Beiträge von Endell

    Der Dom ist sich in seiner äußeren Erscheinung nicht gerade eine Glanzleistung und im Dommuseum gibt es Wettbewerbsbeiträge zu sehen, die um einiges mondäner und erhabener wirken als der zur Ausführung gelangte Entwurf von Raschdorff.

    Dem schlüterverliebten Entwurfsziel stand Tempo, behäbige Solidität, der parvenuehafte Größenwahn eines jungen pubertären mächtigen Staatsgebildes, das seine Legitimation in der scheinbar sicheren und bewährten Bautradition suchte und damals unkritische Fortschrittsglaube entgegen.


    Entstanden ist ein Gebäude mit besten Absichten, etwas plump und ungelenk.


    Und ich finde die unglückliche Kuppellandschaft, die beim Wiederaufbau entstand, für die Erscheinung nachteilig um einiges gravierender, als der Verlust der Denkmalskirche oder der kaiserlichen Unterfahrt.

    Ich muss Camondo recht geben, dass es da naheliegendere, würdigere Architekturen im Umfeld gab, die Bauakademie, eine ambitionierte Gestaltung der Fassaden in der Breiten Straße, hitzigs Börsenpalast, oder wenigstens die Schlossparkportale von Monbijou wären gern gesehen.

    Der Verlust des Tymphanon am Marstall ist mindestens ebenso ärgerlich aber in Summe steigen bei derartigen Projekten der Wiederherstellung sowieso die üblichen Verdächtigen auf die Barrikaden, wittern ideologischen Umsturz durch die Reaktion und die Infragestellung der Moderne als ästhetisches Leitbild.

    Es würde tiefgreifend und nachhaltig emotionalisieren, damit möchten sich zeitgenössische Architekturauffassungen, abseits des Effektes des Neuen und des Herausstellen eines Bruchs zum Bestehenden gar nicht befassen.

    Eher wittert man den Verrat an der eigenen Schule und Deutungshoheit.

    Danke für die Bilder man kommt so selten an der Ecke vorbei - architektonisch verpasst man aber auch so gar nichts. Ist und wird die gängige, uninspirierte Abschreibungskiste dort n.m.E. Was soll’s, in 20 Jahren stehen die rot markiert im Abreißkalender - schon tragisch dass sich das lauern auf Abriss bei Fertigstellung von Gebäuden in Berlin immer häufiger aufdrängt. Da scheint es eine gehörige Schieflage in Sachen Anspruch und Nachhaltiger Gestaltung zu geben

    Nach meiner Einschätzung kann durchaus beim Betrachten von Architektur oft schon vom Baukörper auf die ihm zugedachte Nutzung schliessen. Historische Schulen, Kaufhäuser Feuerwachen Speicher und Klöster sind schon durch ihre beim Bau zugedachte Nutzung In der Regel erkennbar

    Historisch waren sicher Ornament und Bauplastik eine hilfreiche Krücke oder auch die Stilfibel des frühen Historismus, bei dem jedem Zweck entsprechend der passende Stil gewählt wurde. Mit dem Rückzug der ecole des beaux Arts zu Gunsten des rationellen, reduzierten und genormten fand natürlich eine Ausdünnung der Kommunikationsmittel durch Wegfall überlieferter Bautradition und Ornamentik, statt. Und ja der Flaneur als Rezipient ist eine Figur des Gesterns und ein vorbeigehen an Architekturen eher die Regel. Eigentlich ist man sich wechselseitig egal, denn wo kein Sender da kein Empfänger. Buhlt man architektonisch doch mal um Aufmerksamkeit - Kraftmeiert, verstört oder provoziert man, das scheint die einzige Sprache zu sein die heute noch effektiv verstanden wird. Liegt aber vielleicht auch daran dass man dank Handy nur noch mit gesenktem Kopf durch die Straßen zieht und Architektur und Mensch im öffentlichen Raum sich eigentlich nicht füreinander interessieren aber das ist Spekulation.

    Ich muss gestehen, dass mir die Leuchten auch nicht so recht gefallen mögen an dieser Stelle - gerade in Wechselwirkung mit den Altbauten wirken sie etwas zu lang, filigran und armselig, ja fast geizig. Ihr Einsatz ist sicherlich der weiträumigen Ausleuchtung geschuldet. Einziges Pro ist für mich der Ausleger zum Ausleuchten des Bürgersteiges. Das Design insgesamt wirkt auf mich insgesamt eher engherzig.

    auch ich schätze Reinhard May, und erwähntes Lied ist mir wohlbekannt. Ich glaube man dreht sich argumentativ im Kreis wenn man seinem Gegenüber, dessen sich aufdrängende Assoziationen zu Vergleichsarchitekturen wie sie im Tiergartenviertel oder in Mitte stehen vorwirft. Im Grunde ist’s mir persönlich auch egal wie und wo sich Gebräuche und spirituelle Riten architektonisch äußern oder unter welchen Bedingungen und in welchem Maße sich Konfessionen - repräsentativ darstellen wollen - es geht mich ja auch nichts an. ich darf aber irritiert sein und darf hinterfragen warum ein Gebäude sich im öffentlichen Raum so darstellt und ich darf wahrnehmen dass mir ein Gebäude seine Funktion nicht kommuniziert - Botschaftsgebäude in Berlin stellen sicher keine eigene Architekturform dar - dazu sind sie mit Hinblick auf Berlin viel zu beliebig, vielgestaltig und finden ihre Definition bis auf Ausnahmen, vorrangig durch Hinweisschilder Beflaggung und Embleme. Die Baumassen die zu diesem Zwecke in den letzten 20 Jahren entstanden sind, sind weitestgehend durchaus austauschbar und fließen ebenso in den Kanon von Parteizentralen, Banken etc ein. Für sich genommen für mich nicht unbedingt schlechte Architektur aber eben selten von unverwechselbar eindeutiger architektonischer Form in seiner Kommunikation. Das architektonische Zitat, die Proportion, das Material, das gezielte Ornament, der Archetyp, Gliederungen, Skulptur und Oberflächen eingebettet in die Umgebung sind Möglichkeiten einem Gebäude eine nachvollziehbare Sprache zu geben. MIR erscheint dass dies in der Masse des entstehenden zunehmend abhanden gekommen zu sein scheint. Und ich denke nicht dass das was mit Schulmeisterei oder oder Überheblichkeit zu tun ha t wenn ein Gebäude assoziativ wahrgenommen wird weil es sich in seiner Funktion etwas kryptisch präsentiert:rolleyes:;)

    Das Canisius Bauwerk - wirkt recht skulptural und sogar feierlich man kann sogar eine apsis erkennen und ist von dem hier vorgestellten Tempel in seiner Wirkung und gedanklichen Auffassung auch im Verständniss von Architektur und Spiritualität grundverschieden -zudem entfaltet sie sich zusammen mit der Umgebung ins monumentale nich mein Gusto aber es funktioniert

    Wer die Auseinandersetzung des Architekten mit der jüdischen Gemeinde Potsdam wahrgenommen hat weiß sicher worauf mein Empfinden zum Umgang des Architekten mit der Gemeinde dort abzielt. Und die Haltung dort lies für mich keinen anderen Schluss zu - denn das gebaren wirkte trotzig ignorant und kaltschnäuzig. Ich habe die hier zur Anwendung gekommene Architektur auch schlecht geredet wer um buddhistische tempelformen weiß - kennt bei aller Varianz, Essenzen die das Gebäude als Tempel definieren ich kann weder eine stupa Oder meinethalben einen buddah erkennen der sich seiner Relevanz wegen stets im Zentrum der anlagen befindet. Spiritualität kann hier auch nicht erkennen der Bau wirkt auf mich nicht zweckgebunden und kommuniziert mir daher seine Funktion weder im Detail noch in der Kubatur nicht. Aber vielleicht war es ja auch das Ansinnen der Gemeinde - und wenns ma nicht so läuft kann man immer noch ne Handelskammer reinsetzen. ich gehe In der Beurteilung von meiner Wahrnehmung aus und betone dies auch als solche das hat nichts mit Anmaßung zu tun und auf das Brett moderne Botschaftsgebäude in Berlin gestaltet In Anlehnung an Tempel muss man erst mal kommen da fehlt Es mir sicherlich an vorstellungsvermögen. Ich brauch bei Leibe keine fernöstlichen tempelzitate aber wie ein Zentrum des Gebets und der inneren Einkehr wirkt der Bau nun absolut nicht

    Für mich offenbart dieser Bau in seiner Funktion rein optisch ein gewisses Dilemma - es dir könnte halt auch ein Botschaftsgebäude im Tiergarten, ein Bank oder Verwaltungsgebäude sein - ich find ihn optisch nicht ungelungen aber die Funktion wird für mich so gar nicht deutlich. Sondern eher beliebig. Fast als ob wie bei der Synagoge in Potsdam der Architekt seine repatoirschublade geöffnet hätte und dem Verein gesagt hätte friss oder stirb

    Du meinst sicher die übersteuerten Giebel, die aus dem oberen Gurtgesims herauswachsen. Typisch nervöses und manieriertes Gestaltungselement der Berliner Expression in der Architektur - bei Wegfall würde ein unverwechselbares Gestaltungsmittel der Zeit und Auffassung in der Fassadengestaltung wegfallen, ich denke und hoffe nicht, dass das passiert - da greift doch der Denkmalschutz oder nicht? Oder verpackt man mal wieder alles hübsch hässlich in Styropor? Ich hoffe inständig, dass die visubeauftragten einfach nur zu faul waren, sich um Detailvisualisierung zu kümmern, weil sie ihre ganze Energie in die Lightning Shader investiert haben.

    Hab’s auch schon vor Ort bewundern können und ist in seiner Gestaltung mal wirklich gelungen - wertet wirklich den Straßenzug auf - der Rest der Bebauung ist auf der Ecke wirklich völlig misslungen und harrt nur noch der Abrissbirne oder wenigstens gekonnter Modifikation - Reste historischer Bebauung wie der Gründerzeitler daneben, sind ja leider gnadenlos kastriert und nur noch an der angenehmen Geschossproportion erfahrbar - im hinteren hofseitigen Bereich dieser Straßenseite befindet sich übrigens noch ein interessanter, historischer Tanzsaal - zur übrigen hier vorgestellten Neubebauung möchte ich nur so viel sagen-dass es leider erst mal mindestens 30 Jahre so stehen bleibt wenn nicht irgendwelche knalltüten den Schund wieder unter Denkmalschutz setzen und vielleicht noch mit „edler Einfalt und stiller Größe“ adeln. Man vermutet fast Unvermögen und Banausentum - und es begegnet einem recht häufig in ganz Berlin und vor allem in sensiblen städtischen Bereichen.

    Gestern live dabei gewesen als eine Fuhre von 7 Skulpturen an der Bushaltestelle vorm Schloss Halt gemacht hat - könnten die Portalskulpturen der Südseite sein - leider kriege ich hier keine Bilder hochgeladen.



    Modhinweis: Bei abload.de kannst du problemlos Fotos (Lange Seite mit max. 1000 Pixeln) hochladen und im DAF einstellen.

    Keine Sorge liebes Ross das egomane Gezücht feiert dieser Tage freudige Urständ aller Orten fühlt sich wohl dank der Kohorten, die sich aufs Banner Freiheit schreiben und dabei nur bei sich verbleiben. Du kannst gern weiter ungewürdigt im kleistpark mit den Hufen scharren, die Narren finden dich auch dort. Nirgendwo ist sicherer HORT. NUR DIE PFLEGE Pressiert doch mehr, stündest du an prominenter Stelle

    Echt Mal ein gelungener Bau an dieser Stelle - die Hässlichkeiten drum herum profitieren ja fast von diesem Bau - bei dem Ausblick den die zukünftigen Bewohner genießen dürfen wäre ich gespannt zu erfahren auf welchem Niveau sich die Mieten da bewegen werden - oder sie lassen die Jalousien am besten gleich die ganze Zeit unten - einziger wermutstropfen sind wieder mal die hässlichen fingerbreiten fugen, dachte das kriegt man mittlerweile besser hin - die entwerten jeden noch so ambitionierten Entwurf - Lego kriegt das doch auch hin - die Glasbrüstung sieht zwar elegant aus wird aber recht pflegeintensiv sein damit sie nicht. Grottig wird

    Schaue ich mir die gegenwärtige Situation an, bin ich etwas zwiegestalten. Der Siegerntwurf ist sicher eine der spannenderen Lösungen - der Abriss des Bestandsbaues sicher zu verschmerzen, obwohl ich annahm, dass dieses Gebäude unter Denkmalschutz stünde. Es wirkt auf mich wie ein überformter Bau aus dem frühen 19. Jhd. und wäre damit letztes Zeugnis der ursprünglicheren Blockrandbebauung neben den Bauten der vorletzten Jahrhundertwende. Die Ausformung des Gebäudes lässt straßenseitig fast an einen halbierten Torbogen erinnern. Eine Ausführung in Ziegel wäre nahezu genial und hätte was expressionistisches. Aber sowie es sich darstellt, wird’s wohl eher wieder bloß Beton oder gar ne Natursteintapete, was schade wäre.

    Der neue Entwurf für die innengestaltung mag mir in seiner kargheit so gar nicht gefallen da fand ich die vorherige situation spannender und stellt für mich eher eine Hinwendung zur zeitgemäßer Lebensunlust dar- die ganze Anmutung hat eher was von einer trauerhalle eines bestattungshauses gestaltet im Charme der engherzigen Deutsch-50er -. Ich finde es zudem schade dass man nicht wenigstens die korinthischen Kapitelle nicht wieder hergestellt hat - die hätten die strenge evtl etwas aufgelockert und dieser Büßer- und Kesselhauswirkung etwas entgegengewirkt. Auf die kuppelgestalt bin. Ich Verhalten gespannt für mein Empfinden ist sie derzeit etwa so zu niedrig eine gut proportionierten laterne oder wenigstens höhere balustrade mit Oberlicht wäre von Vorteil gewesen -

    Insgesamt ein ernüchternder anblick - dieser Entwurf - der mir weder Heiterkeit noch Ironie noch Unbeschwertheit kommuniziert. Eigenschaften die man der Funktion dieses Hauses und seinem bemerkenswerten schrullig opulenten Zuschauerraum doch erwarten wollen würde. Stattdessen setzt man die flagbunkerästhetik unter Denkmalschutz und würfelt verkopft mit irgendwelchen an und Umbauten drum herum ohne wirklich ein feierliches entree zu schaffen oder mal auszubrechen aus der gebauten Tristesse drumherum - die hiesigen Dogmen der modern gebauten Ödnis und provozierten Brüche und geschliffenen altbestände lassen mich um diesen Bereich nur gleichmütig werden.