Beiträge von cardiac

    Jetzt mal eine ganz dumme Frage: Was ist an einer höheren Ausnutzung grundsätzlich denn so verkehrt? Kann man als Stadt nicht froh sein, wenn mehr Ausnutzung pro Fläche rauskommt? Klar gibt es irgendwo Grenzen (infrastrukturell, städtebaulich etc., meinetwegen auch ästhetisch), aber 40% sind ja nun bei dem eher beschaulichen Projekt wie an der Stiftstraße nichts was den Rahmen sprengen würde, oder?


    Zu Josefs neuem HHRP: Ich vermute, dass wir eher ein weiteres Korsett bekommen mit dem tendenziell Dinge verhindert anstatt ermöglicht werden sollen. Damit kann man dann noch mehr Druck auf Investoren ausüben. Fraglich nur, wie lange das alles noch funktioniert. Das "internationale Kapital" (um in üblicher FR-Sprache zu bleiben) wird nicht ewig wie aktuell sein rumliegendes Geld in Deutschland verbauen und retten wollen.

    Einer der vier unteren Ladenflächen wäre ja auch an Kaufhof gegangen, damit besteht also ein Zugang zu den beiden Zwischengeschossen. Mir fallen da spontan einige potenzielle nicht in Frankfurt vorhandene Modeketten an, die diese Flächen an einer so prominenten Stelle sicherlich beziehen könnten.

    Der Bericht lässt mich wirklich traurig zurück. Es wird wieder deutlich, wie abgehoben und vom Otto-Normal-Stadtbewohner meilenweit entfernt die Architekturgemeinschaft (sowohl aus der Praxis als auch akademisch) ist. Als einziger Fürsprecher musste dann ein Journalist herhalten, awesome. Da muss man sich nicht wundern, dass unsere Städte mit Schuhkartons vollgestellt werden. Was an der puren Verweigerung zur Gestaltung "modern" sein soll, erschließt sich mir nicht. Das ist nämlich nicht modern, sondern ganz arg 20. Jahrhundert.


    Ich weiss auch nicht woran es liegt, aber irgendwie gefallen mir Parkanlagen im Ausland immer mehr als bei uns. Vielleicht ist es die Auswahl der Bäume...


    Bei uns sind das ja auch keine Parkanlagen, sondern "Grünflächen". Das sagt doch schon alles, oder? ;)

    Derjenige der die Farbe für die Flughafen Lokalbahnhofstation ausgesucht hat muss farbenblind sein. Ich glaube ich habe noch nie etwas derart unharmonisches gesehen. Jedem mit auch nur einem Hauch von Gefühl für Ästhetik müssten sich die Fußnägel hochkräuseln. Wieso macht man sowas? Ernsthaft. Nicht nur dass es Geldverschwendung ist, es macht's sogar alles nur noch schlimmer. Selbst ohne diese unpassende Farbwahl sollte doch jedem klar sein, dass angemalter Waschbeton einfach nur scheußlich aussieht.

    Es ist immer leicht zu sagen "wir müssen den Gürtel enger schnallen", aber welchen Lolli möchtest Du konkret wegnehmen?


    Da gibt's einiges. Gutes Beispiel ist die deutsche Familienpolitik, die nur aus Geld nach dem Gießkannenprinzip verschenken besteht, und erwiesenermaßen (Studie kann selbst ergoogelt werden) ineffizient, wenn nicht sogar gänzlich ineffektiv ist. Anderes Beispiel sind öffentliche Ausschreibungen, die aufgrund von Kurzsichtigkeit oftmals hohe Langzeitkosten hervorrufen.
    Es gibt etliche Bereiche in denen Geld ineffizient ausgegeben wird, da betreffende Leistung/Budgets meist aus populistischen Motiven (Befriedigung von Partikulärinteressen, Lobbybeeinflussung, Wahlkampfgeschenke etc. pp) eingeführt wurden, und selbst wenn sie sich als sinnlos herausgestellt haben, nur schwer wieder abzuschaffen sind.

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    Das ist so ein Henne&Ei-Problem. Ich vermute eher, dass die aktuelle B-Ebene so leer ist, weil sie eben null Aufenthaltsqualität hat und die meisten Menschen sogar Umwege in Kauf nehmen, nur um sie irgendwie erst gar nicht betreten zu müssen. Warum ein Einkaufsbahnhof ausgerechnet in einem der höchstfrequentierten Bahnhöfe Deutschlands nicht funktionieren soll, weiß ich nicht. Ich habe den Frankfurter HBF im Gegenteil in Deutschland immer als Einzelfall betrachtet. Ist glaube ich auch der einzige in den größeren Städten, der keinen 24/7 Supermarkt hat.

    Ehrlich gesagt klingt mir das alles sehr nach Verhinderungspolitik. Das würde ja auch zu unserem flotten Planungsdezernenten passen.


    Ich finde die Idee mit den Negativzonen gar nicht so schlecht. Es gibt m.E. etliche Gebiete in Frankfurt, die auf mittelfristige Sicht gut begründbar hochhausfrei bleiben sollten. In den restlichen Gebieten darf man dann im Umkehrschluss grundsätzlich überall bauen wie man will, solange das Konzept stimmt. Hochhausprojekte sind nun nicht so häufig, dass eine "Einzelprüfung" unmöglich wäre. Bestes Beispiel ist doch FOUR. Das stand in keinem abstrakten Plan, ist aber ein tolles Konzept (an sich und im städteplanerischen Kontext), also wird's erlaubt und gebaut.


    Kategorisch feste Standorte zu definieren (wer hat da überhaupt das "Recht" dazu?) und gleichzeitig jeden anderen Quadratmeter in Frankfurt zur No-Hochhaus-Area zu machen, halte ich hingegen für den absolut falschen Ansatz, sowohl aus ökonomischer, städtebaulicher als auch demokratischer Sicht.

    ^ Das ist ja auch den Bauherren bewusst und daher wurde der Turm gekürzt, weil sie nicht für den Deal "mehr Höhe für Sozialwohnungen" bereit waren.


    Jetzt kriegen wir eine dunkle und kürzere Version des neuen Henninger Turms ohne Fass. Oder bin ich der einzige, der mittlerweile erstaunliche Ähnlichkeiten sieht?

    Selbst wenn irgendwas innerhalb des Grüngürtels liegt, rechtfertigt das immer noch nichts. Wenn man sich Karten bzw. Satellitenbilder von Frankfurt anschaut kann man in Anbetracht der Wohnungsnot einfach nur noch den Kopf schütteln, denn die müsste nicht sein. Frankfurt ist zersiedelt wie ein löchriger Käse und gönnt sich üppige Wälder, Wiesen und Felder im Stadtgebiet. Es gibt also keinen Mangel an potenziellem Bauland. Aber wenn die eine Partei NIMBY-Rentner, die andere Obstbauern und die dritte seltene Echsen schützen will, muss man sich nicht wundern, dass am Ende ein scheinbar politisch so gewollter Mangel besteht.

    Es ist doch auch völlig egal was die einzelnen Bewerber geboten haben. Wenn Frankreich meint kostenlose Miete, 1 Mrd. Euro und tägliche kostenlose Croissant-Lieferungen obendrauf anzubieten, um die Behörde zu bekommen, und aufgrund dessen sich die Mitglieder für diesen Bewerber entscheiden, ist das völlig legitim. Hätten die anderen ja auch machen können. Haben sie aber nicht, also war es ihnen scheinbar nicht wichtig.


    Ich verstehe diesen Groll hier überhaupt nicht. Der einzige Grund könnte hier gekränkter Lokalstolz sein.

    Ähm? Es wurde in einem für EU-Verhältnisse recht transparenten Verfahren zwischen etlichen Bewerbern abgestimmt und dabei kamen eben die beiden Gewinner heraus. Weiß nicht was es da zu kritisieren gibt. Ich kritisier doch auch kein Ergebnis einer Bundestagswahl, nur weil es mir nicht passt.



    P.S.: Schmittchen: Ironie funktioniert scheinbar wirklich nicht im Internet.

    Was ist das für eine komische Diskussion. Als ob man mit dem Wohnungsbau steuern könnte wer und wie lange in einer Stadt wohnt. Das bestimmen idr immer noch Arbeitsplätze, und Frankfurts Internationalität geht nun mal mit der hohen Bevölkerungsfluktuation einher. Die meisten Japaner z.B. sind Expats inkl. Familie, die ein paar Jährchen hier leben und dann durch andere ersetzt werden. Das ist auch der Grund dafür warum Japaner in Frankfurt wohl zu den am wenigstens integrierten Ausländergruppen zählen. Ist einfach nicht notwendig. Dazu kommt noch dass Frankfurt entgegen seines Rufes sehr wohl auch eine Studentenstadt ist. Und die bleiben idr auch nicht hier und kommen auch zum Großteil nicht von hier. Andere Firmen beschäftigen Leute aus allen Herren Ländern, die ziehen aber irgendwann weiter je nach Karrierepfad, egal wie schön Frankfurt ist. Es gibt eben auch andere schöne Städte in der Welt. Und wenn das neue Milieu der internationalisierten Weltbürger (von denen Frankfurt eben eine Menge hat) irgendwo anders etwas findet, zieht es sie dort hin.
    Mir scheint es, diese komische Forderung nach einem "Wir-Gefühl" rührt aus einer piefigen etwas veralteten Heimatromantik her, die man vielleicht noch bei den nationaldenkenden Land- und Kleinstadtbewohnern und älteren Großstadtbewohnern findet, aber in dem oben angesprochenen Milieu nur für eine hochgezogene Braue sorgt.

    Ein eklatanter Fehler ist diese Entscheidung, und veranschaulicht mal wieder prächtig, wie sehr die Stellplatzverordnung urbanen, sinnvollen Städtebau verhindert. Und das selbst zu Zeiten, in denen der eigene PKW eigentlich auf dem Rückzug ist. Wir haben hier einen idealen Platz, der ein relativ belebtes Zentrum des östlichen Europaviertels hätte werden können, was passt dort also besser hin als Gastronomie. Auch ich habe mir schon vorgestellt, wie man dort im Sommer mit Blick über den Europapark auf die Skyline außen sitzen würde. Kitas sind wichtig und internationale Kitas im Zuge des Brexits vermutlich erst recht, aber bitte doch nicht an dieser Stelle. Man baut doch auch keine Kita mitten auf den Goetheplatz. Man kann nur noch mit dem Kopf schütteln.



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