Flottwellpromenade

  • Ich sehe das ganz und gar nicht als architektonischen Fehlschlag. Ganz im Gegenteil: Wenn man bedenkt unter welchen engen finanziellen Rahmenbedingungen geplant und gebaut werden musste, denke ich, dass mit der Situation doch sehr kreativ umgegangen wurde (z.B. der rohe Beton im Innenbereich) und im Ergebnis einen, vielleicht auch erst auf den zweiten Blick, sehr ansprechenden Bau hervorgebracht hat. Im Gegensatz zu den ganzen Investorenkisten mit weißen Putzfassaden, zahllosen und überdimensionierten Balkons etc. ist dieser Bau doch recht sympathisch, gerade durch seine teilweise recht schroffe Ausstrahlung, die aber total zu dem Ort passt - Architektur, die sinnvoll Bezug auf ihre Umgebung nimmt. Und dabei stehen die Menschen, die bei diesem Bau involviert waren ("Investoren" und Architekt(en)) nicht nur voll hinter dem Projekt, sondern leben sogar auch drin.
    Alles in Allem: Gelungener Bau! Und sicher sozialverträglicher als irgendein Billighotel mit generischer Architektur, wie man es heutzutage überall in Berlin antrifft.

  • ^Danke @ Leo.Fuchs für diesen wohltuenden Kommentar. Ich stimme Ihnen in allen Punkten zu. Darüber hinaus sollte man noch wissen, dass dieses Grundstück nicht leicht zu bebauen war. Am Ende ist es eines der besseren Häuser dort in der Gegend.

  • Mit Sichtbeton, dem architektonischen Gottseibeiuns der Traditionalisten... ;) Mir gefällt es auch ganz gut, vor allem die Innenräume, die im Film zu sehen sind, kommen mir sehr gelungen vor. Mal was anderes als das Gehobene-Ausstattungs-Einerlei, das man sonst immer zu sehen bekommt; außerdem der Beweis, dass man nicht unbedingt stinkreich sein muss, um eine schöne Wohnung zu bekommen – ein phantasievoller Architekt tut es auch.


    Manko aus meiner Sicht: Die offen gebliebene Brandmauer zum U-Bahn-Haus. Da hätte ich mir einen direkten Anschluss gewünscht.

  • ^ Mag ja alles sein - geschickte Bebauung eines schwierigen schmalen Grundstücks, schöne Dachterrasse, große Fenster, interessante Gebäudeform... und wer möchte, darf auch gern vor nacktem Beton schlafen, kochen oder fernsehen.


    Aber von außen sehe ich immer nur diese komische und für mich hässliche Gitterrostfassade. Laut verklärtem Architektensprech "schimmern da hunderte gold-beige lackierte Gitterroste in der Sonne", für mich sieht es "baustellig" und unfertig aus, so als fehlte da was... soll das noch berankt werden oder kommt da noch eine Verkleidung dran... oder soll das doch ein Parkhaus sein?


    Nur "mal was anderes" reicht irgendwie nicht für ein auch optisch ansprechendes Gebäude.

  • Von einer Berankung der Fassade wäre auch ich schwer begeistert. Dem rauen Charme würde das bestimmt keinen zu großen Abbruch tun, würde die wirklich herrlichen Straßenbäume ergänzen und genug zum Schimmern gäbe es weiterhin.

  • Nun haben auch die Bauarbeiten für den letzten Abschnitt - dem Baufeld Süd - am Gleisdreieck begonnen. Bis 2020 entstehen 167 Wohnungen sowie ein Hotel mit 162 Zimmern.
    Visus:




    (C) arin burda architekten | ZIEGERT – Bank- und Immobilienconsulting GmbH


    Weitere Infos:


    Projektseite
    Artikel DM

  • Grässlichste Investorenarchitektur, die der Chance, die dieser Ort bietet nicht im geringsten gerecht wird.
    Und was soll man zu den Preisen sagen? 1 Mio für eine Familientaugliche 125qm Wohnung.....


    300 tsd für ein 45 qm Appartement.


    Willkommen in der neuen Realität in Berlin

  • ^ Ja, mißraten, v.a die unruhige Farbgebung, die roten Balkonstreifen, die, zusammen mit der phatasierten Begrünung dem ganzen etwas adventskranzhaftes verleihen und farblich auch weng zu den gelb-oragenen und den beige-rosafarbenen Rollos im Dachgeschoss passen; und zu allem Überfluss auch noch partiell hellblaue Fassadenflächen, wenn ich das richtig erkenne. Die Spindeltreppen verstärken noch den Eindruck von Unruhe, der vom diesem Entwurf ausgeht.

  • Ich konnte mich nie damit anfreunden, die beiden voneinander zu trennen. Es wird meist dann betont, wenn eins von beiden schlecht und das andere gelungen ist. Man sollte sich lieber drum bemühen, beides adäquat zu lösen. Städtebaulich seh ich hier keine Probleme. Architektonisch ist es ein einziges Gewürge ohne erkennbare Linie.

  • ^^ Ich finde den ganzen Bereich unterirdisch. Sowohl in architektonischer als aich in städtbaulicher Hinsicht. Nur ungefähr 800m vom Potsdamer Platz entfernt hätte sich die Chance geboten hier mal etwas mehr Kreativität zu wagen. Ein Paar hundert Meter südlich hat's mit der Lokdepot - Bebauung ja auch geklappt. aber ausgerechnet hier, wo in den kommenden Jahren ja auch noch dieses zukunftsträchtige ”Urbane Mitte“ Projekt aus dem Boden wachsen soll... wie soll das zusammenpassen? Man weiss nicht wo man hier ist, rein ästhetisch gesehen. Aber das ist echt Vorstadtniveau. Anscheinend gibt es keinen Plan und keine Gestaltungsrichtlinen für urbanen Wohnungsbau/Quartiere. Jeder baut hier in erster Linie billig und austauschbar.

  • Und den Renzo Piano Building Workshop sollte man nicht mit Arin Burda verwechseln. Auch, wenn man nun kurzfristig versucht die Website zu relaunchen,google Bilder vergisst so schnell nicht. Was an diesem Standort verspielt wurde und mit welchen Architekten, lässt einem den Mund offen stehen. Bei diesen Kaufpreisen auch unglaublich, dass es nicht für innenliegende Dacherschließungen gereicht hat. Die Fertigteiltreppen zukünftig vom öffentlichen Raum aus ertragen zu müssen, hätte das Bauamt noch verhindern können. Dass der Investor mit derartigen Details auf Käufersuche geht, erstaunt mich schon.


    Nach Bekanntgabe der Planungsaufgabe haben sich Staab Architekten, letztes Jahr trotz Einladung aus dem Wettbewerb zur "Urbanen Mitte" zurückgezogen, was uns dort erwarten wird, stellt die Bebauung der Westseite, in stadtpolitischer und gesellschaftlicher Dimension noch einem sprichwörtlich und wörtlich in den Schatten.


    Die einzig wirklich ambitionierten Projekte in diesem Areal, sind das sehr gelungene Mehrparteienhaus in der Flottwellpromenade von Heide und von Beckerath.


    Sowie das mittlerweile seiner Vollendung entgegenblickende Lokdepot von robertneun. Mit fantastischen Grundrisstypologien und einer außerordentlich reichhaltigen und tektonisch ambitionierten Fassade.

  • Da sich inzwischen jeder Müll erfolgreich verkaufen lässt, gibt es abseits vom Luxus-Segment keinen Anreiz mehr, auf attraktive Architektur zu setzen. Es wäre Aufgabe der Stadt, sich dafür im Interesse der Allgemeinheit einzusetzen, zumindest im Zentrum, und Vorgaben zu machen, sonst wird es keiner tun. Aber der Senat steckt ja selbst geschmacklich in den 60er Jahren fest, fällt also als Akteur, der etwas zum Positiven bewegen könnte, ebenfalls aus. Das resultiert dann z. B. im schwachen Ortner + Ortner-Entwurf, der nach den hochtrabenden Ankündigungen nebenan das Rennen gemacht hat.

  • ^ Auf dem BA südlich der U-Bahn(-Hochtrasse) hat man es gerade einmal geschafft, ein Fundament für einen Kran zu betonieren.


    Beim nördlich der U-Bahn geplanten Hotel-Neubau ist noch gar nichts passiert:




    (Fotos: Hallole)

  • ^ Auf dem BA südlich der U-Bahn(-Hochtrasse) hat man es gerade einmal geschafft, ein Fundament für einen Kran zu betonieren.


    ..für die Wohnbebauung:



    (Foto: Hallole)



    Beim nördlich der U-Bahn geplanten Hotel-Neubau ist noch gar nichts passiert:


    Unverändert - insgesamt sehr langsam..


    Neulich hat man Pläne für Hotelneubauten beim "Tacheles" und beim "Volt" am Alex begraben; insofern würde es mich nicht wundern, wenn auch hier stattdessen mal Büros entstehen..

  • Neubautätigkeit um den Park am Gleisdreieck- Westseite

    Neubau Dennewitzstraße 37 / 38 in 10785 Kreuzberg


    Die Dennewitzstraße liegt in drei Stadtbezirken. Schöneberg, Tiergarten und Kreuzberg. Der Neubau liegt auf Kreuzberger Terrain.
    Finde es etwas schade, dass es keine Höhenstaffelung der einzelnen Gebäudeteile geben wird.


    Projektseite



    Neubauten am Gleisdreieck by Kleist Berlin, auf Flickr



    Neubauten am Gleisdreieck by Kleist Berlin, auf Flickr