Beiträge von Treverer

    Ich kann mich noch nicht so recht entscheiden, ob der Dudler-Bau nun eine Verbesserung ist oder eine Verschlimmbesserung. Der alte Bau sah schon ziemlich altbacken und ranzig aus, Material und Kupferdach passten aber in die Umgebung. Jetzt wirds ein modernistischer Klotz, allerdings scheint sich auch hier die Materialität der Umgebung anzupassen und wird wahrscheinlich wertig, schlicht und unauffällig wirken, was womögliche das Beste in diesem Denkmalensemble ist. Ein Glaskasten wäre z.B. mehr aufgefallen und daher schlimmer gewesen.

    Damit es hier mal wieder etwas runterköchelt und wir zum eigentlichen Thema zurückgelangen...
    ...wie sieht es eigentlich mit dem Hotel Stadt Rom aus? Liegt das im Moment komplett auf Eis?
    Nachdem in diesem Jahr das letzte große Quartier fertiggestellt wird (außer vielleicht das Palais Hoym, an dem man noch länger werkelt), bleibt das HSR als letzte Fehlstelle am Neumarkt übrig.

    Ein Problem, was ich speziell mit der Friedrichstraße sehe, sind die großen, langestreckten Kaufhauskomplexe, die sie flankieren. Ich weiß nicht, ob diese sich gut in einer Fußgängerzone machen. Da latscht man ja ewig bis zum nächsten Geschäft, und man hat ja sowiso schon alles in einem Komplex. Fußgängerzonen funktionieren meiner Beobachtung nach immer dann gut, wenn sie kleinteiliger sind. Viele einzigartige Geschäfte auf kleinem Raum.
    Was außerdem viel ausmacht: Schönheit und Flair. Man will einfach mal gerne durch die schönen und atmospherischen Gassen von Altstädten bummeln, weil es für sich schon ein Genuss ist. Die Friedrichstraße gibt das nicht her.

    Aiaiai... Hab mich echt auf The Wilhelm gefreut. Hätte mir gar gewünscht, es hätte mit dem obigen Projekt die Plätze getauscht. Nun steht's also auf der Kippe? :(
    Wie weit hat man denn da schon geplant/gebaut? Vielleicht ist man ja schon so weit, dass man, wenn man es verkauft, den Patzschke-Entwurf beibehält.

    Unsinniges Zitat des Vorposts gelöscht.


    ^ Tja, sann musst du vielleicht zwei Mal lesen. Ist ja nicht schlimm.

    Ich habe außer meinem Empfinden, dass Frühmoderne sich hier gut gegen den Neoklassizismus absetzt und gleichzeitig eine Verbindung schafft, noch klar benannt, dass der starke Material- und Gliederungsunterschied hier gut gelungen ist und zu weniger Monotonie führt, besser als der alte Entwurf.
    Wie du auf Frühmoderne als "Allheilmittel" kommst, weiß ich jetzt leider auch nicht.

    Ich bin ob der negativen Beurteilung des endgültigen Entwurfs schon überrascht. Der endgültige Entwurf, wenn ich das richtig verstehe, ist doch die horizontal gegliederte Backsteinfassade mit Anleihen an die Frühmoderne, richtig?
    Ich finde dieser Entwurf wirkt wertig, dynamisch und er stellt gleichzeitig einen schönen Kontrast zum massiven, steinernen 30er Jahre Neoklassizismus der ehemaligen Reichsbank und eine gekonnte Verbindung dar, da man in der Architektursprache ca. zehn Jahre zurückspringt.

    Der ursprüngliche Entwurf setzt die extreme Länge und Monotonie der ehemaligen Reichsbank einfach nur fort. Über 300m ununterbrochen gelber Sandstein und gleiche Gliederung, nein Danke!

    Dass hier die Pflasterung moniert wird, wundert mich schon etwas, denn man orientiert sich hier eng an der historischen Berliner Pflasterungskombi von "Schweinebäuchen" und Mosaikpflaster. Zumindest auf mich mirkt das edel und traditionsbewusst. Es ist auch ein Riesengewinn, dass sich die Stadt im Zusammenspiel mit der historischen Pflasterung außerdem noch für die Reproduktion und Aufstellung der kostspieligen, historischen Schupmann-Kandelaber entschieden hat. Das war anfangs nämlich noch gar nicht sicher und ist schon ein eher Berlin-untypischer Luxus, den man sich hier gegönnt hat.

    Ich finde, die Gestaltung des nördlichen Schlossplatzes generell recht gelungen. Modern, aber mit klarem Bezug zur Tradition, ganz ähnlich, wie man es mit der Wiederherstellung des Lustgartens gehalten hat.
    Einzig der südliche Schlossplatz wirkt auf mich trist und traurig, mit dem großen, leeren Pflasterfeld vor den Schlossportalen. Vielleicht lässt sich ja der neue Senat doch noch zum Neptunbrunnen, einer Kopie des Neptunbrunnens oder zu einem modernen Brunnen erweichen.

    ^
    Fliesen neu verlegen?
    Wie ich schrieb, die Tiefenschäden sind da und die werden bleiben. Geflickt wurde nur oberflächlich/kosmetisch. Dazu gehört auch den Boden neuzuverfliesen, wenn durch die alten Fliesen ein fetter Riss geht. Die werden doch nicht ernsthaft einen daumenbreiten Riss im Boden durch das ganze Gebäude lassen. Wenn doch, dann gibt's das tatsächlich nur in Berlin.


    2. die Schäden konnten behoben werden


    Konnten sie nicht. Das Kirchenschiff ist nun komplett der Länge nach verzogen. Man hat nur oberflächlich die Risse kaschieren können.
    Ein besonders fetter Riss zieht sich noch immer auf dem Boden längs durch die komplette Kirche. Ich hoffe, das bleibt jetzt nicht so, ganz im Sinne des Berliner Ruinenkults.

    Doch, das war klar, wenn man sich über Jahre hinweg regelmäßig über das Projekt informiert hat und eins und eins zusammenzählen kann. ;) Es wurde nämlich schon im Laufe der letzten Jahre, für jeden einsichtlich in detaillierten Unterlagen, die verschiedenen Aufträge an verschiedene Firmen vergeben. Mittlerweile sind längst alle Rekonstruktionsarbeiten in Arbeit. Seit neuestem auch die Durchfahrten aller Portale bis auf Portal I.


    Portal III wird, so weit ich weiß, erst mal nicht die inneren Statuen erhalten. Sie sind aber weiterhin geplant. Mir ist auch nichts von den beiden Statuen, die außen die Balustrade des Portals schmücken, bekannt.
    Die Statuen der Kuppelbalustrade sind hingegen fest geplant und finanziell gesichert, da sie in den Spenden zur Kuppel inbegriffen sind.


    Damit wird das Schloss wohl unabhängig vom Spendeneingang äußerlich fertiggestellt. Lediglich die oberhalb der Attika vorgesehenen Figuren wären dann noch ausstehend.


    Das war aber schon seit langem kein Geheimnis mehr. ;) Alle Rekonstruktionsarbeiten sind bereits vom Bund vorfinanziert und befinden sich zurzeit in der Ausführung. Man kann das ja schlecht in Etappen machen und immer mal wieder alles stoppen, wenn das vorhandene Spendenkontingent ausgeschöpft wurde. Dann würde sich die Fertigstellung, die fest nächstes Jahr eingeplant ist, bis in alle Ewigkeit ziehen.
    Was mich nur etwas wundert:
    Da fehlen allerdings zwei Figuren, wenn nur 26 in Auftrag gegeben wurden.
    Der Schlüterhof zählt 16 Kolossalfiguren, Portal III zählt 4 Kolossalfiguren und die Kuppel zählt 8. Das sind alle Figuren, die bei Eröffnung definitiv aufgestellt sein sollen, und das sind insgesamt 28.
    Vielleicht wurde davon aber Antinous, der ja bereits fertig ist, abgezogen und womöglich eine weitere Statue, die ohne unser Wissen bereits ebenfalls fertiggestellt wurde. Die Figuren sind nämlich schon seit Jahren in Planung und Umsetzung. Das bedurfte viel Vorlauf. Das exakte Aussehen der Figuren, von denen man oft nur wenig Bildmaterial besaß, musste ja erst einmal recherchiert und rekonstruiert werden. Auch ein Grund warum man nicht Etappenweise vorgehen kann.

    Wunderschöne Eindrücke soweit, epizentrum. Vielen Dank! :)


    Das ist Architektur! Attraktiv, menschlich, lebenswert. Frankfurter wie Frankfurt-Besucher werden diesen Ort mit Freude in Beschlag nehmen. Ich kann es auch kaum erwarten, es mit eigenen Augen zu sehen.

    Der "Welt"-Artikel beinhaltet zwar viel Geschwafel, aber in einer Aussage hat die Autorin recht! Die Fassade passt nicht zum Inhalt!!!


    Na und? Ernsthaft, lass mich mal einige Gebäude in der direkten Umgebung aufzählen, wo Fassade und Inhalt ebenfalls nicht übereinstimmen und wo sich seltsamerweise keiner künstlich echauffiert.


    - Berliner Dom: Außen sowie innen extravagante barocke Prachtentfaltung, gepredigt wird schlichter Protestantismus.
    - Alte Nationalgalerie: Außen antiker Tempel, innen vorallem deutsche Kunst und einige französische Impressionisten.
    - Neues Museum: Außen edler Klassizismus, innen Museum für Vor- und Frühgeschichte und das Ägyptische Museum.
    - Friedrichswerderche Kirche: Neobacksteingotik und gebaut als Kirche, wurde und wird hoffentlich wieder als Museum für klassizistische Skulpturen genutzt.


    Einzelne Figuren auf der Balustrade können aber auch erst nach und nach dazu kommen, die werden zur Eröffnung wohl noch nicht alle stehen.


    Die insgesamt 20 Kolossalfiguren, die Schlüterhof und Portal III schmücken sollen, sind alle bereits in Auftrag gegeben und es wird an ihnen bereits gearbeitet. In der Ausschreibung ist mit den Vertragspartnern festgelegt, dass sie bis 2019 fertiggestellt werden.

    Und manch einer wird feststellen, dass es im Vergleich zu anderen Städten ein eher durchschnittliches "Schloss" ist.


    Haha, der ist gut. :lach:
    Das Berliner Schloss galt als eines der bedeutendsten Bauwerke des nordeuropäischen Barocks und das bedeutendste Barockbauwerk Norddeutschlands, speziell die Außenfassaden Schlüters, der Schlüterhof und Eosanders Westfassade, die auch alle originalgetreu wiederkehren werden.
    Nicht nur kunsthistorisch war der Bau hochbedeutend, auch seine Ausmaße und Proportionen waren/werden wieder alles andere als Durchschnitt.
    Manch ein anderer Stadtpalast hat eine größere Ausdehnung/Grundfläche, so z.B. die Eremitage oder der Louvre, aber kaum ein anderer Stadtpalast ist so hoch wie das Berliner Schloss mit einer allgemeinen Firsthöhe von 35 Metern, ganz zu schweigen von der, inklusive Kreuz, 69 Meter hohen Kuppel.
    Allein Eosanders Westfassade mit dem großen Triumphportal gehört zu den größten und massivsten Schöpfungen seiner Art in Europa. Das Triumphportal alleine betrachtet gehört mit etwas weniger als 30 Metern zu den höchsten Europas und übertrifft sein Vorbild in Rom bei weitem.