Beiträge von Alf

    Endgültige Absage von Land und Stadt in Sachen Umbenennung in Theodor-Heuss-Flughafen.
    Quelle: EZ-Online

    Ich bin mir sicher, dass eine Benennung wie Gottlieb-Daimler- oder Robert-Bosch-Flughafen, selbstverständlich unter Verkauf der Namensrechte, keine Probleme darstellen würde. Namen öffentlicher Gebäude, ob Stadien, oder Messehallen, sind inzwischen zum Wertobjekt geworden, welches man nicht mehr an historische Persönlichkeiten "verschenkt".

    Nachdem auch BB Hahn auf der MIPIM Bewegung in Sachen City Prag angekündigt hatte, verdichten sich die Anzeichen, dass in den nächsten Wochen etwas publik werden könnte.

    Ankündigungen, MIPIM und City Prag haben ich in der Kombination irgendwie in schlechter Erinnerung. Da hat schon mal ein Oberbürgermeister einen amerikanischen "Superinvestor" aufgetrieben, für dessen Anwesenheit es auf der MIPIM keine Belege gab, dafür kümmerte sich eine deutsche "Tochter" dann darum, die zu dem Zeitpunkt mit dem "Superinvestor" bereits ein Monat zuvor im juristischen Clinch lag. Jedenfalls schaffte es für die Lokalpolitik und die Gerichte ausreichend Beschäftigung.


    Hoffen wir diesmal das Beste, und dass diesmal jemand gefunden wird, der die Baulücken schließt - und zwar auf eigene und nicht städtische Kosten. :cool:

    Da sind allenfalls Namen wie .... "Gottlieb Daimler" oder "Ferdinand Porsche" zu nehmen, darunter nicht!

    Zumal man sich den Namen von den Unternehmen bezahlen lassen könnte, wie bei Stadien und großen Hallen inzwischen üblich. Niemand würde heute dem Zeitgeist gehorchend eine Halle "Schleyer-Halle" nennen und für einen Theodor Heuss würde niemand Millionen für die Namensrechte auf den Tisch legen.

    Wenn bspw. der Landeshaushalt allein die Finanzierung nicht hergibt - etwa aus politischen oder haushaltsrechtlichen/-technischen Gründen, warum soll dann nicht auch moralisch erlaubt sein, wenn öffentlich kapitalisierte Betriebe wie die FSG ihren Teil dazu beitragen?

    Der Betrag den ein Land oder eine Kommune seine Unternehmen belastet, mindert deren Gewinnausschüttung in den Haushalt.


    Finanzieller Vorteil: keiner
    Politischer Vorteil: weniger Auseinandersetzung mit der Opposition oder kritischen Bürgern


    Ob Du es Umetikettierung oder anders nennst - es kommt hier für mich primär darauf an, was hinten bei rauskommt.

    So denken die Verantwortlichen auch.

    Eine Wählertäuschung kann es ja kaum sein - der interessierte Bürger weiß ja i.d.R. um die Gesellschafterstrukturen der Unternehmen wie FSG oder Neue Messe

    Die kennen (oder vielmehr begreifen) nicht einmal Abgeordnete oder Stadträte, selbst wenn sie dabei im Aufsichtsgremium sitzen, oder Fraktionskollegen von ihnen dort vertreten sind.


    So freut sich dann der Stadtrat, wenn die Kosten des World Moblity Forums von der SSB übernommen werden, wo mancher von ihnen im Aufsichtsgremium das noch willkommen heißt. Damit werden die Zuschüsse der öffentlichen Hand natürlich höher ausfallen und kann man kann einen höheren Defizit vorweisen, was die Begründung und Genehmigung von Fahrpreiserhöhungen erleichtert. So darf der gemeine Bürger auch an dieser Kostenverschiebung seinen Anteil haben.


    Allein mit schöngeistigem Bedenkenträgertum wurde selten Großes geschaffen.

    Eigentlich leiden visionäre Entscheidungsträger in der Politik schon immer daran, dass die Demokratie sich weigert, ihnen den Entscheidungsspielraum eines Louis XIV, oder eines ägyptischen Pharaos einzuräumen. Die konnten noch richtig "Großes" schaffen, und zwar ohne Rücksicht auf wen und was auch immer. :cool2:

    Noch einmal die Frage, weil Du Dich vor der Antwort scheinbar drücken willst: Was ist daran verwerflich, auch den Flughafen gehörig in die Pflicht zu nehmen, wenn er davon profitiert? Ich hätte viel eher Bauchschmerzen, wenn der Flughafen überhaupt nicht an der Finanzierung von S21 beteiligt würde (ICE-Station vor der Haustür!!)

    Der Flughafen ist nicht irgend ein Unternehmen, das daran beteiligt wird, sondern die gemeinsame "Tochter" des "Konzerns Baden-Württemberg" und des "Konzerns Stadt Stuttgart". Somit ist es eine interne Verschiebung von Geldern. Was den Unternehmen in öffentlicher Hand an Kosten zugeschoben wird, mindert deren Gewinnausschüttung in den Haushalt (oder vermehrt bei defizitären Betrieb den Zuschuss daraus). Man kann es als Hütchenspielertrick betrachten, oder als simple Umetikettierung. Die Kosten werden nicht mehr oder weniger. Sie sind dem Wähler nur unauffälliger darstellbar.

    Ich sehe in diesem speziellen Fall auch nix verwerfliches daran.

    Natürlich ist es völlig legal. Mein Unternehmen A kann jederzeit etwas kaufen, was meinem Unternehmen B nutzt, gehören ja beide mir.


    Hier dient es der Optik. Eine Beteiligung von Land und Stadt mit je 243 Mio. € klingt besser als je 311 Mio. €. Schließlich schaut einem der Steuerzahler misstrauisch auf die Finger. Man strapaziert diese Art der Kosmetik aber mittlerweile, musste der Stuttgarter Flughafen doch schon durch seine Beteiligung am Baden-Airport herhalten, Manfred Schmiders (FlowTex) Hinterlassenschaft zu entsorgen. Kommen Oettinger oder Schuster mit irgendwelchen Kosten an die Öffentlichkeit, stellt sich gleich insgeheim die Frage: "Und wieviel zahlt der Flughafen?".


    Aber auch andere Betriebe des Landes und der Kommune werden in die Pflicht genommen, wenn es gilt Ausgaben politisch machbarer zu gestalten. Es ist "schlitzohrig" aber nicht illegal. ;)


    Naja, ein gewisses Maß an Eigeninteresse der Flughafengesellschaft an Neuer Messe und S21 kann wohl kein vernünftiger Mensch bestreiten.

    Klar, aber eine Beteiligung gibt es nur, wenn die alle die selben Gesellschafter haben. Oder gibst Du Deinem Nachbarn einen Zuschuss, wenn er eine Garage auf seinem Grundstück baut? Schließlich profitierst Du davon, da es Deine Chancen erhöht einen Parkplatz in Deiner Straße zu finden. Natürlich machst Du es nicht, denn die Garage baut er so oder so. Über den Nutzen freust Du Dich natürlich. Der Flughafen muss seine Freude aber bar bezahlen. Dafür Sorgen Stadt Stuttgart und das Land Baden-Württemberg als Gesellschafter.

    Schulden-Muli

    • Minus von 3,8% gegenüber 2007
    • Insgesamt investiert FSG 360 Mio. EURO in S21

    Deshalb nennt man den Flughafen auch das Schulden-Muli von Stadt und Land. Der Flughafen wurde bereits mit 136 Mio € bei, Bau der neuen Messe zur Kasse gebeten. Das folgt einer deutlichen Tendenz die Ausgaben der öffentlichen Hand bei Vorhaben klein zu halten, indem man Betriebe im Besitz des Landes oder der Kommunen mit den Kosten belastet. Man kehrt die Kosten vor den Augen der Bürger unter den Teppich und muss es, da der Zusammenhang meist nicht erkannt wird, nicht einmal geheimhalten. Der Flughafen ist hier ein Musterbeispiel, wo man es besonders toll treibt. ;)

    Seniorenpflege mit Garten für Demenzkranke. Chapeau!


    City Prag ist gestorben, in Stuttgart geht gar nichts mehr.

    Die DaimlerChrysler Bank steht schon dort, da würde der Sitz der neuen Porsche Holding gut dazu passen. Ob die sich aber für eine Umgebung erwärmen können, wo die Senioren mit Rollator ums Eck fegen? :nono:

    Ja dann braucht man halt noch eine Schienenanbindung für den Baden-Arpark.

    Wozu? Wenn Oettinger zum Baden-Airpark fliegen will, steht am Stuttgarter Flughafen ein Polizei-Hubschrauber bereit, den die Staatskanzlei flugs angemietet hat. Und die Anderen? Na ja, ein Ministerpräsident kann sich ja nicht um alles kümmern.


    Welches HH ist gemeint?


    Hier ist ein Artikel zu dem Vorgang, wo auch das Hochhaus beschrieben ist, das verkauft werden soll:


    Widerstand gegen Hochhauskauf der SWSG
    ...
    Das 13-geschossige Mehrfamilienhaus in der Wallensteinstraße 21 auf dem Freiberg, Baujahr 1967, zähle 143 Wohneinheiten und 114 Stellplätze in einer Tiefgarage. Ein Gutachten weist den Wert des Blocks mit 11,75 Millionen Euro aus. Der Kaufpreis wird mit 11,25 Millionen angegeben, die Jahresrohmiete summiere sich auf 905 700 Euro.
    http://www.szbz.de/ueberregional/stuttgart/Artikel768519.cfm

    Schustersche Gelderzeugung

    Schusters Vision ist, dass alles, was Rang und Namen hat in der Wirtschaft, sich in Davos trifft und in der Mobilität, sich in Stuttgart. Dass das dazu gegründete Forum ein Flop wurde, der Bundesrechnungshof die Ausgaben als Verschwendung anprangerte, stört den OB nicht im mindesten. Eigentlich sollte es zumindest die Stadträte stören, doch dass die Kosten dazu von der SSB übernommen wurden, diente erfolgreich zu deren Beruhigung, Was nicht im Haushalt auftaucht, verursacht auch keine Kosten. Nun gehört die SSB zu 100% der Stadt. Was deren Gewinne mindert, mindert auch die Ausschüttung an den städtischen Haushalt. Das dürfte aber für die meisten der Volksvertreter betriebswirtschaftlich zu kompliziert werden, was sie nicht daran hindert regelmäßig am Hauen und Stechen um die Aufsichtsratssitze der städtischen Unternehmen und Beteiligungen teilzunehmen, um dort eigentlich solche Vorgänge, nämlich betriebswirtschaftliche, zu kontrollieren.


    Der Science-Center als Mobilitäts-Museum wäre ein weiterer Baustein dazu. Deshalb werden hier auch die Bezeichnungen "Science-Center" und "Mobilitäts-Museum" durchmischt. Die Neue Messe, statt der Liederhalle als Austragungsort der "World-Mobility-Forum" und die gleichzeitige Präsentation des "Mobility-Museum", sind die Hoffnung des OB Wolfgang Schuster, dass Stuttgart zum Ende seiner Amtszeit doch noch in das Zentrum der weltweiten Aufmerksamkeit rückt.


    Das Grundstück kommt von Stadt und SSB. Korrekterweise muss man sagen, dass ganze Grundstück kommt von der Stadt, die SSB gehört ihr ja. Dieser kleine, aber feine Unterschied ist bedeutend, um den nächsten Schritt zu verstehen, die Finanzierung der Baukosten von 20 Mio €. 8 Mio. € sollen vom Land kommen, fehlen also noch 12 Mio. €. Die bekommt man fast vollständig in dem die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebaugesellschaft (SWSG) ein Hochhaus für 11,25 Mio der städtischen Tochter SVV abkauft. Man schiebt also eine Immobilie einfach zwischen zwei Töchtern, und präsentiert den Erlös daraus als vom Himmel gefallen, so dass sich das Vorhaben daraus fast von selbst finanziert.


    Vor den Stadträten droht hier keine Gefahr für das Vorhaben. Solange die mit dem Konzept und Standort beschäftigt sind und Alternativen wie den Killesberg diskutieren, übersehen sie das Wunder der Schusterschen Gelderzeugung widerspruchslos.

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    Um die Finanzierung der Neuen Messe als Schnäppchen für die Stadt dazu stellen, veranschlagte man diesen Preis. 52 Mio € hören sich wie wohl kalkuliert an, rechnet man aber die zeitgenössische Währung um, dann sind es runde 100 Mio. DM. Genau kalkuliert wurde offensichtlich erst später, als der Bau der Messe schon in trockenen Tüchern war, denn da kamen nur noch 32 Mio. € zusammen. Davon musste man aber 7 Mio. € für den Abriss der Hallen veranschlagen, so dass noch 25 Mio. € übrig blieben.


    Es ist allerdings gelungen ein Teilgrundstück von 7,5 Mio € statt dessen für 15 Mio. € zu veräußern. Allerdings wundert es mich, wie solche Preisdifferenzen möglich sind. Es wird zwar hart gepokert im Grundstücksgeschäft, aber ein Verkauf zum doppelten Preis?


    Aus den Abrisskosten sind inzwischen 6 Mio. € geworden, also 1 Mio. weniger. Nach jetzigem Stand müssten die Grundstücke also 32 Mio. € bringen. Es fehlen der Stadt Stuttgart also dann diese 20 Mio. € um den Anteil an der Landesmesse von 243 Mio. € mitzufinanzieren. Aber vielleicht findet sich wieder ein Glücksfall von Investor, der bei mäßiger Anzahl von Mitbewerberschaft freiwillig den doppelten Preis zahlt. ;)

    Zitat von Max BGF

    Alf, damals mußte man sich fragen, ob Pfister wirklich keine Ahnung von Größenverhältnissen und -bedarfen hat. Es spricht ja nichts dagegen, eine Autmoboilmesse auf den Fildern abzuhalten, aber eben nicht die IAA. Diese ist sowieso umkämpft. Auch Hannover hat sich schon ins Spiel gebracht, wobei ich glaube sie bleibt langfristig in Frankfurt.

    Pfister ist ein Fall für sich, aber natürlich spricht nichts gegen eine Automobilmesse auf den Filder, außer der Markt. Mit den Messen in Detroit, Genf und Tokyo und Frankfurt ist die Branche ausgefüllt und richtet ihren Zyklen der Produktneuvorstellungen darauf ein. Eine weitere Automobil-Messe wäre nur für ein bestimmtes Segment interessant, wie z.B. Geländewagen, Oldtimer (haben wir ja schon), etc.


    Die CEBIT dürfte tatsächlich die größte Messe sein, die wir haben.

    Zitat von Wagahai

    ... wie schaut es flächenmäßig bei der IAA aus?


    Die IAA hat aktuell 215.000 qm Ausstellungsfläche, kann aber auch einen Bedarf von 252.000 erreichen wie 1989 und 1992. Hier sorgt eins Wirtschaftsminister Pfister für Irritationen als er in einer Festrede mit dem Gedanken spielte die IAA nach Stuttgart zu holen. Nun ja, bevor das von Döring frei gegebene Ressort Wirtschaft in Beschlag nahm (er durfte das, den in der Hackordnung der FDP-Landtagsfraktion stand er als Vorsitzender am höchsten), war er auch eher für Kultur zuständig.


    Unsere AMA hat sich in die Innenstadt verflüchtigt, ist aber auch nie mehr als eine Verkaufsausstellung lokaler Händler der Region gewesen. Da stellte (in Gegensatz zu Renault) DaimlerChrysler nicht mal eine Studie als Blickfang zur Verfügung, als sie noch auf dem Killesberg stattfand. Automobilmäßig wird sich auf der neuen Messe wohl nicht viel tun.

    Zitat von Max BGF

    Sinn machen würde staatliches Engagement also häufig

    Der Staat zieht sich dort zurück, wo die Existenz eines Wirtschaftsbereich wichtiger ist als die Rendite (Post, Energie- und Wasserversorgung), engagiert sich aber dort, wo es zwar prestigeträchtig ist, man ihn aber letztendlich eigentlich gar nicht braucht. Die Landesstiftung ist so ein Geschwür daraus. Von dem EnBW-Verkauf genährt, kann man so am Parlament vorbei seinen eigenen Etat verwalten und über Millionenbeträge auch zur "wirtschaftlichen Belebung" frei verfügen.


    Unternehmen, die ihre Existenz nur staatlicher Bezuschussung verdanken, sind wie Kinder, denen man nie die Stützräder abgenommen hat. Sie lernen nie mehr Fahrrad ohne sie zu fahren.