Stadion des Chemnitzer FC (fertig)

  • Stadion des Chemnitzer FC (fertig)

    Für alle überraschend haben Stadt und CFC heute sehr konkrete Pläne für einen Stadionneubau auf dem Gelände des jetzigen Stadions präsentiert. Die alte Fischerwiese ist nach dem Aufstieg weder DFB-konform noch zeitgemäß, so daß jetzt der richtige Zeitpunkt für ein solches Projekt gekommen ist. Ich veröffentliche mal die Meldung und ein Foto von www.cfc-fanpage.de (ist bei Quellennennung erlaubt).


    Ein großes Bild gibt es unter folgendem Link.



    Inwieweit bei dem angekündigten Gespräch noch Verbesserungen möglich sind, wird sich zeigen.

  • Das ist eine sehr erfreuliche Nachricht. Ich hoffe, dass das neue Stadion auch wirtschaftlich funktioniert und das der Neubau nicht automatisch den Abbruch des Denkmalkomplexes "Esche-Stiftung" bedeutet. Warum die Stadt sich bis zuletzt öffentlich gegen einen Stadionneubau ausgesprochen hat, wo man schon seit Frühjahr am neuen Stadion gearbeitet hat ... bleibt ein Rätsel.



    Esche Stiftung, Aufnahme um 1910


    Foto: Sammlung Bergmann

  • Man könnte nun erst mal abwarten, wie sich die Himmelblauen in der 3. Liga schlagen und ob sie nicht vor dem geplanten Baubeginn schon wieder am Abstieg sind - aber da dürfte der DFB vor sein (vor dem Abwarten, nicht vor dem Abstieg ;-). Man könnte auch fragen, ob die GGG ein geeigneter Bauherr für das Unterfangen ist - doch dürften auch hier die Würfel bereits gefallen sein. Dann also zu einen architektonischen Fragen.


    Offenbar sollen ja zumindest Teile des 1927 (?) eröffneten Bus- und Straßenbahndepots an der Planitzstraße, später Leninstraße und heute Heinrich-Schütz-Straße für den Neubau beseitigt werden? Ist das Depot eigentlich Denkmal und was sagen die Betreiber der Go-Cart-Bahn POWERhall dazu (http://www.powerhall.de/ ). Oder soll es nur die heute als Fanhalle genutzen Teile des Komplexes treffen?


    Ist der bereits an anderer Stelle angesprochene Abriß der Wohnhäuser der Esche-Stiftung für den Neubau notwendig?
    http://www.sz-online.de/nachri…p?id=2788444&newsfeed=rss


    Könnte der Hauptzugang auch von Süden, also von der Heinrich-Schütz-Straße, auf Kosten der etwa zwei Dutzend Kleingärten dre Anlage "Heidelberg", erfolgen und damit besser vom Sonnenberg angebunden. Zumindest war dies schon vor einiger Zeit so geplant: http://www.chemnitzerfc.de/upl…dia/umbau09_fanaufruf.pdf


    Oder ist deren Beräumung sogar schon erfolgt? Ich war lange nicht mehr auf der Fischerwiese. Wenn ja, gilt die Frage jedoch um so mehr. Die Pläne aus 2008/09 stammen vom Ingenieurbüro Erfurt mit Sitz in Freiberg, sicher identisch mit dem im Text genannten Büro: http://www.erfurt-ib.de Der Abruch der Gebäude der Esche-Stiftung für einige Parkplätze war zumindest auf diesen schon vorgesehen.


    http://www.cfc-fanpage.de/arch…/news_detail.php?nid=3619
    http://www.freiepresse.de/LOKA…rdacht-artikel1472641.php

  • Die GGG tritt hier wie bei allen Chemnitzer Großprojekten als Handlanger der Stadtpolitik auf, das sehe ich als unproblematisch an. Das Straßenbahndepot ist tatsächlich denkmalgeschützt. Die Fanhalle muß auf jeden Fall weichen, was mit der Karthalle passieren soll, ist momentan noch rätselhaft. Gleiches gilt für das Umspannwerk und die Edeka-Kaufhalle auf der anderen Seite sowie das Denkmal Esche-Stiftung. Hier muß man einfach die Details abwarten, bisher wurde davon noch nichts gesagt. Grundsätzlich habe ich bei sinnvollen Nachnutzungen aber kein Problem mit dem Abriß von denkmalgeschützten Gebäuden.


    Der neue Eingangsbereich von der Heinrich-Schütz-Straße (anstelle der Kleingartenanlage) ist bereits gebaut worden, allerdings in einer völlig ungenügenden Form, die Probleme beim Einlaß mit sich bringt und im Idealfall bei der Gelegenheit gleich noch mal mit angepaßt wird. Die Planungen zum Abbruch der Esche-Stiftung wurden nicht umgesetzt, wohl aus Kostengründen. Mit dem heutigen Wissen könnten aber auch schon die jetzt bekannt gewordenen größeren Pläne verantwortlich gewesen sein.

  • Ich muss aber sagen, das ich mich auf das neue Stadion freue und auch darüber, das man sich zusammen gesetzt hat um eine Lösung zu finden das finanziell zu packen. Die Lösung ist auch gar nicht mal so schlecht. An der Stelle funktioniert die GGG für die Stadt ganz gut. An anderer Stelle eben überhaupt nicht.

  • Das ist wirklich eine sehr erfreuliche und absolut überraschende Nachricht. Das wird den Sonnenberg an dieser Stelle ungemein aufwerten. Nur habe ich (als bekennender CFC-Fan, aber eben auch als Einwohner dieser Stadt) bzgl. der Finanzierung und der Umfeldgestaltung einige Bauchschmerzen.


    Wie wird das Umfeld aussehen?
    Wie bereits erwähnt, wird die Fanhalle weggerissen werden müssen. Nur reicht das? Ich würde den gesamten Bestand des ehemaligen Straßenbahndepots wegreißen. Dazu noch das Gebäude direkt an der Kreuzung, um so einen großen Vorplatz für das Stadion zu erhalten. Alle anderen Varianten sind für mich nur Notlösungen.


    Finanzierung?
    Eine alleinige Finanzierung durch die Stadt (GGG) ist m.E. absolut unmöglich. Wie sollen mind. 23 Mio. Euro finanziert werden? Einen wirtschaftlichen Betrieb wird es hier nicht geben können. Hier ist der Freistaat mit am Zug. Ich kann nicht nachvollziehen, daß der Freistaat die Finanzierung mit der Begründung ableht, "Profisport wird nicht gefördert". Ein paar Meter weiter in Zwickau werden aber Millionen in das neue Stadion gesteckt (ja, Zwickau ist fünfte Liga). Wenn das so ist, würde ich als Bauherr den VFB Fortuna Chemnitz einsetzen (auch fünfte Liga) und schon spart man sich 10 Millionen. Absoluter Schwachsinn.


    Andere Fördermittel?
    Der Sonnenberg ist doch Fördergebiet. Vielleicht lassen sich da ein paar Euro abgreifen.

  • Stadionneubau

    Zustimmung, Chemnitzer, insbesondere zur Umfeldfrage.


    Ein Abriss des heute als Fanhalle etc. dienenden Depotteils bei gleichzeitigem Verbleib der Gokart-Halle wäre eine halbe Sache, mit der niemandem geholfen ist. Die Halle würde dem neuen Stadion(vorplatz), der Hauptansicht des Stadions jegliche Weite nehmen, im Blickfeld stehen, das Stadion "in den Hof rücken".


    Prinzipiell war ich bis eben auch der Ansicht, das Gebäude an der Kreuzung müsse gleichfalls aus obigen Gründen weichen. Allerdings ist ein großes Problem ja, dass mit den alten Hallen auch der Fantreff, die "Fanhalle" wegfällt, aber so wichtig für die Fanszene ist, dass da ein Ersatz her muss. Keine Ahnung, ob man dieses Haus mit dem Konzept der Fanhalle zusammenbringen kann, aber wenn man eh grad dabei ist, große Visionen in die Tat umzusetzen, dann sollte man auch mal auf dieses leere Haus schauen...

  • Ich habe einmal darüber geschlafen und bin reichlich ernüchtert. Fakt ist, daß der vorgestellte Entwurf eine vollkommene Kopie des Stadions in Ingolstadt ist, welches an sich schon ein reiner Zweckbau mit einfachster architektonischer Gestaltung ist. Ehrlich gesagt finde ich es mehr als peinlich, daß man bei einem Projekt mit einer solchen Investitionssumme und städtebaulichen Bedeutung darauf verzichtet, auch nur einen einzigen eigenständigen Akzent zu setzen. Irgendwie bezeichnend für die Bedeutung von Architektur und Städteplanung in Chemnitz. Allerdings will ich den Verantwortlichen zugestehen, daß ihnen das Ingenieurbüro die Erfindung des industrialisierten Stadionbaus gar nicht verraten hat.
    Zudem macht man einen dramatischen Schwenk vom Stehplatzstadion zur Arena mit überwiegendem Sitzplatzanteil und hat es bei der Projektvorstellung nicht nötig, auch nur ein Wort zur ebenso identitätsstiftenden Fanhalle zu verlieren. Und all das wird von großen Teilen der Fans auch noch unkritisch hingenommen, wenn man die Diskussion auf der Fanpage verfolgt. Wenn das Kind dann in den Brunnen gefallen ist, wird wie beim mißratenen Eingangsbereich das Geschrei groß sein.


    P.S.: Den Vorschlag mit der Integration des Eckgebäudes ich sehr gut, etwa wie von Dir auf der Fanpage vorgeschlagen für Fanprojekt, Marketingabteilung oder als Anker für eine neue Fanhalle. Das könnte man durch eine Reduzierung des Baukörpers hinter der neuen Haupttribüne finanzieren, wo jetzt Platz dafür vorgesehen ist. Das Haus könnte eventuell sogar der GGG gehören, die in der Heinrich-Schütz-Straße etliche Gebäude in ihrem Bestand hat bzw. hatte. Allerdings bin ich mir sicher, daß man niemals auch nur einen Gedanken an die Integration eines solchen Altbaus verschwenden würde.

  • Es gibt doch einen eigenständigen Akzent ... den CFC Schriftzug. Nein Spaß bei Seite. Ein anderer Gedanke:


    Zahlendes Publikum kommt, wenn ich das richtig verstehe nur Sa oder So aller 14 Tage zu den Spielen. Das heißt, das Stadion wird sonst wohl nicht wirtschaftlich genutzt. Das finde ich ein bisschen wenig für das Konzept der Finnanzierung. Ich denke bei einem Umbau des eheml. Thälmann Stadions hätte das anders ausgesehen. Soweit ich mich erinnere war der Entwurf auch interessanter.

  • Das ehem Thälmann-Stadion bringt bei weitem nicht die Fußballatmosphäre die man sich wünscht. Hier denke ich ist die Fischerwiese klar im Vorteil und mit der geplanten Überdachung kommt da nochmals mehr Stimmung auf.
    Was die Umfeldgestaltung angeht, schließe ich mich Chemnitzer an. Einen großen offenen Vorplatz ohne das ehem. Straßenbahndepot.

  • Und es geht Schlag auf Schlag, unter der Leitung von OB Ludwig wurde eine Arbeitsgruppe zum Stadionneubau geründet. Ziel: unter Einbindung aller Beteiligten sollen Fragen, bzgl. des Neubaus wie Finanzierung etc. geklärt werden.
    Derart Zack seitens OB Ludwig hätte ich mir von ihr auch bei anderen Themen gewünscht.


    Artikel FP:


    http://www.freiepresse.de/LOKA…uendet-artikel7697605.php

  • Wer sich auch für die Details des Stadionneubaus interessiert, kann auf der Fanpage die Informationen zur Gesprächsrunde von Verein, Fans und OB Ludwig nachlesen. Logischerweise konnten noch nicht alle Punkte abschließend geklärt werden, die Tendenz stimmt aber größtenteils. Auch die grundsätzliche Gesprächsbereitschaft von Stadt und Verein sind sehr positiv zu bewerten, die Teilnahme von Bürgermeisterin und GGG-Geschäftsführerin an einer solchen Runde betrachte ich nicht als Selbstverständlichkeit.

  • Auf der Stadtseite kann man die gut begründete Beschlußvorlage nachlesen, über die der Stadtrat am 5. Oktober entscheiden wird.


    - Die Beschlußvorlage enthält unter anderem eine Aufstellung aller Mängel der Fischerwiese, die der Drittligatauglichkeit entgegenstehen.
    - In Anlage 3 werden die verschiedenen Varianten diskutiert.
    - Anlage 4 klärt die vertraglichen und finanziellen Details.
    - In Anlage 6 sieht man, dass zuerst Südkurve und Gegengerade abgerissen und neugebaut werden sollen. Bei einem so weitgehenden Abbruch sehe ich aber die Nutzbarkeit des Stadions in der Zwischenzeit als fraglich an. Vermutlich ist das aber noch nicht wirklich im Detail durchgeplant.


  • Es ist geschafft - zumindest die erste Hürde wurde genommen, der Stadtrat hat dem Stadionneubau zugestimmt. 35 Stimmen für den Neubau bei 19 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen sind recht deutlich. Insgesamt über drei Stunden wurde diskutiert, wobei alle Argumente erneut kontrovers ausgetauscht wurden. Los ging es mit einer Debatte über die Befangenheit der Stadträte Dr. Eberhard Langer und Wolfgang Meyer (heute im Aufstiegsshirt), beide seit Jahrzehnten mit Leib und Seele für den CFC engagiert und im Aufsichtsrat des Vereins. Von Populismus (Pro Chemnitz) bis totaler Ablehnung (Grüne) war alles dabei, letztlich hatten sich aber die großen Fraktionen (SPD, CDU, Linke) mehrheitlich auf einen gemeinsamen Änderungsantrag geeinigt und somit die Zustimmung gesichert.
    Ausschlaggebend dafür war sicherlich vorrangig die solide Arbeit der Vereinsführung unter Dr. Hänel und der sportlichen Leitung. Im engen Schulterschluss mit Fans und Sponsoren wurden alle demokratischen Hebel in Bewegung gesetzt, um die Stadträte für das Vorhaben zu begeistern. Das ging von einem Großplakat in der Innenstadt über Informationsangebote an die Stadträte bis zu großen Anzeigen in der regionalen Presse, wobei sich auch die Vertreter aller anderen Sportarten der Stadt und auch wichtige Personen des Kultursektors eindeutig für das Stadion positionierten. Stärkstes Signal waren aber die über 22.500 Unterschriften, die innerhalb von nicht einmal einem Monat gesammelt wurden.


    Insgesamt ein Erfolg für den Chemnitzer Sport, OB Ludwig, vor allem aber auch die Stadt Chemnitz. Jetzt fehlt noch die Zustimmung der Landesdirektion, gleichzeitig beginnen jetzt die Mühen der konkreten Umsetzung, die sicher nicht weniger Engagement erfordern.


    Die Argumente für das Stadion sind im folgenden lesenswerten Stadtstreicher-Artikel hervorragend zusammengefasst: Link.