Bauprojekte im/am Zoo Frankfurt

  • Neubau "Frankfurt Conservation Center" geplant

    Nach einer Meldung vom Tage gab der Magistrat heute grünes Licht für konkrete Umsetzungsschritte für den Bau eines Zentrums für den internationalen Natur- und Artenschutz auf dem Gelände des Frankfurter Zoos. Weiter heißt es: "Mit dem 'Frankfurt Conservation Center' (FCC) soll am Osteingang des Zoos in Kooperation mit der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt ein neues Gebäude entstehen, das die dortigen älteren und abgängigen Zweckbauten ersetzt. Für das FCC-Gebäude wird mit Kosten von 20 bis 22 Millionen Euro gerechnet, wovon knapp die Hälfte von der ZGF und ihren Partnerinstitutionen eingebracht werden soll. Das letzte Wort über das FCC haben die Stadtverordneten, die in den kommenden Wochen über die Vorlage abschließend entscheiden."


    Entstehen soll das FCC an der Ecke Rhönstraße und Waldschmidtstraße.


    Bild: https://www.deutsches-architektur-forum.de/pics/schmittchen/fcc_am_zoo_skizze_1.jpg

    Grafik: Stadt Frankfurt am Main


    Diese Gebäude müssen abgerissen werden.



    Bild: Schmittchen


    2018 hat das Frankfurter Büro Dirschl Federle Architekten einen Gestaltungsvorschlag skizziert. So sieht er aus:


    fcc_am_zoo_skizze_2.jpg
    Grafik: Dirschl Federle Architekten

  • Neubau Restaurant in Nordosten des Zoos geplant

    Die Stadt plant den Neubau eines Restaurants in der Nähe des bestehenden Spielplatzes. Die Gastronomie im Zoogesellschaftshaus gibt es schon lange nicht mehr, der Pachtvertrag für das Restaurant am Ausgang Rhönstraße wurde im März 2021 beendet. Nun gibt es nur noch einen Waffelstand sowie Bratwurst- und Eisstände. In der Konzeptstudie "Zookunft 2030+" (oben #77) wurde der Neubau von gleich zwei Restaurants empfohlen.


    Der Magistrat prognostiziert die Gesamtkosten auf derzeit sechs Millionen Euro. Mit einer aktuellen Vorlage wird den Stadtverordneten ein "Raumprogramm" vorgelegt. Im Innenreich sollen im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss jeweils 40 bis 45 Plätze entstehen. Weitere 40-52 Sitzplätze sind auf einer Terrasse im Obergeschoss und eine ungenannte Zahl weiterer Plätze auf zwei Terrassen im Erdgeschoss vorgesehen. Auf einem beigefügtem Erdgeschossplan lässt sich mangels hinreichender Auflösung leider nur wenig entziffern:


    eg-plan7akfp.jpg

    Plan: Stadt Frankfurt


    Mittelfristig soll ein weiteres Restaurant im jetzigen Nashornhaus entstehen. Das erste ist auf dem Areal des heutigen Heckenlabyrinths geplant:


    hhhhhqrk71.jpg

    Bild: © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main (Orthofotos 2020)

  • Identifizieren lässt sich ein Innenraum mit 40 Plätzen, eine kleine Terrasse mit 16 Plätzen und eine große Terrasse mit 80 Plätzen.

    Da die Gäste-Toiletten nicht im EG-Plan enthalten sind, scheinen sie im Keller zu liegen - immerhin ist im abgesonderten Gäste-Treppenhaus auch ein Personenaufzug vorhanden, so dass nicht "treppengängige" Gäste auch die Toiletten erreichen können.


    Der große Raum links oben am Gastraum ist die eigentliche Küche, darunter die Spülküche, darunter Vorratsräume für nicht-Lebensmittel und Getränke. An der linken Außenwand oberhalb des Gäste-Treppenhauses zunächst eine Kühlzelle mit drei Temperaturbereichen, dann ein Lager für ungekühlte Küchenvorräte und - mit Ausgangstür - die Personalumkleide?, gegenüber Büro und Personal-WC.


    Was ich bei einem Neubau vermisse, ist ein temperaturgeführter innerer Müllraum neben dem Ausgang, wie er bei neueren Hotelküchen inzwischen üblich ist, um äußere Mülltonnenplätze mit dem Risiko der Rattenansammlung zu vermeiden.

  • Zoogesellschaftshaus: Umbau für Kinder- und Jugendtheater geplant

    Das Zoogesellschaftshaus ist ein Repräsentationsbau des späten Klassizismus mit Anklängen an die Renaissance. Es wurde 1875-76 nach einem Entwurf der Architekten Josef Durm, Adam Friedrich Kaysser und Otto Lindheimers erbaut. Das Zoogesellschaftshaus liegt auf dem gründerzeitlichen Straßenzug Hauptbahnhof – Kaiserstraße – Hauptwache – Zeil und bildet dessen städtebaulichen Abschluss. Aktuelle Nutzer sind das Fritz Rémond Theater, die Zoo-Verwaltung und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.


    Seit langem wünscht sich die Stadt ein Kinder- und Jugendtheater. Entstehen soll es im Zoogesellschaftshaus (was seltsamerweise in diesem Forum noch keine Erwähnung fand). Die Stadt hat dazu einen nicht offenen Wettbewerb mit vorgeschaltetem qualifiziertem Auswahlverfahren ausgerichtet. Heute wurde er entschieden. Das Preisgerichts zeichnete unter den Beiträgen von 17 Architekturbüros aus dem In- und Ausland drei Entwürfe aus. Das sind die Platzierungen:

    1. Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten
    2. Hascher Jehle Assoziierte
    3. karlundp Gesellschaft von Architekten

    Zum Wettbewerbsverfahren und der Entscheidung hat die Stadt eine Pressemitteilung herausgegeben. Auszug daraus zum Verfahren:


    Das Dezernat Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main legte als Auslober des Wettbewerbs die Aufgabe fest, die Bedarfe der Nutzer Kindertheater und Zoo in dem flächenmäßig begrenzten Zoogesellschaftshaus unterzubringen und in Zusammenhang mit der dafür notwendigen Aufstockung des Gebäudes unter Beachtung der Vorgaben des Denkmalschutzes zu verknüpfen. Für das Theater gilt das Prinzip des offenen Hauses, Herzstück ist der große Theatersaal für bis zu 450 Zuschauer. Er kann in zwei kleinere Säle geteilt werden. Die Räume sind multifunktional nutzbar, es gibt keine festen Spielrichtungen, Szenenflächen und Zuschauerbereiche. Verfahrbare Tribünenelemente erlauben die Gestaltung nach künstlerischen Erfordernissen. Das Preisgericht bestehend aus Architekten, Theaterexperten und Vertretern von Politik und Kultur tagte am Mittwoch, 7. Juli, unter dem Vorsitz der Architektin Anett-Maud Joppien vom Büro Dietz-Joppien Architekten.

    Aus 17 eingereichten Entwürfen kürte das Preisgericht das Büro Ortner & Ortner Baukunst Gesellschaft von Architekten mit folgender Begründung: „Die Entwurfsaufgabe stellte die Frage nach dem Verhältnis des Gebäudes zu einerseits dem städtischen Raum, andererseits aber auch zu seiner Beziehung zum Zoo als Grünraum und Park. Den Verfassern gelingt es auf mehreren Ebenen hierzu eine überzeugende Antwort zu finden. In der äußeren Erscheinung wird das bestehende Gebäude an der Südseite in Anlehnung an das historische Erscheinungsbild sensibel an den Altbau angepasst. Hierdurch entsteht ein U-förmiger massiver anmutender Baukörper, der in Richtung Zoogelände durch einen leichten Holzhyridbau mit vorgestellter filigranen Stahl-Glaskonstruktion ergänzt wird. Diese bildet eine atmosphärisch angenehm spielerisch wirkende Filterschicht zum Zoogelände, die mit leichter Hand die Massivität des Altbaus kontrastiert und einen wunderbaren Übergang zum Freigelände formuliert. Aus Sicht der Theatermacher werden alle Nutzungsanforderungen in diesem Entwurf, wie beispielsweise Flexibilität und Multifunktionalität, realisiert. In der Summe setzt der Entwurf die angestrebten Ziele des offenen Hauses, der Flexibilität und angenehmen kindgerechten Atmosphäre hervorragend um.“ Die bekannte und beliebte Frontansicht des Zoogesellschaftshauses bleibt bei allen Entwürfen so erhalten, wie sie ist. Sie steht unter Denkmalschutz. Ergänzt wird lediglich ein Dachaufbau, wie er bereits vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg vorhanden war.


    Und weiterer Auszug zu den nächsten Schritten:


    Mit dem Ergebnis des Architekturwettbewerbs ist nun die konkrete Grundlage für die weitere Planung gelegt. Im nächsten Schritt beginnt nun – nach letzten Nachbesserungen und Optimierungen am Siegerentwurf – die Arbeit an der Bau- und Finanzierungsvorlage, in der die jetzigen baulichen, technischen und künstlerischen Vorgaben konkretisiert, verfeinert und in ein solides Finanzkonzept aufgenommen werden. „Das Kinder- und Jugendtheater ist festgeschrieben im neuen Koalitionsvertrag. Das Projekt ist politisch gewollt, kulturell notwendig, technisch machbar und finanziell darstellbar, zudem muss das Zoogesellschaftshaus ohnehin dringend saniert werden. Deshalb werden wir diese Chance jetzt ergreifen“, sagt Hartwig abschließend.


    (Das Zitat im zweiten Auszug ist von Ina Hartwig, aktuell und auch künftig die Kulturdezernentin der Stadt Frankfurt.)


    Aussagekräftige Resultate des Wettbewerbs liegen noch nicht vor. Dennoch sollen in einem weiteren Beitrag einige Einschätzungen folgen.

  • Wie im Vorbeitrag schon anklang, waren der städtischen Pressemitteilung keine Ansichten des erstplatzierten Entwurfs beigefügt. Es wird allerdings auf eine Ausstellung verwiesen. Sämtliche Arbeiten sind demnach vom 9. bis zum 25. Juli im Foyer des Zoogesellschaftshauses, Alfred-Brehm-Platz 16, zu besichtigen. Geöffnet ist die Ausstellung dienstags bis sonntags von 11 bis 19 Uhr. Es gelten die vorgeschriebenen Hygiene- und Schutzmaßnahmen.


    Im Auszug aus der Pressemitteilung oben heißt es: "Die bekannte und beliebte Frontansicht des Zoogesellschaftshauses bleibt bei allen Entwürfen so erhalten, wie sie ist. Sie steht unter Denkmalschutz. Ergänzt wird lediglich ein Dachaufbau ...". Sensibilisiert vom Senckenberg-Desaster dürften spätestens jetzt bei so manchem regelmäßigen Leser dieses Forums die Alarmglocken läuten. Und tatsächlich bedeutet dies, dass die zum Zoo gewandte Ostseite des Zoogesellschaftshauses eben nicht erhalten bleibt.


    Erste Visualisierungen sind bereits aufgetaucht (Dank an mr.w7 für den Hinweis):


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_rang01_p02.webp


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_001.webp

    Bilder: Ortner & Ortner Baukunst / Nightnurse Images


    Der nach den beträchtlichen Kriegszerstörungen zwar verändert wiederaufgebaute, aber eben noch vorhandene Mittelrisalit der Ostfassade soll nach dem Entwurf von Ortner & Ortner offensichtlich abgebrochen werden. Stattdessen soll zwischen den Eckbauten eine monotone Rasterfassade ohne Gliederung errichtet werden. Aus Stahlelementen den Ansichten zufolge (böse Zungen könnten von einem Hochregallager sprechen). Nicht zuletzt ist ein neuer Dachaufbau vorgesehen, der von allen vier Seiten zu sehen sein dürfte. Freilich wird dieser weder in den Dimensionen noch in seiner Gestaltung auch nur annähernd dem bauzeitlichen, im Krieg zerstörten Dachaufbau entsprechen.


    Abschließend ein Foto der Ostfassade im bauzeitlichen Zustand, die Aufnahme soll 1878 entstanden sein ...


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_01.jpg

    Bild gemeinfrei (urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen)


    ... und ein Luftbild des aktuellen Zustands:


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_002.jpg
    Bild: © Stadtvermessungsamt Frankfurt am Main (Orthofotos 2020)


    Nachtrag: So richtig rund wird die Sache durch die Nachricht, dass für das seit 1947 im Zoogesellschaftshaus spielende Fritz Rémond Theater nach dem Umbau kein Platz mehr sein wird. Das steht hier.

  • Muss das denn sein? Und diese Frage stelle ich mir auf zwei Ebenen: Nichts gegen ein städtisches Kinder- und Jungendtheater, aber muss dieses wirklich im Zoo-Gesellschaftshaus beheimatet werden? Meiner Ansicht wäre eine Nutzung, die mit dem Zoo in Verbindung steht, deutlich sinnvoller. Welchen Sinn hat es auch, das Gebäude für dieses neue Theater umzubauen und das alteingesessene Fritz Rémond Theater rauszuwerfen? Aber falls diese Frage bejaht wird: Muss dieses Gebäude so verhunzt werden? Der jetzige Zustand ist nicht über alle Zweifel erhaben, aber durch den beabsichtigten Wegfall des Mittelrisalits geht jegliche Struktur verloren - dazu diese Metallfassade, die mich an das Parkhaus am Hauptbahnhof erinnert. :nono: "Ergänzt wird lediglich ein Dachaufbau, wie er bereits vor der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg vorhanden war." wäre zwar ein Lichtblick, aber ich habe Zweifel, das an dieser Stelle wirklich eine Rekonstruktion erfolgen wird.

  • Schau Dir das erste Bild in Schmittchens Beitrag an, und Du siehst einen Dachaufbau, der anders als der Historische, nicht etwas weniger als den Raum der heutigen Vertiefung im Dach füllt und zwei Säulenraster vor den Eckbauten endet, sondern einen Aufbau, der die gesamte Breite zwischen den Eckbauten ausfüllt.

    Die mattiert/bedruckt aussehende Füllung der Fenster in den beiden unteren Ebenen - ist das bedrucktes Streckmetall? Feuerfest, Sichtschutz, ein wenig lichtdurchlässig und bei Parkhausarchitekten beliebt?

  • Schön ist leider anders, zeitlos ist es auch nicht. Die Metallkonstruktionen auf dem zweiten Bild (die tatsächliche Realität, auf dem ersten Bild haben die es geschafft eine "bessere Stimmung" zu vermitteln, das Rendering-Effekt) sind ästetisch nicht gelungen. Die erste Assoziation ist, wie schon oben erwähnt, Parkhaus und das ist natürlich kein schöner/würdiger Vergleich für ein Gebäude dieser Art. Wie zu sehen ist war das Gebäude vor dem Krieg mit der klassischen Parklandschaft drumheurm ein Traum. Das wird höchst wahrscheinlich kein anderes Projekt nicht einmal annährend toppen können. Tja, Fakt ist meistens ist es unmöglich das Original zu toppen.


    Und schau mal zu welchem Zustand heute die "modernen Architekten" von damals das Gebäude gebracht haben...


    ...ich wette in 15-20 Jahre von heute wird jemand wieder einen ähnlichen Post wie Schmittchen zu Wettbewerb Zoo Ostfassade auf DAF posten und als viertes Bild wird der Entwurf von dem erstplazierten in 2021 sein :)


    "Die bekannte und beliebte Frontansicht des Zoogesellschaftshauses bleibt bei allen Entwürfen so erhalten"...lass uns mal jetzt überlegen warum die Frontansicht so beliebt ist :)

  • Und wieder haben wir ein neues Beispiel dafür das es für die Modernisierung von historischen Gebäuden feste Regeln braucht. Was passiert wenn man die zeitgenössische, größtenteils talentlose, Architektengilde bei solchen Projekten freidrehen lässt, hat man ja beim Senckenbergdesaster gesehen. Wenn man zumindest versuchen würde den Mittelrisalit anzudeuten würde die ganze Sache viel strukturierter, viel harmonischer wirken

  • Das ist ja sagenhaft hässlich! Keinerlei Bezug zum Bestand, keine Struktur und eine Ästhetik, die irgendwo zwischen dem SB-Bereich eines großen schwedischen Möbelhauses und einem (Behelfs-)Parkhaus angesiedelt ist. Mit diesem Anblick will man künftig Zoobesucher malträtieren?! Hat man gar nichts aus dem Senckenberg-Desaster gelernt? Gibt es noch einen Funken Hoffnung, dass das nicht gebaut wird?

  • Ganz grauenhaft, vor allem der Einsatz billigsten Streckmetalls. Sieht aus wie eine Hühner-Legebatterie. Hier sieht man deutlich dass das Büro Ortner und Ortner anscheinend völlig überbewertet ist (dem Entwurf fehlt es komplett an Respekt!) und die "Preisricher" wenig Ahnung haben bzw. sich keinen Deut' darum scheren wie so etwas von Außen wirkt. Gut, vielleicht hat der Entwurf im Inneren seine Stärken, doch die sind eben nicht von außen wahrnehmbar. Aber was rede ich, ich bin ja nur "Laie" und "verstehe" das alles nicht. Aber ertragen muss ich diese visuellen Zumutungen überall.

    Schlimm, wie unsere Stadt immer mehr verschandelt wird (Senckenberg, bizarre Aufstockungen, "Waterfront Molenstumpf", HPQ-Office Dick und Breit "Turm", One, One Parkhausbrocken uvm.)

    ich glaube die Zeit ist reif für ein neues allgemeines Thema mit dem Titel:


    Architetture Terribileis

  • Den fehlenden Respekt vor dem historischen Bauwerk und die auch in meinen Augen völlig missratene Fassadengestaltung mal außen vor gelassen, offenbart sich hier doch dasselbe Grundübel wie beim Umbau für die Senckenberg-Gesellschaft. Viel zu viel Nutzfläche soll in einen nicht geeigneten Bestandsbau gequetscht werden. Auch dafür wird offenbar eine Aufstockung in Form eines unförmigen und überdimensionierten Glasaufbaus erforderlich. Auf diesem Foto, entstanden wohl im Zusammenhang mit der Preisgerichtssitzung, kann man das halbwegs erkennen.


    Der Sommerbau am Kaiserlei zeigt doch sehr schön, dass an Kulturbauten auch mit unkonventionellen Ansätzen plus einer gewissen Leichtigkeit herangegangen werden kann und der Nutzwert dennoch nicht zu kurz kommen muss. Und war nicht allerorten zu lesen, dass neue Nutzungen und damit Impulse für bald verwaiste Haupteinkaufszonen her müssen?


    Sicher, ein Kinder- und Jugendtheater sollte nicht dauerhaft in einen Gerüstbau ziehen müssen. Aber es werden sich bestimmt Lösungen finden lassen, ohne den offenbar vorhandenen Raumbedarf in einen der wenigen in Frankfurt erhalten gebliebenen Prachtbauten des 19. Jahrhunderts pressen zu müssen. Und ohne den ohnehin kriegsgeschädigten historischen Bestand weiter zu zerstören und ansonsten zu entstellen.

  • Ich habe mal vor ein paar Jahren im englischsprachigen TV eine Reportage über eine kolumbianische Haftanstalt gesehen. Die sah innen exakt genauso aus. Vielleicht hat ja der Architekt........

  • Der 3. Preis ging ja bekanntlich an karlundp Gesellschaft von Architekten mbH. Auf deren Seite habe ich eine Außenansicht des drittplatzierten Entwurfs gefunden, der im Gegensatz zu Ortner & Ortner doch um einiges zeitloser wirkt!


    Seht selbst:

    Bild: https://abload.de/image.php?img=aussenperspektive0nkvp.jpg

    © karlundp Gesellschaft von Architekten mbH

  • Ich war gestern und heute zu Besuch in Frankfurt, gar nicht weit entfernt vom Zoo. Da hat mich dieser Beitrag gleich interessiert. Und ich stimme ein ins Klagen der Vorschreiber: Die hineingesetzte klar strukturierte Fassade des Einbaus wirkt aus der Fernperspektive ja noch ganz ok, vor allem, wenn man nicht weiß, wie das Gebäude einst aussahe oder heute aussieht. Aber aus der Nahansicht wird diese wackelige Blech(?)konstruktion dem umgebenden Altbau überhaupt nicht mehr gerecht. Wie kommt man auf solche Ideen? Es fällt schwer, das nicht als Verschandelung zu empfinden. Sehr schade. Ansonsten habe ich (aus der bayerischen Ferne und gelegentlichen Besuchsnähe) den Eindruck, dass Frankfurt mit seinem baulichen Erbe üblicherweise geschmack-, stil- und verantwortungsvoll umgeht.


    Der drittplatzierte Entwurf zeigt da deutlich mehr Einfühlugsvermögn, ohne die Gegenwart zu leugnen.

  • Die von Schmittchen angesprochene Nutzungsfläche thematisiert der Magistratsvortrag namens "Planung und Konzepterstellung eines Kinder- und Jugendtheaters/Zukunft des Zoogesellschaftshauses" (M_123_2019 vom 23.08.3019).

    Ich könnte mir verstellen das im laufe der Jahre der Anspruch an die Räumlichkeiten kontinuierlich gestiegen ist, sodass das Zoogesellschaftshaus, welches von Beginn als Standort für das Kinder- und Jugendtheater gesetzt war, zu klein wurde. Wenn dem so ist, hätte man irgendwann entscheiden müssen das eine anderer Immobilie für den Raumbedarf passender gewesen wäre.


    Die Anlage 2 beinhaltet das Raumprogramm und auf den Seiten 3 bis 6 wird dieser zeichnerisch dargestellt. Und die Anlage 1 beschreibt in Kurzform das Nutzungs- und Betriebskonzept. Ausführlicher tut dies das Nutzungs- und Betriebskonzept im Magistratsbericht B_569_2020 vom 19.10.2020. Danach war klar wohin die umbauliche Reise für das Zoogesellschaftshaus gehen würde.

    Mal schauen ob es bei den Kosten von 38 Mio. EUR (Sanierung) plus 14 Mio. EUR (Kinder- und Jugendtheater) bleibt. Im Vergleich zum Vorhaben für Oper- und Schauspielhaus jedenfalls ein finanzieller Schnapper.


    Das für das Fritz- Remond-Theater in der Konsequenz möglicherweise dort keine Platz mehr ist war dem Dezernat Kultur und Wissenschaft wohl klar, jedoch gab es keine eindeutigen Aussagen wie und wo es mit ihm weitergeht. Ebenso bezeichnend ist das das Dezernat u.a. postuliert das mit dem Betriebsbeginn des Kinder- und Jugendtheater das Zoogesellschaftshaus als öffentliches Gebäude nach vielen Jahren wieder der öffentlichen Nutzung zur Verfügung steht. Anscheinend ist der Theaterbetrieb vom Fritz-Remond-Theater der falsche weil dieser keine ausreichende öffentliche Nutzung des Gebäudes darstellt?

  • Hier kommen Ansichten von allen drei Preisträgern. Also auch vom zweitplatzierten Beitrag von Hascher Jehle Assoziierte, der hier bisher nicht bekannt war. Vom erstplatzierten Entwurf habe ich in Beitrag #87 die Visualisierung der Gesamtansicht der Ostseite gegen eine in höherer Auflösung ausgetauscht.


    Erwartungsgemäß ist beim 1. Rang die geplante Aufstockung auch von Westen sehr deutlich zu sehen. Die Frontseite zum Alfred-Brehm-Platz:


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_rang01_p01.webp

    Bild: Ortner & Ortner Baukunst


    Beim 2. Rang dürfte die Ostseite dem bauzeitlichen Zustand am nächsten kommen (und vermutlich auch die Südseite):


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_rang02_p01.webp

    Bild: Hascher Jehle Assoziierte


    Die bereits bereits bekannte Ostseite des 3. Rangs von karlundp Gesellschaft von Architekten nochmals direkt:


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_rang03_p01.webp


    Westseite des karlundp-Entwurfs:


    zoogesellschaftshaus_umbau_kindertheater_rang03_p02.webp

    Bilder: karlundp Gesellschaft von Architekten

  • Das grenzt schon an schierer Absicht, wie man sich hier für den wirklich übelsten Entwurf entschieden hat. Auch für die beiden anderen genannten Architekten muss es sicher bitter gewesen sein, gegen ein solches Fachbodenregal zu verlieren.


    Eigentlich gehört diese Entscheidung ja boykottiert.