Beiträge von jan85

    Also ich finde das neue Design gar nicht so schlecht. Wenn ich es richtig verstehe, soll es sogar eine Hommage an den u.a. in Berlin geprägten Bauhausstil sein. Es ist mal was anderes. Aber es wird ja auch noch weiter andere Versionen auf den Straßen geben. Für die schöneren aber leider auch weniger effizienten historischen Modelle muss man ja eh meist ins Museum gehen.

    Sieht ganz so aus, als wenn beim BBI doch nicht alles im Zeitplan liegt. Bei der Bahnanbindung kommt es zu Verzögerungen:


    http://www.morgenpost.de/berli…m_BBI_kommt_zu_spaet.html


    Laut Morgenpost (Printausgabe) werden daher vermutlich anfangs etwa 75% der Reisenden das Auto bzw. Taxi nutzen. Unter 50% waren das offizielle Ziel. Es geht wohl unter anderem um mögliche rechtliche Einwände und daraus resultierende Unklarheiten. Wann sich diese Umstände ändern ist laut Brandenburgs Infrastrukturminister Reinhold Dellmann nicht klar. Zahlen zu nennen sei nicht seriös, da die Lage dazu nicht klar genug sei. Sehr positiv klingt das nicht gerade.


    Ich hoffe nur, dass der Flughafen selbst im geplanten Zeit- und Kostenrahmen bleibt.


    P.S.: Der verlinkte Artikel hat übrigens auch eine Fotostrecke zum BBI. Ist aber glaub ich nichts neues dabei.

    Ich hoffe, ich darf hier mal meinen Senf dazugeben. Die Architektur aus der Gründerzeit finde ich z.T. sehr ansprechend. Das gilt insbesondere für die Villen, aber auch für einige Wohnkomplexe und sogar Fabriken. So fahre ich regelmäßig - gezwungen aber trotzdem gerne - in Dahlem an einigen einzigartigen und kreativen Prachtbauten vorbei. Wenn ich aber überlege, was oft dahinter steckt, dann stimme ich AeG zu. Es fällt einem ja vielleicht auch etwas schwerer, sich an den Pyramiden in Ägypten (oder anderen antiken Prachtbauten) zu erfreuen, wenn man darüber nachdenkt, unter was für menschenunwürdigen Bedingungen sie wohl entstanden sind. Das ist vielleicht ein etwas extremes und entferntes Beispiel, aber die Tendenzen sind ähnliche.


    Das passt nicht in unsere Zeit. Natürlich gibt es auch heutzutage große Unterschiede zwischen Schein und Sein. Aber so einen radikales Missverhältnis zwischen Außendarstellung und Innenleben wie damals ließe sich heute wohl nicht mehr ohne Weiteres baulich verwirklichen. So gibt es Mindeststandards für Wohnbauten und Bauvorhaben generell und auch für Arbeitsverhältnisse. Natürlich kann das z.T. zu langweiliger(er) Architektur führen - ehrlicher ist es trotzdem. Das ist ja wohl auch einer der Gründe, warum so viel Stuck von den Fassaden geschlagen wurde. Ich bedaure letzteres trotzdem, auch wenn ich damit nicht ganz konsequent sein mag.


    Aber anders als gewisse (soziale) Rahmenbedingungen kann man aufregende bzw. ansprechende Architektur wohl nicht so leicht von außen vorschreiben. Letztlich ist vieles ohnehin subjektiv, wie AeG schon ausgeführt hat. Wer entscheidet denn, was maßvoll, was zu schlicht und was überladen wirkt? Mir persönlich gefallen jedenfalls auch viele der aktuelleren Bauwerke und Projekte. Ich finde aber auch, dass man attraktive Gründerzeit-Bauwerke wenn möglich erhalten und weiternutzen sollte, wie Chandler es ausführt und wie es ja oftmals auch getan wird. Jetzt aus ideolgischen Gründen etwas zu zerstören was ohnehin bereits entstanden ist und einen Zweck erfüllt, ist jedenfalls unproduktiv und hilft auch niemandem mehr.

    Gestern gab es im Tagesspiegel ein recht interessantes Interview mit Alba-Geschäftsführer Marco Baldi:


    http://www.tagesspiegel.de/spo…lba-Berlin;art134,2580257


    Baldi betont einerseits das Potential der modernen O²-Arena nach amerikanischem Vorbild. Andererseits verspricht er, dass der Sport dennoch nicht zur Nebensache werden soll. Er spricht auch von den strategischen Möglichkeiten, die die neue Arena bieten wird sowie von deren "Strahlkraft".


    Wenn man sich die Arena von außen anschaut, kann man das schon irgendwie nachvollziehen, glaube ich. Die Architektur saugt einen schon fast etwas an sich. Das wird auf alle Fälle ein Gewinn für die Region - so etwas wie ein Magnet für Menschen und Investitionen. Wer weiß, was noch so alles "angesaugt" werden wird. :)
    Ich freue mich zumindest schon und bin gespannt, was noch kommen wird.

    Die Diskussion driftet glaube ich etwas vom Thema ab - auch wenn ich die vielen mir vorher meist unbekannten Daten interessant finde. Ich halte es in diesem Thread aber für wenig relevant, einen Vergleich zwischen Frankfurt und Berlin zu ziehen. Berlin hat eine völlig andere Struktur und braucht daher andere Ansätze und Lösungen als Frankfurt. Auch wenn ich jetzt selber vom Thema abdrifte, will ich meine Ansicht etwas näher begründen.


    Wenn der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank jetzt (auch) eine Wohnung in Berlin hat, heißt das für mich primär eins: Berlin ist eine attraktive Stadt. Die großen Banken werden mit ihren Hauptsitzen in Frankfurt bleiben, ebenso wie die Börse. Aber mit den Pfunden die wir hier haben, sollten wir wuchern. Dann wachsen auch neue Strukturen die wiederum genutzt werden können.


    Für mich ist Adlershof da ein tolles Beispiel: Durch Forschung in relevanten Feldern erlangte Berlin zunächst einen gewissen Kompetenzvorsprung und somit Attraktivität für wirtschaftliche Ansiedelungen. Indem alle Ansiedelungen nachhaltig geprüft wurden, kam es zu einer sinnvollen und effektiven Zusammensetzung und somit zu großem Synergiepotential. Weiterhin wurde durch gelenkte Vernetzung und Zusammenarbeit dieses Potential großartig genutzt. Auch wenn die Situation am Spreeufer natürlich eine ganz andere ist, gibt es vielleicht doch einige Parallelen.


    Auch am Spreeufer sehe ich nämlich Potential, um Kompetenzfelder Berlins nachhaltig zu stärken und somit neues Wachstum zu erzeugen. Universal und MTV sind nicht zufällig dorthingezogen, ebenso wenig wie O² (Anschutz) und Labels. Hinzu kommen wertige Büros und Wohnflächen in attraktiver Lage. Insgesamt kommt mir das Konzept daher recht stimmig vor. Hier könnte tatsächlich ein sehr attraktives neues Stadtgebiet entstehen. An dieser Stelle wäre das so wichtig.


    Da Berlin aber auch eine Stadt ist, die von Kultur, "grünem Image" und Tourismus lebt, hoffe ich stark, dass auch diese Felder am Spreeufer gestärkt werden. Dafür reichen Hotels und oben genannte Ansiedlungen nicht aus. Daher glaube ich, dass von der hier wenig geliebten MSV-Kampagne vielleicht doch auch ein paar positive Impulse ausgehen könnten. Ernsthaft gefährdet dürften die wichtigen Projekte ja hoffentlich ohnehin nicht sein. Aber so erhöht sich die Aufmerksamkeit für Belange die ebenfalls von Belang sind, wenn mir diese schräge Formulierung erlaubt ist. ;)


    Viele hier werfen der MSV-Kampagne zu Recht unsachliches Argumentieren vor. Das sehe ich auch so. Aber auch ich möchte einmal in der Lage sein, gerne am neuen Spreeufer entlangzuspazieren. Aufregende und stimmige Architektur würde sicher sehr dazu beitragen. Aber am Ende zählen halt auch andere Qualitäten die Berlin ja bereits an vielen Stellen zeigt wie kaum eine andere Großstadt. Das hat wohl auch der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank entdeckt, ebenso wie weitere Gutbetuchte für die zur Zeit die vielen noblen Privatresidenzen aus dem Boden gestampft werden. Das ist für mich ebenso ein Indikator für Lebensqualität den eine Stadt bietet, wie die allgemeine Zufriedenheit der bereits ansässigen Bevölkerung.


    Ich hoffe der Bogen ist mir einigermaßen geglückt und ich bin nicht der einzige, der meiner Logik folgen kann. Zugegeben: Meine Wahrnehmung habe ich vielleicht etwas zu stark vereinfacht ausgedrückt. Aber sonst wäre dieser Post wohl noch länger ausgefallen. Eigentlich wollte ich ja gar nicht so viel schreiben! :) Sorry.

    @ itchedSky:


    Danke erstmal für den Artikel. Ich fand ihn sehr interessant, da mein Vater aus Frankfurt kommt und ich Hochhausarchitektur zum Teil sehr bewundere. Aber auch wenn viele Frankfurter sehr stolz auf ihre Skyline sind, finde ich persönlich Berlin trotzdem deutlich schöner. Ich finde auch nicht, dass die meisten Frankfurter Wolkenkratzer so toll in das Stadtleben integriert sind wie der Artikel vermuten lässt. In dieser Hinsicht stellt der Potsdamer Platz alles dortige so ziemlich in den Schatten - wenn auch nicht von der Höhe her (aber mir geht es bei Hochhäusern eh nicht um die Länge oder gar irgendwelche "Phallussymbolik" ;) ).


    Das geplante Quartier am Tacheles zeigt außerdem durchaus, dass Berlin an solche Erfolge anknüpfen will. Leider fehlt oft das nötige Kleingeld. Da ist Frankfurt wiederum deutlich im Vorteil. Trotzdem erhoffe ich mir einige spannende Projekte u.a. an der Spree aber auch in Randgebieten wie Adlershof.


    @ AeG:


    Ja, wie kommt der Artikel eigentlich darauf, dass jetzt das gesamte Mediaspree-Projekt gescheitert ist? Davon habe ich bisher nirgendwo sonst gehört. Lediglich der entsprechende Vorschlag wurde in einer nichtbindenden Abstimmung abgelehnt. Deshalb wird doch wohl nicht tatsächlich die gesamte teils vertraglich gebundene Planung verworfen werden. Ist die Welt sonst nicht seriöser?

    AeG:


    Auf der sachlichen Ebene gebe ich Dir in den meisten Punkten absolut Recht. Auf den Plänen wirkt das BND-Gebäude deutlich arbeitsfreundlicher und weniger abweisend auf Passanten als das Pentagon (von dem ich ebenfalls nur Bilder und Fotos kenne). Als schön oder gar schlossähnlich würde ich das Pentagon keineswegs bezeichnen. In meinen 2 Jahren in England habe ich durchaus Eleganteres gesehen - ebenso wie in meinen 20 Jahren in Berlin ;)


    In meinen Augen sieht es so aus, als wenn der BND-Komplex in sich stimmig und den Anforderungen angemessen gestaltet werden wird. Nicht unbedingt "schön" aber imposant und irgendwo harmonisch. Ich glaube aber, dass weniger die Architektur als die Inhalte bzw. Politik zu Anschlägen und Protesten einladen. Daher denke ich, dass Proteste ohnehin eher vor anderen Gebäuden stattfinden würden, außer es käme zu einem Eklat der direkt den BND und seine Arbeitsweise beträfe (etwa Abhöraffären etc.). Bei Anschlägen geht es wohl auch eher um die Funktion eines Gebäudes und den daraus resultierenden potentiellen Schaden als rein um die Symbolik die eine gewisse Architektur vermittelt.


    Allgemein wollte ich Dich fragen, wie ernst Du einige Deiner Kommentare hier wirklich meinst. Ich bin noch relativ neu hier und kann Dich noch nicht so wirklich einschätzen. Mir ist aber aufgefallen, dass Deine Kritik zum Teil sehr vernichtend und in meinen Augen etwas zu persönlich ausfällt. Meinungen sind nun Mal verschieden und man kann oft nicht nachvollziehen, wie andere zu ihrer Meinung kommen. Aber wenn ich meine Meinung in einem Forum nicht ausdrücken kann, ohne mit so einer Antwort zu rechnen, dann vergeht mir etwas die Lust am Dialog. Aber wie gesagt schätze ich Dich vielleicht falsch ein und Du bist einfach gerne etwas sarkastisch ohne es persönlich zu meinen.

    @ Brako:


    Danke erstmal für den Link. Das Video ist ja echt klasse. Wenn das alles tatsächlich so gebaut wird, dann freue ich mich jetzt schon. Auf mich wirkt das Konzept sehr stimmig.


    Hoffentlich findet die Fundus-Gruppe bald geeignete Partner dafür die nicht zu viel ändern wollen. Wäre schade, wenn am Ende doch nur mittelmäßige Architektur herauskommt oder wenn es sich wirklich 10 Jahre oder länger hinzieht. Das letztere wäre mir dabei aber dennoch die liebere Variante.

    Komisch: Wurde nicht irgendwo (ich glaub in der Morgenpost) gesagt, dass jedes einzelne Haus von je einem etablierten Architekten gestaltet werden soll? Aber die Entwürfe hier sehen alle ziemlich ähnlich aus und selbst wenn sie alle sehr solide und wertig wirken, so sehen sie doch nicht nach architektonischen Meisterleistungen aus.


    Naja, hässlich sind sie dafür auch nicht. Hoffentlich wirkt alles stimmig wenn es fertig ist. Ich finde die Ecke nämlich sonst gar nicht so schlecht. Die Botschaften sind zum Teil sehr interessant geworden. Ob es aber das eleganteste Wohnviertel Berlins werden wird (wie die Morgenpost im gedruckten Artikel schreibt), das bleibt abzuwarten. In Dahlem und Reinickendorf kenne ich nämlich auch einige sehr schöne Ecken und es gibt sicher noch mehr.

    Also ich glaube auch, dass man mit beiden Vorschlägen irgendwie leben könnte und letztendlich ja sowieso müsste. Ich verstehe aber nicht ganz, wie die Initiative auf 50m Abstand und 22m Höhe (Berliner Traufhöhe) kommt. Ist das nicht etwas übertrieben? So würden viele Projekte wirklich ins Wasser fallen (inklusive potentieller Arbeitsplätze, Milloneninvestitionen und positiver Sogwirkung für den Standort). Falls dann tatsächlich Schadenersatz anfällt, gehen Millionen für nichts verloren, die dann wieder woanders schmerzlich fehlen. Das kann doch auch keiner wirklich wollen :confused:


    Es ist aber durchaus im Interesse aller, dass der unmittelbare Uferbereich (und seien es teilweise nur einige Meter) attraktiv und etwas grün gestaltet wird. Das kann ich aus den mir bekannten aktuellen Projektskizzen nämlich leider auch nicht entnehmen. Ich hatte aber wegen vieler Prüfungen bisher auch zu wenig Zeit, mich genauer zu informieren. Kennt jemand konkrete Angaben, wie dieser Bereich geplant ist? Vielleicht kommt es hier zu einigen positiven Impulsen, ohne dass Großprojekte verloren gehen.


    In meinen Augen ist nämlich gerade die Mischung aus aufregender und vielfältiger Architektur auf der einen und vieler angenehmer und beruhigender Grünflächen auf der anderen Seite ein Markenzeichen von Berlin. Fast alle Studenten und Freunde aus anderen Großstädten (u.a. Tokyo, London und Hamburg) beneiden mich dafür, wenn sie hier sind. Einige würden sogar gerne hierherziehen, wenn es irgendwie möglich ist.

    Missverständnis

    @ kaktus


    Da hab ich Dich wohl völlig falsch verstanden. Ich dachte es hätte Dir nicht gefallen, dass ich von was schreibe was nicht ganz so bekannt ist und was man sich daher vielleicht nicht vorstellen kann. Anscheinend hast Du ja genau das Gegenteil sagen wollen. :)

    kaktus


    Du hast sicher Recht: nicht viele kennen die Philologische Bibliothek. Dabei wurde sie von Norman Foster entworfen und hat u.a. eine Auszeichnung beim Deutschen Architekturpreis 2007 gewonnen:


    http://www.fu-berlin.de/presse…007/fup_07_170/index.html


    Falls jemand sich für Bilder interessiert, um es sich besser vorstellen zu können:


    http://www.fu-berlin.de/biblio…ektur/galerie1/index.html


    Wer sich wirklich interessiert, kann auch bei Führungen mitmachen. Plastisch wirkt das Gebäude noch ganz anders als auf den Bildern:


    http://www.fu-berlin.de/biblio…ektur/fuehrung/index.html


    Soll keine Werbung sein. Aber so kann man sich selber ein Bild machen. Kritik angenommen.

    Der Flughafen macht glaub ich schon Sinn. Mit den Ausbauoptionen hält man sich ja auch alles offen. Zur Öffnung sollte er in etwa angemessen dimensioniert sein, wenn die Prognosen nicht völlig falsch liegen.


    Was ich weniger verstehe ist, dass der Flughafen wohl nicht mit einem AB-Ticket des öffentlichen Nahverkehrs erreicht werden kann. Als Student mit ABC-Ticket kann es mir ja eigentlich egal sein, aber das riecht mir etwas nach Abzocke. Als BBI sollte er m.E. auch von Berlin aus ohne Ergänzungsticket erreichbar sein. Aber das hat mit dem eigentlichen Projekt nicht so viel zu tun.

    Meine Favoriten (ohne Rangfolge):


    Quartiere:
    1. Hackescher Markt (sehr vielfältig und einladend)
    2. Tiergartenviertel an der Klingelhöfer Straße (modern und mal was anderes)
    3. Potsdamer Platz (zum Teil atemberaubend aufregende Architektur)


    Einzelprojekte:
    1. Reichstagskuppel (absolutes Berlinwahrzeichen)
    2. Philologische Bibliothek der Freien Universität (absolut spektakulär und trotzdem sehr praktisch)


    Flop 5 hab ich im Moment keine...