Olympische Winterspiele 2022/26 in München?

  • Das ist jetzt mal eine generelle Frage:
    Wozu werden diese Bürgerentscheide gemacht? Die letzten (3. Startbahn, 100m Hochhäuser und jetzt Olympia) waren ja alle eher ein "Lass ma's mal wies is", gibt es da irgendwelche Gesetze dass man vor größeren Sachen einen Bürgerentscheid durchführen muss? Hab mich mit der Thematik noch nicht so auseinandergesetzt. Und überhaupt, der Entscheid mit den 100m Gebäuden sollte doch nur 1 Jahr bindend sein oder? :confused:

  • Nein, ein Gesetz gibt es nicht. Doch bei großen Projekten empfiehlt es sich, einen Bürgerentscheid zu veranlassen, damit diese nicht auf die Barrikaden gehen. Ob das nun sinnvoll ist oder nicht...


    Der Hochhausentscheid war nur 1 Jahr bindend, doch bis heute traut sich keiner höher zu bauen, es gäbe sowieso nur wieder einen riesen Aufschrei.


    Ich sehe Bürgerentscheide nicht mehr als sinnvoll an, da generell immer dagegen gestimmt wird. Das scheint ein Naturgesetz zu sein.


    Wenn wir jetzt bei allen Projekten einen Bürgerentscheid hätten, ich würde wetten, sie gingen alle negativ aus.

  • Wenn wir jetzt bei allen Projekten einen Bürgerentscheid hätten, ich würde wetten, sie gingen alle negativ aus.


    Sehr guter Kommentar in der SZ, der genau diesen neuen Trend beschreibt. Egal, worum es geht, beobachtet der Autor in unseren Gesellschaften ein "Ego-Status-quo-Denken", eine lähmende Ablehnung jeglicher Risiken, die die Verwirklichung von Großprojekten nahezu unmöglich macht:


    http://www.sueddeutsche.de/kul…einem-hinterhof-1.1816053


  • Wenn wir jetzt bei allen Projekten einen Bürgerentscheid hätten, ich würde wetten, sie gingen alle negativ aus.


    Du meinst so wie bei den Ringtunnels und dem neuen Stadion?
    Ich hab eher das Gefühl die Bürger wägen ganz genau ab was uns nutzt und was nur anderen Leuten was bringt.

  • @hitchhiker: guter Einwand :) Ich befürchte, der Straßenbau ist noch einer der letzten Bereiche, in denen die Bürger im Zweifel für die Investition votieren (vielleicht, weil er die private Bewegungsfreiheit erhöht und der Benefit der Projekte nicht rein "öffentlich" ist??). Und beim Stadion war es wohl in der Tat noch echte Neugier auf Neues, die zum "Ja" geführt hat. Obwohl ich bezweifle, das heute die Abstimmung noch genauso ausgehen würde.

  • Ich habe nicht den geringsten Zweifel, dass ein Bürgervotum zur Fußball WM 2006 eindeutig positiv ausgegangen wäre. Der Fußball hat halt ein ganz anderes Standing bei uns und außerdem konnte mit der FIFA auch erfolgreich verhandelt werden, z.B. der Ausschank von bayerischem Bier anstatt der Budweiser-Sponsorenplörre oder das lizenzkostenfreie "Public Viewing".

  • Die meisten Personen in meinem Umkreis, die gegen Olympia stimmten, hatten als Hauptargument, München sei schon viel zu voll und überlastet.


    Hier zeigt sich dann doch der Nachteil der extrem monozentrischen Auslegung Münchens.

  • Die meisten Personen in meinem Umkreis, die gegen Olympia stimmten, hatten als Hauptargument, München sei schon viel zu voll und überlastet.


    Das war auch bei mir Hauptgrund gegen Olympia zu stimmen.

  • Der "neobiedermeierliche Zeitgeist" wie es die Süddeutsche reichlich süffisant anprangert, mag zum Teil Ausdruck von Nimby-Egoismus sein. Was der Artikel dennoch verkennt: er ist auch Ausdruck von Protest gegen Verschwendung und Hybris wie er sich in Limburg, Elbphilarmonie, S21, Nürburgring, JadeWeserPort oder BER wunderbar ablesen lässt. Die Erfolgsbilanz in Deutschland der letzten Großpojekte ist geradezu verheerend und die Selbstbedienungsmentalität, die sich bei diesen Projekten breit macht, wird völlig zurecht angeprangert. Außerdem handelt es sich nicht um eine "typisch deutsche" Reaktion. Die Massenproteste in Brasilien zeigen, dass Olympia auch woanders als zweiwöchiges Elite-Event auf Kosten der Allgemeinheit wahrgenommen wird. Nicht zuletzt, Oslo ist eine sehr gelungene Winter-Olympiade zuzutrauen. Wer Ölgeld wie Heu hat, soll's ausgeben.

  • Ich durfte nicht abstimmen, weil ich in nem angrenzenden Landkreis wohne, was ja eh schon ein Witz ist, weils mich ja genauso betreffen würde. Ich glaube nicht, dass die Leute dagegen gestimmt haben, weil sie gerne dagegen stimmen, sondern weil sie sich gefragt haben, ob diese ganzen Infrastrukturmaßnahmen wirklich nicht kommen, wenn Olympia nicht kommt. Außerdem ist es mir lieber, wenn das Geld in andere Infrastrukurmaßnahmen gesteckt wird. München ist nunmal nicht der einzige Landstrich in Bayern.
    Hab vorhin auf Bayern2 nen guten Kommentar gehört: Seit Ewigkeiten hören wir von den Politikern, dass wir sparen müssen, damit es uns weiterhin gut geht und andererseits soll hier was gemacht werden, von dem man keine Ahnung hat, wieviel es kosten wird. Und das Vertrauen in Kostensicherheit bei öffentlichen Bauten ist m.M.n. jetzt auch nicht unbedingt gegeben.

  • Die meisten Personen in meinem Umkreis, die gegen Olympia stimmten, hatten als Hauptargument, München sei schon viel zu voll und überlastet.


    Das Argument verstehe ich nicht. Durch Olympia wäre München ja nicht dauerhaft voller geworden. Sondern nur ein paar Wochen in einem Jahr.

  • Jetzt können wir die 2 . S Bahn Stammstrecke begraben!


    Kam gestern Bericht das das Projekt wegen Nullolympia kaum noch Chancen hat!


    Tunnel werden auf absehbarer Zeit nicht gebaut usw!


    Da wird München überlaufen sein wenn nix mehr voran geht!


    In Asien,England usw wird gebaut ohne Ende und hier ständig gemeckert oder protestiert!


    Ob die U Bahn nach Pasing kommt nun oder die Südspange da fange ich auch zu zweifeln an!


    Wer weiss wie lange der München Boom geht!
    Evtl brauchen wir 2022 die Spiele wenn alles rückläufig sein sollte!


    In den Alpen werden dringende Projekte auch nicht mehr so schnell weitergeplant!




    Man sollte Visionen haben und nicht Bedenken!

  • Eine grosse Anzahl von Leuten würde es durchaus begrüssen wenn es wieder Rückläufig wär.
    Es wird sowieso "viel zu viel" gebaut und gefahren und geflogen.


    Frage: Gibt´s hier eigentlich noch gestandene Mannsbilder oder nur noch romantische Waschlappen ?(Entschuldigung!)


    Luxus heisst heute "Lebensqualität"
    Überempfindlich heisst heute "sensibilisiert"
    klein heisst heute "überschaubar"
    verschachtelt heisst heute "kleinteilig"

  • Die meisten Personen in meinem Umkreis, die gegen Olympia stimmten, hatten als Hauptargument, München sei schon viel zu voll und überlastet.


    Genau da machen die Gegner doch den Denkfehler, indem sie glauben, dass man durch das Nichtverwirklichen von Großprojekten die Region "leerer" machen bzw. sie "entlasten" kann.


    Wenn wir die Infrastruktur nicht mehr weiter ausbauen, führt das zumindest kurzfristig nicht dazu, dass Menschen und Unternehmen woanders hinziehen. Im Gegensteil, das Gefühl der "Überfülltheit" und die faktische "Überlastung" nehmen eher zu.


    Der gewünschte Effekt der "Entleerung/Entlastung/Entschleunigung" könnte höchstens sehr langfristig eintreten, wenn man Investitionen immer weiter verschleppt und es dadurch unattraktiver wird, in der Region zu leben. Dann wandern irgendwann die Unternehmen ab und mit ihnen dann die Menschen; aber dafür müsste man wirklich eine konsequente "Wegsiedlungspolitik" betreiben, was derzeit bei weitem noch nicht stattfindet und volkswirtschaftlich unmoralisch wäre.


    Hier noch zwei ganz aktuelle Beiträge zum Thema:


    http://www.focus.de/regional/m…-stocken_aid_1154561.html
    http://www.ovb-online.de/polit…ekte-bleiben-3215643.html


    Übrigens findet hier ein Klagen auf sehr hohem Niveau statt. Andere Regionen sind stärker überfüllt und überlastet und die Menschen beschweren sich weniger darüber.

  • Übrigens findet hier ein Klagen auf sehr hohem Niveau statt. Andere Regionen sind stärker überfüllt und überlastet und die Menschen beschweren sich weniger darüber.


    das ist kein argument. was interessiert mich, wieviel andere jammern. in meiner stadt tue ich das, was ich für richtig halte.


    ich finde aich dieses kalkül seltsam, dass man sich irgendwelche spiele leisten soll, damit damit infratsrukturmaßnahmen finanziert werden.


    ich habe keine probleme mit der geschäftigkeit und dichte in und um münchen herum. ich mag halt einefach nicht einem für meine partei idiotischen vertrag zustimmen. baut autobahnen, hochhäuser, eisenbahnen usw. aber dass mit meinen steuergeldern die escort-ladies von irgendwelchen verfetteten IOC-Bonzen bezahlt werden, die ihre Karriere in irgendwelchen südamerikanisch-faschistischen Staaten begonnen haben, sehe ich nicht ein.


    Wir leisten uns Spiele, wenn wir das erstens wollen, zweitens können und drittens nicht um damit irgendetwas anderes auf die beine zu stellen. wenn wir zuwenig geld für nötige infratsrukturprojekte haben, dann sollten wir lieber schauen, wie wir den länderfinanzausgleich vernümftiger regeln.

  • aber dass mit meinen steuergeldern die escort-ladies von irgendwelchen verfetteten IOC-Bonzen bezahlt werden, die ihre Karriere in irgendwelchen südamerikanisch-faschistischen Staaten begonnen haben, sehe ich nicht ein.


    Der Ober-IOCler ist allerdings ein ehem. deutscher Olympiasieger und Sportfechter. Wieso südamerikanisch? Seit wann faschistisch?

  • Jetzt können wir die 2 . S Bahn Stammstrecke begraben!


    Kam gestern Bericht das das Projekt wegen Nullolympia kaum noch Chancen hat!


    Tunnel werden auf absehbarer Zeit nicht gebaut usw!


    Wie schnell die beiden dringend notwendigen Ringtunnels gebaut werden, wenn blos der politische Wille vorhanden ist, das wirst du sehen sobald nächstes Jahr Josef Schmid der neue Bürgermeister unserer Stadt ist.

  • Wichtiger als die Ringtunnel finde ich, dass mal der Altstadtring untertunnelt wird oder ganz verschwindet. Den braucht kein Mensch! Wieso den Verkehr ins Zentrum leiten?

  • Stell dich doch mal an den Ring und frag die Leute, die da jeden Tag in ihrem Bayerischen Motorenwagen rumstehen :cool: .
    Und das sogar noch am Samstag freiwillig tun.
    Ich hab viele Jahre außerhalb Münchens gelebt, aber mit dem Auto in die Stadt fahren habe ich exakt einmal gemacht, weil ich was sehr Sperriges abholen musste. Ansonsten bin ich immer nach Fröttmaning ins Parkhaus (damals noch 1,- DM pro Tag) und dann mit der U-Bahn weiter. Stressfreier und billiger als mit dem Auto reinzufahren.