Beiträge von DaseBLN

    ^ Wenn du schon die RER mit einrechnen möchtest, solltest du vielleicht erwähnen, dass diese zum großen Teil einfach die Metropolregion erschließen, es entsprechend um knapp 11 Millionen Einwohner geht, und die Linienlängen der zwei längsten Linien C (187km) und D (197km) die Statistik entsprechend verzerren. Zum Vergleich: die längste Linie Berlins, die S5, hat eine Länge von 50 Kilometern. Die RER mögen immer als S-Bahn Paris' bezeichnet werden (auch wenn sie im Endeffekt nur spezielle Transilien-Bahnen sind, die nicht an den Köpfbahnhöfen enden), dann darfst du aber auch gern sämtliche aus Berlin herausführenden RB und RE-Linien in Brandenburg mit in deinen Streckennetzvergleich einbeziehen.

    ^ Sehr schöner Zirkelschluss. Architektenkind hat versucht, dir zu erklären, dass "die oben beschriebenen banalen 60-Quadratmeter-Wohnungen in einem banalen Kiez für vollkommen unerschwingliche Wahnsinnssummen" vielleicht nicht unbedingt die alleinige Schuld eines lokalen Bauressorts sind, du begründest dessen "totales Versagen" (das du ins Thema gebracht hat) wiederum genau damit, um dich dann über ordinären Tribalismus zu beschweren. Ich vermute, du kannst richtig dufte mit dir selbst diskutieren.

    ^^ Also vielleicht habe ich Tomaten auf den Augen, aber ich sehe auf den letzten Bildern kein einziges verbautes Erdgeschoss, hier im Thread wurden Wohnprojekte vorgestellt und begleitet, es finden sich Bilder von begrünten Höfen und Plätzen, ein begrünter Vorplatz und Mischnutzungen im Erdgeschoss sind essentielle Bestandteile des BV Edge. Es stellt sich also ernsthaft die Frage, wie du bitte auf die Quintessenz deines Rants kommst, hier sei stadtplanerisch alles falsch gemacht worden.

    Dass es für eine ostdeutsche Großstadt nichts zukunftsweisenderes als den Sitz eines DAX-Konzernes geben könnte, sollte man auch aus dem Wolkenkuckucksheim erkennen können.

    Man sollte aus dem Wolkenkuckucksheim allerdings auch erkennen können, dass es hier darum ging, ob eine DAX-Konzernzentrale unbedingt am Matthäikirchhof entstehen muss. Letzteres, das Ersetzen einer vom Stadtleben abgeschotteten Großstruktur durch eine andere, ist wirklich die absurdeste aller Ideen, sowohl aus verkehrstechnischer als auch städtebaulicher Sicht.

    das passiert, wenn Fachleute leichtfertig ihr Ressort verlassen und in anderen Bereichen wildern. Dann wird es schnell peinlich.

    Kannst du kurz erläutern, inwiefern jemand wie Bartetzky, der sich sowohl durch durch Debattenbeiträge (1, 2) als auch Büchern wie "Die gerettete Stadt", "Das verschwundene Leipzig" oder "Das ungebaute Leipzig" mit der städtebaulichen und architektonischen Entwicklung der Leipziger (Innen-)stadt wohl so intensiv beschäftigt hat wie nur wenige Andere, hier in anderen Bereichern wildert? Ich stimme (in der finalen Schlussfolgerung) Bartetzky in diesem Fall auch nicht zu, einzig peinlich wirkt hier allerdings deine Verächtlichmachung einer Gegenstimme, deren definitiv vorhandene Themenkompetenz dir offenbar nicht bekannt war.


    In diesem Zusammenhang sei auf eine frühere Meinungsäußerung Bartetzkys zum gleichen Thema verwiesen, in der im Schlussabsatz folgendes steht:

    Wenn sich die Stadt deshalb für einen Totalabriss entschiede, dürfte sie sich allerdings nicht mit faulen investorenfreundlichen Kompromissen zufriedengeben. Sie muss auf eine sensible kleinteilige Neubebauung pochen, die sich in Gestaltqualität und Raumwirkung am untergegangenen Matthäikirchhof messen kann.

    ...und ich denke, darauf können sich hier fast alle einigen.

    Es sind eben reine Sozialwohnungen, sprich dasselbe wie die Platten daneben. Da wird das Geld nicht in Architektur, sondern in Dämmung und Solarbullshit gesteckt.

    Dass die dort wirklich soviele Bäume pflanzen werden, halte ich für übervisualisiert.


    Das sind weder reine Sozialwohnungen, noch ist da was übervisualisiert, da es ein Freiraum- und Vegetationskonzept gibt, das du dir hättest zu Gemüte führen können, wenn es dir nicht nur darum ginge, irgendwas mit Solarbullshit los werden zu wollen.

    ^ Danke für die Visualisierungen. Statt diese Strohmanndiskussion mit dir selbst mit abschließender visueller Auflösung zu führen, hätte allerdings ein Blick in den Entwicklungsleitfaden genügt :). Dort ist die Rede vom Quartiersplatz mit Ärztehaus, Café und Nachbarschaftsmanagement, 2 Angern, 4 Angerplätzen, einer sechsgruppigen KiTa und einer Jugendeinrichtung gegenüber der Heinrich-Mann-Schule sowie nicht näher spezifizierten Multifunktionsflächen in den Erdgeschossen. Und einen ganz nützlichen Lageplan gibt's da auch:


    Bildschirmfoto_von_2021-09-08_10-33-07(2).jpg

    Quelle: Entwicklungsleitfaden Buckower Felder


    Direkt gegenüber des Quartiersplatzes in der nordöstlichen Ecke gibt es übrigens einen Edeka.

    ^ Ja, man hatte sich du DDR-Zeiten schon etwas dabei gedacht, die Schwächen des Gebäudes, wie beispielsweise die kleinen Fenster, zu kaschieren. Die Kombination aus dunklem Fensterrahmen und hellem Putz lässt die jetzt so höhlenartig wirken.

    Und zugleich schreit einem die dämliche Brandwand des SoHo-Hauses ins Gesicht.

    Na wenn ein Mural von JR (auch wenn es inzwischen ziemlich gelitten hat) für dich nur eine dämliche Brandwand ist, die dich anschreit, ist es natürlich kein Wunder, dass du gern alles zubauen würdest. Die beiden Zitate im Morgenpost-Artikel (btw. auch von einer Dame vom Denkmalschutz) beziehen sich auch nicht auf die völlige Verhinderung einer Bebauung, sondern um die nicht vorhandene Einflussmöglichkeit auf die Art dieser. Die jetzige gestaffelte Situation empfinde ich persönlich eigentlich als ganz interessant, 5 bis 6 weitere Etagen mit der Deckenhöhe der Backfabrik überragen das ehemalige Kaufhaus Jonas doch schon stark und verschieben den Schwerpunkt des Blocks doch erheblich nach Norden. Ein Neubau mit drei bis vier Stockwerken hätte hier m.E. zu einer interessanteren städtebaulichen Situation geführt. Kann man ja gern anders sehen (und ich vermute, das würden hier auch einige, wenn nicht die Rede von einem Retro- sondern einem futuristischen Glasbau wäre), aber dieses ständige wohlfeile Rumgeplärre, sobald auch nur darüber nachgedacht wird, als Stadt Einfluss zu nehmen, nervt.

    Und dann denke ich an meine zweite Heimat Madrid, in der ich die Hälfte meines Lebens verbracht habe, rufe mir das Schloss vor Augen, denke an die c/Felipe und c/Carlos und stelle fest: voll mit Gastro, kein Problem.

    Schön. Es gibt aber auch eine Calle de Noblejas (mit direkter Sichtbeziehung!) oder eine Calle de La Cruzada. Sollte man nun Bilder von diesen Versehen mit Hinweis, woanders wäre da ja wohl alles mit Gastro zugepflastert, posten? Soll heißen:


    In jedem anderen Land gibt es auch in den Zentren ruhigere Gässchen ohne Gastronomie.

    ...zumal ja nun auch mehrfach erwähnt wurde, dass sich in der Nähe durchaus gastronomische Angebote befinden bzw. künftig befinden werden.

    ^ Mein erster Verdacht wäre die Lagerhofstraße gewesen und der Artikel bestätigt das dann auch. Aus dem Artikel geht es nicht exakt hervor, aber ich denke, es handelt sich um die Bahnimmobilien östlich der Straße. Kurz zusammengefasst:


    Oliver Hirt, der vor 2 Jahren das Macis in der Markgrafenstraße übernommen hatte, benötigte ein – haha – Lager, und stieß dabei auf die Lagerhofstraße. Nachdem er das gesamte Areal gekauft und gepachtet (?, steht so in der LVZ) hat, lernte er den gebürtigen Leipziger Rafael Laguna de la Vera kennen, der zum Gründungsdirektor der neuen Bundesagentur für Sprunginnovationen Sprind berufen wurde, für die momentan zunächst 600 m² in den alten Backsteinlagern zu Büroräumen umgebaut werden, die bereits ab Oktober genutzt werden können.


    Aus meiner Sicht sehr schön, dass die alten Gebäude offenbar dauerhaft erhalten und neu genutzt werden, nachdem rund um den Hauptbahnhof ja schon so einiges Potenzial in der Richtung verloren gegangen ist.

    ^ Die Variante ist ja spätestens nach der Verkürzung des Citytunnels weggefallen und entsprechende Verbindungen für Fußgänger und Radfahrer wird es ja Übergänge in der Fortsetzung der Paul-Gruner- und der Tarostraße geben. Eine "richtig" verlängerte Johannisallee mit Autoverkehr hätte einerseits den Park gleich wieder zerschnitten und andererseits hätte in der SV keine der Ost-West-Wohnstraßen den Verkehr aufnehmen können. Ich glaube mit knapp 1,1 km Entferung zwischen Bayrischem Platz und Semmelweisstraße kann der MIV ganz gut leben.