Beiträge von jan85

    necrokatz und Hobbyist:


    Nur mal kurz zum bedenken: Bedeutungen und Assoziationen werden immer wieder neu ausgehandelt und dabei kann der einstige Symbolcharakter radikal überschrieben bzw. uminterpretiert werden. Einige Beispiele:
    - Das Brandenburger Tor steht heute entgegen seiner historischen Bedeutung primär für die Einheit Deutschlands.
    -Die Gedächtniskirche (insbesondere aber der permanent "zerstörte" Turm) erinnert mE eher an das Vernichtungspotential von Kriegen, insbesondere des zweiten Weltkrieges, als an den Kaiser zu dessen Gedenken sie errichtet wurde. Als Kind habe ich sogar lange gedacht, sie hieße erst seit dem Bombeneinschlag und der anschließenden, bewusst fragmenthaft gestalteten, Erhaltung Gedächtniskirche und sei davor halt irgendeine Kriche unter dutzenden gewesen.
    -Auch die Siegessäule oder der Reichstag werden heute mE weniger mit früheren Systemen oder Kriegen verbunden, als dass sie für einen modernen Staat stehen, der sich seiner eigenen Historie und Historizität bewusst ist.
    -Ich persönlich sehe auch ehemalige Prestigeprojekte der DDR wie Prachtstraßen, Plattenbauvierteln oder z.B. dem Tierpark Berlin pragmatisch weniger als Symbole für das DDR-System, sondern eher als (solange in gutem Zustand und bei entsprechender Funktionalität) durchaus brauchbare und bereichernde Elemente des modernen Berlin mit seiner bewegten Historie.


    In dem konkreten Konfliktfall "Palast d. Republik vs. Humboldtforum" finde ich hingegen, dass man eindeutig die richtige Entscheidung getroffen hat, denn allein für das Stadtbild ist die Fassade/ Kubatur des Stadtschlosses praktisch alternativlos und ich wünsche mir auch weiter die Bauakademie. Leider hat die DDR durch ihre radikale Vorgehensweise eine gewisse Politisierung (Sozialismus vs. Kaiserreich) nahegelegt, die auch das neue Projekt betrifft und womöglich tatsächlich Ostalgiker (ein bewusster Euphemismus, um mal etwas von den ewigen Unterstellungen und der Polemik weg zu kommen) vom Spenden abhalten dürfte. Andersherum mag es einige ebenso nostalgische Kaiserreichsanhänger geben, die jetzt mangels privater Bestätigung hier einen privaten Sieg feiern. Sie werden wohl eher zu den Spendern zählen und sich hoffentlich nicht von den modernen Elementen/ Funktionen abschrecken lassen. Diese Bedeutungsebenen können aber mit der Zeit auch hier durch die neu zu stiftende Bedeutung überlagert werden.


    Für mich steht das neu zu errichtende Humboldtforum primär weder für eine Rückbesinnung auf die Kaiserzeit noch für eine späte Korrektur der DDR-Sünden. Stattdessen sehe ich hierin ein modernes Deutschland bzw. Berlin, das beide Systeme erlebt hat und sich bis heute natürlich auch aber nicht allein aus dieser Vergangenheit erklärt. Alleine der Name und die Funktion sowie die festgelegten architektonischen Anpassungen legen eine andere Deutungsweise nahe und ich hoffe, dass es künftig auch mehrheitlich so gewertet wird und die durch Necrokatz nahegelegte Interpretation überschreiben wird.

    Spenden reichen bisher nicht aus

    Bisher sind erst gut ein Viertel der 80 Mio (etwa 22 Mio) zusammen. Man geht zwar davon aus, dass (gewissermaßen proportional) mit den wachsenden Strukturen auch die Spendenbereitschaft steigen wird, aber zunächst muss der Bund offenbar Sicherheiten gewähren. Der Witz ist mE nur: Wieso sollten die Leute noch spenden, wenn doch so bereits klar ist dass alles was geplant war ohnehin auch kommen wird - im Zweifel eben auf Bundeskosten statt mit eigenen Spenden :confused:


    So wundert es mich auch rein gar nicht, dass inzwischen eher zweckgebundene Spenden für nachträgliche Sonderwünsche eingehen. Genannt werden hier u.a. die vollständige Rekonstruktion der Kuppel, der Wiederaufbau der Innenportale samt ihrer Durchgänge sowie die Rekonstruktion des historischen Eckrondells. Der Artikel gibt dem Bund aber auch eine Mitschuld an der Lage, weil eine Zeit lang zu stark gezögert wurde und so Spendern ein völlig falsches Signal gesandt worden sei (der Bau an sich schien bekanntlich keineswegs mehr sicher, warum also spenden?). Jetzt aber sendet man mE wie gesagt das gegenteilige Signal (der Bau inkl. der hist. Aussenfassaden ist sicher, warum also spenden - außer eben für Sonderwünsche?). Die gewährte Sicherheit ist scheinbar eine Notwendigkeit und sicher nicht als Entlastung der Stiftung geplant gewesen und wird auch nicht so kommuniziert werden (auch der Artikel spricht das nicht an), aber letztlich kommt es womöglich dazu. Wie war das eigentlich bei der Dresdner Frauenkirche? Waren die Spenden da obligatorisch oder wäre auch dort notfalls der Staat eingesprungen?


    Quelle: http://www.berliner-zeitung.de…de,10809148,20592100.html

    Dabei muss man aber auch bedenken, dass die Bevölkerung gestiegen ist und auch immer mehr Besucher in die Stadt kommen. Also wird das gesamte Verkehrsaufkommen logischer Weise tendenziell eher steigen. Wenn schon, müssten also eher die zurückgelegten km für die verschiedenen Verkehrsmittel verglichen werden...


    Ich habe leider ebenfalls keine Statistiken zur Hand, bin mir aber absolut sicher, dass tatsächlich die Quote (Anteil) der Fahrradkilometer zuletzt stetig gestiegen ist.


    Davon abgesehen meine ich aber auch, dass aus pragmatischen Gründen alle Verkehrsmittel gefördert werden müssen und finde dieses gegenseitige Ausspielen daher wenig zielführend. Infrastruktur ist wie Forschung und Bildung eine absolute Grundlage für Wirtschaftswachstum - das ist kein bloßes Totschlagargument. Und es ist sicher kein Verbrechen, auch im 21. Jahrhundert weiter den Autoverkehr effizienter zu gestalten und Lücken zu schließen. Der ÖPNV ist übrigens auch Milliarden-"Luxus" und trotzdem finde ich nicht, dass man stattdessen jedem Bürger ein paar Laufschuhe oder ein neues Fahrrad schenken sollte, zumal man ja dann all die häßlichen Gleise, Straßen, Brücken, Tunnel, Bahnhöfe etc. endlich bebauen und bepflanzen könnte ;)

    Urbanist: Ich finde es grundsätzlich auch nicht erstrebenswert, wenn Hochhäuser ganze Stadtviertel bilden. Das wird in Berlin aber vermutlich nie passieren und kleine Cluster mit abwechslungsreichen Fassaden wie sie bisher existieren bzw. geplant sind finde ich allemal reizvoll. Auf der anderen Seite finde ich nämlich auch diverse, weit verteilte Solitäre wenig attraktiv.


    Im Falle von dem hier besprochenen Projekt wäre es hingegen gerade mal eine S-Bahn-Station (3min?) Distanz zu den nächsten Hochhäusern, insbesondere dem schon jetzt im Stadtbild dominanten Allianzturm, den man schon von großer Entfernung wahrnimmt, und den ggf. bald zu errichtenden schlanken Wohn- und Hoteltürmen ( necrokatz: Wenn Frankfurt a.M. tatsächlich soo klein ist, muss ich auch bei "Mainhattan" die Gültigkeit des Vergleichs in Frage stellen). Sowohl bei einer Fahrt auf dem S-Bahn-Ring als auch bei einer auf der Spree würde also ein gewisser optischer Bezug entstehen. Dass es sich nicht um ein unmittelbares Cluster handeln wird, ist mir hingegen klar, das wird eher im näheren Umfeld des Allianz-Towers sowie um die O²-Arena entstehen und dann eben einen gewissen Bezugspunkt für den womöglich zu errichtenden Estrel-Tower bilden. Trotzdem stünde dieser so halt nicht völlig verloren mitten im Traufhöhenmeer Berlin ;)


    Übrigens glaube auch ich, dass ein entsprechender Bedarf auch bei solch einer hohen zusätzlichen Kapazität vorhanden sein kann, wenn denn das Angebot stimmt. Die Anbindung an die Innenstadt ist sehr gut. Man sitzt wie bereits ausgeführt direkt am S-Bahn-Ring und der künftigen A100. Ein hoteleigener Anleger für Spreetouren etc. existiert ebenfalls und sogar ein eigener Gleisanschluss für "Charterzüge" (lt. Website). Auch die große Grünfläche des Treptower Parks ist wirklich schnell zu erreichen und selbst das Tempelhofer Feld oder der Tierpark sind nicht gerade weit. Hinzu kommen die eigenen Kulturangebote und die des nahen Osthafen (O² und Co). Bei einem zusätzlich zu erwartenden Panorama über die Stadt und einem vermutlich in Orientierung an dem Bestand nicht allzu maßlosen Preisniveau wird es sicher genug Kundschaft generieren. Vermutlich wird aber rein architektonisch eher kein Meilenstein zu erwarten sein.


    Fazit: Wenn es denn kommt, dann kann darin ein weiteres Indiz für eine Aufwertung Berlin-Südost gesehen werden. In relativen Maßstäben wäre es womöglich ein ebensolcher Paukenschlag wie das Zoofenster oder "Upper West" für die Zoogegend. Hoffentlich ist der nötige Atem vorhanden und es handelt sich nicht wieder um ein Berliner Luftschloss. Aber Streletzki gilt als ein Macher, der es in der "Brache" sicher noch einmal schaffen könnte, alle relevanten Entscheider zu begeistern. Hab noch einen Link zu dem Mann (wieder-)gefunden. Wen es interessiert: http://berlinbeweger.de/verzeichnis/ekkehard-streletzki


    Artec: Eine Mischnutzung könnte ich mir grundsätzlich schon vorstellen. Aber ob Appartments bei der Gegend das nötige Preisniveau erreichen würden, vermag ich nicht zu beurteilen. Auch bei den Zimmerpreisen wird man sicher etwas über den Bestandbau hinausgehen müssen, der für ein 4 Sterne-Haus mW ziemlich günstig ist und dennoch ökonomisch sehr erfolgreich betrieben wird.


    Regent und Kleist: Volle Zustimmung.

    Zum Erfolg verdammt

    176m das wäre tatsächlich ein Statement! Bis es aber konkret wird, kann man erst einmal wieder nur spekulieren - was wir hier ja auch alle so gerne tun ;)


    Fall1: Gesetzt der Fall, das Projekt würde 1:1 durchgewunken und tatsächlich auch erfolgreich realisiert und betrieben. Dann gäbe es in der Tat in einem primären Industrie- und Gewerbegebiet mit ebenfalls eher vernachlässigtem bis schmuddeligem Wohnraum und entsprechendem Einzelhandel plötzlich neben dem bisherigen Flagschiff Estrel auch einen echten Wolkenkratzer der knapp auf die Hälfte des Fernsehturms käme und alle anderen Zentren inkl. Potsdamer Platz, Zoo und (künftig Alex?) noch einmal überbieten würde (rein von der Höhe). Um sich zu rechnen, müsste eine gewisse Auslastung der zusätzlichen Kapazität erreicht werden. Vorausgesetzt auch dies ist der Fall und es wäre auch ein ökonomischer Erfolg, dann würde sicher alleine durch die wachsende Zahl der Touristen auch dieses Umfeld langsam aufgewertet, so wie es mit einzelnen Läden (UK-Laden, Bio-Discounter etc.) schon aufgrund des Nordneukölln-Hype in Ansätzen schon jetzt passiert. Kurz: Der neue Flughafen spült die Gäste rein, einige bleiben gleich hier hängen und bringen alleine durch ihre Masse zusätzliche Kaufkraft in die Gegend. Neukölln erlebt also eine gewisse Blüte, was mich sehr freuen würde. Wenn dann noch tolle Architektur hinzukäme...


    Fall 2: Das ganze wird eingedampft und kommt dann zum Beispiel etwa halb so groß. Immer noch toll für die Gegend und sicher verbunden mit einem abgeschwächten Aufwertungstrend vom Fall 1.


    Fall 3: Es kommt weiterhin gar nichts, oder nur das Convention Center. Das wäre schade, aber entspräche letztlich nur dem Status Quo.


    Fall 4: Das ganze kommt komplett oder nahezu komplett durch, aber rechnet sich nicht. Das wäre vermutlich die größtmögliche Katastrophe auch für das bisherige Erfolgsmodell Estrel. Der Turm stünde also als negatives Symbol, es sei denn er kann dann stattdessen auch Büros oder sogar Wohnungen aufnehmen, was aufgrund der Strukturen und Grundrisse sicher nicht so einfach wäre. Für den bisherigen Bau des Estrel würde hingegen bei einer Pleite sicher ein neuer Betreiber gefunden...

    Der neue Entwurf gefällt mir eigentlich recht gut. Rein auf dem Papier/ dem Screen kann ich aber nicht bewerten welcher wirklich der bessere ist. Das Weiß gefällt mir ehrlich gesagt nicht so gut, ich könnte mir eher silbern blitzendes Metall (e.g. Alu) vorstellen, aber vielleicht wirkt es real ja anders. Davon abgesehen würde ich das Zoofenster nicht gleich als altbacken bezeichnen nur weil jetzt ein moderneres Design daneben verwirklicht wird. Wie am Potsdamer Platz begegnen sich so futuristische und klassische Designsprache was ich an sich sehr vielversprechend finde.


    necrokatz: Ich habe in einem rein hypothetischen Zusammenhang (nämlich dem von Utopia vs. Dytopia) argumentiert und würde nie ernsthaft einen wie auch immer gearteten Vergleich zwischen der Skyline Berlins und der Manhattans ziehen wollen. Ich finde Hochhäuser/ Wolkenkratzer nicht verkehrt für das Stadtbild aber wie gesagt lieber einige nette Cluster als ein ganzes Stadtviertel. Den Begriff "Berlinhattan" wurde damals (mW von Journalisten) für den Potsdamer Platz geprägt, was im Bezug auf Berlin und seine eigene Maßstäblichkeit verständlich sein mag aber doch irgendwo albern - da passt Mainhattan für Frankfurt am Main sowohl sprachästhetisch als auch von der Substanz des Vergleichs her tausend mal besser ;) Wo wir gerade bei der Sprachästhetik sind: Der neue Name gefällt mir im Gegensatz zu dem Entwurf überhaupt nicht. Ich weiß zwar nicht wofür vorher "Atlas" stand, aber es war wenigstens nicht so beliebig und peinlich.

    @alexsb 73:
    Ich stimme voll zu. Architektur ist natürlich immer auch ein Stück weit mit den Ansprüchen der Ästhetik verbunden (insbesondere in diesem Forum geht es scheinbar sogar vordergründig darum). Aber sie darauf zu reduzieren halte ich für fatal - zumal Ästhetik trotz einer offensichtlich vorhandenen groben Schnittmenge immer subjektiv bleibt. Des einem Utopia stellt des anderen Dystopia dar.


    Ich persönlich wünsche mir ein mit Augenmaß an einigen Stellen weiter verdichtetes Berlin aber kein Berlinhattan. Hier wie am Alex und einigen ausgewählten Stellen würde ich mich sicher nicht über Hochhauscluster beschweren. Ich habe bereits öfters zum Ausdruck gebracht, wie sehr ich mir an dieser Stelle eine exakte Umsetzung des alten Entwurfes wünschen würde (ästhetisch gilt dies weiterhin unter Vorbehalt eines womöglich ebenso überzeugenden neuen Entwurfes). Trotzdem finde ich strenge ökologische Rahmenbedingungen richtig - so sie denn komplett durchdacht sind. Necrokatz ist trotz einiger korrekter Aspekte (wie in letzter Zeit immer öfter) aber leider äußerst populistisch unterwegs und verfälscht bzw. verkürzt mE die Problematik auf eine unpassende und unproduktive Art und Weise. Natürlich ist auch die Materialherkunft und die Fertigung selbst seit langer Zeit ein Aspekt des Ökokonzeptes, zumal der Einsatz begrenzter und stark nachgefragter Ressourcen ebenso wie ein hoher Energieaufwand immer auch Kosten verursachen. Das lässt sich in der Architektur wie der (Auto)Industrie seit Jahrzehnten beobachten. Den Effekt des Menschen auf die Umwelt so zu banalisieren, ist zudem einfach nur kurzsichtig.


    Mein Fazit: Abwarten was der neue Entwurf optisch hergibt. Bevor jetzt hier zudem die Zukunft in düsteren Farben (bzw. Oberflächen und Formen) ausgemalt wird, sollte man bedenken dass der Mensch sich auch wandelnden Anforderungen anpassen kann und die Ästhetik nicht zwangsläufig leiden muss. Auch hier kann er von der Natur lernen wie es viele Architekten und Ingenieure ja auch schon lange tun. Ich hoffe jedenfalls auf überzeugende Konzepte von zukünftigen Hichhäusern auch für Berlin. Gerade Hochhäuser könnten gerade unter dem Aspekt der geringeren Flächenversiegelung auch wieder Vorreiter in Sachen Umweltbilanz werden. Etwa beim Bahntower am Potsdamer Platz freue ich mich hingegen an der Optik, aber denke doch immer wieder mal an die schlechte Energiebilanz des nach außen hin so futuristisch anmutenden Gebäudes. Das ist einfach schade und für mich ein Missverhältnis von Außendarstellung und inneren Mängeln.


    Edit: Echter Berliner: Nein das ist parallel gelaufen ;) Aber mir gefällt der neue Entwurf auch nicht schlecht.

    Wunderknabe: Ich weiß schon, dass es große Unterschiede bei Materialstärke und Ausführung sowie den Materialeigenschaften gibt aber optisch ist es praktisch das selbe, deswegen sage ich fast immer Backsteinbau auch wenn Gebäude mit Klinkerfassade oder Backsteinoptik vielleicht passender wäre... Hab es aber korrigiert, damit es keinen mehr irritiert.


    Kleist: Ich finde überhaupt nicht, dass das in dieser ästhetischen Qualität Berlin noch Stangenware ist. Austauschbar ist eher das HGHI, das ich aber sonst auch ok finde. Deine Vorstellung hingegen klingt für mich erst einmal abstoßend und unpassend für diese Gegend. Aber die Geschmäcker sind halt sehr verschieden und vielleicht kann ich mir auch einfach nicht vorstellen, was genau Dir vorschwebt.

    Und habt ihr alls schon brav Eure Protestmails geschrieben? ;) Kleiner Spaß am Rande, aber dieser Klotz ist wirklich sehr unerfreulich, denn außer den groben Baumaßen zeugt da nichts von einem Dialog mit der Umgebung. Zudem habe ich solche "hohe architektonische Qualität" während meines Schulpraktikums gleich bei meinen ersten Versuchen mit AutoCad auch in etwa erreicht. Hätte wohl doch Architekt werden sollen, wenn es so einfach ist... Frau Lüscher ist ohnehin eine Sache für sich. Falls das wirklich ihr Geschmack ist, wird es sicher weiter enttäuschende Entscheidungen von ihr gebem :nono: Sie ist in meinen Augen leider eine Fehlbesetzung in diesem einflussreichen Posten.

    Ironie des Augenblicks

    Backstein: Irgendwie schon fast ironisch, dass ausgerechnet Du uns diese Bilder postest wo schöne alte Backsteinfassaden so brutal zertrümmert werden (ich kann dabei nicht beurteilen inwiefern sie noch funktional integriert hätten werden können). Eine zusätzliche Ironie zeigt diese Momentaufnahme, indem dafür nun auch aus dieser Perspektive im Hintergrund (obgleich nur vorübergehend) der hohe Klinkerturm vom Potsdamer Platz durchscheint. Der Kolhoff-Tower gehört mE immerhin zu den sehr gelungenen neuen Gebäuden in Backsteinoptik in der Stadt.


    Das war jetzt alles ein wenig off topic, aber irgendwas muss man ja zu diesen dynamischen Entwicklungen in der Gegend sagen ;)

    Das Dilemma des Stadtplaners (Sorry z.T. etwas OT)

    Ich habe die bisherige Diskussion mit großem Interesse verfolgt. Ich finde es nämlich sehr bedenkenswert, dass inzwischen einige hier im Forum nicht mehr mit der rein ästhetischen Funktion von Gebäuden (bzw. deren sichtbaren Fassaden) argumentieren und dass eine "Aufwertung", insbesondere aber nicht nur in Bezug auf Wohngebäude (vgl. Mediaspree), inzwischen von ebenso vielen kritisch hinterfragt wird. Gegner des Projekts würden Aufwertung demnach eher als Euphemismus für Verdrängungsmechanismen, i.e. eine Entmischung der sozialen Gruppen verstehen. Zumindest sind dies zwei Seiten der gleichen Medaillie. Ich will das für hier nur feststellen, nicht bewerten, denn letztlich spüre ich nach wie vor beide Tendenzen in mir und befinde mich sozusagen noch in einem Abwägungs- und Meinungsbildungsprozess. Ich will nicht einfach nur mit dem Strom des vermeintlich politisch Korrekten schwimmen, aber ich will mich auch nicht den sozialen Argumenten der Kritiker verschließen, die sich mE keineswegs völlig von der Hand weisen lassen.


    Als Jugendlicher und junger Erwachsener fand ich die besagten Blöcke übrigens immer überaus hässlich und konnte die hier inzwischen herausgestellte bauliche Qualität wie auch das eher junge Baudatum nicht erkennen. Von hochwertig ausgeführtem DDR-Luxus wäre ich da keinesfalls ausgegangen, eher vom Gegenteil und es passte irgendwie gefühlt einfach nicht dorthin. Ich hätte folglich rein gar nichts gegen einen Abriss gehabt. Und wenn ich die hier präsentierten sehr gediegenen und hochwertigen Entwürfe sehe, habe ich auch jetzt ein gewisses inneres Streben dannach, dass die immer als ästhetischer Schandfleck wahrgenommene "Wunde" in der schönen Stadtlandschaft endlich durch etwas Angemesseneres ersetzt wird. Gleichzeitig muss ich offen zugeben, dass ich selbst aus praktischen Erwägungen heraus mit meiner Familie gerade erst eine sehr gemütliche aber etwas schlecht geschnittene und kaum sanierte kleine Wohnung in einem äußerlich sehr hübsch sanierten Altbau als Teil eines stilvollen Ensemble in der Innenstadt (dazu noch mit günstiger Miete) für eine frisch sanierte Whg in einem sonst weitgehend unsanierten und eher hässlichen (West-)Plattenhausbau der Sechziger eingetauscht habe (Kategorie praktisch und preiswert). Von der Fassade her eine krasse Zurückentwicklung, die mich/ uns zuerst schmerzte. Von der Wohnqualität her hat es hingegen keiner von uns auch nur kurz bereut. Ich will das nicht zu weit ausführen (könnte einen ganzen Aufsatz darüber schreiben ;) ), aber es zeigt wie Bato es schon andeutete eine innere Widersprüchlichkeit: Wie würde man sich selbst als Mieter eines solchen Blocks fühlen, der eine tolle Lage und Wohnqualität zum attraktiven Preis hat. Sicher würde man für den Status quo kämpfen und das ist völlig legitim, mE vermutlich sogar legitimer als alleinig die eigenen ästhetischen Bedürfnisse als Flaneur o.Ä. Und wer sagt, dass bezahlbarer Wohnraum auch in solch attraktiver Zentrumsnähe nicht eine mindestens ebenso hohe Priorität haben sollte wie die Interessen der Investoren die sogar noch subventioniert würden und letztlich zahlen wohlhabende Mieter nicht immer auch höhere Steuern etc. (ok, das ist jetzt langsam doch eine gewisse Wertung). Nachdenklich hat mich auch gemacht, dass ausgerechnet der Chef von visitBerlin letzt jemanden zitiert hat, wonach der Tourismus etwas genau kaputt macht, indem er es findet (auch wenn nach seiner Ansicht langsam mögliche Lösungen gefunden würden). Und es stimmt mE: Alles kann kippen, wenn es ins Extrem getrieben wird.


    Das mag gerade in Bezug auf Berlin mit seinen vielen Brachen und häßlichen "Bausünden" reaktionär und spießig klingen (ich selbst habe in Bezug auf die Mediaspree-Gegner schon so argumentiert). Aber ehrlich ich war in Paris - da kommt es, dass unhaltbare Extrembeispiel aber es geht mir rein um die Tendenz ;) - und fand es hübsch und ansehnlich aber kein Stück wohnens- oder lebenswert: Nicht grün genug, nicht vielfältig genug, zu monoton und eng, geradezu erdrückend (ich war fasziniert und geschockt zugleich)... Da darf mE lieber mal ein biederer Genossenschaftsbau in Zentrumsnähe errichtet werden oder eben eine Platte etwas länger bleiben, vielleicht sogar noch einmal modernisiert werden, dann darf ruhig einmal für Parks oder einen Uferstreifen demonstriert werden und so in der Summe das ein oder andere ästhetisch anspruchsvollere Bauprojekt auf der Strecke bleiben. Die Aufwertung wird doch kommen - nur Geduld haben - und Berlin wird sich hoffentlich auch weiterhin wirtschaftlich dynamisch entwickeln. Dazu muss man nicht jedem Investor gleich den roten Teppich ausrollen. Es wird doch aktuell sogar eher ein Überangebot an hochwertigem Wohnraum geschaffen während, nicht flächendeckend aber doch an vielen Stellen, stark nachgefragter bezahlbarer Wohnraum im Zentrum und Großzentrum (S-Bahn-Ring) der Stadt verschwindet.


    Da ist man als Stadtplaner doch fast in der Pflicht antizyklisch zu handeln. Zumindest aber sollte all dies immer ein Teilaspekt sein, der für jedes konkrete Projekt geprüft werden sollte - so denn überhaupt politischer Handlungsspielraum besteht. Ich will sicher keinen Stillstand und keine Überregulierung (und ich freue mich auch weiterhin über ästhetisch anspruchsvolle und hochwertige Projekte), aber in diesem konkreten Fall hier würde ich die Pläne doch eher noch ein paar Jahrzehnte in die Schublade verbannen und stattdessen den Bestand etwas pflegen/ optisch auffrischen. Sorry, mir ist selber bewusst dass ich in vielen Worten wenig Neues gesagt habe, aber ich wollte nur meine Sichtweise hinzufügen - zumal ich irgendwie eine Polarisierung in solchen Fragen befürchte...


    P.S.: Vielleicht sollte man langsam einen projektübergreifenden Thread zum Thema eröffnen (hab bisher keinenwahrgenommen/ gefunden, nur Verstreutes in allgemeinen Threads e.g. Berliner Immobilienwirtschaft, Architektur kontrovers diskutiert etc. und in solchen zu einzelnen Projekten).

    Hier bin ich völlig d'accord mit dem echten Berliner. Ich kann mir die Gedächtniskirche gar nicht mehr anders vorstellen und finde auch, dass sie gerade so mit dem fragmenthaften Charakter, insbesondere dem ruinenhaften Turm eine Gedächtniskirche auch im modernen Sinne ist. So erinnert sie mehr an die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs als an vergangene Kaiser. Beides gehört natürlich zum Erbe der Stadt und des Landes und ich will es nicht zu einseitig gewichten, aber Letzteres ist natürlich für viele aktueller und greifbarer! Davon unabhängig finde ich es trotzdem gut, wenn anderswo auch wieder die älteren Zeugnisse der Stadtgeschichte hergestellt werden, aber bitte nicht an der Gedächtniskirche. Davon abgesehen wird das wohl ohnehin nicht passieren und es ist mal wieder eine rein theoretische Debatte.


    Um zum Thema zurückzukehren: Ich finde auch, dass sich das Zoofenster toll eingefügt hat und hoffe, dass es zusammen mit dem Atlas-Tower und dem Bikini ein noch besseres Ensemble wird. Swiss'ôtel und Concorde sowie das neue Kranzler gefallen mir auch und die liegen für mich in der gleichen Liga. Das ist für mich auch ein guter Gegenbeweis gegen ironson, der immerzu bedauert wie monoton und häßlich doch alles in Berlin sei... Zuletzt noch eine Frage an die Mods (also wohl Bato): Wie ist das eigentlich mit dem Zoo selbst? Im Leipzigforum hat der dortige Zoo z.B. einen eigenen Thread, lohnt das hier auch? Im Moment wird etwa gerade ein Vogelhaus für 12 Mio gebaut und einige Flächen werden umgestaltet. Auch Aquarium, Antilopenhaus und Flusspferdhaus u.a. sind mE architektonisch recht interessant. Da ich aber leider keine guten Bilder mache und auch im Hochladen wenig bewandert bin, wollte ich das nur mal so in den Raum stellen, ohne gleich selbst die Initiative ergreifen zu wollen...

    Dazu kann ich nur sagen, dass auch die Jugendarbeitslosigkeit deutlich gesunken ist und dass die vielen gut ausgebildeten Fachkräfte in Berlin (verbunden mit einem vergleichsweise niedrigem Lohnniveau) immer wieder als Argument für die Stadt als Wirtschaftsstandort genannt werden. Gleichzeitig habe ich aber auch mal gehört, dass gerade viele der von auswärts neu angesiedelte Jobs (e.g. Firmenansiedlungen) auch durch Zuzügler ausgeübt werden und es gibt ja auch viele Berliner mit schlechten Berufsqualifikationen. Kurz gesagt: Ich weiß es auch nicht wirklich, aber es sieht nach einer Mischung von beidem aus.

    Arbeitslosigkeit sinkt/ Hilfe für TU-EUREF-Campus

    Ich werde mich diesmal bei der Präsentation der Statitik zur Arbeitslosigkeit weitgehend auf die Berliner Zahlen beschränken und weise zuvor in aller Deutlichkeit darauf hin, dass Berlin trotz einer überdurchschnittlichen Entwicklung weiter Schlusslicht bleibt und das absolute Niveau trotz der positiven Dynamik immer noch erschreckend hoch ist (wenn auch schon deutlich besser als in vergangenen Jahren):


    Die Septemberzahlen sind erstaunlicherweise schon da und wie saisonal üblich sind diese besser als die des Vormonats: In Berlin ist die Arbeitslosenquote auf 11,8% gesunken (-0,4%, Vorjahr: -0,9%). Dahinter stehen 207.914 jobsuchende Menschen (-6882, Vorjahr: -12.558 ). Insgesamt sind in den letzten 12 Monaten sogar mehr als 40.000 Menschen zusätzlich mit einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung versorgt. Auch die Zahl offener Stellen ist leicht gestiegen. Gleichzeitig zeigt der Bundestrend, dass sich die Konjunkturdelle auch auf den Arbeitsmarkt niederschlägt. Inwiefern also für Berlin mit einer weiteren Erholung gerechnet werden darf, ist ungewiss. In Brandenburg sieht es übrigens sehr ähnlich aus (-0,3%).


    Quellen mit weiteren Vergleichsdaten:
    http://www.morgenpost.de/berli…-bleibt-Schlusslicht.html
    http://www.stadtmorgen.de/wirt…te-118-prozent/36003.html
    http://www.faz.net/aktuell/wir…den-schwung-11905661.html


    ____________________________


    Der EUREF-Campus der TU gehört zu den 10 Bewerbern (unter ca. 100), die eine Förderung für eine privat-öffentliche Bildungsinitiative erhalten. In den nächsten zwei Jahren gibt es 3,6 Mio Unterstützung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Eine Anschlussförderung ist noch möglich. Insgesamt werden in 12 Jahren ca. 200 Mio vergeben.



    Quelle: http://www.morgenpost.de/bezir…dert-TU-Campus-Euref.html

    Oranien: Tonality (Tonalität würde ich dazu eher nicht zu sagen) ist allerdings eher PR-Sprech ;)


    Davon abgesehen drehte sich die Diskussion mE eher darum, welches Konzept für den Standort tragfähiger und nachhaltiger ist. Keiner hat gefordert, betriebswritschaftliche Aspekte dabei völlig auszublenden und auch im traumtänzerischen Berlin gewinnen diese entgegen der Außenwahrnehmung immer größeres Gewicht. Aktuell gibt es eine breite Debatte (unter Berücksichtigung vieler Teilaspekte) in Bezug auf die verbliebenen Liegenschaften des Landes. Auch die sonstigen aktuellen Haushaltsdebatten des Landes und der Bezirke solltest Du mal verfolgen, bevor Du Dich mit den altbekannten Vorurteilen gegenüber dem Finanzsumpf Berlin brüstest.


    Du allein hast doch suggeriert es gäbe beim konkreten Grundstück nur die Wahl zwischen einem weiteren permanenten Alimentierungsprojekt und einem vermeintlich lukrativen Projekt was andere naturgemäß anders einschätzen. DaseBLN und andere trauen offenbar eher den erfahreneren Alternativos als dem branchenfremden aber dafür vermutlich betriebswirtschaftlich fundierteren Wirtschaftsleuten. Ich kann es nicht wirklich beurteilen, finde aber Deine Argumentation (bei der Du anderen die eigenen Argumente in den Mund legst) und Wortwahl etwas arrogant und unpassend. Nicht jeder muss gleich ein notorischer TAZ-Leser, Sprüher, linker Punk whatever sein, nur weil er NEBEN (nicht STATT) betriebswirtschaftlichen Aspekten auch andere für relevant erachtet. Ansonsten bräuchten wir gar keine Politik mehr, da die Märkte vieles ohnehin deutlich effizienter regeln.


    Allgemein wünsche ich mir für die Mediaspree weitere wirtschaftliche Impulse aber auch ein attraktives Kulturleben und einen netten Uferstreifen. Bisher sieht es aus, als wenn beides gelingen kann.

    Tangentialverbindung Ost kommt

    Das dürfte nicht nur Klarenbach freuen: Die Tangentialverbindung Ost ist beschlossene Sache und wird auf vier Spuren Adlershof und die großen östlichen Gewerbegebiete miteinander und mit dem BBI verbinden. Insgesamt sollten so die Bezirke Lichtenberg, Marzahn-Hellersdorf und Köpenick wirtschaftlich profitieren. Baurecht und Finanzierungssicherheit sollen in dieser Legislaturperiode sichergestellt werden.


    http://www.morgenpost.de/berli…eder-Tritt-zu-fassen.html


    Wenn nun noch der Weiterbau der Stadtautobahn beschlossen wird, werden sich weitere Bezirke über bessere wirtschaftliche Perspektiven freuen dürfen.

    Zukunft des ICC

    Der Abriss des ICC ist ohnehin (erst einmal) vom Tisch. Ich finde das eigentlich ganz gut, denn das ICC ist schon eine Art Markenzeichen des Messestandortes. Die Frage ist halt nur, wie es genutzt werden soll. Es muss neben der Messe ein weiterer Nachnutzer gefunden werden...


    Die Morgenpost haut in einem aktuellen Artikel alles mögliche vom EKZ, über Hotel und Casino bis Kunstzentrum oder Landesbibliothek auf den Tisch. Die Kunsthistorikerin Kerstin Wittmann-Englert plädiert aber eindringlich dagegen, das ICC aktuellen Moden zu opfern. Es solle langfristig wieder als Kongresszentrum genutzt werden, als welches es international große Beachtung und entsprechende Preise von internationalen Experten erhalten habe. Der Architekt Eike Becker stimmt zu und sieht als potentielle zusätzliche Nutzer des visionären Baus ein Hotel oder ein Innovationszentrum für die deutsche Wirtschaft.


    http://www.morgenpost.de/berli…r-ICC-werden-koennte.html (Google-Link nutzen)


    Auch in der Berliner Zeitung wird der Erhalt des ICC (innen wie außen) plädiert, da dieses eine große Individualität bei gleichzeitig hoher Ausführungs- und Langzeitqualität aufweise.


    http://www.berliner-zeitung.de…en,10809148,18592824.html

    ironson

    Also langsam haben wir ja begriffen, dass in Berlin alles dringend größer, spektakulärer und moderner werden muss. Schließlich muss man an die goldenen Zwanziger anknüpfen und wieder die Nummer eins in Europa werden usw. Und glaube mir, dass auch ich so eine Entwicklung sicher nicht bedaueren würde. Man muss aber auch ein bisschen realistisch sein. Berlin hat gewaltige Altlasten und einen immensen Schuldenberg (nicht zuletzt auch dank der letzten CDU-Regierung), da ist das bisherige wie das momentane Tempo durchaus erfreulich.


    Zum Thema: Tegel ist schon jetzt nicht mit Tempelhof vergleichbar. Tempelhof darf in meinen Augen gerne eine bürgernahe Attraktion bleiben und das Alliertenmuseum aufnehmen und darüber hinaus auch weiterhin einige flexible Freiräume behalten. Ein wenig Improvisation und grüne Wiese passt doch bestens zum Wesen Berlins (immerhin haben sich schon diverse interessante Nachnutzungen ergeben von Mode über Musik bis IT und auch ein Schaufenster für Berliner Technologien halte ich weiterhin für realistisch). Hier in Tegel hingegen gibt es seit Jahren aufwändige Studien und Planungen und nun mit dem hier vorgestellten Masterplan eine klare Marschrichtung. Auch eine Initialzündung gibt es mit mit der Beuth-Hochschule und entgegen aller Unkenrufe gibt es offensichtlich sogar bereits erste Interessenten. Die Richtung ist vorgegeben, die Bewegung ist angestoßen, das Tempo kann man sicher forcieren aber nicht gänzlich bestimmen. Es bleibt zu hoffen, dass es in den folgenden Jahren und Jahrzehnten viele erfolgreiche Investitionen geben wird.


    P.S.: Ein modernes Adlershof ist übrigens ein logischer Widerspruch. Aber auch dort hat die Erfolgsstory Jahrzehnte gedauert (inklusive der Anfänge in der DDR-Zeit). Beim Euref und ähnlichen Projekten sieht man, dass es immer sehr viel Energie und Ausdauer braucht und auch eine große Flexibilität.

    Hobbyist: Danke für diese Daten. Gekonnt bzw. absichtlich verschwiegen/ verschleiert habe ich persönlich aber gar nichts und finde auch nicht dass der zitierte Artikel es übermäßig tut. Nur will ich mich nicht bei jeder Meldung wiederholen und immer wieder solche Bezüge herstellen, da es auf die Dauer müßig wäre und die Situation allen in etwa bekannt sein sollte (vgl. meine früheren Beiträge zum Thema). "Deine" Daten sind aber doch sehr interessant. Das absolute Bruttoinlandsprodukt liegt damit bereits an 7. Stelle der Bundesländer und beim BIP pro Kopf liegt man immerhin an 8. Stelle und nicht soo weit unterm Bundesschnitt. Ich hatte es angesichts der hohen Arbeitslosigkeit noch deutlich(!) schlimmer befürchtet. So gesehen ist ein relativ stärkeres Wachstum nur ein Anzeichen für eine weitere Annäherung, wie sie seit Jahren mehr oder weniger beständig statt findet. Auch sind 1,8% Wachstum in Krisenzeiten mE völlig in Ordnung, ja sogar äußerst erfreulich. Ich freue mich hingegen nicht an der Abschwächung bei den anderen Bundesländern. Lieber wären mir überall dicke Wachstumskurven, zumal für mich der absolute Wohlstand in Berlin überhaupt mehr zählt als der relative im Vergleich zu anderen Ländern...

    Berliner Wirtschaft wächst weiter

    Laut Amt für Statistik Berlin-Brandenburg erzielte Berlin beim preisbereinigten Bruttoinlandsprodukt im ersten Halbjahr 2012 ein Wachstum von 1,8% - mehr als alle anderen Bundesländer, die im Schnitt um 1,1% zulegten. Brandenburg schaffte leider nur 0,3% und lag damit in etwa im Durchschnitt der anderen neuen Länder (0,4%, alte Länder 1,2%, je ohne Berlin). Insgesamt hat sich das Wachstum aber deutschlandweit abgeschwächt. Berlin profitiert dabei jedoch vom hohen Anteil des weniger anfälligen Dienstleistungssektors an der Gesamtwirtschaft. Aber auch beim Produzierenden Gewerbe lag Berlin deutlich über dem Schnitt, hier insbesondere durch einen deutlichen Zuwachs beim Baugewerbe.


    http://www.stadtmorgen.de/wirt…-wachstumskurs/35949.html