Beiträge von WBS70

    Neue Nationalgalerie


    Zwei interessante Artikel über die Neue Nationalgalerie sind heute im Feuilleton der NZZ (S. 29, nationale Ausgabe) erschienen.

    Eine knappe Besprechung der beiden Artikel (Bezahlschranke) gibt es auf hochparterre.ch

    Die FAZ bringt im heutigen Feuilleton auf Seite 9 auch einen Artikel zur selben Thematik.


    Übrigens: Tag der offenen Tür (28. - 30.05.2021), Wiedereröffnung: 22.08.2021

    Den Tag der offenen Tür möchte ich gern nutzen, wenn es die Umstände erlauben. Aktuell gibt es jedoch noch keine Hinweise auf der Homepage der Neuen Nationalgalerie.


    In einem der beiden NZZ-Artikel gibt es auch noch folgende Leseempfehlungen:


    Michael Wesely, Neue Nationalgalerie 160401–201209, Eine Archäologie der Zeit, Hatje-Cantz-Verlag, 2021.

    Originalton: Ludwig Mies van der Rohe. Die Lohan-Tapes von 1969, Kommentiert von Fritz Neumeyer, DOM Publishers, 2021.

    (Nicht Neue Nationalgalerie aber MvdR: Dietrich Neumann (Hg.), Mies van der Rohes Barcelona-Pavillon, Hundert Texte seit 1929, Birkhäuser-Verlag, 2021.)



    DeFlat - Haben denn die Architekt:innen keine Ideen mehr?


    In Amsterdam Kleiburg wurde ab 2011 ein Wohnriegel aus den 1970er Jahren behutsam und zeitgemäß umgebaut: Sicher lassen sich beide Bauweisen und auch die Lage nicht vergleichen, aber ein bißchen mehr Innovation täte gut. Obwohl die Form der Balkone und die teilweise mäandrische Grundform ähnlich sind. Auch in Frankreich gibt es etwa mit Lacaton & Vassal Beispiele für einen besseren Umgang mit Gebäuden dieser Art.


    https://urbannext.net/deflat-kleibrug/


    http://lacatonvassal.com/index.php?idp=80

    Friedhof Finkenriek erhält muslimische Friedhofskapelle


    Eine interessante hanseatisch-usbekische Backsteinsymbiose ist auf dem Hamburger Friedhof Finkenriek entstanden. Die Zürcher Architektin Medine Altiok hat das muslimische Wasch- und Gebetshaus entworfen. Es ist auch schon für Preise vorgeschlagen worden. Link

    In der FAZ vom 23.12.20 schreibt Matthias Alexander ("Hauptsache, gut gemacht") über die aktuelle von ihm als dritte Welle bezeichnete Rekonstruktionsbewegung in Deutschland. Ein wichtiges Rekonstruktionsprojekt von Rang sei demnach eben auch die Synagoge am Bornplatz. Es gebe einen Willen der Jüdischen Gemeinde, die Synagoge vollständig zu rekonstruieren. Gleichwohl gebe es Widerspruch in der Gemeinde, wenn auch die Befürworter in der Mehrheit seien.

    Zwischen Leere und Fassade

    Die Presse kann sich nicht so richtig erfreuen am neuen Museumspalast. Die FAZ schrebt heute auf Seite 1 davon, dass die Fassade stehe, der Inhalt jedoch wackele. Der Freitag aus dieser Woche schreibt über eine gewisse Leere inklusive ideologiekritscher Perspektiven auf den Prozess des Verschwindens des Palastes der Republik. Aber immerhin widmet sich ein nicht gerade inspirierter Generalintendent der postkolonialen Verantwortung am Beispiel des im Restaurant ausgeschenkten "Fair"-Trade-Kaffees.

    Wissenschaftler*innen machen sich Gedanken über die Zukunft und versuchen diese Gedanken bzw. Ergebnisse ihrer Forschung in Modelle zu übersetzen. Eines dieser Modelle geht eben von einem deutlichen Bevölkerungsrückgang aus. Aufgrund dieser Ergebnisse lässt sich überlegen, was zu tun ist. Die Autor*innen sprechen ausdrücklich davon, dass sich die Weltbevölkerung auf ca. 7 Mrd. im Jahr 2100 reduzieren könnte. Warum sollte es nicht zu Überlegungen führen, was das für unsere Städte und Dörfer bedeuten könnte?

    Das Feuilleton der FAZ widmete gestern auch auf seiner ersten Seite dem Grand Tower viel Platz einschließlich beeindruckendem Foto.

    (FAZ+ Daher nicht frei zugänglich.) Interessant am Artikel sind viele Dinge wie Gestaltung, Preise sowie das Umfeld des Hochhauses, das nicht das einfachste ist. Ich wusste auch nicht, dass der Architekt Magnus Kaminiarz nicht mehr lebt.

    Der Suhrkamp-Bau in der Presse


    In der heutigen NZZ (national, sollte also morgen in der internationalen Ausgabe stehen) gibt es einen Artikel über das Suhrkamp-Haus auf S. 28 bzw. online (möglicherweise nicht zugänglich) hier. Themen sind der Bau selbst, das Viertel, der Architekt Roger Bundschuh sowie die prägende Rolle der Ibau im Viertel sowie auch Hans Poelzig. Zwei neue Fotos, die einen Bezug zum Nachbargebäude herstellen, das auch von Roger Bundschuh gebaut wurde, gibt es ebenso.


    Ergänzung: Zum 70. Jubiläum des Suhrkamp-Verlags am 1. Juli gibt es hier noch ein bißchen Verlagsgeschichte.

    Interessant ist folgende Wahrnehmung von Hendrik Brinkmann in der Ausgabe 02/19 von kunst und kirche. Dort kommt er zu dem Schluss, dass das das Humboldt-Forum heute wieder als signifikantes Element der Stadt wahrgenommen wird, es jedoch einer "rekonstruierten" Fassade nicht benötigt hätte. Das finde ich interessant. Wir müssten uns dieses Element der Stadtgestaltung nun nur noch mit anderer Fassade vorstellen.

    Eigentlich sollte es noch ein "Dazwischen" geben. Es reicht einfach nicht, wenn es nur Supertürme für die Reichen auf der einen und soziale Brennpunkte auf der anderen Seite (Iduna-Zentrum-Göttingen?) gibt. Wo ist der Platz für das große Dazwischen? Sind möglicherweise Hochhäuser wie Romeo und Julia (S) oder etwa die Mailänder Strasse 1-15 (F) Beispiele für ein gelingendes Dazwischen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein weiteres Zersiedeln mit Einfamilien- und Reihenhäusern unter ökonomischen und ökologischen Gesichtspunkten sinnvoll ist. Und: Brauchen wir nicht eigentlich viel mehr Wohnungen? Das Wohnhochhaus könnte Antworten liefern.

    Platz ist in der kleinsten Lücke: Köln-Ehrenfeld


    Die NZZ berichtet über ein interessantes Haus, das in einer schmalen Baulücke gebaut worden ist. Der Artikel ist auch bebildert.

    Apropos fehlender Denkmalschutz: Der zuständige Landeskonservator antwortete diese Woche auf Anfrage des Bayerischen Rundfunks: "Das Haus … wurde 1954 in einem so umfänglichen Maß den Vorstellungen seiner neuen Eigentümer anverwandelt, dass aus keiner der daraus resultierenden Betrachtungsweisen eine Eintragung in der Berliner Denkmalliste gerechtfertigt werden kann."  


    Lässt sich denn durch den Rückbau nach Originalplänen (falls vorhanden) wieder ein Denkmalschutz erreichen? In Osnabrück gibt es auch eine Villa (Villa Flatauer) aus der Zeit des Neuen Bauens, die zu einem lächerlichen Preis von den später in Auschwitz umgebrachten Besitzern verkauft werden musste. Leider ist aufgrund der in den 1950ern erfolgten Umbaumaßnahmen kein Denkmalschutz zustande gekommen. Insgesamt sind diese beiden Beispiele nur Momentaufnahmen eines sehr traurigen Kapitels.