Beiträge von Dvorak

    Das Nebengebäude des Langerfeldt-Hauses sieht aus wie vorher. Außer der entfallenden Abhebung von Laibung und Faschen in hellerem Farbton erkenne ich keinen Unterschied. Also eher ein Nachteil, weil Detaillierung entfällt und ein enormer Aufwand getrieben wurde, ohne wesentliche Änderungen. Ich verstehe es nicht wirklich.

    Praktiker-Gelände


    Der Investor hat nachgebessert und die Situation zur Berliner Straße umgeplant. Es wirkt jetzt einladender, ich habe aber dennoch starke Zweifel, dass das eine funktionierende, die Straße belebende Lösung sein wird. Es bleibt eine enorme Barriere, zwischen Straße und Bebauung und eine Abwendung vom öffentlichen Raum. Genau das, was als Fehler früherer Zeiten hinlänglich bekannt und eigentlich auch bei der Verwaltung erkannt worden ist.



    Das Plakat war leider nicht fest, daher nur so ein schlechtes Foto.

    Intressant ist die Gewichtung der Maßnahmen:


    BSNetz: 28,4 Mio
    Verkehrs-GmbH: 2,7Mio
    Rest: 29,9Mio
    Davon:
    Radprojekte: 0Mio
    Autoprojekte: 29,9Mio


    Von dem Teil, der also nicht Medien unter der Erde sind, gehen keine 10% in den Erhalt der Stadtbahnstrecken, bei ca. 14% Anteil am Verkehr. Unter den genannten Projekten finde ich nicht eines, bei dem ich eine Förderung des Radverkehrs erkenne. Ich halte diese Verhältnisse nicht für angemessen. Gelinde gesagt.


    Und sollte das anders sein, weil ein Großteil in das Ringgleich fließt oder so ähnlich, sollte die Verwaltung mal ihre Kommunikation überdenken.

    Die Studie wird vom Umweltbundesamt seit 2010 alle zwei Jahre durchgeführt. Die Ergebnisse sind stabil mit leichter Tendenz zu einem stärker vom Autoverkehr weg führenden Verhalten und Wünschen in gleicher Richtung. Sie wird von Infratest dimap auf wissenschaftlicher und repräsentativer Basis durchgeführt. Die Methodik kann eingesehen werden.


    Wieso sollte die Belegungsquote des Parkhauses identisch sein mit der Zahl der Menschen die sich nicht weniger Autoverkehr wünschen?

    Ich kann feststellen


    1. Wenn man Fakten und Zahlen nennt und diese glaubhaft und überprüfbar belegt, werden sie hinterfragt, bzw. "missverstanden". Dass sich der Großteil der Deutschen weniger Autoverkehr wünscht, bedeutet natürlich nicht, dass sie tatsächlich gar nicht mehr Auto fahren wollen. Die Zahl der Deutschen, die nie Auto fahren ist in der zitierten Studie zu finden, sie beträgt 9%. 37% nutzen den PKW täglich der Rest hat eine Nutzung, die in ihrer Häufigkeit dazwischen liegt. Klar wird dadurch, dass auch ein großer Teil der täglichen Autofahrer sich weniger Autoverkehr wünscht. Die Hintergründe sind mir nicht bekannt, die kannst du jenseits von Spekulationen selber recherchieren.


    2. Widerlegt man eine unhaltbare These kommt gleich die nächste. So soll das Parkhaus der Schlossattrappe täglich voll sein. Bis auf den letzten Platz. Stand heute am Freitag vor Weihnachten gegen 17h30 ergab sich eine Auslastung dieses Parkhauses von ca. 90%. Die Auslastung war in allen anderen Parkhäusern deutlich niedriger, beginnend bei ca. 60%. In jedem der Parkhäuser und Tiefgaragen hätte die Mutti aus Groß Vahlberg einen Stellplatz gefunden. In jedem. Das kann natürlich die seltene Ausnahme sein, aber warum sollte ausgerechnet heute, kurz vor Weihnachten der einzige Tag sein, an dem das Parkhaus nicht voll war? Ist wohl eher anders herum gell?


    Die Auslastung der Parkhäuser ist online einsehbar.



    Inhaltlich ist es für mich zweitrangig, ob es eine Gruppe Menschen gibt, die aus Gründen der Bequemlichkeit oder ihrer Kompetenz den ÖV betreffend nicht bereit sind auf den PKW zu verzichten. Stadt- und Verkehrsplanung orientiert sich glücklicherweise nicht an Partikularinteressen, sondern an einem sinnvollen Ausgleich der Interessen aller und dem Erhalt von Umwelt und Lebensgrundlagen. Es gibt Mehrheiten in Deutschland und in Braunschweig, die die Exzesse der autogerechten Planung wieder heilen wollen. Diese Mehrheiten sind deutlich und breit über alle Gesellschaftsschichten verteilt. Daher halte ich eine weitere autogerechte Fehlplanung der Innenstadt durch den Bau neuer Großgaragen weder für inhaltlich sinnvoll (weltfremd trifft es besser), noch gesellschaftlich gewollt, oder politisch umsetzbar.

    Wir werden uns schon einig.


    Beim Bierbaumschen Haus gibt es zwei wesentliche Probleme:


    - Da steht schon was (auch wenn unternutzt)
    - und die Hälfte des Gebäudes stünde auf der Straßenfläche. Leider ist das ja die heilige Kuh der Braunschweiger, denn die Mutti aus Groß Vahlbeck.....


    Ich habe auf Anhieb leider auch wenig Daten gefunden, lediglich Fotos des Gebäudes. Es würde mich aber wundern wenn es keine Bauaufnahme gäbe.




    Spolien sehe ich einige in der Gördelinger Straße, die leider sehr frei von Kontext rumstehen. Hier würde mir schon immer eine ordentliche Lochfassade mit Putz, abgesetzten Gewänden, Gesimst und integriertem Portal für viel Effekt reichen. Das Stechinelli-Haus hat ja auch nicht viel mehr Fassadenelemente. Das wäre mir bei den ganzen Portalen ohnehin lieber, als vollständige Rekos. Auf jeden Fall wäre es eine Verbesserung des Raumes und ist eher geeignet einen Zusammenhang mit der übrigen Bebauung zu bilden.


    Zahlreiche Gebäude in der Breiten Straße sind auch historischen Ursprungs und vereinfacht und verändert aufgebaut worden.


    Für eine Stadtreparatur sehe ich nur den Anknüpfungspunkt des Stadtbahnausbaus. Baut man eine Strecke durch die Gördelinger Straße kann man sich auch an die Bebauung wagen. Baut man durch die Güldenstraße kann man bei einem massiven Rückbau auch die Buafluchten verändern und so einen doppelten Anreiz für eine Aufwertung schaffen. Ohne einen Anreiz seitens einer Aufwertung des öffentlichen Raums glaube ich nicht an Stadtreparatur.



    Ackerhofportal ist keine Reko, sondern ein Aufbau. Da ist alles vorhanden, das wäre als keine Rekonstruktion;).

    Ich möchte Architektenkind beipflichten, das ein Abriss der ganzen Zeile (der von größeren Teilen) eher eine Verschlechterung, als eine Verbesserung erwarten ließe. In direkter Nähe wurde das ja bereits mit dem Schloss-Carree gemacht. Das wertigste Gebäude (Deutsche Bank) wurde abgerissen. Die meinem empfinden nach schlechteste Architektur des gesamten Blocks sind die neuen Ergänzungen, insbesondere die völlig verunglückte Ecke zur Schloss-Attrappe. Weiterhin plant die Volksbank den ganzen Block zu vereinheitlichen. Die heute vorhandene, stadtverträgliche Kleinteiligkeit soll verschwinden. Die teilweise schlchten, teilweise aber auch sehr ansehnlichen Fassaden würden dann unter einem Einheitsbrei verschwinden.


    Ähnliches würde ich für die Bohlweg-Westseite befürchten. Die hier bis auf zwei Parzellengrenzen erhaltene Afteilung würde mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren gehen. Die kleinteilige Inhaberstruktur gegen einen Großinvestor getauscht. Die nicht nur schlechten Fassaden, die auch Ausdruck einer wichtigen, identitätsprägenden Zeit sind würden verschwinden.


    Ich sehe im Bohlweg eher das Potenzial, dass einzelne Gebäude mal ersetzt werden und dann den heterogenen Bestand ergänzen. Das passt meinem Empfinden nach besser zum immer heterogenen Bohlweg. Die immer gewünschte Einheitlichkeit hat es dort nie gegeben.

    Und wo sollen die Rekonstruktionen hin? Wo ist der Mehrwert, für den Ort, also für den Raum? Die Diskussion und die Argumentation, dass Rekos definitiv befürwortet werden, obwohl sie frei von irgend einem Kontext diskutiert werden (Tarsis ausgenommen) zeigt doch, dass es nur um Objekte und nicht um Raum geht. Und das Ergebniss, dass irgendwo zwischen belangloser Nachkriegsbebauung ein altes gotisches Bürgerhaus steht, fände ich maximal bescheiden. Ich empfinde die Alte Waage nicht gelungen, weil sie völlig isoliert da steht und der Raum kaum profitiert. Den Michaelishof könnte man als Gegenbeispiel nennen, dort ist ein halb vorhandener, historisch geprägter Raum ohne auffällige Architektur arrondiert worden.


    Auch nach längerem Blick auf die historisch-synoptische Karte erkenne ich keinen sinnvollen Standort für Rekonstruktionen, die mehr als ein iroliertes Objekt umfassen. Dieser müsste ja ein paar Kriterein erfüllen:


    - Verfügbarkeit von Flächen, möglichst wenige Eigentümer
    - räumlicher Zusammenhang, am besten Verbindung zwischen den Traditionsinseln
    - ein früherer Bestand, der auch heute eine sinnvolle Nutzung erhalten könnte


    Sehe ich nicht, wo dieser Standort sein sollte. Finde ich wie erwähnt auch nicht sinnvoll. Sinnvoll fände ich eine Orientierung an historischen Räumen und Parzellenstrukturen und eine darauf aufbauend gute Architektur. Für eine solche Stadtreparatur sähe ich auch politische und gesellschaftliche Mehrheiten. Für eine neue Rekonstruktionsdebatte wie bei der Schlossattrappe, die bis heute viele Diskurse vergiftet sehe ich keine Initiativen geschweige denn Mehrheiten in Braunschweig.


    Räumlich interessant fände ich die Güldenstraße, welche man bei einem Rückbau im Zusammenhang mit dem Straßenbahnbau für eine Stadtreparatur nutzen könnte. Den Bereich Kennedyplatz/Auguststraße, die Kannengießerstraße und den Bereich nördlicher Bohlweg/Wilhelmstraße. Allen diesen Projekten steht die Mutter aus Groß Vahlsberg im Wege. Solange die Innenstadt einseitig auf den Autoverkehr ausgerichtet ist, sehe ich keine Optionen für Stadtreparaturen in größerem Maßstab.


    Und nur noch mal zur Erinnerung: Aktuell werden die letzten freien Flächen mit Gebäuden wie der Casa Reha und anderen stadträumlich und architektonisch wertfreien Gebäuden bebaut. Obwohl deren Schwächen offensichtlich sind, werden solche Projekte in Presse, Bürgerschaft und Rat eher positiv aufgenommen. Da liegt der eigentliche Schlüssel für eine qualitätvollere Stadt.


    Mein Eindruck ist der, dass Städte, welche in der Breite gut funktionieren, nicht versuchen alle Probleme an einem kleinen Idyll wett zu machen. Frankfurt war für mich ein absolutes Negativbeispiel was die Qualität von Räumen angeht (Mainufer abgesehen).

    Autoverkehr ist kinderfreundlich? Wieder was gelernt.


    Der Mutter aus Groß Vahlberg möchte ich zur Scheidung raten. Offenbar ist ihr Gönnergatte nicht in der Lage auch nur einen Teil der Kinderbetreuung oder der Weihnachtskäufe zu unternehmen und lässt seine Frau mit drei Balgen den Job "Familie" alleine machen. Nach der Scheidung und dem Verkauf des Hauses an in einem Ort ohne Infrastruktur und Anbindung an solche sollte ein Umzug in eine Stadt in Erwägung gezogen werden. Ist das nicht gewollt, dann ist das nicht das Problem der Einwohner Braunschweigs. Die leiden nämlich unter dem Autoverkehr und der Bereitstellung der Infrastruktur, welche sie auf ihre Kosten auch für die Mutti aus Groß Vahlberg bereitstellen. Aber die scheint ohnehin nicht besonders schau zu sein, wenn sie zwei Kinderwagen (???) und ein Kleinkind auf dem Arm hat.

    Sinnvoller als punktuelle Rekonstruktionen wäre das Beachten stadtplanerischer Grundsätze in der Fläche der Innenstadt:


    - kleine Parzellen
    - Blockrandbebauung
    - hohe Dichte
    - belebte Erdgeschosszonen



    Frankfurt hat meines Erachtens kaum Qualität gewonnen, weil die Stadt in der Breite einfach ätzend ist. Die eine Straße macht den Kohl da nicht fett.

    Die BraZ berichtet.


    - Das Defizit wächst auf 4,35 Mio. € (vorher 2,8 Mio. €)
    - Die Ausweitung des Flugverkehrs ist nicht geeignet um das Defizit zu senken.
    - Es werden Kredite in Höhe von 5,2 Mio. € aufgenommen um eine neue Feuerwehr zu bauen und das Hauptgebäude zu sanieren.
    - eine positive Nachricht durch den Finanzdezernenten Geiger: auch nach 2024 dürfen (!!!) Zuschüsse an den Flughafen gezahlt werden. Die EU hat da Sonderregeln.
    - Cornelia Steiner Kommentiert, dass die Zurückhaltung des Gutachtens und die Kommunikation der Verwaltung nicht geeignet ist, Zustimmung bei den Bürgern zu generieren. Es wird in den Raum gestellt, dass durch die Involvierung Volkswagens kein Interesse an einer öffentlichen Diskussion über die langfristige Finanzierung des Flughafens besteht.

    Die Subvention des Flughafens durch Steuergelder ist eine Wettbewerbsverzerrung und unzulässig. Daher muss das Defizit in den nächsten Jahren abgebaut werden, sonst drohen Strafzahlungen an die EU. Alle Träumereien kann man damit an den Nagel hängen. Die Verpachtung von Flächen in erster Linie an Forschungseinrichtungen ist die in meinen Augen die einzig sinnvolle Lösung zur Sanierung der Flughafengesellschaft.


    Steuergelder wurden dort schon genug mit fadenscheinigen Argumenten versenkt. Die neuen Forschungsflieger bräuchten die lange Landebahn nicht einmal. Hatte man sich alles schenken können. Mehr langfristige Investitionen, die lediglich ein paar Jahre von Nutzen sind brauche ich nicht.

    ^ Am nordwestlichen Rand des Areals wird ein eingeschossiger Schuppen und ein Carport gegen ein mehrgeschossiges Bürohaus ersetzt. Erkennt man auf den ersten Blick nicht wirklich, was da geplant wird.

    Hi,



    also Rautheim war in dieser Streckenführung nie im Gespräch. Geplant waren eine Trasse von der Salzdahlumer Straße kommend über Südstadt nach Rautheim und eine von der Helmstedter Straße aus über Südstadt nach Mascherode. Die jetzige Führung hat sich als wirtschaftlicher erwiesen und ist auch neu.
    Leider hat der Bau einer langen Brücke nicht funktioniert, weil er das Gesamtprojekt gefährdet hätte. Ist schade, aber die richtige Entscheidung.


    In Volkmarode wird zwar der gleiche Streckenverlauf gebaut, aber in ganz neuer Konzeption. Die Strecke war so wie damals in Mittellage mit breiten Fahrbahnen an den Seiten unwirtscaftlich. Jetzt wird ein Gleis am Rande der Straße geführt und man baut Mittelbahnsteige. Ein Novum in Braunschweig.


    Dann geht es weiter mit der Salzdahlumer Straße. Hier wird es zum ersten Mal darum gehen Flächen umzuverteilen. Das wird schon noch mal spannend.


    Die Campusbahn geht auf einen Vorschlag von Ted Mosby aus dem DAF zurück. Vorher gab es dazu nie einen Vorschlag.


    Die westliche Innenstadtumfahrung sollte immer auf die Gördelinger Straße. Jetzt ist die Güldenstraße mindestens gleichwertig in der Planung. Auch hier darf man gespannt sein, ob und in welchem Maße Flächen umverteilt werden.


    Um den Hagenmarkt, der ja auch irgendwie dazu gehört, entwickelt sich mittlerweile eine rege Diskussion mit Demos, parallelen Planungsprozessen etc. Da langweile ich mich nicht.


    Nur nach Lehndorf wird es langweilig.


    Es ist schon ein Meilenstein, dass man praktisch keine Opposition gegen den Stadtbahnausbau mehr hat, selbst innerhalb der CDU nicht mehr. In der Bevölkerung melden sich nur einzelne, wenige "Betroffene". Das haben wir auch dem Planungsprozess der letzten Jahre zu verdanken, den vorher bot sich ein gänzlich anderes Bild. Das ist ein riesiger Unterschied, den man schwer darstellen kann, aber essentiell für den Erfolg des Projektes.