Beiträge von WBS70

    Herr Stimmann hat sich für eine architektonische Reaktion auf den Ort an sich ausgesprochen, die im Siegerentwurf (Arup/Cobe A/S) seiner Meinung nach fehlt. Scheinbar bezieht er sich auch auf den Senatsbeschluss aus dem Jahr 1999, der einen Abriss der neuen Gertraudenbrücke und eine Reaktivierung der alten Brücke für den Auto- und Strassenbahnverkehr vorsah.

    Grüne Schneisenbauer


    Auch die FAZ diskutiert heute im Feuilleton auf Seite 13 mit einem Beitrag von Hans Stimmann (ehem. Senatsbaudirektor) den geplanten Neubau. Fazit: städtebauliches Desaster, Fortführung des "Frontalangriffs" der DDR-Städteplaner, vierspurige Strasse zu großzügig?, Autobahnbrücke

    Ich denke, dass nach wie vor das Auto bedeutender bleiben wird als die Eisenbahn. Die Menschen sind einfach zu bequem. Ungeachtet dessen muss aber der Staat dafür sorgen, dass die Infrastruktur ausgebaut und auf hohem Niveau unterhalten wird. Die Maut hätte ich schon längst eingeführt, damit sich die Autobahnen und Strassen halbwegs selbst finanzieren.

    Anspruch und Wirklichkeit - Strassenverkehr in der BRD


    Ich reise sonst eigentlich nur mit der Bahn und habe selbst auch keinen Führerschein. Nun bin ich mit der Familie für zwei Wochen nach Dänemark gereist. Dort haben wir an einem Tag auch intensiv den Nah- und Fernverkehr genutzt. Hin und Rückfahrt erfolgten jedoch mit dem Pkw. Mir ist aufgefallen, dass die Strassen (Bundesstrassen) in Schleswig-Holstein (Grenze-Brunsbüttel) sehr schlecht sind. Im Gegenteil waren die Strassen in DK durchweg in einem hervorragenden Zustand. Wie kann dass sein? Irgendwie war auch das (Mit-)Fahren in DK aufgrund der Tempobeschränkungen (80/90) angenehmer. Alles entsprach sozusagen einem einheitlichen Standard.

    Also ich fahre nahezu täglich auf einem dieser roten Radwege und von einem Komfortverlust habe ich bisher noch nichts mitbekommen...

    Dann wurde es in unserer Stadt eventuell falsch gemacht. Auf einem Angeberteilstück (der Zukunft) ist der rote Belag erst später aufgebracht worden. Der Unterschied ist spürbar. Auf dem recht breiten Radweg fehlt ein ca. 30 cm breiter Streifen. Das reicht als Kontrast schon aus. Grau: absolute Laufruhe, Rot: unruhiges Fahrverhalten!

    Wirkliche Sicherheit bringt nur die räumliche Trennung der Verkehre.

    Sieht zwar schön aus, bringt aber eine rauhere Oberfläche und damit einen Komfortverlust für Radfahrer. Irgendwann verblassen die roten Farbpigmente doch eh. Wenn, dann sind Radwege und Autofahrstrassen räumlich voneinander zu trennen.

    Hat leider bei mir nicht mit einem Termin geklappt. Da hätte ich wohl in der Nacht aufstehen müssen. Vielleicht gibt es hier ja einige Fotos vom Tag der offenen Tür.

    Neue Nationalgalerie


    Zwei interessante Artikel über die Neue Nationalgalerie sind heute im Feuilleton der NZZ (S. 29, nationale Ausgabe) erschienen.

    Eine knappe Besprechung der beiden Artikel (Bezahlschranke) gibt es auf hochparterre.ch

    Die FAZ bringt im heutigen Feuilleton auf Seite 9 auch einen Artikel zur selben Thematik.


    Übrigens: Tag der offenen Tür (05. - 07.06.2021), Anmeldung ab 28.05.2021


    In einem der beiden NZZ-Artikel gibt es auch noch folgende Leseempfehlungen:


    Michael Wesely, Neue Nationalgalerie 160401–201209, Eine Archäologie der Zeit, Hatje-Cantz-Verlag, 2021.

    Originalton: Ludwig Mies van der Rohe. Die Lohan-Tapes von 1969, Kommentiert von Fritz Neumeyer, DOM Publishers, 2021.

    (Nicht Neue Nationalgalerie aber MvdR: Dietrich Neumann (Hg.), Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon, Hundert Texte seit 1929, Birkhäuser-Verlag, 2021.)






    DeFlat - Haben denn die Architekt:innen keine Ideen mehr?


    In Amsterdam Kleiburg wurde ab 2011 ein Wohnriegel aus den 1970er Jahren behutsam und zeitgemäß umgebaut: Sicher lassen sich beide Bauweisen und auch die Lage nicht vergleichen, aber ein bißchen mehr Innovation täte gut. Obwohl die Form der Balkone und die teilweise mäandrische Grundform ähnlich sind. Auch in Frankreich gibt es etwa mit Lacaton & Vassal Beispiele für einen besseren Umgang mit Gebäuden dieser Art.


    https://urbannext.net/deflat-kleibrug/


    http://lacatonvassal.com/index.php?idp=80

    Friedhof Finkenriek erhält muslimische Friedhofskapelle


    Eine interessante hanseatisch-usbekische Backsteinsymbiose ist auf dem Hamburger Friedhof Finkenriek entstanden. Die Zürcher Architektin Medine Altiok hat das muslimische Wasch- und Gebetshaus entworfen. Es ist auch schon für Preise vorgeschlagen worden. Link

    In der FAZ vom 23.12.20 schreibt Matthias Alexander ("Hauptsache, gut gemacht") über die aktuelle von ihm als dritte Welle bezeichnete Rekonstruktionsbewegung in Deutschland. Ein wichtiges Rekonstruktionsprojekt von Rang sei demnach eben auch die Synagoge am Bornplatz. Es gebe einen Willen der Jüdischen Gemeinde, die Synagoge vollständig zu rekonstruieren. Gleichwohl gebe es Widerspruch in der Gemeinde, wenn auch die Befürworter in der Mehrheit seien.

    Zwischen Leere und Fassade

    Die Presse kann sich nicht so richtig erfreuen am neuen Museumspalast. Die FAZ schrebt heute auf Seite 1 davon, dass die Fassade stehe, der Inhalt jedoch wackele. Der Freitag aus dieser Woche schreibt über eine gewisse Leere inklusive ideologiekritscher Perspektiven auf den Prozess des Verschwindens des Palastes der Republik. Aber immerhin widmet sich ein nicht gerade inspirierter Generalintendent der postkolonialen Verantwortung am Beispiel des im Restaurant ausgeschenkten "Fair"-Trade-Kaffees.