Hauptbahnhof Frankfurt

  • Ein erster Preis wurde nicht vergeben. Die Teams auf Platz 2 und 3 sollen ihre Entwürfe überarbeiten. Der 2. Preis ging an schneider+schumacher, zusammen mit lad+l (Hannover) uznd BPR (Darmstadt), der dritte an Topotek 1 und Hoffmann-Leichter (Berlin). Beide sehen unter anderem vor, die Straßenbahn-Haltestelle zu verlegen: schneider+schumacher in Richtung Empfangsgebäude, Topotek 1 in Richtung Bahnhofsviertel.

  • Und wann kann man davon ausgehen dass Details der Entwürfe bekanntwerden?
    In meinen Augen hätte man sich den Wettbewerb ja auch sparen können. Einfach wieder so machen wie er vor dem Krieg war, vielleicht noch paar Verkehrsplaner zu Rate ziehen wo man Taxis und Busse unterbringt und eventuell noch ein drittes Gleis für die Straßenbahn, ansonsten ist der Vorkriegszustand unübertreffbar. Wirklich überzeugen konnte zudem ja offensichtlich keiner der Entwürfe.

  • So ganz den Vorkriegszustand wird man heute nicht mehr herstellen können, dafür sind die Rahmenbedingungen einfach zu unterschiedlich...


    Folgende Punkte hätte ich aber gerne umgesetzt:


    - Straßenbahn vor dem Haupteingang
    - 2, stellenweise maximal 3 Fahrspuren pro Richtung
    - Umfassende parkähnliche Begrünung mit Bäumen und Blumenbeeten aller Freiflächen wie schon 1888, das Junkieproblem sollte inzwischen weitgehend erledigt sein
    - Verzicht auf den B-Ebenen-Abgang vor dem Haupteingang weil vollkommen sinnlos geworden
    - Verzicht auf die Abgänge an der Straßenbahn ergibt sich von selbst bei Verlegung ebendieser, evtl. einen übriglassen
    - Umgestaltung aller übrigen Abgänge in historisierender Form, d.h. mit Eisengittern in Schmiedeoptik (wie bei U-Bahnhof Leipziger Str. z.B.) oder mit Sandsteinverkleidung
    - Wiederaufstellung der beiden großen Kandelaber, deren Sockel angeblich seit den 50ern bei der Gießerei stehen sollen, die sie einst hergestellt hat...
    - Die restliche Beleuchtung bitte auch mit historischen Laternen, wie am Opernplatz z.b.


    Ein drittes Gleis für die Straßenbahn wäre betrieblich nicht unbedingt nötig, wenn genug Platz ist aber eventuell für die Abbieger in die Münchener Straße sinnvoll.

  • Vielleicht kann man nicht alle Details wieder wie vor dem Krieg machen. Aber die Grundform, also Straßenbahn vor dem Hauptgebäude, alle Fahrstreifen der Straße auf der gegenüberliegenden Seite, und dazwischen die Begrünung in nahezu der selben Gestalt wie vor dem Krieg sollte wohl ohne jegliche Probleme machbar sein.


    Wenn die Kandelaber tatsächlich noch vorhanden sind, dann nichts wie her damit. Irgendwie bezweifle ich aber dass bei der Stadt oder den Architekten da jemand drauf kommen wird. Hoffentlich wirds nicht wieder so eine reine Zweckbeleuchtung wie am Mainufer. Historische Laternen wären bei der umgebenden Architektur schon angemessen.
    Und bitte alle Abgänge aus Eisen! Sandsteinverkleidungen sind mir da doch etwas zu wuchtig.


    Aktuell wäre ein drittes Gleis vielleicht nicht notwendig, aber man weiß ja nicht was die Zukunft bringt. Von daher sollte man sich das nicht von vornherein verunmöglichen. Zumindest sollten irgendwann mal die bisher drei Straßenbahnstationen mit Namen "Hauptbahnhof" auf maximal zwei reduziert werden.

    Einmal editiert, zuletzt von Rohne () aus folgendem Grund: EDIT: du meintest ja pro Richtung, dann hat sich der Einwand erledigt...

  • Das mit den Kandelabern habe ich dem anlässlich der Hallensanierung herausgegebenen Buch über den Hauptbahnhof von Volker Rödel entnommen. Dort heißt es, die 20 Meter hohen dreiflammigen Laternen wurden 1892 auf dem Bahnhofsplatz aufgestellt und bei der Umgestaltung dessen nach dem Krieg in bester Altstadt-Tradition verschenkt. Die Sockel (leider nicht die kompletten Leuchten) wurden danach auf dem Gelände des von Arnimschen Eisenwerkes Marienhütte in Groß-Auheim aufgestellt, wo sie zumindest 1983 noch vorhanden waren - aus diesem Jahr datieren die beiden Bilder im Buch, die ich aus Urheberrechtsgründen leider nicht präsentieren kann. Die Sockel sind aus je 500 Teilen in massivem Eisen gegossen und zeigen je drei, Elektromotor-Rotoren haltende, geflügelte Meerjungfrauen, wohl als Allegorie des Sieges der Technik über Luft, Land und See zu verstehen... Historismus in Reinkultur :D


    Es wäre in der Tat wünschenswert, sich mal bei der Stadt Frankfurt zu erkundigen, ob man denn die Sockel zurückzuholen gedenkt. Unter Garantie hat nämlich keiner der Verantwortlichen auch nur den blassesten Schimmer davon...


    Was die Straßenbahn betrifft, wie ich schon vor einiger Zeit hier dargestellt habe, ist das nicht so einfach. Die Haltestelle Hbf Südseite ist im Prinzip aber vollkommen egal, weil dort keine Linie hält, die nicht zuvor auch an der Haupthaltestelle vorbeigekommen ist. Sobald die Linie 17 über die Stresemannallee weiter nach Neu-Isenburg fährt, wird dort ohnehin keine Linie mehr halten, mit Ausnahme der morgens und abends vom und zum Depot fahrenden Züge. Übrigens gab es vor dem Krieg nicht weniger als drei Haltestellen unmittelbar vor dem Hauptbahnhof - was dann Auslöser für die erste große Umgestaltung des Platzes war.


    Edit: Eine kurze Suche hat das hier zu Tage gefördert:


    http://www.hanau.de/kultur/industriekultur/artikel/05436/


    Dort heißt es:

    Zwei im Werk Tangerhütte hergestellte Kandelabersockel nach Entwurf des Bildhauers Franz Krüger von 1891 mit den Attributen Generatorspule und Licht als allegorische Darstellung der Elektrizität gehörten ursprünglich zu einem vor dem Frankfurter Hauptbahnhof aufgestellten Kandelaberpaar, das nach 1945 an den Eingang der Marienhütte versetzt wurde.


    Es gibt also noch Hoffnung! :Koenig: Ich schaue mal, ob ich noch Bilder finde...

  • Hallo,


    wäre es nicht möglich, den Durchgangsverkehr über Gutleut-, Hafen- und Heilbronner Str. zu führen? Mit einem Tunnel zwischen Basler Platz und Hafentunnel.


    Die Zufahrt zum Hbf. für Autos erfolgt dann über die Karlsruher Str. bzw. die Poststr. Der Bahnhofsvorplatz bliebe dann autofrei.


    Holger

  • Danke für den Link - sieht schon ganz manierlich aus, auch wenn ich bei den Fußballplatz-Flutlichtstrahlern und den (immernoch) eingepackten Türmchen auch gleich wieder das Grausen kriege... Natürlich wären größere Visualisierungen, Pläne oder gar Modelle auch schön zu haben, mal sehen was in den kommenden Tagen veröffentlicht wird.

  • Nach allem was man momentan sieht (Schneider + Schumacher), muss ich sagen, dass ich mir mehr von dem Wettbewerb erwartet hatte. Der Platz wurde aufgeräumt und die Straßenbahnhaltestelle näher an den HBF gerückt, sehr gut! Aber der Platz erscheint doch nur wie eine Steinwüste. Sehr gut zu erkennen ist das auf dem Bild im Artikel der FNP. Indem man die Nord- und Südseite in Sackgassen verwandelt, schneidet man sie auch gleichzeitig ein gutes Stück weit vom Leben ab. Gleichzeitig wird der Platz unförmig. Der Vorkriegszustand war hier m.E. schon nah am Optimum. Autofreiheit kann in einer Großstadt doch nicht das erste Ziel sein. Man muss den öffentlichen Raum nur intelligent gestalten.


    Die Idee von Topotek Brunnen als Sitzgelegenheiten auf dem Vorplatz zu errichten, sind ein Zeichen dafür wie wenig sich das Büro mit der heutigen "Platznutzung" auseinandergesetzt hat. Ziel der Umgestaltung sollte sein, dass keine Sitz- und Lagermöglichkeiten für Junkies entstehen, um endlich dem schlechten Ansehen Frankfurts im Rest von Deutschland entgegenwirken zu können. Einzig private Einrichtungen wie Cafés und Restaurants wären hier denkbar.

  • Mit sagt die Idee des Abkoppens von Nord- und Südseite vom Durchgangsverkehr sogar sehr zu. Ich bin der Meinung, dass die Seiteneingänge dadurch belebt werden können, gleichzeitig wird sich wahrscheinlich der Stau auf dem Vorplatz verringern und die Ladenlokale in Düsseldorfer- und Baseler Straße profitieren: Diese Straßen würden für Flaneuere eine Option!


    Die neue Lage der Straßenbahnhaltestellen - soweit man sie erahnen kann - finde ich recht gelungen, ein paar Taxen auf dem Vorplatz bereitzustellen, ebenfalls.


    Eine völlige Katastrophe ist diese Sitzgelegenheitsbrunnenidee. Das Büro Topotek sollte sich den Vorplatz mal inkognito anschauen!


    Geradezu genial wäre das Wiedererichten der Kandelaber (obwohl ich wirklich kein Fan von Historismus bin) - hoffentlich liest jemand von der Stadt/den Planern hier mit! Zwei solche Gußeisenmonster auf einem großen, freien Platz und ein Hbf ohne "Mützen" - ein Traum!

  • Das Ernüchternde vorweg: Es gibt bisher weder einen Zeitplan, noch Gespräche über Finanzierungsfragen. Die Finanzierung wird gewiss alles andere als einfach, müssen die Kosten doch zwischen Stadt und Bahn aufgeteilt werden. Und auch wenn der Planungsamtsleiter laut FAZ nicht von einem Scheitern des Wettbewerbs sprechen möchte, ein überzeugendes, den Ansprüchen gerecht werdendes Ergebnis gibt es nicht.


    Die vorn platzierten Entwürfe werden nun überarbeitet, in vier bis sechs Wochen will das Preisgericht noch einmal zusammentreten. Danach können sich die Bürger auf der Website des Stadtplanungsamts an dem Planungsprozess beteiligen. Ich würde, wie garcia, ebenfalls für eine modifizierte Wiederherstellung des Vorkriegszustands (Scan von RMA/aktuelles Vergleichbild) plädieren. Die Schließung von Poststraße und besonders der Mannheimer Straße scheint mir auch vernünftig. An der Südseite ist dies in Verbindung mit Bahntower und Busbahnhof wohl ohnehin nicht anders zu lösen.


    In der Rhein-Main-Zeitung-Printausgabe ist ein großes Modellfoto (mit Bahntower!) Leider kann dies hier aus urheberrechtlichen Gründen nicht gezeigt werden. Also ab an den Kiosk. Auf dem Foto sind die zahlreichen Lichtöffnungen zu der B-Ebene gut erkennbar - sicher gut für die unterirdische Einkaufspassage, an der Oberfläche unter gestalterischen Gesichtspunkten aber zweifelhaft.

  • Wie kommst Du darauf darauf, dass Düsseldorfer und Baseler Straße eine Option für Flaneure würden? Das Verkehrsaufkommen würde durch das Abschneiden der Nord- und Südseite tendenziell eher zu- als abnehmen. Weshalb würde ein Abkoppens von Nord- und Südseite vom Durchgangsverkehr Deiner Meinung nach zu einer Belebung führen? Auf der Nordseite sammeln sich zukünftig die Taxis und im Süden ist auch heute schon nicht allzuviel los...

  • Mir ist nicht ganz klar, welche Folgen die Verlegung der Strassenbahnhaltestellen haben wird. Heisst das, das alle Abgänge in die B-Ebene geschlossen und keine neuen Enstehen? Wenn ich also mir der Strassenbahn ankomme und in S- oder U-Bahn umsteigen will muss ich erst ins Bahnhofsgebäude um dann wieder zurück in die B-Ebene zu gelangen? Das macht den Weg doch auch nicht kürzer!


    Ich bin auch für eine Verlegung der Strassenbahn, die Gleise sollten Ebenenerdig sein, so vom Stil wie am Willy-Brand-Platz, also evtl. mit ner kleinen Stufe. Dazu ein zentraler Abgang in die B-Ebene, der von allen genutzt wird, also Flaneuren und Umsteigern.


    Licht in die B-Ebene zu bekommen finde ich nicht schlecht. Jeder, der mal in der U-Bahnstation Messe gestanden hat, weiss um die Wirkung von Tageslicht weiter unten. Aber man kann die B-Ebene auch anders hell bekommen, mit innovativem Lichtdesign an der Decke, was aber wohl aufgrund der niedrigen Deckenhöhe schwierig wird.


    Die beiden Strassen nördlich und Südlich zu schliessen ist keine schlechte Idee. Dadurch entzerrt sich sowohl die Strassenführung vorm Bahnhof und die beiden Plätzen können entsprechend gestaltet werden. Das kann sich vor allem für die Hotels auf der Nordseite auszahlen, die dann noch repräsentativerer Eingangssituationen bekommen können.

  • garcia: Das Gute an dieser Sache wäre, dass ein Fußgänger vom Vorplatz aus überhaupt die Chance hätte, in eine dieser Straßen zu gelangen. Das geht heute nur direkt am Nord- bzw. Südportal und hier auch nur in sehr schlechter Weise. Das hat zur Folge, dass diese Wege nur von Personen genutzt werden, die keine andere Möglichkeit haben z.B. zu Ihrem Büro zu kommen. Freiwillig nimmt diese Wege niemand.


    Ein Wendeplatz mit Halte-Möglichkeit für Abholer (etwas nach Westen versetzt) und ein breiter Anschluss an die Trottoirs der angrenzenden Straßen - und schon wäre Aufenthaltsqualität geschaffen.


    Der Verkehr vor dem Bahnhof würde sich durch Wegfall des direkten Bahnhofs-Zugangsverkehrs und der Taxen verringern. Wenn man es dann noch schafft, einen Teil des Durchgangsverkehrs mit sanftem Druck durch den Tunnel zu drücken, könnte genau das richtige Maß an Urbanität erreicht werden - hoffe ich zumindest. Ich denke sogar, dass dies nicht mal übermäßig teuer würde.

  • Der Wettbewerb ist ja mal mehr als enttäuschend.
    Einzig positiv dass immerhin Schneider und Schumacher auf die Idee gekommen sind, die Straßenbahn wieder an ihren ursprünglichen Ort zu verlegen. Und prompt wollen Leute aus der Jury die Haltestelle weiter östlich haben, und das auch noch mit dem Stichwort Barrierefreiheit zu begründen versuchen :nono: Den Vogel schießt aber Sikorski ab, der am drittplatzierten Entwurf lobt dass die Leute aus dem Bahnhofsviertel so einfacher in die Bahn kämen... - diese Haltestelle dürfte für die Leute die vom Bahnhof kommen wohl wesentlich wichtiger sein als für jene aus Richtung Kaiserstraße.
    Diese komische aufgrund der Lichtöffnungen wie ein Flickenteppich daherkommende Steinwüste geht aber mal gar nicht.
    Ob man die Straßen im Norden und Süden unbedingt abkoppeln muss, weiß ich nicht. Auf keinen Fall aber sollten es Sackgassen werden wie der (auch mal zu ändernde) Kaisersack.
    Die Bäume gehören natürlich nicht vor die Gebäude, sondern auf den Platz. Warum hat sich niemand dazu getraut?
    Und am drittplatzierten Entwurf merkt man eindeutig dass die Planer nicht aus Frankfurt kommen. Sitzgelegenheiten vor dem Hauptbahnhof sind gegenwärtig keine gute Idee. Ich weiß zwar nicht was an dem Entwurf mit seinen Stadion-Flutlichtmasten historisch anmuten soll, aber wenn selbst das schon kontrovers diskutiert wird, weil es zu historisch aussehen würde kann ich echt nur noch mit dem Kopf schütteln. Und selbst wenn: was bitte wäre so schlimm daran? Insgesamt hat der Wettbewerb doch Eines ganz klar gezeigt: eine Platzgestaltung so nah am Vorkriegszustand orientiert wie irgend möglich, ist hier das einzig Vernünftige.

  • Ich weiß, dass ich mit meiner Meinung mal wieder recht alleine da stehe - aber ich bin (vor allem nachdem ich das Modell gesehen habe) ein großer Fan des zweiten Platzes geworden. Die Kleinigkeiten, die mir nicht gefallen könnte ich sehr gut verschmerzen.


    Zum Thema Lichtöffungen: An diesem Beispiel ist zu erkennen, dass so etwas durchaus funktionieren kann - von unten habe ich es leider noch nicht gesehen.


    In einem Punkt bin ich ganz bei Rhone: Schön wäre es, Bäume auf dem Platz zu sehen und nicht nur am Rand (Problem: B-Ebene...). Trotzdem halte ich den Vorkriegszustand bei aller Schönheit für nicht mehr zeitgemäß: Damals war es eher ein Platz zum Bewundern und Repräsentieren, gefragt ist heute ein Platz, der vielfältig nutzbar und in jeder Richtung ohne Barriere zu queren ist, Schneider + Schumacher ist da schon sehr gut.

  • Der Schneider und Schuhmacher Entwurf ist bei weitem der durchdachteste, vor allem die Licht-Flutung der B-Ebene ist eine längst überfällige Idee. Ganz am Rand ist mir aufgefallen, dass in einigen Modellen auch der zukünftige Bahn-Tower am südwestlichen Rand des Bahnhof-Modells schon integriert wurde. Link

  • Wie wäre es statt der Brunnen im dritten Entwurf Öffnungen zur B-Ebene vorzusehen, umgeben von einem Geländer. So wie es in jeder Shopping Mall üblich ist, daß man von der oberen Etage in die untere schauen kann. Auch wenn es dort innerhalb der Halle gemacht wurde, so schwebt mir als Beispiel der Leipziger HBF vor. Dort hat man auch den Querbahnsteig geöffnet und kann dort vom Geländer aus in die tiefer gelegenen Ebenen schauen. Es würde weit mehr Tageslicht in die B-Ebene fallen als durch milchige Glasplatten und die bedeutend größere Frischluftzufuhr als heute könnte auch helfen den weltweit gleich typischen U-Bahn-Mief aus der B-Ebene zu bekommen.
    Unabhängig davon könnte man bestimmt auch heute schon den Gesamteindruck der B-Ebene verbessern, wenn man endlich mal diese großflächig, in scheinbar allen Frankfurter B-Ebenen verwendeten Deckengitter gegen ordentliche Deckenverkleidungen austauschen würde. Falls das aus belüftungs- oder brandschutztechnischen Gründen nicht geht, könnte man diese wenigstens mal austauschen.


    Ich kann ja verstehen, daß man gewisser Klientel auf dem Bahnhofsvorplatz keine Lagermöglichkeiten bieten will. Aber kann man das Problem nicht auch anders angehen? Kann man nicht sagen wir schaffen hier viele Sitzgelegenheiten und erreichen damit, daß sich viele Reisende und Touristen kurz setzen und ausruhen können? Das hätte dann den Effekt der unbewußten gegenseitigen zivilen Kontrolle. Das heißt, die gewisse Klientel würde sich immer beobachtet fühlen und damit wäre der Platz irgendwann für sie uninteressant. Gerade durch viele gut genutzte Sitzgelegenheiten bekommt ein Platz erst eine urbane Aufenthaltsqualität. Wo kann ich mich als Tourist, Reisender oder Einheimischer heute in Bahnhofsnähe noch setzen? In den diversen Lounges oder Warteräumen der Bahn, welche immer voll belegt sind. Auf den spärlichen Bänken der Bahnsteige, welche extra weit außerhalb platziert sind, um keine Anreize zum Lagern zu geben. In diversen Gastronomieeinrichtungen wo ich verpflichtet bin zu konsumieren. Auf dem Bahnhofsvorplatz nirgends und das setzt sich bis zur Taunusanlage fort. In der Taunusanlage hat man es doch auch geschafft trotz zahlreich vorhandener Bänke und tarnendem Buschwerk die Junkies fernzuhalten.


    Auf jeden Fall sollten die Kandelaber wieder aufgestellt werden. Und wenn es ein Nachguß sein muß.