Wie weiter wachsen? Stadtplanung & Siedlungsentwicklung Region

  • Am Wochenende gab’s wohl mal wieder eine Diskussionsveranstaltung zum Thema Wachstumsstopp….

    Schade. Statt wenigstens zu probieren, die eigene Politik zu erklären, versuchten die Stadträte sich bei den Wachstumsgegnern einzuschleimen.


    Dorothe Wiepcke (CSU): bei Eggarten sei man ja zu Kompromissen bereit gewesen
    Anna Hanusch (Grüne): hätten gegen die Bebauung des Eggartens gestimmt
    Jörg Hoffmann (FDP): hätten gegen die Bebauung des Eggartens gestimmt
    André Wächter (Bayernpartei): haben die SEM schon immer abgelehnt


    Nur Simone Burger (SPD) blieb einigermaßen standhaft und verwies darauf, dass sozialer Wohnungsbau nur entstehen kann, wenn man ihn baut.


    Offenbar lief ein Teil der Diskussion aber auch durchaus konstruktiv. So kamen auch die Themen Nullzinspolitik, Bodenrechtsreform, sowie die unzureichende ÖV-Anbindung in vielen Wohngebieten zur Sprache.


    https://www.sueddeutsche.de/mu…igkeitsprobleme-1.4638558


    P.S. Übrigens wurde auch die HdM Bebauung an der Paketposthalle thematisiert. Wenns dumm läuft wird das zum Symbolprojekt für die Wachstumsgegner.

  • Ganz interessante Studie des RWI - Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung zur Binnenmigration in Deutschland. Demnach sind es vor allem die junge Menschen, die in die Metropolregionen zuwandern.


    Zitat

    Dieses Papier analysiert die Determinanten interner Migration in Deutschland. Anhand von Daten auf der NUTS-3-Ebene (Landkreise) für verschiedene Altersgruppen und mithilfe von Pseudo-Poisson Maximum Likelihood (PPML) Gravitationsmodellen konzentriert sich die empirische Analyse auf die relevanten Push- und Pull-Faktoren der internen Migration über verschiedene Altersgruppen. Arbeitsmarktindikatoren scheinen bei der Erklärung interregionaler Migration, insbesondere für jüngere Gruppen, den stärksten Einfluss zu haben. Darüber hinaus zeigen interne Migranten ein heterogenes Migrationsverhalten über alle Altersgruppen hinweg. Insbesondere die absolut größte Gruppe, die gleichzeitig auch die jüngste ist, wandert überwiegend in städtische Gebiete, während die ältesten Gruppen eher in ländliche Regionen migrieren. Dieses Bewegungsmuster verstärkt bestehende regionale Altersunterschiede und somit die regionale Heterogenität des demografischen Wandels.


    Quelle: http://www.rwi-essen.de/publik…uhr-economic-papers/1022/


    Spiegel Online liefert weitere Details der Studie. Demnach ist die erwachsene Bevölkerung im Münchner Stadtgebiet zwischen 2008 bis 2014 zwar insgesamt relativ stabil geblieben (+1,6 %), die Zusammensetzung hat sich aber stark verändert. So hat die Bevölkerung der 18-29-Jährigen um 33,6 % zugenommen, während 30-49-Jährige (-4,9 %), 50-64-Jährige (-3,1 %) und die Über 65-Jährigen (-4,4 %) im Saldo aus dem Stadtgebiet herausgewandert sind.


    Einige weitere Zahlen aus Stadt und Region, Veränderung 2008-2014:


    Stadtgebiet M:
    Alle Erwachsenen: +1,6 %
    18-29-Jährige: +33,6 %; Anteil der 18- bis 29-Jährigen*: 17,3 %
    30-49-Jährige: -4,9 %; Anteil der 30- bis 49-Jährigen*: 32,1 %
    50-64-Jährige: -3,1 %; Anteil der 50- bis 64-Jährigen*: 17,5 %
    Über 65-Jährige: -4,4 %; Anteil der über 65-Jährigen*: 17,8 %


    Landkreis M:
    Alle Erwachsenen: +3,4 %
    18-29-Jährige: +1,6 % Anteil der 18- bis 29-Jährigen*: 13,4 %
    30-49-Jährige: +6,4 % Anteil der 30- bis 49-Jährigen*: 28,3 %
    50-64-Jährige: -2,3 % Anteil der 50- bis 64-Jährigen*: 21,0 %
    Über 65-Jährige: +2,9 % Anteil der über 65-Jährigen*: 20,5 %


    Dachau:
    Alle Erwachsenen: +3,1 %
    18-29-Jährige: +2,8 % Anteil der 18- bis 29-Jährigen*: 14,4 %
    30-49-Jährige: +4,9 % Anteil der 30- bis 49-Jährigen*: 28,3 %
    50-64-Jährige: -0,6 % Anteil der 50- bis 64-Jährigen*: 17,3 %
    Über 65-Jährige: +4,1 % Anteil der über 65-Jährigen*: 18,0 %


    Freising:
    Alle Erwachsenen: 0,0 %
    18-29-Jährige: +6,1 % Anteil der 18- bis 29-Jährigen*: 16,6 %
    30-49-Jährige: -1,4 % Anteil der 30- bis 49-Jährigen*: 29,6 %
    50-64-Jährige: -2,0 % Anteil der 50- bis 64-Jährigen*: 20,4 %
    Über 65-Jährige: +1,4 % Anteil der über 65-Jährigen*: 15,6 %


    Ebersberg:
    Alle Erwachsenen: +3,8 %
    18-29-Jährige: -3,6 % Anteil der 18- bis 29-Jährigen*: 13,4%
    30-49-Jährige: +8,3 % Anteil der 30- bis 49-Jährigen*: 28,5 %
    50-64-Jährige: -0,8 % Anteil der 50- bis 64-Jährigen*: 20,6 %
    Über 65-Jährige: +1,8 % Anteil der über 65-Jährigen*: 18,7 %


    Starnberg:
    Alle Erwachsenen: +2,2 %
    18-29-Jährige: -10,6 % Anteil der 18- bis 29-Jährigen*: 12,0 %
    30-49-Jährige: +7,3 % Anteil der 30- bis 49-Jährigen*: 25,8 %
    50-64-Jährige: -0,2 % Anteil der 50- bis 64-Jährigen*: 21,4 %
    Über 65-Jährige: +0,4 % Anteil der über 65-Jährigen*: 22,7 %


    *an jeweiliger Gesamtbevölkerung in 2014


    Quelle: https://www.spiegel.de/wirtsch…re-gruende-a-1292981.html

  • ^^


    Habe den nett geschriebenen Artikel zur Erheiterung gelesen. Es ist für mich jedoch ganz offensichtlich, dass diese in der Münchner Stadtgeschichte konstante Kritik und teilweise auch Hemmung des Wachstums mit fortschreitender Internationalisierung perspektivisch ein Ende haben wird. Schon heute sind 20 % der Käufe von Wohnungen in München Asiaten. Der Anteil von Arabern wird weiter wachsen. Diesen Leuten kann man keinen Blödsinn vom Moloch München erzählen.


    Es ist auch jeweils die Sache einzelner Generationen und schon aktuell befinden sich die größten Kämpfer gegen Veränderung in der Generation 70 oder 80 und mehr. Alles Menschen, deren Horizont oft nur bis an den Bayerischen Wald und den Gardasee reicht. Die Generation unter 60 ist definitiv "in der Welt" herumgekommen und es wird schwerer sein, haltlose Propaganda wie München soll nicht Chicago werden oder bewahre uns vor Zuständen wie in Paris oder London zu plazieren.

  • ^


    Physiologisch lässt sich natürlich zeigen, dass die Fähigkeit zur Aufnahme von Neuem mit zunehmendem Alter abnimmt und damit einhergehend häufig auch Denkmuster / Gewohnheiten nicht mehr aufgebrochen werden.

    Anfällig für die populistische Besetzung von Themen ist jedoch grundsätzlich jede Altersgruppe und ich stelle (auch aufgrund des eigenen Umfelds) zumindest in Frage, ob das Bereisen der Welt so eindeutig mit Veränderungsbereitschaft korreliert. Auch die eher von jüngeren Altersgruppen gewählten Grünen stehen dem Populismus nicht selten sehr nahe, und innerhalb der Union vertritt gerade die JU besonders eingefahrene / rückschrittliche Positionen.


    Wie auch immer, zuschauen und auf die Zukunft hoffen, kann nicht die Lösung sein, sondern nur den ablehnenden Initiativen ein Ja entgegen zusetzen. Dafür braucht es aber Engagement, und das ist bekanntlich bei einem Nein leichter aufzubringen.

  • Ich denke, Isek hat insofern schon recht, als dass jeder, der mal eine Zeit in anderen Metropolen Europas oder der Welt gelebt hat, über die aktuelle Wachstumsangst in München nur den Kopf schütteln kann.


    Das Hauptproblem in der aktuellen Diskussion sind doch vor allem die politischen Parteien, die anstatt echte Visionen von der Zukunft auszuarbeiten eine scheinbar ruhigere und behütete Vergangenheit als Idealbild malen. Mit diesem Versprechen des 'Zurück' erfüllen Sie natürlich voll und ganz die Erwartungen der protestierender Gartenstädtler mit ihren zahllosen Bürgerinitiativen. Dringend nötiger Entwicklung stellt man sich aber damit in den Weg und für die Mehrheit der Bevölkerung werden dadurch die Probleme immer größer.

  • Meiner Meinung nach ist die Tram23 in die Parkstadt und in Zukunft auch Bayernkaserne,... eine Fehlplanung. Man sollte gleich die U9 auf der Tram23 Strecke bauen... Das Fahrgastpotential dieser Strecke sollte höher sein, als bei dem bestehenden U6 Nordast.

  • Interessant:

    Hier kann man sich offenbar noch anmelden: https://www.wohnungsbaukonferenz.de/


    Zitat

    Regionale Wohnungsbaukonferenz 2019

    Das Thema Wachstum brennt den Menschen in Stadt und Land unter den Nägeln. Bevölkerung und Wirtschaft der Metropolregion München wachsen und bescheren unserer Region Wohlstand und Prosperität – einerseits. Andererseits wird der Raum knapper, die Mobilität zur täglichen Herausforderung und die Kosten insbesondere für das Wohnen steigen.

    In diesem Spannungsfeld setzt das „Regionale Bündnis für Wohnungsbau und Infrastruktur“ auf interkommunalen Dialog und Zusammenarbeit. Denn die bewegenden Themen sind aller Orten die gleichen, unabhängig von Lage oder Größe der Kommunen. Sie enden nicht an kommunalen Grenzen.

    Die Regionale Wohnungsbaukonferenz am Dienstag, den 12.11.2019 im Schloss Dachau will Antworten finden auf die drängenden Fragen der zukünftigen Entwicklung unserer Städte und Gemeinden. Sie will mit wegweisenden Beispielen Mut machen, neue Wege zu beschreiten und zum Nachahmen anregen. Sie will die Denker, Macher, Entscheider und Netzwerker unserer Region zusammenbringen, um verantwortungsvoll und mit Weitblick innovative Strategien für die Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln. Damit wir den Bürgerinnen und Bürgern auch in Zukunft eine bezahlbare und lebenswerte Heimat bieten können.

    Quelle: https://www.wohnungsbaukonferenz.de/

  • Quelle: http://www.hwwi.org/fileadmin/…g-Staedteranking_2019.pdf

  • Zitat

    Erneut positive Jahresbilanz im Wohnungsbau

    Bereits über 8.000 genehmigte Wohnungen für das Jahr 2019 – damit zeichnet sich für die Zahl der Baugenehmigungen im Wohnungsbau wieder ein sehr gutes Ergebnis ab, auch wenn die extrem überdurchschnittlichen Rekordwerte von 2017 und 2018 nicht wieder erreicht werden. Der Trend aber ist eindeutig: Betrachtet man die Durchschnittszahl der Baugenehmigungen in den letzten zehn Jahren, so ist diese enorm gestiegen. Die Zahl der Genehmigungen hat sich im Zeitraum 2009 bis 2018 um ein Drittel (rund 30 Prozent) gegenüber dem Vergleichszeitraum 1999 bis 2008 erhöht. Zieht man die letzten fünf Jahre als Vergleichszeitraum heran, liegt der jährliche Durchschnittswert mit über 10.000 genehmigten Wohneinheiten pro Jahr sogar um rund 60 Prozent höher als im Zeitraum 1999 bis 2008.

    2017 und 2018 stellen innerhalb dieses positiven Trends die Rekordwerte mit 13.475 beziehungsweise12.581 genehmigten Wohneinheiten dar und sind bisher die besten Ergebnisse seit Erhebung der Baugenehmigungszahlen. Auch wenn diese sehr erfreulichen Rekordwerte nicht ständig wiederholbar sind, da die Anzahl der Bauanträge ebenso wie die Anzahl an Wohneinheiten innerhalb der Bauanträge schwankt, so ist auch für 2019 wieder ein sehr gutes Ergebnis zu erwarten – eventuell könnten die Marke 10.000 bis Ende des Jahres geknackt und somit sogar die Jahre 2014 bis 2016 (8.563/8.445/9.660) übertroffen werden.

    Quelle: https://ru.muenchen.de/2019/21…lanz-im-Wohnungsbau-88034


    Sehr beschönigend formuliert. Es ist ein weiterer massiver Rückgang nach 12.581 WE in 2018 und 13.475 WE in 2017. Definitiv das völlig falsche Signal :nono:

  • ^

    Erneut positive Jahresbilanz im Wohnungsbau

    => Was wäre eine negative Bilanz? Negative Anzahl Baugenehmigungen?


    Ich gebe dir recht. Leider etwas enttäuschend, aber trotzdem ist ~10.000 immer noch ein guter Wert.

  • Die Formulierung im Text ist sachlich neutral und nicht beschönigend. Genehmigungen kommen schubweise und nicht gleichmäßig über die Jahre verteilt. Nächstes Jahr könnten es 15.000 sein und im Jahr darauf 9.000. Das spielt keine Rolle. Aussagekräftig ist allein z.B. ein Fünfjahresdurchschnitt. Davon abgesehen: Viel wichtiger als die genehmigten WE sind die realisierten WE. Denn genehmigen lässt sich viel, gebaut werden muss es!

  • Weiß jetzt leider nicht mehr genau, wo es war. Habe aber Heute einen Bericht gelesen, daß die Stadt mit den realisierten WE meilenweit von ihren Zielen entfernt ist. War auf Instagram, aber weiß nicht mehr welche Quelle?


    Gehmemigungen Hin-oder-Her.


    Es geht leider auch hier steil bergab. Anzingerstr. fällt wohl weg, Nachverdichtung PS Schwabing auch und Bayernkaserne hinkt 5 Jahre hinterher.


    Desaströse Zahlen.

  • Du sprichst den sog. Bauüberhang an. In München gab es 2018 über 26.000 genehmigte Wohnung, von denen lediglich knapp 10.000 im Bau, aber noch nicht fertig waren; d.h. rd. 16.000 WE sind weithin genehmigt , aber ungebaut. Seit Jahren werden mehr Wohnungen genehmigt als gebaut, ist aber kein Münchener Problem.


    Quelle