Beiträge von UrbanFreak

    ^im Prinzip teile ich deine Einschätzung.

    Aber zu C)

    "e) Gigantische Schulden aufnehmen und ein riesiges, staatliches Wohnungsbauprogramm auflegen wie es die Stadt seit der DDR nicht mehr gesehen hat. Dadurch könnte immerhin mittelfristig Druck aus dem Markt genommen werden und Jobs entstehen, aber der Berliner denkt lieber darüber nach:"


    Da weiss ich nicht ob die Schulden so gigantisch sein müssten. Seit 2020 und auch dieses Jahr gab es kaum Zuzug in die Stadt, gleichzeitig wurden und werden tausende Wohnungen fertig.


    Das wäre jetzt der ideale Zeitpunkt um "Luft zu holen" und Bauprogramme zu starten, damit es nicht wieder zu einer Erhitzung kommt. Gleichzeitig könnte man sich in einem wachsenden Wirtschaftsraum ein "Stück vom Kuchen" als Stadt Berlin sichern.

    ^^das ist ja clever von bonava....

    ^ich finde es gibt im osten der stadt relativ viele Hochspannungstrassen - schade das man hier so wenig macht, wie auch allgemein tut man relativ wenig für die gestaltung von straßen und infrastruktur im Berliner Osten (damit meine ich besonders die Außenbereich wie Hellersdorf etc.)

    ^häh? hat doch niemand behauptet. Die Behauptung von 8 Türmen stand im Raum und mittelfristig von 4 fertigen Hochhäusern. Du hast von nur insgesamt 3 Türmen gesprochen (hast du ja jetzt scheinbar in deinem Kommentar angepasst). Ich habe dich korrigiert, denn das Park Inn ist doch ein gewaltiger Turm mit über 120 Metern Höhe (wenngleich auch nicht unbedingt ein Schmuckstück). Das sorgt für eine Konzentration an sehr hohen Gebäuden (für Europa) und es ist absolut absehbar bis 4 von diesen Türmen direkt in enger Umgebung stehen, da bereits 3 im Bau sind und einer eben bereits vorhanden ist. Hinzu kommen noch mehrere "mid-rises" in unmittelbarer Umgebung (Motel One, Grandaire, Mercedes-Benz Bank, ...)

    Das ist ein riesiges Projekt, ich bin gespannt wie sich dieser Gegensatz entwickeln wird, denn aktuell steigt die Einwohnerzahl Berlins ja nicht gerade. Bereits 2020 gab es praktisch Stagnation und auch dieses Jahr scheint sich dies nicht zu ändern. Gleichzeitig werden solche Großprojekte, mit hunderten oder gar tausenden Wohnungen fertig.


    Anbei auch noch eine schöne Visualisierung bei Nacht, die wir hier noch nicht hatten. Es wirkt wie ein ganzer eigener Stadtteil:


    (c) Bonava

    Der Alex wird hier verbal stärker heruntergerockt als er es tatsächlich ist. Er ist nicht nur zugiger Verkehrsknotenpunkt sondern er ist nun einmal auch einfach geographisch im Herzen der Stadt. Der KuDamm ist zwar schön, aber schon allein geographisch einfach viel zu weit im Westen. Berlin wird definitiv ein neues Zentrum formen, wenngleich es natürlich immer Subzentren geben wird, aber - aus meiner Sicht - wird der Alex dieses neue Zentrum wieder werden und sollte es auch immer sein.


    Die nun im Bau befindlichen 3 zusätzlichen Hochhäuser jenseits der 130 Meter Höhe + weitere geplante Projekte, werden diesen Platz zum Epizentrum der Stadt machen. Das wird in Summe dann noch mindestens 20 Jahre dauern, aber wenn allein schon in 5 Jahren insgesamt 4 Gebäude über 100 Meter den Platz zieren werden, werden zumindest die nationalen Touristen diesen Platz als eindeutiges Berliner Zentrum identifizieren. Das wird das Prestige überregional betonen und verstärken und weitere Investoren anziehen. Ich prophezeie jetzt schon in ca. 10 Jahren den einen oder anderen Abriss um mehr Platz für investionsfreudige Firmen zu machen, die unbedingt die "Top-Adresse" Alexanderplatz beziehen möchten.


    Und damit hier nicht nur immer Wörter zu lesen sind, anbei auch eine schöne Visualisierung der (nahen) Zukunft des Alexanderplatzes (+ Umgebung ;-) ) von den Machern des "BEAM" Projektes. Ich denke dieser Stand wird in spätestens ca. 10 Jahren Realität sein.


    42096056ek.jpg


    (c) https://beam-berlin.de/ueber-das-beam/

    ^Zynismus macht die Diskussion jetzt auch nicht besser. Der Alex macht definitiv immer noch einen trostlosen Eindruck - das würde aber auch eine verbesserte Version des HdS nicht unbedingt lösen. Trotzdem darf und muss man sich hier auch nicht immer mit allem zufrieden stellen. Eine Chance ist definitiv vergeben - man hat wirklich dein kleinstmöglichen Fortschritt genehmigt.

    ^ na ja da möchte ich dir jetzt aber schon ein wenig widersprechen. Berlin ist die Hauptstadt Deutschlands und repräsentiert damit auch. Auch für Berlin selbst ist internationales/nationales Ansehen wichtig, da eine der wichtigsten Einnahmequellen der Tourismus ist. Ein quirrliges, weltstädtisches Zentrum am Alex wäre durchaus im Interesse Berlins, denn es würde die Bedeutung im nationalen Bereich (die meisten Touristen kommen doch tatsächlich aus dem Inland) verbessern.


    Von daher würde ich schon sagen, dass eine Chance vergeben wurde, auch wenn der Entwurf den Ist-Zustand definitiv verbessert.

    Irgendjemand bestellt die Gebäude aber auch. Irgendjemand trifft entscheidungen. Irgendjemand wählt und zahlt diese Entwürfe.


    ^da hast du absolut Recht. Ich denke nur das auch die Entscheider/Investoren so langsam wechseln. Auf Plattformen wie z.B. Neubau-Kompass lässt sich schon jetzt der Zeitgeistwechsel bei Neubauten verfolgen - es wird wieder mehr Wert gelegt auf Fensterumrahmungen, gestalterische Elemente, etwas höhere Decken etc etc.

    Die Moderne ist bereits jetzt Geschichte. Wir erleben eigentlich nur noch die Ausläufer davon.

    ^Zustimmung - Street Art ist immer dann gut, wenn Gebäude verfallen, oder sogar bewusst dem Verfall preisgegeben werden (z.B. aufgrund von Spekulation). Dann kann das ganze sogar als Mahnung dienen oder eben der Dekoration.


    Die "Berlin Kidz" sind aber enorm nervig. Typisch ACAB-mäßig sehen sie sich nämlich selbst als Zentrum der Welt. Trotz fortgeschrittenen Alters....

    ^das ist ja schön für dich. In einem Wort muss ich dich aber korrigieren: Ich bin überhaupt nicht Intellektuellen-feindlich - ich bin PSEUDO-Intellektuellen-feindlich. Das ist ein kleiner, aber feiner und erwähnenswerter Unterschied. Architekten-Poesie in der man versucht, billigsten Beton-Pfusch noch als große Kunst zu verkaufen gehört zu dieser Kategorie. Das ist wohlgemerkt eine Pauschal-Aussage. Der Suhrkamp Verlag ist jetzt nicht unbedingt das prägnanteste Beispiel - ich habe ihn herangezogen weil er hier so "umkämpft" war. Es gibt deutlich schlimmere Beispiele der Moderne.

    ^jaa ein hoch auf die Freiheit. Und nein: Ich plädiere nicht für eine Staatsdiktatur mit Verordnung von einem bestimmten Architekturstil. Ich bin ja nicht so wie der Platten-Erich. Aber ich vertraue auch ein wenig auf die Ökonomie. Über Jahrhunderte haben sich letztendlich Menschen immer für die Schönheit entschieden - und damit für Schmuck und Dekor. Der Individualismus wird den Pseudo-Intellektualismus mit seiner bräsigen Hochnäsigkeit, seinem Wunsch nach elitärer Abgrenzung langsam abschaffen - und damit auch die Moderne. Go and sleep Boomer, it's time to say goodbye...Der Suhrkamp Verlag wird - wie viele andere seiner Zunft an Bedeutung verlieren und damit auch deren Leadership, das ich in deren 50ern wähne.


    Umsatzentwicklung Suhrkamp Verlag

    Oh ja, das ist durchaus ein Fest für das Auge. Im Vergleich zu solchen Dingern wie den Suhrkamp Verlag jedenfalls definitiv. Was ich nur schade finde ist, dass wir so etwas immer nur rekonstruieren können. Wieso nicht auch neu so bauen? Tja, das wird mir wahrscheinlich keines unserer heutigen Architektenkinder beantworten können ;-)

    ^Gewinn ist es alleine schon deswegen, weil diese schreckliche Ruine nun endlich renoviert wird. Was die meisten hier monieren ist eben die Chance daraus gleich etwas besseres zu machen. Natürlich ist das auch ein vielfach wiederholtes immergleiches Argument - hier aber besonders angebracht, denn hier befinden wir uns in der geographischen Mitte Berlins, die eines Tages definitiv auch wieder das ökonomische Herz der Stadt repräsentieren wird.

    ^^Ich weine dem preußischen Stuck hinterher - bin ich jetzt ein Nazi?


    Ich würde allgemein vorschlagen die ständige Politisierung von Geschmack (Architektur ist im Wesentlichen Geschmacksfrage, außer man ist unverbesserlicher "Weltverbesserer" und Ideologe) wegzulassen.