Beiträge von Friedward

    Ja, aber die Assoziation von Popper das es sich bei den Sichtbetonfans zum großen Teil um eine Architekten Bubble handelt, da gehe ich schon mit.

    Irgendjemand bestellt die Gebäude aber auch. Irgendjemand trifft entscheidungen. Irgendjemand wählt und zahlt diese Entwürfe.


    Ich denke nicht, dass ein Architekten-Kongress über den Kopf des Suhrkamp-Verlags hinweg entschieden hätte, wie der Bau auszusehen hat. Gleiches lässt sich über so ziemlich jeden anderen Bau sagen, welcher zu großen Teilen in Sichtbeton ausgeführt wurde.


    Ja, den Geschmack der Masse mag es nicht unbedingt treffen, die Klagen nehmen hier mit der Zeit aber schon verschwurbelte Ausmaße an - kleine elitäre Zirkel, welche die stilistisch treffsicheren Mehrheit ihrem Geschmack unterjochen...

    Danke für den Link - ist mir tatsächlich komplett entgangen.


    Und um hier noch ein bisschen Werbung zu machen: Es ist von 4 Hochhauspunkten die Rede ... kommt hier im Forum doch immer gut an :)

    Wie schließen Sie darauf?


    Ich habe die Ausschreibung zwar nur überflogen (Danke am K-1 für den Hinweis auf Seite 523!) und kann hier nichts finden, das auf eine minderwertige einfallslose Bebauung schließen lassen würde... das Konzept scheint sehr offen für Vielfältigkeit. An anderer Stelle wird von einer möglichst kleinen Parzellierung gesprochen, was doch auf Abwechslungsreichtum hindeuten und solche Riegel wie im Lehrter Stadtquartier verhindern würde.


    ... einzig das Einhalten der Traufhöhe sorgt bei mir für Stirnrunzeln aber hey - wachsen wir halt weiter in die Fläche - das wird uns sicher nie auf die Füße fallen.

    Den Entwurf hätte ich mir statt des Voltaires gewünscht.


    Auch wenn ich mir die optimistische Begrünung wegdenke (oder eher etwas zurückdenke) gefällt mir der Entwurf ziemlich gut. Gerade wie UrbanFreak beschrieben hat, ist es das, was der Ecke noch fehlt - Cafés oder generell eine öffentliche Erdgeschossnutzung.

    Ohne dein Einwand abbürsten zu wollen, aber in einem entscheidenden Punkt hast du Recht: Es besteht scheinbar einfach kein Interesse daran.


    ... und entgegen allgemeinen Interesses eine Gedenktafen anzubringen, geschweige denn einen Altbau zu erhalten - wo liegt die Legitimation? Gedenken ist eben Sache derer die gedenken. Ohne diese verkommen Denkmäler zu Kitsch.

    Beruhigend ist doch, dass wahrscheinlich kaum jemand ausserhalb dieses Forums wirklich Notiz von diesen Namen oder Slogans nehmen wird.


    Nach der Fertigstellung geraten sie dann umsomehr in Vergessenheit ;)

    Ich muss schon sagen - dafür, dass ich auf der Baustelle nie mehr als 3-4 Bauarbeiter rumwuseln sehe, wächst das OXO aber mit ganz beachtlicher Geschwindigkeit.


    Hat sich eigentlich schon ein Mieter für die Ladenfläche (Supermarkt) im Erdgeschoss gefunden?

    @Theseus532


    Im Großen und Ganzen stimme ich dir zu - aus sozioökonomischer Sicht, ist dieses Projekt sicherlich nicht als Gewinn für die Stadt - eher für den Bewohner zu betrachten.


    Es zeigt jedoch wieder die Flexibilität auf, die solchen Bauten innewohnt. Es muss eben nicht immer zwingend ein Abriss sein, wenn die Ästhetik des Baus überkommen scheint. Eine Aufwertung im Sinne steigender Grundstückspreise und einer sich verändernden Nachfrage kann hier auch finanziell und ökologisch behutsamer umgesetzt werden. Diesen Beweis hat der Architekt schon erbracht - wenngleich er ihn nicht erfunden hat...

    Äh, ja, genau das ist der Punkt.

    Dann verstehe ich deinen Punkt nicht - Gründerzeitbauten wurden in einer Phase einer Bevölkerungsexplosion zu hunderttausenden für alle Einkommensschichten auf der gründen Wiese aus dem Boden gestampft - Aktuell füllt man vereinzelt Lücken in der Vielzahl mit höherpreisigen, modern (im weitesten Sinne) anmutenden Wohngebäuden auf.


    Wenn diese Ausgangslage zu einem Vergleich in Sachen Nachfrage und "Beliebtheit" taugt, muss man kräftig an den Artikeln "Kausalität" und "Statistik" in Wikipedia werkeln...

    Wieso ist es eine "Bewertungskeule", wenn jeman eine Wohnung als "pretentiös" bezeichnet? Der Austausch von Werturteilen ist -- neben der reinen Informationsweitergabe -- doch Sinn und Zweck so eines Forums.

    "Ich kann mir den Heini richtig vorstellen, der da wohnt und immer von seiner "Desigernwohnung" spricht. Er hat dann sicher auch ein "Designersofa" und findet sich mit dem Sichtbeton und der Badewanne neben dem Bett mega crazy. Ich find's ganz schön geschmäcklerisch und abgedroschen."


    Dieser Teil war gemeint - und so wirklich schwer zu verstehen, war das glaube ich nicht ;)


    Das solche Wohnungen kaum angeboten werden könnte eventuell auch daran liegen, dass es derer in Berlin verlichen mit Gründerzeitstangenware nicht so viele gibt, oder? Nur so eine Theorie...

    So will doch (fast) keiner wohnen.

    Kannst du mir mal den Link zu der Erhebung schicken?

    Alles sehr pretentiös.

    Oder eben einfach nicht dein Geschmack. Ich kann mir auch gut vorstellen, wie der Heini, der da wohnt, den Heini in seiner Gründerzeitwohnung unglaublich spießig findet... so mit seinem Dielenboden und seiner fein verstuckten Decke, wie zu Omas Zeiten...


    Das wir einen anderen Ästhetischen Kompass haben ist ja gut und schön, dass wir dann aber immer gleich mit der persönlichen Wertungskeule daherkommen müssen. <- Ja, ich bin mir der Doppelzüngigkeit meines Beitrags bewusst.

    Die Gebäude fügen sich vor Ort aber eigentlich ganz gut ein und lockern die "Landschaft" zwischen den sonst 2-3 vertretenenen Bautypen von Q2 bis WBS70 angenehm auf. Auf für mich selbst erstaunliche Weise wirkt das Ganze so natürlich gewachsener als ein neues Reißbrettviertel.


    Was jetzt noch fehlt ist die Aufwertung der Gehwege entlang der Zeile von Café Moskau bis zur Holzmarktstraße.

    Gleichzeitig attestierst du dem Projekt, keine Rückendeckung zu haben, obwohl dies ebensowenig nachgewiesen ist.


    Du schuldest mir nichts - deine Quelle hätte mich einfach interessiert; wie irgendwie immer, wenn jemand mit Volkes Stimme zu sprechen scheint.


    Deinen restlichen Ausführungen kann ich folgen und mich zum Teil sogar anschließen.


    Die Bürgerbeteiligung zur Berliner Altstadt ist eine reine Alibi-Veranstaltung. Wenn die Bürger tatsächlich Einfluß hätten, dann hätten die Altstadtfreunde die eine oder andere Reko durchsetzen können.

    Wobei ich vor bei solchen Thesen immer skeptisch wäre - gäbe es eine wirklich breite Bürgerbeteiligung, da man die Entscheidung darüber an eine Wahl oder ähnliches ankoppelt, würden mit größter Wahrscheinlichkeit sowohl die Reko-Träume mancher, als auch meine Hoffnung auf anspruchsvolles, modernes Bauen platzen - dann hätten wir an dieser Stelle schlicht und ergreifend (für alle) bezahlbaren Wohnraum... ;) Und auch das wäre nicht das Ende Berlins.