischen 225.800 und 232.600 Personen (aktuell 244.553)
    -Einwohnerverlust im Jahre 2005 war zu 70 Prozent durch die natürliche Bevölkerungsbewegung und nur noch 30 Prozent durch Wanderungen über die Stadtgrenze bestimmt. Der Bevölkerungsverlust 2006 in Chemnitz von 987 Personen resultierte sogar ausschließlich aus der natürlichen Bevölkerungsbewegung (3.053 Sterbefälle, 1.851 Geburten), während die räumliche Bevölkerungsbewegung (7.879 Zuzüge, 7.623 Fortzüge) der Stadt einen Bevölkerungszuwachs in Höhe von 256 Einwohnern brachte.


    Was ich leider nicht wirklich mit Statistiken belegen kann, sind die Auswirkungen auf die Stadtentwicklung. Aus persönlichen Gesprächen habe ich aber den Eindruck gewonnen, daß Zuzüge in die Plattenbauviertel nicht stattfinden, stattdessen fast eine "Flucht" Richtung Kaßberg stattfindet. Hochwertig sanierter Wohnraum wäre hingegen stark nachgefragt und entsprechend knapp. Wie gesagt, statistisch belegen kann ich diese Eindrücke nicht.