Stadtplanung | Stadtentwicklung

  • Hätte nix dagegen, wenn der Facharbeiter sich wieder ein Reihenhaus leisten könnte!


    Wundervoll wäre auch ein Rolls-Royce für jeden, den Privatjet und eine Yacht nicht vergessen - wenn man sich schon ins Land unrealistischer Träume begeben möchte. So ist es halt, dass in den Millionenstädten (das ist Frankfurt inklusive Umland und Einpendler) Raum knapp und teuer ist. Die 20 Qm großen Mini-Wohnungen, die jetzt auch in Frankfurt vermehrt gebaut werden, sind in Paris oder London recht verbreitet. Es sind sehr viele Menschen, die auf begrenztem Raum alle untergebracht werden möchten. Wenn jemand meint, dass er eigentlich sooo viel Raum haben müsste - sollte bitte mal daran denken, dass die Millionen anderen nicht schlechter sind.


    Man sollte nicht vergessen, dass alle diese EFH/RH-Siedlungen überdurchschnittliche Infrastrukturkosten verursachen, die die Städte zu erdrosseln drohen. Frankfurt tut vernünftig, sich keine weiteren aufbürden zu wollen.


    Und nein, ich bin nicht mit einem Reihenhaus bedient, sondern mit einer Geschosswohnung knapp über 40 Qm.

  • Baugrund wird nicht knapp gehalten, sondern Baugrund ist knapp. Und Baugrund ist knapp, weil er nie knapp gehalten worden ist.


    Baugrund wird dort wo er benötigt wird knapp gehalten (z. B. Frankfurt und seine direkten Nachbarn), und dort wo er nicht benötigt und sogar schlecht für die Umwelt und Verkehrsinfrastruktur ist verschwendet (z. B. Neubaugebiet Schleichenbach in Usigen Taunus).


    Man hat viel zu viel Baugrund mit Reihenhäuser oder gar EFH bebaut.


    Früher hat man das Volk eben gleich das bauen lassen was der Wunsch des Volkes war. Und hat nicht versucht ihnen was aufzuzwingen was sie nicht gewollt haben, damit sie nach ein paar Jahren doch das machen was sie wollen und dann Bauruinen hinterlassen.


    Heute kommt die Politik mit irgendwelchen Umweltflosskeln und Nachhaltigkeit, weil man sich selbst seinen Besitz halten will und "nach mir die Sinnflut" - siehe Link Oberursel, siehe die "Trabantenstadt im Norden Frankfurt". Dort liest man dann so Argumente wie "wir wollen den dörflichen Charakter erhalten". Mal ernsthaft was haben diese alten Säcke davon wenn se später Tagelang in ihren eigenen Ausscheidungen im Bettchen ausharren müssen weil sich junge Altenpflegerinnen darauf berufen, dass sie diese alten Säcke, welche ihnen nichts gönnen nicht pflegen wollen?


    Und mit Umwelt braucht keiner mehr kommen. Wenn die Leute in Frankfurt nix bekommen versuchen sie es ausserhalb und dann? Dann muss man halt die A5 verbreitern, welche näher an die Bebauung rückt und damit Tausenden Lärm bereitet, wo doch so ein Neubaugebiet auf der grünen Wiese nur ein paar Bauern um ihre Existenz bringt und der ein oder andere ehemalige Politiker keinen Skylineblick mehr aus Nieder-Eschbach hat. Wer bezahlt den Umbau der A5? Wovon wird die Pendlerpauschale der Insassen dieser Blechlawinen bezahlt? Und wo geht das ganze CO2 hin? Wer täglich hunderte Kilometer fährt und nicht gerade Abteilungsleiter ist, fährt wohl auch nicht das 4 l/100 km Spritsparmodell sondern ein Auto was grad noch so die Umweltplakette erreicht um in die Stadt zu dürfen.


    Ich glaube nicht, dass ich es noch erleben werde, hoffe aber das irgendwann die Jugend in diesem Land aufwacht und gegen diese überalterten Sesselpupser in den "Machtpositionen" revoltieren wird. Zuerst in der guten alten Zeit alles in den Allerwertesten geschoben bekommen und dann alle Hebel in Bewegung setzen, dass es den Jungen nicht auch so ergehen kann. Ist den "Bald-in-Rente-gehenden-Wettere-gegen-Alles-Bürgern" eigentlich klar wo das Geld für ihre Rente herkommt? Ach ich vergas, damit die Jugend nicht auf die Idee kommt "ich habe keine Lust 100 km auf Arbeit zu fahren" hat man ja Hartz-IV eingeführt um dann einfach die Leute zu zwingen oder se bekommen weniger Geld.

  • Früher hat man das Volk eben gleich das bauen lassen was der Wunsch des Volkes war.


    Ohne den interessanten RTL2-Niveau Verlauf der Diskussion stören zu wollen oder verhindern zu wollen, dass jemand den ersten Godwin Punkt erzielen kann, folgender Hinweis:
    Der Wohnungs- und Häusermarkt ist ein Markt und bietet daher viele verschiedene Produkte für viele verschiedene Interessenten, die sich nach Alter, Geschlecht, sozialen Aspekten, Vermögen, usw. untercheiden. Es gibt nicht "das Volk" und damit das auch ein "Informatikfuzzi" versteht, es gibt ja auch nicht den einen Computer oder die eine Software für alle Nutzer oder jede denkbare Anwendung.


    Dass gleichzeitig im Frankfurter Speckgürtel Einfamilienhäuser für junge Familien, im Europaviertel Eigentumswohnungen für DINKs und im Westend Luxuswohnungen für die besser gestellten Mitte-50er Ehepaare mit arbeitenden Kindern entstehen bzw. sich in Bockenheim 4 Studenten eine 60 m² Bude als WG teilen ist Audruck dafür, dass Immobiliennutzer eine ziemlich heterogene Bande sind. Mit der hier geführten schwarz-weiß Diskussion kratzt ihr nicht einmal an der Oberfläche des Themas, wenn es darum geht, dass der Facharbeiter (und viele andere Menschen auch, und in anderen Ländern noch viel mehr als in D) einen hohen Anteil ihre Einkommens für das Dach über dem Kopf ausgeben.


    Aber lasst euch von diesem Funken rationalen Denkens nicht stören, sonst entgehen Schmittchen wertvolle Seiten für seine DAF-Memoiren.

  • Was ich in der Stadtentwicklung vermisse ist die Tatsache das überwiegend im hochpreisigen Segment gebaut wird, zumindest sehe ich selten ein Bauschild ohne das Wort Hochwertig, Luxuriös oder ähnliches. Wo sind denn die Neubauten in denen Wohnungen entstehen die auch bezahlbar sind, egal ob Miete oder Kauf. Wo ich wohne (Steinbach/Taunus), also direkt an Frankfurt, kostet eine Reihenhausschachtel 400.000 € aufwärts.


    Man sollte sich bei alle dem nicht von der Maklerprosa beeindrucken lassen. Natürlich wirbt jeder mit Qualität usw. Oder würdest du dich interessieren, wenn da stünde: "schlichte ETW für ganz wenig Geld zu verkaufen"? Ich habe beruflich hin und wieder Gelegenheit, Kaufverträge von Neubauten im Europaviertel, Rebstock und Riedberg einzusehen. So sind defintiv im Rebstockpark in den ersten Bauabschnitten Preise von 2.100 €/m² Wohnfläche gezahlt worden (Neubau, Erstbezug, schlüsselfertig). Am Riedberg (BelAir z.B. neben dem Riedbergzentrum) incl. TG-Platz knapp unter 3.200 €/m². Ähnliches vollzieht sich im Europaviertel und im Frankfurter Bogen. Ich würde sagen, Preise um die 3.000 €/m² sind Mittelmaß und nicht oberes Preissegment und in diesem Bereich dürfte die Masse des Neubaus liegen. Genaueres dürfte dem nächsten Immobilienmarktbericht zu entnehmen sein.


    Der Begriff "bezahlbar" hat natürlich mit den verfügbaren Einkommen zu tun. Wenn ein Haushalt in Frankfurt 30% seines Nettoeinkommens für Wohnen ausgibt, liegt er im Durchschnitt. Wer beispielsweise für 400.000 € kauft und 80% finanziert (also 320.000 €) hat bei 2,5% Zinsen und 1% Tilgung eine monatliche Belastung von 933,00 € zuzüglich Betriebskosten von (warm) 1,50 - 2,00 €/m², also sagen wir in der Summe Wohnkosten von 1200-1300 €/Monat.


    Will sagen: 400.000 € sind bezahlbar. Und 400.000 sind mehr, als man für gutes Wohnen ausgeben muss, zumal mit einer gewissen Eigenkaitalquote.

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  • Früher hat man das Volk eben gleich das bauen lassen was der Wunsch des Volkes war. Und hat nicht versucht ihnen was aufzuzwingen was sie nicht gewollt haben, damit sie nach ein paar Jahren doch das machen was sie wollen und dann Bauruinen hinterlassen.


    Wenn du dem von dir so wahrgenommenen Wunsch "des Volkes" nachkommst, und es das bauen lässt was es sich leisten kann und will, bekommen wir Favelas auf dem Lohrberghang.
    Wenn man alle als hässlich und überflüssig empfundenen Wohnblöcke in Frankfurt ab, sagen wir mal: 16 Wohneinheiten (also auch die E+3 mit mehreren Eingängen, Kammbauten, Fahrgasse, Hügelstraße, Gießener Straße,...), in kleine Reihenhäuser von 120m² auf zwei Etagen je bisheriger Wohnung verwandeln würde, wäre nicht nur die Wohnfläche je Bewohner verdreifacht worden, sondern jeder Fitzel Grünfläche zwischenn den Autobahnen wäre zugebaut.

    Heute kommt die Politik mit irgendwelchen Umweltflosskeln und Nachhaltigkeit, weil man sich selbst seinen Besitz halten will

    Häuser mit geringerem Energiebedarf zu bauen ist nicht grundsätzlich schlecht - wer soll denn in 20 Jahren denjenigen, die keine 3€/Liter für ihre 3000m³ Heizöl zahlen können, die Heizung bezuschussen?

    Wer bezahlt den Umbau der A5? Wovon wird die Pendlerpauschale der Insassen dieser Blechlawinen bezahlt?


    Den Umbau der A5 bezahlen wir alle. Ebenso wie die Pendlerpauschale. Nur durch die Pendlerpauschale ist es auch für die meisten Pendler wirtschaftlich, statt der, ach so teuren, Miete in Frankfurt draußen auf dem Land zu leben und hunderte von Kilometern zu fahren. Wobei gerade dem Wenigverdiener die Pendlerpauschale aufgrund seines niedrigen Steuersatzes kaum was bringt. Die Pendlerpauschale muss einfach - kontinuierlich über fünf, zehn Jahre - abgeschafft werden.

    Wer täglich hunderte Kilometer fährt und nicht gerade Abteilungsleiter ist, fährt wohl auch nicht das 4 l/100 km Spritsparmodell sondern ein Auto was grad noch so die Umweltplakette erreicht um in die Stadt zu dürfen.

    Das wäre aber dumm. Ich fahre nur 30km einfache Strecke, aber das sind im Jahr bei 220 Arbeitstagen 13200 Kilometer. Mit meiner alten Scherbe (8l Super) wären das zu aktuellen Preisen 132*8*1,6=1689,6 Euro. Der neue braucht 3,7l Diesel nach Norm, wenn ich brav bin komme ich auf 4,3, meistens 4,5. Das macht dann 132*4,5*1,4=831€. Das ist weniger als die Hälfte - und es sind nur die Wege zur Arbeit eingerechnet. Gesamtfahrleistung ist knapp das Doppelte, also doppelte Ersparnis. Wenn man dann (Nachhaltigkeit) ein kleines Auto zum Listenpreis von 16000€ kauft, das diesen Verbrauch hinbekommt(!) und es 10 Jahre fährt, finanziert es sich komplett durch die Spritersparnis. Da die Spritkosten steigen, sogar noch mehr.

    Ich glaube nicht, dass ich es noch erleben werde, hoffe aber das irgendwann die Jugend in diesem Land aufwacht und gegen diese überalterten Sesselpupser in den "Machtpositionen" revoltieren wird.


    Wenn Du Pech hast, erlebst Du es noch. Vermutlich aber erst, wenn du selber zu den alten Säcken gehörst.

    Zuerst in der guten alten Zeit alles in den Allerwertesten geschoben bekommen und dann alle Hebel in Bewegung setzen, dass es den Jungen nicht auch so ergehen kann. Ist den "Bald-in-Rente-gehenden-Wettere-gegen-Alles-Bürgern" eigentlich klar wo das Geld für ihre Rente herkommt?


    Aber sicher doch. Aber dafür müssen die jungen Leute in deren Eigentumswohnungen in der Stadt Miete zahlen und nicht das Häuschen auf dem Lande an die Bank abbezahlen. Du glaubst doch selber nicht, dass diejenigen, die sich da als Wutbürger hervortun, nicht wissen, dass die aktuell ins Arbeitsleben eintretende Generation mit prekären Arbeitsverhältnissen, Mindestlohn, Hartz-Aufstockern und Praktikumsstelle eine ausreichende gesetzliche Rente zahlen kann?

  • Wenn ein Haushalt in Frankfurt 30% seines Nettoeinkommens für Wohnen ausgibt, liegt er im Durchschnitt.


    Du kommst bei deinen angesetzten 30% fürs Wohnen auf einen Haushalt mit einem Nettoeinkommen von 3600-3900 Euro. Dafür baucht ein Alleinverdiener im Steuerklasse 3 schon mal fast 5000 Euro brutto. So viele sind das nicht.


    Und wehe, wenn die Zinslast wieder mal ansteigen sollte. Von den 320K€ sind nach zehn Jahren noch über 250K€ offen - wenn dann die Zinsen auf deutlich steigen sollten, bekommen wir hier auch eine "Immobilienkrise".
    Warum die Käufer bei der doch recht niedrigen Belastung nicht gleich mit 1,5-2% Tilgung einsteigen verstehe wer will - auch wenn das etwas Diskussionsaufwand mit der Bank mit sich bringt.

  • ^ Dein Einwand unterstellt das Familienmodell mit Alleinverdiener. Das ist aber möglicherweise nicht so ganz aktuell, denn viele der Käufer in unseren Neubaugebieten sind Doppelverdienerhaushalte oder sozusagen Mitverdienerhaushalte. Und nicht vergessen, dass nicht wenige geerbet haben und diese Erbschaften den Eigenkapitalstock bilden.


    Was im ETW-Markt nicht so gut funktioniert wie beim Eigenheimbau, ist das Modell der Muskelhypothek in Gestalt eines hohen Anteils an Eigenleistung.


    Aber klar ist auch, dass die Eigentumsbildung ihre Grenzen hat. Wo diese verläuft ist schwer zu sagen. In Frankfurt lag sie jahrzehntelang eher bei 15%, heute dürfte sie deutlich über 20% liegen. In Süddeutschland liegt sie noch höher, auf dem Land weit höhe als in den Städten. Evtl. müsste man mal in den Ergebnisse der letzten Wohnungszählung recherchieren.


    P.S. Und was die Tilgungsrate angeht, ist dein Einwand natürlich richtig, aber meine Zahl war nur als Rechenbeispiel gedacht. Wer kann, wird natürlich anfangs mehr tilgen.

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  • Man darf und sollte auch nicht vergessen, das bei 1% Tilgung eine Jahrzentelange Rückzahlung erfolgt, und ich hoffe mal das es auch noch recht lange auf dem niedrigen Zinsniveau bleibt, da sollte man auch das Thema Rente nicht vergessen, denn was passiert denn wenn der Eigentümer zwar Jahrelang in das eigene "Häuschen" investiert hat, dabei aber völlig die Rente vergessen hat, oder sich durch die Belastung keine Zusatzrente leisten konnte ?

  • Aktuelles aus der Presse:


    [url=http://www.fr-online.de/rhein-main/wohnungsnot-in-frankfurt-und-rhein-main-20-000-bezahlbare-wohnungen,1472796,25074452.html]Wohnungsnot in Frankfurt und Rhein-Main: 20.000 bezahlbare Wohnungen | Rhein-Main - Frankfurter Rundschau[/url]


    Nochmals wird bestätigt was ich bereits in einem älteren Posting kritisiert habe "In einem Radius von 40 bis 45 Kilometer um die Kernstadt sollen die neuen Unterkünfte entstehen". Warum nicht lieber ein paar Äcker im Franfurter Norden zu bebauter Fläche umwandeln, statt schon vor Spatenstich der entfernten Wohnanlagen mit riesigen Pendlerströmen zu planen?



    [url=http://www.fr-online.de/frankfurt/wohnen-in-frankfurt--die-stadt-muss-dichter-werden-,1472798,25092998.html]Wohnen in Frankfurt: "Die Stadt muss dichter werden" | Frankfurt - Frankfurter Rundschau[/url]


    Im ersten Teil des Artikel geht es ums Gallus Viertel, Milieuschutz-Satzung usw. Dann geht es um die 30%-Regel für geförderten Wohnraum mit der Aussage "Der Anteil von 30 Prozent wird durch städtebauliche Verträge mit den Bauherren der Wohnungen festgeschrieben.". Wie kommt es dann, dass vor ein paar Monaten als es um die Bebauung des alten OPEL-Gelände an der Mainzer Landstraße ging genau dies durchzusetzen nicht möglich war? Schmunzeln kann man auch über die Begründung gegen den Stadtteil zwischen Nieder-Eschbach und Nieder-Erlenbach "Das ist die fehlende und nur langfristig beziehungsweise teuer zu realisierende Anbindung mit dem öffentlichen Nahverkehr." Und wie sieht die ÖPNV-Anbindung der 40-45 km entfernten Gegenden (Artikel ganz oben) aus? Warum, wenn der ÖPNV ja so wichtig ist, sind z. B. beim Riedberg Westflügel für jedes Eigenheim zwei PKW-Stellplätze auf dem eigenen Grundstück vorgeschrieben (teilweise sehr kostspielig mit Duplex-Parkern) wo doch die U-Bahn ein paar hundert Meter weiter eine Haltestelle hat? Und zum Thema Nachverdichten kann man wieder auf den Westflügel zeigen - da wirbt ein gewisser Immobilienvermarkter mit "23 wunderschöne Grundstücke in unterschiedlicher Größe zwischen 680 qm und 1100 qm". Wenn man von 20.000qm insgesamt ausgeht hätte man die gleiche Fläche also locker in mehr als die doppelte Anzahl Grundstücke aufteilen können. Warum also an einem Ort in Frankfurt versuchen fragwürdig und zum Nachteil der Bestandbauten nachzuverdichten um an anderer Stelle so verschwenderich mit Bauland umzugehen, wo man direkt von Anfang an architektonisch stilvoll verdichtet bauen kann?



    Also was geht ab?
    - Sind unsere Politiker wirklich so vergesslich?
    - Ist nur der Füllstand der Geldkoffer ähm Spendengelder der Bauträger von Interesse?

  • Cunitz stellt Grundsatzbeschluss zum Wohnen vor

    Bürgermeister und Planungsdezernent Olaf Cunitz hat heute Inhalte eines umfassenden Magistratsvortrags zur Wohnbaulandentwicklung der Presse vorgestellt. Auf diese Weise könnten 6.000 Wohnungen entstehen. „Mit diesem weitreichenden Grundsatzbeschluss eröffnen wir einen entscheidenden Vorstoß für die Wohnbaulandentwicklung: Wir benennen prioritäre Wohnungsbaupotenziale, bündeln eine Reihe von konkreten Handlungszielen und verpflichten uns selbst auf eine Vorgehensweise, die der Entwicklung des Wohnstandorts Frankfurt den höchsten Stellenwert in der Stadtplanung einräumt“, umreißt Cunitz die wesentlichen Inhalte.


    Die gesamte Pressemitteilung kann =20276644"]hier nachgelesen werden.


    In der Mitteilung werden folgende "Wohnungsbaupotenziale" aufgeführt, für die prioritär Planungsrecht geschaffen werden soll: "B 546Ä Allerheiligenviertel Breite Gasse 1. Änderung; B 698 Nördlich Dieburger Straße; B 813 Wohngebiet nördlich Frankfurter Berg - Hildenfeld; B 876 Nördlich An der Wolfsweide; B 897 Fischerfeldstraße/Lange Straße; B 900 Hanauer Landstraße/westlich Osthafenplatz/Launhardtstraße; B 902 Nordöstlich der Anne-Frank-Siedlung; B 904 Nördlich Kollwitzstraße; B 905 Kleyerstraße/Ackermannstraße; B 906 Westlich der Nordweststadt; B 907 Berkersheim Ost; B 908 Südlich Am Riedsteg; B 909 Westlich und südlich der Ferdinand-Hofmann-Siedlung; B 910 Südöstlich Urnbergweg; B 911 Nördlich Straßburger Straße. Für das Bebauungsplanverfahren Nr. 813 'Wohngebiet nördlich Frankfurter Berg – Hildenfeld' liegt bereits ein Aufstellungsbeschluss vom 1. März 2001 vor, dessen Bearbeitung jetzt intensiv aufgenommen werden soll."


    Übersichtskarte zu den "Wohnungsbaupotenzialen" (Klick auf die Karte öffnet 2,9 MB großes PDF mit Erläuterungen):



    Grafik: Stadt Frankfurt am Main

  • Darin sind natürlich auch wieder kritische Flächen enthalten, etwa Nrn. 2 und 13, deren Nähe zu den Induistrieparks von Infraserv und Alessa die Seveso-II-Problematik unmittelbar aufwerfen, ein Problem, das z.B. im Silogebiet, das schon seit langem als Wohnbaufläche aufgeführt wird, bis heute nicht wirklich gelöst scheint.
    Bei der Nr. 15 fällt mir auf, dass diese Fläche bisher eigentlich als Stadtbahntrasse freigehalten wurde, um die Straßenbahn von der unattraktiven Waldrandlage in eine ortsnähere Lage zu verschwenken.

  • Die FAZ widmet in ihrer heutigen Ausgabe (RMZ, S. 37) in einen ausführlichen Artikel der Seveso-II-Problematik im Zusammenhang mit dem Baugebiet Nr. 13 "Zeilsheim Süd". Die Stadtplanung wird im Zuge des nun einzuleitenden Verfahrens zur Aufstellung eines B-Plans ein Gutachten zur "vertieften Prüfung der Seveso-Problematik" einholen. Sollte sich dann erweisen, dass das Baugebiet ungeeignet ist, würde der Cunitz'schen Initiative 1/3 ihres Wohnungsbauptenzials abhanden kommen (nämlich 2.000 von 6.000 prognostizierten Wohnungen)

  • Demnächst Milieuschutzsatzung?

    Link = http://www.frankfurt.de/sixcms/detail.php?id=2855&_ffmpar[_id_inhalt]=20781498


    Leider nicht ganz nachvollziehbar wie Stand der Dinge ist: von der Überschrift her denkt man es wäre schon beschlossene Sache und weiter unten im Text begrüßt man die Diskussion.


    Frage mich allerdings was dies bringen soll? Wenn Heute ein Mieter auszieht wird die Wohnung Morgen - egal ob saniert oder unsaniert - für den höchst möglichen Preis inseriert..... und wahrscheinlich auch irgendwann an den solventesten Mieter/Käufer losgeschlagen. Oder kann man dem Wohnungsbesitzer die Mieter/Käufer vorschreiben?

  • ^ Im letzten Satz wird eine Genehmigung der Stadt angeregt, wenn jemand eine Mietwohnung in eine Eigentumswohnung umwandeln will. Jede Wohnung besitzt irgend jemand - entweder wird sie vermietet oder persönlich bewohnt. Dem Vorschlag nach dürfte man nicht frei die eigene (vermietete) Wohnung an einen verkaufen, der darin wohnen möchte, was mE den privaten Wohneigentum beinahe abschafft.


    Die Haarspalterei zwischen notwendigen und Luxussanierungen ist genausowenig hilfreich - dass die Nachbarn zwischen diesen am besten unterscheiden sollten geradezu absurd. Das alles klingt langsam wie Orwell.


    Vernünftig klingt nur die Aufforderung zum mehr Neubau (doch bitte nicht auf ganz neuen Flächen) - bei mehr GFZ sind die Nachbarn allerdings oft dagegen.

  • Ob eine Milieuschutzsatzung wirklich hilft, der häufig beklagten Gentrifizierung zu begegnen, darf bezweifelt werden. Warum verlassen Menschen ihre Wohnung? Zwei Fallgruppen sind denkbar: sie ziehen um, weil sich ihre Lebenslage ändert (Familiengründung, aus Altersgründen, Jobwechsel, Wunsch nach Veränderung/Verbesserung, Ehescheidung usw); in diesen Fällen wird der Mietvertrag von Mieterseite gelöst. Will oder kann man das verhindern? Wohl kaum. Oder die Leute ziehen unfreiwillig um (Eigenbedarf, Modernisierung mit folgender Mieterhöhung, Mieterhöhung ohne Wohnwertverbesserung, Wohnung zu groß/teuer, d.h. unangemessen im Sinne von § 22 SGB-II).
    In der zweiten Fallgruppe kann eine Satzung eigentlich nur auf die Fälle Modernisierung mit Mieterhöhung einwirken.


    Wie wirksam eine Milieuschutzsatzung sein kann, dürfte wesentlich von der Zahl dieser Fälle im Verhältnis zu den anderen Fällen abhängen.


    Die Umwandlungsfälle mit nachfolgendem Eigenbedarf könnten erheblich wirksamer durch eine RechtsVO nach § 577a Abs. 2 BGB geregelt werden (Verlängerung der Kündigungsbeschränkungen nach Abs. 1 = kein Eigenbedarf vor Ablauf von 3 nach Umwandlung in Wohnungseigentum, gerechnet ab dem ersten Verkauf nach Umwandlung); das Gesetz erlaubt eine Verlängerung der Frist auf bis zu 10 Jahre. Eine solche RechtsVO setzt voraus, dass die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Mietwohnungen zu angemessenen Bedingungen in einem Teil des Gemeindegebiets besonders gefährdet ist. Zuständig für den Erlass ist die Landesregierung. In Frankfurt gilt vorläufig bis Ende 2014 eine Schutzfrist von 5 Jahren.


    Aber: was passiert, wenn die Mieter von eigennutzungswilligen Erwerbern "herausgekauft" werden? Der Mieter also bei entsprechender Höhe einer Abfindung freiwillig auszieht? Kann eine Milieuschutzsatzung kapitalintensive Modernisierungen des Selbstnutzers verhindern? Ist der Einbau barrierefreier Sanitärräume und eines Aufzuges Luxussanierung oder Milieuschutz, weil Voraussetzung dafür, dass langjährigen Bewohner auch im Alter bleiben können?


    Da die Stadt dringend auf privates Kapital zur nachhaltigen Modernisierung des überalterten Gebäudebestandes angewiesen ist, dürfte hier ein gravierender Zielkonflikt bestehen, ich glaube nicht, dass es im Interesse der Stadtplanung liegt, private Modernisierungen nachhaltig zu behindern. Was man heute schon sagen kann, Milieuschutzsatzungen sind auf jeden Fall ein Beschäftigungsprogramm für die Bauaufsicht oder das Wohnungsamt. Sie verteuern und verlängern höchstwahrscheinlich die Genehmigungsverfahren oder führen ein gesondertes Verfahren zusätzlich ein.


    Ganz abgesehen von der Frage, was denn ein bestimmtes Milieu ausmacht. Die altermäßige Zusammensetzung? Die durchschnittlichen Einkommen? Der Anteil von Sozialleistungsbeziehern? Und wer bestimmt eigentlich, welches Milieu für welchen Stadtteil das richtige ist? Und ab wann es das falsche ist?

    3 Mal editiert, zuletzt von tunnelklick () aus folgendem Grund: Satzbau, Einfügung

  • Wohnbaupotenziale

    Die von Schmittchen in #94 gezeigte Karte gibt es nun mit weiteren Erläuterungen und Details zu den einzelnen Flächen:



    Zum Gebiet "Nördlich Straßburger Straße" in Schwanheim hatte tunnelklick folgende Anmerkung:

    Bei der Nr. 15 fällt mir auf, dass diese Fläche bisher eigentlich als Stadtbahntrasse freigehalten wurde, um die Straßenbahn von der unattraktiven Waldrandlage in eine ortsnähere Lage zu verschwenken.


    Im Dokument ist dazu folgendes zu lesen: "Dabei ist eine Verbreiterung der Straßburger Straße insoweit zu berücksichtigen, als eine Integration einer Straßenbahntrasse dies erfordert."

  • Neubaugebiet Nordweststadt

    Die FNP schreibt heute davon, daß für das geplante Neubaugebiet in der Nordweststadt zwischen der A5 und dem Gerhart-Hauptmann-Ring der Bebauungsplan am Donnerstag (also morgen) im Ortsbeirat 8 (Heddernheim, Niederursel, Nordweststadt) vorgestellt wird.


    Der räumliche Geltungsbereich des B-Plans "906 - Westlich der Nordweststadt" liegt in Höhe des Kleinen Zentrums an der Thomas-Mann-Strasse und umfasst eine Fläche von etwa 10,2 Hektar. Im geplanten Wohngebiet können EFH entstehen, ergänzt durch Geschosswohnungen an ausgewählten Stellen, heißt es weiter.


    Das Gelände wird derzeit überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Etwa die Hälfte der Ackerparzellen ist in städtischem Eigentum, wodurch sich die Bodenordnung vereinfachen dürfte.


    Nach einer in der FNP abgedruckten Skizze, bietet sich die dort eingezeichnete Lage der geplanten Neubebauung mMn geradezu an, da es exakt eine -derzeit mit Ackerflächen versehene- freie Ecke der westlichen Nordweststadt durch dringend benötigte Wohnbebauung schließt. Allerdings ist es wiederum vom mitte- bis südwestlichen Rand der künftigen Bebauung bis zur A5 nicht mehr weit. Das gute daran ist, daß die A5 schon da ist und sich jeder zukünftige Bewohner vorab ein Bild der Lärm- und sonstigen Auswirkungen machen kann. Ob ggf. ein Lärmschutzwall vorgesehen ist, geht leider nicht aus dem Bericht hervor.

  • ^


    An sich gut das ein neues Wohngebiet geplant ist. Ärgerlich ist jedoch das der Fehler vom Riedberg wiederholt wird und wieder wertvolles Frankfurter Bauland an Einfamilienhäuser verschwendet wird. Grundsätzlich sollte es innerhalb der Stadtgrenzen wegen der Wohnraumknappheit nur noch Geschosswohnungsbau geben.