Beiträge von Treverer

    Ja, plump, grob, banal, grau sind Dinge die mir zu diesem Bau als erste durch den Kopf schießen. Absolut enttäuschend nach einer so extrem langen Planungszeit. Einer der schlechtesten Bauten des Leipziper Platzes und ganz klar das hässliche Entlein des Potsdamer Platzes, den der Bau ja leider auch mitprägen wird. Ich denke der Bau wird relativ schnell relativ vielen nicht gefallen/nicht mehr gefallen.


    Der hier verlinkte Barkow-Leibinger Bau wäre in der Tat eine sehr viel elegantere und zeitlosere Lösung gewesen. Er hätte sich gut in den 20er/frühe Moderne Look des Umfelds eingefügt. Aber die Zeiten sind vorbei...das will man nun nicht mehr. Man kann froh sein, dass der Großteil des Areals 25 Jahre früher geplant und ausgeführt wurde.

    Ursprünglich besaß Sankt Hedwig in der Tat kein Kreuz, das über dem Opaion der Kuppel schwebte. Exakt wie das Pantheon in Rom. Es befand sich aber auch kein Kreuz auf dem Giebel. Dort waren nur einige Figurengruppen angebracht, die leider nach dem Krieg abgetragen wurden und nicht mehr auftauchten.
    Erst im 19. Jahrhundert hatte man St. Hedwig eine neue Kuppel mit Laterne aufgesetzt, die von einem großen, wuchtigen Kreuz bekrönt wurde. Damit hatte man sich dann weit vom Vorbild in Rom entfernt.
    Das Kreuz nun zu entfernen und die ganz ursprüngliche Situation herzustellen, finde ich keine schlechte Idee. Den Kompromiss ein völlig ahistorisches Kreuz über dem Giebel anzubringen, unterstütze ich jedoch nicht. Bitte nicht das weitgehend originalgetreue, geschützte Äußere modernisieren, nur weil man wahrscheinlich Angst vor Anfeindungen hat, man würde das Kreuz komplett tilgen wollen. Ich gebe zu, das klingt in unserer heutigen politischen Lage äußerst brisant.


    Was mich angeht... so ist mein Empfinden, dass dieser „Stil“ vielleicht nach Müchen passt wo die angesprochenen Architektekten ja auch beheimatet sind. Nach Berlin und neben die Friedrichswerdersche Kirche passt er nicht.


    Kleine Richtigstellung: Die Gebrüder Rüdiger und Jürgen Patzschke sind Berliner. ;)


    Ich kann an dem angesprochenen Patzschke-Bau außer der billigen Ausführung, die ich hier und anderswo schon öfters bemängelt habe, keine schlechte Architektur entdecken. Ein wohlgefälliger Entwurf.

    Ich habe mir den Welt-Artikel nun auch mal zu Gemüte geführt und, meine Fresse, so einen uninformierten, komplett überzogenen Sensationsrotz habe ich schon lange nicht mehr gelesen.
    Ein Bild eines sich noch im Rohbau befindlichen Raumes zu untertiteln mit...
    "Was soll nur werden? In diesen Räumen herrscht Ratlosigkeit."
    ...ist bereits unfreiwillig komisch in seiner Überzogenheit und Melodramatik.


    Mal ernsthaft, die sollen die Verantwortlichen erst mal machen lassen. Der Zeitpunkt den Untergang des Humboldt-Forums und seiner Ausstellungen zu verkünden (und scheinbar herbeizusehnen), wenn sich das Gebäude selbst noch im Rohbau befindet, ist vielleicht noch ein kleines bisschen verfrüht.


    Im Grunde ist es doch gar nicht so schwer: Die Sammlungen des Ethnologischen- und Asiatischen Museums bestehen bereits und man kann sie mit Fug und Recht als einer der größten, umfassendsten und eindrucksvollsten der Welt bezeichnen. Allein die Zusammenführung, Aufstockung und Ausstellung dieser Sammlung auf viel mehr Raum sollte zumindest einen kleinen Erfolg, wenn man bescheiden sein möchte, nicht sooo schrecklich schwer machen. Sammlungen von diesem Kaliber würden auch in einer ausrangierten Flugzeughalle noch beeindrucken.
    Die Leute, die sich mit den Ausstellungen befassen, sind auch nicht komplett neu in diesem Metier, sie machen das schon seit vielen Jahren in Dahlem. Immer wieder wird mal umgebaut, werden neue Ausstellungen konzipiert und realisiert, bisher blieben die atomaren Katastrophen (hat man das HF tatsächlich mit Tschernobyl verglichen?), wie sie in dem Bericht heraufbeschworen werden, komplett aus.


    Und zu Frau Savoy kann man nur sagen: Warum zur Hölle hat sie sich an einem solchen Projekt überhaupt beteiligt, wenn sie praktisch gegen alles ist, was dieses Projekt ausmacht: Die originalgetreue Rekonstruktion der Fassaden und Kuppel, und dies inklusive Kreuz, sowie die tatsächliche Ausstellung der Objekte des Asiatischen- und Ethnologischen Museums und nicht deren Auflösung und Komplettrückgabe.
    Gut, dass sie sich praktisch selbst vor die Tür gesetzt hat und dass sie dieses Projekt nicht weiter unterminieren kann.

    Wenn man sich schon für eine Alternative zum Kreuz entscheidet, dann kann diese Alternative nur ein Bundesadler sein! Und nix anderes!


    Was hat ein Bundesadler auf einem barocken Palast, der ein Museum für Weltkulturen beherbergt, zu suchen?


    Glücklicherweise wird das Kreuz definitiv kommen und das stand im Grunde auch nie wirklich zur Debatte. Es wurde nur ordentlich durch die Medien aufgebauscht. Seit 2011 ist das Kreuz bereits beschlossene Sache und seit 2013 liegt genau dafür die Baugenehmigung vor. Die ewigen Nörgeler und Kritiker kamen leider ein paar Jahre zu spät, wie so oft, scheren sie sich die meiste Zeit doch nicht wirklich für das Stadtschloss/Humboldt-Forum.

    Da hat sich nichts eingeschlichen, diese Fensterchen waren auch schon vor der Sanierung da. ;)


    Was mich viel mehr stört: Die Fassaden der Kronprinzengengärten schweben mal wieder über dem Bürgersteig (vorletztes Foto).

    Wie nennen wir eigentlich diesen Architekturstil, der sich in Berlin immer mehr verbreitet? Also, ich meine den vom Stadtpalais Wilmersdorf, Seesener Straße 15a, Deutsche Rentenversicherung oder beim hier zuletzt gezeigten Entwurf für Wilhelmsaue 32?
    Er hat Anklänge von Frühmoderne, Art Deco und Streamline. Die Bauten werden durch horizontale Bänderung gegliedert, oft mit runden Ecken oder Balkonen.
    In einigen Jahren wird man sich auf einmal wundern, wie dominant das Berliner Stadtbild durch diese vielen Bauten in namenlosem Stil geprägt sein wird. Aber mir soll es recht sein, ich finde sie sehr ansprechend. :)

    Beunruhigender Bericht. :/ Seit Jahrzehnten hieß es, die Bauakademie solle als eines von Schinkels herausragendsten Werken rekonstruiert werden, der Förderverein hat viel Zeit, Arbeit und Geld in dieses Vorhaben investiert. Lange hat sich außer dem Förderverein niemand sonst darum geschert. Jetzt wo man endlich ein sicheres Bekenntnis vom Bund hat (zuerst sogar im Zusammenhang mit den originalgetreuen Kolonnaden vor dem Stadtschloss/Humboldt-Forum) kommen der Bund der Architekten und Frau Grütters daher und wollen alles nochmal umkrempeln und doch vielleicht etwas anderes durchdrücken.


    Aber dass man mit dem Humboldtforum/Berliner Schloss erst einen alt-modernen Hybriden baut und ihm ein Konzept verpasst, das die Weltoffenheit des modernen Deutschland symbolisieren soll, um dem Bau dann ein Kaiser-Wilhelm-Denkmal vors Portal zu setzen, bei dem der Kaiser in Herrscherpose symbolisch von seinem ehem. Schloss Besitz ergreift (indem er auf das Portal zureitet), geht gar nicht.


    Dir ist bekannt, dass man vorgeschlagen hat, alleine die Kolonnaden, die das einstige Denkmal umrahmten, zu rekonstruieren? ;) Es war niemals die Rede davon den Kaiser selbst wieder aufzustellen.
    Es ging darum dem monumentalen Eosander Portal mit den Kolonnaden ein angemessenes, architektonisches Gegenüber und der Schlossfreiheit eine Fassung zu geben.


    Etwa so:

    (Eine schnelle Visualisierung, die ich schon vor einigen Jahren zusammengezimmert hatte.)

    Ich muss auch sagen, ich bin etwas enttäuscht, dass man sich letztendlich für die etwas gröbere, detailärmere Fassade entschieden hat. Einige Visus ließen da noch auf mehr Struktur und Gliederung schließen... Dennoch ein vorbildliches Gebäude, dass einen guten Übergang von den Hochbauten des Potsdamer Platzes zu den umliegenden, niedrigeren Bauten bildet.

    Gefällt mir ehrlich gesagt sehr gut. Der Cube wird zwar ganz sicher nicht so licht und transparent werden, wie hier dargestellt, aber ich verspreche mir schon einige schöne Spiegelungen und Lichtreflektionen. Es ist meiner Meinung auch der beste und klarste aller Entwürfe, die wir in den letzten Jahren zum Cube gesehen haben. Das wird jetzt hoffentlich auch bald so gebaut.
    Einen solchen Bau braucht es mittlerweile auf dem Platz, um die vielen, langweiligen, grauen Rasterfassaden des Umfelds etwas aufzulockern.

    Dafür wird ein anderes "Monster" gebaut. Der Klotz wird an zwei Seiten keine Fenster haben.
    Ernsthaft, ich habe manchmal das Gefühl, als will man absichtlich mit größtmöglicher Hässlichkeit provozieren. Und die Diözese kommt sich à la Des Kaisers neue Kleider ganz toll und intellektuell dabei vor, einen solchen Entwurf zum Gewinner zu küren.
    Und bevor nun wieder einer ankommt, ich würde nur etwas historistisches haben wollen: Es gibt auch moderne Architektur, die sich einzufügen, ja, sich sogar unterzuordnen weiß, für ein harmonisches Stadtbild.

    Tomov, du musst mich nicht siezen. Ich bin auch einfach mal so dreist und duze dich hier im Forum.
    Keine Ahnung warum es dich nicht nicht wundert. Vielleicht weil man annehmen sollte, dass man eines der ganz wenigen nahezu komplett intakten historischen Ensemble der Stadt (das geschütze Forum Fridericianum) nicht mutwillig mit provokantem Modernismus entstellen sollte? Die Moderne hat genügend Platz für Experimente in der kompletten restlichen Stadt und dort weiß ich sie, entgegen deiner Andeutung, übrigens auch sehr zu schätzen, wenn sie gut entworfen ist. Es muss für mich nicht immer nur historisierend sein, nur eben dem Standort angepasst. Den Enwurf, den du uns verlinkt hast kann man nicht als angepasst beschreiben, nicht im Geringsten.

    Um den DDR-Bau tut es mir nicht leid. Zur Französischen Straße hin ist er ja noch ganz ansprechend, aber die restlichen Fassaden sind heute einfach unattraktiv und strahlen diese typische 70er Muffigkeit und Altbackenheit aus. Die sperrige Rampe zu St. Hedwig hin geht meiner Meinung nach überhaupt nicht.
    Leider befürchte ich, wird dort wohl kein Bau errichtet werden, der sich in seine Umgebung einfügt. :/ Es werden sicher wieder ganz bewusst Brüche und Kontraste provoziert. Mein absoluter Alptraum wäre so eine Kiste:


    http://www.eharchitekten.de/im…tur/sthedwig/eh_sth_1.jpg


    Hotlinking, keine Quellenangabe --> Bild geurlt. Nach über 9 Jahren Mitgliedschaft im DAF sollten die Richtlinien für das Einbinden von Bildern mal langsam bekannt sein!
    Bato


    Aus einigen Blickwinkeln von Unter den Linden aus und vom Bebelplatz aus wird man den Bau später sehen. Ich hoffe wirklich, man ruiniert das größtenteils geschlossene historische Bild nicht mutwillig mit der nächsten Bausünde.

    Man weiß gar nicht mehr was man noch dazu sagen soll... *seufz*
    Die Ausstellungsfläche des vierten Flügels war doch auch so wichtig für Ägyptens Großexponate, die schon seit vielen Jahrzehnten keiner mehr zu Gesicht bekommen hat.


    Mal eine andere Sache. Wie sieht es eigentlich mit der Untergrundpromenade aus, deren Hauptzugang ja die James-Simon-Galerie darstellt? Ist die Promenade bereits im Bau und sind da auch noch größere Überraschungen zu erwarten?

    Berlin leidet meiner Meinung nach an akuter Geschmacksverirrung und das schon seit einigen Jahren. Dabei sah in den 90ern alles so rosig aus und Berlin wurde als kommende Architekturikone gefeiert. In den letzten Jahren folgt eine vertane Chance auf die andere. Alles nur Mittelmaß und zudem noch geplagt von Kostenexplosionen und Verspätungen.
    Den erhofften Bilbao-Effekt wird diese Großscheune jedenfalls ganz gewiss nicht haben.

    Mit der neuen rot-rot-grünen Regierung Berlins sieht das aber ganz düster aus. Es war zuvor einzig allein die CDU, die sich dafür ausgesprochen hatte, das Schlossumfeld historisch zu gestalten und auch die Rossebändiger zurückzubringen.
    Gerade Linke und Grüne sind nicht gerade für ihre Liebe zu Kunst und Kultur bekannt, die dann auch gerne ein bisschen was kosten darf.