Beiträge von cardiac

    Was ist das für eine komische Diskussion. Als ob man mit dem Wohnungsbau steuern könnte wer und wie lange in einer Stadt wohnt. Das bestimmen idr immer noch Arbeitsplätze, und Frankfurts Internationalität geht nun mal mit der hohen Bevölkerungsfluktuation einher. Die meisten Japaner z.B. sind Expats inkl. Familie, die ein paar Jährchen hier leben und dann durch andere ersetzt werden. Das ist auch der Grund dafür warum Japaner in Frankfurt wohl zu den am wenigstens integrierten Ausländergruppen zählen. Ist einfach nicht notwendig. Dazu kommt noch dass Frankfurt entgegen seines Rufes sehr wohl auch eine Studentenstadt ist. Und die bleiben idr auch nicht hier und kommen auch zum Großteil nicht von hier. Andere Firmen beschäftigen Leute aus allen Herren Ländern, die ziehen aber irgendwann weiter je nach Karrierepfad, egal wie schön Frankfurt ist. Es gibt eben auch andere schöne Städte in der Welt. Und wenn das neue Milieu der internationalisierten Weltbürger (von denen Frankfurt eben eine Menge hat) irgendwo anders etwas findet, zieht es sie dort hin.
    Mir scheint es, diese komische Forderung nach einem "Wir-Gefühl" rührt aus einer piefigen etwas veralteten Heimatromantik her, die man vielleicht noch bei den nationaldenkenden Land- und Kleinstadtbewohnern und älteren Großstadtbewohnern findet, aber in dem oben angesprochenen Milieu nur für eine hochgezogene Braue sorgt.

    Ein eklatanter Fehler ist diese Entscheidung, und veranschaulicht mal wieder prächtig, wie sehr die Stellplatzverordnung urbanen, sinnvollen Städtebau verhindert. Und das selbst zu Zeiten, in denen der eigene PKW eigentlich auf dem Rückzug ist. Wir haben hier einen idealen Platz, der ein relativ belebtes Zentrum des östlichen Europaviertels hätte werden können, was passt dort also besser hin als Gastronomie. Auch ich habe mir schon vorgestellt, wie man dort im Sommer mit Blick über den Europapark auf die Skyline außen sitzen würde. Kitas sind wichtig und internationale Kitas im Zuge des Brexits vermutlich erst recht, aber bitte doch nicht an dieser Stelle. Man baut doch auch keine Kita mitten auf den Goetheplatz. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln.



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    Mod: Weitere Reaktionen darauf an dieser Stelle.

    ^ Ich vermute das liegt schlicht daran, dass es keine bis wenige freie Flächen in A-Lage gibt und es scheinbar schwer fällt, B-Lagen zu "erschließen". Man muss doch nur den abrupten Passantenverlust betrachten, wenn man von der Freßgass/Biebergasse/Zeil-Achse in eine der Nebenstraßen geht (mit Ausnahme der Liebfrauenstr. in Richtung Roemer). Vielleicht ist die Zeil auch dermaßen dominant, dass es den meisten gar nicht in den Kopf kommt, mal irgendwo anders hinzugehen. Und die großen Magnete, die für mehr Belebung der Seitenstraßen sorgen könnten, siedeln sich dann natürlich auch auf der Zeil an (Primark z.B.).
    Ich setze ja viel auf den Einzelhandel im FOUR und hoffe, dass durch eine attraktive Auswahl an Labels dort die Dominanz der Zeil (Hauptwache bis Konstablerwache) etwas aufgebrochen wird, und es daher mittelfristig für eine generelle Belebung der westlichen Innenstadt sorgen könnte. Das klappt natürlich nicht wenn da wieder Zara, h&m, dm und Rossmann die größten Flächen belegen werden.

    Nein, es ist beides. Der Frankfurter Einzelhandel ist ein Trauerspiel im Vergleich zu den anderen größeren und etwas kleineren Großstädten in Deutschland (Gastronomie hingegen sehe ich anders). Warum kann ich mir auch nicht so recht erklären. Ob es nur an unverhältnismäßig hohen Mieten in B- und C-Lagen liegt?

    Wenn man den Thread von Anfang an durchgeht merkt man, wie viel eine Meldung "es geht voran" wert ist. Bei dem Projekt ganz im speziellen glaub ich erst an irgendwas, wenn die Bagger anrollen. ;)


    Übrigens finde ich auch, dass die Absichten des Landes (Hochhaus) und die der Stadt (mehr Wohnungsbau) sich absolut nicht ausschließen sondern ganz im Gegenteil ergänzen können. Der "hintere" Bereich des Areals Ecke Ludwigstr./Mainzer Landstr. bietet ja noch genug Platz jenseits des vorgesehenen Standorts für den Turm. Auch sollten ja die 145m für das Hochhaus nicht in Stein gemeißelt sein. Wir haben ja auch beim Projekt FOUR gesehen, dass die Anzahl von Hochhausstandorten auf einem Areal sich durchaus erhöhen kann. ;)

    Nö, das hat damit zu tun dass man sich so kosten für eine etwaige Neuplanung spart. Es wäre doch irre wenn man dafür Geld ausgibt und am Ende wird’s nur rekonstruiert, weil die Bürger das so wollen.

    Ich finde das Aufgebot auch etwas überzogen und schon fast etwas lacherlich für die Einweihung der Altstadt. Europaweite Vermarktung? Hier werden ein paar rekonstruierte und moderne Häuschen eingeweiht, das hat noch nicht mal wirklich überregionale Bedeutung, geschweige denn internationale. Das Geld könnte definitiv sinnvoller investiert werden.

    Mal abgesehen davon, dass es zwar nicht die trockenste Jahreszeit ist, aber der Turm mitten im Wald steht und Wohngebiete direkt anschließen. Das hätte einen Großbrand verursachen können.

    Einfach unfassbar. Nach der Brandstiftungsserie dieses Jahr kann ja eigentlich nicht mehr von einem Unfall ausgegangen werden. Ein Spendenkonto ist eine gute Idee. Ich habe dort schon häufiger Besuch von außerhalb hinaufgeführt, und es hat sich immer gelohnt. Das gesparte Geld durch den freien Eintritt (heutzutage ja nicht mehr selbstverständlich) würde ich gerne in einen Wiederaufbau investieren dürfen. Ich denke, es wird einigen Frankfurter Bürgern so gehen.


    m.Ro80: Ich frag mich echt immer häufiger was du so rauchst.

    Interessant, dann wird die nördliche Seite ja nun endlich geschlossen und das Europaviertel marschiert in Richtung Vollendung im Jahr 2020 zu! Bin gespannt auf den Entwurf des 42c Ost-Turms, dazu gab es ja bisher noch keine Visualsierung wenn ich richtig liege. Bei 43 sagt mir Eike Becker am meisten zu. MSM ist interessant, jedoch schließe ich mich Adamas Meinung an. Es wirkt hier etwas deplatziert. Sauerbruch Hutton halte ich für einen Totalausfall. Das ist bis auf den sehr gelungenden Sockel 90er Jahre Architektur für die Burostadf Niederad.

    Erfrischend mal nicht die Namen der üblichen Verdächtigen zu lesen. Ich bin gespannt, ob Sauerbruch Hutton immer noch mit bunten Fassadenelementen arbeiten. Im Europaviertel und insbesondere als Gegenstück zum Praedium kann ich mir das noch nicht so ganz vorstellen.

    Nun ja, ob es dabei längerfristig bleibt bleibt hingegen abzuwarten. Teilweise klingt es schon etwas nach Planwirtschaft/Wunschkonzert bzw. einer Innenstadtlandschaft von vor 30 Jahren. Mit zwei Cafés und einem Restaurant finde ich übrigens die Gastronomie an dieser Stelle arg unterrepräsentiert, aber vielleicht kann man die Rösterei und Bäckerei ja noch mit hinzuzählen. Ich bin aber auf jeden Fall gespannt ob sich dieses tatsächlich ausgewogene Konzept auch unter marktwirtschaftlichen Bedingungen dann bewähren kann.

    Schmittchen spricht es an; das Europaviertel ist durch und durch ein Neubaugebiet, und darüberhinaus auch noch nicht mal fertig. Neubauviertel wirken immer steril und "ungemütlich", und das hat m.E. mit der fehlenden oder noch sehr kleinen Vegetation zu tun. Bäume machen so viel aus, das ist uns manchmal gar nicht so bewusst. Ich selber habe einen Teil meiner Kindheit/Jugend in einem Neubauviertel gelebt, als ich neulich (also so 15 Jahre später) dort einmal wieder durchgefahren bin, war es kaum wiederzuerkennen. Nicht weil sich irgendwas baulich verändert hätte, sondern einfach weil die Bäumchen nun wesentlich größer waren, Bürgersteige nicht mehr wie geleckt aussahen und auch manche Häuser schon etwas Patina angesetzt hatten.